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Nnmmer 278. Fernsprecher 951 und 952 Sonnabend, 3. Dezember 1921 Fernsprecher 951 und 952 11. Jahrgang.
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Msenkise und die Londoner Verhandlungen.
Line Wanölung?
Washingtoner Konferenz und Reparativ».
Es scheint, daß Präsident Harding die einmal gesteckten Ziele zäh verfolgt. Ist wirklich aber das Ziel, in dessen Dienst er letzten Endes auch die Wriistungspropaganda gestellt hat. ehrlich und ernst? Sein Kampf gilt dem VÄ- kerbuud, jener Wilsonschcn Schöpfung unseligen Angedenkens, vor der man Deutschland und Rußland fcrnhiett, während die Union ihr fernblieb aus dem richtigen politischen Instinkt heraus, daß diese als Völkerbund verkleidete Gegenseitigkeits - Verstcherungs • Gesellschaft der Sieger im Weltkrieg zum Scheitern verurteilt ist. Tie parteiische und ungerechte Entscheidung über Obcrschlesie i ist nur eines der Beispiele dafür, wie dies mit so hochtönendem Namen versehene Institut arbeitet. Schon vor längerer Zeit hatte der Naüssolger Wilsons seinen Plan einer Liga der Nationen in die Erörterung geworfen, dann aber wurde es still davon. Es zeigt sich jetzt, daß Präsident Harding eine weit- ausschauende, zielbewusste Politik verfolgt; denn nachdem er durch die Washingtoner n- ferenz den weltpolitischen Boden hinreichend vorbereitet zu haben glaubte, läßt er jetzt eine erneute umfassende Propaganda für seine Gesellschaft der Rationen machen. Vielleicht sollte die Washingtoner Konferenz überhaupt nur eine Art Sprungbrett für diese Gesellschaft der Nationen bedeuten, dir Harding anscheinend als Endziel ansieht
—Die- Verhandlungen in Washington haben sich in den letzten Tagen günstiger gestaltet, als es ursprünglich den Anschein hatte. Nach den neuesten Meldungen hat Japan in der Flot- tenLommission dem Hughesschen Schlüssel Les Kräfteverhältnisses zwischen der englischen, der amerikanischen und der japanischen Flotte im Grundsatz zugcstimmt, nachdem die Union in diesem Punkte und auch in bezug aus die Baupause Zugeständnisse gemacht hat. Weiter scheint es, daß Japan auch zur Anerkennung des Prinzips der offenen Tür für China bereit ist, wofür ihm das nördliche Ost- asien und die Mandschurei als Interessensphäre zugesprochen wird. Während also die Washingtoner Konferenz in diesen Punkten positive, immerhin nicht zu unterschätzende Ergebnisse zcr- tigen dürste, mußte die Frage der Abrüstung zu Lande infolge der Opposition Brill n d s von der Tagesordnung gestrichen werden, ohne daß jedoch Harding grundsätzlich auf die Erörterung dieser Frage Verzicht leistete. Die Rede, mit der Briand den »beuffchen Mili- tarismus" enthüllen wollte, hat zum Schluß nur den französischen Militarismus aller Welt offenbart. Und wie sehr dieser Militarismus die weltpolitische Lage verschärft hat, erhellt aus der französisch-englischen Auscinanoer- setzung über die Unterseebootsrage, aus dem scharf zugespitzten Angorakonflist und aus der trotz aller Dementis nach wie vor bestehenden Spannung zwischen Frankreich und Italien.
Anscheinend hat man jetzt auch in Washing- wn erkannt, daß. wie die Dinge liegen, der Welrftiede nicht mit Frankreich, sondern nur gegen Frankreich gesichert werden kann. Und da scheint Harding eben seine Gesellschaft der Nationen als den Rcttungsweg aus dem Welttvirr- sal anzusehen. Der Berichterstatter des „Daily Chronicle" spricht cs unverhohlen aus, daß dieser Plan eine Warnung an Frankreich darstclle, um diesem den Fall der Isolierung vor Augen zu stellen. Der französische Vertreter Diviani har benn auch im Auftrage Briands alsbald gegen eine etwaige Aufnahme Deutschlands in die Gesellschaft der Nationen. Einspruch erhoben, ebenso wie die französische Presse leidenschaftlich gegen die von der englischen Presse erörterte Möglichkeit einer Revision des Repa- rationsabkvmmens protestiert.
Der enge Zusammenhang zwischen Hardings Anregung und der Reparationsfrage liegt auf der Hand; denn in einer Gesellschaft der Nationen, die alle Völker umfaßt, in der es weder Ankläger noch Angeklagte, sondern nur Gleichbcrechti^e gäbe, wäre jedenfalls eine Verständigung über die Abwicklung der Kriegsschä- densrage eher möglich als unter dem Faustrecht des alliierten Völkerbundes. Noch ist es — vor der nun einmal unabwendbaren Tilgung bei Janua»Nate — verfrüht, von einer Revision zu reben. Noch läßt sich das Ergebnis der Stin- nesrcise nach London nickst ausmünzen, noch ist Rathenaus Mission in Dunkel gehüllt, das von London aus in die Debatte geworfene. Morato.
Hunt nur ein vages Gerücht, noch kennt man nicht ganz den Inhalt von Sir John Brädburys viel mnfabeltem Reparationsplan. Und endlich ist auch Hardings Gesellschaft der Kationen bisher nur ein Programm. Wer immerhin: Die überraschenden Meldungen aus Washington, die Erörterungen in der englischen Presse und vor allem die leidenschaftlichen Proteste der ftanzö- sischen Politiker rufen den Eindruck hervor, als ob die Reparations-Revision, wenn sie auch noch nickst auf dem Marsche ist, sich dock in absehbarer Zeit anschicken könnte, verwirklicht zu werden. p~k-
Krise an der Botte.
Die Wirkung des Devisenfturzes.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 2. Dezember.
Der „Lokalanzeiger" schreibt: Die Frage, ob der Devisensturz sich erweitern wird, hängt davon ab, inwieweit sich die Großbanken zu einer allgemeinen Stützungsaktion bereit finden werden. denn daß der gestrige Tag auch zur E r - schütter«»g mancher Firmen, die in der Kreditgewährung sich zu weit vorgewagt hatten, geführt hat, steht außer Zweifel. Der „Bor- wärts" erklärt, diesmal werde eine Finanzge- fnndung möglich sei», wen» das Reich die Sachwerte steuerlich erfasse. Andernfalls zahle das Reich die Kosten und zwar bei anhaltender Va- lutabcsserung purch die Verminderung der Warenausfuhr und geringeren Steuereinnahmen, bei anhaltender Verschlechterung durch die steigende Not der Lohn- und Gehattsempfänger, so- wie durch steigende Lebensmittel «.Mittcrialpreise.
Die Mark Im Ausland.
Berlin, 2. Dezember. (Privat-Telegramm.) An der Schweizer Börse ist die M a r t fprung haft in die Höhe gegangen. Sie notierte gestern in Zürich 3,20 Mark gegen 1,75 Mark i« den letzten Tagen. — Der „Nieuvc Rotterdamsche Courant" schreibt: Die finanzielle Gesundung Deutschlands dürste in keinem eigenen Interesse, welches schließlich auch das Jnrereffe der Alliierten fei, nur in der Form einer allmähli chen Entwicklung stattfinden.
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Deutsche Vertreter in London.
Rotterdam, 2. Dezember. (Eigene Drahtmcl- dung.) „Daily Expreß" meldet, daß am Dienstag weitere fünf deutsche Bankvertretcr in London eingetroffen sind. Unter ihnen befinden sich zwei höhere Beamte der Reichsbank in Berlin. Dem Blatte zufolge wird RathenauS Rückkehr «ach Berlin kommende Woche erfolgen
Iteue GMente-Bemtrmgen.
Eine Regelung der Srientfragen.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 2. Dezember.
Der englische Außenminister, Lord Curzon, hat gestern in London mit dem französischen Botschafter eine Besprechung gehabt, in der er im Namen der englischen Regierung ihm eine neue Konferenz der Entente in ächte vorschlug, die unmittelbar nach der Rückkehr DriandS zusammentretcn und vor der Hand nur aikS Briand, dem italienischen Botschafter in Paris und Lord Curzon bestehen würde. Rach ihr sollte eine eigentliche Sitzung des Obersten Rates der Ententestaaten stattfinden, in der sämtliche Entente -Großmächte unmittelbar ver- tteten sein würden. Auch diese Sitzung deS Obersten Rates würde in PaHs vor sich gehen. Diese erste Pariser Konferenz würde angeblich ausschließlich einer Regelung der Orient- frage (türkisch-griechischer Krieg) gewidmet sein und es würde sich vor allem darum handeln, einen Ausgleich der französisch-englische» Gegensätze zu finden. Die Konferenz wäre somit die Folge des französisch-türkischen Angora-Abkommens.
Ans Washington.
Kein Ergebnis der D.-rhandlungen.
(Eigener Drcchtbe richt.)
Rotterdam, S. Dezember.
„Daily Mail" meldet aift Washington: Ter krauzöliskke Delutterte Biviani dementiert.
daß er aus Washington abreisen wolle, wenn die Landabrüstung zur Debatte gestellt würde. Er habe sich nur gegen eine A brüstung zu Land ohne Sicherungen für Frank- reich erklärt, aber nicht gegen eine Erörterung der LandabrüftungSfrage selbst. Das Blatt nennt Bivianis Erklärung ein hochpolitisches SlMpton für die Abrüpungsvorfchläge, die die Landarmee betreffen. — Japan protestiert gegen das vorgefchlagene Stärkevcrhältnis der Flotten. — Trotz yller Dementis hält nmn in ben Konferenzkreisen zu Washington daran fest, daß Harding die Anregung zur alljährlichen Wiederholung der Konferenz geben wird. Es heißt, daß er die Ankunft Lloyd Georges avwarten will. Er hofft, daß er die Zustimmung aller Konferenzmitglieder finden werde, zumal er die feierliche Erklärung abgc- ben will, daß er die Wiederholungen der Abrüstungs-Konferenz nicht gegen den bestehenden Bölkcrbund cicSfpicIcn will.
MLnöemngen in Wien.
Folgere der dauernde» Teuerung.
^Eigener Drahtbericht.)
Wien, 2. Dezember.
Im Verlaufe des gestrig« Nachmittags haben hier wieder Kundgebungen gegen die Teuerung stattgefunden. Kleinere Trupps meist jugendlicher Demonstranten verteilten sich in die Geschästsviertel und in die Hauptstraßen der inneren Stadt, zertrümmerten Fensterscheiben von Kaffeehäuser» »nd Kaufläden, plünderten Lebensmittelgeschäfte «nd Gasthäuser aus. Einzelne Passanten wurden mißhandelt. Alle Kaufläden waren schon gegen vier Uhr geschlossen. Die meisten großen Betriebe haben die Arbeit eingestellt. Die Zahl der Streikenden beläuft sich vorläufig auf zwanzigtaufend, dürste sich aber noch vermehren. Die Gewerkschaftskommissionen und das Harla- ment verhandeln mit den Streikenden. Die Rach- Hcht von einem Generalstreik ist aber verfrüht.
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Forderungen der Arbeiter.
Wien, 2. Dezerstber. (Pridattelegrmmn.) Tie A r b e i t e r au8 den Florisdorfer Fabriken sandten eine Abordnung unter Führung eines fozialistifchen Abgeordneten zum Bundeskanzler, dem sie im Beifein des Finanzministers folgende Forderungen zur Bekämpfung der Zustände und deren Haupturfachen vorlegten: Berwirflichnng des fozialistischen Finanzpro gramms, insbesondere bezüglich der ausländischen Valuten, staatliche Kontrolle des Devifen- handelS, strenge Strafen für Zuwiderhandlungen. Anforderung allen Goldes, auch jenes der Kirchen und Klöster, eine neue Besitzsteuer, eine progressive Vermögenssteuer, Verbot de: Einfuhr aller Luxusartikel «nd Abbau der staatlichen Lrbcnsmittelzufcküsse.
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Llngorlsche Umfriede?
Wien, 2. Dezember (Eigene Drahtmel- bnng.) Gut informierte Personen bringen die Kundgebungen inbirett auch mit den ungarischen Bemühungen der letzten Tage zusammen, durch große Verkäufe österreichischer Kronen die österreichische Valuta zu stürzen. Gestern wurde gegen Abend die deutsche Mark schon mit vierzig Kronen bezahlt. Im Abstimmungsgebiet arbeiten die Ungarn mit dem Argument, daß Oesterreich in Kürze bankerott sein würde und daß kommunistische Un- nrhen das Land überziehe« würden. Es ist also nicht ganz unwahrscheinlich, daß beritt gewisse Zusammenhänge bestehe«.
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Ausschreitungen gegen Ausländer.
W i e n, 2. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) In den großen Hotels in der Ringstraße, die hauptsächlich von Ententemitglieder» bewohnt sind, waren gestern die Ausschreitungen sehr ernst. Die Ausländer ersuchten den Präsidenten der Reparittionskmmnifsion um Schutz. Erst in den späten Abendstunden gelang cs dem starken Aufgebot der Polizei- auf dem Nina ciniaMina2.es. Bud» trfiafto*
Reklame.
Vortrag des Graphikers Driemann-Kaflel. Wertvolle Anregungen ans dem Gebiet wirt» »ngsvoller gtetlam» gab gestern abend in einem von. Kanv-tS. ur.b Eewerbeverein ver. anstatteten Borrrag der Leiter der dntdge. werbliche» Abteilung der Staatlichen Äunft- gewerbefchule, Graptziler Riemann von hier.
Es war kein Neuland, das der Redner bc- schritt, aber ein Gebiet, das immer fesseln wird, noch dazu, wenn, wie es hier geschah im Original und Lichtbild Muster vorgeführt werben. Die wichtigste Rcklameart ist bie Zeitung. Sie hat den Vorzug, baß sie bie Reklame in ganz bestimmte Kreise trägt itnb baß bie Kosten immer noch erträglicher sind als direkte Einwirkungen durch Flugblätter usw. Die Rcklamc ist ittnfo wirffamcr, je stärker sie sich in bas Gedächtnis einprägt und auch beim flüchtigsten Beschauen Aufmerksamkeit erregt Die Wervcknnst verlangt in erster Linie, daß alles auf größte Einfachheit eingestellt ist. Um sugestiv zu wirken, muß sic immer wieder neu fein. Dabei braucht sie nicht immer zu gefallen, sie kann ruhig einmal ärgern. Jedenfalls muß sie solange auf ben Besckmucr einhämmern, daß er weiß: Mit dieser oder jener Firma, dieser Ausstellung, diesem Lokal usw. muß man rechnen! Wirkungsvoll ist cs, ben Raum selbst wirken zu lassen, stust des Textes. Auch eine gewisse
Ungleichmäßigkeit und Abwechselung von Fraktur unb Antigua in ber Schrift wirkt anreizcnd. Eine schürfe Trennung von ben Nachharn rechts und links, trägt ebenfalls zum erhöhten Wert bez Inserats bei. Durch die Steigerung im Nebeneinander wirb eine bestimmte, alten Anforderungen ber Werbekraft entsprechende Anzeige zum Blickfang. Schließlich: Ein gutes Inserat fällt immer auf. Was hier vom Inserat gesagt würbe, gilt im Großen unb Ganzen auch für das Plakat. Es muß so gehalten sein, baß alles Unwesentliche ausschei- bet. Das Photographiemäßige verfehlt bie Wirkung, ebenso zu viel Farbe. Dagegen ist Witz unb Humor sehr wertvoll. Hanpterforber- nis ist gute, Kare unb große Schrift. Schwarze Schrift auf gelbem Grunde hat sich besser be- toä,brt als Schwarz auf Weitz. Mit Ausnahme einiger Wahlplakate Ivar bie Kriegsanleihe- Wcästmg die bisher beste ReAame in Deutschland. Die damaligen Plakate sind noch in Erinnerung. Allerdings wurde deren Wirkung noch durch die Zeitung unterstützt. Natürlich kann eine Reklame gut fein unb doch ihre Wirkung nicht haben, das ist meist bann, wen« sie am unrechten Ort angebracht wirb.
Ei« originelles Warenzeichen wirb die Reklame sowohl durch Inserat wie Plakat bedeutsam heben. Es mutz aber derart sc in, datz es im Gedächtnis hasten bleibt. Besonderer Wert ist auf die Packungen zit ben Waren zu legen, ans VeschLftskarten, Prospekte, Bricwogen und Rechnungen. Reflame ist teuer, aber bie teuerste Reklame ist noch immer bie billigste gewesen. Voraussetzung für ben Erfolg ist ein zielbewußtes Zusammenarbeiten zwischen Kauftnann und Werbekunstler. Nicht jeder Künstler ist ein Werbefachmann. Zu diesem gebart neben Erfahrung auch Veranlagung. <sr* freulicherweise haben sich die Kuustg« werbe schulen in ber letzten Zeit ganz besonders ber Reklame angenommen. Leider spielen noch immer die Künstlerhonorare die Keinstc Rolle im Etai dos Reklamechefs. Soll aber die Reklame alle Vrraussctmnaen erfüllen, b. h. soll sie immer neu unb suggestiv sein, dann schafft das nur die Phair. tasie des Künstlers. Tas zahlreiche Publikum folgte interessiert ben Darlegungen des Vortragenden, ber das Schwergewicht darauf legte, gute Beispiele wirksam neben schlechte zu stelle«
Der
Ersparnis an Brennstoffe«.
Die Lage auf dem Kohlenmarkt ist, entgegen einer leider verbreiteten Ansicht, infolge ungenügender Vorräte an hochwertigen Kohlen außerordentlich schwierig. Die nach dem Fortfall ber Ucberschichten im Ruhrbezirk verminderte Förderuna und der zehn Wochen andauernde völlige Ausfall ber ober schlesischen Kohst: haben bie erforberliche Norrcttsbeschasfung ber folgen« vcrbranchenben Werke während der Sommermonate unmögsich gemacht. Die Versorgung ber deutschen Industrie, die zurzeit durch die angcnbli. lstfic Wirtschaftslage lebhaft beschäftigt ist, stellt daher hohe Ansprüche an die Kohlenperteilung.
Die Wasserarmut der dcuffchen Flüsse bedingt es, daß zahlreich« mit Wasserkraft arbeitende Elektrizitätswerke ihr» Dampf- refert-en haben in Betrieb nehmen müssen, sodaß auch hier ein ungewöhnlicher Mehrbedarf an Kohle gedeckt werden muß. Daß bie Anforderungen der Entente an die Reparationslieferungen von Monat zu Monat verschärft worden