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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 285.

Fernsprecher 951 und 953

Sonntag, 1L Dezember 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

s

Neigung M einer begrenzten Stundung.

Hoffnung auf Hilfe.

Gute oder böse Folge»?

Di« Nachrichten aus London lassen gegen- toärtig einen günstigen Verlaus vermuten, das heißt günstig für das Zustandekommen eines Zahlungsaufschubs. Englische Finanz, kreise vertreten angeblich die Auffassung, daß eine Aussetzung der Barzahlungen für die Dauer von fünf Jahren geeignet sein würde, Deutschland wieder kreditfähig zu machen, damit es in größerem Umfange englische Waren kaufen könnte. Das Sinken der deutschen Mark hat dem britischen Handel und der Industrie be­kanntlich schweren Schaden zugefiigt, weil die deutsche Kaufkraft dwhiuschwand. Andererseits nahm infolge der billigen Kursberechnung die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt derart zu, daß die Briten es Wiede: unerträglich fan­den. Folglich soll die deutsche Valuta, im eng­lischen Interesse (I), gebessert werden. Wenn England einem anderen Lande .Hilfe- gewährt, ^schiebt es inrmer auS einem eigensüchtigen Beweggründe. So auch in diesem Falle. Die Hilfe darf natürlich nur so weit gehen, daß sie den Helfer nicht von neuem schädigt, und so sind die wohWberiezten Bedingungen auf­gestellt worden, die Deutschland in die Ab­hängigkeit ton England bringen.

Aus diesem Grunde ist wohl anzunehmen, daß t$fic<ti> ein Abkommen getroffen wird, das uns eine scheinbar« Erleichterung verschafft. Ob aber dabei das deutsche Wirtschaftsleben gesun­den wird, muß vorläufig noch bezweifelt werden. Selbst Frankreich beobachtet die Londoner Verhandlungen mit einigem Mißtrauen und be­fürchtet, dabei zu kurz zu kommen. Deshalb Sc» den Wiedrraufbauminister Loucheur ent-

dt um zu erfahren, was Ctinnes und Rat He­nau bis jetzt erreicht haben. Loucheur beabsich­tigte, den englischen Ftnanzkreisen, die an der deutschen Frage interessiert sind, zu beweisen, daß der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands nicht auf Kosten Frankreichs erfolgen dürfe. Er vermutet eine Taktik der deutschen Regierung den Moratoriumsantrag für die Januar- und Februar-Raten im letzten Augenblick einzubrin­gen, doch müsse dieses »Manöver" zunichte ge­macht werden, denn ein Zahlungsartsschub könne erst in Frage kommen, wenn diese beiden Raten bezahlt seien. Loucheur wollte dar­über wachen, daß Frankreich und England nach gemeinsamen Richtlinien bandeln, und es ist wahrscheinlich, daß ihm seine Absicht gelungen ist, denn er hatte sich ja nahe genug im Carlton- Hotel neben Rathenau einquartiert.

In Deutschland wird die ganze Ange­legenheit noch mit großer Zurückhaltung ausgenommen, weil man nie wissen kann, was bei diesem Handel heranskonnnt. ES ist sehr fraglich, ob die deutsche Regierung die englischen Bedingungen unterschreiben kann. Sie bedür­fen jedenfalls noch erheblicher Abänderungen, Eonst würden wir den letzten Rest von Selbstän- sigkeit aufgebe». Wie die Engländer die deut­sche Industrie unter Aufsicht halten wollen, ha- 6cit wir in diesen Tagen bereits dargelegt. Der Gedanke, der deutschen Regierung einen alliier­tenBeirat" zur Seite zu stellen, der die Finan­zen und die ganze Reichsverwaltung zu kon­trollieren Hüfte, wird bereits in Paris ernstlich erörtert. Käme eS dazu, dann wäre Deutschland auf die Stufe einer drittklassigen Macht herabgedrückt. So weit darf er nicht kommen! Eine Stabilisierung der Valuta wür­de damit jedenfalls nicht erreicht. Die Verwir­rung im politischen und Wirtschaftsleben würde nur fortgesetzt. Wir haben jetzt schon elneq, Hei­nen Vorgeschmack davon bekommen, welche nie- d erdrückende Wirkung diese Unsicherheit hat. Durch die willkürlichen Kursbewegungen geht der Geschäftswelt jeder Maßstab verloren. Die Industrie hat bei dem letzten Niedergang der Kurse Verluste von vielen Millionen erlitten. ES stehen ost Summen auf dem Spiel, die di« Vernichtung eines Unternehmens bedeuten können, wenn der Zufall es will. Der furchtbare Zusimrmenbruck der Vfülzischen Baak ist das erste wirkliche Gefahrensignal.

Was die Reichsregierung bei diesen Geschehnissen zu tun gedenft, weiß sie selbst noch nicht. Sie läßt sich noch von den Ereignissen treiben. Anstatt selbst das Steuer seit in die Hand zu nehmen, wartet sie ab, was die Führer der Industrie und Finanz auf privatem Wege bei den Verhandlungsgegnern erreichen. Damit gibt sie ihren Mangel an Autorität ofsen- kundig zu. Sie läßt es auch in diskreter Zu« iückhccktung geschehen, daß der bekannte Grotzin- dusftielle Arnold Rechberg sich auf eigene Faust mit der Berliner französischen Botschaft in Ver­bindung gesetzt hat, ohne von der Regierung be­auftragt zu sein, und eigene Vorschläge über di« künftige Regelung der Reparaftonen borge- legt hat. Wie uns aus Berlin mitgeteilt wird, ist der Botschafter Laurent mit Rechbergs Vor­schläge» nach Paris abgereift. Wie die Jndu- ßiiti 6» test sich auch tu deutsche Land-

Die Not der deutschen Vreffe.

Gefchlchtsaufklärung-

Ei» Werk Wilhelm ll.

Die deutsche Presse wird plötzlich vor die befürchtete, mit allen möglichen Mtteln bisher verhinderte Katastrophe gestellt. Die deutschen Zeitungen haben von den bis auf das Hun- dertsünfzigfache gesteigerten Preisen der Materialien und Herstellungskosten nur einen Teil auf Leser und Inserenten überwälzen kön­nen. Nun war der Wagen Druckpapier, der im Frieden zweitausend Mark kostete, bereits Ende November wieder erheblich verteuert worden, so daß der Preis für Dezember auf siebenund- dreißigtausend Mark gestiegen war. Plötzlich wird hierauf ein weiterer sofortiger Ausschlag nochmals um mehr als das Doppelte des Friedenspreises verlangt, und hierzu kom­men die allgemeinen sprunghaften Ver» reuerungen und die enormen Erhöhungen der Löhne. So wachsen plötzlich die gesamten Pro» dukttonslasten in Riesensummen zusam­men, zu lenen auch eine Verdoppelung der bis­herigen Bezugspreise in gar keinem Verhältnis stünde.

' Ob und wie lange noch unter diesen Umstän­den überhaupt das Zeitungswesen aufrecht zu erhalten ist, darüber herrschen in den Kreisen der Sadjtoerftäntngen die schlimmsten Befürchtungen. Wir treiben aber offenbar in eine Krise hinein, in der die Aufrechterhaltung der Presse mehr als je auch die Aufrechterhaltung der Hoffnung, der Ordnung, des Staatsliebens bedeuten wird Nur Kurzsichtigkeit und Unkenntnis kann das verkennen. Außerordentliche Verhältnisse erfor­dern außerordentliche Mittel. Das muß verftan- den und gewürdigt werden in dem Augenblick, wo es nun tatsächlich geht um Sein oder Nichtsein der deutschen Presse!

Wir erwarten daher zuversichtlich, daß die unbedingt notwendigen außergewöhnlichen Er­höhungen der Bezugs- und Anzeigenpreise nicht zuletzt deshalb getragen werden, weil nur so di« wirtschaftliche Unabhängigkeit der deutschen Presse und ihre UnabhängWett von ausländi­schen Einflüssen zu erhalten ist. Wir wollen, so­lange es irgend möglich ist, die deutschen Zei­tungen vor dem Erliegen schützen. Und wenn es leider bet der stürmischen Entwicklung zum Schlimmen nicht gelingen wird, manche altein­gebürgerte und wertvolle Organe der öffentlichen

wirtschaft, deren große Organisationen in der kommenden Woche über die Kreditaktton be­raten. Da ein Ausweg aus der Wirrnis noch nidjit von den Parteinunistern und Parlamen­tariern gefunden worden ist, müssen di« schaf­fenden Kräfte der deutschen Wirtschaft an die Front. ES gebt um Sein oder Nichtsein, und zuletzt wird jeder Einzelne vom Schicksal des Reiches mit betroffen. Angesichts der verfahre­nen Lage ist man fast geneigt, die Zurückhaltung der Regierung gutzuheißen. Die Alliierten ver- suchm es jetzt mit den Männern, die eine wirk­liche Garantie hinter sich haben. Bald muß sich zeigen, daß diese Männer, die für beide Teile gangbare Vorschläge machen, letzten Endes auch den Mut haben, den Gegnern Grenzen zu setzen.

K. F. Dr.

Londoner Verhandlungen.

ei« begrenzter Zahlungsaufschub t lEigener Drahtbericht.)

London, 10. Dezember.

Neber die gestrigen Besprechungen zwischen Lloyd George, Sir Horn« und Loucheur meldet der Berichterstatter desTcmps", daß nicht nut das Wiesbadener Abkommen, sondern der ganze Komplex der Reparationsstagen be­handelt werde. Die Auffassung, daß nicht nur eine Stundung gewährt, sondern daß auch die Bestimmungen des Londoner Diktats vom 5. Mai abgeändert werden müssen» komme in Eng­land immer mehr zum Durchbruch und werde immer eifriger in den radikalen Arbefterkreisen vertreten. Man hält eine solche Revision für das einzige Mittel, um einem wirffchastlichen Zusammenbruch zu entgehen. Neber den Stand­punkt der englischen Regierung in der kommen­den EnteMekonferenz könne man bereits so viel sagen, daß das englische Kabinett für eine soge­nannte begrenzte Stundung z» haben sei in dem Sinne, daß Detftschland die Repa­rationszahlungen in bar (ober nicht in Sach- leistungen) gestundet werden, allerdings unter der bekannten Boraussetzum. daß es die ne*-

Meinung vor dem Zusammenbruch zu retten, so darf uns doch Pessimismus nicht dahin bringen, daß wir widerstandslos den Dingen ihren Lauf lassen. Die Presse, die jede Zeitung in ihrer Richtung mehr als je kämpft für das Wohl der VolksgesamHeit in diesen Zeiten, bedarf auch in erhöhtem Maße der Einsicht ihrer Leser.

Die Lage ist keiner früheren ver­gleichbar. Möge das allenthalben erkannt werden, solange es noch Zeit ist.

Der Vorstand

des Vereins DeutscherZeltungsverleger (Herausgeber d. deutschen Tageszeitungen), e. B.

Im Anschluß an die Erklärung ihrer berufe­nen Vertreter richten auch die Zeitungen des Be­zirks Kurhessen-Waldeck an ihre Leserschaft die dringende Bitte, der Notlage der Presse Ver­ständnis entgegenzubringen. Die von uns be­schlossenen Preiserhöhungen, die aus dem Kopfe jeder Zeitung zu ersehen sind, sind so niedrig wie nur irgend möglich gehalten. Sie sollen nur dazu dienen, unsere Zeitungen vor dem Erliegen zu böivahren. Zur Einsicht unserer Leserschaft haben wir das Vertrauen» daß sie den hohen Wert einer unabhängigen Heimats- presse erkennen und gern helfen wird, diese Presse zum Besten der Heimat und unseres Volkstums zu erhalten.

Brzttt Kurheffsn-WawrS im Verein Deutscher Äeitungsverleger

(Kress Mitteldeutschland):

Kasseler Neueste Nachrichten, Hessische Post, Kas­seler Allgemeine Zeitung, Kasseler Tageblatt. Kasseler VolkSblatt, Werrabote (Bllendorf), Bebraer Tageblatt, Eschweger Tageblatt, Esch- weger Zeitung, Frankenberger Zeftung, Gudens- berger Zeitung, Hersfeldcr Tageblatt, Hersfelder Zeitung, Hessischer Bote, Hersfelder Volksstimme. Hofgeismarer Zeitung, Homberger Sreisblatt, Hessische Landeszeitung (Marburg), Melsunger Tageblatt, Mündcnsche Nachrichten, Rotenburger Tageblatt, Witzenhäuser Tageblatt, Ziegenhainer Zeitung, Riederhessische Zeitnng (Ziercnberg), Waldecksche Landeszcitung, Waldecksche Rund­schau, Waldecksche Zeitung, Wildunger Zeitung.

sten Zahlungen vom 15. Januar und 15. Fe- bruar leistet. Auch Loucheur scheint für eine solche Stundung Bedingungen gestellt zu haben.

Zusammenkunft der Ministerprüstdenten.

London, 10. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Bei der Besprechung der Alliierten über das Wiesbadener Abkommen und die Sachlei­stungen wurde auch die wirtschaftliche Welüage erörtert. Man kam zu dem Schluffe, eS sei ein formeller Meinungsaustausch zwischen dem französischen und britischen Premier- Minister wünschenswert. Da Lloyd George im Augenblick England angesichts der irischen Lage nicht verlassen kann, drückte er die Hoffnung auS, Briand werde es möglich machen können nach England zu kommen. Loucheur überbringt heute Briand die Einladung, die noch vor Weih- nachten verwittllicht werde« soll.

Nm für kurze Fristen. v J Gutachten über eine Anleihe an Deutschland»

(Eigener Drcchtbericht.)

London, 10. Dezember.

Das Gutachten der Bank von England über die Möglichkeit eines enKischen Kredits oder einer Anleihe an Deutschland, das dem Finanzminister zugegangen ist, lehnt die Frage ab, Deuffchland eine größere Anleihe zu gewähren. ES wird empfohlen, falls sich die deutsche Regierung die erforderlichen Garantien verschafft. Deuffchland Darlehen aus kurze Fristen zu gewähren, die nach jedesmaliger Einlösung zum höheren Betrage erneuert wer­den könnten. Dentsckssand müsse die Staatsein­nahmen, besonders in der Warrnmtsfuhr, zu er­höhen wachten, damit es in die Lage komme, dje Anleihen aus den Einnahmen zurückzahlen zu können. Auf diese Weise müssen sich die Staats- sinanzen langsam bessern, was der sprunghaften Veränderung der Wechselkurse vorzuzichen sei, wodurch die wirtschaftliche Lage (sftrropas stets i» Mitleidenschaft gezogen würde. Durch solche Umstände tauchten wieder neue Problem« auf.

Der frühere Kaiser bot ein Wert herauäge» selten, das in fachlicher Weife die politisch« in­ternationale Entwicklung vo» den» Krieg« da», legt ur.it den Beweis führt, datz Dcutfehlauv nicht 016 der Schuldige hingeftellt werden tan» Es handelt sich bei dem neuen Werk um di« sogenannten .Geschichts-Tabellen" des früheren! Kaisers. Diese verdanken ihre Entstehung einens persönlichen Bedürfnis des Verfassers. Aus dem Wunsche heraus, die wichtigsten Ereig-> nisse der Weltgeschichte seit dem Berliner Kongreß bis zum Ausbruch des Weltkrieges in! einer übersichtlichen Darstellung sich leicht öen gegenwärtigen zu können, hat der Kaiser zuerst im Jahre 1919 eine derartige Ausstellung toer. faßt und sie dann nach dem ihm seither zugäng. lich gewordenen Quellenmaterial vervollständigt^ Das in Groß-Quart gehaltene, fünfundsiebzig Seiten umfassende Werk bringt in Tabellenform die wichtigsten Geschehnisse bei den Groß. Mächten. In der Anordnung sind die gro. ßen europäischen Bundesgruppen vor dem Kriege nebeneinander gestellt worden; so folgen auf die Dreibundstaaten, Deutschland, Oester. reich-Ungarn und Italien, die Ententemächte! England, Frankreich und Rußland, dann bie| BaÜanstüaten, die Türkei, Amerika und Japan. Für gemeinsame Daten ist eine besonder« SpalteAllgemeines" vorgesehen. Vorgänge, die mehrere Länder angehen, sind über die Spalten binweg gesetzt worden. Als die Absicht, die den Kaiser bei Ausarbeitung der Tabellen geleitet hat, gibt das V o r w o r t an:eine übersichtliche Zusammenstellung streng geschichtlicher Taffachen zu liefern, die den Leser in die Lag« versetzt, über die politische Weltlage seft dem Berliner Kongreß 1878 und über die Vorgeschicht» des großen Krieges sich

ein eigenes Urteil zu bilden". ? . Demzufolge sind die einfachen Taffachen tttt beflt ihnen zukommenden Platz gestellt worden, unter, Vermeidung jedes Werturteils ober sonstiger! Folgerungen aus den Vorgängen. Von beson­derem Wert ist es, daß jedes wichtige ober ffrit. tige Ereignis und jedes Zitat in einem 267 An. Merklingen umfassenden Quellennachweis! einwandfrei belegt sind. Diese Zusammenstel­lung geschichtlicher Tatsachen will den Beweis erbringen sür Len treibenden Kriegswillen! der Ententestaaten Dieser Eindruck soll vertieft werden durch einzelne wörtlich zitiert« und genau belegte Aussprüche verantwortlicher! Staatsmänner feindlicher wie neutraler GtaaJ ten. Unwiderleglich werden offenbar: Franks reichs Revanchepolitik, die immer be« reit war, über Deutschland herzusaAen. sowie sich nur ein mächtiger Partner fand, Engi lands Neid auf Deutschlands werdend« Macht und die shstemcttisch betriebene, von den belgischen Diplivomaten in ihren letzten Zielen! Rar erkannte Einkreisungspolitik Edu. ards des Siebenten, und schließlich Rutz, lands ganz und gar aktive Polittk mit dem Ziel der Eroberung Konstantinopels; klar wird ausgesprochen, daß die Erreichung dieses Zieles nur nach einem siegreichen Kriege gegen! Deutschland und Oesterreich-Ungarn möglich" sei, und eine Ministersitzung in Petersburg beschließt itn Februar 1914, die Lösung der Meerengenfrage

im Rahmen eines enwpäischen Krieges" in Angriff zu nehmen; ausdrücklich findet diefeß Programm Vie Billigung des Zaren. Ueberhaupt zeichnen sich gerade die ÄeußeNmgen der Staats­männer Rußlands intb der BaKanstaaten, vor allem Serbiens, durch Deutlichkeit auS. In ähnlicher Weise sind in einem Anhang die Er­eignisse der Juli- und Augusttage 1914 barge­stellt. Für die historische Forschung bringt das Werk insofern Beachtliches, als der Kaiser auf Grund feiner persönlichen Kenntnis einiges, bisher sonst nicht bekannt« S Material beibringt. So zum Beispiel über die Entsen­dung des damaligen Prinzen Wilhelm 1880 nach Brest-Sitowsk. Zar Alexanders deS Dritter« Abneigung gegen die französisch« Republik, An» griffsavstchten Nikolaus des Zweiten gegen I» pan bereits im Jahre 1901, König Eduards Ab< sichten bei dem Besuche in Ischl, über die des Kaiser von Kaiser Franz Josef selbst unterrichi tet worden ist, und noch vieles andere.

Verkehrs-Schwierigkeiten.

Eisenbahn und Straßenbahn in Hamburg«

------- Wrivat-Telegramm.)

Hamburg, 10. Dezember.

Infolge der in Hamburg herrschenden Koh» l e « n o t sieht sich die Eisenbohndirettion Ham- bürg zu der ErRärung gezwungen, daß vom heutigen Sonnabend ab vorübergehend größere Zugeinschränkungen, besonders im Schnellzugsverkehr, eintreten müf- fcn. Ez kann also nicht mU allen im Fahrplan verzeichneten Lügen gerechnet werden. Berrtttz