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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 287

Mittwoch, 14. Dezember 1921

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Ein schwaches Ergebnis in London.

Der Bankenkmch.

Folgen der Devisen-Spekulatio».

'Gin Unglück kommt selten allein. Die Besorg- liis, daß es bei dem Krach der Pfälzischen Bank nicht sein Bewenden haben werde, hat sich leider schnell als gerechtfertigt erwiesen. Es folgte alsbald der Zusammenbruch des Allge- meinen Bankvereins für W e st de u t s ch- l a n d, in dessen Gebälk es schon einige Zeit krachte, obwohl das Unternehmen erst im April dieses Jahres begründet war und zwar zunächst mit einem Aktienkapital von sechzig Millionen Mark, das bald auf hundert Millionen erhöht wurde. Die anfänglich mit hundertzwanzig Mil­lionen Mark ermittelten Verluste, die jedoch we­sentlich höher sind, beruhen ebenso wie bei der Pfälzischen Bank auf mißglückten Devisenspeku­lationen. Diese wurden in beiden Fällen in un­erhörtem Niesenmaß betrieben; denn die 340 Millionen Mark, welche die Katastrophe der Pfälzischen Bank verschuldet haben, stellen ja nur den Esfektivverlust auf Engagements dar, deren Höhe bisher noch nicht festgestellt werden konnte. Zn beiden Fällen liegen umfassende Verwicklun­gen vor, die bei der eingeleiteten Revision hof­fentlich festgestellt werden können. Völlige Klar­heit dürste freilich erst das gerichtliche Verfahren bringen. Das Aktienkapital dürfte bei dem ver­krachten Düsietdorfer Unternehmen ganz verlö­ren sein, und bei der Pfälzischen Bank stehen die Dinge wohl nicht viel besser, sodaß man sich wundern muß, daß für die notleidenden Aktien überhaupt noch Kurse (von 40 für den Allgemeinen Bankverein und 60 für die Pfäl­zische Bank) genannt werden. Zweifellos liegt hierin ein starker Optimismus, durch den sich ja unser Kapitalistenpublikum überhaupt aus­zeichnet.

Es wäre unangebracht, aus diesen beiden Bankkrachs allgemeine Schlußfolgerungen zu ziehen, wozu bei der Solidität, durch die sich die deutsche Banlwelt doch im großen und Ganzen ausreichnet, kein Anlaß gegeben ist. Aber es muß bei vieser Gelegenheit erneut daraus hingewiesen werden, wie notwendig es ist, den Devi­senhandel zu organisieren unter Zu­grundelegung außerordentlicher Sicherheiten, wie sie beispielsweise in der geplanten Liquidations- kasse vorgesehen war. Die nunmehr eingeleite­ten Maßnahmen zur Kontrolle des Devtsenhan- dels werden hier vielleicht Wandel schaffen, und es muß freilich dem Bedauern Ausdruck gegeben werden, daß diese gesetzliche Aktion sich so lang­sam vorwärts entwickelt. Eile tut dringend not, und hoffentlich tragen die beiden Bankkrachs zur Beschleunigung bei.

Zu den direkten Opfern der Verwirrung auf dem Devisenmarkt und der dadurch heworgeru- fcnen und begünstigten Devisenspekulation, wie wir sie in den beiden verkrachten Banken erblik- ken, gesellen sich natürlich noch viele weitere und zwar sowohl direkte wie indirekte Opfer. Zu den letzteren gehört dasjenige Äapitalisten- publikum, das mit Rücksicht auf den Tiefstand der Mark sich planlos und wahllos in die Effek­tenspekulation gestürzt hatte. Jetzt, wo infolge des Rückgangs und des Schwankens der Devi- sen auf die Häufle die Baisse gefolgt ist, herrscht großes Erschrecken und die enttäuschten Effekten- besitzer werden manchen kräftigen Abstrich von ihren Bilanzen machen müssen. Wenn die Festig­ung unserer Valuta mit diesen Verlusten der spekulierenden Kapitalisten bezahlt würde, so müßte man vom Volks- und nationalwirtschaftli- chen Standpunkt sagen, daß sie damit nicht zu teuer erkauft wäre. Aber bisher scheinen die Dinge so zu liegen, daß die Kapitalistenopser um­sonst gebracht sind; denn die Unklarheit auf dem Devisenmarkt hält an, und von einer wirklichen Versteifung der Mark ist noch nicht viel zu merken.

Weiter muß vom volkswirtschaftlichen Stand­punkt aus betont werden, daß das Anziehen un­serer Valuta keinen Segen bringen kann, wenn es nicht von Dauer ist und vor allem Stetigkeit mit sich bringt. Ganz abgesehen davon, daß ein allzu plötzliches und rapiges Ansteigen der Mark eine starke Verwirrung auf oem Wirtschaftsmarkt mit sich bringen und die Kon­kurrenzfähigkeit unserer Industrie sehr vermindern würde. Auf der anderen Seite müßte selbstverständlich ein weiteres Sinken der Mark geradezu verwüstend und wie eine V alutablo üad e wirken. Was uns drin­gend not tut, ist eben eine Stabilisierung der Währung auf dem Wege der allmählichen Besserung und diese kann nur erreicht werden durch ein Moratorium, verbunden mit lang­fristigem Kredit und der Aussicht auf eine während dieser Atempause herbeizuführende Herabsetzung der erdrückenden Repara­tiv n s l a st e n. Leider bieten die neuesten Meldungen aus London über den Stand der Kredit- und Moratoriumsoerhandlungen keinen Anlaß zu einer optimistischen Betrachtuna der Sachlage, und gerade diese widerspruchsvollen Meldungen sind nur $u geeignet, die Schwank­ung aus dem Devisenmarkt zu erhöhen, was eine

fortgesetzte schwere Schädigung unseres Witt- schaftslebens, ungezählte Millionenverluste und somit auch was unsere alliierten Gläubiger bedenken sollten die planmäßige Hinter­treibung jeglicher Reparationshoffnungen be­deutet. P»k.

GM schwacher Erfolg?

Zurückhaltende Bericht» aus England.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 13. Dezember.

Der Courant berichtet aus London: Die Londoner Sonntagsblättrr stellen nochmals fest, daß weder Stinues noch Rathrnau Besprechungen mit Lloyd George gehabt haben. Die täglichen Konferenzen Rnthenaus hätten im Carlton-Hotel mit englischen Finanzleuten stattgefunden, wo auch Rathenaus Begleiter aus der deutschen Bankwelt und der deutschen Industrie abgestie­gen waren. Die Times meldet außerdem von drei Konferenzen Rathenaus mit dem Finanzmi­nister Sir Horne. Nach den sehr zurückhaltrndcu und ganz allgemein gehaltenen Berichten kann man wohl annehmen, daß Rathenaus Londoner Besprechungen nicht ganz nach Wunsch der Deutschen ausgefallen sind.

«ein langfristiges Moratorium.

Paris, 13. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) TerTemps" meldet aus London: Rathenaus Londoner Mission ist gescheitert. Das lang jährige Moratorium ist den Deutschen verweigert worden. Dagegen wird Deutschland nach den Januar- und Februarzahlungen eine Ver­schiebung und Abänderuna der nächstfäl­ligen Zahlungen zugestanden. Die unab­hängig von dem Moratorium lausende Kreditak- tion ist gleichfalls nicht nach dem Wunsche der Deutschen erledigt, wenn auch hierfür die Ver­handlungen «och fortdauern sollen.

Die Isteparattonspflichten bleiben.

Paris, 13. Dezember. (Eigener Drcchtbericht.) DerMaitn" meldet ans London: Loucheurs Besprechungen mit Lloyd George und dem Schatz­kanzler Horne hüben völlige Uebereinstimmnng ergeben. Die Reparationen bleiben bestehen. Den sich ergebenden Schwierigkeiten Deutschlands an den festgesetzten Fälligkeitszahlungen soll je­weils durch Verlängerung der Zahlungsfristen entsprochen werden. Die Kredite an Deutsch­land erfolgen ohne eine amtliche Bewil­ligung der alliierten Regierungen.

Nach Rathenaus Rückkehr.

Der Erfolg scheint gering zu fei«.

(Privat-Telegramm.)'

Berlin, 13. Dezember.

Der Lokalanzeiger berichtet: Gestern nachmit­tag trat das Rcichskabinett zu der ange­kündigten Sitzung zusammen. Im Anschluß daran sand eine Besprechung statt, an der die zu­ständigen Refforts teilnahmen. In dieser Sit­zung erstattete Dr. Rathenau Bericht über das Ergebnis seiner Londoner Reise. Heute nachmittag soll die Geschästsbesprechung über das Reparationsproblcm fortgesetzt werden. Der Termin des Zusammentritts der Kredittom- misfion steht noch picht fest. Man rechnet damit, daß sie zu Mittwoch cinberufen werden soll. Im Reparations - Ausschuß des Reichswirt­schaftsrates spricht der Reichskanzler heute vormittag. Es wird immer wieder betont, daß Rathenau als Privatmann nach London gefah­ren sei. Er habe keinen Auftrag von der Reichs­regierung, auch von keiner der Wirtschaftsorga­nisationen gehabt. (!) Man ist aber in der Lage, vie Aussichten zu beurteilen, die für ein Moratorium bestehen. Darüber ist vorläufig so viel zu sagen, daß es f a l s ch wäre, sich einem allzu großem Optimismus hinzugeben. (!)

* * * etrefemann fragt an.

Berlin, 13. Dezember. (Privattelegramm.) Dr. Stresemann hat den Reichskanzler telegra­phisch um Auskunft gebeten, wann er in der Lage sei, dem Auswärtigen Ausschuß Mitteilung über die Entwicklung der Kredit­aktton und über das Ergebnis der Londoner Besprechungen zu machen. Der Reichskanz­ler hat darauf Stresemann mitgeteilt, daß er dem Auswättigen Ausschuß in den nächsten Tagen erst Näheres Mitteilen könne. In parla­mentarischen Kreisen verlautet, daß englische Kreise nicht abgeneigt seien, uns für die nächsten

beiden Raten einen Kredit zur Verfügung zu stellen, der aber nur kurzfristig sein würde.

Antwort der Dank von England.

Berlin, 13. Dezember. (Privattelegramm.) Laut Berliner Tageblatt ist die Antwort der Bank von England auf die Anfrage der Reichsregierung, ob sie gewillt fei, Deutschland einen Kredit einzuräumen, nun ein­getroffen. lieber die Att dieser Antwort wurde gestern abend noch strengstes Stillschwei­gen bewahrt. Voraussichtlich wird der Reichs­kanzler Tr. Wirth, wenn er heute vormittag über die Kreditaktion spricht, auch auf die Ant­wort der Bank von England eingehen.

England und Frankreich.

Nicht günstig für Deutschland.

(Eigener Drahtbericht.1

London, 13. Dezember.

Ueüer die nächste Besprechung zwischen Lloyd George und Briand in England verlautet, es sei sehr wahrscheinlich, daß noch das gesamte Pro­blem der Reparation aufgeworfen werden würde und daß ein bedentciider Schritt gegen ein gemeinsames Eintreten für ein M o r a t o r i u m für Deutschland erreicht werde. Auch von bel­gischer Seite wird ein Vertreter an den Be­sprechungen teilnehmen. Lloyd George wird Briand die Berichte der Sachverständigen des Schatzamtes über die gegenwärtige Wittschafts. läge unterbreiten, Jedenfalls nimmt man in den amtlichen Kreisen an, daß das Resultat der Be­sprechungen nach Washington telegraphiert wird, Die Annahme aber, daß Lloyd George over Vri- and sich nach Washington begeben werden, wird als vollständig unzutreffend bezeichnet. In London heißt es. daß der englische Minister­präsident die Absicht habe, fiir ungefähr drei Wochen nach der Riviera zu reisen.

Washingtoner Konferenz.

Das Ende der Beratungen.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 18. Dezember.

Daily Expreß hat gestern früh die Mitteilung gebracht, daß Lloyd George dem Präsidenten Harding einen Plan zur Lösung des welt­wirtschaftlichen Problems unterbreitet habe. Man glaubt, daß Lloyd George und Bri­and in der nächsten Zeit nach Washington reisen werden. Pariser Blätter meinen aber, diese Nach- licht sei nur ein Versuchsballon seitens Eng­lands. An Pariser zuständiger Stelle ist nichts von einer derattigen Absicht bekannt. De­peschen aus Washington von heute besagen, daß das Abkommen um den Stillen Ozean am 30. Dezember von den Vertretern der ver­schiedenen Mächte unterzeichnet wird. Der ftanzösische Delegierte Viviani wird am Mitt­woch auf dem französischen DampferParis" ans Washington abfahren.

*

Der Ehinavertrast.

Genf, 18. Dezember. (Eigener Drahtbettcht.) Herald meldet ans Washington: Die chine- ische Delegation hatte ihr bedingtes Ein­verständnis mit dem China-Vertrag erklärt. Staatssekretär Hughes teilte der Dele­gation mit, daß der chinesische Gegenantrag au die Tagesordnung der nächsten Konferenz ge etzt fei, die zu O st e r n in Washington stattfin- den werde. Die Aufgabe der jetzigen Konferenz ist damit als erledigt anzusehcn.

Eisenbahn-ResormMne.

Schaffung eines Ausgleichfonds.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 13. Dezember.

Das Eisenbahnfinanzgesetz, das bereits fertig- kestellt ist, unterliegt augenblicklich der Beratung nnerhalb des Kabinetts. In Einzelfragen be- tehen noch Unstimmigkeiten zwischen dem Reichs- verkehrsmiiiisterium und dem Reichsfinanzmini- sterium. DaS Gesetz sieht einen Ausgleichs- s o n d s der Reichseisenbahnen vor, der vor allem dazu dienen soll, die S ch w a n t u n a e n der Konjunktur zu überwinden. Das Reichsverkehrs. Ministerium hofft, nach einem Zeitraum von etwa drei Jahren in der Lage zn fein, mit Hilfe dieses Fonds vielleicht eine HerabsetzungderTa- rise vornehmen zu können. Das Finanzmini­sterium dagegen ist der Anschauung, daß nach diesem Zeitraum die U e b e r s ch ü s s e des Aus- gleichsfvnds vor allem zur Deckung der Reichs­lasten verwendet werden muffen, lieber den Inhalt des Gesetzes erfähtt man weiter, daß es eine ungeheure Verselbständigung der Reichseisenbahnen bringe und aus dem ÄeichS- etat und aus der Zuständigkeit des Reichstages völlig herausgrhoben werde.

DieschwarzeGchmach

Die farbigen Franzosen am Rhein.

«S find nicht Rus die Deutschen, die fm besetzten Gebiet die Entehrung empfinden, die ihnen durch dir schwarze Besatzung angetan wird. Dann und wann findet einmal «in Engländer den Mut, diese Schande beim richtigen Namen zu nennen. Unter dem TitelDie schwarze Wacht am Rhein", mit dem bezeichnenden ZusatzFrank reichs farbige Truppen als Saat zu einem neuen Weltkrieg", veröffentlichte kürzlich der englische Hauptmann E. A. Bagleh einen Aufsatz über die politischen Gefahren der Ver­wendung schwärzer Truppen durch Frankreich im besetzten deutschen Gebiet. Der Artikel ist umso bemerkenswerter, als er in der keinesfalls deutschfreundlichen englischen Kolonialzeitfchrift The African World" abgedruckt wurde, (lieber* setzt in der Tägl. Rundschau.) Hauptmann Bag­leh, der Mitglied des englischen Parlaments ist, schreibt:Die Anwesenheit französischer farbiger Truppen im besetzten deuffchen Gebiet drängte sich mir während eines kurzen Aufenthalts in der einstmals blühenden rheinischen Stadt Kreuznach in ziemlich übler Weise auf." Der Verfasser wirft bann einen Blick auf die heilbringenden Wirkungen der Kreuznacher Quellen und die landschaftlichen Vorzüge des Kurortes. Er erwähnt die trotz der verhältnis­mäßig niedrigen Hotelpreise geringe Zahl der Badegäste und fährt dann fort: K r e n z n a ch ist, mancher anderen frohen Stadt des Rhein­es, durch die Besetzung oder vielleicht, um genauer zu sein, durch die Verwendung far­biger TrupPen im besetzten Gebiet

ruiniert worden.

Das Publikum verzichtet einfach darauf, diesen herrlichen Punkt anfzusuchen, solange sich dort farbige Truppen befinden. Das größte Hotel am Platze, der Oranienhof, ist mit tausend ma­rokkanischen Eingeborenen belegt Seine einst entzückenden Götten sind jetzt zum Tum­melplatz dieserSchokoladensoldaten" geworden, und eine phantastisch aussehende Segeltuch- Moschee in der Ecke, die für die reugiöscn Hebungen errichtet wurde, ist geeignet, die Breite und Tieft des Abgrundes zu bezeichnen, der die Besiegten von den Eroberern scheidet. Und wirklich betrachten diese afrikanischen KuliS in Uniform sich als ©roherer, denn als ich mtt einem englischen Kollegen am Oranienhof vor­beiging, verwies uns einer von ihnen, der mit Gewehr und Bajonett bewaffnet war, mit denen er bedeutungsvoll hantierte, um nachdrücklich seine Mfieht zu betonen, auf einen Seitenweg. So mußten wir in den Rinnstein treten, um an ihm vorbei zukommen! Kreuznach ist typisch für das ganze von Frankreich besetzte Gebiet. Vom Norden, nahe bei Duisburg, wo sich ver­schlagene kleine Mongolen im Stahlhelm aufhalten, bis zum Süden, mich Mannheim, wo sich kohlschwarze Senegalesen weigerten, itnfercn Wagen über die Brücke passieren zu kaf­fen. bis sie nicht ihn und uns durchsucht hatten, überall sanden wir diese farbigen Truppen. Die Sache hat eine besonders empörende Seit» Berichte über

Gewalttätigkeiten gegen ehrbare Frauen

sind zur Genüge bekannt, ganz abgesehen von den anerkannten Bordells, die für diese Trup­pen errichtet worden sind, und in denen sie ihr Verlangen nach weißen Frauen befriedigen kön­nen. Und in den Kinderhospitälern sieht mau hier und dort in den Reihen schneeweißer Kin- derbettchen dunkle kleine Gesichter, halb Neger, halb Denffche, rührende Zeugnisse der Schrecken dieser Befleckung des Rheins und der Zivi­lisation der Alliietten. Für lange Zeit nach der Besetzung werden die Gesichtszüge und die Haut dieser grotesken Kreaturen, die im Osten und im Westen gleicherweise verachtet sein werden, für jeden Beschauer laut nach Rache chreien gegenüber derjenigen Nation, die tm Namen des Sieges oder der Knechtung da- ür die Verantwortung trägt. Demütigt die Deutschen, wenn ihr wollt, erniedrig sie und überlaßt sie der Erniedrigung. Aber dieses heißt die Seele Deutschlands verhärten und in einer Seele den Wunsch erstehen lassen, eines

Tages ans diese Beschimpfung mit einer größe­ren zu antworten. Mit einem Worte, dadurch wird wieder die Saat gelegt ju einer Frucht, die nicht nur zu einem Revanchekrieg zwischen Deutschland und Frankreich fuhren, sondern die bantber hinaus jedes Land ernten wird.

das einem Farbigenproblem gegenübersteht. Diese Truppen, von denen einige Halbwilde ind, die erst vor kurzem Lendenschurz und GlaS- lerlenschmuck abgelegt haben können, um den Soldatenrock anyuziehen, kehren eines Tages in ihre heimischen Dörfer zurück und erzählen dott von ihrer Gewalt über weiße Männer und von ihren erzwungenen Zärtlich­keiten mit weißen Frauen. Wie wird die Wirkung sein? Wir sind Frankreichs Verbün­dete. Wir find aber auch Bestandteil eines Im- pettunvs, dessen farbige Untertanen die Zahl sei»