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Kasseler Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Nummer 252.

Fernsprecher 951 und 952

Mittwoch, 2. November 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

tim die Znduftriehilfe für das Reich.

Sin Loch im Osten.

Die Verhandlungen mit Polen.

Die Sachverständigen Mr die Wirtschafts- Verhandlungen mit Polen, deren Leitung dem bisherigen Reichsjustizminister Schiffer übertragen ist, sind bereits ernannt, und die Verhandlungen, die auf das Diktat und unter dem Zwang des Obersten Rates und unter der Firma des Völkerbnndrates vor sich gehen, wer­den demnächst beginnen. Die Reichs regierung will natürlich versuchen hierbei aus der ober- schlesischen Katastrophe noch so viel wie möglich für die deutschen Interessen zu retten; aber die Ailsstchten hierfür sind leider sehr gering, da die von Genf ausgegebenen Marschrvttten, wie ja die Entscheidung des Völkerbundrates selbst durchaus auf die Begünstigung der polnischen Interessen zngeschnirten sind. So muß vor allem daraus hingewiesen werden, daß es in den Leitsätzen für das vorgesehene Wirtschaftsabkom­men völlig an Garantien für den Schutz der Minderheiten mangelt, daß beispielsweise kei­nerlei hinreichende Gewähr gegen die Ent­eignung deutschen Besitzes gegeben ist. Nach den Erfahrungen, welche matt in den an Polen gefallenen deutschen Gebieten gemacht har, müßte nmn sich in Oberschlesien auf das Schlimmste gefaßt machen, wenn es nicht ge­länge, Rechtsäarantien durchzusetzen, die so stark sind, daß sie sogar gegen die polnische Vertrogs- tveulosigkert Schutz bieten.

Ein weiterer dunkler Punkt des Mrtschasts- Nbkomllnens, der mit der soeben angeschnittenen Frage eng zusammenhängt, betrifft die Eisen- bahuen. Für fünfzehnjährige Dauer soll im ge- sarnmten Abstimmungsgebiet eine Art Eisen- b ahn gern ei nschast bestehen. Gemäß Artikel 371 des Versailler Vertrags werden die auf Oberschlesien entfallenden Mengen rollenden Materials festgesetzt und die Eisenbahnen einer gemischten Verwaltukig unterstellt. Es soll eine einheitliche Berechnung aller Einnahmen und Ausgaben erfolgen, uni Gewinn oder Verlust unter beide Länder je nach der Länge der ihnen gehörenden Eisenbahnen und nach der Beden- timg des Verkehrs verteilt werden?. Das alle sind Kautschnkbestimmungen, die jede lieber. Vorteilung ermöglichen. Zunächst haben wir wieder von unseren durch dieWiodergut- machung* verminderten Beständen neue große Mengen abzugeben, und nach de« biheriaen Er­fahrungen ist zu befürchten, daß aus Oberschle- sten durch das neue Loch im Osten zahlreiche Lokomotiven und Wagen sich nach Polen ver- flüchttgen werden. Nicht minder ernste Bedenken sind gegen die Bestimmung zn erheben, wonach für die Danaer des Umlaufs deutschen Geldes in der polnischen Zone die Po st-, Telegra- phen- und Telephongebühren in deut­scher Währung erhoben* werden sollen. Das wäre jedenfalls nur denkbar, wenn die Post dort in deutscher Verwaltttng blieb«, was in der Praxis freilich nicht so einfach fein wird. Jeden­falls ist es nicht angängig, daß polnische Post­behörden die freie Verfügung über deutsche Mar­ken, ja womöglich gar das Recht zu deren Her­stellung erhielten.

Besagte Dauer des Umlaufs deutschen Geldes soll sich ans fünfzehn Jahre erstrecken, auf Grund der Bestimmung, wonachwahrend eines Zeit­raums, der fünfzehn Jahre nicht überschreiten soll, die deutsche Mark die einzige gesetzliche Münzeinheit in dem Abstimmungsgebiet bleiben soll. Um das zu ermöglichen, müßte beispielsweise die dentsche Reichsbank in jenen Gebietsteilen ihre Filialen behalten, was auf die stärksten Schwierigkeiten stieße. Vor allem aber wäre eine Abgrenzung des abgetretenen Teiles nach Polen hin Währunastechnisch gar nicht durchführbar, und ein Verbot, polnische Währung in Zahlung zu nehmen, hätte kaum praktische Bedeutung. Es würden sich Zustände ähnlich wie im Saarrevier ergeben, wo das Wei­terbestehen der Industrie durch die französische Währungspolitik ernstlich bedroht ist. Mr die deutsche Valuta aber würde sich durch den abge­tretenen Teil Oberschlesiens auch ein uwgebenres Loch im Osten auftun, die deutschen Marl- bestände würden angesichts der Valuta-Ver- schlechterung in Polen dorthin abwandern und dadurch der Druck aus unsere Währung verstärkt werden. Wie hiergegen Garantien zu schaffen stnd. das ist überhaupt nicht abzusehen.

Zu diesem Valuta loch im Osten gesellt sich das Jnduftr ieloch Für die ersten sechs Monate sollen die Waren anderer Länder, die nach dem Abstimmungsgebiet gehen, und die Einfuhrzölle an der deutschen oder polnischen Grenze vor der Teilung Oberschlesiens bezahlt haben, zollfrei zugelassen werden. Man weiß daß Frankreich daraufhin eine Unmenge Lurus- waren nackt Polen geschasst Hai, die jetzt zollst, i nach Deutschland einocstihrt werden Wunen. Dies Lock im Osten ist umso gefährlicher, da man bei den polnischen Zollbebörden keine Ge­währ gegen illegitime Nachschübe zwecksZoll- erfpanits" hat. Jedenfalls sehen die deutschen Unterhändler sich vor eine sehr iftoerc Aufgabe

gestellt, weil eS sich eben darum handelt, Aus- stihrun gsbesttmmun gen für ein Abkommen zu treffen, das einseitig, ungerecht und unvernünf­tige und wie sich in der Tat nur zu bald zei­gen drüste gar nicht durchführbar ift Im­merhin werden unsere Unterhändler versuchen müssen, bei den Verhandlungen aus dem rber- schlesischen Zusammeitbruch zu retten, was eben noch zu retten ist. «uk.

Die Änöustrie-Kreötte.

Stand der Hilfsaktion für das Reich.

(Privat-Trlcgramm.i

Berlin, 1. Rovencher.

In der heuttgen Morgennummer des Lokal- auzeigers schreibt der Abgeordnete Dr. Rosen- berg einen Aufsatz, um zu den Vorschlägen des Reichswirtschaftsrats für die Durchführung der Reparationen Stellung su nehmen. Er bemerkt zunächst, daß er für den Vorschlag einer Kre - ditak lion der deutschen Industrie feiner« . zett selbst auf der Münchener Tagung eingetreten sei und dort zunächst grundsätzlich keinerlei Zwei­fel darüber gelassen habe, daß in den Einzelbe­trieben die Letter selbst ermitteln müßten, inwie­weit die Firmen die wichtigsten Grundlagen des Unternehmens und die Arbett der beschäftigten Arbeitnehmer dem Reiche zur Verfügung stellen können. ES war ausdrücklich festgelegt, daß die Kreditgewährung auf der Grundlage eines zu schaffende,t Interesses der Werke ansgebmit wer­den müffe. Der Verlust Oberschlesiens und die Markentwertung hat nach An­sicht der Sachverständigen leider die Aussicht auf eine freiwillige Kredtthilse außerordentlich zu- sammenfchrumpfen lassen. Es wird Sache des Reichsverbandes sein, zu der heutigen ganz ver­änderten Sachlage erneut Stellung zu nehmen.

*

Befürwortung freiwilliger Maßnahmen.

Berlin, 1. November. (Privattelegramm.) Es ist in 3nbuRrieireifen beabsichtigt, bie frei­willigen Hilfsmaßnahmen weiter zu erör­tern, denn UvaugSweise Jnausprucheahme wäre geeignet, die ganze Aktion z« gefährden und zu bewirken, daß die Forderungen deS Auslandes an das deutfche Reich auf tue deutsche Einzel­wirtschaft übergehen würden, was einer Aus­beutung des deutschen Privatvermögens gleichkäme, zuAeich wäre ein Zugreifen der En­tente bezw. des feindlichen und internationalen Kapitals z« erwarten. Auf die Entwertung der Mark würde das von einem große« Einfluß sein, denn drrrch ausländische Anleihen wür­den letzten Endes doch nur ein weiterer Sturz der Mark herbeigeflchrt werden, dieses würde die Lahmlegung der deutschen Wirtschaftskräfte im Aus- und Jnlande bedeuten. Eine Erfassung der Sachwerte würde zu den schlimmsten Folgen und immer mehr zur Zerrüttung führen.

Des Angamkönigs Schicksal.

Abtransport durch die Alliierte«.

(©tarne Drahnneldung.)

Wie«, 1. November.

Wie gemelbet wird, ist ein englisches Fluß- Kanonenboot zum Abtransport Karls gestern von Budapest in Tihany eingetroffen. Kurl verweigert weiter seine Abdankung mit Gründen formeller Natur. Im Gegensatz zu seiner Gemahlin ist der König einer seelischen Niedergeschlagenheit ansgesetzl und zeiA sich äußerst gereizt Aus Budapest wird gemeldet: Exkönig Karl wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von Tihany nach Dunafolcvar ge­bracht werden, von wo er die Weiterreife in einem englischen Kanonenboot wahrscheinlich nach Galatz antreten wird. Den Transport des Königs werden die Mllttärvertreter Eng­lands, Frankreichs und Italiens besorgen.

Diekleine Entente« mobliißert.

Zürich, 1. November. (Eigene DrahtmÄ- bung.) Aus Budapest wird berichtet, daß die Heine Entente" trotz des Widerstandes der Alli. ierten in Budapest eine Note überreif hat, in der sie die sofortige Abdankung aller Habsburger verlangt. Die Lage ist als ver- schlechtrrt zu betrachten. Nach vorliegenden Be­

richten hat die Tschecho- Slowakei 300 000 Mann und Südslawieu allgemein mobilisiert.

Die anmaßenden Serben.

Wien, 1. November. (Eigene Drahttnel- bung.) Wie das Deutsche Extrablatt berichtet, verlangt Jugoflawieu, daß die Durchführung des Vertrages von Trianon unter den Schutz militärischer Sanktionen gestellt wird. Es will Fünflircheu solange besetzen, bis die Entwaffnung Ungarns durchgeführt sei.

*

Ausweisung von Starte gefolgt"

Basel, 1. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Wie die Baseler Nachrichten melden, Hai die luxemburgische Regierung die Einreise des gesamten Gefolges deS Exkaisers Karl nach Luxemburg genehmigt. Die Genannten sind gehalten, bis Dienstag Nacht das schwei­zerische Gebiet z« verlasse«.

Aus Oderschleflen.

Pestest der oberschlefische« Kleinraufleute.

(Privat-Tclearanmr.)

Gleiwitz, 1. November.

Der Detaillistenverband der Sanbgemeinbeit Oberschlcstens hielt am 30. Oktober in Gleiwitz eine stark besuchte Versammlung ab, in ber man sich unter anberent auch mit den Mangelhaften Sichrrheitsverhältniffen in ben Stadt- und Land­kreisen beschäftigte. Man sprach sich dahin aus, daß bie bisherige Apo unb die Gemünbeposttn für bie Kausmannlchast nicht genügenden Schirtz bieten. Die Kaufmannschaft erhebt Protest, daß bei der Auswahl der Sachvcrstmwigen zu ben Wirtschastsverhnndlungen nicht sachgemäß ohne Befragen ber ObersÄflefier vorgegangen wurde.

Dor den Verhandlungen.

Breslau, 1. November. (Eigene Dvahtmel- bung.l Ans Warschau wird berichtet: Der Po lensührrr K o r f a n t u wurde alsSachverstän­diger" in bie Verhandlungskommission mit ben Deutschen berufen. Die polnische Regierung sor- bert bie Arbeitslosennachweise in Polen auf, alle sich meldenden polnischen Arbeitswilligen für bie oberfchlestschen Jnbustriegebiete anzuuehmeu.

Englands ÄrlandsHmerzen.

Llohd George über die Vertzandlunge«.

(Eigener Drcchibericht.)

London, L November.

Lloyd George hat gestern im Unterhaus im Anschluß an feine politische Rede ein Ver­trauensvotum von 439 gegen 43 Stimmen erhal­ten. In seiner Rede wies Lloyd George darauf hin, daß die Lösung, zu der die Konferenz mit den Sittnfeinem vielleicht gelangen könnte, leider erst dem Parlament vorgelegt werden müsse. Es wäre unmöglich, fugte er, Verhandlungen wie diese, die mit den Sinnsei- nem geführt werde«, zu unternehmen, wenn die Regierung im voraus dem Parlament eine Reche fester Vorschlag unterbreiten müsse. Wenn man Verhandlungen unternimmt, muß man eine ge­wisse Bewegungsfreiheit haben. Die Regierung hat dem Unterhaus fcho« ihre- Grundsätze be­kannt gegeben. Sie hat das Parlament auf dem Laufenden gehalten. Sie erCärt, daß sie bereu fei, mit den Repräsentanten des irischen Vol­kes zu diskutieren. Das sollte genügen.

Rußlands Angebot.

Roch lei« Vertrauen im Ausland.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 1 November.

Das Angebot der Sowjetregierung, die russische Staatsschuld anznnckmn-n, wenn die Sowjetregierung von de« Großmächten an­erkannt würde, wird von der französi schen Presse unzweibeutig ab gelohnt^ Die meisten Zeitungen hatten die Rote Tschitscherins an die englische Regier«»« für einen neuen propagandi­stischen Versuch der Bolschewisten, chre im Nie- bergang begriffene Macht zu stärken. An ber Amsterdamer Börse hat die Auerkennuug der ruffischen Staatsschuld nur sehr geringen Eindruck gemacht, da man die Möglichkett einer Wiede Herstellung des FriedenszustaudeS tttii Sowjetrutzlcmd als ausgeschlossen betrachtet.

Die Kartoffel-Gorge.

Bedarf «nd Deckung in Süddeutschland.

Die Kartoffelnot wird ini gange« Reich« bitte» «npsünben. Richt nur der Morden, sondern auch der Si-.den leidet unter der schwache» Befchictnng der Märkte. SS wird aber immer wieder bet»nt, datz sie Eosamt.uariosfererntr im Reiche genüg­end fei, so vag ein Ausgleich erfolgen kSane.

Der Süden Deutschlands ist trotz seines aus­geprägt agrarischen Charaiters nie ein starker Karioffelprodnzent gewesen. Es war aber im­merhin fo, daß er bei nur einigermaßen ge­nügender Mittelernte sich selber versorgen konnte. Die Kartoffelernte diefes Jahres ist nun im Süden teilweise erheblich unter dem Mittel­maß geblieben, so daß die fruchtbarsten Gegen­den, wie zum Beispiel ein Teil des nassauischen Landes, in diesem Jahre nicht als Produzenten angesprochen werden können, sondern sich in bie Lage versetzt sehen, ihrerseits Kartoffeln von auswärts zu beziehen. Das gilt hier nicht nur für bie Stadt, sondern mich, so auffällig das ist, für das platte Land. Wie int Nassauischen, so ist die Lage im Kurheffrschen, in Baden und in d«r Pfalz. Das machte es erklärlich, daß die Versorgung der großen und mittleren Städte des Südens mit Kartoffeln krittsch ge­worden ist. Im einzelnen stellt sich heraus, daß Jndustrieverbände, Arbeitnehmerverbände, Ge- lverffchasten, Konsumvereine Äug genug waren, sich frühzeitig

für ihre Mitglieder einzudeckeu,

so daß ein Teil und Wohl die Mehrheit der werttättgen Bevölkerung wenigstens weiß, wo­her sie sich sür den Winter eindecken kaum. Er« srenlichcrweise besiebt dieser Zustand ailch in bett großen Industriezentren des Südens, wie Ludwigshafen, Kaiserslautent ufro., unb in den industriereichen Gegenden Badens. Neben dieser, durch Verbände getroffenen Vorsorge ha­ben die Stadtverwaltungen in Darmstadt, Ha- nmt, Heidelberg. Wesbaden, Ludwigshafen, Mainz ufw. für die ©tab tarnt en vorgesorgt oder wenigstens Vorkehrungen dafür getroffen, daß die Stabte für- diesen Fall eine Notreserve besitzen. Allgemein herrscht aber eine schon im Augenblick sehr fühlbare Knappheit, bie sich zur Krise auswachsen muß, wenn durch frühzeitige» Eintreten von Frost bie Zufuhr von Kartoffeln plötzlich vorübergehend eingestellt werden müßte. Die Eisenbahndirektiosten tun da» ihrige, um durch eine scharfe Beschränkung des Frack-rguiverkehrs die Anfuhr von Kartoffeln zu erleichtern. Die Tatsache aber, baß bie Sendun­gen teilweise aus Pommern, Westpreußen, Thü­ringen Herkommen Württemberg unb Bayern liefern verhältnismäßig wenig, Bayern Hal allerdings der Pfalz zuveihunderttaufend Zent­ner geliefert verstärkt die Möglichkeit einer Krisis. Atzt übelsten scheinen die Konsumen­ten gestellt zu fein, bie keiner wirifchafflich starken Organisation angehören, Vas heißt der Teil der Konsumenten, der auf den privaten Kauf beim Produzenten oder

auf ben Markt angewiesen

ist. Die Preise, bie von Vetbänben gezahlt werden müssen, Mvanken zwischen 60 und 75 Mark. Heidelberg hat im vorige« Jahre eine Preisprüfungssielle eiygerichtet, die eben miß ben KartofsclhÄndlern verhandelt. Aber der ge­rade im Süden jetzt immer fühlbarer werdende Sturm der Bevölkerung auf Lebensmittel und die von Tag zu Tag wachsenden Angstkäufe treten ihr hindernd in den Weg Nicht nur der Kapitalkräftige, sondern auch der Festbesoldete vergißt, daß diese Einkäufe preisfiedgernd wir­ken müssen. In Frcmffurt steht die Sorbe so: Das der halben Millionenstadt zur Verfügung steh eiche Wirtschaftsgebiet hat eine fo geringe Ernte gehabt, daß es als LieserungsgÄstet kaum in Betracht kommt. Die nötige Menge Kartof­feln mutz aus Magdeburg, Norddeutschland uffv. herbeigeführt werden. Da es sich um gar^ be­deutende Mengen handelt, macht sich bei der Eisenbahnverwakttmg trotz der Beschränkung deS Frachtaüterveckehrs drückender Wagenma«» Öbei der Belieferung Frmckfurts stärker al» bemerkbar. Hand in Hand damit geht eine täglich zu beobachtende Zurückhaltung der Landwirte und eine Nervosität der Be­völkerung, bie auf dem Karwffelmarkr durch übertriebene Einkäufe beunruhigt und die Knappheit vermehrt. Man ist in Frankfurt der Uckberyengwig, und zwar sowohl in Handels­kreisen als auch in Kreisen der Verbraucher, datz, wenn die Bahnzufrchr so einsetzm wird, wie das zu hoffe« und zu erwarten ist. vorläufig eine ge­nügende Zufuhr von Kartoffeln möMch itz.

Bayerns Haltung.

Eine Rebe bes Grafen Lerchenfeld.

Der bayerische Minisierpäsident Graf Lerche«- selb hielt auf ber LaudesversammLung ber Baye­rischen Dolksvvrtei eine Rede, bie zu allen pvli- ttfchen Taqesfragcn Stellung nahm. Graf Lw- chenseld erklärte einleitend, daß fein Kabinett in ben politische« Bahnen der Negierung