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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 277. 951 und 952 Feit^, 2. Dezember 1921 Fernsprecher 951 »nd ss-r 11. Zahrang.

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Moratoriums- und Anleihesragen.

Segen die Aerstdmng.

der City versprochen habe, sein Möglichstes zu tun, damit Deutschland ein Moratorium erhalte, aber nur dann, wenn Deutschland seinen guten Willen gezeigt habe und die am 15. Januar fälligen Zahlungen vollkommen leiste.

LLm den Auslanöskredtt.

Von der Reparationskommiffivn abhängig.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 1. Dezsmber.

Letzter Hilferuf?

Rotterdam, 1. Dezcmbber. (Eigene Draht­meldung.) Laut einer Londoner Meldung mied dem Vertreter des Manchester Guardian an un­terrichteter Stelle versichert, daß sowohl St in» n e s wie R a t h e n a u persönliche Besprechun­gen mit Lloyd George gehabt haben, daß ein letzter Hilferuf Deutschlands an die alliierten Mächte bevorstehen solle, nachdem Deutsch­land üch außerstande erklärt, ohne Hilft von außen die I a n u a r r a 1 e in bar zu leisten.

Die Deutschen Werke.

Gefahr durch die franzSfische Industrie.

(Privat-Telegramm.)

Mtnchen, 1. Dezember.

Ter Wirtschaftsausschuß des bayerischen Land­tages hat gestern nachmittag die Münchener Be­triebe der Deutschen Werke besichtigt. Der Ver­treter der Berliner Hauptverwaltung der Deut­schen Werke teilte mit, daß in einigen Wochen die erste Bilanz der Deutsäfcn Werke erscheine uird zeigen werde, daß das Unternehmen nicht ungünstig abschneide, obwohl ihm eine Koh­len- und Roheisenbasiö noch fehle. Eine schwere Gefahr droht den Deutschen Werken durch den neuen Kurs der Entente. Richt die Furcht vor einer militärischen Gefahr spreche aus die­sem Vorgehen, sondern der böse Wind komme aus den französischen Jndustriekreisen. Ter bayerische Handelsminifter bezeichnet die Deutschen Werke als die Ausfüllung einer Lücke in der deutschen Lottswirtfchast und als einen Beweis für die Notwendigkeit, den Geist privat- wirtschastlicher Verantwortung auch in die Staatsbetriebe hineinzutragen-

DLe Momwnumssrage.

Noch keine Stellungnayme in England.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 1. Dezember.

Eine endgültige Stellungnahme des Schatz­amtes in der Frage des Moratoriums liegt noch nicht vor, dagegen wichtige Einzelgutachten, die demnächst dem Kabinett vorgelegt werden. Rathenau, der im Schatzamt empfangen wurde, bat ähnliche Borschsäge wie in Wiesbaden ge­macht. England mochte sich keinesfalls in rnner- politische deutsche Angelegenheiten cinmischeu, wenngleich es an der Beseitigung der Fehl­beträge in den Staatsbetrieben dringend inier- essiert ist. Ratheitau gab offenbar dem Schatzamt Ausschluß über das Wiesbadener Abkom­men, was für die Formulierung britischer Vorschläge zur Abänderung des Abkom­mens wichtig werden dürfte. In dieser Be­ziehung gehe« die Ansichten der englischen Sachverständigen ebenso auseinander, wie es in Bezug aus andere Einzelheiten der Fall ist.

Reichsverband der Industrie

Besprechung innerer Angelegenheiten.

(Privattelegramm)

Berlin, 1. Dezember.

Aus den Besprechungen des ReichsverbandeS der Deutschen Industrie wird mitgeteilt, daß sich das Präsidium mit der Frage der im Aus­land auszunchmrnden Kredite und den vom Reichsverüand für die Aufbringung dieser $tte= dite geforderten Voraussetzungen nicht be­faßt hat. Insbesondere hat auch Herr Stiuues sich mit keinem Wort über seinen Aufenthalt in London ausgesprochen. Die Tagung des Präsi­diums war vielmehr der Erledigung laufen­der Geschäfte und den bevorstehenden Neu­wahlen der Organe des Reichsverbandes gewid­met. Ebensowenig har Stknnes sich intern Ausschuß für Kredithilfe' über feine Londoner Reise geäußert. Der Ausschuß hatte sich gemäß den vom Reichskanzler übrrmUteüen Wünschen mit der Wahl der Kommission, die die Verhand­lungen mit den englisch-amerikanischen Finanz- kreisen zu führen hat, beschäftigt. Das Ergebnis der Wahl wurde der Reichsbehörde mitgeteilt.

Stsendahnfrage und Reparation.

Berlin, 1. Dezember. (Privattelegramm., Die vorgestrigen Besprechungen von Vertretern der Gewerkschaften beim Reichskanzler haben zu keiner Ueberbrückung der Gegensätze zwischen Gewerkschaften und Industrie in der Frage der Eisenbahnreform und der Aufbrin­gung der am 15. Januar fälligen Reparations­zahlung geführt. Für die am 15. Januar zu zahlende Reparationssumme von dreihundert Millionen Goldmerk liegen bisher greifbare Be- stände des Reiches nicht vor.

Wuchergesctzgebung

viel zu wenig Gebrauch gemacht werde. Die Be« hauvtung, daß wir mit den Preisen im Inland an den Weltmarktpreis heran müßten, erklärte der Minister für unsinnig. Hätten wir nicht einen Teil der Zwangswirtschaft ausgehoben, wir würden besser dastehen. Den englischen Vorschlag, an die Stelle der Reparattonspflich» ten eine Uebercignung des deutschen Aktienbe- itzes und damit Nebertragung der Leitung in- rüstrieller Unternehmen lehnte der Minister ab. Er rechnete schließlich mit der .Kaschemmenpoli. tif* der Kommunisten ab, die jeden ehrlichen Ar­beiter veranlassen sollte, von dieser Partei, in der politische Verbrecher mit der Rot des Vol­kes leichtsinnig spielen, schleunigst abzurücken. Rur Festigung der Demokratie könne uns auS unserem Mend heraussühren. Es gebe keinen anderen Weg. Tann marschiere auch der So­zialismus. Der Minister wurde in lärmender Weise von den Kommunisten unterbrochen, dir auch in die Aussprache eingriffen. Besonders scharf ging Oberbürgermeister Scheidemann gegen die Kommunisten vor und betonte dabei: Die Enthüllungen Wer den mitteldeutschen Auf­ruhr haben gezeigt, daß die K. P. D. von Ver­brechern geführt wird, die nicht davor zurück- schrecken, ihre eigenen Leute kalchlütig ans Mes­ser zu liefern. Ehrliche Arbeiter können in der K. P. D. keinen Platz mehr haben. Di« Ver­sammlung ging sehr unruhig zu Ende. P.

Frankreichs bevorzugte Stellung.

?nnoon, 1. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung. > An führender Stells macht man darauf aufmerksam, daß Frankreich für den Fall, daß irgendein Moratorium angenommen werde, in einer etwas bevorzugten Stellung gegenüber den anderen Verbündeten sei auf Grund der Sachleistungen, die ihm das Abkommen Loucheur-Rathenau garantiere. Man verkennt in den offiziellen Kreisen nicht, daß Frankreich an der vollkommenen Durchführung der von Deutschland übernommenen Verpflich­tungen am meisten interessiert ist und Frankreich würde also den Plan eines Moratoriums erst verwerfen für den Fall, daß England seinerseits ein Abkommen in der Art von Wiesbaden treffe, um sich zu decken in der Furcht, daß Deittschland sofort seine ganzen Barzahlungen einstelle.

Kein Zahlungsaufschub?

Genk, 1. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Echo de Paris" meldet, daß die alliierte Repa­rationskommission am Montag eine Vollsitzung in Paris abgehalten habe. Man setzte die Rück­kehr nach Berlin auf den 12. Januar lest. Fer­ner sei beschlossen worden, auch für die am 15. April fällige Rate keinen Aufschub an Deutschland zu gewähren, sofern die in Berlin vorznnehmenden neuen Erhebungen für dir Auf­astung der Kommission sprechen weypen. Die nächste Forderung an Deittschland sei die Kon­trolle der Noten-AnSgabe durch die in­teralliierte Garantie-Kommission.

dieses Bolksteils aber gleichen heute einem Kranken, dessen Leiden alle Aerzte kennen, ohne daß jemand dafür ein Heilmittel weiß. Die Weimarer Verfassung schreibt zwar in Art. 164 vor, daß der selbständige Mittelstand vor Auf­saugung und Zerreibung zu schützen ist. Sie geigt aber im einzelnen keinen Weg dazu. Durch den allgemeinen Hinweis auf Gesetz und Ver­waltung geschieht das nicht. Daß unter letzte­rer aber auch die Selbstverwaltung zu verstehen ist, kann nach Wortlaut und Sinn von Art. 164 füglich nicht bestritten werden.

Run haben ja schon viele Städte bereits Einzelmaßnahmen zur Mittelstandshilfe Kffen, die teils finanzieller, teils volkswirt­licher Art waren, zumeist aber nur aus eine Unterstützung schon verelendeter Teile des Mittelstandes mit Geld, billigeren Lebensrnit­teln und Kleidungsstücken, steuerlichen Maßnah. men und bergt Hinausliesen. Ein durchgreifen­des allgemeines Heilmittel war bislang weder im Staat noch in der Gemeinde gesunden wor-- den. Vor einem Vierteljahre etwa schlug der Verfasser als solches die Schaffung einer Be­hörde vor, welche zunächst in den größeren und mittleren Städten die Abwendung einer weiteren Verelendung des Mittelstan­des neben der Fortführung von solchen und an- bertoeiten Unterstützungen bezwecken sollte. Es war dabei an eine selbständige städtische Dienst­stelle gedacht, die ein besoldeter Stadtrat verwal­ten und welche ebenso sozialen wie wirt­schaftlichen Charafier haben sollte. Keines­wegs sollte die Selbsthilfe berufsständischer Or- ganisationen dadurch ausgeschaltet werden. Im Gegenteil, es war an ihre vertrauensvolle Ge­meinschaftsarbeit mit dem Dezernenten gedacht, der natürlich eine geeignete Persönlich­keit sein muß, wenn das Dezernat nicht zum Leerlauf werden oder Reibungsflächen mit sol­chen Organisattonen, politischen Vertretungen oder gar innerhalb der Magistrate schaffen soll. Große Kosten wären dazu nicht notwendig, da eine Umgruppierung innerhalb des Magistrates genügt und durch das Dezernat andere Stellen entlastet würden, so daß auf diese Weife Er­sparnisse eintreten könnten, welche die Kosten seiner Errichtung und Unterhaltung ausgleichen.

Den Aufgabenkreis des Dezernates umschrieb der Verfasser etwa folgendermaßen: Die Fühlungnahme mit dem organisierten, aber auch mit dem noch nicht orqanifierten Mittelstän­de sei die nächste Pflicht. In einer ersten Abtei­lung wären etwa die allgemeinen Fragen diefes Volksteils zu bearbeiten. Seine Erfassung uiti> Abgrenzung von anderen Volksklassen, die Sta- ttstik, welche ihn betrifft, die Mark- und Teue- rungsverhältmsfe, die Bearbeitung von Ge­setzesvorlagen des Reiches, des Staates und der Magistratsvorschläge, welche den Mittelstand be­rühren, alles das gehört hier hinein. Hier könnte eine allgemeine Verbindungsstelle mit allen übrigen Zweigen der städtischen Verwal­tung geschaffen werden, um die Belange des Mittelstandes dort und der Staatsgesetzgebung gegenüber nach allen Richtungen zu schützen. Hier könnte auch der Ausgleich widerstreitender Interessen erfolgen, etwa der zwischen Haus­besitzern und Mietern. Hier wären Rechts- und Steuerfragen zu bearbeiten.

Eine zweite Abteilung könnte, wie vom We­sten her vorgcschtagen wurde, das große Gebiet der Handwerker- und Gewerbefragen behandeln. namentlich alfo den Verkehr mit In­nungen und anderen Organisationen. Sie hätte das Submissionswesen, den Straßenhantel, un­lauteren Wettbewerb, Ladenschluß, Berufsbera­tung und Arbeitsnachweis. Berufsschule und Eiicheilsbestrebungen für Gesellen- und Meister­prüfungen zu umstissen. Sie hätte die Fühlung­nahme mit den Verbänden von Handel und Ge­werbe, soweit solche zum Mittelstände gehören. Endlich wäre eine dritte Abtülung des Dezer­nates allen übrigen G'bieten d-S Mittel-

Für den MMelfianS.

Dezernate in den Stadtverwaltungen.

Von

Dr. Herschel. M. d. R. (Ztr.)

Die Erhaltung eines lebensfähigen, selbstän- digen Mittelstandes ist eine der wichtig­sten Forderungen des Tages für Reich, Staat und Gemeinde. Er ist vottswirtschaftlich uneni- behrlia) zwischen Kapital und Arbeit. Neben dem Gelde und der Masse bringt er iwch die Persön­lichkeit zur Geltung. Steuerlich wäre sein Ver­schwinden von furchtbarer Wirkung, weil er im­merhin noch einen Großteil des Volkes aus­macht. Wer sollte wohl die Arbeitslosen ernäh­ren, die eine Verelendung des Mittelstandes zur Folge hättet An die Stelle einer bisher ruhigen und staatserhaltenden Schicht träten aufrühreri­sche Massen, Das ist ein wichtiges politisches Moment. Mit einem Worte: die Erhaltung eines leistungsfähigen oder auch nur lebens­fähigen selbständigen Mittelstandes ist eine v a- terlandische Notwenoigkeit. Große Teile

Der Berichterstatter desMattn" meldet aus London über die Verhandlungen R a t h e - naus, daß dieser bei seinen Unterhaltungen mit den britischen Politikern die Einberufung einer internationalen Konferenz vorgeschlagen stabe mn die Reparationsprobleme zu behan­deln,' In den Kreisen des Auswärtigen Amts, so berichtet der Londoner Korrespondent weiter, erklärte man gestern, daß. wie auch die Politik des britischen Kabinetts sein werde, diese nicht umgewandelt werden könne, ohne daß ein ge­nauer Vorschlag zunächst der Reparations-Korn Mission nörgelest werde, die bekanntlich ihren Sitz in Paris hat um» der außer England mich Frankreick-,Italien und Belgien angeboren. Ans sehr guter Quelle glaubt bet Korrespondcnr weiter mitteile» zu können, daß ., Llovd Geor« »nt-r dem Drmk der Sinauiletttelmttbeu könnte, ebenki

Berkin, 1. DezenEer. (Privattelegrmnm.f In bei Unterredung mit dem Vertreter der Bvs- jischen Zeitung erklärte das Mitglied bet Inter­alliierten Arbeitskommission, ber französische Sozialistenführer Jouhaur, baß btt Jrcrbcrung auf Zerstörung ber Deutschen Werke zum mindesten überflüssig sei. Die beste Gewähr biete die Weigerung ber Arbeiterschaft. Kriegsmaterial herzustellen. Zur allgemeinen Entspannung würde die Aufhebung ber will« tärischenSanktionenam Rhein und die Beschränkung ber alliierten Ueberwachuugskom- mission, die in einen Zivilausschutz verwandelt ' falls bsjttasm.

Robert Schmidt.

Der ReichöwirtschaftsmiuisLer in Kassel,

3» eines von Tausenden besuchten Ser hl

der StadthaUe sprack» Retsswirtschaftsininiftcr Slo- der: Schmidt «der Deutschlands Wirtschaftslage. Die Minister, die wir in der letzten Zeit hier in Kassel sprechen hörten, sprachen meist ruhig und sachlich. So auch der sozialdemolratische Relchswirtschastsminifter Robert Schmidt. Ein weißhaariger Brillenträger stellte sich vor. Er legte dar, daß der Stand der Einfuhr und die uiis auferlegten ungeheuren Reparationsver­pflichtungen am Ausbau unseres Rohstoffmarkts hindern. Vielfach erhobene Silagen der Indu­strie über unzureichende Leistungsfähigkeit der Arbeiter und die Angriffe auf den Achtstunden­tag seien ungerechtfertigt. Der Mangel an Ma­terial sei immer maßgebend gewesen. Weil das Arbeitseinkommen mit den Kosten der Lebens­haltung nicht Schritt geholten hat, sei die Kon­sumfähigkeit ber Bevölkerung wesentlich einge­schränkt worden. Die enormen Preissteigerun­gen sind, wie ber Minister barlegte, ein Zeich'.n dafür, wie bedenklich es ist, wichtige Lebensmit­tel in die Hände des freien Marktes zu legen. Die Hauptursache der ungeheuren Teuerung sei die furchtbare Entwertung der deutschen Mark. Leider seien wir noch nicht am Ende der Preissteigerungen. Der Minister sprach von einer restlosen Ausnutzung der Konjunktur und der Notlage ber Bevölkerung durch Land­wirtschaft und Handel. Eine innere Berechti­gung für Kartoffelpreise von 100 Mark und mehr sei nicht vorhanden. Gegen die vielen un­lauteren Elemente, sie die Konjunktur für ihre eigene Tasche ausnützen, müsse ein scharfer Kampf geführt werden. Zutreffend sei, daß von der

Handel mit Rußland.

Eine deutsche Abordnung in Moskau.

In Moskau ist eine deutsche Abordnung itrt- ter Führung von Dr. Herrmanns eingetioffen. Unter den Mitgliedern der Abordnung befindet nd> u. a der Vorstand der deuffchen Ostexport, und Jmportgesellschast Schiemann. Im Ge- spräche mit Pressevertretern teilte Dr. Herrmann mit, daß die deuffch« Abordnung vor allem den Zweck verfolge, mit dem russischen VolksLommis» sariat für Landwirtschaft Verhandlungen iübex die Versorgung Rußlands mit Qualitäts» samen landwirtschaftlichen Maschi- u e n und verschiedenem landwirtschaftlichen Material aufzunehmen. Die Verhandlungen haben bereits begonnen und gegeüstttiges Jitter- effe und Verständnis gezeitigt Die Abschtiexung eines Vertrages steht bevor. Das Vslkskommts- sariat für Landwirtschaft wird der deuffchen Abordnung ein Verzeichnis der im gcgenwartt» gen Augenblick notwendigen Samenarten und landwirtschaftlichen Maschinen überreichem Die Lieferung aller dieser Waren wird auj dem Wege des Warenaustausches vor ich gehen und zwar wird gegen die deutschen Wa­ren russischer Flachs, verschiedene Holzmateria» lien und andere Rohstoffe geliefert, die von Deutschland besonders benötigt werden. Die Bestellungen des nrssilchen VoksSommissanats für Landwirffkbast werden dem deutschen Mm,- sterium für Landwirtschaft, ferner verschiedenen deuffchen Firmen und deutschen Mnofsenschasten übergeben werden. t

Außer diesem speziellen Ziel hat ine deutsche «Lsrdnung auch di« Ausgabe, die MrtschrstZr

standes zu widmen. Sie würde sich mit der Notlage vieler freier Beruft, mit den verar­menden geistigen Arbeitern, den Kleinrentnern, Pensionären, Heimarbeitern und allen wohltäti­gen Organisattonen zu befassen haben, insbeson­dere auch mit den in freier Liebestättgkeit arbei­tenden Frauenvereinen, feien sie konfessionell oder nid* dabei Fühlung nehmen können. Der Gedanke wurde vom Verfasser in der Stadt Brcslau prakttsch zu verwirklichen gesucht, indem ein entsprechender Antrag in der Staotverord- neten-Versammlung gestellt wurde. Außerdem wurde er von ihm in der Presse literarisch be­arbeitet, um Anregungen und Kritiken von an­derer Seite zu erhalten. Eingeführt hat das selbständioe Mittelstands-Dezernat die Stadt Stettin. Mit der baldigen Erreichung dürfte «auf einen Antrag des Mittelstands-Bundes) der Senat ber freien Stadt Danzig vorgehen. Endlich ist in Breslau zunächst eine Mittel­stands-Abteilung bei dem dort bestehenden Wohl­fahrtsamte eingerichtet worden. Es erscheint notwendig, daß sich weitere Städte damit be­fassen.