Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang

Sonnabend, 22. Oktober 1921

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 243

Fernsprecher 951 und 952

®te »aff der Neuesten Machrschteu erfchefueu wtchentN» lechtinal und «war ad»udt. Der abotmement«pret8 bettäflt monatlich S-50 Mart bet u«t» Kustrllun» in« kauS. «u«. wärt» durch dt« $o# bezogen 4.50 Mart monatlich ewlchltebl'.ch Zustellung. Bestellungeu werbe» leberzNt oon bei Setchüstrstelle ober den »oien «ntgegengenommen. 2^u-teret. «erlag and Mebattton. Schlachtdoillratz- 28/30. 8ür unoerlangt «tagetanb» «eibräg, kann ou «ebattton eine «erantwortung ober »ewatzr in keinem Fall« übernehm«. Kütlzahlnng de« BezugSgelbeS ober Sntprtiche wegen etwaiger nicht orbaungsmabt gerfelerung auLgeschloffen.

JnterttonSpreiss- a) Mnheimtlche Auftrage: Die -tnlpaltig« »Njetgen-geile M. L50. bte etnlpaltig« vieklamezetle «DL Scho. b> Auswärtige Auftrage: ®te einfoaltig« Anzetgenzetle M. LOO, die etnfpaMge Reklamezeile M. 4.. alles einlLlletzlich Teuerung«,ufchlag ttnb Anzetgenfteuer. Für Auielgen mtt besonder» schwierigem Sa« hundert Prozent Aufschlag Mr bte Richtigkeit aller durch Fernlorecher aufgegebenen Hruetgen. «owie für Ausnahme- baten und Platze lann eine Bewahr nicht übernommen werben. - Lrurleiei: Schlacht- hofftratze 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Llrotz, a. Telephon «lummer *ttil und #ö3

Las Regierungsproblem vor den Parteien.

Olberfchlefien kämpfen?

*=co

Leen Streifen eiittge Stimmen sich vermchmen «en noch nttlsts Bestimmtes üb« ihre ©c(h,'t^ hi» hott Kttndvunkt vertraten, daß es des verlauten lassen. Man iS immer noch auf Ber-

Dle Lokomotivführer.

Aussprache ergab sich als einmütige Auffassung, daß die Entscheidung über Oberschlesien keinen Anlaß gibt, eine Regierungskrise zu er­öffnen. Heute vormittag tritt die sozialdemokra­tische ReichstafgSsraktioll mit dem Parteiausschuß zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Im Gegensatz dazu haben die an d e r e n F r a k t i o-

ließen, die den Standpunkt vertraten. Laß es des politischen Haders zwischen den beiden Nachbar- Völkern genug sei, und daß über Oberschlesien sich Berlin und Warschau die Hände reichen soll­ten. Aber sie konnten in Polen, wo der Chauvi-, nismus aus Paris übernommen Worden war,

Berlin, 21 Oktober.

Die Lage nach dem Eingang der Pariser Ent­scheidung über Oberschlesien ist folgende: Der Reichskanzler hat noch gestern abend über eine Stunde mit dem Reichspräsidenten beraten. Das Reichskabinett tritt zur endgültigen Ent­scheidung und zur Festlegung der Regierungs- erilärung im Reichstag heute vormittag 9J4 Uhr zusammen. Am Reichstag fanden gestern abend mehrfach Besprechungen von Parlamen. tariern statt. Tie allgemeine Auffassung ist die, daß leider der Wortlaut der Pariser Note keinerlei Hoffnung mehr läßt, die Grenz, linien zugunsten Deutschlands zu ändern. Eine ' zwecklose Kundgebung (!) gegen den Spruch der Alliierten wollen weder der Reichskanzler, noch : die Mehrheitsparteien machen. Es ist aus allen : Anzeichen mit Bestimmtheit zu schließen, daß die Annahme der alliierten Entscheidung durch Regierung und Reichstag ohne alle ernstlichen Schwierigkeiten vonftatten gehen wird. (!) Dix Fraktionen werden heute vormittag Sitzungen - abhalten, um ihre parlamentarische Haltung zu : der Pariser Entscheidung sestzulegen.

Vermittlung im Buchbruckerstrei'.

Berlin, 2L Oktober. (Privat - Telegramm.) Retchsarbeitöminister Braun telephonierte ge­stern au die Generalversammlung der Buchdruk- ler, die über den Zeiiungskonflitt verhandelte und wies imrauf hin, daß das Erscheinen der Zeitungen angesichts der politischen Lage dringend wünschenswert fei. Tag Musse-Personal möge unter Vorbehalt die Arbett wieder aufnehmen. Er werde seinen gan­zen Einfluß ausbieten, um einen Ausgleich her- beizuführen. liebet diesen Vorschlag des Mini­sters findet heute eine Bersammlung der Be- triebsaugestcllten bei Masse statt.

len ist kein Staatsmann vorhanden, der den Verstand ober auch nur den Willen hätte, fein Vaterland aus der französischen Umarmung, die Polen noch vollkommen auf die Stufe eines französischen Vasallenstaates hevrbvrückt, zu be­freien. So bleibt auch die Hoffnung, daß zwi­schen Berlin und Warschau ein erträgliches Ver­hältnis sich in den nächsten Jahren anbahnen kann, fürs erste ein unerMbarer Traum. Von Frieden werden wir nicht viel erleben. Frank­reich hat vierzig Jahre um seine verloreneToch­ter" Elsaß-Lothringcn gekämpft, um sie wieder zurüchzuerhalten. Sollte nicht auch Deutsch­land mit derselben Hartnäckigkeit um fein

worden. Aber irgend ein Schritt, der auch nur entfernt auf eine friedliche Ausgleichung der Ge- genfätze mit Deutschland hingedeutet hätte, ist von der Warschauer Regierung damals und bls zum heutigen Tage nicht erfolgt. Wohl kann nicht in Abrede gestellt werden, daß wie in Frankreich, so auch in Polen ans den wirtschafi-

Dle Llnterwersung.

Annahme der alliierten Entscheidung?

(Prioat-Telogramm.)

Die innere Krise ist unverändert. Die so­zialistische ReichstagLfraktion trat gestern nach­mittag zu einer Sitzung zusammen. In der

kein Echo finden.

Die Hoffnungen, daß der Völkerbund­rat nach all dem jahrelangen Zank und Streit endlich in der Frage Oberschlesien ein vernünf­tiges und den Lebensinteressen des Landes und seiner überwiegend deutschen Bevölkerung ent­sprechendes Urteil Men werde, sind grausam enttäuscht worden. Die Pessimisten, die schon bei der Ueberweisuug der oberfchlesischen Frage an den Völkerbundrat erklärten, daß von dieser Körperschaft nie und nimmer eine gerechte Entscheidung erwartet werden könne, haben nur gn recht behalten. Bon einer Lösung ist auch nicht im entferntesten die Rede, vielmehr ist der Zustand der Ungewißheit, der in den letz­ten Monaten die Haupturfache aller Streitigkei­ten zwischen Deutschland und Polen bildete, ge­radezu dokumentarisch festgelegt worden. Man hat es in Genf verstanden, die Sache so zu drehen, daß Deutschland und Polen sich über eine Reihe von Fragen auseinander­setzen müssen, bei denen neue Strei­tigkeiten unvermeidlich sind, und die Entente dann umso sicherer die ihr längst zugedachte Rolle des lachenden Dritten übernehmen kann. Innerhalb der deutschen Reichsregierung ist man sich wohl bewußt, daß nach der Entscheidung des Böllerbundrates die größten Schwierigkeiten mir den Polen nicht vorüber sind, sondern daß sie erst beginnen.

Eine Zeitlang hatte man in unseren diploma­tischen Kreisen noch gehofft, daß der in den letz­ten SDkmatcn mächtig arrsbWhende Handel Po­lens mit Rußland, der bereits zu einer starten Wiederbelebung der polnischen Industrie geführt hat, das begehrliche Auge Polens abziehen könnte. 'Diese Hoffnungen haben sich als trüge» rtfch erwiesen. In Warschau hat die alte Groß- mannsisncht. die dem Polen im Blute liegt und ihm im Lause der Jahrhunderte zum Verderben wurde, sich wieder mächtig geregt. Das Indu­striegebiet, das nun zum großen Teil in polnische Hände fallen wird, scheint der Warschauer Re­gierung die entscheidende Tatsache für die Ver- roirNichung des alten polnischen Traumes von der Großmacht Polen. Es ist keine Frage, daß cms der ganzen Atmosphäre des Sekbstbcwußt- scins und der Selbstüberhebung, die durch die Entscheidung des Dölkerbundrates in Polen erzeugt worden ist, ein Weg zur Ver­ständigung mit Deutschland, das seinerseits die­sen Schiedsspruch als einen Hohn auf jede Ge­rechtigkeit empfindet, sich sehr schwer finden las­sen wird. V-or allem schon um deswillen, weil nun Frankreich das Uebcrgewicht auf dem Kontinent an sich gerissen hat, und tote von Pa­lis. so nun von Warschau aus mit verstärkter Kraft feine Politik der ewigen Feind­schaft mit Deutschland fortsetzen wird. In Po-

Fmnkrrichs ArchmpoUttt.

Rüstung und Wirts tsnvt.

(Eigene Drahimeldung.)

Paris, 2L Oktober.

Der Abgeordnete Mandel hat gestern in der Kammer die außenpolktsche Politik BriandS be­kämpft. Er berührte dabei ausschließlich das

Keine Negiemngsknse?

Die Stellungnahme der Parteien.

(Sßriöat^eleeraBim.)

Berlin, 21. Oktober.

Keine Verständigung.

Deutschland und dolen.

Vor mehr als Monatsfrist brachte ein führen­des holländisches Blatt aufsehenerregende Mit­teilungen eines Sonderkorrespondenten in War­schau, wonach- innerhalb der polnischen Regie­rung im Verhältnisse zu Deutschland eine erheb­liche Wandlung eingeireten sei und begründete Aussicht bestände, daß zwischen den beiden Staa­ten baldigst sine Verständigung sich anbahnen würde. In der Wilyelmstraße in Berlin erklärte man damals, von einer Annäherung oder einem Entgegenkommen Polens nichts bemertt zu ha­ben, wozu a-üh aller Grund bestand, da gerade in dieser Zeit die deutsche Regierung mit der polnischen Regierung in schwierige und von'pol- nischer Seite wenig freundschaftlich geführte Ver­handlungen über die Rückgabe der im Korridor verschwundenen deutschen Kohlenladungen ver­strickt war. Nichtsdestoweniger wäre von deut­scher Seite einer Verständigung mit Polen, wenn sie von Warschau ans wirklich gesucht wor­den wäre, keinerlei Hindernis in den Weg gelegt

Berlin, 21. Oktober. (Privat - Telegramm.) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, be­ruhen die Nachrichten über einen bevorstehenden Streik der gesamten deutschen Lokomotivführer- schast auf einem Artikel in dem Gewerk­schaftsorganDie Lokomottve", das die Ereignisse zum mindesten stark sensationell auf bauscht. Nach Mitteilungen von unter­richteter Seite schweben zur Zett »och Ber- Handlungen, die man zu einem guten Er­gebnis zu führen hofft.

Mittungen angewiesen.

KavinettMung.

Berlin, 21. Oktober (Privattelegramm) Die Sitzung des ReichskabincttS, in der die Ent- scln'idung über daß Bleiben oder den R ü ck- 11 i 11 ber Regierung fallen wird, soll heute vor­mittag beginnen. Reichspräsident Ebert hat mit Rücksicht auf die allgemeine politische Lage sei­nen für heute vorgesehne« Besuch in Stuttgart abgesagt.

*

Des Kanzlers Haltung.

Berlin, 21. Oktober. (Privottelegraurrn.) Alls Zentrumskreisen wurde gestern abend mit« geteilt, daß Reichskanzler Wirth in der gestri­gen Besprechung mit den ZentrumHmrtei-Ber- tretern sich dahin erklärt hat, daß er hinsichtlich der Fortführung der Kanzlergeschäfte sich der Sielluna der Mehrheitsparteien fügen wolle.

Regierung und Parteien.

Immer noch unklare Verhältnisse.

' (Privat-Telegramm.)

Berlin, 21. Oktober.

DieDeutsche Zeitung" berichtet: Wie ver­lautet, ist die Entscheidung über unsere Reichs­regierung noch nicht gefallen. Die alten Koali­tionsparteien sind mit der Deutschen Bolkspartei einig geworden. Das Zentrum hält den Ein­tritt der Deutschen Volkspartei für wichtiger als Wirths Kanzlerschaft und ist bereit, ihren Mann zu opfern, wenn die Deutsche Bolkspartei es will. Natürlich liegt dem Zentrum daran, daß Wirch im Kabinett bleibt, vielleicht als. Finanz­minister. Die Deutschnationalen wollen ihre Stellungnahme von ber Rede des Reichskanzlers abhängig macken. Die Demokraten meinen, noch nichts Bestimmtes sagen zu können. De« Unabhängigen geht es nicht anders.

Die Sozialdemokraten für Wirth.

Berlin, 21. Oktober. (Privattelegramm) Die sozialdemokratische Fraktion lehnt es ab, nie Frage des Rücktritts ober des Sturzes der ge­genwärtigen Regierrmg in diesem Augenblick von der Lösung ber komplizierten Steuerfragen abhängig zu machen, die langwierige und fach- ridje Beratungen erfordern. Sie ist aber ein­mütig der UeberzeNMng, daß die ReichSre- gierung ihr Verbleiben im Amte von nichts anderem abhängig machen darf, alS von dem Bot um des Reichstags, baS sofort einge­hakt werden soll. Die Fraktion ist bereit, der ge- aenwärtigen Reichs-Negierung ihr Vertrauen ous-nsprecken. Dieser einmütigen Auflassung der Regierung stimmten auch' die Vertreter Ober- schlesienö nachdrücklich zu.

Die Streikbewegung.

Aufruf der Berliner Gewerkschaften.

(Prfvat-Teleeramm.)

Berlin, 21. Oktober.

Der Allgemeine freie Angestelltenbund, Orts­kartell Berlin, und die Gewerkfchastskommifsion Berlin und Umgegend richteten an die Angeftell- ten und Arbeiter einen Aufruf, in dem es heißt:

Alle Gewerkschasten und die politischen Parteien und sonstigen Korporationen, die mit der Arbeit­nehmerschaft sympathisieren, werden hiermit auf. gefordert, in den Streiklokalen und bett Sälen weder Sitzungen noch Berfammlungen abzuhal- ten. Soweit bereits Saalbestelluugen erfolgt find, sollen fie möglichst rückgängig gemacht werden, fei dies nicht möglich, so müsse dafür geforgt wer­den. das keiner der Bes«ck)er etwas verzehre.

Verhalten zu Deutschland einerseits und zu England andererseits Er gab mit einet für einen Clcnmncisten anerkennenswerten Offenhett zu, daß die Gewaltpolitik gegen Deutschland zur Katastrophenpolitik werden könne und zwar, trotzdem die französische Armee gegenwärtig stark sei (fie ist gegenwärtig stärker als vor dem Kriege!). Die Katastrophe fei unausbleiblich, so stellte et fest, wenn man Geld zum Ausbau eines Flotte »Programms beschaflen wolle und wenn man die militütifchen Rüstun­gen mit dem Verzicht oder mit der BersOebung des Aufbaues des wirtschaftlichen Lebens Frankreichs erkaufen würde. Katastrophale Wir­kungen seien auch zu befürchten für diejenigen, die für die deutsch-französische Annäherung ar­beiten, denn einerseits setzten fie sich damit den Gefahren einer persönlichen Verfolgung aus und andererfeits könnten fie mir zum Ziele qelaitge», wenn sie Deutschland Konzessionen machen, cuf einem Gebiete, das für Frankreich eine Lebens­frage bedeutet.

BeamteKgehäMr und ©teuer

Die Beschaffung der Mittel.

Aus Beamtenkreisen Wird uns u. a. geschrie­ben: Die ablehnende Haltung der Reichsreyie- tuitfl gegenüber den aus die Erlangung ange­messener Gehaltsbezüge gerichteten Wünschen der Beamtenschaft Wird damit begründet, daß es an Mitteln fehle. Die autzerordenflichen Schwie- rigtoten, die die Dcckungsfrage bereitet, könne« nicht verkannt Werden, am Wenigsten von der Beanttenschast. ES muß aber auch hierbei, toi# immer Wieder, darauf hingewiesen werden, daß die Gewährung einigermaßen auskömmlicher Bezüge an die Beamtenschaft an den genannten Schwierigkeiten kinessalls scheitern darf. Um den Beamtenstand vor wirtschaftlicher Verelen­dung $u schützen, müssen die geeigneten M i t t e l und W e g e gesucht mid gesunden wer- den. Es geht nicht an, daß em Bolkstefl, der immer wieder seine Pflicht gegen Amt und Va­terland erfüllt hat und das Rückgrat des Staats, körpers ist, darben muß, während Schieber upb Stcucrdrückoberger in den Badeorten Prassen und scklemmen. In Anbettacht der gegenwärti­gen Finanznöie des Reiches und der nnterge- ordnkicn Gemeinwesen fühlt die Kommunal­beamtenschaft sich verpflichtet, mit allem Nachdruck darauf knnzuweiseet, daß sie zum »uw geringen Teil von der Reichsregierung selbst verschuldet werden, und zwar dadurch, baß bis­her keine ausreichende» Maßnahmen getroffen worden sind, um die durch Gesetze vorgeschriebe­nen Steuerabgaben zur Erhebung zu bringen. Ein großer Teil der Kriegssteuern, wie auch ReichsnotopferS, befindet sich noch unberechtigterweise in den Taschen der Abgabe­pflichtigen. Es ist vor allen Dingen auch ein unerträglicher Zustand, daß die Elnkiwttnen- stLuer-Veranlagung für das Jahr 1920 rwch im­mer nicht erledigt ist, und daß imorgedessen Be- die sicherlich für das aanse Stewaebte;

Hm aNrnähli-s die eettebrserfcbtocrenben Selb, «rfaqftijeint, bi« von bei: »«meiube» btraueg«- gebeu to eiben, ju beseitigen, Uttzl baS Oteith eine genüge,rv- Menge itietnmüujcu legt he», stellen. Man fet, reibt unb barieber FoigenbeS»

ES wird iuunei wieder über das im Verkehr fchlende Kleingeld geklagt. Notgeld und Mar« tot spielen eine größere Nolle als das Ätunzgetv und doch sind feit Ende August die,es wahres in Eisen, Zink und Aluminium bereits wett größere Mengen Kleinmüwzen in ben WW gegeben, als früher solche aus Kup,er, Rockel und Silber ausgeprägt worden waren. Bia Juli 1914 waren für 95 Millionen Mark Funft MgpscnnigMcke ans Silber gepvagt, im August 1921 waren an feine Stelle für 220 Millionen Mark Fünfzigpsemngstticke aus A l u rn t n i u m aetrcren und statt 71 Millionen Mark Zehnpien- nigstüL aus Mcielkupfer im Juli 1914 gab es im August 1921 für 84 Millionen Mark Zehn- Pfennigstücke aus Zink. Bis Juli.1014 waren für 3k Riillionen Mark Fünspsonmgswcke aus Nickelkupstr geprägt, bis zum August 1921 flatt dessen schon 61 Millionen Mark Funspfenmg- stucke aus Eisen. Die seclA Münzstätten l Berlin, Haneburg, München, Dresden, Stutt­gart, Karlsruhe) haben im Monat August nicht w-'niaer als einundiieunzig Millionen Sttuk Münzen geprägt.. Ihre Leistungen sind damtt auf das Doppelte gestiegen. Schon xtzt ^finden sick achtzehnhundert Millionen Swck Münzen, oder dreitzra Stück aus den Kopf der Beo »lfe= rung, im Verkehr. Der ßteichsrat hat sich nun damit einverftanden erklärt, dag weiter hun­dert Mllionen Mark in Füilszigpfennigstucke», vierzig Millionen Mark in Zehnpfennsipiucken und zwanzig Millionen Mark in Funsp>ennig- stücken ausgeprägt werden. Die,er Auftrag dürfte spätestens Ende nächsten Jahres erledigt sein Die Zahl der uirflaufenden Kleinmün, zen würde dann insgesamt

drei Milliarden Stück gleich fünfzig Sttick auf den Kopf der Bwöll«. ung betragen und damtt eine Hohe erreicht ha­ben, die über das legitime Verkehrsbedurfms lveit hinaus gehen dürfte. Wenn trotz der be­trächtlichen Münzprägungen sich noch immer Notgeld im Verkehr befindet und weiter auss-e- geben wird, fo findet diese Rotaeldausgabe kei­ne SBeflrünbmn mehr in den Bedürsniss«» oeS Zahlungsverkehrs. Die Gemeinden usw. geben vielmehr Notgeld aus mit dem Zwech .sich neue Einnahmequelle» erschie­ßen. Einer solchen mißvrauchlrchen Ver- w e n d u n g von Geldersatzzeichen soll entgeacn. getreten werden. Eine entsprechende <orlagj wird dem Reichstag in Kürze zugehen Im üb­rigen sind auch für die Prägung von Einmaru- stücken und größeren Münzen bereits vorbcreu -ende Schritte getan.

Kleingelö-Mangel.

Reue Prägung von Münzen.