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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang

Dienstag, 13. Dezember 1921

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 286

Tis Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich iechömal und »war ab end«. Der AvonnementLvreis beträgt monatüch 10. Marr bet freier guftelhmf ins Haus. Aus- wärtS durch die Post bezogen 10. Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden jederzeit oon der EeschästSstelle oder Len Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Reaktion : Schlachthofstraß« 28/30. Für unoerlangl etngesandte Beiträge t-M di« Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezuzSgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlonen.

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Meier Neueste Nachrichten

' Hessische Abendzeitung

Neue Wiederaufbau-Vorschläge

Materialien beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. Die Bersammlung, so heißt es in dic- er Resolution, wendet sich dagegen, daß die deutsche Industrie eine Quelle der Bereicherung (?) findet in dem Wiederaufbau der Gegenden, die vandalisch und ohne jeden militärischen Zweck (?) verwüstet worden sind. (An dieser Verwü. stung war ja das französische Heer selbst beteiligt.)

NmerVrermaOte-Verbanö.

Ti« Ergebnis der Washingtoner Konferenz.

(Eigener Trahtberlckt.)

Washington, 12. Dezember-

Die Presse der Vereinigten Staaten begrüßt den nr«ren Bierer-Dund im allgemeinen sehr warm und stellt die Ratifikation durch den Senat als sicher in Aussicht. Newqorker Blätter schrei­ben infolge der Verträge um den Pazifik und den Fernen Osten seien die bereinigten Staaten von Amerika durch das r r Abkommen nicht mehr von der Welt abgcs rdert. Sie sehen in dem Abkommen eine Anwendung der Grund­sätze des Völkerbundes. Die Newyork Times weist mit Befriedigung darauf hin, daß die Großmächte nunmehr friedlichere und freuud- schaftlichcrc Methoden in der Lösung der schwe­benden Differenzen eingeschlagen haben und daß dieser Weg für spätere Zeiten (?) gute Erfolge für die Welt haben werde.

» *

Keine Anwendung von Gewalt.

Washington, 12. Dezember. (Eigene Draht-

totttvtr

Die sicherste Hilfe Mr Rußland wäre

Ablehnung in Frankreich.

Gegen dentsche Arbeiter uud Material.

(Eigene Drahrmeldung.)

Paris, 12. Dezember.

Tie Vereinigung der Ziegelei- und Bauma- terialieuhändler Rordfrankreichs protestiert in einer einhellig angenommenen Resolution gegen das Wiesbadener Abkommen und gegen die Ber- weudung deutscher Arbeiter uns deutscher

Meldung.) In der Sonnabend-Vollsitzung der Konferenz verlas Senator Lodge den Text des Biermächtr-Abkommens. Er fügte hinzu, He

Ein Wieörrausbau-Wan.

Ei« «euer englische» Vorschlag?

(Eigene Drabimeldung.)

Paris, 12. Dezember.

Ministerpräsident Briand hat bei einem Emp- 'ang der Vertreter der Pariser Presse bestätigt,

daß er am 19. oder 29. Dezember nach England reisen werde, um einer Aufforderung Lloyd Georges zu enffprecken. Wiederaufbauminister Loucheur wird Briand nach London begleiten. Neber das Programm der Zusammenkunft Bri- ands mit Lloyd George wird übereinstimmend durch englische und französische Quellen gemel­det, daß ein großer Plan zum Wiederauf­bau Europas und Befestigung der Wäh­rungen besprochen werden soll, der von Brad- bury und Blankett vorbereitet wird. Die Chi­cago Tribüne behauptet, Englands neues Pro­gramm in seinen wichtigsten Punkten schon zu kennen. Danach sind die drei Hauptpunkte: 1. England schlägt vor, das Finauzabkom- men vom 13. August zu ändern, welches Frankreich von der Teilnahme an der ersten bezahlten Goldmilliarde ausschlotz. Die Re> Vision soll Frankreich einen Teil an dieser For­derung sichern. 2. England erklärt sich bereit, daS französische Vorrecht auf Wiedergutmachung für die zerstörten Gebiete mehr als bis­her anzuerkennen. 3. England soll für den gan­zen Betrag seiner Forderung an Frankreich deutsche BonS annehmen, die Deutschland bereits auf Grund des Londoner Ultimatums ausgegeüen hat oder noch ausgcbcn wird.

* *

GaHlerstunLS-Abkommen.

bei Ludwigswinkel in der Rhetnpsalz, in der Nähe des großen Truppenübungsplatzes Bitsch. Mit diesem Verlangen waren weit- gehende Bauforderungen verbunden. Es mut­en von deutscher Seite ein Lager für ein Jn- anierieregiment und mehrere Gruppen Artillerie eine Reihe von Offiziers-Wohnhäusern nebst um- ängreichen WässerleitungS- und Wegeanlagen geschaffen werden. Um die Beschlagnahme von Kultur- und Ackerland zu verhüten, war daS Deutsche Reich gezwungen, den französischen Be- atzungsbehörden einen tausend Hektar großen Waldstreifen in der Rühe des Ortes Lud- wigswinkel in der bayerischen Pfalz zur Der- füaung zu stellen. Die Waldbettände Essen ohne Rücksicht aus den Betrieb einer geordneten Forst­wirtschaft zum Teil abgeholzt werden. Welche Kosten diese gewaltigen Reuanlagen ver- chlingen werden, läßt sich noch garnicht uber- ehe«, doch soll schon nach dem Voranschläge mit

gewesen wäre.

SifenbaW-Vrobleme.

Staats- oder Privatbah».

Zur Frage der Entstaatlichung der ReichSefi enhahnen bringt die Vossische Zeitung aus der Feder des Ministerialrats im Rerchsverkehrse Ministerium Dr. Jng. Tecklenburg einen interessanten Vergleich bei Leistungen bei der Eisenbahn und im Bergbau. Die Eisen- bahndirektion Kastel hat uns gebeten, die beach­tenswerten Ausführungen auszugsweise tote- derzugeben, zumal die Schlußfolgerung auch toon Industriell eisen gewürdigt werden wird -Bel den Erörterungen über die Eisend ahnverhmt- niste wird immer wieder behauptet, einer der Hauptgründe des Milliaidendefiztts sei, daß die Reichseisenbahn zuvi-l Personal be- schaffige, der einzelne Bedienstere daher völlig unzureichend ausgelastet sei. Auf den einzel­nen Mann entfalle daher nur noch etwa die Hälfte der früheren Leistungen. Die Durch­schnittsleistungen, die in der Hauptfachs durch die Verkürzung der Arbeitszeit und den Verkehrsrückgang bringt sind, betragen aller- dings für den einzelnen Mann nur etwa -trt Fünftel der Dorkr-^sleistungen. Dieseimwe- sentlichen auf natürlichen Ursachen beruhende Tatsacke wird zwar nicht befmtien. barfaber nicht zu falschen Schlüssen verwendet werden. Die Folgen dieser Ursachen kann em privat- wirtchfaftlick geleiteter Betrieb ebmsowenlg ausschalten wie der vielgescholtene Staatsbe. tiieb. Zum Beweise hierfür wich m einer Ta­belle durch eine Gegenüberitelwng der Ei« senbahn mit dem privatwirtschafflich betrie­benen deutschen Bergbau nachaewieien daß die Durchschnittsleistung des einzelnen Mannes iitt SScTobdit t>cn gleichen Uri&ben nicht mehr als drei Fünftel der Vorkriegslei.

'Eijwnqsabncchme beider Unternehmun- . aen'tiefien somit zwar gleiche Berhältmsse gründe, die jedoch i»'e Eisenbahn teilweise . größerem Maße zu mildern versucht hat. ttilwei se überhaupt nicht besritigen k-mn. hat die

Anwendung von Gewalt sei in dem Vertage nicht vorgesehen. Zwangsmaßmchmen seren nicht gestattet. Rach einer Mitteilung des Staats- ekrrtärs Hughes wird die Washingtoner Ab­rüstungskonferenz im Frühjahr erneut zu- fammentreten und beraten.

Widerstand im Senat.

Washington, 12. Dezember. (Eigene Draht- meldung.s Amtlich wird mitgeteilt, daß das neue Mächte-Äbkommen zwischen China und dem Fer­nen Osten in die Form eines amtlichen Vertra­ges gebracht werden soll. Der Viervertrag wird unzweifelhaft vom Senat ratifiziert werden,,ob­wohl er auf den mächtigen Widerstand einer organisierten Minderheit stoßen wird.

Noch feine Beschlüsse.

Nathenaus und Loucheurs Rückkehr.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 12. Dezember.

Die Rückkehr RathenauS aus London wird in Berlin für die ersten Tage dieser Woche erwartet. Am kommenden Donnerstag findet

London, 12. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Es verlautet, England beabsichtige, mit Deuffchland ein Abkommen zu treffen, um sich Roturallieferungen für einen Teil seiner Forderungen zu sichern. Es bestehe auf englischer Seffe die Absicht, auch Vertreter Belgiens und Italiens zu der Konferenz zuzu­ziehen und ihnen nahezulegen, mit Deuffchland ein ähnliches Abkommen zu treffen, wie Frank­reich es mit Deuffchland in der Form des Wies­badener Abkommens getroffen hat. Belgien und Italien sind angeblich geneigt, der Einladung zu entsprechen, während es noch nicht keSfteht. ob auch Amerika bereit ist, dem Beispiel zu folgen.

*

Drkanö und Lloyd George.

London, 12. Dezember. (Eigene Drahtmel- dung.) Man glaubt in Loudon, daß B r i a n d s Besuch wahrscheinlich für nächsten Samstag oder Sonntag zy erwarten ist. Die Besprechung mtt Lloyd George wird dann Montag stattfinden.

Abrüstung?

Wie die Franzose« am Rhein tonten.

Wen« eS noch eines Beweises bedarf, daß Frank­reich «ich« an vdrüsrnng den«, sondern seine rrnppenuiacht znr Slieverhalinng SentlchiandS noch verstärkt, dann sei folgender FaU mitgeretit, Aus dem besetzten Gebiet wird von beson- derer Seite geschrieben: In einer Zeit, wo Deutschland ungeheure Anstrengungen machen mutz, um die notwendigen Mittel für die laufen­den Reparationsleistungen aufzubringen, führt Frankreich fort, Riefenbetrage für unpro­duktive militärische Zwecke seiner Besatzungs­truppen zu fordern. Neuerdings wird wieder ein besonders kratz liegender Fall bekannt. Ob­wohl den Franzosen die getarnten deutschen Trnppen-Ueoungsplätze im Rheinland zur Ver­fügung stehen, die für die Bedürfnisse des deut- chen Militärs vollkommen ausreichend waren, verlangte das Oberkommando der französischen Rheinarmee im Frühjahr die Einrichtung eines neuen, den neuzeitlichen Anforderungen der Waffentechnrk entsprechenden

UebungSplatz

die Einführung wirklicher Ordnung und Organisation. In dem Aufruf wird gesagt, das an Bodenschätzen reiche Rußland könne alle Gaben zurückzahlen. DaS ist natürlich Schwin­del. Rußland ist nickt mehr reich. Es war einstmals reich an Bodenschätzen und werten fruchtbaren Ebenen, aber Grund und Boden sind verdorben und die Menschen verkommen. Bo- denfckätze, die nickt gehoben werden können, sind wertlos. Will man sie ausnutzen und das Land wieder fruchtbar machen, so ist zuerst abermals Ordnung nötig, sowie Freiheit für den privaten Unternehmungsgeist und Arbeits- Willigkeit. Unter dem Bolschewismus ist das alles unmöglich. Sicher würden wir Teut- fdwn einem armen hungernden Volke, zu dem auch vieleWolgadeutsche" gehören sollen, nach Möglichkeit helfen. Aber unsere Mittel sind un­zulänglich und Würden die wirklich Notleidenden nicht einmal erreichen. Don deuffcher amtlicher Seite sind, um den Kommunisten eine Konzession zu macken, schon vor Wochen Geldmittel für Rußland bewilligt worden. Das hat aber nicht den geringsten Eindruck auf die Kommunisten ge­macht Eine schlimme Folge ist es aber, daß die Quäker Hilfe aus Amerika, die vorher den armen deutschen Kindern zugute kam, aufgehört hat, Werl wir für Sowjetrußland Geld übrig hatten? Wohltätigkeit beginnt zuhause!" K. F. Dr.

Bolschewiftm-Schuw i

Das russische Volk verhungert.

In der vorigen Woche hat in Berlin ein in­ternationaler Kongreß der Organisationen zur Bekämpfung der Hungersnot m Ruß­land stattgefunden, aus dem dreiundzwanztg Organisationen vertteten waren. Das Präsi­dium wurde beauftragt, einenAufruf an Alle!" zu erlassen. Dieser Ausruf ist bereits in alle Welt gesandt worden. Es heitzt dann: Hunderttausende sind der Hungersnot zmn Opfer gefallen und weitere Millionen Menschen gehen dem sicheren Untergang im harten russi­schen Winter entgegen. Pickt weniger als fünf Millionen Kinder, Tuiger einer besseren Zukunft, sind in ihrem Leben bedroht. Em Ge­biet, das zwanzig Millionen Menschen ern^re und darüber hinaus eine Anzahl anderer Lan­der _ Deutschland, Italien, England nut Getreide versorgte, droht zu einer menzchenleeren Wüste zu werden. Umfassende Hilfe, rasche Hilfe tut'not. Ter russische Staat auf sich allein gestellt, kann diese Hilfe nickt b r i n g e n. Erschöpft durch den äußeren Krieg und die inneren Kämpfe, hart getroffen ourch eine schlechte Ernte, nicht mir im Hun^rgebiet, sondern auch in anderen Ueberschutzbezlrken ist er sogar bei größten AnstrengunMN kaum M- stände, den von der Hungersnot Hermgesuchten die allereffte Hilfe und Unterstützung zu Mwah- reu. Und er ist vollends außerstande, aus eige- ner Kraft Vorsorge für die Wiedermiirichtung der zusrmmengebrochenen Wirtschaft zu treuen, den Bauern des Hungergebietes nut ^erenins vmi Saatoetreide und Ackerbaugerat wirtschaft- lich unter die Arme zu greifen. Nur eine grok- züaige internationale Kredttafiron kann dieses Werk vollbringen. Nicht von einem Al­mosen ritt das russische Volk ist die Rede. Das reicke (?) russische Land ist imstande, Mos zu- rückmzahlen, (?) was man dem russischen Volke zur EMfaltung seiner Produktivkräfte gibt.

Der erste Fehler dieses Aufrufs ist, daß keine Namen darunterstehcn. Wird man gebeten, für irgendeine Sache Geld oder Materialien zu ge­ben, dann will man zunächst wissen, wer die, Einsammler und Verteiler sind. Vom Ver trauen oder Mißtrauen solchen gegenüber hängt es ab, ob man etwas gibt odc nicht. Es steht ja wohl außer Zweifel, ba£ das Elend in Rußland jetzt besmwers durch bte Hungersnot unerträglich geworden ist. Millio­nen Menschen wissen nicht, wie sie diesen Win­ter überstehen werden. Aber können totr überhaupt helfen? Zunächst tonnen doch ine Zünder helfen, die ;m Uebersl n tz leben. Amerika, England und die Neutra­le n ; in zweiter Linie diejeniMN, dre zum Le­ben genug haben: Frankreich, Italien usw «nenn die Siegefftaaten das zufammengebrockene Europa wiederausbauen wollen, sollten sie.in Rußland beginnen. Dort sollten sie auch ihre Kontrollmaßnahmen anbringen und Aufsicht ausüben, denn twrt ift sie berecktigt. Diwenigen, aber die selbst Not leiden, Deutschland uno Oesterreich, können nichts entbehren. Für uns ist es oberste Pflicht, zuerst im eigenen Sande zu helfen. Es gibt in Deutschland auch Millionen alter Leute, Kranker und Kinder, die noch infolge Unterernährung ein klägliches Dafein fristen Die Selbstmorde in den Kreisen der Kleinrentner infolge SunaerS- not sagen uns genug! Die Engländer Haven ein Sprichwort:Charity beginn at home. , WoblWiakeit beginnt zuhauie! Dieses Wort follten auch die Deutschen beachten.

Eine andere Frage ist, ob etwa gesammelte Mittel für das russische Volk m die rechten Hände kommen. »Hier iwck »ch schon. Es ist bekannt aeworden. daß dem rnternattomflen ,Hilfskomitee" auch russische Sowietvertre- tcr in Berlin angeboren. Das ist schon laul. Geld und Nahrungsmittel Würden die arme. Hungernden gar nickt erreicken, wn- bern in den Taschen der SowretbeMttenichar mtt ihrem weiblichen Anhang verschwinden. Man weiß, daß es der Sowjetregreruna nickt darum zu tun ist, die Leiden des Volkes zu lindern, sondern daß sie ein Interesse daran bat, tte Verwirrung auftecht zu erhalten, denn nur über ein geschwächtes, geschundenes, hun­gerndes Volk kann sie herrscken und daber Or­gien feiern. Die Bolschewisten vermeßen setzt Krokodilstränen und tuten bte anderen Wölfer m denen sie fick bemühen, Aurrubr zu stiften, um Hilke an. Ehe wir uns von ihrer Humanitäts-Heuchelei tauschen falten, muffen wir ihnen lagen, daß sie ja selbst bte Schuldigen sind, die das rtssfiswe^ Volk n dieles Elend gestürzt haben Tie Mißernte _tt nicht die alleinige Ursacke der Not. Es Ware keine Mißernte enfftanden, wenn die Bauern töt Land orbnunasgemäß hätten bewirtschaften und mfaa-n können, da? bc>ßr. wenn sie nickt dau- crnd von den bolschewistischen Taaebieben, die dasHeer" bilden, ausgeplündert worden

mindestens

hunderffünfzig Millionen Mark gerechnet werden. Mese übertriebenen mflitärU chen Forderungen schädigen nicht nur die deutsche Reparattonsfähigkeit auss schwerste, sondern sind auch rechttich unbegründet. Das Rheinlandabkommen verpflichtet Derjtjch. land nur, bereits vorhandene TrupPen-UMMgs- plätze zur Verfügung der Alliierten zu stellen. Trotzdem war die Deutsche Regierung gezwun- gen, dem sranKösifchen Verlangen zunächst nmh- zukommen, da sonst mit einer Uus-sührung der geforderten Bauten durch die französische Mili­tärbehörde unter zwangsweiserBei- treibung der Kosten aus den im besetzten Gebiet vorhandenen Staatsgeldern zu rechnen

eine wichtige Sitzung in der Allgemeinen Elektrl- zitätsgefellschast in Berlin statt, zu der Herr Rathenau seine Anwesenheit zugesagt bat. Der englische Botschafter ist vor einigen Ta, gen wieder aus London in Berlin anaekonnnen. An anttlicher Stelle war auch gestern noch nichts über den Ausgang der Londoner Ver­handlungen RathenauS zu erfahren. Ter Matin" meldet: Loucheur hat nach seiner Rückkehr nach Paris sich v o r s i ch t i g über seine Londoner Reife ausgesprochen. Er erklärte, er kehre lediglich mit Informationen für das Ka­binett aus London zurück, aber mtt keinerlei Beschlüssen. Havas zufolge erstattete Lou­cheur am Freitag abeud dem Ministerrat Bericht über seine Londoner Besprechungen.

Die oberste Instanz!

Auch derOberste Rat^ wird «itrede«.

(Eigener Drahtbertcht.)

Paris, 12. Dezember.

Entgegen den Meldungen der hiesigen Mat­ter ist es keinesfalls ridrtia, daß der Gedanke an eine Einberufung des Obersten Rates auf­gegeben worden sei. Im Gegenteil, wenn die Besprechungen in London eine Grundlage für den von Lloyd George angestrebten Ausgleick der englischen und französischen Interessen er- aeben wirs der Oberste Rat bereits in den ersten Tagen des Januar zusammentreten, mn außer dem deuffchen Reparations­problem auch die Frage des Rahen Ostens endgültig zu regeln. Die früher in . Aussicht genommene Zusammenkunft der drei Außenminister Frankreichs, Englands und Jta-

: Lieus scheu« endgültig ausgegckben »u feta»