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Kasseler Abendzeitung O- Hessische Abendzeitung

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Nummer 283. Fernsprecher 951 und 952 Freitag, 9. Dezember 1921 Fernsprecher 951 und 952 11. Jahrgang.

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Noch keine Besserungszeichen?

Der Wirrwarr.

Moratorium oder Anleihe oder Bankerott.

Es ist alles noch in der Schwebe, und so wird es noch bis zum Ende dieses Jahres blei­ben. Niemand weiß vorläufig, was werden soll. Man ergeht sich in allerlei Vermutungen, ist bald Hoffnungsfreud lg, bald mutlos gestimm», je nachdem die Telegramme aus England über die hin. und herschwankenden Verhandlungen berichten. Weder in Reaierungs-, noch in Fi­nanzkreisen ist man über die nächste Zukunst im Klaren, und sogar die Alliierten, in deren £>ärtfbe unser Schicksal gelegt ist, wissen nicht, was sie tun sollen. So hängt dir Entscheidung letzten Endes von Zufälligkeiten ab, die schließ­lich, mögen sie ansfallen. wie sie wollen, für! Deutschland- nichts Antes bringen werden. Wie die Meinungen selbst in der Reichsregierung auseinandergehen, zeigt unser gestriges Berliner Telegramm, wonach bei den Kabinetts-Beratun­gen über die Zahlungsverpflichtungen einige Minister allen Ernstes vorschlugen, die Regie­rung solle die Zahlungsunfähigkeit er­klären, nm endlich Klarheit zu schassen. Dezcgen wendet sich allerdings der Reichskanzler Wirth, der weiterhin an dem Plan der Erfüllung fest­hält. Nur weiß er noch keinen Rat, wie die Er- füllung möglich sein soll, da zugestandenermaßen für die Januar- und Fcbruar-Rate so gut wie nichts verfügbar ist. Dor einigen Wochen hieß eS einmal, die Summen seien zum großen Teil gedeckt, denn man hoffte damals aus das baldige Zustandekommen deS Indu­strie- und Landwirtschafts-Kredits. Diese Hoff­nung war verfrüht. Zwar sind noch Vechand- lirngen in dieser Angelegenheit im Mange, aber eS -bc steht noch gar keine Ansftcht, ob dabet et­was Brauchbares herauskommt. Jedenfalls stel­len die Alliierten so hohe Bedingungen, daß Deutschland sie kaum wird erfüllen können, weil es eine Auslieferung unserer Industrie und der Verzicht aus unsere'Sekbstälchigkeit wäre.

1 In London und Paris zerbrechen sich die 'Sachverständigen die Köpfe über das Problem, wie man dem Bären das Fell über die Ohren ziehen und ihn doch am Leben lasten kann. Bis jetzt ist kein Fortschritt in den Verhandlungen eingetreten, weil England nichts ohne Frankreichs Einverständnis tun will, wie der britische Schatzkanzler Sir Harne er­klärte. Harnes Red« war zum großen Teil dar­auf berechnet. Frankreichs Befürchtungen, daß England etwa Sonderabmachungen mit Deutsch­land treffen könnt-, zu zerstreuen. Es sind über­haupt, je länger desto mehr, Gegensätze zwi- scheu den Alliierten zu beobachten. Wäh­rend die italienisch-französischen Meinungsver­schiedenheiten gelegentlich impulsiv zum Aus- druck kommen, spielen sich die franzosisch-briti- Fhen Gegensätze hinter den Kuliffen ab. En st­and weigert sich die französische Gewalt­politik noch länger mitzumachen, weil eS sich wirtschaftlich dadurch benachteiligt fühlt. So laufen die Bedingungen, die John Brad» bury für eine Anleihe oder ein Moratorium ge- genübcr^Deuischland ausgestellt hat, deutlich dar­auf hinaus, Deutschland in die wirtschaftliche Abhängigkeit von England zu bringen. Dagegen haben in Frankreich immer noch jene Kreise die Oberhand, die gerne die Zahlungsunfähig? keit Deutschlands zum Anlaß nehmen möchten, bas Ruhrgebiet zu besetzen.

Angesichts der auSeinandergehenden Alliier- ten-Jnteressen ist es bemerkenswert, wie trotz der Abrüstungskonferenz sowohl Frankreich alS auch England ununterbrochen ihre bewaff­nete Macht verstärken. Beispielsweise wird aus London gemeldet, daß auf einer eng­lischen Werst ein neues Unters erfahr- z e ug gebaut wird, das eine vergrößerte Form und eine vermehrte Kampffähigkeit besitzt. Die Einzelheiten sind in größtes Geheimnis gehüllt Die Engländer erwarten davon, daß es buch- stäblich ein tauchbares Schlachtschiff wird. Dem­gegenüber können wir auf die Tatsache Hinwei­sen. daß Frankreich feine am Kanal gelegene Küste, besonders an der engsten Stelle, mir einer Reihe schwerer Batterien ausge- rüstet hat, mit denen eS nicht nur den Kanal, sondern südliche Teile Englands und die Stadt London beherrscht. Sieht oas nach Frieden und Eintracht aus?

Ileberlaffen wir <cher die britisch-französischen Gegensätze der Zukunft, so bleibt für uns in der Gegenwart noch genug bestehen, das uns Sor­gen macht, Dinge, mit denen sich die Alliierten gegenwärtig beschämorn. DaS sind die Bedin­gung e n, die ur°s für die etwaige ausländische Kreditgewährung auferlegt werden solley. Ein Mitglied der alliierten Repairattonskommisswn sagte, die AMierten müßten sich auf eine gemein- ferne Politik einigen, um die deutschen Finäu­gen kontrollieren zu können. Das werde eine Einmischung in die inneren deutschen Ver- siÄtniffe bedeuten. Die Regierungsbei- hilfe zur Verbilligung des BroteS müsse be­seitigt werden. Die Eisenbahn- und Posttarife müßten erhöht und die Zahl

der netzen Beamten vermindert wer­den. Auch die Steuern seien zu erhöhen und dir Neuausgabe von Papiergeld fei ein zustellen. Um dieS alles kontrollieren oder gar selbst verwalten zu können, müsse Einigkeit unter den Alliierten herrschen. Da­her die an Frankreich gerichteten englischen Re­den. Me muß aber eine solche Ausbeutungs- Politik ans Deutschland wirken? Bei einer der­artigen Unterjochung müßte Deutschland vol­lends zugrunde gehen. Hier haben diejenigen Deutschen, die noch immer Hilfe vom Lmssand erwarten, ein Bild ihrer Hoffnungen! K F. Dr.

Das Zahlungö-Iroblem.

Entente-Beratungen in London.

(Eigener Drahtbericht.1

London, 8. Dezember.

Die Londoner Besprechungen über die durch die Zahlungsschwierigkeiten Deutschlands auf­geworfenen Probleme scheinen unmittelbar vor ihrem Abschluß zu stehen. Die Auffassung, daß England, bevor es endgültig für den einen oder anderen während der letzten Tage disku- tierten Pläne sich entscheidet, Frankreich zu Rate ziehen wird, findet ihre Bestätigung in folgender halbamtlichen Meldung: Einer Ein- ladung der englischen Regierung folgend, wird Minister Loucheur sich heute nach London be­geben, wo er mit dem englischen Schatzministcr H orue eine Besprechung in der Reparations­frage haben wird, die unter anderem die Durch­führung des Wiesbadener Abkommens, die näch­sten deutschen Zahlungen und die Frage eines etwaigen Moratoriums zum Gegenstände haben wird. Louckteur, der von Finanzsachverständigen begleitet sein wird, wird Gelegenheit haben zu einem erschöpfenden Gedankenaustausch mit den Mitgliedern des englischen Kabinetts, der zu­gleich bestimmt ist, eine später einzuberufende interalliierte Konferenz einzuleiten.

* *

Stellungnahme der Franzosen.

Paris, 8. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Loucheur hat gestern abend auf dem Bahnhof unmittelbar vor feinet Abreife Jour­nalisten gegenüber die Erklärung abgegeben, daß er wahrscheinlich in London auch mit Rathe. nau fprechen werde. Er werde zwei bis drei Tage in London bleiben und wahrscheinlich Sonnabend wieder in Paris sein, Bon einer Be­sprechung zwischen Lloyd George und Briand könne noch keine Rede fein, doch würde eine solche Besprechung wahrscheinlich in der nächsten Woche stattfinden. Briand hatte gestern eine Unterredung mit dem Berliner Bofftimfter Laurent, dem Präsidenten der Wiederher- stellungskommissivu Douboj8 um» Lou­cheur, mit denen er die Frage der deutschen Zahlungsfähigkeit eingehend erörterte. Darauf ist Loucheur nach London gefahren.

Die Anleihe eine SnttüiisGung?

Paris, 8. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Echo de Paris berichtet aus London: Neber RathenauS Verhandlungen in London lauten die letzten Nachrichten ein wenig gün- fHfler. Die Anleihe ast Deutschland, wenn sie überhaupt zustande kommt, wird die Deuffchen enttäuschen, weil sie nur der Reparations­zahlung diene« darf. Die englischen Finanzkreise verlangen Garantien wirtschaftlicher Art, über die Rmhenau keine Zusicherungen geben konnte.

Die Bank von England.

Warnung vor Optimismus.

(Privat-Telearamm.l

Berlin. & Dezember.

Zwischen der Reichsbank «nd der Bank von England sind die direkten Beziehungen wieder mtsgenommen worden, die feil dem Kriege unterbrochen waren. DaS ist das Er­gebnis von Verhandlungen die Reichsbankpräsi- denk Havenstein vor kurzem mit London geführt hat. Der Ausschuß des Reichstages für aus- wärttgr Angelegenheiten tritt Montag bezw. Dienstag kommender Woche zusmnmen. Die Antwort der Bank von England auf die deutsche Anfrage um Kredit wird nicht vor Sonntag jn Berlin erwartet. In parlamentarischen Kreisen warnt man vor einer zu optimistischen Auf­fassung der GesoMtlage, da weder die englische Zusage sicher steht, ohne das Frankreich zuvor gefragt witt». noch seien die Bedingungen eines

englischen Kredites endgültig bekannt, die vor­aussichtlich sehr drückend sein würden.

Harle Bedingungen.

Ungenügende Vorschläge englischer Geldgeber (Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 8. Dezember.

Die Kreditbemühungen in London, die auf eine Anleihe von fünfundzwanzig Millionen Pfund Sterling durch Vermittlung eines hiesi­gen großen Bankhauses erfolgt sind, füllen nttt infoweit zu einem Anerbieten englischerfeits ge- sühtt haben, daß man fielen Millionen Psund ganz kurzfristig unter Garan> tien der deutschen Industrie zu harten Be­dingungen geben will, was nach Ausspruch des Reichskanzlers, der sich gegen kurzfristige Kredite gewendet hat, ohne großen Nutzen für Deutschland wäre. In der Beratung des Kanzlers mit den Parteiftihrern wurde auf die ungeheuren Schwierigkeiten der augenblicklichen Lage hingetviesen. Die englischen Geldgeber wollen ohne Hypothek auf die deutsche Jndusttte sich zu keinerlei Tra.rsaktiomn bereitfinden.

Deutsche Volksputtel.

Der Streit am die künftige Richtung.

(Privat-Telegramm.j

Berlin, 8. Dezember.

Zu der Blätternotiz, daß Dr. Strese- mann Vorsitzender der Deutschen Volkspattei aus Prestigegründen bleibe, aber als Vorsitzen­der der Reichstagsfraktion der Bartei zurüStre- n-.de, reiöt dieZeit": Die Frattion der Deutschen VolkSpattei wird heute über acht Tage zu einer Sitzung zusammentreten, in der die politische Lage im Anschluß an den Stutt- gatter Patteitag besprochen werden soll. Wir sind überzeugt, daß der Ausgang dieser FraktionSfltzung den törichten Gerüchten ein für allemal ein Ziel setzen wird. DieBossischr Zeitung« schreibt zur gleichen Frage: Eine Nie- Verlegung des FraMonsvorfitzeS des Dr. Strese- mann würde auch nach außen hin zeigen, daß die Fraktion völlig unter dem Einfluß der deutschnational orientierten Gruppe steht. AVer selbst wenn es nicht dazu kommen sollte (und man darf annehmen, daß rein zahlenmäßig die weit überwiegende Mehrheit der Fraktion hinter Stresemann steht), so würde doch die Reichstags- frattton der DES Partei sich unzweideutig dar­über aussprechen, daß sie in ihrer Gesamtheit jene Politik machen will, die die einmütige Zu­stimmung des Parteitages gefunden Hot.

Kundgebung der Lcmdwrtte.

Reparation, Steurrfrageu, Lebeusmittel.

(Pnvat-Telegramm.)

Berlin, 8. Dezember.

Wie die Tägliche Rundschau von gut unter­richteter Seite hört, wird am 15. Dezember im Herrenhause eine politische Kundgebung der gesamten deutschen Landwirtschaft stattfinden. Der Reichsausschuß btr deutschen Landwirtschaft und der ReichSverbaud der deut­schen Industrie haben sich, einer Anregung des ReichSlandSundes und der Bereinigung der deutschen Bauernverbände folgend, dazu ent­schlossen, die deutsche Landwittschast zu einer Kundgebung aufzurufen. Gegenstand der Tagung bilden die aktuellen mehrfachen polttischen Ta- gesfragen. Es gilt, seitens der Landwittschast zu dem Reparations-Problem, zu den Steuersragen und zu der Frage Mr Le­bensmittelversorgung des Volkes Stel­lung zu nehmen ES wird die direkte Versor­gung der deutschen Großstädte und auch der Konsum-Organisattonen vorgeschlagen.

Keine Abrüstung.

Die militärische Macht Frankreichs. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 8. Dezember.

Aus Washington wird bettchtet, daß eine Persönlichkeit aus den Regierungskreisen und der unmittelbaren Umgebung deS Präsidenten Hardjng erklütt habe, der amerikanische Präsi­dent werde Deutschland nicht zur Teil­nahme an der Konferenz einladen. Diese Mitteilung wurde gleichzeitig mit der Bemer­kung begründet, daß eine Anwesenheit einer deutschen Vertretung in Washington unnütz sei. weil die Washingtoner Konferenz sich mit der Frage der militärischen Rüstungen nicht befassen werde. Damtt ist wahrscheinlich gemeint, daß die Abrüstung zu Lande auf dieser großen Ab- rüstungskonferenz nicht zur Sprache kommt und zwar, weil Briand fein Veto dagegen einlegte.

Reue Ausstellungen.

Hausrat, Kleidung und Kuuftgewerbe.

Aus Frankfurt c. M. wird uns über neue AuS- fteNungen berichtet. Nach der Kinderhilf». Ausstellung ist jetzt die Ausstellung»ein Seim" an de« Reihe, eine Schau für nuten Hausrat, Kleidung und Kunftgegenstande. Der Jugendring und die gemeinnützige nas- sauifche Möbelvertriebs-Gescllschast haben mit Unterstützung des Werkbundes, DürerbundeS, des Vereins für Frauenkleidung und Frauen, kultur und des Bundes für Erneuerung der Sll- le die Ausstellung .Dein Heim" geschaffen. Sie ist in allem ein getreues Abbild unserer gv- genwättigen und wohl auch zukünftigen Lebens­führung. Bekannte Fachleute wie Architekt Henß, Kreß und Menges. Pros. v. Löhr, Prof. Spannagel, Prof. Tessenow haben sich mit Liebe und fernem Stilgefühl der Kleinwoh- nungsrnöbel angenommen und zeigen an vielen Beispielen, daß Kunst und Haus zwei Dinge sind, die sich auch dann gut vereinigen lassen, wenn man sparen muß. Die Ausstellung vereinigt Behaglichkeit, gediegene Arbeit, und was Wohl mit ausschlaggebend ist Preiswürdigkeit.^ (An die Möbelpreise in Friedenszeiten darf man natürlich nicht denken, man muß die augenblicklichen Preise sich vor Augen hatten.) In genügender Auswahl sind die Zimmer aufgebaut. Sparsamkeitsrücksichten und die Raumknappheit der jetzigen Wohnun- gen, der SiedlungS- und Lehmstampfhäuser wa­ren mitbestimmend für die Entwürfe der eins zelnen Ausstattungen. Freundliche Wohnzim­mer im Preise von 37007800 Mark, gut ge­rahmte Bilder an den Wänden, zum Mil des Zimmers paffend, eine handgearbeittte 'Dttre auf dem Tisch. Topfpflanzen u. blühende Topf- btumen, die einfache elektrische Glühbirne ge­schickt durch einen hübschen Lampenschirm ver­deckt. Wie leicht kann findiger Frauengeist sogar aus altem Material einen solchen Lam­penschirm schaffen. Duftiger weißer Stoff, am Rande bunte Holzperlen, guergefetzt ein römifch- streifen Band. Diese Kleinigkeiten vermögen dem Zimmer eine eigene Note zu geben, zau­bern fröhliche Gemsitlichkett herauf.

Von den Speifezimmerentwürfen gestel be- sonders ein solches in Eiche mit schwarzer Zier» leisste und einem paffenden Rundholzleuchter. Mit Büfett, Kredenz. Ausziehtisch und vier Stühlen für 9500 Mark ausgezeichnet. Schlaf­zimmer fah man, darunter ein Tochterzimmer. Jungmädchenstil mit gerafften Mullgardinen tu einem Tupfenmull-L ampenschirm zu schneewei­ßen Möbeln. Der Mädchenverein .Freude" haf ie dieses Jungmädchenparadies zusammenge­stellt. Ein gefülltes Blumenkrippchen am Fen­ster, über der Schwatzecke der kleine Sannen» Weihnachtskranz, die Laute mit bunten Seiden- bändern an der Wand, im schmalen Bücher­schrank gute Bücher. Das Gegenstück: .Zimmer eines jungen Mannes" war etwas zu sehr be­tont auf Ernst und Gelehrsamkeit. Was ge­schmackvolle Innendekoration anbetttfst, so bringt die Ausstellung reiche Anregung mit sparsamsten Mitteln sind die Räume behaglich und wohnlsiv gemacht und erwecken beim Be­schauer den Eindruck eines freundlich-ftnedlichen siuharrse. Hier kann man sehen, wie man nut Liebe und Geschmack auch die kleinste und be­scheidenste Wdhnung zur Eigenwelt stempeln kann es wird der Beweis erbracht, daß Wohn­lichkeit des Heims nicht an Luxus und drum- vollen Möbeln hängt, Hellgestrichene Kuchen lassen der Hausstan die Qual der Wahl.

Die T ö p s e r k u n st kommt wieder zu hohes Ehren; mit besonderer Freude sieht man Kaffee­geschirr, Zietteller, Vasen, Aschenbecher ausge- branntem, glasiertem Ton, und dies: wirklich m künstlerischer Form und Bemalung ausge- führten Tonerzeugnisse sind den häßlichen Stern- gutwaren oder minderwettigen Porzellanen unbedingt vorzuziehen. Eine Fülle von^krmWe­wer blichen Arbeiten: Bucheinbände, Zrerknopfe, Holzperlen und Metallketten. Eigenkleioung. ge­häkelte und gestickte Kinderklerdchen, Häubchen, Mützen, Westchen. zeigen, daß wir gerade auf diesem Gebiete Qualitätsarbeit herstellen.

Die Ausstellung de? Bundes für Frauen­kleidung und Frauenkultur ist ein Kapitel tur sich, sie verrät vornehme Zurückhaltung bei Mw Setbern. Zweckmäßigkeit und Ges^nack in All- taaa, und Arbeitskleidung; eine Schtuhchett. dis angenehm auffällt in unseren Tagen. Daneben kann man die Kunst, aus Allem Neues zu schaffen, bewundern. *

Zweite Heimat.

Für Dezember/Januar steht eine neue, Ntt aus wertvolle Ausstellung m Aussicht; die Aus. stellung des Deutschen Auslands - In­stitutes ^erstmalig in Stuttgart gezeiM totrb, vom Frankfutter Meßamt technisch drtrchgeprhtt. uner dem Namen -S^eite getmat* am 20 Dezember in Hau- .Werkbund eröffnet. En»