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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang

Dienstag, 18. Oktober 1921

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 239

Sie berliner Skadkverordneten-Vshleu

Entscheidung überObeffchlesien. J***

M- »XZ«* «« Di- S-h-a- des G-»f-Partssr D-fchteff-«. sx«

Oberschlesieu.

Kassel, 17. Oktober.

Lite »affeUr Kauften Nachrichten erscheinen wochenUtch tech-mat und «war - »«» « ®* Abonnein-ntrvrrt» detrSgt monalltch fc50 Mark btt freier ZuNellun, in» k"»- »u«. roätti nut* bte Post bezog« 6.60 Mark monatU* Änfchlietzltch Zustellung.

werd« federeNk von der »eschüftSstelle -der den Bolen -ntgegentzenomm«. »ruaer«. Berlaa und Siedaktton-, Gchlachthosiirabe Sch», Knr unverlangt eingefandte Bettwge kann die ««xikttou ein« verankwortung oder SewLhr in keinem Fall« übernehm«. RüchzahIungdeS Bezugrgeldes oder«lnfprucheweg« -twatgerntchtordnnugrmLtiger Steferung -urgefchlosten.

Jnferrtonsprrife> « Stnhrtmtfch, LuNrüg»! Die einspaltig« An,eig«.Zeile M. L50. di« etntoaltla« vteklamezett« 3S.3M U SuSwärNge Auftrage: Die anspaltige «nragenzale M, 1» di« etnfpalttge Reklame,eile M. , alle« etnschlie»»* Deuerungriufchlag und Auzetamsteuer. Für Ln^tg« mit besonder« schwierigem Ha, tzunderr Prozrnl Aufschlag Sürbte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegeben« An^tgeu, sowie für »umahm«« baten und PlLtz« kann ein« «ewLhr nicht kibernomm« werd«». Druckerei: Schlacht, hofstrav« 28,80. «efchüft-ftelle: «olntsch« Straß« S. Telephon Nummer 9S1 and SSS

Demokraten 106000 Sozialdemokraten 116000, Unabhängige 297 000, Kommunifte« 147000.

Die StimwverhüvaMe.

Berlin. 17. Oktober. (PrwatdLegrcMMl.) Nach der parken Annahme der bürgervcheu Stimmen in den westlichen Vororte» und auch in Spandau ist mit der Möglichkeit ein« bürg«- lichen Mehrheit zu rechnen. Bis zwölf Uhr nachts wurden 1514000 Stimmen gezählt. Da­von entfallen auf Dentschnationale 262000, an Deutsche Bolköpartei 224000, Tcutschsoziale 11000, Acntrum 55 000, Wirtschaft^ sar«i 26600-

wie in Ob er schiessen im besonderen. Was «mner manplant^, wird letzten Endes au den harten wirtstiMstlichen Tatsachen scheitern, die unbeküm­mert über nach so fein ausgeklügelte politische Experimente hinwcqzehen. L B.

Teure KattoffelpreZft.

ALchMmg eines Bischoss.

Ans Münster i. W. wird uns achchricSE Tie Dartoffelsorgen haben den Bischof von Münster zu einer Mahnung im Kirchlichen Amtsblatt der Diözese veranlaßt. Er sagt da­bei, daß die in der Tagespreise gerüchtweise der- breiteten Nachrichten über ungemein hohe Kar- toffelpreise in der minderbemittelten Bevolke- runa große Bestürzung hervorgerusen und ihre ohnehin drückenden Nahrungssorgen nach ver­mehrt haben. Es bestehe außerdem die Gefahr, daß ausländische Agenten die Kartoffeln zu. Pregen, die für weite Kreise imerschwcnaftcb

London, 17. Oktober. (Eigener Drahkbericht.) DerObserver« veröffentlicht heute die gründ- legenden Sätze der Entscheidung über Obcrschlc- sien. Danach enthält di- Entscheidung des Böl- kcrbundrates folgende Punkte: wurde be­schlossen:

L Eine Grenze zu ziehen, die das Judn- striegebiet durchssfneidet Kitto die nach den Grundsätzen geschaffen wurde, daß ei« Mi- nimum von Polen aus der deutschen Seite und ein Minimum von Deutschen aus bei polnischen Seite verbleiben sellte.

2. Da der Kern der Streitfrage wirtfchaftlicher Art ist, wurde der B-rsuch gemacht, die Bedeu­tung der politischen Grenze dadurch herabzusctzen, daß gewisse wirtschaftliche Matznah. men beschlossen wurden und zwar für eine Dauer von fünfzehn Fahren. Deshalb wurde vorgeschlaqen, eine gemischte Kommis­sion von Deutschen und Polen einzusctzen un­ter dem Borsit, eines Vertret«« des Völkerbun­des. Diese Kommission soll Generalvollmacht haben, um die Einzelheiten für die praktische Durchführung btS Bvlkerbundvorfchlages aus. zuarbeiten.

3. Bezüglich der Eisenbahnen soll eine xemifchte Kommission einen Plan auSarbriten. um das ganze Eisenbahnsystem zu einem ein­heitlichen System innerhalb des Jndustriegcbic tes zusammcnMfaffen.

4. Es ist klar, daß eine politische Grenze auch sofort eine Aollgrenze wird. Um einem so- fortiWn Entwurf zu begegnen, schreibt der Völ­kerbund vor, daß zwei U-bergangSperto- den einaerichtet werden sollen, a) eine Periode non sechs Monaten, b) eine solche von 14% Iah ren, während deren die normale DnrclMhrung der Aollgesetzgcbung aufgehoben sein soll.

5. Während der Periode von sechs Mouateu sollen beide Teile vollkommene Freiheit genie­ßen, ihre Geschäfte so zu organiflerrn, als ob die politische Grenze nicht bestände._______________

Die Genfer Entscheidung tn der o-berschlesi- schen Frage kommt politisch auf eine Zer- r^ißunqdes vberschlesifche» Gebiets hinaus. Eine solche Trennung ist ja auch von den Alliierten beabfichtikst, wirtschaftlich aber soll eine - Einheit, oder doch wenigstens eine gemeinschaft­liche Basis geschaffen werden. Offenbar geht man dabei von dem Gedanken aus, daß, was

Die Entschließung, die sofort telegraphisch an den Völlerbnndsrat, den Reichstag und die Reichsreginmna geachtet wurde, hatte folgenden Wortlmtt: .Die ®nWt düng über das Schicksal Oberscklcsiens steh« be- vor. Trotz überwältigend« Mehrheit^der Stim­men Air das Verbleiben bei Deutschland sollen französischer Hatz und polnische Habgier . gegen Recht und Gerechtigkeit einen Sieg d^ontrage^ durch den von unserer Heimat Teffe gbqelost und diese Ländert.-ile, die in der wirtschaMchen Ver­bindung mit Deutschland M hoh« Wüte gelanaf find und weiterer AufwärtSentwkcklung erttge- gcnsehen konnten .polnischer Verelendung a-usgc> Ut »erben. Wiederum wird dmtsches Land mit den darauf wohnenden Menschen zum Ha»' delsobsekt einer maßlosen Machtpolitik trotz al­ler früheren feierlichen Beteuerungen d-s Sewch- bestinnnnngsrechtes d« Völker, llngere Aufnabe muß es fein. tmf«e Bruder und Schwe­stern in ihr« Rot hilfreich zu unterstützen und sie Wied« unt uns zu v«elnlgen. Nichts deutsch wollen wir sein und bleiben ff

man politisch gesündigt hat, auf der anderen Seite wiedergut zu machen". Eine derartige, allen realpolitischen Voraussetzungen und Rot- Wendigkeiten yohnsprechen deOrdnung" wird sich aber in der Praxis nichr durchfüh- r e n lassen. Die politische Grenze im oberschlesi- schen Industrie-Gebiet Wird wirtschaftlich einer Zo l l - L i n i e gleichkommen. Schon damit ist zum Ausdruck gebracht, daß von der Schaffung einer LArtsck-afts-Einheit gar nicht die Rede sein kann. Man konstruieret zwei fid, gegenüber- stehende Wirtschaftskörp«, von denen man zwar wünschen möchte, daß sie eine Wirtschaftseinheit bilden, zerhackt sie aber im gleichen Augenblick wieder durch eine Zollgrenze. Das verstehe, wer kann! Bei den viel besseren wirtschaftlichen und sozialen Arbeitsbedingungen der deutschen In­dustrie, denen gegenüber die polnische Industrie nicht ton(urtieren kann, wird sich Pollen durch die Erhebung von Zollabgaben schadlos halten wol­len. Damit ist aber wiederum die Vorbedingung einer Wirtschafts-Einheit verlassen.

Kasseler Neueste Nachrichten

©AffoUf oifcoitbieitiiittr Hessische Abendzeitung

deutschen Arbeiterschaft werden die im polnischen Gebiet arbeitenden Kräfte nach Deutschstand her- überdrängen. Die polnische Industrie wird da­mit eine weitere schwere Einbuße und eine starke Hemmung in ihrer Entwicklung erfahren. Es wird so gut -wie unmöglich jein, etwa für diese durch die politische Linie getrennten Wirtschafts­gebiete eine einheitliche Lohnregelung vorzuneh­men. Dazu sind die politischen, vor allem aber die wirtschaftlichen Bedingungen auf beiden Seiten viel zu v e r s ch i e d e n. Auch das ist ein Grund dafür, daß von der Schaffung einer Wirtschafts-Einheit nach der poetischen Trennung gar nicht die Rede fein kann. Stein ge­schäftsmäßig betrachtet, wird eine Anteressen- Verbindung um deswillen unmöglich sein, weil ja die beiden politisch mrseinandergerissenen In­dustrie-Bezirke notwendigerweise wirisciiaftliche Konkurrenten werden. Tie Verkehrs-Einheit, an der bei der hohen Entwicklung des deutschen Eisenbahnwesens den Polen natürlich sehr viel läge, ist gleicherweise kaum durchführbar. ES ist schließlich auch ein Unding in eurem Gebiet, das durch eine politische und noch dazu durch eine Zvll-Linie getrennt ist, ein einheitliches Bahn- s y st e m durchzuführen. Die Polen-Verwaltung gäbe gar keine Garantie für die Erfüllung der dazu notwendigen Voraussetzungen. Bon welcher Seite man auch das Problem betrachten mag, man erkennt immer, daß die polittsche Teilung Oberschlestens bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Zusammenschluß der auseinandergerissenen Ge­biete ein Widerspruch tn sich, affo ein U n - sinn ist.

Es ist wohl eine der stärksten Zumutungen, die man an uns stellt, daß man unter polttffchen und nicht zuletzt machtpolitischen Erwägungen ein lebenswichtiges Glied prm unserem Reichs­körper abtrennen will und uns nachher freund­lichst einlädt, die uns nach dieser Operation ge­schwächten Lebenskräfte dafür herzugeben, daß dieser gewalttätig abgerissene Teil dem feind­lichen Körper organisch zikwachse. Durch keine Tatsache als durch diese kann die Torheit der inch heute noch ausschlaggebenden machtpolitischen Einstellung der Entente-Völler charakterisiert werden. Man erlebt es doch täglich und stünd­lich und man sieht es nicht nur an der deut­schen, sondern viel mehr noch an der polnischen Valuta, daß heute das Wirtschaftliche den ersten Rang einninnnt. Die Genfer Entscheidung aber ist ausschließlich unter politischen Gesichtspunkten getroffen worden, darum ist sie auch ein krasser

Beginn einer Verbilligung?

Rewyork, Yl. Oktober. (Sisene Drahtmel- düng.) Die amerikanjschen Eisenbahn-Gesellschaf­ten sirry zu dem Standpunkt gekommen, daß an- gesichts der verzweifelten Finanzlage die L ö h n e mehr als zwölf Prozent heruntergehe« müßten, besonders, da die Herabsetzung der Fahr, preise und Frachten nicht mehr anfzuhalten ist, nm dem Hcnchcl wieder auf die Beine zn hel­fen. Die Eisenbahngesellschaften haben zn dem Ausweg gegriffen. Hnnderte und Tausende von Eisenhahnarbeitern zu entlassen. Der größte Teil dieser Leute ist heute noch arbeitslos. Dte amerikanische Regierung, sogar Präsident Har- ding persönlich, haben sofort Schritte getan, um den drohenden Ausstand zu verhüten, besonders mit Rückficht darauf, daß die industrielle Lage Amerikas gerade jetzt die ersten Anzeichen einer Dessermtg geigt. Die Regierung nimmt den Standpunkt ein, daß gleichzeitig Lohnherabstt- zung und Herabsetzung der Fahrt-Tarife drin gend nötig find. Die ganze Erscheinung beweist den Beginn einer Verbilligung der Le- bsastzcütnna tn Amerika.

Fehlspruch. Den Deutschen und Polen will man es auf solch brüchigem Fundament überlassen, sich später wirtschaftlich ansctnanbenusetzen. Was aber soll denn nun werden, wenn a& Bemühun­gen, zu denen doch von deutscher Seite eine ge­radezu übermenschliche Selbstüberwindung ge­hört, nicht zum Ziele sühren? Und wie ist ein wirtschaftliches Uebercinkommen gerade in diesem Sonderfall möglich, da der ganze in sich geschlossene und in allen seinen Fasern zueinan­der gehörende und auch in dem geringsten seiner Teile und Teilchen aufeinander angeüviefenz Wirtschafts-Organismus politisch zerrissen wer­den soll? Das zeigt wieder, daß die Genfer Ent­scheidung eine solche vom grünen Tisch aus ist, und daß das Politische dort das Wirtschaftliche überwag. We tarnt man schließlich aber auch von einem chinesischen .Sachverständigen« ver­langen. daß er Verständnis cmsbringe für die hochentwickelten ökonomischen Zusammenhänge tn bet deutschen VokkswLrtschoft au allgemrinen.

Westen und Deutschland gehören zusammen, ge- chichtlich, wirtschaftlich, kulturell und ekhnogra- chisch. Sie müssen auch zusammen bleiben. Siegt nun doch, wie es aussieht, für den Augen­blick dte Gewalt, was fft dann zu tun? Dann bleidt nichts anderes übrig, als festzuhatten an dem Glauben, daß das, was Recht ist, einmal wieder oben sein wird. Dte Gewalt kann das Recht nicht dauernd unterdrücken. Wir müssen bann unseren Kampf um unser Recht weiterftch- ren mit den Waffen des Geistes und der lieber, zengung. mit Ruhe, Würde und Besonnenheit. Dazu gehört, daß unser ganzes Voll ei«ig ist. Nur dann bekommen wir die Straft, dte wir ha­ben müssen, um uns dnrchznsctzen. So erhebe diese gewaltige Versammlung die Stimme M ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien und gelobe mit den Worten Schillers: Wir wollen sein ein einig Voll von Brüdern ...! Einmal tottb auch unserem deutschen Volle wieder die Sonne des WsickS leuchten. Viele Tausende von Händen er­heben sich bann zur Annahme einer nc-ckfteheur wiedergegobenen Entschließung, die Dnffik into­niert und die Massen singen es mit:,Jchha.v mich ergeben ._! Die Kundgebung 'stMEiche . und die Kapelle der Schutzpolizei spteft ihr

Sonntags-Konzert auf dem Friednchsplatz.

Streik in Amerika«

Die Eisenbahner gegen bie LohnverkürzuuZ. (Eigener Drahtbericht.)

Newyork, 17. Oktober.

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika stehen vor einem gewaltigen Eisenbahnerstreik Die Eisenbahner haben eine Lohnherabfet- z » ng um sieben Prozent, wie sie vom Arbeits­amt empfohlen war, abgelebnt und bereits die Streikparole ausgcgebeu. nach der am 30. Oktober 750 000 Arbeiter in den Ausstand tre­ten sollen. Die Zahl der Streikenden würde am Ausgang der ersten Novcmberwoche schließlich zwei Millionen betragen. In teer Kriegs- nnd Nachkriegszeit, als die Eisenbahnen unter ftnat kicher Kontrolle standen, waren die Löhne ohn- Bedenten gesteigert worden. Zwischen 1916 und 1920 wurden bie Eisenbahnerlöhne bis zu ein hunbertnntevterzig Prozent erhöht, wodurch den Etseubabngeselifchaften mehr als zwei Millionen Dollars Mehrausgabe« jährlich erwüchse«. Da die Einnahmen zurückgtägen. hatte das Effen- bahmabettSamt, das ans je einem Vertreter der Eifimbahnarbeiterschast und der Gesellschaft be­steht, eine Lohnherabfttzung angeordnet.

Kn Heller Sonne liegt der Fried-richsplatz. Tankende und Aberta.nsende sind zusammen- geströMt. Sie folgten dem Rufe der Veretntg- ten Verbände heimattreuer Oberschlesier zu einer ShtnbaeBnng in letzter Stunde für ein ungeteil­tes Oberschlesien. Die NftffiWereinigmig der Schutzpolizei spiell ein feierliches Ted-.-um. Dann spricht der Direktor der Landesbibliothek, Dr. Hopf, über die furchtbare Bedeutung biefet Tage Es gch-t darum, daß Oberschlesien deuftcq bleiben mutz und ungeteilt, wie es bisher wesen ist. We deutschen DoWgenossen, gleich- gültig, welcher posttischeu Uebcrzeugung oder welcher Konfession, sind eines Glaubens, einer Liebe, einer Hofsumng, daß das, was Recht tst, chließlich. Wenn auch noch fo gewalttätig da­gegen gearbeitet wird. Recht bleiben mirß. E» üinot fast wie Hohn, wenn in unserer Zett, da . ausschließlich die Gewalt regiert, von einem Siege des Rechts gesproken wird, aber unerschüt­terlich ist unsere Ueberzeugung, daß die MaMat des Rechtes turmhoch über aller Gewalttat sielst und sich doch einmal durchsetzen wird, mag auch setzt die E-nffcheidung fallen tote sie will. Nichts anderes verlangen wir. als das Selbstvasttm- mungsreW der Völler, dessen Gedanke vom Feindbund selbst ausgLgangen ist und der tm Versailler Vertrag niebcrmlegt wurde. Am20. Mürz haben 650 000 Deutsche gegen Ä000» Polen

das DeutschftiM ht Oberschlesien perMndet. Märe auch nur eine Stimme Mehrt tjeit für Polen gewesen, dann würde der Ber- cstller Vertrag längst ausgefichrt wokden fein, so ciber wird mit allen Mittelchen versucht, dem Lause der Gerechtigkeit Einhalt zu tun. Ober-

Berliner Kommunalwahlen.

Kampf gegen die Lntzere Linka- (Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Oktober.

Die Feststellung des neuen Ergebnisses der Berliner Wahle« verzögert sich durch die Tat­sache, daß das jetzige Berlin sich weit ins Land hinein erstreckt. Soweit die bi« jetzt vorNegen- den Ergebnisse erkennen lassen, haben die Deutschnationalen and bie Mehr­heits-Sozialdemokraten erheblich au Stimmen und dadurch auch au Mandaten ge­wonnen. Die stärksten Verluste erlitt Vi8 jetzt die Deutsche Bolkspartei, die m die WirtschastS- oartei uud an die Demokraten Stimme« abgibt. Die Unabhängige« nnd Kommunifte«, sie bei teer vorigen Wahl noch i« einer Partei waren und jetzt getrennt marschiere«, habe« viel­fach nnr die Hälfte der vorjährigen Stim­men aufgebracht. Tie «itscheidcude Frage, wie die Mehrhettsverhältniffe im äcwi Stabtpark»- ment aussehen werden, läßt sich bis zur Stunde noch nicht erschöpsend beantworten. Eine sichere bürgerliche Mehrheit biete« bie Ergebnisse ans Berlin-Mitte und Tiergarten. Ob die Stadtver- orbnetenversammlung inSgefamt in ihrer Mehr heft wieder sozialdemokratffch sein wirb, läßt sich im Augenbück noch nicht überseh«^

6. In der Periode der 14% Jahre dürfen alle Rohstoffe, die entweder aus der deut- scheu oder der polnische» Zone stamme» oder dort verwendet werden sollen, die Grenze ohne Abgabe passieren und zurückpassieren. Güter, bk für die Fabrikanten notwendig find, sollen gleich. falls abgabefrei sein.

7. Die gemischte Kommission soll bereMgt sein, ein Abkommen zwischen Polen und Deutschland auszuarbeiten für den ungehin­derten Export solcher Rohstoffe, bie von bet Industrie auf der anderen Seite ge­braucht werden. Ein besonderer Paragraph soll eingefügt werden, durch de» Deutschland ver­boten wird, einfach Zoll auf Güter von Po­len z« legen.

8. Während der Periode von fünfzehn Jah­ren dürfen keine gewaltsamen Enteignungen von privatem Eigentnm stattfinden.

9. Die Deutschen, die auf der polnischen Seite der Grenze leben, haben das Recht, während der Zeitdauer von fünfzehn Jahren die Beibehal­tung der deutfchen Staatsangehörigkeit z« ver­langen.

10. Die deutsche Mark ist als gesetzliches Zahlungsmittel in der polnischen Zoue anzuer- lerotcH.

1L Die deutsche Gesetzgebung Aeibt solange in Kraft, bis bie polnische Regierung entsprechende eigene Gesetze erläßt.

~ 12. Die Wasserversorgung innerhalb des Industriegebiets soll, soweit die verschiede­nen Systeme betroffen werden, unter dauernder internationaler Kontrolle bleibe«.

13. Bezüglich ber Lieferung von elektri. fchem Strom wird dafür gesorgt, daß die jetzige Kraftlieferung nicht unterbrochen wird. Die Pole« erhalten das Recht, nach Ablanf von drei Jcchre« eine ber beiden Kraststatiove« im Industriegebiet zu kaufe».