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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nrrmmer 288.

Fernsprecher 951 und 952

i n r i» Mmnagnn

Mittwoch, 28. Dezember 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Dor der neuen Alliierten-Konserenz.

Deutscher Handel.

Verdrängung vom Weltrnarkt?

Die ungünstigen Ergebnisse von London wer­den von amtlicher Seite sowohl in Paris als auch an der Themse nach Möglichkeit verschleiert, indem man der Oeffentlichkeit ein völliges Ein- vernehmen vorzutäuschen versucht. Aus einigen Pressemeldungen aus Paris geht jedoch hervor, wie groß doch die Meinungsverschie­denheiten waren, und wie man aus reiner Verlegenheit schließlich gezwungen war, seine Zuflucht zum Hinaus zögern der Entschei­dung und zu neuen Konferenzen zu nehmen. Die Einberufung einer allgemeinen euro­päischen Wirtschastskonferenz unter Teil­nahme der Neutralen, wobei man auch leise die Teilnahme Rußlands und Deutschlands in Er- wägnng zieht, soll den europäischen Nationen er- möglichen, beim Wiederaufbau des gesamten Wirtschaftslebens mitzuwitten. Die Entscheidung darüber, wer jedoch bei der Konferenz vertreten sein soll, behalten sich die Feindbundstaaten vor, die zur Ermöglichung eines entschiedeneren Auf­tretens an eine engere Verknüpfung der Entente denken. Diese Pläne sind jedoch alle nur vor­läufiger Natur, und heute läßt sich nur soviel sagen, daß man sich wenigstens der Hoffnung hiugibt, der Oberste Rat werde in Cannes die endgültige Entscheidung treffen.

Der Antrag Deutschlands auf ein Mora­torium ist entschieden abgelehnt worden. Mit absichtlicher Entstellung der letzten deutschen Note an die Reparationskcmmission wird, jetzt auf gegenerischer Seite behauptet, daß Deutsch­land. kein Moratorium beansprucht habe, und daß man also einem solchen Verlangen nicht zu entsprechen brauche. Aber ein Wandelin den Anschauungen, namentlich der Engländer, scheint sich hinsichtlich der Reparationen doch herausge- bildet zu haben. Es ist dies der nahezu voll­ständige Ersatz der Geldleistungen durch Sach­leistungen. Wie stellt man sich nun diese knüftige Entwicklung der Dinge vor? Deutsch­land soll mit England ein dem Wcsbadener Abkommen ganz ähnliches Abkommen schließen. Es soll n a ch E n g l a n d die Dinge liesern, die Großbritannien nötig hat, wie zum Beispiel Chemikalien und besonders Farben, ohne daß die englische Industrie jedoch im geringsten ge­fährdet werde. Infolgedessen sollen wir nach Anordnung von London unseren Export auf die englischm Dominien, auf alle außereuro­päischen Staaten überhaupt und auch auf Ruß­land ausdehnen. Italien. Belgien und die übri­gen Alliierten würden sich zweifellos diesem Sy­stem anschließen, und wir wären am Ende nur mehr ein willenloses Werkzeug in den Händen der Siegerstaaten, die nur zu befehlen brauchten, imr aus Deutschland das exportieren zu lassen, wozu sie selbst nickt imstande sind. Auf eigene Rechnung wäre auf diese Weise von einem Ex­port überhaupt nichr mehr die Rede und Deutsch­land selbst wäre vom Weltmarkt, vom Welthan­del verdrängt.

Hand in Hand damit ginge natürlich eine un­geheure Verarmung des deutschen Volkes, das ja kaum die nötigen Rohstoffe und Produkt« zur Verfügung stellen könnte, die zur Bestreitung einer so riesigen Ausfuhr nötig wären. Aus der Darstellung einer der jüngsten amtlichen engli­schen Berichte gcht deutlich hervor, daß das Ga­rantiekomitee neue Machtbefugnisse erhalten soll, um so in einer vom Obersten Rat in Cannes noch näher zu bestimmenden Weise die Kon- i r o l l e innerhalb Deutschlands auszuüben. Un­ter solchen Umständen würde es natürlich nichts mehr nützen, daß man die Inflation in Deutsch­land einschränkt, daß man die deutsche Valuta mit Gewalt zu heben unternimmt. Der deutsche Geldwert würde mit einer Schnelligkeit finken, die ihresgleichen noch nicht gesehen hat, und je tiefer er sänke, umso schneller nähme di« wirt­schaftliche Katastrophe Deutschlands ihren Lauf Der Riesenexport würde uns über kurz oder lang dazu ßvingen, neue Kredite auszunehmen, um die Rohstoffe vom Ausland« einzickaufen, die zur Verarbeitung der von «ns verlangten Pro­dukte nötig wären. Auch diese neuen Kredite bedeuteten ein weiteres Sinken der Mark, und das Endergebnis wäre, daß, falls die neutralen Staaten uns die verlanget« Gelder überhaupt geben, eine neue riesenhafte Schuld entstände, die statt von der Entente, von anderen Staaten beansprucht würde.

Einmal hätten wir also den Neparationsver- Michtung-n nur einen anderen Namen gegeben, zählen müßten wir aus jeden Fall, und hätten außerdem aufgehött, ein Faktor im Welthandel zu sein, hätten die letzten Rohstoffe auf Befehl der Entente und in ihrem Interesse über die Grenzen gebrockt, und die Mark wäre weniger wett als ieilher. Das ist der Pferdefuß der Lon­doner Sachleistungsvorschläge, die jetzt bei der kommenden Zusammenkunft in Cannes, sowie bei der zu erwartenden europäischen Wirtschafts­konferenz die Hanpttolle spielen sollen. Es ist ein Spiel mit Botten, ein haltloses Experimen­tieren. ehe Unternehmen ohne Ziel und Zweck,

der verhängnisvollste Irrtum, der vielleicht je begangen worden ist. Unsere ehemaligen Feinde wissen nämlich nur zu genau, und davon zeugen ja auch ihre vielen allerdings völlig vettehlten Versuche, daß man die deutsche Wirtschaft nicht aus der Weltwirtschaft herausheben kann, daß ihr Zusammenbruch auch den der gesamten Weltwirtschaft bedeutet. Wir können jedoch nicht warte», bis diese Erkennttis so greif­bare Formen angenommen hat, daß sie auch ver- nünftior Maßnahmen zur Folge hat. Deutsch­land kann ein weiteres Hinauszögern der Ent­scheidung, eine weitere Verzettelung der Ver­handlungen, das jetzt bekanntlich bequemste Mit­tel, Meinungsverschiedenheiten im alliierten La­ger zu verdecke», nicht mehr ertragen. Gleichgül­tig, ob wir in Cannes verirrten oder nicht ver­treten sein werden, wir müssen unsere warnende Stimme noch einmal erheben. Der Pferdefuß der Londoner Vorschläge, der Vernichtungsplan der Entente muß ans Licht gezerrt werden.

Die Konferenz in Sannes. Vorbereitung für dis Delegierten.

(Eigene Drabtmeldung.1

Paris, 27. Dezember.

Lloyd G e o r g e ist gestern nacht in C a n n e s eingetrosfen. Er wohnt in der Villa Valetta, die einem Deutschen von Brüning gehörte. Die Villa geriet bei Kriegsausbruch unter Zwangs­verwaltung und wurde vor einem Jahr von einem Engländer bei ihrer Versteigerung gekauft. Die Konferenz wird in den Räumen des Ran- tischen Klubs abgehalten werden. Briand wird im Hotel Kalifornia wohnen, der amerikanische Londoner Botschrsster im Carlton-Hotel und die belgischen Vertreter im Hotel Galli a. Lloyd George wird, wie verlautet, nicht vor dem 16. Januar in London zurückerwartet.

<gln Wleberaufbau-Vrogramm.

London, 27. Dezember. (Eigene Dvahtmel- dung.) Eine kurze Reutermeldung besagt, daß die englische Regierung für die Konferenz in Cannes ein vollständiges Programm des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Euro­pas vorschlagen werde. Dieser Anregung habe die Besprechung Lloyd Georges mft dem Schatz­kanzler, dem Kriegsminister und Chamberlain gegolten, die Freitag früh stattfand.

Zahlung und Kontrolle.

Die feanzSsischen und belgische» Ansprüche. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 27. Dezeucker.

Briand hat den Borfitzenden der Reparattons- kommission Lutvis empsangen, um mit ihm über die deutschen Januarzahlungen zu sprechen. Danach empfing er den belgischen Botschafter. In politischen Kreisen wird gesagt, daß Frank­reich und Belgien unter allen Umständen die Summen erwarten werden, die die Länder für das Jahr 1922 beanspruchen, auch wenn in Cannes beschlossen werden sollte, daß Deutschland für das Jahr 1922 Erleichterungen erhält. Diese Mitteilung macht der Intran­sigent", der auch noch meldet, daß Lloyd George die von Frankreich verlangte Kontrolle über die deutschen Finanzen in eine gemilderte Form umgewandelt sehen wolle. Lloyd George hätte wiederholt erklärt, die englischen Finanz- leute wollten lieber auf jede Entschädigung verzichten, als noch länger auf die Wiederaus, nähme der vernünftigen geschäftlichen Beziehungen warten.

Deutschland muß zahlen.

Paris, 27. Dejember. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Havas-Agentur berichtet: Die in Paris am 25. d. M. zusammengetretene Garan- ttekommisston hat nach der Bekanntgabe der Londoner Verhandlungen eine Entschließung angenommen, die den früheren Beschluß der Kommission, daß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands für Januar und Februar in den Berliner Besprechungen einwandfrei fest- gestellt sei, aufrecht erhält. DemTemps" zufolge ist die Entschließung mit allen Stimmen gegen viex Stimmen gefaßt worden.

Die NNMürkonirolle.

Paris, 27 Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) ImMalin" beklagt sich Georges Isaak,

der früher der alliierten militärischen Kontroll­kommission in Deutschland angehört hat, daß die Kontrolle allmählich immer schwieriger werde.

Die AbMungs-Komödle.

Streit um das L-Bovt-Stärksverhältnis.

(Eigener Drahtbericht.)

Washington, 27. Dezember.

Der Flottenansschuß hat den amerikanischen Plan zur Einschränkung der Unterseeboot-Ton­nage vorgelegt. Danach sollen Amerika und England je 60 000 Tonnen abgeben und Frankreich, Italien und Japan ihre ge­genwärtige Tonnage behalten. Balfour erklärte in seiner Antwort auf die amerikanischen Vor­schläge, daß Großbritannien die Tonnenzahl sei­ner U-Boote, die ihm zugesprochcn sei, annehme. Admiral Lebon sagte: Frankreich könne die vorgeschlagenen 31 000 Tonnen nicht anneh- men. Schanzer erklärte, daß Italien den Grundsatz der Gleichheit mit allen Mittel- meermächten erwarte, unter der Bedingung, daß das Mindestmaß durch die Berteidigungsbedürs- niffe begründet sei. Der Japaner Hara betonte, daß 54 000 Tonnen Unterseeboote zur Vertei­digung des japanischen Archipels erforderlich seien, er könne deshalb den amerikanischen Vor­schlag von 31000 Tonnen nicht annehmcn. Dir Diskussion wurde auf Dienstag vertagt.

Frankreich beansprucht Sas Dreifache.

Paris, 27. Dezember. (Eigene Drcchtmekoung.) Ter Korrespondent derChicagoer Tribüne" will aus Paris erfahre» haben, daß Frankreich berett wäre, dem amerikanischen Plan zur Be­schränkung der U-Boottonnage seine Zustimmung zu geben, falls für den atlantischen Ozean und die europäischen Meere ein Fünfmächte-Abkom men nach dem Muster des pazifischen Abkommens geschloffen werde. Amerika, England, Frankreich, Japan und Italien sollen sich dazu verpflichten, die Kriegsflotten in den europäischen Gewässern und im atlantischen Ozean durch gegenseitige Zugeständniffe zu begrenzen. Wenn die Ber­einigten Staaten die französische Anregung ab- lehnen sollten, würde der Anspruch Frankreichs auf wenigstens neunzigtausend Ton­nen (!) für Unterseeboote unter Men Umstän­den bestehen bleiben.

Um die Ausfuhr-Abgabe.

Für die Entente in Bereitschaft.

(Eigener Drohtbericht.)

Berlin, 27. Dezember.

DieInformation" teilt mit, daß ein Abkom­men zwischen der Reiechsregierung und der Ga­rantiekommission abgeschlossen worden sei, nach­dem der Ertrag der 26prozentigen Ausfuhr­abgabe vorläufig zur Verfügung der Reichs­regierung bleibt, aber unter der Bedingung, daß die eingegangenen Summen stets für die Entente in Bereitschaft gehalten werden, Ms die Repa- rationskommission dies verlangt. Dieses Abkom­men und seine Verpflichtungen sollen gesetzlich festgelegt werden. Auch von einer amerika­nischen Anleihe sei wieder die Rede, die von der Nattonal-City-Bank und dem Bankhaus Morgan durch die Vermittlung von Anton Roth­schild finanziell vermittelt werden soll. Diese Mitteilung der Information bezieht sich auf die beiden von und gemeldeten Gesetzentwütte, die die Reichsregierung dem ReiiWtag zugetzen ließ.

KadlneN-Bemkmgen.

Das schwierige Zahlungsproblem.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Dezencker.

Neber die Beantwortung der der deutschen Regierung vor einiger Zett zugegangenen Note der Reparationskommission fanden auch wäh­rend der beiden Weihnachtsfeiertage einWhende Beratungen statt. Die beteiligten Ressort- vertreter versammelten sich gestern vonnit- tag. In dieser Besprechung, an der auch Reichs- bankvräfident Havenstein teilnahm, erstattete Dr. Rathcnau Bericht über seine Londoner Reife. Gegen zwei Uhr war die Sitzung beendet. Um fünf Uhr nachmittags wurde dann das ge­samte Kabinett zusammengerusen. UeLer das Ergebnis der Beratungen verlautet zunächst nur, daß auch für die nächsten Tage mit einer schriftlichen Beantwortung der Rote nicht zu recknen ist. Heute werden die Besprechungen fortgesetzt. Es verlautet nirgends etwas über einen Erfolg der Reife Rattzenaus.

Welhnachts-Geschäst. Mitteilungen aus dev Reichshauptftadt.

Die Rnte-lttt» PreiSfiSwanknngen hatte« Sie GssctzSttöwe!» mit Dejorznis dein di-Siahri, genW-ivnachtsgciwiift entgegrnsehe« laffe«. Eine Rundfrage, die de- Berlin-: Lokal an»ei<-r- Sei Berliner Firme« veranstaltete, zeigt, vast das Ergebnis «ich! uttgiinWs war.

Die Berliner Geschäftswelt ist mit dem Er« aebnis der Weihnackisverkäuse durchaus $ut frieden. Die verhältnismäßig große und uns ter den bestehenden Umständen überraschende Kauflust führen Besitzer verschiedener Kaufs Häuser, die um den mutmaßlichen Grund befragt wurden, auf verschiedene Gründe zuruck. Sa scheint in den wohlhabenden Kreisen der ... Stand des Lollars maßgebend gewesen zu setN. Der Besitzer eines großen, im Herzen der Stadt gelegenen Warenhauses ist der Meinung, daß gerade das Gegenteil von dem etntrar, was alle Welt eigentlich erwartet hatte; die Kauflust ist durch die große Entwertung der Mark gestel- gert worden. Das klingt paradox, dürfte aber doch stimmen. Denn einerseits hat mancher aus dem Publikum durch Valuta- und andere Spe-- Matronen so viel gewonnen, datz er sich et» richtiges" Weihnachtsfest gönnen und leine Sie­ben demgemäß erfreuen wollte. Andererseits ten sich viele Käufer gesagt, daß sie gar nichts Besseres tun könnten, als die so sehr entwertete Mark in Dingen anzulegen, die an sich einen Wert darstellen, und deren Anblick mehr Freude bereitet, als der Anblick des von der Reichs-« druckerei bsornckten Papieres. In diesem Falle war also das gute Weihnachtsgeschäft auch nichts mehr als eine Valnta-dvrtutott-m; eme Ansicht^, der man übrigens in kaufmännischen Kreisen, sehr häufig begegnet.

Aber auch in Geschäften, die hauptsächlich vom kleinen Mittelmann und vom Arbeiter be- vorzugt werden, ging das Weihnachtsgeschäft, wie gesagt, über alles Erwarten gut. Der Grund für die über Erwarten große Kauflust aus die­sen Kreisen dürste in den Weihnachtsgratifikation nett zu suchen sein, die diesmal im allgemeinen ganz besonders hoch aussielen und schon vor dem goldenen Sonntag zur Auszahlung gekotm men waren. Angenehm bemerkbar machte sich gerade in den letzten Wochen vor dem Fest auch die Abwesenheit der Ausländer kn den Berliner Geschäften, so daß dem Einheimischen mehr Spielraum blieb. Die gerade in Betracht kommenden Fremden also die, die unr nach Berlin kamen, nm billig einzukausen waren in den letzten Wochen vor Weihnachten zum Teil schon nach Hause zurückgekehrt; zum Teil waren, sie auch, wie der Geschäftsmann sich ausdruckt,, bereits .voll". Sie hatten ihre Einkäufe besorgt, als der Dollar noch 300 Mark und die anderen auslätrdischen Geldsorten dementsprechend tut

"^0 n s ekiionsbäuser des Westens berichten, daß, sogar zu ihrem Erstaunen, die Käufer den Hauptwert auf gute Ware legten. Wenn der Mann des Mttelstandes einen Man- tel für 500 Mark neben einem für 1000 Mark sah, so entschied er sich fast stets für den teueren Kauf. Was nur das Obenaesagte über bett Tiefstand der Mark und die Kauflust bestätigte paradox, tote es auch klingen mag. Im Norden und Osten daaegen herrschte der gute alte, hau--« hälteriscke Geist vor. Man wollte wohl mög­lichst viel und gut, aber auch möglichst billig kaufen. So daß die gute Mittelsorte aller Waren am gangbarsten war. Für Luxus hatte man dort wenig übrig; Wäsche, Mäntel, Kleider waren die bevorzugten Kaufgegenstände. Da­gegen erklärte ein führendes Haus für Geschenke und Lurnsgegenstände in der Leipziger Straße, daß ein großer Prozentsatz der Käufer sich wohl an nützliche Gegenstände gehalten habe, dort im allgemeinen aber der Wunsch vor­herrschte, die Nützlichkeit mit Luxus ju verbinden. Namentlich sei für Beleuchtungskör­per der besten Art große Nachfrage gewesen Dir elegante Dame bevorzugte große Ledertaschen, deren Einrichtung stets sehr kostbar sein mußte. Außerdem war eine solch große Nachfrage nach anderen Lederwaren, dann nach Kunstgegenfiän- den namentlich Marmor, daß der Vorrat kaum ausreichte. Auch alle mit Elettrizität zu­sammenhängenden Neuheiten toukden sehr ver­langt. Am begehrtesten von allen schienen Hand- oearheitete und handgetriebene Gegenstände zu sein, weil diese sich nicht nur jedem Geschmack, sondern auch jeder Börte anpatzten.

Auck die Juweliere sind sehr zufrieden. Zum erstenmal seit längerer Zeit zeigten sich in den großen Jutoeliergeschäften auch nichtauslän- dische Käufer. Der große einzelne Stein, sowie eine Perle und ein Stein im Ring bildeten die Mode für die elegante Welt: der kleinere Mann legte diesmal besonderes Gewicht au? die schö­nen emaillierten Gold- und Silbergegensiände. wie Zigarren- und Zigarettcndosen und Puder- und Konfektdöschen.

Ganz merkwürdig lag das Spielwaren­geschäft, also gerade der Geschäftszweig, der beim Weihnachisfetz eine der größten Rollen