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Meier Neueste Nachrichten

Hesfische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. ZahrgemA.

Dienstag, 22. November 1921

Nu innrer 268

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 «nd 952

Neue Agitation der Kommunisten

$U taff ein ileuefiea Hlacbttctter erfctetnen wöchenUtch fedjtmat unb rwar ebteb«. Der SlbonnementSprete bettagi monatlict «.60 $lar! bet freier BufteOunp tw« fau« «u«. ®4rts ,ur» bte ®of> belegen «.so Marl monatlich etnfchltebNch gufleUung. Beftettungen roerbet eberz.üi oei> Der »efchüftsflell« oder Den »Voten entgegengenommen. ®ruderet, «erlag and #ie»altton Lchlachtho,'praße 28/30, Für unverlangt eingefanbte Betträge tarnt 6t« iteoetttoii eure Verantwortung oder Bewähr tn fejnetn Falle übernehmen tfiuckzahlung de« Beragsgelde« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungOmäßiger Lieferung aargefchlolfen.

Jnferttontpreise n» Etnheimtfche Lutträge» Die etnfpatttge «Nielgen-Zeile « tM. die etnfpaMge Slettamejetle M. 16a b> Lu«wartige Auftrage: Die etnfealttge «nsetgenjeite M. L«0, die einspaltige Reklame,eile M. . alle« etnfchf.eßlich Teuerung«,uichlag uub Hnjetgenfteuer. Für An,eigen mit besonder« schwierigem Sa« hundert Prozent «uftchtu. Für die Richtigfeit aller durch Fernsprecher ausgigebenen Ln,eigen, iowte für Aufnahme, baten und Platze kann ein« Bewähr nicht übernommen werben, Druckerei.- Schlacht- hofftraße 2*/30.efd)4ft«fteBe: »»wische Straße =. Deiephon Nummer 951 and 963

Können Wir zahlen?

Die aUdetie üintrcibunge-Äommiffien.

Grundsätzlich befiehl bei der Reparationskom- miffwn die Auffassung, daß es nicht in ihrer Macht liege, die Zahlungsfähigkeit Deutschlands überhaupt zu prüfen, vielmehr betrachte sie es als ihre Aufgabe, nur die nächstfälligen Summen sicherzustellen. Es handelt stch da vor allem um die am 15. Januar fällig werdenden Zahlungen von fünfhundert Millionen Gold- merrt und um die am 15. Februar 19*22 fällig werdenden Anteile aus der jechsundzwanzigpro- zenttgen AusfuhraLgabe. 'Die ReparationSlom- mifsron will unter alten Umstanden Sicherheiten für diese Summen haben, eventuell durch Ga- rant'-leistungen der deutschen Banken und der deutschen Industrie. Was darüber hinaus wer­den soll, ist zwar bisher nicht offiziell in den Kreis der Erörterungen der Reparationskom- m-ission gezogen worden. Aber es liegt aus der Land, daß man sich doch auch jetzt schon ernst­lich mit diesen Fragen beschäftigt. Daß wir hinsichtlich eines Moratoriums, einer Stundung unserer Verpflichtungen, fürs erste nicht viel zu erwarten haben, wurde an dieser Stelle bereits ausgesprochen. Selbst der englische Delegierte in der ReparationSkommisston, Sir John Brad- bury, hat sich dahin ausgesprochen: .Deutsch­land könne und müsse zahlen.' Die N e p a ra tio n sk»mm>i s s( o n habe einstirmnig be- jchlossen, nichts an den Zahlnngsfriisten zu än­dern, Deutschland fei ein durchaus reiches Land. Alle seine Fabriken arbeiteten und hätten für mehrere Monate im Voraus Bestellungen. Es könne unter diesen Umständen im AnsLond die nMoendigen Kredite cri)alten, wenn alle aktiven Kräfte des Landes sich zusammengruppierten, und wenn die politische Situation, aufnebaut auf aufrichtiger und solider Grundlage, ein Ge­fühl des Vertrauens erwecke, das aus die Ach­tung der eingegangenen Verrichtungen schließen ließe.

Es entspricht nach allen Informationen den Tatsacken, daß die Reparationskommission zu dem Gutachten gekommen ist, daß die deutsche Zahlnnas- und Leistungsfähigkeit der Gegen­wart die nächsten Reparationsraten durchaus möglich mache, lieber die Einwendungen be- züglich der Vermindernnq der Erfüllungsbasis durch den Verlust OberMesiens hat sich die Re- parationsrommifsion anscheinend hinweggcsetzt. Daß man aber doch auch in Frankreich ernsthaft mit dem Problem der demnächMgen Zah­lungsunfähigkeit Deutschlands sich be­schäftigt, zeigt eine Nachricht, wonach gewisse französische Kreise in einem solchen Falle, ent­gegen allen bisherigen Meldungen, ein Morato­rium für Deutschland für erforderlich halten: das mit folgenden Bedingungen belegt werden sollte: 1 Eingehende Kontrolle der Finanz­wirtschuft. 2. Kontrolle der Produktion der Hauptinvustriezweige, die stch beson­ders auf das Ruhrgebiet beschränken solle. Man steht, wie die Pläne auf eine unmittelbare deutsche Finanzkontrolle einerseits und auf einte Wirtschaftskontrolle auf das Ruhrgebiet anderer­seits heute lebendiger sind als jemals.

In diesem Nahmen gewinnt die Frage, ob das Reich als Kreditbasis im Besitze seiner Ver- kehrsnnternehmnngen bleiben soll oder nicht, eine erhöhte Bedeutung. Es gibt Stimmen, die da geltend machen, daß gerade eine Ueberfiiyrung der Eisenbahnen in Privatbesttz und Privatver- waltuna diese Unternehmungen vor dem Zugriff der Entente schützen würde. Mer auch nach die­ser Richtuna hin Hai die Entente bereits zu er­kennen gegeben, daß sie eine solche Ueberführung nicht dulde, vielmehr durch eine vorherige Be­schlagnahme dieses Besitzes der geplanten Privatisierung zuvorkommen würde. Dieses Verhalten wirkt natürlich ungemein dämpfend auf die von den sozialistischen Gewerkschaften in diesen Tagen ausgestellten Forderungen nach der Uebereignung eines Viertels des Industrieka­pitals an das Reich. Denn man sagt sich mit Recht, daß die Entente dann auch diesen Jn- dustriebesttz als Reichsbesitz jederzeit be­schlagnahmen könne. Man steht aus die- fen Andeutungen, wie verzweifelt ernst das Problem sich gestaltet hat. Tüescs Problem der deutschen Zahlungsfähigkeit fft das Problem der deutschen Freiheit selber.

Gefahr drobt besonders von Frankreich. Man unterschätze nicht die Aeußerung des fran­zösischen Finanzministers Doumrt:Wenn ein Bankrott Deutschlands kommen würde, so werde er Ereignisse nach sich ziehen, dir die deutsche Reichseinheil kaum überle­ben könne.* Hinter diesen Worten verzeichnete der Bericht: ,Lebhaften Beifall" des französi­schen Parlaments. Was soll das? Wir sind darüber unterrichtet, daß in letzter Zeit diesen'^ gen Strömungen in Frankreich, die einen un­mittelbaren Zugriff auf deutschen Landbesitz gerade im Hinblick auf eventuell eintretende Zahlungsunfähigkeit Deutschlands fordern, wie­der Oberwasser gewonnen haben. Es handelt sich aber nicht allein um solche Kreise, die des

Ruhrgebietes sich bemächtigen wollen, von dem man weniger hinsichtlich einer militärischen Be­sitzergreifung, als einer unmittelbaren Wirt­schaft skontr olle der dortigen Produktionsquellen spricht, als vielmehr und hier liegt eine un­geheure Gefahr um solche Kreise, die auf das Rheinland spekulierest'. Die Spekulation ist richtig: Ein Zugriff auf das Ruhrgebiet, mehr aber noch eine Vergewaltigung der Rheinlande, würde den Tod der deutschen Reichseinheit be­deutend Oh wir nun endlich einsehen lernen, was uns bevorsteht? Unb ob wir aus dieser Erkenntnis die nötigen Schlußfolgerungen hin­sichtlich unserer eigenen Einheit ziehen lernen ?

J. B.

Kommunistische Agitation.

Vorbereitung zu neuen Unruhen?

(Privat-Telearamm.)

Berlin, 21. November.

In Berkin rmd Halle an der Saale hat eine neue kommunistische Agitation eingesetzt In zwei stark besuchten Versammlungen, die am Sonntag in Halle ftattsanden, wurde cinftim. mig eine Entschließung angenommen, in der die sofortige Haftentlassung der politischen Gefangenen in Lichtenburg gefordert wird. Wenn diese bis zum Montag nicht erfolgt, will man unverzüglich in den G e n e r a l st r e i k eintreten. Eine Kommrssion, bestehend ans Vertretern der Kommunisten, Unabhängigen und der BetriebSbelegschaft wurde gewählt. T iefe wird am Montag nach Berlin zum Jnstiz- mistister sich begeben, um ihm die ganze Angrle- genheitz zu unterbreiten. Auch nach den Ber­liner Versammlungen wurden in den Großbe­trieben Delegationen gewählt, die den allgemei­nen Proteststreik der kommunistischen Arbeiter gegen die Regierrmg unverzüglich einleiten sollen.

*

Um die Lltvtenburger Gefangenen.

Berlin, 2L November. (Privattelegramm.) Am gestrigen Sonntag waren die Kommissio­nen sowohl des Reich-Staves wir des Landtages nach Lichtenburg bei Torgau ge­fahren, ihn die dortigen Zustände im Gefängnis zu untersuchen. Sie werden am heutigen Mon­tag in Sitzungen deS Aeltestenrates beide» Par­lamente über ihre Eindrücke berichten. ES ist nach der politischen Halttmg deS Justizministers Radbrmb anzunebmen, daß die vorüberge­hende Entlassung von Häftlingen verfügt wird. Mnister Radbruch hat gestern einer Dele­gation der Berliner Betriebe die Erklärung ab­gegeben, das? er bereit sei, Gnadengesuche der po­litischen Gefangenen wohlwollend zu prüfen.

Stmnes in England.

Englische Vermutungen über die Abfichten.

(eigene Drohnneldung.)

London, 21. November.

ES verlautet, daß der Aufenthalt deS Herrn Stinncs, der in der gesamten englischen Presse die größte Sensation hervortust, nur sehr kurz sein wird. Man glaubt, daß er ursprünglich die Absicht gehabt habe, länger zu bleiben, daß aber die BÄanntgabe seines Aufenthaltes und die daran geknüpften Kommentare seine Abreise be­schleunigt hätten. Bon den verschiedenen in Umlauf gesetzten Vermutungen erscheint der eng­lischen Presse die am wahrscheinlichsten, nach der er sich in der Hauptsache mit Fragen des Ver- kaufs der deutschen Farbenindustrie und mit einem großen Plan für die R e o r g a - nisation SowjetrntzlandS beschäftigt habe, für dessen Durchführung von Deutsch­land ein Moratorium vorgeschlagen werde.

Die erste 2iusfpra<De.

London, 21. November. (Eigene Drahtmel- duna.) Lloyd George ist von hier abgereist, um sich nach seinem Landsitz Bournemouth zu be­geben. Es besteht die WahrscheiuliOcit. daß die erste Aussprache zwischen Stinnr» und. dem englischen Ministerpräsidenten don staftsindet. Die Londoner Blätter berichten, daß sich Lloyd George bereit erklärte, LtinneS zu empfangen.

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Maßnahmen zur Krebltaktlon.

London, 21. November. (Eigene Drahtmel­dung.) DieTimes" kündigt an. daß die Alli­ierten auf Grund der Prüfung der Lage Deutsch lands gewisse Vorschläge bezüglich der Fi-

nanzpoNtik und Besteuerung Vorbrin­gen werden. Dies entspricht der Andeutung von Bradbnry, daß eine erforderliche Sreditaktiou derartige Maßnahmen voraussetze.

Gegen die Znduftriepläne.

Reue Proteste der Eisenbahner.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 21. November.

Die ReichSgewerkschast deutscher Eisenbahn­beamten und Anwärter hatte am gestrigen Donn- taa in Berlin und Potsdam Versammlungen einbernfen, um gegen die Kreditpläne der Indu­strie und die Umwandlung der StaatSbahn- betriebe in Privatbetriebe zu prote­stieren. Rach den AnSfühnrngen des Gewerk­schaftsführers Thyran und des Abgeordneten Deglerk betonte Dr. Setter vorn ReichsverkehrS- ministerimn, daß bei innigem Zusammenarbeiten de» Verwaltung und des Personals man auch ohne die Industrie miSkommrn könne. Im Uedrigen wünschte der Reichsverkehrsministrr im Berwaltnngsral selbst mit Herren ans der Industrie zufammenzuarbeiten. An einer zum Schluß angenommenen Entscheidung wurde die Forderung ausgesprochen, daß das Reich sich allen Privatisierungsbestrebungen widersetzen werde. Die Eisenbahner würden niemals vom Berufsbeamtentum lassen und diese Forderung auch mit den letzten gewerk- schaftlicklen Mitteln zu verteidigen wissen.

JMtarvett der Gewerkschaften.

Berlin. 21. November. (Privattelegramm si Der Teutfche Gewerkschaftsbund bereitet eine Denkschrift über die N mb i l d u n g der u n- wirtschaftlichen ReichSbetriebe vor, die gleichzeitig mit einem Plan derIndnstrie- verbände eine Grundlage für die Verhand­lungen bilden soll, die zwischen den Gewerk­schaften und der Industrie in den nächsten Ta­gen wieder aufgenommen werden.

DleWaHingtonerKonserenz

Hm Japans Vormachtstellung in China.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 21. November.

Heber die Kommissionssitzung der Wafhing- tonet Konferenz wird ergänzend gemeldet: Ad­miral Kato setzte den Standpunkt der ja­panischen Regierung zu den chinesischen Vorschlägen auseinander. Nach ihm sprach für Amerika Root, für England Balfour, für Frank reich Briand und schließlich für C hi n a Dr. Sze. Dieser führte aus, daß nach den Ausführungen Katos Japan Ausflüchte suche. Jap-n sei be­reit, die offene Tür, Integrität und Aonveräai- tät Chinas anzuerkennen, aber es wolle ht der Mandschurei und ht Schantung bleiben und ver­lange die Berücksichtigung des Umstandes, daß eS inimittelbarer Nachbar Chinas fei. Am Montag Vormittag werden die Fragen und Beratungen fortgesetzt. Die Neunerkommission sprach sich zugunsten des Grundsatzes der ter­ritorialen Unverletzlichkeit Chinas und der offe- nen Tür in China fiir alle Nationen aus.

Keine Einigung ln der Adrfistung.

London, 21. November. (Eigene Draht­meldung.« Ueber die Frage der See-Av- rüftung verlautet, daß olle Beuillhungen, Hughes zur Abänderung zu bewegen, bisher ohne Erfolg geblieben find. Balfour erftärte, England wolle auf alle Abänderungen ver­zichten, die Japaner bestehen dagegen nach wie vor auf der Belassung einer größeren An­zahl von Flugzeug-Mutterschiffen als sie Hughes zugestehen will. Hiergegen protestieren die amerikanischen Marinesachverständigen, die in den von Japan verlangten Begleitschiffen Schiffe mit offensivem Charkter sehen.

Gegenseitiges Mißtrauen.

London, 21. November. (Eigene Drahtmel- dv.ng) Ein Telegramm aus Washington besagt, daß in den Streifen der Konferenz offiziell gemeldet wird, daß die britische Delegation die »kbsicht habe, zu verlangen, daß die Einschrän­kungen der Rüstungen zur See auch auf Frank- re ich und Italien ausgedehnt werden. Die britischen Sachverständigen haben sich für dieses Projekt erklärt in der Furcht, daß für den Fall, daß die Kolonialmächte die Freiheit halten, ihre Schiffe zu vermehren, die für Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Japan vorgeschla- gene Schiffszahl ungerecht sein würde.

DeutscherAusverkauf.

Die Schädigung unseres Volkes.

In mandien Städten »etzteht Bereit« der t>eti'UBli<Be Auftaub, ba6 i«t »en gäben keine Waren mehr »u haben find. Sie Sol­ee davon ist eine »rotze Sonernng auf allen Bedielen. Darüber wird «n« geskhrlebenr Infolge des deutschen Ausverkaufs wächst der Warenmangel. Ter Riarksturz hat in un­serem Handel derartige Zustände gezeitigt, daß unsere Volksversorgung von Tag zu Tag fchwie- rtfier wird. Zum großen Teil habe» wir di« Entblößung unseres Markte- den Auslän­dern zu verdanken, die in Massen das deutsche Reichsgebiet und besonders die deutschen Groß« ftäbte überfluten, um buchstäblich alle Waren­häuser und sonstigen Geschäfte auszuräumen, was ihnen infolge ihrer Valuta nicht schwer fallt. Wer jetzt in mancher Stadt in ein Kauf­haus geht, um sich für oen Winter Sachen zu besorgen, steht stch oft mit Bedauern abgewie- fen; .alles ausverkaust": oder die Waren smd so teuer, daß an einen Kauf vielfach nicht zu den­ken ist

Diefe Abwanderung unserer Produkte in das. Ausland hat die schlimme Folge gehabt, daff manch« Preise tn kurzer Zeit um über hundert Prozent stiegen. Tertilprodukte sind überhaupt nicht mehr oder nur zu unerschwinglichen Prei­sen erhältlich. Das bedeutet für den Mittel- und Arbeiterstano den Verzicht auf warme Winter- kleidung Auch die Lebensmittel sind von dem Ausverkauf in arge Mitleidenschaft gezogen worden In Pommern, Schleswig-Holstein und den östlichen Landesteilen kaufen rheinisch« Kar. toffelhändler Kartoffeln in Massen auf. um sie im Rheinland zu enormen Wucherpreisen ab­zugeben. Dabei ist anzunehmen, daß diese Auft säüfe zum Teil doch nicht für die deutsche Be­völkerung bestimmt sind, sondern vielmehr in» Ausland Wetter verschoben werden sollen, wq infolge der Valuta natürlich noch ganz ander« Preise gefordert werden können. Die gereizt« Stimmung der deutschen Bevölkerung, die jetzt für ein Pfund Eßkartosfeln 1,20 Mark bezahlen muß, ist unter diesen Umständen sehr verständ­lich. Denn der Ausfall der Kartoffelernte recht­fertigt die enorme Preissteigerung um saft da» dreißigfache nicht.

Die erste polttische Vertretung bet Land­wirtschaft, der Reichst andbund, hält seine Mit- glieder unermüdlich zum Maßhalten bei den PreisfordernMen au. Und diesem Verhalten haben sich die gesamten dentschen Landwirt» schaftsverbände anaeschlofle«. Di« Preistreibe- rei ist nicht zuletzt in dem gewissenlosen Trei­ben der wilden Händler zu suchen, die unteren unglückseligen Valntastand aus gemeine An zunr Schaden der deutschen Verbraucher auSnützen. Genau so verhält eS sich mit dem Getreidr- verkauf. ES wäre eine der ersten und wich­tigsten Pflichten der Regierung, die Ausfnhr der deuffchen Lebensmittel noch eingehender zu sperren und dem gemeingefährlichen Treiben der Wucherer mit allen Mitteln entgeaenjutre« trn Leider ist aber kein Ende dieser PreiSent« Wicklung abzusehen, solange unsere Valuta bett maßlosen Schwankungen unterworfen.

DrahttoserRachrlchlendrenft.

Funkengcspräche für Private.

Die bekannte Eigenschaft der drahtlosen Te­legraph., daß v. einer Funffendestelle ans gleich­lautend'.' Nachrichten gleichartig an eine beliebig große Zahl von Funkenempfangsstellen verbrei­tete werden können, soll im Bereich der ReichS- poftverwaltuna für eine neue Verkehrseinrich- tung benutzt werden. Es sind zur Zeit die Ar­beiten zur Einrichtung eines drahtlosen RundspruchdtensteS" im Gauge, bei dem allgemein interessierende Ai lisch a ft Snach, richten (Kurse der Börsen in Newport, Lon» don, Daris, Amsterdam ufw, sowie bte wichtig, sten Weltmarktpreise) auf funkentelevho» nischem Wege von einer Zentralstelle iw Berlin au8 im Reiche an Privatbezieher (Banken nstv.) verbreitet werden sollen. Di« erforderliche Funkensendeeinrichtung wird bei der. HaudtfurEelle KönigSwustcrbaufen herge» gerichtet und von der Berliner Zentralstelle drabttelevbrmisch besprochen werden. Die Emp- sanaSapparate zur Ausnahme bet Nachrichten werden unmittelbar bei den stch zur Beteiligung anmekdenden Banken usw. anfgestellt werden«. Die Einschaltuna des Hörapparats erfolm in einfachster Weise durch Drehen eineS Schalters sowie Wnehmen des Fernhörers, woran, bte Nachrichten, die zu genau festgefetzten Stunden ohne vorherigen Weckruf ergehen, wie mittel» eines gewöhnlichen Fernfprechapvarstes entge» gengonommen werden können. Die Bedienung erfordert also keinerlei besondere Kenntnisse. Ein Sprechen in der Richtung von der Gmp» fanasitelle tut Zentralstelle ist nicht möglich.

Die ReichSpostvetwaltung führt rmr fccx tech-