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Kasseler Abendzeitung
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Sonnabend, 17. Dezember 1921
Nummer 289.
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Das Gesuch um Zahlungsaufschub.
Dir Gold-Reserve.
Bedrohlich« Lage für Deutschland.
Die Kreditkommifsion zur Beratung des Reparationsproblems ist »och immer nicht zusam- mengetrete», und noch immer scheint beim RcichÄquzlcr keine Neigung zu bestehen, die Kommission zu hören. Nur der Ausschuß und das Prästd-sirum des ReichsverLandes der Deutschen Industrie beraten dauernd, ohne daß auch hier bis seht irgend ein Resultat erzielt worden wäre. Stil ls ch w eigen herrscht über die Kreditaktion in Deutschland und Stillschweigen übei das Ergebnis der Londoner Verhandlungen jenseits unserer Grenzen. Erfolg oder Mißerfolg, das sind die schweren Fragen, die heute aufgeworfen werden, und während heute die eine Losung an Wahrscheinlichkeit gewinnt, Wird morgen die andere als sicherer angesehen. Daß irgend etwas im Entstehen ist oder gar vielleicht einen gewissen Grad von Vollendung erreicht hat. ist indessen kaum abzustreiten, und schon aus diesem Grunde wäre es dringend nötig, daß man sich in Deutschland allmählich auf die kom- menden Dinge vorbereitet und, aus so unsicheren Grundlagen heute auch Schlüsse möglich sind, doch schon in Erwägung zieht, was da kommen mag. Frankreich hat zweifellos bisher mit ziemlich viel Glück operiert und erreicht, daß, s a l l s uns Erleichterungen gewährt werden, diese an so harte Bedingungen geknüpft werden, daß chre Erfüllung vielleicht abermals zu einem Ding der Unmöglichkeit wird. Die Januar-Rate werden wir unter alle» Umständen bezahlen müssen, das steht schon fest, und England hat bereits den letzten Widerstand gegenüber Paris in dieser Hinsicht ausgegeben.
Leider weiß man aber tu DeUftchland nur zu genau, daß auch diese Forderung unerfüllbar ist, oah wir auch hier nicht imstande fein werden, diese Summe mit den vorhandenen Devisen oder mit Sachleistungen auszubringen. Daher hat vor noch gar nicht langer Zett ein Prä- sidialmitalied des Reichsverbandes der Deut» schon Industrie, Doktor Sorge, in Dresden erklärt, daß man im äußersten Falle die fehlenden 270 Millionen Goldmark für die Januar-Rate aus den Goldbeständen der Reichsbank decken solle. Der Wert dieser persönlichen Ansicht mag dahingestellt bleiben aber es kann jedenfalls als sicher gelten, daß die Ablieferung unserer letzten Goldreserven Folgen nach sich ziehen würde, deren Auswirkungen zurzeit noch gar nicht abzusehen sind. Tic Reichsbank ist keinesweFs, wie man tat Aus- laude so gerne anzunehmen bereit ist, eine staatliche Institution des Deutschen Reiches, sondern eine selbständige juristische Person, die nur durch einen brutalen Eingriff in das Privatrecht gegen ihre» Willen zur Hergccke ihres geringen Goldschatzes gezwungen werden kann. Aber abgesehen von "solch entern Rechtsbruch, vor dem die Staaten des Feindbundes nach bekanntein Muster nicht einen Augenblich lang Mrückschrek- ken würden, erhebt sich die große Frage, welche Wirkung eine solche Maßnahme auf ine Entwicklung unserer Valuta ausüben könnte.
Man streitet sich heute in der Wissenschaft darüber, oh Geld einen materiellen Wert an sich darstellien muß, oder ob es auch ohne Deckung durch seinen bloßen staatlich festgesetzten Charakter als allgemein gültiges Zahlungsmittel existieren tarn. Wie dem auch sei, es kann nicht Sache der Diplomatie sein, sich durch derarttge rein akademische Erörterungen irgendwie beein- siussen zu lassen. Mr wissen heute leider zur Genüge, welchen Einfluß die berufsmäßige Spekulation an der Börse und das an Wertpapieren interesstrrte Publikum auf den Stand der Valuta bat. Wir haben gesehen, wie durch ein ost halt- loses Gerücht die Mark inS Bodenlose zu stürzen drohte und EffÄten und Devisen um Hunderte von Prozenten sich auswärts bewegten. Man kann sich daher kaum vorstellen, welch rasenden Lauf die Devisen nach oben nehmen würden, wie der Dollar stiege und die Mark fiele, wenn wir zur Zahlung der Januarrate gezwungen, tatsächlich unsere letzten Goldreserven an den Feinddund abliefern würden. In Frankreich ist m.m ja in dieser Beziehung anderer Anfickt, oder will es wenigstens sein, irnd die Pariser Staatsmänner erklären in einemsort, daß selbst ein deutscher Staatsbankerott Frankreich nicht schrecken könne, und daß Deittschlands Finanzen und Deutschlands Wirtschaft voneinander gänzlich unabhängige Faktoren wären.
Dieser Ton mackste sich schon in der letzten Drohnote der Reparationskommission bemerkbar, wo klar ausgesprochen wurde, daß allein durch die Mittel der Finanztechnik unserer Valuta wieder ans die Beine geholfen werdet könne Man gab sich dabei sogar noch den Anschein, als täte man uns daniit, daß man uns vorschrieb, wie wir in Zukunft unsere Finanzen Handbaben sollten, einen großen Gefallen, indem man sich einer Mühe unterzog, die man in Wirklichkeit gar nicht nöttg hätte. Frankreich will nicht die Bezahlung der Schulden, Frankreich,
will die Vernichtung Deutschlands. Behält man diese Tatsache im Auge, so versteht man alles, versteht dis Finanz- urch Wirtschasts- größen Frankreichs, versteht die gesamte Pariser Politik und kann nur immer nicht begreifen, wie die großen angelsächsischen Länder, die die innige Verknüpfung der deutsche» Wirtschaft mit der Weltwirtschaft gut genug kennen, sich immer wieder in den Schlingen französischer Intrigen fangen lassen, die einzig und auein von der jtefterifcfön Revancheangft eingegeben sind. Unsere Goldreserven sind jedoch, ganz gleich, wie eZ um die Mentalität im Lager der Entente bestellt fein mag, bedroht, und wieder einmal schetnt ein Wendepunkt in dem Schicksal Deutschlands eingetreten zu fein. Die kommenden Läge werden jedenfalls schwere Entschei- düngen bringen. Hg.
Zahlungs-Aufschub?
Das Verlange» der deutsche» Regierung.
?. (Eigener Drahtberichk.)
Berlin, 16. Dezember.
Nm 11 Dezember ist von der deutschen Regierung die Note an die ReparationsKommis- wn (siche zweite Seite) abgegangen. Bon besonderer amtlicher Seite ersahren wir dazu noch, daß in den verschiedenen Verhandlungen, die die Reichsregierung mit der Reparations- kommisstvn geführt hat, immer wieder darauf hingewiesen wurde, daß Deutschland die Welt, besonders England, um Kredit angehen sollte. Es find darauf amtlich und nicht- amttich Schritte unternommen worden und zwar vornehmlich in London. Als Vermittler diente dabei der Präsident der deutschen Sei»S6<tnf. Havenftein, der sich mit der englischen Hochfinanz in Verbindung setzte. Die Antwort, die von englischer Seite erteilt worden ist, ist wört- lich in die Note ausgenommen worden mit dem Satz, der beginnt: „Bon maßgebender Seite" Durch diese Antwort ist sestgestellt worden, daß unter den Bedingungen deö Londoner UI»
weder langfristig, «och kurzfristig, aus dem Weltmarkt für Tenischiand erlangbar ist. Dadurch ergibt sich eine höchst bedeutfame Situation. Bisher hat die Welt uns solche Bemühungen »er- schloffen. Es ist dies das erstemal, daß daS deutsche Reparanonsproblem in die Zusammenhänge der Weltwirtschaft gerückt worden ist. Der eindeutige Sin« der uns aus London erteilten Antwort ist der, daß «nter der Herrschaft des Londoner Ultimatums Deutschland nicht für kreditwürdig gehalten wird. Die selbstverständliche Folgerung daraus ist, daß das Ultimatum von London ausgehobenwerdenmüsse. Es kommt nun darauf an, daß das Reparattonsproblem nicht aus der Diskussion der Welt verschwindet. Im Verlaufe der fett Abschluß des Londoner Ultimatums da- föngegangenen acht Monate hat man erkannt, daß die deutsche« Zahlungen nicht ein deutsches, sondern ein europäisches und damit ein weltwirtschaftliches Problem darstellen. Diese Auffassung haben auch die Vertreter der englischen Hochfinanz. Die englifche Regierung st jetzt vor die Rottvenvigkeit gestellt, sich mit der SttmbuugSfrage zu beschäftige«.
Widerstand in Frankreich.
Paris behauptet, Deutschland könne zahlen.
(Eigene Drahimeldung.1
Paris, 16. Dezember.
Die Pariser Presse macht es sich tat allgemeinen sehr leicht, über die gestrige Note der ReichS- regierung an die Reparationskommisfion zu ui- teflen. Man betrachtet die Note richtigerweise als Antwort auf die Rote der Reparationskommisfion vom 2. Dezember «nd tut so, als wenn MM im Grunde genommen keine andere Antwort erwartet hätte. Dann findet man aber tnsosern einen Ausweg, daß matt die Begründung der deutschen Z ahlüngsunfähigkett bestreitet mit dem Hinweis, daß es garnicht nnrfjr sei, daß das deutsche Reich seine Repara- tionsverpflichtringen nicht einhalten könne, denn die Garantiekommifsion und die Reparations - kommisston Hütten m Berlin fegestellt, daß die beutfdje Regierung nicht alles tue, was erforderlich sei. «uf die Frage, was nun werden solle, wird allgemein geantwortet, daß die Ne- parationskormnisfion gemäß dem Versailler Ber- trag die Nichterfüllung der deutschen Verpflichtungen den Entente-Regierungen mttznteilen habe. Ter „Watin" bringt eine besonders gehässige Rote hinein. wenn er die deutsche Rote als bewußte Nichterfüllung bezeichnet.
Französische Hetze.
Paris. 16. Dezember. (Eigen« Drghttnel- bunfl.) Die Pariser Zeitung „Fntranskgeant", di- „Unversöhnliche", bezeichnet die deutsche
IMitteilung als eine List, die Frankreich sich
«W gefallen lassen dürfe. Weil Deutschland gehört habe, daß Herr Loucheur einen englischen Plan prüft und hofft, daß bei der Besprechung zwischen Briand und Lloyd George vielleicht einige Erleichterungen für die Zahlung sich ergeben könnten, wolle es versuchen, zunächst ein- mal überhaupt nicht zu zahlen. Frankreich aber sei entschlossen, den Schuldner zur Zahlung zu zwinge« und England werde nach dieser Haftung des deutschen Reiches seinem Bundesgenosse« zur Sette stehe».
Die Austastung in Berlin.
Kritik in der rechtsstehenden Presse.
(eigener Drahtbericht.)
Berlin, 16. Dezember.
Di« Berliner Blätter äußer« sich eingehend über die voraussichtliche» außen- und innen» politischen Folgen der letzten Wirch-Note. Die „Kreuzreim««" betont: Die Stunde «aht, wo es sich entscheidet, ob das deutsche Volk weiterleben soll oder nicht. Das System Wirth hat uns zum Fatalismus verurteilt. Welche wetteren inner- politischen Konsequenzen bei Zusammenbruch der Ersüllungspolitik hat, werden die nächsten Wochen lehren. Bel der Erörtermtg dieser Frage wird an» die Kritik an dem Verhaften de§ Reichskanzlers in den letzten Tagen nicht vor- fiSergehen könne«. Er hat. zum mindesten unbewußt, eine optimistisch« Auffassung über das Gelingen einer Anleihe oder eines Moratoriums aufkommen lassen. — Di« „Deutsche Tageszeitung" äußert sich: Der dsuffche Reichskanzler scheint «S für einen großen Erfolg feiner Erfül- lungSpolitik zu hatte«, daß die englische Fi» nanz feftgestellt hat, Deutschland fei nicht mehr kreditwürdig, und an dieses Urteil seine unüberwindlichen Hoffnungen zu knüpfen. Wir stehen ans einem wesentlich anderen Stand- punkte. ES ist durchaus denkbar, daß Frankreich schließlich einen gewattsmnen Sonic» rnngsversnch der deutschen Finanzen unter schwersten Eingrisse« 1« unsere Souveränität durchsetzt »der jede Stundung der Zahlungen davon abhängig macht. Optimismus ist nach keiner Richtung hin am Platze.
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3n Industrie- und Jinanzkreffrn.
Berlin, 16. Dezember. (Privattelegramm) Die „Deutsche Allgemeine Zeitnng« Überschreibt ihre« Artikel: „Reparationsbankerott" und kommt zu dem Schluß: Gelingt es in diesem kritischen Augenblick, ein Cremium sachverständiger verantwortlicher Wirtschaftsführer zusammenzufiihren, so darf man überzeugt sein, daß in dieser, die wirtschaftlichen Schicksale der ganzen Welt tun tieften berührenden Frage eine S3fung gefunden wird, die in Bezug auf Wahrhaftigkeit sich vorteilhaft von den bisherigen politischen Konstruktionen «nterschriden lasse. — Die „Berliner Börsenzeitung" weift darauf hin: Deuffchland erfülle bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Richt wir haben er- eiklärt, daß diefe Grenze erreicht und überfchrtt- ten fei, sondern die Reparati onskommis» sio«, als fie, wie eingangs erwühnt, Dr. Witth, riet, Krrdithilse beim Ausland zu suchen, imb so rundet fick der Kreis, aus dem am Beginn der nächsten Woche Briand im Verein mit Lloyd George den Ausweg suchen soll.
Mißerfolg der SrsülluusLyoiitiL
Berli«, 16. Dezember. (Privattelegramm) Das „Berliner Tageblatt" schreibt: DaS Hauptgewicht deS Schriftstücks liegt in der Begründung des StnndungsantragS. Die englischen Geldgeber lehnten die Bewilligung eines Kredits «b. Deutschland ist unter den ZahftingSde- dingnnge» deS Versailler Vertrages und deS Londoner UNimtttttns fei« kreditwürdiges Land mehr, ein schlüssiger Beweis für die verheerende Wirkung des deutschen Ersül - lungSversnckes, wenn man daran denkt, daß uns vor wenig mehr als drei Monaten der holländische Kredit gewährt wurde. Damit ist die Frage der deutschen Reparationszahlungen ein Problem der gesamten enropäffchen, ja der Welttförffchast geworden. Genützt aus die Anto rftät der englischen Finanzteeft steht die Rote der Reichsreaienmg in einem weltwirtschaftlichen Zusammenhang und die Forde iitng, die damit erhoben ist. wird nicht eher verschwinden, als bis de« ReyaraticriSleistungen Teutsckflan'ss eine ökonomisch tragbare Basis durch die Ententestaaten gegeben ist.
Höhere KoWnpreise.
Aufschlag durch neue Steuern.
Die den testen Wochen schon teure» gewordenen Kohlen werde» noch iU—•» verteuert, Wenn erst die neue KoMensteuer deschloften wirb. Im folgenden Auffah, de» nn« von einer der Plegie»- trug nutzestes: »Len GteKe zugefsndt wirb, fest die vlotwendigkrit dieser Steuer dargelegt w.rdru.
Bei der Erhöhung einzelner bestehender Steuern, die sich besonders aus dem durch die Verpflichtungen aus dem Fried ensvartrag auger- ordentlich vermehrten FinanzSssarf des Reiches mit zwingender Notwendigkeit ergibt, wird auch an der Ktchlonsteuer nicht vorübergegangen. Die ReichSregierung hat in dem Entwurf zu denk Gesetz Wer Aenderuna des Kohlenstenergesetzes im Hinblick auf die finanzielle Notlage des Reiches die Erhöhung des Steuersatzes auf vierzig Prozent des Wertes der Kohle vor- gesehen. Aber in Rücksicht auf die fortgesetzten Veränderungen ber wirtschaftlichen VerMttnffe, insbesondere der Preisgestaltung auf dem Weu- marti schafft der Entwurf die Möglichkeit einer ieberjeitige» Heraufsetzung und Herabsetzung diess Steuersatzes. Um in solchen Füllen rasch die ertarderlicheu Maßnahmen treffen zu können, soll hierzu der Reichsminister ber Finanzen ermächtigt werden, wobei die Mitwirkung des Reichskohleurates und des Reichsrates vorgesehen ist. — Der vorgeMagene Steuersatz soll berücksichtigen, daß dir
kohlenverbrimchende deutsch« Industrie wettbewerbsfähig bleibt. War den Hausbrand anbelaugt, so hat sich seine unterschiedliche Behandlung bei der KochlenSeskuerung als praktisch nicht durchführbar erwieseu. Eine solche Maßnahme würde auch, ohne den gewünschte» Zweck zu erreichen, die dauernde Ansrechirrhalt- ur-a der Kohlenzwangswirkschast in dieser oder jener Gestalt bedingen. Auch vom
Verbraucher der Hausbrandkohlr wird daher bei der eimnal bestehenden Notwendigkeit ber Steuererhöhung die Uebcrnahm: dieser vermehrten Neuerlast verlangt werden Ms- sen, die das Maß der Verteuerung anderer notwendiger Gegenstände des tätlichen Bedarfs nicht übersteigt. Die vorgeschlagene Erhöhung der Kohlensteuer wird dadurch leichter tragbar werden, daß der Entwurf Aeichgettig auf die Beseitigung der Mängel Bedacht nimmt, die sich durch die Erhebung bei Steuer lediglich nach dem Verkaufspreis ergeben. Der Entwurf schließt sich im wesentlichen den Vorschlägen deS Steuer- ausschuffes des Reichskohleuamtes an, die dir nachteiligen Folgen der Besteuerung nach den Verkaufspreisen durch eine unterschiedlich« prozentuale Steuerbelästang der Kohleuerzeug- niffe ber einzelnen Bergbausezirke nach Möglichkeit zu beseitigen suchen. Um zu einem möglichst gerechten Ausgleich zu gelangen, bringen die Vorschläge den Grundsatz zur Anwendung, daß Kohlen, die etwa
den gleichen innere» Wert haben, auch ungefähr den gleichen Steuer« betrag je Tonne zu tragen haben Hollen. Hierbei wird als innerer Wert die Summe der der Kohle innewohnende» Eigenschaften begriffen, nämlich Geholt an Wärmeeinheiten und flüchtigen Bestandteilen, Aschengehalt, Ent- flcmuÄarkeit, Härte, Lagersähtgkett, Rauchentwicklung. besondere Eignung Gr bestimmt« Zwecke. Der Ausgleich zwischen ben einzelnen Bergbaübezfrken soll dadurch erreicht teerten, daß Reviere, deren Kohlen im Durchschnitt etwa den gleichen inneren Wert haben, ungefijhr den gleichen Steuerbetrag je Tonne im Durchschnitt ihres Gesamtaufikonmiens an steuerpflichtiger Kohle aufzubringen haben. Demgemäß haben alle Steinkohlenreviere den gleichen Durch- schnittS-Steue-betraa je Tonne aufzWringen. Dabei sollen die
Braunkohlen - Briketts zu Mei Drittel des Wertes der Stemkohlenbri« ketts in Anrechnung gebracht werden. Mit vierzig Prozent sollen die Steinkohlen des rheinisch-westfälischen Kohlenfyndikats im Durchschnitt belastet werden, deren Erzeugnisse von keinem anderen deutschen Steinkohlenrevier übertroffen werben. Bon dieser Steuer kommen zur Erhebung für den Kohlenbergbau bei Kas- f e l zum Beispiel achtzig Prozent. Was die Erträge aus der erbSföen Steuer ankangt, so wird bei der Zugrundelegung ber gegenwärtigen Preise unb der Annahme, daß die Förderung im kommenden Jahre tat großen und ganzen der diksjährigen entsvricht mit einer Fahrerein- nahme mit 12,2 Milliarden gerechnet. Allerdings iss dabe- noch nickt der Verlust der oberschle« fifthen Kohlenreviere berücksichtigt, ber einen Sieuerausfaü von etwas mehr als zwei Milliarden mit fick bringen würbe.
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Do« Ausfudrverbok.
Berlin, 16 Dezember. (PrivattÄegra«Mr) Die „Tägliche Nundsckau" brachte in ihrem gestrigen Morgeublatt die Meldung, daß die Re < pararionskommission in einer Note an