Hessische Abendzeitung
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Nummer 276
Donnerstag, 1. Dezember 1921
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11. Jahrgang.
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Vedmgungen für einen Zahlungsaufschub.
Einigung zwischen den streikenden städtische» Novr geflogen. Der britische Press Angestellten und den Vertretern des Magistrats wurde von Lord Rorthcliffe orgaurfl
lungen mit dem Ausland werden also fortgesetzt. Den deutschen Industriellen kommt es nicht allein auf den Kredit.für den 15. Januar an, sondern vor allem darauf, einen neuen Zahlungsmodus zu finden, damit wir nicht nach diesem Termin Äsbald wieder in die gleiche Notlage geraten. Neber die Wege, die dazu ftihren können, ist in London ausführlich grsvrochen worden. Tast hier noch sehr grotzetzinder- »i s s e zu überwinden sind, versteht sich von selbst. Nach der gestrigen Bormittagssitzung hielt am Nachmittag der Zentralausschuß eine Sitzung ab, in der über die am Vormittag getroffenen Vereinbarungen nochmals beraten wurde.
Noch größer und einflußreicher war die Pro- mganda Englands, das mit seiner Preffe >ie Welt beherrscht. Schon lange vor dem Kriege hat es offen und versteckt alles Deuffche verächtlich gemacht und alles Englische natürlich gewesen. Bei Kriegsausbruch haben wir mit Schrecken erfahren müssen, daß wir uns im Trommelfeuer der feindlichen Zeitungen befanden. noch ehe die ersten Granaten aus dem
Traditton zünd der Presse
Beratung einer neuen Äadlung-weife.
Berlin, 30. November. (Privattelegramm) Die Kommisston für die Kreditverhandlungeu soll von Dr. Wirth bestimmt werden. Die Berhand.
Lim die Sanktionen und die Kontrolle.
Paris, 30. November. (EigeneDrähtnreldung.) Außer den beiden Roten über die englisch-fran- zöstscheu Differenzen, die der Vertrag von Angora hervorgerufen hat, sowie über die Rüstungsbeschränkungen ist, laut „TempS", noch eine Rote an die Boffchasterkonserenz geschickt worden, in welcher England empfiehlt, die Sanktionen am Rhein aufzuheben und die etwaige Einschränkung der Kontrolle über die deuffche Entwaffnung zu prüfen-
Die Eisenbahn.
Reichs- oder Privatwirtschaft.
Die Frage der Abgabe der Reichseisenbahn tn die Privatwirtschaft ist noch längst nicht entschieden. Ganz abgesehen davon, daß die als Voraussetzurig für die Kredithilfe gestellte Forderung der Industrie, die den Stein ins Rollen
Die gestern im Reichsarbeitsministerium geführten Verhandlungen haben zu einer völligen
„ Welche Lehre ergibt sich aus diesen Bei- fineten für uns? Nachdem mir der militärischeu Verteidigung beraicht sind, bleibt uns nur bte
geführt. Die Forderungen der Streikenden find im Wesentlichen angenommen worden. Die StreMeitung beschloß den sofortigen Abbruch deS Streiks. Roch in der Nacht erfolgte die elektrische Stromabgabe wieder. Infolge des durch den gestrige» Streik hervorgeru- fenen Mangels an elektrischer Kraft find die Heu. tigen Morgenblätter zum Teil in verriugeriom Umfange, zu« Teil, wie ..Germania", „Berliner Börsenzcftung" und die „Deuffche Zeitung", gar nicht zur Ausgabe gelangt.
Die preffe.
Ihre Bedeutung für das EtaatsbfirgertuUt- Am Montag Abend fand der zweite Dor» »rag des Sanptfchriftteiters Dretzler im staatsbürgerlichen Seminar des «affeler BitrgerdnndeS Uber das Prefirwefe» statt
Londoner Besprechungen. Die Frage des Moratoriums für Deutschland. , (Eigene Drahtmeldung.)
London, 30. November.
Dr. Rathenau und Dr. Simons haften ge- stern eine Unterredung mit dem Direttor der Bank von England, mit dem Schatzkanzler, sowie mit Lord d'Avernon, dem englischen Botschafter in Berlin, und Bradbury, dem Führer der englischen Delegation bei der Enffchädi- gungskommisston in Paris. Bei dieser Unterredung ist ein Vorschlag in Erwägung gezogen worden, wonach die Alliierten ein Moratorium für die Zahlung der deuffche» Schulden zugestehen wollen unter der Bedingung, da Deuffchlnad das Drucken von Papiergeld einschräuke. In maßgebenden Kreisen wird zugegeben, daß die Frage der Entschädigung einen dringlichen Punkt der Besprechungen bildete. Es wird betont, daß die jetzigen Besprechungen ausschließlich das Schatzministerium betreffen und daß die besprochenen Fragen das Gebiet der auswärtigen Politik nicht berühren.
Englischer Widerstand gegen Frankreich.
London, 30. November. (Eigene Drahtmel« düng.) Aus Washington wird berichtet da Frankreich aus der Fanuarzahlung nichts zu erwarten habe, sondern Belgien, das seinerseits zu Zurückzahlungen an England verpflichtet ist, werde der englische Widerstand gegen das Wiesbadener Abkommen im diplomatischen Verhältnis gegenüber Frankreich als wichtig angesehen. — „Daily Tele. graph" berichtet, vatz die letzte an Frankreich gerichtete englische Note über die Reparattons- ftage ansage, daß die Billigung des Wiesbadener Abkommens nicht zu erwarten fei, bis das interalliierte finanzielle Uebereinkom- men ratifiziert fei.
fen sollen." Bliebe der Betrieb wie bisher, dann würde von diesen Vorteilen wenig zu merken Jein. Es ist jetzt Aufgabe der Regierung, mit größter Entschlossenheit, aber auch in größter Eile alle diejenigen Maßnahmen und Vorleh- tungen zu treffen, die wirflich zu einer Sanie- nmg der Verhältnisse in den Verkehrsunterneh- MANgen des Reiches zu führen geeignet sind.
DreZMungöpflicht.
Schwere Bedingungen für etwaige Stundung (Privat-Trlearamm.)
Berlin, 30. November.
lieber den Bericht des englischen Sachverständigen und Mitglied der Finanzkommisflon, Bradbmy» der für den Gong der gegenwärtigen Londoner Besprechungen »wischen englischen unp deutsche« Vertretern maßgebend ist, wird Folgendes bekannt: Die Stundung wird an gewisse Bediugungen geknüpft sein. So müßte Deutschland seine Finanzen reorganisieren und die Kontrolle einer interalliierten Ueberwachungskommisfion annehmen zu dem Zwecke, daS Gleichgewicht des Reichshaushalts wieder herzustellen, sowie dem Markkurs wieder auf die Beine zu helfen. Man erwartet dabei auch eine Eisenbahntaris- Reform. Ferner soll die Ausfuhr und Einfuhr uock höher besteuert werden und das System der Verbrauchssteuer würde noch ausgebaut werden können. Man spricht sogar von einer Währungsreform in größtem Maß- stabe in dem Sinne, daß etwa drei Viertel des gegenwärtig hundertzwei Milliarden betragenden Notenumfangs eingezogen würde.
Dabei erörterte d-r Vortragende die Fraget Wie wird die Presse int Staatsleben b en utz t? Beispiele aus Deutschland zeigen, daß hier der größte Meister im Dirigieren bei Presseorchesters der erste Reichskanzler Bis» m a r ck war Es war ein Nachteil für uns, daß nach ihm Keiner mehr kam, der mit der Presse in so geschickter und erfolgreicher Weise nmzugehen wußte. Bismarck sagte einmal, wie Pofchinger in seinen Tischgesprächen erwähnt: „Ich liest beute drei Diplomaten, von denen einer SM« chafter war, abweisen, dagegen empfing ich fünf Journalisten. Ich erfuhr mehr von ihnen, als ich von den anderen erfahren hätte." Interessant ist, wie Bismarck durch fachkundige Män- ner den Verkehr mit der Presse wahrnehmen ließ, wie er seiner Pressestelle regelmäßig Instruktionen erteilte, Artikel an die Presse gab, um in Deutschland feine Politik zu stützen und das Ausland in bestimmter Richtung zu beeinflussen. Daß diese journalistische Tätigkeit rich- tig war. zeigt sein Erfolg. Auch andere deutsche Staatsmänner haben zu erkennen gegeben, daß te die Presse als wichtigen Faktor einschätzen. Aber die geschicktere Anwendung der Preffe tu beit letzten Jahrzehnten geschah im Aus- lande. Auch dafür konnte der Vortragende Beispiele ansühren, die unsere Fehler auf diese« Gebietebeweiskräftigdarlegten und die Heber- le genbeit der Preßpropaaanda des Auslandes deuflich zeiaten. Geradezu er» taunlich ist es, daß zum Beispiel Frankreich für seine amtliche Preßpropagauda im Jahre 1914 fünfundzwanzig Millionen Franken aus- gab, wogegen der deuffche Reickshmishalt nur eine Viertelmillion Mark auswies.
brachte, bis jetzt noch nicht zurückgezogen ist, bedarf diese Frage einer gründlichen öffentlicher. Erörterung und Klärung. Auch der Reichstag wird sich demnächst eingehend mit all diesen Dingen beschäftigen. Bei dieser Sachlage ist es geboten, die ganze Frage einmal grundsätzlich zu besprechen. Wir lassen dabei ganz die politische Seite dieser Angelegenheit beiseite. Wir beschränken uns auf die Untersuchung des Problems lediglich nach seiner sachlichen Seite hin. Und hier formuliert sich die Fragestellung wie folgt: Ist von einem privaten Betrieb der Eisenbahnen die Beseitigung des gegenwärtigen Fehlbetrags und eine ertragreiche Bewirtschaftung zu erwarten, oder dürfte man hoffen, daß die Bahnen auch im Reichs- Betriebe zu diefer Wirtschaftlichkeit kämen?
Der Fehlbetrag der Reichseisenbahn betrug im Jahre 1920 fünfzehneinhalb Milliarden Mark. Der damals dieses Ressort übernehmende Minister Groener stellte einen Plan auf, wonach der Haushalt der Reichseisenbahn im Jahre 1921 noch sechseinhalb Milliarden, der des Jahres 19?# noch fünf Milliarden Mark Defizit ausweisen würde, während der Ausgleich im ^ahre 1923 herbeige führt werden sollte. Der Kurssturz aber hat alles plötzlich über den Hausen geworfen. Das gegenwärtige Defizit beträgt 10,8 Milliarden Mark. Nun muß man sich aber fragen, wie dieses Defizit entstanden ist und warum es heute noch forftwirkt. Mit den Eisenbahnen wurde im Kriege ein ungeheuerlicher Raubbau getrieben. Materiell und personell waren die Eisenbahnen bei Kriegsende vollständig heruntcrgewirtschaftet, und was noch einigermaßen in Ordnung war, hat die Revolution gänzlich verwüstet. Demgegenüber hat die Industrie während des Krieges zum größten Teile sich erheblich kräftigen rönnen, und sie ist im ganzen auch außerordent- ffch gestärkt aus dem Kriege bervorgegangen. Schon während der Kriegsjahre konnte die Jn- dusirie erhebliche offene und stille Geldreserven für die Zeit nach dem Kriege auffpeichern. Aber auch der technische Apparat war schon während des Kffeges verbessert worden. Bei den Eisenbahnen war gerade das Gegenteil der Fall. Man hat nutzt die gerignsten Verbesserungen während des Krieges durchführen können. Nach Kriegs- ende gab es nicht eine einzige Lokomotive, die nicht den -teuren, Reparaturen hätte unterwvr- werden müssen. Unter anderem waren sämtliche Kessel vollständig verbrauch.
. Inzwischen ist aber das Eisenbahnmaieri al wieder in einen guten Zu stand gebracht worden. Die Kernfrage, ob die Eisenbahnen im Reiche- noch zu neuen wirtschaftlichen Verhaltnisfen fommen können, wird von den amtlichen Stellen bejaht. Früher waren die Enenbahnen neben der Poft die Stützen des Staatshaushaltes. Aus ihnen flössen die haupt- fachlichsten Reserven. Freilich müssen die seitherigen Arbeitsmethoden, die in die geänderten Zeiff und Arbeitsverhältnisse nicht ?5Ür hlneinpaffcn, vollständig geändert werden. Hinsichtlich der Wirtschaftsführung muß man P®- Ehr als seither, von Privatwirt« t£aftIL£en Gesichtspunkten leiten taffen. Man wird das alles nur im engsten Einvernehmen mit Verffetern der Industrie, mit führenden Männern des Wirtschaftslebens überhaupt erfolgversprechend durchführen können. Um zu einer besseren Wirtschaftlichkeit «t* kommen, muß vor allem eine größere Dezentrali- saffon Platz greifen. Das Beschaffunqswesen muß noch pnvatwirtschaftlichen Gestchtspuntten durchqeführl werden.
Es ist von amtlicher Seite bereits beabsichtigt, einen Verwaltungsrat zu stellen, dem neben Beamten auch Männer der Privat- wirtschaft angehören sollen, und zwar nicht nut beratend, sondern auch mit dem Recht der ieder- zeiffgen Nachprüfung der Wirtschaftsführung. Neberhanpt wird das Ziel fein müssen: Schärfste Wirts chaftskontrolle. In einem Gutachten, das.der Reichseisenbahmnnffster Groener dem Kabinett unterbreitet hat. faßte er feine Meinung über diese Fragen wie folgt zusammen: „Es ist nicht richttg, daß die deutschen Bahnen als Reichsunternehmen nicht zur Gesundung gebracht werden könnten. Die Voraussetzungen für dies: Gesu idung sind in an- dertbalbjäbriger mühevoller Arbeit geschaffen wo-rden. Durch Annahme privatwirtschaftlicher Grundsätze in der Lnga-rifaffon des Unienieh- wens und tn der Führung der Geschäfte kann dieser Prozeß beschleitniat werden, ohne daß die Neberaab» der Bahnen in Privathäude notwendig Ware und damtt Me Preisgabe der politischen und volkSuffrffchaftlicht'. Bort eile. Me dem deutschen Vofle aus dem RcichÄdttrieb ottvach-
Frankreich Ist unverträglich.
Zwistigkeiten auch mit Spanien.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 30. November.
Auch mit Spanien stellt sich Frankreich täglich schlechter. Der Beweis ist eine Beußerung des spanischen Ministerpräsidenten Maura über die gegenwärtigen Verhandlungen für neue Handelsverträge befonders für einen neuen Handelsvertrag mit Frankreich. Obwohl der spanische Boffchaster in Paris, de Leon, — der seinerzeit in Genf als Mitglied der Vicrerkom- mifston befonders viel dazu beigetragen hat, den oberfchleflfchen Wechselbalg aus der Taufe zu heben — feit einigen Tagen in Madrid weilt und feinen Pariser Freunden die bestgemeinte« Sefimdantendienste leistet, hat Maura folgendes erklärt: Ich kann zurzeit nach nicht garantieren, daß wir zil einem befriedigenden Ergebnis gelangen, aber wir tun unser Möglichstes.
Keine neuen SanNionen?
London, 30. November. (Eigene Drahtmeldung.) „Daily Herold" berichtet: England würde sich keinesfalls au neuen Sanktionen beteiligen. Wenn Frankreich sich weigere, das Moratorium für Deutschland zu bewilligen, so wurde England Deutschland zur Erklärung der Zahlungsunfähigkeit ermutigen.
Neue Keeditverhandlungen.
Ei« Bericht von StinneS.
(Pffvat-Trlegramm.)
Berlin, 30. November.
Der Lokalanzeiger meldet: In der gestrigen Sitzung des Präfidiums des Reichsverbandes der deutschen Industrie gab Sttnnes Bericht über feine Londoner Besprechungen. Au der gestrigen Ausfprache nahmen auch die Mitglieder des Reichsverbandes teil, die in den Ausschuß gur Prüfung der Sanierung der Reichseffenbahnen gewählt worden waren. Man kam überein, Geheimrat Büchner, den General- fekretür des ReichsverbandeS der deuffchen Industrie, zum Reichskanzler zu entftnben. Dr. Wirth hatte sich kürzlich mit Vertretern der Wirffchastskreife darüber unterhalten, eine aus Mitgliedern der Industrie und der Finanz gewählte Kommiffio« von fechs Herren zu bestimmen, die mit den englif ch-amerika. nifchen Wirffchastskreisen über die Kredit- fragen in Verbindung treten fall. Geheimrat Büchner foll nun den Reichskanzler Dr. Wirth davon in Kenntnis fetzen, daß der Reichsver- band mit diesem Vorschlag einverstanden ist.
Sireiffchluß in Berlin.
Einigung mit den städtischen Angestellten.
(Prtvat-Telegramm.)
Berlin, 30. November.
'«mb eingeteilt in Heimatspröpaganda^ Beein- ' fluffung der Alliierten. Beeinflussung der Neu« ■ traten und Aufwiegelung des Feindes, also i Deutschlands und feiner Verbündeten. gelang , ihnen sogar, durch deutsche Helfershelfer Zwie- tracht in das deutsch? Volk zu säen. Auch jetzt iroch müssen wir die feindliche Propaganda übe' uns ergehen lassen. Frankreich bat im bt fetzten Gebiet ehie Anzahl deutscher Zei. ttmaen gekauft, mit deren Hine die rheinische Be- vAkerung abspenstig gemacht werden soll.
Die weiteren Ausführungen des Haupt- schriftleitcrs Dreßler über das Pressewesen waren so gehalten, daß sie eine folgerichtige Fort- letzuug des ersten Vortrags bilioeten Und doch ein in sich abgeschlossenes Kapitel behandelten. Einleitend gab der Vortragende einen Ueberblick über die Organisation des Nachrichtendienstes, der die Nachrichtenquellen (Mit- arbeiter, Korrespondenz-Bureaus, Depeschen- Agenturen) mNfaßt. Einer eingehenden Betrachtung wurden die Depeschen-Agenturen unterzogen, die ihren Ursprung in dem Bureau Wolff (Deutschland), Havas (Frankreich) und Reuter (England) haben, die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gegründet wurden. Bemerkenswert ist dabei, daß Julius Reuter, ein Deutscher, in Kassel im Jahre 1816 geboren war. Das Telegraphen-Burea« errichtete er zunächst in Aachen (1850), siedelte dann aber bald nach London über, wo er mehr Unterstützung sand. Sein Unternehmen entwfl- ielre sich mit Hilfe der britischen Regierung zu großem Umfang. Leider hätte sein Sohn Herbert seine deuffche Wstammung gänzlich vergessen und seine Tätigkeit in unbeschräsffter Weise der deutsch-feindlichen britischen Propaganda gewidmet. Für Deutschland stellte sich das Wobffsche Telegraphen-Burecru in den Dienst unserer Regierung und bildete in Deutschland cm Gegengewicht gegen Reuter. Später tarn als Privatgeselffichaft die Telegraphen-Union. Gegenüber der britffchen und französischen Propaganda im Auslande wurden, nachdem wir eigene Kabel und Funkfpruchstellen hatten, der Deutsche Ueberseedienst und die Transozean-Gesellschaft gegründet, aber leider kamen diese Unternehmungen zu spät und waren mit zu geringen Mitteln ausgestattet. Diese genügen Aufwendungen waren der a" * ■" zuschreiben, die sich bedien«