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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 257

Dienstag, 8. November 1921

Fernsprecher 951 und K2

11. Jahrgang,

Fernsprecher 951 «nd 952

®te Kältetet »turftcn «aCbttdjten etfcbetnen w6d>entltd) fett «mal und «mal abend». Ter «donnernenteret« beträgl monattkt IM Start bet tretet Zutteüun» tu« Han» An», wärt» <Mtm* 6t: Bott owgtn IM Mart monatll» etntqitebltch SufieUung. Bestettungen werden ieeetj.ni cor, oet SeidjflftSftene oder den Boten eetgegengenommrn. Truderet. Setlag and Siedaktton SchlachthoUteatze 68/30. Kür unverlangt etngetandte Beiträge kamt »te Redaktton etne Verantwortung oder Gewähr tn keinem Falle übernehme». Rüdzablung de» BerugtgelLe« oderLstvrüche wegen etmaigeretcbt erbtnmgimättger Etefenrng <nt#gefttlcffen.

gaferttonepretfe *> «nhetmNcho »ofträgt: «te edtfpalktge «»jetgen.getle ffl.L50.Me ewipattige Steklamezeile 88. ISO. b) Hnlroitttge Aufträge: Die einspaltige Angetgeneelle M. MO, die etnfpattlge Reklame,eile DL 4., alle» etnfdsltelllcb Ieuenmg6,ufd>tag und Cryetgenflenec. Kür «neigen mU befonbet« kchwterigem Sa, hundert Pro,ent Aufschlag Für dte SNchUgkeU aLer durch Fernsprecher aufgegebenen An,eigen, lernte für Aufnahme- baten und Plätze kann eine Gewähr mcht übernommen werben. Druckerei: Schlacht- Hofftrabe Ä/30. SeschiftSkkclle: Kölnische Strube s. Telephon Nummer 951 963

Die neue preußische Negierung.

Koalition der breiten Mitte

beit zu bringen. Die Industrie mutz die Sicher-

zur Verzinsung «nd Tilgung des ge­planten Gelddarlehns ausreichen und die jetzt vorübergehend und freiwillig eintretende Indu­strie entlasten." ES wurde weiter beschlossen, daß, wenn ein fester Plan für dte Durchführung der Kredithilfe vorliegt, eine Generalversamm­lung des Reichsverbandes der deutschen Indu­strie damit befaßt werden soS»

auf allen Gebieten des Staatslebens unverzüg­lich eintreten lassen und daS Wirtschaftsleben von allen die freie Betätigrmg und Entwicklung schä digendrn Fessel« befreien. JnSSesondere müssen die Reichs- «nd sonst in öffentlicher Hand befindlichen Betriebe derart behandelt werden, daß sie nicht weiter die öffentlichen Finanzen belasten, sondern sie entlasten. Ein Ziel unserer inneren Wirtschaftspolitik mutz sein, olle in der Wirtschaft vorhandenen nicht voll be- schüstigten Kräfte sicher z« produktiver Ar-

oeu 3" Dnnsen. wie Jiww my die «rcyer- nicht mehr zahlen könnten. Nnsere hett haben, daß durch ihre Mttaroeft aus unpro.j ^-Eischen Brüder Mett in allem uns ein duftiveu Unternehmungen, Unternehmungen gr-iZ»chr voraus gewesen, ihnen habe d-e Welt so macht werde«, die solche Erträge bringen, daß fir' wenig geholfen, wie sie uns helfen werde.

Wie wir am Sonnabend berichten konnten, war zwischen deu Frattione» des Preußi­schen Landtags eine Vereinbarung zustande gekommen, auf deren Grundlage das neue preu­ßische Kabinett noch am Sonnabend Abend gebildet wurde Aus der Abstimmung ging der Sozialdemokrat Otto Braun als Ministerprä­sident hervor, der von 338 abgegebenen Zetteln 197 Stimmen erhielt. Die Ministerien verteilen sich wie folgt:

Otto Braun (Soz.) Ministerpräsident,

Dr. Mendorfs (Dem) Landwirtschaft, Severin« (Soz.) Jnneresp Sieriug (Soz.) Handel,

Bölitz (D. BolkSpartei) Unterricht.

Dr. von Richter (D. Volkspartei) Finanzen Dr. Am Zehnhoff (Ztr.) Justiz, Stegerwald (Ztr.) Wohlfahrt.

Die Annahme des WohlfahrtsministerinmS hat Stegerwald jedoch noch nicht erklärt. Am hcutigen Montag wird Braun das neue Kabinett dem Landtage vorstellen. Der Vorstellung wird sich eine polittsche Aussprache ««schließen.

Dis Bemühunzei.. eine üi.i»: ter

Mitte für die preußische Regierung helreizufvh- ren, sind erfolgreich gewesen. Die Parteien

Sine Wirtschaftsblockade.

Die traurigen Folge« des MarksturzeS.

(Privat-Telegramm.)

Dresden, 7. November.

Die Znöuftrie-Krebithilfe.

AntcrstLtzun-z des Reiches.

(Eigener Drahtbcricht.)

Berlin, 7. N-ovember.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Reichsverbandes der deutschen Industrie hat nach sechsstündigen Verhandlungen nachstehende Erklärung beschlossen:Der Reichs verband der deutschen Industrie ermächtigt seinen für die Behandlung der Angelegenheit der Sre- dithilfe eingesetzten Ausschuß, der angemessen zu ergänzen ist, unter Zuziehrmg der deutschen Ban­ken die Verhandlungen zunächst mit der ReichL- rrgierung mit dem Ziele weitgehender geldlicher Stützung des Reichs für ReparationS- zwecke fortzufetzeu unter foßgenden Voraus­setzungen: ES mutz gleichzeitig Sicherhett daflir gegeben werden, daß ReichSregirrung nud Reichstag

eine sparsame Finanzwirtsthast

(Sine feste Währung?

Vorschläge für et« «eues WähruugSshftem.

Von K. Lüttgeneadi.

DelmKriegsausbmch

Die amerikanische Vermittlung.

sprechend deren von Zeit zu Zeit seftzusetzendem Kurs.

Die Feststellung des jeweiligen Kaufweries der Papiermark ist für den Fachmann eine leich­te Ausgabe. Erne Grundlage schafft hierfiir schon die seit Jahrzehnten von Calwer betrie­bene Festsetzung der Kosten des Eristenzmini- nmmS für einen fünflöpsigen Haushalt, aus der sich das Sinken und Stetgen der Mark, d. h ihrer Kaufkraft berechnen läßt. Es empfiehlt sich jedoch, die Unterlagen für die Berechnung der Schwankungen des Markwertes weiter auSzudey- nen und auf der Grundlage der nationaökonomi- schen Statistik die Preise sämtlicher Gegenstände mit zu berücksichtigen, die infolge ihres Massen­verbrauchs von wesentlichem Einfluß auf die Ko­sten des gesamten Lebensunterhalts unseres Volkes sind (Ernährung, Kleidung. Heizung, Wohnung, geistige und ErholungsbedÄrsnisse nfw.). (Die Schwierigkeiten der Verwirklichung des vorstehenden Vorschlags liegen auf der Hand, jedenfalls aber verdienen sie große Be­achtung. Die Schriftleitung.)

Deutsche BolkSpartei, Demokratie, Zentrum und MehrheitSsozialdemo. fratie glauben, damit eine tragfähige Regie­rungs-Basis geschaffen zu haben. Die beide« anßenstrhende« Flügelparteien, die Deutschnatio- nalen aus der rechten, die Unabhängigen und Kommunisten auf der linken Seite, haben bereits ihre Gegnerschaft ««gekündigt. Von den zahl, reichen Regierungsbildungen, die Preußen wie das Reich in den letzten Monaten haben durch­machen müssen, war zweifellos die jetzt in Preu- tzeu vollzogene die verworrenste und schwierigste, da es sich dieses Mal zeigen mutzte, ob die in Frage kommenden Mittelpatteien es über sich gewinnen würde«, Parteiintereffen und Perso- nenfregcH zugunsten des großen Gedankens, des endliche» Zustandekommens der großen Koa­lition, hintanzusetzen. Das Hindernis stand wie­der zwischen der Deutschen Bolkspartei und der Sozialdemokratie Die enffcheidende Fraktions- fitzung der Volkspattei beeinflußte besonders der Abgeordnete Dr. Stresemann, dem es hauptsäch­lich zuzuschreiben ist, feine Partei mit großer Mehrheft dem Präsidium Braun zustimmte, nachdem ausdrücklich festgesetzt worden war, daß tu das Handelsministerium volksparteiliche Staatssekretäre berufen werden sollten, wenn die Besetzung dieses Ministeriums durch einen So­zialdemokraten tafföchlich unerläßlich erschien. Auch machten die BoffSpattei und die Demokra­ten zur Bedingung,: daß das LandwirtschaftS- i..intHMum nicht den Sozialdemokraten über­lassen bliebe. So kam die vorstehend gemeldete Verteilung der Ministerien zustande.

Reichswehrminifter Dr. Geßler sprach am Sonntag in Dresden über den neuen Aufb au von Staat und Reich. Er äußerte sich recht pessimistisch. Die größte Verwnnderung des brutschen Volkes werde es einmal erregen, daß es nach dem Abschluß des FriedenSdertrages Leute gegeben habe, die glaubten, man könnte diesen erfüllen. Die Entwettung der Mark be­deute die Wiederherstellung einer Wirt- schaftsblokade, wie sie sckstimmer nicht ge­dacht sein könne. Alle Spatzen der Welt pfiffen eS von den Dächern, daß wir in absehbarer Zeit

Ist die Schaffung eines solchen festen Wett- Messers möglich, so müssen wir ihn schaffen und wenn es im ersten Augenblick noch so merkwür­dig aussieht. Eine neue Münze oder neues Papiergeld würde natürlich ebenso schwanken wie die Mark. Wirklich helfen könnte nur eine rein rechnerische Währung, eine nur gedachte, wie es die Goldmark für die Zollbe­rechnung beim Handel mit dem AuSlrnde ist. Wie die Zoll- oder Goldmark von Zeit zu Zett beredetet wird, so daß sie ungefähr m dem gleichen Verhältnis zu dem jetzt im internatto­nalen Handel maßgebenden Wett des Dollars steht, wie die alte Goldmark vor dem Kriege, so müßte die neue Münzeinheit von Zeit zu Zeit so berechnet werden, daß sie im An land die gleiche Kauflrast behält. Sie Ware dann un­abhängig von unserem, wie von jedem Aus­landsgeld, behielte also stets die gleiche Durch­schnitts-Kaufkraft, gleichviel, wie unsere Papier- und die Goldmark daneben fallen und steigen. Wie kommen wir nun zu einer solchen neuen Geldeinheit? Der Weg ist uns gewiesen durch die schon erwähnte künstliche Währung einer sogenannten Gold- (richtet Zoll,) Mark für Zoll­zahlungen. Die Einheit dieser Währung wird von Zeit zu Zeit berechnet auf Grund der Börsen-Schätzungen der Kaufkraft unserer Pa­pier-Mark im Ausland (Deviseu-Kurse). Ist der Wett der Mark in dem maßgebenden Aus- landstzeld ans ein Vierzehntel gesunken, so setzt man z. B. die Goldmark auf vierzehn Papier­mark fest. Für den internattonalen Handel ist damit eine feste Grundlage geschaffen.

Ein Beispiel, wie die Idee ausgeführt wer­den könnte, wird sie klarer machen. Rehmen wir an, wir führten neben den zwei bestehenden Währungen: der Papiermark und der sür Zölle berechneten .Gold^matt, den Taler ebenso rein rechnerisch wieder ein, bestimmten aber, daß dieser Taler zwar zunächst gleich 3 Mk. berech- net, dann aber von Zeit zu Zeit nach Bedarf neu fo festgesetzt würde, daß seine Kauffraft im Fnlande immer möglichst die gleiche bliebe. Sänke z. B. die Papiermark im Lande tn län­gerer Zeit um ein Fünftel, ttifo auf vier Fünftel der Kaufkraft zur Zeit der Einführung des Reutalers, so würde dieser dann auf 5/4 X 3 Matt 3% Papiermark angesetzt, wodurch der Kaufwett des Talers wieder ben alten Stand erhielte. Die Haushaltspläne des Staates, der Provinzen, Kreise. Städte würden in Einnah­men und Ausgaben in diesem Neutaler ausge­drückt, allen Schwankungen der Papiermätt entzogen sein, oder va zum Bezahlen die Letztere benutzt würde Einnahmen und Aus­gaben würden nach jeder Neufestsetzung des Wettes des Nentalers so in Papi ermatt sich fin« Bern, daß sie wieder kalanzierten. Tattse, Ge- hälttr. '-'ohne, Geschäfts-Bilanzen, Steuer-Ein­schätzungen ustv. würden in Talern festgesetzt und die Zahlungen erfolgten in Papiermark ent»

erreichen und das Vettrauen des Auslandes wieder gewinnen können. Gibt eS nun einen gangbaren Weg zu einem von Schwanftmgen Möglichst freien neuen Wertmesser? Es wttrde vorgeschlagen, zur Goldwährung zurückzukeh­ren. Wenn es uns aber in unserem wirtschaft­lichen Elend wirklich «täglich wäre, noch ein paar Milliarden Gold zu diesem Zwecke zu er­werben, so würde unS das heute doch nichts Helsen. Es hat sich erstens gezeigt, daß der Wett jedes Geldes schließlich doch auf dem Kredit, auf dem Vettrauen in die Zahlungsfähigkeit des Staates beruht, der das Geld münzt, daß für Krisenzetten dieses allein maßgebend ist, nicht der für den Geldbedarf doch verhältnis- mäßig gerinne Betrag an Münzen. Dann aber ist aus demselben Grunde auch das Gold kern unbedingt fester Wettmesser. Auch das haben die Ausnahmezeiten dex letzten sieben Jahre in allen Ländern deutlich gezeigt. Die Kauflraft des Goldes schwankte überall und in den einzel­nen Ländern dazu noch ganz verschieden. Der ideale Wertmesser müßte aber die gleiche Durch- schnittskauffraft behalten, wie sich auch die ge­samten Verhältnisse des wittschaftlichen Lebens äudetten.

bildungskraft. Deuffchland hat alles versucht, um ein Primat zu gewinnen. England und Frankreich, (von Rußland nicht zu reden) solltet, ihm wirklich eine Trachr Prügel verabfolgen. Wenn ste es nicht tun, wird diese S ite der Wetz bin fort deutsch bleiben. Wen« sie Deutschland schlagen, wind es für lange Zett in Mißkredit sein." Unter dem 9. August schreibt Page an Wilfon: .Es scheint mir unvermeidlich, daß Deutschland geschlagen wird, daß die schreckliche P-riod» der Allianzen und Rüstungen nicht wicderkehren wird, daß England »ach mehr von der Erdoberfläche gewinnen wird, daß Rußland demn" Hst beginnen wird zu dro­hen. daß

ganz Europa bankrott

werden wird, daß wir verhältnismäßig finan­ziell wie politisch ungeheuer an Stärke gewinnen werden. Er schiDett dann, wie die Botschaft und selbst seine Privatwohnuna von aufgereg­ten Amerikanern belagert wurde: .Verrückte Männer und weinende Frauen flehten und fluchten und fordetten es war, weiß Gott, toie ein losgelassenes Irrenhaus.. Manche nannten mich einen Mann von größtem Genie, andere einen verdammten Narren, ande­re belegt«! mich mit jedem Beiwort znuschen diesen Ertremen. Männer schüttelten mir eng­lische Banknoten inS Gesicht und verlangten amettkanisches Geld und schworen, unsere Re­gierung und ihre Vertreter müßten samt und sonders erschossen werde«. Frauen verlangten Dampferfahttatten für di- Heimreise, und wenn sie entdeckten, daß sie keine für Transportdamp- ser bekommen konnten, die nach ihrer Annahme schon den nächsten Tag auslausen würden, be­schuldigten sie mich des FavotttiSmus. Ich werde niemals vergessen, wie der König, aV er eine halbe Stunde zu mir sprach feine Hände emporreckte und sagte: »Mein Gott, Mr. Page, was sonst tonntn wir tun? Am 4. August um 3 Uhr nachmittags, zwischen der

Enffenduna deS britische« Ultimatums

und der für die deuffche Antwott festgesetzten Stunde, hatte Page eine Unterreduna mit Sir Edward Grey auf dem Auswärtige« Amt. .Sir Edward kam sofort auf die deuffche Inva­sion Belgiens. Er sagte: -Die Neutral-tät Bel­giens ist durch Betrag gesichert. Deutschland ist eine Signaturnmcht dieses Vertrages. Lui p>

Schär fer-efemdlrcheKoKtrolle

Die ReparationscoMmission kommt.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 7. November.

Die Reparativnskommission wird cm Diens­tag von Paris nach Berkin abreisen. DerMo­tin" schreibt, daß die gesttige Rote der Kommis­sion, in der sie ihre Abreise anzeigt, einen Kom­mentar verdiene. ES sieht außer Zweifel, so schreibt die Zeitung, daß Deutschland sich an- schiüt, Bankrott zu machen (?). Die Zei­tung erklärt, daß sie bereits vor Woche« auf diese Möglichkeit auftnerffam gemacht habe «nd wirft der Neparirtionskommisston vor, nicht die nötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben. DerTemps" bemerkt dagegen: Die Bedeu­tung und Tragwette dieser Reise liegt vor allem darin, daß damtt das ReparationsproSlem zum ersten Mal der rein politischen Atmosphäre des Obersten Rates entrückt und die Praktische Lö­sung wichtiger damit zusammenhängender Fra­gen in direkten Berhandlungen der Fachleute mit der deuffche« Gegenseite an- gestreöt wird. Der Erfolg solcher im Grifft ge­genseitigen Entgegenkommens und mit dem Willen, sich zu verständigen, gefühtter Berhand­lungen würde sich keineswegs auf die Repara. tionsfragen zu beschränken brauchen, er könnte darüber hinaus He erste Etappe auf dem Wege zrt einer finanziellen und wirtschaftlichen Wie­dergesundung Europas werden.

Vielleicht «och verhängnisvoller als der ge­wiß unheilvolle Tiefstand unserer Mark ist ihr Schwanken, das ste geradezu unbrauch­bar als Maß für Wette und unser ganzes Wirtschaftsleben unsicher macht. Unsere ganze Wirtschaft ruht auf einem, beständigem Beben ausgesetzten Fundament. Me Folge ist daß wir aus den Erschütterungen durch neue Ge­halts-, Lohn-, Preisforderungen nicht heraus­kommen. Die erste Bedingung zu unserer witt- schastlichen Erholung und Gesundung ist die Schaffung eines neuen zuverlässigen Wertmesser-, ohne den wir keine Ordnung in den Staats- und Gemeindefinanzen, feine Festigkeit und Ruhe in unserem Erwerbsleben

Da» Preußenkabinett: Deutsche Dolkspartei bis Sozialdemokratie.

Berlin, 7. November. (Eigener Bericht.)

!<»« S»tft»«fter in £»nb»n, ®alter Page, tn feinen erhmerwegen, deren «Weiter lei. W ers-tzri-te, wissenswerte MitteUnngen

Der amerikanische Botschafter Page erzählt in seinen Erinnerungen n. a. von einem Auftrag feiner Regierung, bei Sir Edward Grey anzu- sraaen, ob die >nglifche Regierung eine ame­rikanisch e Vermittlung wünsche und inwieweit eine solche Aussicht auf Erfolg hätte. Ueber die Erwiderung Greys schreibt er dann: .Sir Edward Grey ettennt unsere Gesinnung und unsere Bereitschaft voll an, aber in Europa will man Innen Friede« die herrschenden Klasse« wünschen ihn nicht. Aber ste werde« ih« bald herbeisehnen, und dann wird unsere Gelegenheit kommen. Unsere Regi erung ist die einzige Regierung eines großen Landes, die nicht irgendwie in den Konflitt verwickelt ist.* Darauf wurde Page angewiesen, eine Depe­sche Wilsons dim König von England zu überreichen. Wilson sagt darin:Ich emp­finde es als ein besonderes Reckst und als meine Pflicht, Eurer Majestät im Geiste einer entstge- meinten Freundschaft mitzuteilen, daß ich -ine Gelegenheit begrüßen würde, im Interesse des europäischen Friedens jetzt oder zu einer be. llebige« anderen Zeit, die hierfür geeignet et* schstnen mag, tätig zu sein."

Das Angebot wurde aLgelehut.

Der Boffchafter schrieb dann an den Präsidenten der Vereinigten Staaten; ,. . . Ich fuhr zum deutschen Botschafter um 3 Uhr nach­mittags (am Mittwoch, dem 5. August). Er ko« in seinem Schlafrock herunter ein seiner Sin­ne nicht mächtiger Manu. Ich Mrch ete, -r möge buchstäblich wahnsinnig werden. . . Diese Unterredung war eine der tragischsten Erfahrun' flen meines Lebens. Der arme Man« hafte feit mehreren Rächten nickst g-schlafen.« I« bem- selbenBttef schreibt Page:Ich werde niemals vergessen, wie der österreichische Botschaf­ter seine Hände rang und weinte u. rief:Mein tteber Kollege, mein lieber Kollege!' In sein Tagebuch trug Page unter dem 2. August ein: Die Vereinigten Staaten werden höchst waHr- schcinlich imstande fein, eine helfende und Ma­nsche Rolle am Ende des Krieges zu spiele«. St- wird dem Präsidenten Wilson zweifellos ei­ne große Gelegenheit biete«. Sie wird Amettk« wahrscheinlich politisch und sicher wirffchastlich helfen. Die möglichen Folge« spotte« jeder Ein-