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Meier Neueste Nuchnch
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 297.
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 25. Dezember 1921
Fernsprecher 951 und 952
11. Jahrgang.
Finanz- und Industrie-Beratungen.
Die große Sehnsucht.
Weihnächte« 1921.
Von
Artur Brausewetter.
Weihnachten ist uns zum Feste des Lichtes Mitten in der dunkelschweren Winterzcit geworden. Und wenn wir am Heiligabend die immergrüne Tanne in unser Haus Pflanzen als ein Bild vom immergrünen Baum des Lebens, und die Kerzen auf ihr anzünden, dann kommt mit der Lichtsehnsucht auch das Bewußtsein über uns, daß trotz aller Finsternis, die uns jetzt umdräut, dos Licht noch sticht gestorben ist. Und traurige Herzen werden wieder froh, mutlose stark und einsam gewordene spüren den Atem der großen Liebe. Und die Kindheit steht wieder auf, und graue Zeiten werden jung, die Toten werden lebendig und wandern mit uns durch Tannerchaine, und Sterne keuchten Das lähmende Grübeln und das Fremdsein verstummt. Heimatbewußtsein zieht wieder in die Seele, und selbst über den Zweifler und Skeptiker kommt stille Geborgenheit und fernes Fricdensrauschen.
Wir brauchen das alles ja so nötig, haben es nie so vermißt und gesucht wie in Zeiten wie diesen. Es ist ost so erschreckend dunkel um uns und in uns. Di« Rätsel des Lebens und Sterbens wollen nicht schweigen. Wir find rrre geworden an manchem, das uns einmal felsenfest gestanden. Wir haben zu viel erlebt und zu viel erlitten, wir meinen, wir wollen und können nichts mehr glauben. Aber wir irren. Mögen wir uns noch so ablehnend stellen, immer mehr ersahren wir es in unserem Inneren, daß “er Mensch nicht vom Brot allein lebt, nicht allein von ihm leben kann. Dann ist uns Weihnachten zu Mut, als öffnete die Heimat, die verlören gewähnte, einmal ihre Pforten. Und jeder Stern am dunkelnden Himmel des Heiligen Abends sieht auf uns herunter wie ein Blick der großen Liche, die tief in die Herzen dringt, wie ein Fingerzeig hin zu ferner Helle und lichten Sonnenfstigen.
Worin besteht denn nun im letzten Grund« die dem Menschen eingeborene Sehnsucht? In dem Vergänglichen, das ihn umgibt, das Ewige, in der Erscheinungen wechselnder Flucht das Bleibende zu finden. Die Wahrheit sucht der Mensch. Aber nicht die Wahrheit nach ihrem erkenntnistheoretischen, sondern nach ihrem sittlichen und religiösen Gehalt. Richt die Wahrheit, die man lehrt, sondern die man lebt. DaS 'st ja unser größter Fehler, auch heute noch, daß wir in religiösen Dingen zu viel Wert auf Lehre und Wissen legen. Wir vergessen, daß nicht das, was wir hören und lernen, unser inneres Eigentum wird sondern was wir ersehnen und erleben. Wer, von Lichtsehnsucht erfüllt, an einem stillen Weihnachtsabend die große Liebe in sich erlebt, der erfährt, daß es weit mehr gibt, als was alle Materie, ja. alle wissenschaftliche Forschung uns zu erschließen vermag. Gewiß, sie führt zu einer gewissen @r= kenntnrs Aber jenseits auch ihrer letzten Schlüsse tut sich das uuerforschliche Dunkel aus. liefere Sehnsucht aber überspannt dieses Dunkel, der Flug unserer Seele hebt sich über seine Tiefen und Abgründe dem Lichte entgegen.
Und wer erfüllt die große Sehnsucht? Alles Licht, das in eine dunkle Welt hineingeleuchter, ,st von der Persönlichkeit ausgegangen. Das ist das eigentliche Kennzeichen der Persönlichkeit, daß sie Lichtträger ist. Deum in ihr wurzelt alle Entwicklung, sie ist zugleich ihr Höhepunkt. So- wie eine Persönlichkeit als Trägerin des Lichtes auftritt, vergeht das Dunkel. Die Tempel, von Menschenhänden gemacht, lallen, und die Säulen der Ueberlieferung werden morsch Das Alre vergeht, es wird alles neu. Jahrtausende hat die große Sehnsucht in der Welt geherrscht. Den Stein des Weisen wollte sie finden. Alle 5>öhcn der Kunst, alle Tiefen der Philosophie und' Wissenschaft batte sie nach ibm durchforscht. Doch der Weisheit letz-er Schluß:
»Und sehe, daß wir nichts wissen können.
Das will mir schier das Herz verbrennen/ Der Erfiiller der großen Sehnsucht ist Chri- ?u s. Denn er trug die Liebe Gottes sichtbar in ie Wett, und seine Geburt war der Brennpuntt alles Lichtes, das dem Dunkel ein Ende machte und zugleich die Zukunst verheißungsvoll durchflutete. Er setzte allem Suchen und Sehnen das Ziel: sich selbst erleben und Gott in sich. Nicht Persönlichkeit nur werden, sondern lichterfüllte Persönlichkeit. Mit anderen Worten: Gotteskin- der. Es gibt andere Werte als die materiellen, andere Kronen als die auf vergänglichen Händlern glänzenden, das will uns Weihnachten" nicht nur Men, es will uns solche Krone geben. Wie hinfällig aller äußere Besitz ist, das haben wir ja hinlänglich in diesen bitteren Zeiten erfahren. werden es immer mehr erfahren. Was wir in uns besitzen, das ist der einzige Besitz, den uns niemand nehmen kann. Wenn wir uns keinen inneren Besitz sickern, wenn ihn die große Sehnsucht uns nicht schafft aus den Trüm
mern einer ins Wanken geratenen Weltanschauung — ja, was bleibt uns denn noch? Was wirb uns stark und fähig machen, auszuharren und tapfer zu bleiben, andere aufzurichten, auch in schwereren Stunden, die uns nicht erspart bleiben werden? Was wird uns bleiben, wenn die Nacht ihre Schatten noch tiefer und schwerer senst, und es darauf ankommt, Leiden zu Läuterung, Hemmnisse zu Förderungen zu gestalten?
„Christ der Retter ist da!" Aus der großen Sehnsucht schafft er den großen Glauben. Den festen, unverbrüchlichen Glauben an uns selber und an das Gute der Sache, der zu dienen bis in den Tod heute jedes guten deutschen Mannes, jeder guten deutschen Frau heilige Aufgabe ist. Den stillstarken Glauben söUießlich an die groß: Weihnachtslicbe Gottes und seine trotz aller scheinbaren Willkür nicht aus den einmal geordneten Fugen zu bringenden sittlichen Weltordnung. Das Weihnachtsfest und die Weihnachtsliebe mit den Händen der großen Sehnsucht ergreifen, mit dem Herzen der großen Liebe erleben, durch sie erwärmt, erleuchtet, durchglüht werden zu neuem Lieben und Hoffen, zu neuem Wagen und Tragen und Neberwinden, das heißt auch in schwerer Zeit ein Fest reiner Freude, innerlicher Beglük- kung feiern, heißt mir befreitem Herzen und frohen Lippen einstimmen in die altherrliche Weihnachtsweise: .O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! “
Fmanz-BemtMgm.
Minister und Geschäftsleute der Entente. lEiaener Trohibericht.)
Paris, 24. Dezember.
Gestern hat Lloyd George Vie angekündigtc Besprechuna mit den führenden englischen Geschäftsleuten gehabt. An dieser Kon sercnz nahmen mich der Finanzminister Sir Robert Horne, der Minister Chamberlain und der Kriegsminister Evans teil. Lloyd George wird nächsten Montag schon an die Riviera reisen, aber er soll vor seiner Abreise mit diesen Geschäftsleuten noch eine zweite Besprechung haben. Rach der Absicht Lloyd Georges sind diese Geschäftsleute dazu berufen, die Vorschläge auszuarbeiten für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Frankreich. Diese Ge
schäftsleute werden Mitte nächster Woche mit den englischen Ministern nach Paris reifen, um hier mit französischen Geschäftsleuten, die von der französischen Regierung bestimmt werden, gemeinsam das Problem des Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete zu beraten.
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Eine Lindusirlellen-Konferenz.
Paris, 24. Dezember. (Eigene Drahtmel- dung.) Mitte nächster Woche findet in Paris, bereits eine Art neue Entente-Konferenz statt, die ausschließlich und zwar auf ausdrücklichen Wunsch von Lloyd George von den fühlenden Vertretern von Handel und F n - dustrie der beteiligten Länder beschickt wird. Zweifellos wird auch die deutsche Regier- it ng als eine der meistbeteiligten Regierungen ebenfiÄls hochstehende Geschäftsleute für diese Pariser Jndustricllen-Konferenz abordnen und zweifellos werden Stinnes und Rath e n a u die gegebenen Vertreter fein. Auz den Besprechungen dieser Pariser Jndustriellen-Kon- ferenz dürste in kurzen Umrissen der Entwurf hervorgehen, der die Konferenz in Cannes im Januar beschäftige» wird.
Vorschläge für Sannes.
Frankreichs neuer Zahlungsplan.
(Eiaene DraAmeldung.)
Paris, 24. Dezember.
Die voraussichtlich in Cannes von Frank- schristen über die Deviseuabgabe von der deutschen Ausfuhr. Unter der Voraussetzung, daß die Sonietdng der deutschen Finanzen durch Stabilisierung des Markkurses und durch gewisse Streichungen im Ausgabenetat erzielt wird, ist Frankreich bereit, auf das Londoner Ultimatum zu verzichten und bei einer Lökung der Wieder- r e i ch zu erwartenden Vorschläge für die Sanierung der deutschen Finanzen bezeichnen eine Neuordnung der Reichsbankverfaffung nach dem Borbilde des Statuts der Bank von England oder der Bank von Frankreich für unerläßlich. Sie fordern weiter, die Schaffung einer Devifenzentrale und eine Verschärfung der Vor- gutmachungssrage aus neuer Basis mitzuwirken.
Teflnadmr deutscher Vertreter?
Zürich, 24. Dezember. (Eigene Drahtmel- dung-i Der Mailänder „Corriere della Sera" meldet aus Paris: Die Entsendung deutscher
23er tretet au ber Sitzung des Obersten Rates in Cannes wird amtlich zwar b e st r i t t e n, doch finden hierüber bereits Verhandlnn gen zwischen den alliierten Kabinetten statt. Welche Aufgabe die deutschen Vertreter haben würden, ist fdttoierig zu entscheiden, da sie an den Konferenzen der Alliierten nicht teilnehmen dürfen. Dagegen wird Rußland nicht eingeladen, weil Frankreich mit Sowjetrußland keine Verhandlungen führen will«
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Internationale Anleihe?
London, 24. Dezember. (Eigene Drahtmel- dung.i Nach dem französischen Plan, der bereits vorliegt, sollen die in London vereinbarten Jah- reSzahlungen durch eine große internationale Anleihe, die fünfzehn bis sechzehn Milliarden Goldmark erreichen kann, aügelöst werden. Ein Teil der Anleihe würde Deutschland für feinen wirtschaftlichen Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden.
Noch ohne Ergebnis.
Weitere Besprechung in der Weihnachtswoche. (Eigener Drahtbericht.i
London, 24. Dezember.
Die englischen und sranzösischen Sachverständigen sind bei ihrer letzten Zusammenkunft in London zu ke in er endgültigen Eini. gung über die Frage des Moratoriums, geschweige denn zu Beschlüssen gekommen. Selbst die Angabe über die Forderung von fünfhundert MM"nen Goldmork in zwei Raten am 15. Januar und am 15. Februar unter Aufschub der Zahlungen und der Ausfuhrabgabe erweise« sich nicht nur als sehr verfrüht, sondern gleichfalls als noch gar nicht feststehend. Es werden zunächst in London zwischen englischen Finanziers lind dem Schatzminister Horne Besprechungen veranstaltet werden, parallel dazu werden Besprechungen in Paris zwischen französischen Finanziers und den Ministern Briand und Loucheur stattfinden. Ende der nächsten Woche werden dann die englischen Finanziers unter Führung Harnes nach Paris kommen, um ihre Ermittelungen mit denen der Franzosen zu vergleichen. Dann erst soll in Paris ein gemeinsamer Borsthlag an den Obersten Rat in Cannes ausgearbeitet werden. Bor der Tagung in Cannes aber wird jedenfalls keine Entscheidung getroffen werden.
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Nathenau schweigt.
Berlin, 24. Dezember. (Privattelegramm.) Wie die Berliner Zeitungen berichten, wird Ra- thenaus Rückkehr für heule, Sonnabend, erwartet. Er hat auch diesmal verstanden, seine Verhandlungen geheim zu führen. Denn man weiß hier kaum, mit wem er eigentlich in London gefprochen hat uns auch hier wird das Geheimnis noch streng behütet. Der Reichskanzler hat die Kreditkommission noch nicht einmal zu einer Befprechung zu sich berufen.
Die Gegensätze de? Entente.
Aus der Londoner Presse.
tEigene Drahimeldung.t
Rotterdam, 24. Dezember.
Die heutige Auslese aus den Londoner Zeitungen über die Reparationssrage ist sehr dürftig. In Erwartung des Weihnachts- und Neujahrsfestes nehmen die poflttschen Auslassungen in den Londoner Zeitungen heute nur einen sehr engen Raum ein. Die „Times" schreiben: Es verlohnt nicht, die Gründe zu erörtern, die zur Vertagung der Konferenz geführt haben. Jedenfalls sind es weitgehende Meinungsverschiedenheiten gewesen, die sich vorläufia als unüberbrückbar erwiesen. Wenn man von einer Resultatlosigkeit der Konferenz sprechen wolle, so habe jedenfalls Briands Stellungnahme gesiegt.
Die Franzosen sind obenauf.
Rotterdam, 24 Dezember. sEigene Drahi- meldung.) Der Pariser Herald schreibt über London: Die französische Delegation hat Lloyd Georges Vorschläge für unannehmbar gehalten. Auch auf einer mittleren Linie war eine Einigung nicht möglich. Briand sagte bei seiner Abfahrt von London, er sei hoch befriedigt, denn die Gerechtigkeit (?) der französischen Auffassung fei auch von England jetzt anerkannt worden. (!)
Altershilfe.
Die nächste dentsche Volkssammlung.
Um die Mitte dieses Mahres sammelte Deutschland für feine Jugend. Die Kinder- h ilfe mußte einfetzen. Und sie fetzte em und gedieh, und mit berechtigtem Stolz blickt das deutsche Völk aus eine Großtat zurück, die es sich selbst schuldig war. Jetzt ergeht der Ruf zu einer neuen Volkssammlung. Diesmal handelt es sich um eine
„Altershilfe des deutsche« Bottes", nm die Durchführung einer VoWsammlimg ffit das uotleidene Alter. Die Anregung dazu gab die Reichsgemeinschafi von Haupwer- bänden der freien Wohlfahrtspflege. Die Sammlung, die in gleich großem Stile gedacht ist wie die für die Kinderhilfe und für OberfchLesien, wird voraussichtlich im Februar vor sich gehen. OberregiernugSrat Cotzmann vom Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau dem die Berliner Zentralstelle die vorbereitenden Ar- betten für untere Provinz anvertraut hat, Der* sammelte gestern nachmittag Vertreter aller in Betracht kommenden Stellen, namenüich der verschiedensten Behörden und Organisationen um sich. Ohne weiteres sagte man die Mithilfe zu. Oberregierungsrat Coßmann erinnerte an dir kleinen Kapitalrentner, hinter denen ein ganzes Leben voller Art liegt, die unter Entbehrungen Rücklagen machten für ein verhältnismäßig sorgenfreies Alter .. nun befinden sie sich in trost- lvsen Verhältnissen und wissen nicht, an wen sie sich klammern können Sie übten Selbst, Hilfe ... die hat enge Grenzen, die private Wohl, tätigfeit .. deren Mittel find beschränkt. Es setzten Hilfsaktionen ein. Hierbei sei nur an die der Stadt Kassel gedacht, die. wenn man die geringe Dotierung der Städte bedenkt, große Betrage aufbrachte, aber ... angesichts der GrSße der Rot sind die größten Beiträge Mein ...l Genau so liegen die Dinge bei den Sozial- rentnern, bei den Arbeits-Invaliden. Durch oie Umschachtelung der Verhältnisse werden wir für lange Seit hinaus ganze BsvöMerüngs- schichten haben, die dieses Elend ertragen müssen.
Gesetzgeberische Maßnahmen
sind bekanntlich im Gange. Aber bevor sich dies« ansreifen, muß die Uebergangshilfe kommen, und diese besteht eben in der jetzt geplanten VoWsammlung. Die VerstWMÄung war einverstanden mit dem Einberufer, dem später der geschäftsfiihrende Vorsitz überhaupt übertragen wurde, daß wir, der besonderen Verhältnisse in unserer Provinz wegen, einen Bezirksausschuß für den Regierungsbezirk Kassel und benachbarte Gebiete bilden. Nassau wird selbständig wirken. Innerhalb dieses Ausschusses werden wieder Ortsausschüsse gewühlt. Die Kreise werden Zwischeninstanzen. Völlig einverstanden war man mit der Bildung von Arbeitsgemeinschaften zwischen den Kreis- wohlfahrtsämtern und der
freien Liebestätigkeit
Für Kassel bildete man einen besonderen Ortsausschuß. Dessen endgültige Konstituierung wird aber erst demnächst erfolgen. In Erwägung gezogen ist gemeinsame Arbeit mit dem Landkreis Kassel. Gutsbesitzer Nägel-Crumbach, der sich sehr für diese Liebestätigkeit einsetzte, war der Ansicht, daß das Land am besten Naturalien beistenert, die dann voll und ganz in unseren Städten bleiben, wie übrigens auch der allergrößte Teil des hier gefammelten Geldes. Von verschiedenen Setten wurde auch auf die Notwendigkeit der Geldbeisteuer durch die ländliche Bevölkerung hingewiesen. Die Vertreterin der dreiundsechzig Vereine des Vaterländischen Frauen-Bereins sagte tatkras- tige Mttwirkimg zu. Betont wurde ferner, daß die Jugendorganisationen in den Dienst dieser guten Sache bestellt werden Müssen, Hier gerade besteht die Möglichkeit, den
Respekt vor dem Alter
wieder zu beleben. Die heutige JugeM» soll selbst erkennen, daß sie alles, was sie K und kann, der vorhergehenden Generation verdankt. Ein alter Herr wies auf die betrübliche Tatsache hin, daß die alten Leute vielfach von den Ju<i gendlichen verspottet und verhöhnt werden! Be- mertenStoert war die Mitteilung des Vorsitzen« den, daß die Ersten, die Hilfe erhalten aus dem Ergebnis dieser „Altershipe", die sind, die keine Rente beziehen oder die, deren Renten (öffentliche und private) nicht ausreichen. Der Leiter des städtischen Wohlfahrts^ amt es in Kassel sagte volle Betätigung zu. Er wird auch die Organisation des Ortsausschusses in die Wege leiten. So find nun alle Vorbedingungen gegeben, daß das Bewußtsein in alle Kreise dringt: Die Sorge für unsere Alten in Not ist vornehmste Ausgabe des gesamten deut, 'chen Volkes! H.
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Hilfswerk für in Not Geratene.
Der Verband Kasseler Franenvereine hat auf Anregung von Fräulein Stadttat Vogt vor Iah-