Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kaffeler Abendzeitung
11. Zahrgavg,
Dienstag, 29. November 1S21
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Nummer 274.
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Schlechte Aussichten in Washington.
Deutsche Arbeit.
Wie England unS anSnützeu Möchte.
Unsere Telegramme berichteten in diesen Tagen Wer die Denkschrift der britischen Industriellen, worin diese ihrer Regierung den Plan unterbreiten, die deutschen Sachleistungen und die deutsche Arbeitskraft auszunutzen und unter britische Kontrolle zu stellen. Damit haben nun die englischen Wirtschaftler und Industriellen ihr way- res Gesicht gezeigt. Sie haben sich mit der gesamten Reparationssrage beschäftigt und zu ihrer Regelung das Programm aufgestellt, Las der englischen Regierung Richtlinien für ihr Verhalten und sür ihre Maßnahmen und Forderungen gegenüber Deutschland geben soll. Um es kurzweg zu sagen: Der Plan läuft auf nichts anders heraus, als den Deutschen zum Weltarbeiter zu machen! Das Programm verbindet äußerst raffiniert eigen- und weltwirtschaftliche Interessen mit hochpolitischen Zielen. Dieses Programm ist nichts anderes, als ein neues Dokument für den wirtschaftlichen Eigennutz der Engländer. Es scheint ihnen darum zu tun zu sein, das tv- pische, britische, merkantilistische Wirtschaftssystem jetzt unter allen Umständen und zwar auf und in dem Boden der deutschen Wirtschaft selber zu verankern. Würden die Vorschläge der englischen Industriellen in dieser jetzigen Form tatsächlich durchgeführt werden, so wäre Deutschland der Arbeitssklave der ganzen Welt. Der deutsche Arbeiter, mag er nun körperlich oder geistig tätig sein, wäre nichts anderes, als ein Glied der englischen Welttvirtschaftsmaschine Die deutsche Wirtschaft und die deuffche Industrie würden nur noch die V o r a r b e i t sür die Produkte des Weltmarktes unter Rationierung und Kontrolle ausländischer Rohstoffe leisten dürfen. Deutsche Arbeitskräfte wö- ren gerade gut genug, um in oller Welt nicht nur eine Wiederaufbau-, sondern auch eine ganz aus -nglische Interessen zngeschnittene Erneuerungs- a-rbeit zu leisten.
Mit b i e i cm Programm und seiner Ausführung würde allerdings England so gründlich wie nur möglich jegliche wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit Deutschlands ausroften. Es würde den Verlust an weltpolitischer Stellung, deren größten Teil es nach der Entwickelung der Dinge an Amerika abtreten mußte, nunmehr in weltwirtschaftlicher Hinsicht vollauf wettmachen. Man höre nun einmal einige Einzelheiten, aus den neuen Vorschlägen. Zur Tilgnnig der Zahlungen sollen alle deutschen industriellen Unternehmun. gen angewiesen werden, besondere Vorzugsaktien auszugeben. Die Besitzer von Grundeigentum sollen erste Hypotheken bestellen. Industrielle Borzugsaftien, wie Grundhypotbeken, die übrigens auch aitf die deutschen reichseigenen Rntemehmungen, auf Eisenbahnen, Kanäle, Schiffahrtslinien, ja selbst Banken und Grvß- handelsunternehmungen ausgedehnt werden, sollten dann den alliierten Regierungen ausgehändigt werden, die das Recht haben sollen, diese deutschen Besitzwerte ihrerseits wieder an Privatpersonen zu verkaufen. Was die Zahlung in Sachlieferungen angeht, so soll Deutschland seine Arbeitskräfte für die Wiederherstellung der Eisenbahnen usw. in ganz Europa, ja selbst in Rußland zur Verfügung stellen. Deutschland soll aber auch außerdem, wie es in der Denkschrift gefordert wird, in den nichtentwickelten Teilen der Welt Bauten vornehmen, die sonst nicht rentabel unternommen werden könnten, wie zum Beispiel Eisenbabnen, Häfen usw. in Afrika, Südamerika und Asien! Die gefährlichste Bestimmung für die deutsche Industrie und die deutsche Arbeiterschaft ist aber die, daß die englischen Industriellen eine aenan Kontrolle über die deutsche Wirtschaft verlangen und sich damit, wie sie selber sagen, „in den Stand setzen. einen beträchtlichen Einfluß auf die Ent- wicKuno und Leistung des deutschen Handels auSzuüben"
Ein Tor, der da meint, eine solche Einflußnahme geschähe etwa der Ausbreitung und Förderung des deuffchen HandeC zuliebe. Die englische Industrie will nämlich, waS sie zwar nicht ganz klar ausspricht. was aber aus dem Programm im Effekt sich ergibt, Deutschland aus der Fertigfabrikation vollständig ausschalten und ihm nur noch gestatten. Rohstoff» und Halbfabrikate, die ihm von außen her. und zwar unter englischer Kontrolle geliefert westden, nur so weit zu verarheiten, daß die Fertigprodukte außerhalb Deutschlands, vor Ollem also in England selber, kuraestellt werden ‘ könnten. Die fämttid'en Zwischengewiune der weiter verarbeitenden Industrie bis zu den Verfertigern des Fertigfabrikats lvürden also Denffchland entzöge:! werden. Tie deutsche Wirtschaft würde demnach zu nichts anderem, als zur Vorarbeiterin für die Industrie der Welt. Ans einem industriellen Stammhaus würde die deutsche Wirtschaft nunmehr zu einer Zwischen-
stliale der Weltindustrie! Die deutsche Arbeitskraft wäre gerade gut genug, um sogenannte ,Schmutzarbcit" zu leisten. Der deutsche Aroei- ter wäre degradiert. Die hochwertigen deutschen QualitätsProdukte, die der deutschen Industrie den Weltruf verschafft haben, würden ausgeschaltet. Kurz, England hätte die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmärkte ah- aedroffelt. Roch so gleitznerische und abwiegelnde Wvrte können über den Ernst der Dinge und über die ungeheuerlichen Gefahren, die uns durch das sogenannte Reparationsprogramm der britischen Industriellen drohen, nicht hinweg- täuschen. Mehr noch als für die politischen Fragen des Reparattonsprobloms gilt für feine wirtschaftlichen Tendenzen das mahnende Wort- Keine Illusionen I J. B.
Die WaWngwmrKonferenz
Keine (Hnitfttng in der v-Bootfrage.
lEigener DrahtberiÄt.i
Washington, 28. November.
Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington wird die Konferenz in die erste Hälfte des Dezember vertagt werden. In der Zwischenzeit sollen aber die AuSschüffe ihre Arbeit fortsetzen. Der Londoner „D6feruer" sagt: Die Konferenz müsse so schnell wie möglich vertagt werden, nm im Frühjahr einer anderen Konferenz Platz zu machen, die sich nicht aus Seerüstungen und den Fernen Osten beschränken, sondern auch die europäischen Fragen und die Landheere behandeln solle. Tie nächste und voraussichtlich letzte Sitzung der jetzigen Konferenz wird nach einer Erklärung des Staatssekretärs Hughes in einigen Tagen flattsinden können. Bi8 dahin, so hofft man, wird die Frage der Beschränkung der Seerüstnngen hinreichend gellärt sein. Das Einvernehmen fei in großen Umrissen bereits hergeftellt, insbesondere, soweit eS sich um die Frage der hauptsächlichen Schiffseinheiten handelt, nur in der Tauchbootfrage war bisher eine Einigung noch nicht zu erzielen. (!) England wünscht, daß diese Frage später geregelt wird.
Nicht ohne Lloyd George?
London, 28. November (Eigene Drahttttel- dung.) Lloyd George wird sich bestimmt am 3. Dezember nach Washington einschiffen, um an der Beschlußfassung der Abrüstung zur See noch Mitwirken zu können.
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Keine Schuwen-HeraSsehung?
Washington, 28. November. (Eigene TrcchtmeÜnmg.) Die Konferenz hat beschlossen, von jetzt ab tägliche amtliche Berichte auszugeben, um die Legendenbildung in der Presse zu widerlegen. Die AuSlandSmeldungen von neuen HugheSschen Vorschlägen werden nicht bestätigt. Die Preisgabe amerikanischer Kriegsfchnlden-Fordernngen hätte Hughes nut mit Zustimmung des Senats aussprechen können.
Schlechte AuSflchten.
P a r i s, 28. November. (Eigene Drohttnel- dung.) Ter „Matin" berichtet nuS Washington: Die japanische Delegation ist noch nicht zum Nachgeben geneigt. Auffallend ist, daß der Stand der Wetten über den AuSgang bet Konferenz seit MittwoÄ nur noch brei für einen günstigen Ausgang bet Konferenz im Sinne bet Hughesschen Vorschläge und vier bagegcn lautet.
Beamrerrgehälter-VorfOMe
Zahlung durch die Landesregierungen.
(Eigene Drahrmelbung.)
Berlin, 28. November.
DaS ReichSfinanzministerium teilt mit: Die ReichSregierung hat sich bereit erklärt, ben Landesregierungen, denen bis zum Eingeten des zu erwartenden Mehrs an Steuer-Einnahmen usw. nicht ausreichend Geldmittel zur Verfügung stehen, mn den aus der Verbesserung der Gehälter ihrer Beamten crroaäjfenben Mehrbedarf zu bestreiten, einstweilen Vorschüsse aus Reichs Mitteln zu gewähren. Auch in Ansehung derjenigen Gemeinden und Gemcindeverbänte, die »us dem erwähnten Anlaß in gleicher Lage sind intb denen ihre Landesregierung nicht sollte ans- belfen können, ist eine ähnliche Zusage gcnmchft die Vorschüsse sollen aber rricht unmittelbar an die bedürftigen Gemeinden, sondern beim Vsr- licgen der angegebenen Bedingung ihrer Landesregierung gewährt werden. Dir aus Unkenntnis oder mißverstündlichet Auffassung dieser Sachlage fortgesetzt bei den RrichsstrSen eintref- senden zahlreichen Anträge von Städte, und Gemeindeverbände» sowie v« einzelnen Ge
meinden befinde« sich daher auf «nrichtigew GcschästSwege. Zuständig ist die betreffende Landesregierung.
Wieder eine enMcheGtimme
Pta« eines WeltgüterauStauschS.
(Eigene Drahimeldung.)
Berlin, 28. November.
Gestern wurde ein Vertreter der Telegrap hen- Union von dem Engländer Kennwortht, empfangen, der in Berlin eingrtroffen ist. Er ist haupisächlich durch seine eindeutige Stellungnahme gegen den Versailler Vertrag bekannt geworden. Infolge der durch die politi- schen Verträge nach dem Weltkriege direkt und indirekt verursachten Valrttanot liegt der eng-j lische Handel ztrm großen Teil still. Die Arbeils- losenziffet in England ist seht bedenklich, genau so in Amerika. Kennwnrthn entwickelte seinen schon früher veröffentlichten Plan eines großen WeltgüterauStauscheS, dem naturnotwendig ein gesunder BalutaauSgleich folgen müsse. Die reichen Naturprodukte bet englischen Kolonien und Dominien müßten in Deutschlanb, Polen und Rußland tmb anderen valuta- schwachen Länder« einen Riesenabsatz finden, während diese Wirtschaftsgebiete wieder jene Länder mit ihren technischen Erzeugnissen zu versorgen hätten. Wir brauchen nun einmal die großen Staaten der ganzen Welt.
Hoffnung auf 6k Ätmuar-Nak.
Berlin, 28. November. (Privattelegramm.) Eine Korrektur des Genfer Spruches über Oberschlefien hält der Engländer Kenn- worthy nicht für ganz auLgetchlossen, doch vermied er es, näher auf diesen für den Engländer gewiß heiklen Punkt einzuxehen. lieber die Frage der fälligen Reparationszahlungen stand sein Urteil dahin fest, daß Deutschland die Januar-Rate gewiß noch weiche zahlen können, daß aber mit Bezug aus die Mai- ,ate die Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit eintreten könne. Bis dahin fei e5 aber nicht ausgeschlossen, daß die cinsichsitige französische Handelswelt bestitnrnend aus ben Kurs der frauzösisstchen Politik eiitwtrke unb eine Mion einleiten werde, die zu einer Aenderung dieses Kurses Deutschland gegenüber führen werde.
Kommunale Fragen.
Was Minister Seveting verspricht.
(Privat-Telc gramm.)
Betlin, 28. November.
Der preußische Minister des Innern Severin« empfin« einen Pressevertreter und erklärte unter anderem: Soweit eS sich um gesetzgeberische Aust gaben handelt, sind die kommunalen Ber - fassungSgesetze die dringlichsten Angelegenheften des Ressorts. Menn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten eintreten, könnte mit einer BcrabsMcLung der Gesetze schon im Frühjahr gereämet werden, der in möglichst kurzer Zeit dann die R en w a h l für Stadt und Land- gemrinben folgen müßten. Es ist l»auz selbstver- stö üblich, daß nicht die Gesinnungstüchrigkeit (?) bei der Befetzung der SemntenftcMen ausschlaggebend sein darf, .-sondern der Wert der Persönlichkeit. Heber die allgemeine Lage sagte Seve- rlng: Ich bin mir darüber klar, daß wir einem sehr ernsten Winter entgegengehen. Soweit die Exekutive die Bestrebungen enteret Res- sortS auf Erfassung und Verbilligung der Lebensmittel unterstützen kann, roh*) daS geschehen Besser als polizeiliche Aufgebfte beruhigen Kartoffeln und Kohlen im Haushalt. Wo in der Schutzvolizei Bestrebungen zutagetre- ten, die sich in einen Gegensatz zur Verfassung stellen, wird rücksichtslos einaeschritten werden. Wir Haden ans vielen Gründen ein Interesse daran, jeden Verdacht von vornherein im Keim» zu ersticken, als ob die Schupo nichts anderes wäre als eine verkappte militärische Gruppe.
VroLest gegen BeLanö.
Deutsche Rote an die Konferenz.
(Eigene Drahtmelbung.)
Paris, 28. November.
Der „Petit Pari-len" läßt ff* ans <1>erTtn berichten, daß ber Reichskanzler ursprünglich bie Absicht gehabt hat, auf dir Rede Brill n d s in Washington zu antworten. Der Reichskanzler habe aber davon Abstand genommen. Dafür sei vom Kabinett beschlossen worden, dem amerikanischen Geschäftsträger Dresel zur Ueber- mittlung an Staatssekretär Hughes, den Vorsitzenden der Abrüstungskonmttssion, eine Note zu übergeben. In der an Amerika gerichteten Rote protestiert Deutschland gegen die Rede BtiandS, insbesondere auch gegen die von Briand nufgeftefiten Behauptungen über angeblich in Deut' land befindliche utUUäri- sche Geheim . Organisationen.
Hessisches Handwerk. Zue heutigen Kamurer-Dollverfanmtlrmg.
(Eigener Bericht.)
Kassel, SB. November.
Die Handwerkskammer sür Kurheffen und Waldeck trat heute vormittag zum letzten Male in ihrer jetzigen Zusammensetzung in bie sogenannte Herbsttagung ein. Im nächsten Monat erfolgt bie Neuwahl, bie beeinflußt ist durch eine neue Einteilung infolge ber großen Zahl jüngst geschaffener Innungen tnnechalb ber Provinz. Die Amtszeit ber neuen Kammer toiib nur eine kurzfristige sein, denn das kommende Hanbwerkergesetz schreibt eine Neuwahl auf Grund des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts vor, während jetzt bie Wahl durch bie Jnuungsvorstände und Gewerbevereine erfolgte. Die Ausdehnung beS Hanbwer- kerzusammenschluffes erhellt aus dem vom Syn- bflus ber Kaffeler Handwerkskammer, Thcm- heiser, vorgelegten Bericht über bie mnfangrei» che Arbeit bet Kammer im letzten Halbjahre Besonders die Gutachten über bie verschiedensten neuen Gesetzentwürfe für bas Handwerk er- * forderten eine umfassende Inanspruchnahme bet Kammer. Interessant sind bie Mitteilungen über daS Lehrlingswesen. Tie Zahl der Lehrlinge im Handwerk nimmt In vielen Handwerken immer noch weiter zu. In die Lehrlingsrolle der Kammer sind 7890 Lehrlinge eingetragen worden, darunter 730 weibliche. I« Kassel, Fulda, Großalmerode, Hofgeismar und Bad Wildungen haben Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten stattgefunden. Der Gesellenprüfung haben sich 739 Lehrlinge und 105 Lehrmädchen unterzogen. Nur sieben haben nicht beftanben. Ehrenurkunden sind an 20 Gesellen verliehen worden. Hebet die Nebenarbeit von Gesellen füt Kundsch-ft außer ihrer Tättgkeit beim Meister laufen immer noch aus den verschiedensten Kreisen Beschwerden ein. Die Kammer bemüht sich nach Kräften, diese Nebelstände zu beseitigen. Wirkliche Abhilfe kann aber nur ein gesetzliches Verbot schaffen. Lehrgänge zur Vorbereitung von Handwerkern auf die Meisterprüfung finden an 16 Orten statt Die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen beträgt 523. An fünf Handwerker sind Ehrenmeisterbriefe der» liehen worden. Im letzten halben Jahre sind 31 neue Zwangsinnungen gebildet worden. Jn» mmgsausschuffe wurden in Eschwege und Ha- roan errichtet. Weitere Jnnungsausschüfse sind in Vorbereitung. Die Zahl der abgegebenen Gutachten hat weiter zugenommen. Sie betrafen die verschiedensten Gebiete, namenflich daS Steuerwesen. Der heutigen Vollversammlung wurden verschiedene wichtige Entschließungen vorgelegt, deren eine ben Reichsverband beS deutschen Handwerks ersucht, mit aller Ent- sMedenheit dafür einzutreten, daß bei der gesetzlichen
Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter die besonderen Verhältnisse der Handwerksbetriebe gebührend berück- sichtigt werden und die gesonderte Behandlung der Hcmdwerkslehrlinge fordert, bie nicht als gewerbliche Arbeiter anzusehen sind, die Zukas- lung ber Aufräumungsarbeiten in ber Werkstatt vor ober nach ber festgesetzten Arbeitszeit, bie Nichtanrechnung bet FortbilbungSschulzeit als Arbeitszeit, bie Sonderbestimmungen für Saisongewerbe (Bauhandwerk u. Bekleidungsgewerbe) für die Handwerksbetriebe, die hauptsäklich fütbie Landwirtschaft arbeiten und für die Landwerke, ln denen nur eine Arb eitSbereitschaft vorliegt, wie z. B. für daS Bäcker-, Fleischer- und Fri- seurhandwerk, ein armidsä^iches Verbot der Nebenarbeit der Arbeitnehmer im Gesetz unter Strafandrohung und die gleiche Behandlung der Arbeitgeber und ber Arbeitnehmer bet Uebertrettmgen des Gesetzes. Eine weitere Entschließung sordert, daß die HandwerkSleht- linge nicht in daS
ArbeitStarisgesetz ,
einbezogen werden, sondern daß für diese Lehrlinge bis zur Regelung beS Lehrlingswesens im Hanbwerk durch ein besonderes Gesetz bie Vorschriften der Paragraphen 81a Zijstr 3, Paragraph 93 Absatz 2 Ziffer 5. 100 p und 103 e Ziffer 1 ber Reichsgewerbeordnung weiterhin Geltung haben. Ferner verlangt eine Enffchlie- ßmig zum Berufsschulgesetzentwurf, baß eine Erhöhung her Pflichtschulstunden von 6 auf 8 Stunden in der Woche unterbleibt, die Schulpflicht mit dem Bestehen ber Gesellenprüfung enbet und in bas Gesetz auch Bestim- mungcn über bie Heranziehung von Arbeiter« unb Arbeituebmern zur Mitberattmg unb Mitbestimmung über wichtige Angelegenheiten ber Berufsschule ausgenommen werden. Eine andere Entschließung zum Gesetzeiltwurf einer Schlichtungsordnung ersucht den Reichsverband beS deutschen HauswerkS, mit aller Entsthiedenheir dafür emiutrettu, daß dir