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Meier Neueste Nachrichten

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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Donnerstag, 29. Dezember 1921

Fernsprecher 951 und 952

^lunge<

Pläne zur Kontrolle Deutschlands

pger maßgebender Kreise »eifen dahin, dgtz England nicht beabsichtig^ diese deutschem

tionskommission bilden würde.

mack für das bescheidenste Existenzmini«

Dermutnngen.

Berlin, 28. Dezember.

Keine Hoffnungen?

land durch die Garantiekommission und Unterstellung der deutschen Reichsbank tre englisch-französische Kontrolle.

Methode des Zögerns der Berliner Re­gierung kennt. (?) Diesmal werde der deutsche Plan aber nicht gelingen. (!) Der 15. Januar sei kaum noch drei Wochen entfernt.

nicht beschreiten können. siecher« ** nötigt find, ihr Leben mehr schlecht als recht mit einem Einkommen zu fristen» das nicht ein-

w

i

Sachleistungen für seinen Jm.enbedarf zu ver­wenden, sondern fftt seine beabsichtigten wirt­schaftlichen Beziehnngen mit Rußland. So würde die Situation eintreten, daß der englische Handel deutsche Waren nach Rußland lieferte, wodurch der deutsche Exporthandel mit Ruß­land völlig ansgeschaltat würde.

die un-

Lerlin, 28. Dezember. (Privaitelegrarsim) Das Reichskabinett ist in seinen Besprechungen während der Feiertage dahin übereingekommen, daß ein amtlichere Bericht über die Londoner Reise des Herrn Rathenau nicht aus- gegeben werden soll. Damit scheinen sich die Auslandsmeldungen in volleur Umfange zu be­stätigen. daß Herr Rathenau aus London nicht die bescheidensten Hoffnungen mitbekommen hat.

Nummer 269

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Mme ÄoMngspMne?

Englands Handel mit deutschen Ware«.

, (Eigener Drohtbericht.)

Paris, 28. Dezember.

Die Blätter wisien von einem angeblichen Zahlungsplan Lloyd Georges zu berichten, nach dem unter anderem England mtf seinen Anteil an - den deutschen Goldzahlungen ver­zichten wolle. Man glaubt, Lloyd George werde, wenn er aus die deutschen Goldleistungen verzichte, statt deffen Sachleistungen in

Deutschlands Lage.

Berlin, 28. Dezember. (Privat-Telegramm.) Die Vorschläge, die morgen in Paris der Reparationskommisston unterbreitet werden sol­len, sind gestern nachnittag in einer Sitzung des Reichskaüinetts festgesetzt worden. Staatssekre­tär Fischer wird Berlin heute abend verlassen. Er wird der Ueberbringcr genauer Angaben über die finanzielle und wirtschaftli­che Lage Deutschlands sein und außer­dem eine Art Memorandum überreichen, in dem die von der Reparationskommisston verlangten Erklärungen ausdrücklich begründet werden und genaue Einzelheiten über die neuen Steuer- Vorlagen und Vorschläge enthalten sind, wie die deutsche Regierung die Ianua r- und F e- bruar-Raten zu begleichen gedenkt.

Im Laufe des gestrigen Tages fand in der Reichskanzlei wieder eine Besprechung statt, in der das Reparationsproblem erörtert wurde. In der Sitzung des Reichskabi- netts, das abends zusammcntrat, stand die gleiche Frage in Behandlung. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. In wirtschaftlichen Kreisen beurteilt man die Lage nicht sehr optimistisch. Mau müsse bestimmt damit rechnen, daß wir bis 15. Februar fünfhundert Millionen Gold- mark zu bezahlen haben. Man ist bereits der Frage näher getreten, oh es nicht ratsam sei. den restlichen Goldbestand der Reichs - bauk anzugreifen. (!) Reichsbankpräsident Ha- venstein ist gegen eine solche Maßnahme.

Berlin, 28. Dezember. (Privat-Telcgramm.) Es scheint sicher zu sein, daß die deutsche Re­gierung die Verhandlungen über die fi­nanziellen Fragen mit der Reparationskormnis- sion direkt führen will. Die Ankündigung, daß die Reichsregierung mit ihrer Antwort auf die letzten Noten der Reparationskommrs- sion bis nach der Konferenz von Cannes warten wolle, scheint nicht zuzutreffen. Diese endgültige deutsche Antwort wird vielmehr schon nach der Rückkehr Dr. Fischers nach Berlin erfolgen.

Am die deutsche Antwort.

Aufklärungen oder Vorschläge.

, (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 28. Dezember.

Die Reparationskommisston teilt mit, daß sie von der deutschen Regierung ersucht worden ist, einen deutschen Vertreter zu empfangen und ihm gewisse Aufklärungenzu geben, deren die Reichsregierung noch bedürfe, um auf den Brief der Reparationskommission zu antworten. Die Reparationskommisston teilt des weiteren mit, daß der Vertreter der deutschen Regierung morgen, Donnerstag, den 29. Dezember, um 4 Uhr nachmittags in Paris empfangen wird. Diese Mitteilung der Reparationskommisfion steht in gewissem Grade in Widerspruch mit Ber­liner Meldungen der Pariser Morgcnblätter, die sich dahin aussprechen, daß die deutsche Regie­rung beschlossen habe, den Staatssekretär Dr. Fischer, der sich gegenwärtig in Berlin auf­hält, noch Paris zu schicken, wo er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kriegslasten- kommission sich mit der Reparationskommisston in Verbindung setzen tofirbe, um der Repara­tionskommisston eine Reihe von B o r s ch l ä - geu zu unterbreiten, welche die vorläufigen A-stworteu der deutschen Regierung au? die drei Fragen der letzten Note der Repara-

Kleinrentner-Hilst.

Beihilfe von Reich, Ländern und Gemeinde». Die Rotlage vieler Rleizteentner, feie al« obee krank, also erwerbsunfähig find, ist bekannt. Di« private« Organisationen allein find nick!« iuistan» fee, das Elend $u lindern, deshalb wird letzt dach Rein, mit einer Unterstritznngsaktio« einsetze«.

Aus parlamentarischen Kreisen wird gxschrie. ben: Die durch die Geldentwertung heraufbe­schworene Notlage der Kleinrentner kann nicht wie eine unabänderliche Schicksalsfügung hingr- nvrmnen werden, solange dem Reich sich noch irgendeine Möglichkeit bietet, einem in schwere Bedrängnis geratenen Teile der Volksgemein, schäft mit materiellen Hilfsmitteln beizustehen. Freilich ist cs unter den obwaltenden Verhält-- nissen ausgeschlossen, daß der Reichssäckel zu- dauernden Zuschüssen sich für alle diejenigen öff­net, welche zu Zeiten der (jetzt entschwundenen)!' Goldmark über einen kleinen Kapitalbositz ver­fügten, der ihnen eine bescheidene Existenz ge­währleistete, die aber jetzt häufig genug, um volkstümkichf zu reden, am Hungertuche nagen müssen. Viele Rentner, die sich bereits zur Ruhe gesetzt hatten, sind dem sie bedrohen­den Verhängnis tapfer entgegengetreten, indem sie dem Erwerbskamps von neuem sich zu- wendeten, und den Ausfall an Renten und die Steigerumg der Lebenskosten durch Uebernahme von bezahlter Arbeit zu decken bemüht sind. Es gibt in Deutschland nach oberflächlicher Schät­zung aber doch mehrere Hnndorttcmsende Klein­rentner, männlichen und weiblichen Geschlechts« die diesen Ausweg

infolge Alters oder Krankheit

sollten.

Einige Dörfer hn Sommegebiet stimmten jedoch angesichts der dauernden Notlage teil­weise sogar mit 99 Prozent für den deutschen Wiederaufbau, und einige Gemeinden in der Gegend vom Damenwege bezeichnete« die Mtt- verwendung deutscher Arbeitskräfte uttib deut­scher Materialien als unerläßlich Hiergegen erhoben wieder die großen Unternehmerverbän- be Protest, und der Präfekt des Aisnedeparte- ments, Morain, hielt im Auftrage Loucheurs zahlreiche Reden, um die Bevölkerung darüber aufzulkären", welche Folgen die Heranziehung deutscher Arbeitskräfte habe. Einige »Stimmen aus dem Volke" find bezeichnet). Verschiedent­lich wurde, besonders von Frauen, gerufen: »Keine Bosches!" Auch Drohrufe, daß man jeden Bösche töten würde, wurde« kaut. Daneben wurden auch andere vernünftigere Meinungen laut. So sagte ein alter Mann: ^ch habe genug von den Worten und Ver­sprechungen ich brauche ein Haus! Ich stim­me nicht für dieSMdseS", sondern dafür, daß ich ein Haus bekomme." Das letzte Wort in dieser gewiß wichtigen Angelegenheit wird Loucheur zu sprechen haben. Man kann ihm trotz seiner Billigung gewisser deutscher Vor­schläge in Wiesbaden kaum eine unparteiliche Entscheidung zutrauen, da er in seiner nichtamt­lichen Eigenschaft Führer einer einflußreichen Industriellen-Gruppe ist, die zweifellos ihre In­teressen wahrzunehmen suchen wird.

Währenddessen wird auch Stimmung ge­macht gegen England, das bei den Lon- doner Verhandlungen tu einer Verständi­gung mit Deutschland neigte. Brianv macht vorläufig geltend, daß England keine dieBtezüglicke Bedingung gestellt habe. Er läßt durch die ihm zur Verfügung stehende Presse eilfertig Mitteilen, daß nach den Londoner Be­sprechungen dte Entente fester geschlossen fei, als je zuvor. Er läßt auch verkünden, daß er in Cannes gegen ,nSe zu weit gehenden englischen

gmerttontoretfer » fitnhckmifch« Aufträge: Dte etnfpatttge Anj-ig-n,kfle M. 2.. bte etnfpatttge Reklame,-Ni M. 5.- t» Auswärtige Aufträge: Sie etnfpatttge Anzeigen,eUe M. 1 bte etnfpatttge «etlametetle M. 6.. alles elnkchttetzllch TeuerungSzufchlag und anjetgenfteuer. ifftr Anzeigen mit befonberi fdjrotertgeir. Satz hundert Prozent Aufschlag. Für bte RtchttgteU aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- baten uns Plätze kann etne Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- hosstrabe M;30, BelchäftSsielle: Kölnische Straße ö, Telephon Stummer Oil und 962.

Frankreich raffelt mir dem Säbel.

Paris, 28. Dezember. (Eigene Drahtmek- dung.) DerTemps" berichtet, daß die fran­zösischen Armeekommandanten nach Paris berufen find zu einer Bespre^mg im Kriegsministerium. DerTemps" meldet, daß die Verzögerung der deutschen Antwort an die Reparationskommiffion in Frankreich leine Enttäuschung hertzorrufe, da man hier die

Der Wiederaufbau.

Geld, Sachleistung ober Arbeit.

Die Hortung öerItzegßemng

Am den deutschen Goldbestand.

(Brrvat-Trlk gramm.)

Vorschläge', die sich auch auf den Wiederaufbau beziehen, sich zur Wehr setzen werde. Der Dernps", der in den letzten Tagen einige ver­nünftige Worte gesprochen hat, ist schon wieder im alten Fahrwasser des unbedingten und fana­tischen Deutschenhasses angelangt. Jetzt will er von einem Dreimächteabkommen nichts mehr wissen, höchstens auf der Basis, daß Deutschland in einem solchen wieder die Skla- ven-Rolle einnimmt. Er verlangt ein festes Bündnis zwischen England ufiSb Frankreich als Kriegsgarantie und fordert zum zweiten, daß Deutschlandzur absoluten Ueberzeugung ge­bracht werde, daß ihm nichts anderes übrig Weibe, als zu zahlen, damit jeder Ver­such zu Betrug bei den Sachleistungen und Bankrott in Deutschland unterdrückt werde". Daß in einer solchen Haß-Atmosphäre irgend ein vernünftiges Zusammenarbeiten gedeihen könn­te, ist natürlich ganz ausgeschlossen. W. W.

Anker Kontrolle.

Paris, 28. Dezember. (Eigener Draht­bericht.) Wie derMatin" meldet, hat auch Frankreich einen ausführlichen Vorschlag für die Konferenz in Cannes ausgestellt, mit dem sich der Ministerrat am zweften Feiertag befaßt hat. Der Entwurf sei einstimmig angenommen worden. Sein Hauptinhalt betreffe die deutschen Zahlungen der Raten im Januar und Februar, die Herabsetzung der späteren Jahreszahlungen um zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent, die Uebernahme der F i n a n z a u s si ch t in Dcutsch-

murn ausreicht. Die wirtschaftliche Lage die­ser Klasse vom Volkszenossen ist traurig und soll daher durch die öffentlich« Fürsorge ein we­nig aufgebessert werden. Eine Hilfsaktion in dieser Beziehung kann aber nicht darin bestehen, daß den Notleidenden aus öffentlichen Mitteln nach einem mehr oder weniger willkürlich aus­gemachten Tariffchcma fortlaufende Unter* Wtzungsgelder zugewiesen werden. Eine solche Freigebigkeit könnte nicht einmal ein üai Reich­tum schwelgender Staat sich leisten, ohne in ab­sehbarer Zeit sich,$u erschöpfen, während ein verarmtes Land die Rentnerhilse nur in engem Rahmen veranlagen kann. Wenn demnach das Deutsche Reich Willens ist, Reichs mittel zur Unterstützung notleidender Kleinrentner zu verwenden, so muß es seine Zuschüsse an be- ftintmte Voraussetzungen binden. Vor alle« wird es darauf mckommen,

jeden Füll gesondert

zu betrachten und individuell zu behandeln. Daß nur wirklich bedürftige Personen berücksichiigä werden können und dürfen, ist selbstverständlich. Im übrigen sind vom Reichsarbeitsministerimn für die Gewährung von Reichszuschüssen Richt- tinien aufgestellt worden, die ungefähr fol­gendes besagen:In einem Nachtrag zum Extra- ordinarium des Reichshanshalts 1921 werden zu den von Ländern und Gemeinden gewährten Unterstützungen seitens des Reiches hundert Millionen Mark bereitgestellt. Dieser Zusch. wird auf die Länder nach einem bereit- qls zweckmäßig erwiesenen Schlüssel verteilt.

Der Begriff des Kleinrentners wird dahin umgrenzt, daß solche bcdürftigt Deutsche in Betracht kommen, die selbst oder de­ren Ehegatten durch Arbeit sich ein Vermögen loder Rente) für ihre alten Tage sichergestellt haben, das ihnen wenigstens achthundert Gold­mark jährlich gewährt, die aber jetzt wegen Al­ters oder Erwerbsunmöglichkeit in der sache auf dieses Einkommen allein angewiesen sind. Im Sinne dieser Bestimmungen gilt auch eine Tätigkeit in häuslicher Gemeinschaft (un­versorgte Töchter). Die Unterstützung kann in mannigfachen Formen erfolgen, io durch Seift« rententierträge, Darlehensbeschaffung, Beschaf­fung billiger Lebensrnittel, Kleider, Heizstoffe, durch Förderung der etwa vorhandenen Arbeits­kräfte u. a. m. Das Reich beansprucht ferner von den Rentnern, daß sie ihr eigenes Ver­mögen entsprechend einsetzen, insbesondere auch, daß im Falle des Todes der Nachlaß zu Rückvergütungen herangezogen wird Endlich soll die Verwendung der Reichsmittel nur dann zulässig sein, ivenn Länder und Ge­meinden mindestens das Doppelte des Reichs- zufchusses beisteuern."'

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Nach einer ,Matin"-Meldung hat das Ak­tionskomitee für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Rordfrankreichs eine Sitzung abgehalten, in der eine Entschließung angenom­men wurde, dahingehend, daßbei der augen­blicklichen finanziellen Lage das Werk eines völligen Wiederaufbaus Frankreichs nur aus- geführt werden könne, wenn man von Deut sch^ land eine effektive Mitarbeit v erlan- g e. Hierauf wurde eine Kommission von vier Vertretern ernannt, mit dem Auftrage, ein Wie- deraufbaiHrojekt auszuarbeiten, in dem die deutsche Mitarbeit eine wichtige Rolle spielen soll. In Kreisen gewisser französischer Großindustrieller ist man aber nach wie vor ftriit gegen jede Beteiligung deutscher Ar­beit an dem nun schon seit Jähr und Tag be­schlossenen, aber erst zum allergeringsten Teil in Angriff genommenen Wiederaufbau der zerstör­ten Gebiete. Man hat, wie Poincaree einmal sagte,überhaupt nicht die Absicht, diese lassen­de Wunde am Körper des französischen Volkes sich schließen zu lassen, da die furchtbaren Wund­male zu jeder Zeit der ganzen Welt die entsetz­lichen Leiden zeigen sollen, die ihm der deutsche Barbarismus geschlagen hakst Hierdurch wur­de bisher verhindert, daß Tausenden und Aber- tausenden wieder Heimstätten geschaffen wurden.

Ein wichtiger Teil des sogenannten Wies, badener Abkommens zwilchen Deutsch­land und Frankreich (Rathenau und Loucheur) ..... ,

beschäftigt sich bekanntlich besonders mit derMssch-m Werte fordern. ^Dte Ansichten hie­von Deutschland gegebenen Zusage, mit d cnt»K.,r scheu Hilfskräften den Wiederaufbau in den zerstörten Gebieten nach Kräften zu fördern. Es wurde schon damals von fachmännischer Seite darauf hingewiesen, daß dieses Aner­kenntnis au- französischer Seite gewiß nur theoretischen Wert besitze uno kaum zu einer praktischen Auswirkung gelangen werde. Ende November sanden nun allerdings einige Besprechungen bei Loucheur statt, in deren Ver­laufe der Anordnung des Aktionskomitees für die zerstörten Gebiete mitgeteilt wurde, daß der Aufbau von zunächst elf Dörfern unter Heran­ziehung von deutschen Arbeitskräften vorgenom­men werden sollte, wenn die Bewohner des in Frage kommenden Gebietes von Chaulnes durch eine Abstimmung ihre Genehmigung zur Zu­lassung deutscher Arbeiter erteilen würden. Sohr bald setzte sodann eine lebhafte Gegenpro­paganda von französischen Industriellen und chauvinistisch gerichteter politischer Seite ein. Diese Agitation wurde besonders auch von den französischen Kriegervereinen der zerttötten Ge­biete ausgenommen. Ueberall wurden in den Front orten Versammlungen abgeh alten, um die Bevölkerung gegen die Deutschen umzustimmen. Der Terror ging soweit, daß Unternehmer, die deutsche Arbeiter annehmen wollten, von allen kommunalen Arbeiten ausgeschlossen werden

Schutz öer deutschem Kultur.

Ein dringlicher Aufruf.

Tie Liga zum Schutze der deutschen Kultur, Lanvesgrichpe Hessen-Nassau und Westfale«, er« läßt folgenden Aufruf an alle Deutschen:

Ich febe keine Deutschen mehr, ich sehe nur noch Parteien," In diese bitteren Worte faßie.

Eine neue Drohnote.

DieReparationskommisfionverlangtAnttvort (Eigene Drcchtmeldung.)

Paris, 28. Dezember.

Ecko de Paris" meldet: Die Reparations kommission hat am Weihnachtsabend eine neue Mahnung nach Berlin gerichtet, die um b e - schleunigte Beantwortung der letzten Note ersucht. Die Reparattonskommission weist ans die Folgen hin, die entstehen würden, wenn ohne vorherige Vereinbarung am 15. Ja­nuar Deutschland seine Zahlungen nicht leiste. DerIntransigent" teilt aus angeblich guter Quelle mit, daß die deutsche Regierung der Wie- dergutmachungskommission mftgeteiü hat, sie wünsche über die am 15. Januar und 15. Fe­bruar fälligen Zahlungen gehött zu werden. Das B^att meint, daß der von Teuffchland un­ternommene Schritt darauf hinziell, ihre ur­sprüngliche Zahlungsverweigerung einer neuen Prüfung zu unterziehen und die als AbMags- zahlung angebotene Summe zu erhöhen.