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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Sonntag, 13. November 1921

Nummer 262

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 nnb 952

Fernsprecher 951 und 952

Staats- ober Privatbetrieb der Eisenbahn?

Neue Entwicklungen.

Deutschland und die Weltprobleme.

Bedeutungsvolle Ereignisse spielen sich in die­sen Tagen ab, die den Anfang zu neuen Ent­wicklungen in sich tragen können. Cb sie den Weg zum Gilten oder Bösen einschlagen werden, weiß natürlich niemand. Ueber Wem schwebt eine dunkle Zukunst. Einmal zuckte ein leuchten­der Blitz in die Wirrnis unserer Lage, der für Viele wie ein Hoffnungsstrahl kam, von Anderen aber als gefahrdrohend betrachtet wurde. Tas war, als an der Börse die Devisenkurse er­heblich sanken und eine Besserung der Mark vortäuschten. Da heutzutage viele Menschen sich mit der Börse beschäftigen, die in normalen Zei­ten nie daran dachten, so waren weite Kreise an diesen Kurssprüngeninteressiert-, und gar Mancher sah mit angstvoll klopfendem Herzen einem Kursrückgang auch in Effekten entgegen. Aber die Bewegung blieb schon in ihrem An­fang stecken. Tie Devisenkurse stiegen wieder, und die Mtien und andere Wertpapiere festig­ten sich. $ht der Markbesserung ist es also nichts. Es gab Leute, die einige Stunden lang glaubten, die nach Berlin gekommene alliierte Reparationsrormruffion werde für Deutschlano eine Erleichterung bringen, oder die Washing­toner Konferenz werde sich mit der Stabilisie« nmg der internationalen Valuta befassen, wobei vielleicht für Deutschland ein Gewinn heraus- springen könne. Aber diele Fata morgana löste sich sehr bald in Nichts auf und wich einem un­durchsichtigen Nebel.

Die genannte Reparationskommis- fion hrt unS keinen Zweifel darüber gelassen, was sie in Deutschland will und wie sie dem, ihrer Meinung nach, hartnäckigen Schuldner bei« zirkommen denkt. Bei ihrem vorgestrigen Besuch im Reichsfinanzministerium ersuchte sie, wie uns ein Berliner Telegramm berichtete, um Vor­legung des Entwurfs des neuen Reichs- haushaltsplanes, sowie der neuen Be­amtengehaltsvorlage. Man sieht, die Herren Sieger gehen aufs Gange. Nach und nach stellen sie weitere Forderungen, bis wir ihnen vollständig auSgeliefert sind. Ein leben­diges Beispiel haben wir in den Verhältnissen des Fernen Ostens, in China. Jenes große Land befindet sich in der gleichen Lage wie jetzt Deutschland. China wurde 1900 bet den Borer« nnruhen von den europäischen Mächten besiegt. Die Sieger diktierten als Strafe, daß China jährlich einen hohen Tribut (Schadensersatz) an die fremden Mächte, einischließlich Japan, zahlen muß. Zur Ueberwachung wurden fremde Be­rater eingesetzt, die in allen Regierungs Luttern in Peking, sowie in den Eisenbahn-, Post- und Zollämtern Chinas noch heute sitzen (mit Aus­nahme der deutschen Berater, die 1917 von den Alliierten herausgedrängr wurden). Der Zweck der Ueberwachung ist, von allen eingehen« den Geldern zuerst die Schadenersatz-Zahlungen zu sichern. Genau so möchten jetzt die Alliierten mit Deutschland verfahren Zuerst würden sie die R e i ch s e i n n a h m e n firr sich b e s ch l a g - nahmen. Da dann voraussichtlich nichts mehr übrig bliebe, wären wir gänzlich in feindlichen Händen. Wird sich das deutsche VoÄ zu Kulis herabwürdigen lassen? Rein, soweit kann es nicht fein! Endlich wird sich einmal der Rest deutschen Selbstbewußtseins gegen allzu große Schmach auflehnen I

Haben wir nichts Gutes von der Entente« Konrmifsion zu erwarten, wird sich dann die Washingtoner Konferenz des geknech­teten Deutschland annehmen? Man wird auch darauf keine Hoffnung setzen dürfen, denn die dortigen Verhandlungen werden sich um ganz andere Singe drehen. Rur insofern müssen ton bte Vorgänge beachten, als sich dort wahrschein­lich eine große Komödie abspielen wird, deren Ausgang sehr ungewiß ist. Während aus der Tagesordnung steht, daß die allgemeine Ab­rüstung und daneben auch die europäischen Fra­gen besprochen werden sollen, ist der wahre Zweck nichts anderes, als die Frage der V o r - Herrschaft im Stillen Ozean zu regeln und einen Krieg Zwischen den beiden Rivalen, Amerika und Japan, für nächstes Jahr zu verhüten. Dabei spielt Deutschland freilich keine Rolle, zumal Frankreichs SBertreter schon ange­deutet haben, daß sie eine Erörterung von An­gelegenheiten, die Deutschland betreffen, nich: zulassen würden. Demgegenüber ist das japa- nisch-amertkanifche Problem für die Weltlage gegenwärtig von weit größerer Bedeutung, denn

auch England ist ernstlich berührt. Die Kon­ferenz soll einen netten Weltkrieg verhüten, aber wird es wirklich gelingen? Die Spannung ist sehr stark und die Kriegsrüstungen werden in den beteiligten Ländern geradezu mit fieberhaf­ter Eile betrieben. In den Jahren vor dem Weltkriege war die Lage ähnlich. Als die Stic« bensscha'üneien in den zartesten Tönen gespielt wurden, brachen die schrecklichsten Feirrdfelisrei- ten aus. Kein Mensch weiß, was diesmal ge- schehen kann. Es kommt im Gegensatz der Na­tionen einmal die Zeit wie der viel beachtete englische Schriftsteller Fraser richtig sagt, wo das Schicksal die Zügel ergreift und die Völker in tödlichen Streit und namenloses Elend stürzt' Vielleicht sind die Gegner schlau genug, sich zu vertragen Wir müffen den Gang der Konferenz, die möglicherweise weltgeschichtliche Bedeutung haben wird genau verfolgen! K. F. Dr.

Mendrrhn - EMQMWrmg?

Um die Leberführung in D^ivatwirtschaft.

(Drivat-Tklearammr

Berlin, 12. November.

Im Unterausschuß des Verkehrsausschusses des vorläufigen Reichswirtschaftsrates fand ge­stern eine Aussprache statt. In ihr wurde ein­stimmig de- Standpunkt vertreten, datz eine Neöersührung der Eisenbahnen in den Be­sitz des Privatkapitals für wirtschaftlickpe mw politische Zwecke zu erwarten sei. Die B. Z. schreibt: Wir glauben Grund zu der An­nahme zu haben, vast die Zusicherung des ReichS- verbandes der deutschen Industrie, der die Pri­vatisierung der Staatseisenbahn auf der Grtmd- lage eines großzügigen Siedlungspro­gram ms unter der Mitöeteiligung der Ar­beiterschaft und der Gewerkschaften dnrch- geführt wissen will, schließlich dock zu einer sach­lichen Behandlung der ganzen Frage mit den Reichsverbänden Veranlassung geben wird.

AVIrtzaenSe HaliunL.

Berlin, 12. November. (Privattelegramm ) Wie demBerliner Lokalanzeiger" au« Varla- meutarischen Kreisen gemeldet wird, verhalten sich die Mehrheitssvziatdemokraten dem Projekt der Industrie aegenüber durchaus ablehnend. Auch innerhalb des Zentrums dürste keine allzu- große Stimmunn dafür vorhanden sein. Die Ge- werlschaftsMhrer äußerten sich gegenüber dem Reichskanzler im gleichen Sinne. DieGcrrna- nia" erklärt: Die Absichten der Industrie, die mit den Reichseisenbcchnen beginnend, auch sonst in öffentlicher Sand befindliche Betriebe in pri­vate Wirtschaftsform gebracht wissen will, halten wir für unseren Teil als praktisch unmöglich. DerVorwärts" erklärt in einem Artikel: Die Industrie will Deutschland aufkaufen. Wird bi? Kredithilfe durch die Ablehnung der Voraus­setzungen zunichte, so müssen wir heran an die Erfassung der Sachwerte.

Regierung und Parteien.

Beratungen mit dem Reichskabinett (Privat-Telegramm.i

Berlin, 12. Noventber.

Nachdem gestern morgen die GewerkschastS- führer mit dem Reichskanzler Besprechungen hat­ten und der Reichskanzler sich auch mit den Frak­tionsführen des Zentrums und der sozialdemo­kratischen Partei ins Einvernehmen gesetzt Haffe, sand gestern nachmittag »m fünf Uhr eine Sit­zung des Reichskabinetts statt, die bis etwa sieben Uhr abends dauerte. In dieser Ka binettssitzung, die sich mit den Vorschlägen der deuffchen Industrie über die Kreditaktion befaßte, wurden Beschlüsse nicht gefaxt Im An- schlust an die Sitzung fand der Austausch der Ratifikationsurkunden über den deutsch- amerikanischen Frieden mit den Ver­tretern der Vereinigten Staaten statt.

greife in Oesterreich.

Ein anschauliches Bild des Zusammenbruchs.

(Eigene Dra&ttnelbunea

Wien, 12. November.

Das neue Fknanzprograumt sieht die Er­höhung der Preise für Monopolwa­ren bis zu einer Höhe vor, datz die Bilanz der Staatsbetriebe ausgeglichen wird. Der Hanpt- anSschutz hat gestern die Borschiöge der Regie­rung auf Erhöhung der Eisenbahnta­rife vom L Dezember in der 3. und L. LSagen- kl-rffe um je zweihundert Prozent und in der ersten WagenAaffe um zweihundertfüufzig Pro.

zent angenommen. Die Frachtguttarife werden vom gleichen Tage um zwanzig Prozent erhöht. Nur in einem Punkte wurde per Vorschlag ab­gelehnt, der auch für Lebensrnittel, wie Fleisch, Fett, Kartoffeln, Getrestzc, Zucker die gleiche Er­höhung der Fracht verlangt hatte, während bis­her für diese Waren bedeutende Frachivergünsti- gungen bestanden. Zugleich wird die Tele­grammgebühr von vier auf zehn Kronen und die Freimachungsgebühr für einen einfa­chen Brief im Jnlände von vier auf zehn Kronen erhöht Die Preise für Zigarren und Zigaretten werden durchschnittlich um das Vierfache gesteigert, was gegenüber dem Friedenspreis das vierhundertfache ausmacht.

Llm Oberfchlestm.

Schwierigkeiten mit der Altiiertenkommisfion (Eigene Drehtmeldung.)

Berlin, 12. November.

Halbamtlich wird mitgeteilt: Die Interalli­ierte Kommission in Oppeln hat die Einreise de« Staatssekretärs Lewald und des Ministerial­direktors Tr. Göppert nach Deutsch-Polen, wohin sie sich zu Vorbesprechungen mit Vertretern der oberschlefischen Bevölkerung begeben wollten, verhindert. Dazu wird gemeldet: Gegen das Verbot der Einreise der deutschen Delegierten nach OberMesicn wird, bestem Vernehmen nach, ein neuer Protest der Reichsregierung nach Oppeln und Paris Mgehen. DaS Kabinett, das heute vormittag tu-User za einer Sitzung zufam- mentritt, wird sich mit der neuen Situation, die durch die Weigerung der Interalliierten Kom­mission gegeben ist, besoffen. In Regierungs- kreisen wird die neue gegen Deutschland gerich­tete Maßnahme der Interalliierten Kommission als gänzlich unverständlich und durch keine ver- iraclidx Bestimmung gestützt beurteilt

Die Grenzsesilegullg.

Oppeln, 12. November. (Eigene Drahtmel- dung.) Die nördliche Grenze in Ober- schtlsien ist von der Kommission bereits gezogen. Die deutschen und polnischen Einwendungen sind nach Beranntgache der Liniensührnng inner­halb vierzehn Tagen geltend zu machen. Die Fkstsetzuna der Grenze im Industriegebiet wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Die deutsche Regierung hat der ihr anheimge! eltten Entsendung eines Vertreters des Reichswehr - Ministeriums nicht entsprochen. Infolgedessen nehmen nur die beiden polnischen GeneralstabS- ofsiziere an den Arbeiten der Kommiffion infor­matorisch teil.

Washingtoner Konferenz.

DaS Problem Japan, Amerika und England.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 12. November.

Pertinax der Berichterstatter desEcho de PariS", glaubt in Washington heraiisgehört zu haben, daß die englische Delegation in der Frage der japanisch-amerikanischen Beziehungen, also in der Frage des Fortbestandes oder in der Kündigung der englisch-japanischen Allianz eine vermittelnde und in der Frage des Fernen Ostens eine persönliche Lösung zur Annahme bringen will. Sollte aber eine friedliche Lösung des Konfliktes nicht möglich fein oder auf der Konferenz nicht zum Abschluß gebracht werde,!, so würde die englische Regierung eine Aenderung des territorialen Status im Pazifik als mit den wesenttichen Interessen Englands unvereinbar erachten, mit anderen Worten: Die englffche Re­gierung würde nicht znlassen, daß in den Besitz- Verhältnissen der Inseln im Stillen Ozean eine Aenderung eintrete. Diese Frage könne man nur verstehen, wenn man daran den«, daß die ameri­kanische Regierung die Revision der Pariser Ab­machungen verlangt, denn auf der Pariser Kon­ferenz hat bekanntlich Wflson den Japanern die ehemals deutsch-« Mariannen und Ka­rolinen-Inseln mit der wichtigsten La­belstation der Insel Map geschenkt.

Die Machwerhältniffe jur See.

Senf, 12. November. (Eigene Drcchtmeldung) TerHerald" berichtet ans Washington: Der ja­panische Antrag an die Abrüstungskonferenz, die Rüstungen zur See allgemein um füiffnnv- zwanzig Prozent zu k ür z e n, Hal die Unterstüt­zung Englands und Amerikas gefunben. Der Antrag sei geeignet, die Aufwendungen in der Flotte in der ganzen Welt herabzusetzen, ohne die bisherigen Machtverhältuiffe der großen Mächte zu oerminder«.

O Straßburg...«

Der Friedrich Lienhard-Abend.

O Strasburg do seins

Wie bist do so fdion

Wie bist du mir tteb ...

H Wildberger-Kohnar.

Einst, in friedlicher Zeit noch, hielt ich in Straßburg die Vogeserttvacht, und wenn des abends die letzte Sonne über das hohe Portal des Münsters ging, dann begannen all die Hoi« ltgen zu leben und der Stein war nicht mehr tot und manchen Abend stand ich still aus dem Münsterplatz und sah hin, gebannt, in feierlicher Stimmung ...

Diese Erinnerung wurde gestern abend wach im dichtbesetzten großen Stadtparksaale, am Deutschen Heimat-Abend der Deut­schen Kulturgemei nschaft (Verein für das Deutschtum im Ausland), Straßburg zum Ge­denken geweiht. Und was dann gesprochen und gesungen wurde ... die Wehmut griff ans Herz über das, was in fremder Hand! Professor Hebel begrüßte in Friedrich Lienhard, dem Dichter des alten Reichslands, der sich sonst ganz nach Weimar zurückgezogen hat, unser Elsaß- Lothringen, grüßte Straßburg und sein Mün­ster. Ein schmucker Bursch In Elsässer-Tracht (Fermmd Kaufmann vom Elsaß-Lothringischen Theater Kassel) sprach flott ein .Heimatlied" im Ditsch des Landes zwischen Vogesen und Rhein, uns aus den Liedern des schön zusam­mengestellten Gemischten Chors des Hilfsbun­des für die Elsatz-Lothrinqer,c-m Reich, Orts- grnppe Kassel inter der straA« Leitung? twfi M. Stüber, sang die SohnsuchAder Vertriebenen nach dem fchönen Elsaß und sie klang aus den Ernst Bertcamschen Gedichten, die Friedrich Karl Kobbe voll Wirkung vortrng, aus den Lrevern der trefflichen Sängerin Lulu Kramm, wobei Dr. Cremer zur Begleitung in des Flügels Tasten griff.

Dann trat Friedrich Lienhard selbst hervor und von Angesicht zu Angesicht sahen wir den gemütstiefen Dichter, den wir bislang nur aus seinen Werken, vor allem aus seinem Oberlin", gekannt, und was er sprach, das war so golden, datz Kaffel zu dauernder Dank« barfeit verpflichtet ist. Immer wieder erbaute er vor uns das Wahrzeichen unseres Elsaß, Meister Erwins edelstes Werk: Das hohe heilige Münster zu Straßburg! Ja, unser ist das Elsaß, unser ist es nach Kultur, Sprache und Volkstum und es bleibt von Natur aus auf das innigste mit uns verbunden. Aus Goeche machte es den unauslöschbarsten Eindruck, als der junge Student auf der Plattform von Er­wins Wunderwerk ftanb und herabsah in die paradiesische Landschaft. Ein rhhtmisches Ver­hältnis pulsiert zwischen Kunst und Kultur, die den Fels zum Münster holte aus dem Wasgen- walde. Und wunderbar ist das Abendrot über dem hohen Wall nut seinen Burgen und der Kette der alten Reichsstädte. Der Zauber des Münsters stieg auf aus einem Gedicht, das der Dichter sodann las, aus einer seiner Novellen »Johannisnacht im Strassburger Münster", bte er sttzzierte. Goethe gedachte hier auch der Brieberite von Sesenheim, und so ist das herr- che Kunstwerk noch edole Menschlichkeit nutz duldende Anmut.

Der Dichter ging weiter und wiederholte, tvos er jüngst auf der Wartburg gesprochen: Die Elsässer sind Steine geworden wie die ihres Münsters, Steine, die behauen werden, und der Meister, der dies wirtt, ist das göttliche Schick­sal Den 130000 Vertriebenen rief er zu: Seid ein Vorbild jenen bequemen Deutschen, die eure Rot nicht kennen lernten, obwohl wtt jetzt alle Steine sind tn deS Meisters Hemd. Wachst auS euch heraus ...! So klangs auch aus einem seiner Gedichte, das der Dichter sprach: Schlump mere mein Land und wachse, bis einst mit dem Betrug endet der Hoß! Schafft euch eie Elsaß im Geiste! Seht in ihm eine SSrötm* Hilde und hofft, datz ein Siegfried die Schlum­mernde wachkützt zum Heile der Welt. Und als der lange Beifall vorüber, da sang Lulu Kramm tief ergreifend das alte Volkslied: ,£) Straß­burg, du wunderschöne Stadt ...* S« fang .Sonst* von Eichendorf und .Sturmwind" nnb .St. Odilia" von Lienhard und im Letzteren stieg ihre Kunst auf höchste Warte. Eine Straß­burgerin tn der mir einst so lieb gewordenen Landestracht überreichte ein Blumenkörbchen. O Straßburg ...!

Herr Flierl von der Berliner Leitung de» Vereins für das Derttschtum im Auslande batte zwischendurch die Blicke über unser Elsaß hin, weg gelenkt auf die elf Millionen Deutsche, die setzt von uns getrennt sind und auf zwanzig Millionen in Ueberfec . . 30 Millionen Deutsche in der Fremde' Vergessene? Nein ... immer wieder müssen sie erfahren und wissen, datz tttir sie nicht vergessen haben und auch nie vergessen werden, baß treue Baude sich knüpfen von Draußen nach Drinnen und von Drinnen nach