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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Rrrmmer 288. Fernsprecher 951 und 952

Donnerstag, 15. Dezember 1921.

Fernsprecher 951 nnb 952

11. 9a r ang.

Kein amtlicher Bericht über London.

Englische Vvrase vom DrrzlHt.

London. 14. De-«aber. (Eigener Traütbe richt.) Westminster Gazette meldet, England fei bereit, auf einen großen Teil seiner Ansprüche gegenüber Deutschland zu verzichten (?) doch werde Lloyd Georae ähnliche Zugeständnisse von Frankreich verlangen. Immerhin wird Eng' land, wie die Times erfahren, darauf bestehen dast ihm mindestens die dreißig Millionen Pfund Sterling, di- eS für die Besetzung de,ttscken Ge­bietes anSgegcben hat. znrstckgezahlt werden (Frankreich wird natürlich auf nichts verzichten, sodaß auch England au? allen Ansprüchen be- stehen wird. Die Schriftteitimg.)

Das Ergebnis von London.

Der Zahlungsaufschub scheibst aus.

fEigener Drahtbericht.)

London, 14. Dezember.

Die Times melden: Das Gesamtergebnis der Londoner Besprechungen ist nach Informationen im amtlichen Preffebureau wie folgt: Die Re­parationen und die Londoner Sanktio­nen bleiben bestehen. Die Frage eines Moratoriums der Alliierten an Deutsch­land scheidet aus. De« Schwierigkeiten Deutschlands soll von Fall zu Fall nähergetreten werden unter Berücksichtigung der besonderen Interesse« Frankreichs (I) an den Reparations­zahlungen. Die Ordnung und Kontrolle der inneren Finanzen Deutschlands ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine solche Rücksichtnahme (?) der Alliierten.

Gegen Sen Ausverkauf.

Konferenz der WirtschaftSmiuister.

(Privot-Teleararnm.)

Darmstadt, 14. Dezember.

Die WirtschostSminister d-S Reiches und der Länder kamen in Darmstadt znfamntem um über dir gegenwärtige WirtfchaftSlaae und die zu tref­fenden Maßnahmen in Meinungsaustausch zu treten. Erwoaen wird, wie aus dem Berich» des ReichswirtsckiastSministers Schmidt hervor- geht it a. die Möglichkeit einer erweiterten Ein­fuhrbeschränkung, hauptsächlich im Wege der Zollpolitik. Bis zum Abschluß der Revision des ZolltarifsschemaS müsse die Möglichkett zur Er- höbuna von Zollsätzen in einem erleichterten Verfahren geschaffen werden. Gegen den Aus­verkauf Deutschlands wurde die «usfuhrkontrollc verschärft. Eine Beteiligung des Reiche- an den Mehrerlösen sei durch eine allgemeine Aus- fuhrubgabe beabsichtigt. MU dem Ausland soll scr Abschluß von Handelsabkommen auf dem Wege der Gleichberechtigung angestrebt werden.

Vrris- und Konjuullutsragea.

Darmstadt, 14. Dezember. (Privattelearamm> Gegen Auswüchse in der Preisgestaltung ist vorgesehen, die erfolgtet, Bestrafungen durch all- gemeine Beröftentlichnngrn bekannt m geben. Tie PrrisprüfimgSstellkn seien auS Vertretern der mindrrkaufträstigrn Yerbrauchrrschaft zu er­setzen. Gegenüber einem plötzlichen Umschwung brr Hochkonjunktur wurden dir Behörden zur Einschränkuitl, der Notstandsarbeiten angewie­sen. Zur Steigerung bet Sohlenproduk­tton wurden Ueberschichte« verlangt. In der

Der neue Dierbund.

Ein Ergebnis von Washington.

In der Weltpolitik bahnt sich im Zusammen­hang mit der Washingtoner Konferenz eine Ent­wickelung an. deren Bedeutung für die neue Str. teilung der Macht auf der Erve von einer heute noch unabsehbaren Tragweite ist, also daz größte weltpolitische Ergebnis der Washingtoner Kon­ferenz ist namentlich die Errichtung eines neuen Vierbundes zu verzeichnen, der sich zusam» mensetzt aus Amerika, England, Frank­reich und Japan. Mit dem Zustandekommen dieses Bunde- wird zwar kein Bündnis im alten Sinne, wohl aber eine organisierte Interes­sengemeinschaft derjenigen vier Mächte etabliert, die sich als die Sieger des Weltkrieges betrachten. Daß es zu einer neuen Machtvertei­lung. nicht zuletzt auf der Grundlage einer Neu- Orientierung der Interessensphäre auf der Erde, nach diesem gewärtigen Kriege, den die Weltge­schichte kannte, kommen werde, war ja zu erwar- tcn. Aber es ist ein bisher noch nicht dagewese- ner Fall, daß eine solcherart aus Waffenbrüder­schaft erwachsene Interessengemeinschaft sich nicht die Negelung der alten Probleme vornimmt, sondern die Weltmacht nach ganz neuen Rich­tungen erstreckt. Richt das vom Kriege unmit­telbar in Mitleidenschaft gezogene Europa ist das Objett der Machtverteilung, sondern der F e r n e Osten unterliegt dieser Prozedur. Um die Län­der am Stillen Ozean dreht sich jetzt die ZÄltgeschichte und die Welcholittk.

Die Basis für dieses Abkommen der vier Großmächte bildete Japans Schwenkung in feiner Haltung zu den militärischen Pröble- men der Washingtoner Konferenz. Rach schwe­rem Kampfe, der nach außen wohl beigelcgt ist, bet aber int Innern nur mit vermerkter Heftig- Tuh' weiter toben wird, hat sich das offizielle Ja­pan für ein künftiges Flottenverhältnis von fünf zu fünf zu drei für Envland, Amerika und Japan erklärt. Würde dieses Verhältnis tatsächlich eingehalten, dann wäre eine Angriffs- Möglichkeit für einen der Beteiligten so gut wie ausgeschlossen. Denn nur in der Ueberlegenheit liegt die Voraussetzung für die Offensive. Ame­rika dürste in der Tat sich für absehbare Zeit befriedigt fühlen, einen japanischen kriegerischen Ansturm Höfte c5 kaum zu befürchten. Freilich sind da? T h e s e n auf dem Papier. Niemand kann heute sagen, ob nicht eine Kombination durch ein ganz überraschend austretendes Ereig­nis möglich wäre, das Amerika oder Japan iso­liert! Einem vereinten Zusammengehen Ja­pans mit England oder Arneristi mit England wäre der andere Teil wohl kaum gewachsen. Im­merhin: Wir müssen mit der gegebenen Tatsache der Verständigungsbasis rechnen.

Sie setzt weiter voraus, daß Japan an den Küsten des Stillen Ozeans keine Befestig­ungen anlegt. Diese Zusage ermöglicht cs, daß das Abkommen des neuen Vierbundes Meter. ritoriale Unantastbarkeit der Länder am Stillen Ozean feststellcn kann. Daraus er­gibt sich, daß sich die einzelnen Mächte verpflich­ten müssen, das Gebiet einer anderen Macht nicht anzugreifen. Damit fällt aber auch das englisch- japanische Bündnis in sich zusammen, und beiße Mächte rangieren sich mit Amerikt und Frank­reich in den neuen Vierbund ein. Tas bedingt, daß man sich über Streitigkeiten, die untereinan­der entstehen, ftiedlich auseinanderzusetzen sucht, so lange das möglich ist. Eine wesentliche 2c- stimmung des neuen Vertrages geht daher dahin, daß Streitfälle zwischen zwei der Beteilig­ten zur Schlichtung den anderen beiden En- tenie-Teilhabern unterbreitet werden müssen, ehe man zu einer bestimmten „Maßnahme* schreitet. Freilich hat man es doch nicht wagen rönnen, einen solchen Schlichtungsverfnch obli- gatorisch, also zur Pflicht zu machen. Man spricht nur von einer moralischen Ver- pflicktung eine- Eingreifens im eben beschriebe­nen Sinne. Rur, wenn ein Einvernehmen abso­lut nicht zu erreichen ist, sollen die am Streite zwischen zwei Mächten Unbeteiligten die Pflicht haben, als Schiedsrichter zu simmeren.

Daß mit diesem neuen Vierbund aber der Friede der Welt gesichert wäre, oder auch nur ge­sichert werden könnte, wäre eine durchaus irrige Annahme. Eine Fülle von Fragen sind noch vollständig ungeklärt. Die wichtigsten Pro­bleme werden bei diesem Abkommen überhaupt nicht berührt. ES ist außerordentlich bezeich­nend, daß es noch nicht einmal etwas Über die Grundabmacbungen der Washingtoner Konfe­renz bezüglich bei Abrüstung etwas enthält, Man scheint das Abrüstungsabkommen selber gewissermaßen nur als eine Anlage zum Haupt- vertraa behandeln zu wollen. Aber auch noch andere Dinge, die mit die schwersten Probleme in sich bergen, sind durch dieses Vier-Mächte- Äbkc-mmcn keineswegs geordnet. Es stibt eine ganze Reihe von Möchten, die sich unmöglich da­mit zufrieden neben können, daß daS ganze 1t~* ritortirm des Fernen Ostens ohne ihre Zustim- mung auf Geteilt wird. Tas chinesische Pro. tzlem insbesondere bleibt in der Schwebe. Jia.

lien kann sich nicht ohne weiteres die Aus- fcheidung auZ der Entente gefallen lassen. Roch stärkere unmittelbare Interessen knapsen aber doch andere Länder, vor allem Holland an das Geschick und die Entwicklung der Länder am Stillen Ozean. Der neue Bund wird ebenso wenig EwigkeitScharakter haben, wie die „ewi­gen S9ünimtffe", die in der Weltgeschichte ver­zeichnet sind und deren Zahl in die Legion geht. J. B.

Kurzfristige Kredite?

Rotterdam, 14. Dezember. (Eigener Trahtbericht) Der Courant meldet aus London: 3?ttd) Mitteilungen der Worningpost hat Ra­th e n a u die Angebote ber englischen Finanz, kurzfristige Kredite zu geben, ange- n o m m e n. Die englische Regierung scheidet bei der Kreditgabr auS. yit London versteht man die verhältnismäßig günstige Marknotierung der letzten Tage in Rewyork nicht, da Deutschland für Januar und Februar neunhundcrtund- fünfzig Millionen Goldmark zu leisten habe und hiervon nach RathenauS Erklärungen nicht ein­mal dreihundert Millionen in Händen habe.

Aussprache, die sich an den Bericht des ReichS- urirtschaftöministerS schloß, wurde allgemein zum Ausdruck gebracht, daß v o r der Lösung ber Re. varativnsfrage der Boden für eine gedeihliche Wirtschaftspolitik nicht vorhanden sei.

ES muß bezgW werben.

Die Aufbringung ver Mittel für Januar.

lPrivat-Telegramm.)

Berlin, 14. Dezember.

Wie drr Sokalanzeiger von unterrichteter Seite erfährt, dürften sich dir Londoner Be­sprechungen in ihre Hauptsache um zukünftige Fragen einer Aenderung des Repara- tlonSyrsblems S-drrht haben. Die fünf- hundert Millionen Goldmark, dir von uns für den 1. Januar aufzubringrn find, müssen aller Voraussicht nach unter allen umstünden ans

Kattoffel Versorgung

Einrichtung von Kontrosiausfchüffen.

Der im Sanbel etogtttcleue Rartoffet- mangel UNS Oie bcmit vrrtnüpfrr Preis, steigrrrmy, die IHon bei den E.zeuaevu be­ginnt, bar die Behörden zum äl.ifä)eeiten veraMatzk. ©er nächste-ende Bericht gibt Sinzriheiten über Cie neuen Matznahnren. Da Von allen Seite» dauernd Beschwerden über die Preisentwicklung der Kartosjeln laut werden, hat der S t a a t s k o m m i s s a r für Volksernährung unter dem 2. Dezember eine Aundvenfiigung • an Sie OberpMidenten und den Vorsitzenden der Staatlichen Vertei« lungsstelle für Groß-Berlin gerichtet, in der neben der Bekampsiing des wilden Handels durch die inzwischen angeordnete Koazessionie- 3 des Kartoffelhandels als weitere Abhilfs­rahme folgendes angeordnet wird: Für jede Provinz ist mit größter Beschleunigung ein Ausschuß zur

eigenen Mitteln bezahlt werden. Mit einer Unterstützung durch einen kurzftistmcn Kredit ist höchstens bei der am 15. Januar fälligen Rate zu rechnen. In den Keparationsfragen, die erst nach dem 15. Februar akut werden, dürfte nur ganz lose Stellung genommen sein.

•

Unter schwersten Opfern.

Berlin, 14. Dezember. (Privattelegramm s Die «Regierung hofft, bi4 15. Januar die Summe auftreiben zu können, natürlich unter den aller» schwersten Opfern. In unterrichteten Kreisen weist man die Möglichkeit nicht mehr von ber evenb, Vak die Reniern na gezwungen werden könne, ihre Golvreserven anzugreifen.

Gisenbuhn-BroMme.

Eine Denkschrift des G wrekschaftsönudes. (Eigener Trahtbericht.)

Berlin, 14. Dezember.

Die Denkschrift des Deittfchen GewerkschaM- bundes zu der Ueberführung der Eisenbahnen in privatwirftchastliche Form ist jetzt fertiggestellt und wurde in der gestrigen Sitzung des Gewerk- schaftsbundeS genehmigt. In der Denkschrift wird zunächst die Auffassung vertreten, daß die polftische und volkswirtschaftliche Aufgabe nur in einem Staatsbetriebe gewährleistet worden könne, doch sei ein Verlangen nach Ein- führnng anderer rationellerWirtschafts- formen eine Forderung, der im Prinzip von fast allen BevölkerungSschickften längst zugc- stimmt wird, um die Neichscisenbahnrn zu einem gcmeinwirtschaftlichen Unternehmen umzugest-tt- ten. Als Rechtsform deS gemcinwirsskhaftlichcn Unternehmens wird

als bestes die Alticn-Gefclllchaft bezeichnet. An dem ANienbesttz wären Indu­strie, Landwirtschaft, Handel und Eifenbahnpersonal zu beteiligen. Die von den Gewerkschaften als den Vertretern des Personals zu übernehmenden Bttien wären zum Teil in Keine Aktien zu zerlegen. An der Spitze deS Unternehmens soll ein kollegiales Dirck- torium mit einem Generaldirektor alS der Erste unter Gleichberechtigten stehen und über dem Di- reftorium ein auS zwanzig Köpfen gebildeter Anfsichts» und Verwaltungsrat. Die Aufsicht des Reiches soll vom ReiÄSvrrkehrsmimstrrium aus­geführt werden. Die wirtschaftliche Betriebs- führung dieser so ausgebauten Eisenbahnqefelb schäft wird alS möglich bezeichnet, wenn eine Reihe verschiedener Forderungen burchyesührt werden.

Unter anderem seien erforderlich: LoSlösung von Staatsverlrägen bei dem Ucbergang der Staatseifenbahnen auf das Reich, Erschöpfung aller Einnahmequellen, Aus­dehnung der Akkordarbeit, Verminderung des Personalstandes, Ersparung an Sc« triebsstoffen, Begrenzungen der Bau tütigkeit, Auslösung oeS Haushaltes aus dem allgemeinen RrichshauShalt. auS der Unab- höngigkeit vom Reichsfinanzminister, vom ReichSrat, vom Reichstag und auS der Rech- nungsprüsung des deutschen Reick^S in Pots­dam. Der Güterverkehr muffe auf einem System von höchster technischer Vollendung auf« gebaut werden. Anstelle der Tariferhöhungen sollen Staffeltarife treten. Dieser Plan wird vor allem den Verhandlungen zugrunde gelegt werden, dir demnächst zwischen den Ge- werkschüften und der Industrie stattfinden wer­den. ES bleibt aber nunmehr abzuwarten, mit weichem Plan ber ReichSverbsnd brr deutschen Industrie hervortrete« Mrd,

Ermittlung der Kartosfelderise, bestehend aus Vertretern der Landwirtschaft. deS Kartoffelhandels, der Genossenschaften und der Verbraucher zu bilden mit der Aufgabe, an­gemessene Preise an Hand der vom Re chsmmi- fierium für Ernährung und Landwirtschaft auf» gestellten Richtlinien unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse zu ermitteln. Diese Preis'bemessung basiert aus den Markt- notierungspreisen. die Ende September in den ErzeuguncKgebieten von den MarttnotierungK- lommissionen fesigeftellt worden sind, und einet» Zuschlag, der die steigende Geldentwertung und die Gestehungskosten der nächsten Ernte berück-, sichtigt. Ferner heißt es in der RundverfÜMMg: Es ist Vorsorge zu treffen, daß seitens der Aus­schüsse benachbarter Bezirke mit Ähn­lichen Ernteve.'hältnissen möglichst gleiche Preise ermittelt werden, da wesentliche Un­terschiede in den Preisen sie Gefahr einer Ver­schiebung der Ware in die Bezirke mit höheren Preisen und damit einer Störung der Verso» gung in sich birgt. Seitens der

Strasversvlgungs-Behörden ist darüber geklagt worden, daß ihnen daS Vor« gehen auf Grund der Vorschriften der Preis- treiberei-BcrorÄnung dad"rch sehr erschwert werbe, daß seitens der Verwaltungsbehörden keine Unterlagen tür die Beurteilung der Tat­frage gegeben seien, von welcher ungefähre« PreiSgrenze ab Wuiber angenommen werden könne. Dieser Arangel hat auf der anderen Seite d-zit aeführt, daß Seitens einiger Polizei- und Strasverfolwunasbchörden gegen Landwirte und Händler bereits bei der Forderung von Pre-sen ei tgefchritten worden ist, die weit unter den nach den ausgestellt en Richtlinien zu ermit­telnden Preisen liegen. Hierdurch ist in einzel­nen Bezirken eine

ernste Störung der Kartofselversorgung cingetreten, da der ehrliche Handel und die Landwirtschaft aus Furcht, der Gefahr einer Strafverfolgung au&j gesetzt zu sein, sich von dem KartoffrlgesMft zu- tückgezogen haben. Diesen Mißständen soll durch die Einrichtung der Proi sausschüsse ab» geholfen werden. Die von den Ausschüssen er­mittelten Preise sollen den Polizei, und Siras» vcrfolgungsbehörden als allgemeine Richtlinien für ihr Vorgehen bei der Bekämpfung der wucherischen Preisforderungen dienen In Zwei« felsfällen wird der im Erlaß vom 10. Rovern» ber 1921 vorgesehene Sachverständige sich über die Angemessenheit des Preises gutachtlich zu äußern !ja6en. Als Sachverständiger wird, sofern ein solcher nicht bereits ernannt ist, tun­lichst eines der Kommissionsmitglieder zu bestell len fein. — Die Preisermittlungen der Aus­schüsse sind den Polizei- und Strafversolgungs» Behörden mit größter Beschleunigung miizutei- len; außerdem ist es erforderlich, daß die Preise öffentlich bekannt gemacht werben.

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Erlaß des Justizministers.

Im Anschluß an diese Rundverfügung et* laßt der Justizwinister an sämtliche General», ßaatAanwälte folgende Verfügung: Bei der Ar ber Zusammensetzung der nach dem Runberla, des Staatslommiäars in allen Provinzen z bildenden Ausschüsse werden die Staatsamoalt-, schäften davon ansgeben können, daß die von den Ausschüssen fortlaufend festgesetz­ten Kartoffelpreise die durch die Preis­treiberei-Verordnung gezogenen Grenzen nicht überschreiten. Bei der Beachtung dieser Preise wird daher für die Staatsanwaltschaften regelmäßig kein Anlaß zu einem Einschrei-, ten wegen Preistreiberei vorliegen. Bei Uebet-' schrettung dieser Preise wird dagegen wegen Preistreiberei einzttschreften fein, sofern nicht dir besonderen Umstände des einzelnen Falles zu einer anderen Beurteilung fuhren. Soweit tu dieser Richtung Zweifel bestehen, wird der in früheren Rundverfügungen erwähnte Sachver­ständige zu hören sein, wenn nicht tm eintet-