Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Donnerstag, 10. November 1921
11. Jahrgang.
Nummer 259.
Fernsprecher 951 und 952
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Die ZnduWehilse ist noch ungeivitz.
Offene Motte.
Die Erkenntnis Lee deutsche« Not.
Wenn es noch einer Bestätigung des deitt- schen Elends bedurft Hütte, dann wäre der kaia- strophale Aftrrksturz der letzten Tage dazu hinreichend gewesen. Während der Reichstag sich Wer neue Steuern unterhielt und darüber nach- grWelte, wie das Reich mit seinen Steuern die in- und ausländischen Schulden bezahlen soll, sinkt die deutsche Valuta von Stunde zu Stunde tiefet, wodurch die Schuldenlast durch die Kurs- umrrechrtung ins Unendliche wächst. Während die Führer der deutschen Industrie beschließen, der Reichsregierung mit Krediten helfend beizusprin- gen, um die Aufbringung der Mittel zur Schrrl- denzahlung zu ermöglichen, was doch zweifellos ein Zeichen der Besserung sein könnte, wird die deutfebe 9Jtan' immer mehr entwertet. Bittere Ironie des Schicksals. Man steht vor einem Rätsel. Diese Entwicklung läßt sich natürlich der- mit erklären, daß die Forderungen der Entente unsere Leistungsfähigkeit übersiei- aen, so daß wir eines Tages uns als zahlungsunfähig bekennen muffen. Aber diese Erkenntnis ist ja nicht neu. Das weiß man schon seit dem Abschluß des Versailler Vertrags, und einsichtige Männer diesseits und jenseits der Grenze haben immer daraus hingewiesen. Auch rechnete man lange mit dem teilweisen Verlust von Oberschlesien. Warum also der plötzliche beispiellose Sturz? Es deutet alles darauf hin, daß ausländische kapitalkräftige Spekulanten an der Arbeit sind. Deutschland zum Bankerott zu treiben.
In diesen Tagen sind von mehreren Perfön- kichkeiten Reden über die gefährliche Lage gehalten worden, wobei man als bemerkenswert verzeichnen muß, daß die schrillen Warnungsrufe aus ganz verschiedenen Lagern kamen. Die scharfen Worte des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Helfferich überraschen zwar keineswegs, denn er hat immer unverzagt ins Wespennest gestochen. Sieht man davon äb, daß er als Parteipolitiker schon aus agitatorischen Gründen schweres Geschütz anfsährt, so muß man diesmal zugeben, daß die scharfe Tonart berechtigt ist, da es sich um Sein oder Nichtsein der Nation bandelt. Der Vorwurf, den er dem jetzigen Kanzler Dr. Wirth macht, kann nicht bestritten werden, weil sich tatsächlich der Reichskanzler zu viel auf- aebürdet bat. wenn er nebenbei die Ministerien der Finanzen u. des Auswärtigen leiten möchte. Aedes Ministerium erfordert heute mehr denn je einen ganzen Mann mit außergewöhnlicher Arbeitskraft, und für das Kanzleramt ist eine überragende Persönlichkeit erst recht vonnöten. Dr. Wirths Erfüllunoswille gegenüber den Alliierten ist wirklich aller Anerkennung wert, aber man kann unmöglich annehmen, daß er selbst an einen Erfolg glaubt. Seine Erfahrungen sollten ihm doch gezekgr halben, daß er von den Siegerstaaten nur als Handlanger benutzt wird. Was sagt er dazu, daß der Marksturz noch nie so furchtbar gewesen ist wie seit den Tagen der Umbildung der Reichsregierung, von der man doch eine Besserung der Lage erwartet batte? Sein Kollege, der ReichSfinanzminister (im Nebenamt) Dr. Hermes, hat die Finauzverhäli- nisse grausig genug, aber wahr, geschildert.
Ein sehr hedeutsames Zeichen der Zeit sind auch die Ausführungen des preußischen Ministerpräsidenten Stegerwald, der seinen Rücktritt mit der parteipo-fttischen. Zerfabrenbe-t begründete^ ©eine Bemühungen, eine breite Regierungsbasis zu schaffen, beweisen, daß ei ehrlich bestrebt war, eine ruhige Politik zu führen. Sehr richtig betonte er, d-tz der deut'L« Aufstieg nicht allein durch die Gewaltsamkeiten von außen, sondern auch durch die inneren Zuri- stircketten erschwert werde. Das Parteiele-id führe Deutschland dem Abgrund zu. Stegerwald spricht aus Ueberzeugung. Er hat während seiner Amtstätigkeit die Fehler der deutschen Politik gründlich studieren können und er ist der Mann, der daraus seine Lehren zieht.
Auf gleichem Boden ist die Erkenntnis des Reichswehrministers Dr. Geßler gewachsen, der dem Reiche eine trübe Zukunft voraussagt. Er spricht es offen aus, daß die Erfüllung unserer Verpflichtungen eine Unmöglichkeit ist und fordert von der Entente die Revision des Vertrages. Dasselbe Thema hat auch Abgeordneter Scheidemann auf einer sozialdemokratischen Kreiskonferenz behandelt und damit eine bemerkenswerte Abwechselung in die Reihe seiner Reden gebracht. Ganz ohne einen Hieb auf die bürgerlichen Parteien ging es natürlich nicht ab, aber er konnte diesmal eine pessnnistftche Rote nicht unterdrücken. Er sei sehr besorgt um unsere Zukunft. Was 1919 alle gesagt hätten: das Versailler Diftat restlos zu erfüllen, fei eine glatte Unmöglichkeit, halte er auch heute noch für richtig. Man darf wohl daran erinnern, daß es 1919 Leute gab, die Herrn Scheidsmann nicht sehr fern standen und doch behaupteten, daß die Erfüllung möglich fei.
Angesichts des Elends ist es eine beachtenswerte Erscheinung, daß aus diesem einen Ge
biete, der Notlage Deutschlands, EinmütiÄeii der Ansichten besteht. Ob Deutschnational, Zentrum, Demokrafte oder Sozialdemokratie, die Ueberzeugung halben sie doch jetzt Alle, daß es so nicht weiter gehen kann. Wann aber wird die große Aktion kommen, durch die der Entente rundheraus erklärt wird: Wir sind am Ende! Entweder Revision öder Bankerott. Die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit, die eines Tages erfolgen muß, hätten wir schon seit einem Jahre überstanden Häven können. K. F. Dr.
Die Lndustrie-Kredithilfe.
Eine Aktiv« ist «och wicht «täglich.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 9. November.
Heute nachmittag tritt der Industriell« 8- schuß, der stch mit der Anleihe-Aktion zu beschäftigen hat. zusammen. Der Reichskanzler gedenkt am Mittwoch oder Donnerstag die Vertreter deS Reichsverbandes der deutschen Industrie und Banken zu empfangen, um von ihnen eine Erläuterung des Beschlusses über die Kredjthilfe der Industrie entgegen zu nehmen. Die „Tägliche Rundschau" bemertt dazu: Bindende Beschlüffe werden auch seitens deö Auslandes erst nach der Washingtoner Konferenz gefaßt werden können, sodaß es vorläufig noch garnicht abzusehcn ist, wann die Mion zur Durchführung gelangen kann.
Eik Börsek-OesetzentwMf.
Einschränkung des DeviisuhandelS. (Drivat-Telegtamm.)
Berlin, 9. November.
Wie verlautet, hat das Reichskabinett gestern dem Gesetzentwurf über den Verkehr mit Devisen, fremden Geldsorten itnb Banknoten seine Zustimmung erteilt. Der Gesetzentwurf bestimmt: Der Handel mit Devisen, fremden Geld- soiten und Banknoten soll an die Banken gebunden fein. Die Banken sind verpflichtet von Jedem, der mit ihnen ein Devisen- oder ähnliches Hieschäst eingehen will, eine genügende Legitimation zu verlangen und über jedes abge- fchloffene Devifen- oder ähnliches Geschäft einen Schlutzschein auszustellen. Dieser Schlußschein mutz dem Finanzamt übergeben werden. Die Finanzämter legen die Ueberweisungs- schlußscheine zu dem Steiferkonto. Der Gesetzentwurf wird binnen kurzem de« Reichsrat und dem Reichstag zugehen.
Zusammenbruch der Valuta.
Die seanzästschen Besorgnisse. (Eigener Drahtbericht.)
Paris, 9. November.
Der Zuflmnnenbrmh der deutschen Währung verursachst auch hier schwere Folgen. Die „Liberty" beschäftigt sich in einem Leitartikel mit diese« Frage und schreibt: Der Bankrott Deutschlands war gestern eine Hypothese, heute ist er eine Tatsache. Ein Land, deffen Papiergeld aus einen derartigen Stand gefallen ist, datz man für 100 Mark nur noch mit Mühe 5 Francs bekommt, ein folches Land befindet sich im Zustande des Bankrotts. Die Deutschen im Innern ihrer Grenzen haben es alfo gemacht wie Kinder im Kartenspiel mit Bohnen, denen sie irgendeine« Wert zuerteilen. Die Deutsche« haben immer mehr derartige Bohne« a«Sge- wechselt bis zu dem Augenblick, wo diejenigen, die nicht mit im Spiel waren, den Zustand ent- deckten. Das war der Zusammenbruch der Mark. Deutschland im Innern ist also nicht bankrott. Es erklärt sich nur unfähig, mit feinem entsetzlich entwerteten (Selbe die Äwifeu zu kaufen, die notwendig sind, um die Boni täten zu bezahlen. Die Situation in Deutschland ist derart verwickelt, daß auch der Erfolg radikaler Maßnahmen in Frage gestellt ist.
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Unter Vormundschaft?
Paris, 9. November. (Eigene DrahtmeLmng.) I« Frankreich verlangt man, datz die deutsche Regierung Maßnahmen gegen die Markcutwertung ergreife. Deutfchland müsse ge- zwangen werden (?), etwas zu tun. Man müsse es in seiner Souveränität beschränke« und es unter Vormundschaft stellen (!). Der Vertrag von Versailles gebe den Alliierten das Recht hierzu (?). Es handelt sich darum, zu wis- sen, ob die Alliierten grtoütt sind, von diesem
Stein Grund zur Unruhe.
Einrichtung polnischer DrhSrden.
Kattowitz, 9. November. (Eigene Drahtmeldung.) Wie die neue polnische Eisenbahn- bireftioH soll in Kattowitz auch eine polnische Oberpostdirektion eingerichtet werden. Diese polnischen Verwaltungszweige werden sich muh auf das Teschener Gebiet erstrecken.
polnische WiMür.
Entrechtung der deutsche« Minderheiten.
(Brivat-Trlcaramm.)
Berlin, S. November.
Halbanttlich wird gemeldet: Dem Botschafter- rat ist in der N ote vom 20. Oktober 1921 die Prüfung aller deutschen Petitionen Vorbehalte,! worden, in denen eine Verletzung des zwischen den Hauptmächten und Polen am 28. Juni 1919 geschloffenen sogenannten Minioritätenvertrages behauptet wird. Damit ist auch die Möglichkeit geschaffen, die von der polnischen Regierung im Widerspruch zum Fried e«S- D c r t r a ge in den Provinzen Pofen und Pom- merellen jüngst angeordneten Liqnidatio- u e n vor ein internationales Forum zu bringen. Auf Grund dieser Bestimmungen hat sich der ans der Ostmark politisch bekannte Rittergutsbesitzer Heinrich von Tiedemann, nachdem ihm ein Li- guidationSbefchsutz zugestellt wurde, durch seine« Rechtsbeistand «ach Genf an den Völkerbund gewandt. Er hat gleichzeitig die Bot- schafterkonferenz in Paris und die Vertreter der Mächte des Minioritätenvertrages von dem durch die polnische Regierung begangenen 8er- tragsverletzungen in Kenntnis gesetzt.
Llm OberschWm.
Darf Deutschland nicht protestiere«?
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 9. November.
Es verlautet hier mit Sicherheit, daß der Botschasterrat nochmals Stellung gegen die fortdauernden deutschen Protesterklärungen gegen die Genfer Entscheidung über Ober- schleflen nehmen will. Man werde Deutfchland auf die ernsten Folgen hinweifen, (!) die ein folches Verhalten fit- das Zustandekommen des Wirtschaftsvertrages mit Polen haben könne In diesem Sinne habe sich, dem „Figaro" zufolge, die am Montag stotttzestmdcne Besprechung des Ministers Louchcur mit dem deutschen Botschafter bewegt, die der WiedergutmachungS- frage und der oberschlesischen Frage galt.
Siu fanatischer Elsässer.
Oppeln, 9 November. (Eigene Dvahttnel- dung.) 3« Tometzlo schoß ein ans dem Elsaß gekommener Kriminalbeamter der Abstimmungs- polizet auf offener Straße auf den Vorkämpfer des Teuttchtums Hompc. Bier Schaffe gingen in die Schenkel, einer in den Unterleib. Der Elsässer, der auch auf die ihn bedrohende Menge mehrere Schüsse abgab, wurde darauf vo« der erbitterten Volksmenge erschösse«.
Recht Gebrauch zu machen. Man sagt, und das ist in der Tat sehr richtig, daß die Lage Deutschlands hinsichtlich seines Geldes durchaus sehr beklagenswert ist.
Die fremden Truppen.
Zürich, 9. November. (Eigener Drahtbericht.) Der Tagesatzciger meldet aus Rom: Im Kmn- merausschuf! gnlb der Kriegsminister am Montag auf eine Anfrage bekannt, daß die Rückkehr der Truppen aus Oberschlesien nach Italien frühestens im März 1922 zu erwarten sei. Heber die Verlirste der ital.enischen Truppen in Ober- schiessen teilte der Kriegsminister mit, daß auf italienischer Seite elf Offiziere und achtzehn Mann sowie sechs Zivilpersonen gefalle« seien.
Von einer der Regierung nahestehenden Stelle wird uns ans Berlin geschrieben: Der Dollar ist bereits aitf 250 seHettert und mit ihm
Kartoffel-Sorgen.
Eine Erklärung aus der Landwirtschaft.
Heber die Ursachen de« RartoffcUn angel« und der hohen -Preis«, dte sitr Kartoffeln gezahlt werden, erhalten wir folgend« Dartegungenc
Bis zum Jahre 1914 kümmerte man sich tu weiten Kreisen des deutschen Volkes herzlich wenig um die Lage der Landwirtschaft und um ihre Bedeutung für den gesamten Staatsorganismus. Durch den Krieg mit seiner Ernährungsnot ist dann aber Plötzlich das Interesse für die Landwirtschaft rege geworden und auch in der Nachkriegszeit, die uns infolge des Versailler Vertrages und der dadurch heworgerufe- nen Entwertung der Mark eine gewaltige Preissteigerung brachte, wach geblieben. Doch ist leider mit dem Interesse nicht auch das Verständnis für die Landwirtschaft gewachsen, wie überhaupt das deutsche Voll in volkswirtschaftlichen Fragen keine sehr große Urteilskraft besitzt. Tas zeigt sich schlagend in der Auffassung, welche gegenwärtig weite Kreise über die Gründe der K art offelteueruu g haben. Gar zu geneigt ist man nämlich, die Ursache für die Schwierigkeiten in der Lebensmit- tÄversorgung einfach der Landwirtschaft in die Schuhe zu schieben, denn sie Bringt ja, wie man argumentiert, alle Lebensmittel dank der Pro- dlcktionskrast des Bodens ohne großen Arbeitsaufwand und vor allem ohne beträchtliche Ko- stensteigerung hervor. Folglich kann, so führ! man weiter aus, ein Leüensmittelmangel und eine Teuerung nur durch Schuld der Landwirte, welche die Ware absichtlich zurückyalter. oder Mr die Produktion einschränlen, entstehen. — Wer so denkt, vergißt, daß Deutschland schon in der Vorkriegszeit in sehr hohem Maße auf den Bezug ausländischer Lebens- und Futtermittel angewiesen war, vergißt, datz es durch den Versailler Vertrag große und stucht- barc agrarische
Ueberschutzgebirte verloren hat, datz also jetzt mehr Menschen von der FIS- cheneinheit landwirtschaftlich genutzten Bodens ernährt werden müssen als vor dem Kriege; er vergißt auch, daß die Ertragsfähigkeit der Landwirtschaft durch den Krieg ganz bedeutend herabgemindert ist, weil die $u einem intensiven Betrieb notwendigen Produk- ttonsmsittcl lange Jahre überhaupt nicht u«b jetzt mir zu riesigen, kaum rentablen Preisen beschafft werden können. Angesichts dieser Verhältnisse ist es kein Wunder, daß die deutsche Landwirtschaft auf den Kopf der Bevölkerung nicht mehr dieselbe Menge von Lebensmitteln wie in der Vorkriegszeit erzeugen kann. Das gilt besonders auch hinsichtlich der Kartoffeln, von denen die verloren gegangenen Osttefle Deutschlands einst gewaltige Mengen produzierten und in das übrige Deutschland schickte«. Und gerade ht diesem Jahre, das zwar keine schlechte, aber immerhin nur eine knapp mittlere Ernte aufzuweisen hat, ist dieser Ausfall besonders empfindlich. Immerhin muß aber bet sachgemäßer Behcntolung und sparsamer Wirtschaft die Erntemenae völlig ausreichen.
Wenn trotzdem in den Städten jetzt KartoffÄ- mangel herrscht, so liegt die Ursache dazu auf ganz anderem Gebiete: Die Wagengestellung der Eifenbahn in den Veberschußgebiete« genügte keineswegs den Anforderungen der Land- Wirtschaft und des Handels, nm die Kartoffeln nach den Städten zu bringen. Das hat wieder zu einer Beunruhigung weiter Konfumenten- kreife über die Versorgung im Winter und mithin zu einer außergewöhnlich starken Nachfrage geführt, wodurch dann die Preise in den Städten ganz ungerechtfertigt in die Höhe getrieben wurden. Infolgedessen ergoß sich ein Strom wilder Händler, Aufkäufer großer Jndustrieunteniehmungen und Einzelkänfer aus das Land, die sich in der törichtesten Weise m Preise Überboten, um von den Landwirten überhaupt Kartoffeln zu bekommen. So St durch volkswirtschaftlichen Unverstand, durch Nichtbe- achtung der Ursachen eine Notlage hervorgeru- fen, die sich nicht so leicht, wie sie entstanden ist, beseitigen läßt. Doch ist zu hoffen, daß mtt der nunmehr in die Wege geleiteten ausreichenden Wagengeftelluna bald Abhilfe gefchaf- fen werden kann. Unbedingt notwendig ist es aber, daß die Ursachen der .Kartofselnot' der Oeffentlichckeit klar auseinandergefetzt werden, und daß in allen Bolkskreisen die Notwendigkeit einer Steigerung der landwirtschastlichea Produktion und der staatlichen Förderung einer solchen erkannt und als Hauptmtttel eingesehe« wird, um nicht nur aus den Emährunzsschwie- rigkeiten, sondern überhaupt aus dem jetzige» Wirtschaftselend herauszukommen. W. W.
Mbstlmmlme über öie Selbstverwaltung.
Berlin, 9. November. (Privattelegramm) Zu der Meldung, nach der die Durchführung der obcrschlesischen Autonomie gänzlich zweifellos sei, erfährt das Berliner Time- Mnft ! - zuständiger Stelle: Es handelt sich gegenwärtig um die Erfüllu.igsbestimmungen, die gegenwärtig beraten werben. Weber die Reichs, rcgicrung noch die preußische Staatsregierung denken daran, der Durchführung des vom Reims, tag angenommenen Autonomiegesetzes Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Die Bevölkerung be§ deutsch gebliebenen Teiles Oberschlesiens wird auf dem Wege der Abstimmung selbst zu entscheiden habe«, ob sie die Autonomie will.