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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 229

Donnerstag, 6. Oktober 1921

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Kein Fortschritt in den Kabinettsragea.

Drei Reden.

Das Kopfzerbrechen um Deutschland.

DaS Hauptaugenmerk der Alliierten ist noch immer ungeschwvcht auf Deutschland gerichtet. Ihre Außenpolitik wird vom VersaillerSer- trag beherrscht, ihre Jnnenpotitik ist bis in die wirtschaftliche Organisation hinein auf den deutschen »WiedergutmochungSleistungen* auf­gebaut. Naturgemäß drehen sich auch die Erör­terungen in Parlament und Presse und die Re­den her Staatsmänner zumeist um Deutschland. Nachdem der britische Minister Churchill in der vorigen Woche sich mit dem finanziellen Problem, nicht nur Deutschlands, sondern Europas und Amerikas beschäftigt hat und zu der Einsicht gelangte, daß irgend etwas gesche­hen müsse, um eine Katastrophe zu vermeiden, hohen sich auch zwei Franzosen hören lassen. Churchill zog das Palutaelend in den Kreis feiner Betrachtungen und gab die vernünftige Mrregung, die Kriegsschulden zunächst unter den Alliierten gegenseitig zu streichen und am Ende für Deutschland eine Ermäßigung oder gar den Erlaß der Barzahlungen eintreten zu lassen, denn nur auf dem Weae des Verzichts könne die Welt gesunden. Diese Worte waren von den Kreisen des englischen Handels und der Industrie beeinflußt, wo man infolge der zunehmenden Arbeitslosigkeit erkannt hat, daß die Entwertung der deutschen Mark nicht ungestraft in England und den anderen Sieger­staaten vorübergeht. Ob die Rede eine Wirkung haben wird, kckeibe heute besser unerörtert, da es »rii-zelne vernünftige Stimmen in den alliierten Ländern immer gegeben hat, aber in dem Sie­gestaumel und dem Deutschenhaß nicht zur Gel­tung gekomen sind. So werden auch diese AuS- Lhrungen vorDustg unbeachtet Verhallen.

Eine ähnliche, aber nur scheinbar deutsch­freundliche Rede hat der Franzose Noble- matre auf der Genfer Volkerbundversamm- lung gehalten, wo über die Abrüstungsfrage be­raten wurde. Nohlemaire befürwortete die allgemeine Abrüstung und betonte, daß Deutschland gar nicht das Schreckgespenst sei, wie cs namentlich in Frankreich hingesiellt wer­de. Deutschland werde von den französische!! Nationalisten nur als Dorwand für die gren-- S'ofen Rüstungen benutzt. Es war eine seit ren nicht gehörte Höflichkeit, als er sagte, man solle Deutschland leben lassen, wie man Frankreich leben lasse. Warum sollte es un­möglich sein, in Zukunft friedlich nebeneinander zu leben? Roblemaire bringt Deutschland an­scheinend Vertrauen entgegen, aber er schränkte dies sehr erheblich dadurch ein, daß er hinzu- fügte. eine friedliche Nachbarschaft werde mög­lich fein,wenn Frankreich die notwendigen Wiedergutmachungen, die notwendigen Sicher­heiten durch eine vollständige und loyale Aus­führung des Friedensvertrags, die die wesent- liche Grundlage des Dölkerbundpakies bilden, erhallen bat*. Zwar seien die materielle Ab­rüstung Deutschlands und die Ablieferung der Stoffen so gut wie vollzogen, aber die Möglich­keit neuer Rüstungen (?) noch nicht beseitigt, so daß die Fortführung der bisherigen Kontrolle nicht überflüssig sei. Die moralische Abrüstung (im Herzen des Volkes) habe fid> in Frank­reich bereits vollzogen, aber das sei noch nicht ganz in Deutschland geschehen. Diese Be­hauptung ist bewußte Verdrehung. 3« Frank­reich wird ein höllisches Gelächter auf diese Re­de gefolgt fein, da man dort nicht an Abrüstung denkt, wogegen in dem in jeder Beziehung abge­rüsteten Deutschland Jeder, der urteilsfähig ist. unsere HilflofiArit kennt unb die große Mehrheit deS Volks nichts mehr von einem Kriege wissen will.

Wie die wahre Stimmung in Frankreich ist, ersieht man ans einer skrupellosen Hetzrede des ehemaligen Ministerpräsidenten C l emen« ceau, die dieser bei Gelegenheit der Ein­weihung seines eigenen Denkmals tn St. Her­mine gehalten hat. Er sagte unter anderem, es fei offenkundig, daß der Tag der Prüfung für die Allianz gekommen sei. Frankreichs Alliierte hätten Verpflichtungen übernommen, von de­nen eines TageS die Rede sein werde. Von einer Sicherstellung des Weltfriedens auf der Abrüstungskonferenz in Washington hält er nicht viel. Der pazifische Ozean sei sehr weit, aber die deutsche Grenze sehr nahe. Die Deut­schen sollten nicht glauben, daß die Re- parationsschuld herabgesetzt wer­de. Frankreich verzichte ebenso wenig auf die Zahlung des ihm Geschuldeten wie auf die Bürgschaften für feine Sicherheit. Jede Ver­minderung der finanziellen Verpflichtungen Deutschlands verringere die Sicherheit Frank- reichs (?). Er sprach auch von der Leipziger «Bande*, womit er die deutschen Richter und die Kriegsbeschuldigten meinte.

Da haben wir es. Deutschland ist immer das Karnickel und wird es bleiben. Clemen- eeaus Rede w*- Antwort auf Churchills!

Anregungen. Es ist also nicht zu erwarten, daß tu absehbarer Zeit eine Milderung für Deutsch­land zugestanden wird. Obwohl Clemenceau nicht mehr ein politisches Amt hat, sondern seit einem Jahre sich in Aegypten, im Schmollwinkel, ausruhte, hat er doch in Frankreich eine große Anhängerschaft Die Franzosen sehen in ihm noch den Mann, bet ihnen den Versailler Ver­trag. das Dokument ihres Sieges, geschaffen hat. In Clemenceau feiert der krasse Chauvi­nismus seinen Triumph und öS ist nicht ausge­schlossen, daß dieser blindwütige Mann trotz sei­nes Alters wieder einmal eine Führerrolle spie, len wird, wie er es gerne möchte. Et stellte sich zu verschärfter Hetzarbeit zur Verfw> gung mit den Worten: »Wenn für die Siche­rung des Versailler Vertrags mein Beistand nötig sein wird, wird man ihn bei mir finden biS zu dem Dane, an dem ich aufhöre zu leben.* Vorläufig ist er ja noch ausgeschaltet, aber als Agitator kann er inzwischen auch viel Un­heil anrichten. Jedenfalls haben wir noch keime Ursache zu rosigen Hoffnungen. K. F. Dr.

Dke KQblnettsfragen. Bedingungen für die Unabhängigen. (Privattelegramm)

Berlin. 5. Oktober.

Die Regierungsumbildung im Reiche ist noch immer Gegenstand der Verhandlungen innerhalb der Fraktionen. Die Demokraten und das Zentrum haben ihre Zustimmung zu einem etwaigen Eintritt ber Unabhängigen j« die Regierung von drei Bedingungen abhängig gemacht: L daß sich die Unabhängigen unzwei­deutig auf den Boden der Verfassung stellen, 2. daß sie ein ^meinsamrs Regierungsprogramm anerkennen mrd 3. daß die deutsche Bolkspartei in eine Koalition mit den übrigen Parteien ein- bezogen wird. Im übrigen ruhen die offiziellen Berhandlungen von Partei zu Partei, bis der Reichsverband der deutschen Industrie z«r Frage der Beschaffung der Gold-Milliarde für die nächste Reparationszahlung enbgüttig Stellung genommen hat. Wahrscheinlich wird sich der Reichsverband der deutschen Industrie sofort mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Man hofft, daß es gelingen wird, bis zmn Anfang der nächsten Woche eine Klärung zu erreichen.

Keine große Hoffnung.

Berlin, 5. Oktober. (Privattelegramm.) Sie »Germania" erklärt, sie könne sich nach allen Erfahrungen der letzten Jahre zu einem großen Optimismus nicht auffdjtotngen. Dazu ist der Gedanke zu hoch, daß sich die Deutsche Bolkspar- tei und die Unabhängigen auf einem Boden praktischer Zusammenarbeit gemeinsam mit den Mittelparteien sinden könnten, denn täten sie das, dann stünden wir vor einer plötzlichen Ge­sundung unseres deutschen Wirtschaftslebens, wie sie bis dahin auch der größte Optimismus kaum et hoffen konnte. DieDeutsche Volkspartei" hat bereits a.tgcbcutet, daß sie mit den Unabhän­gigen, die von ihren Forderungen nicht abgehe» werden, nicht zusammenarbeiten tönne.

Verzögerung der Stellungnahme.

Berlin, 5. Oktober. (Privattelegramm.) In parlamentarischen Kressen verlautet, daß Me nicht vor dem 16. Ok­tober, dem Tage der Berliner Stabtverordneten- wahlen, sich darüber schWcfsig werden wird, welche Stellung sie praktisch zur Frage des Ein­tritts der Deutschen Bolkspartei in die Rerchsregierung einznnehmen gedenkt. Es tft mit einer weiteren Verzögerung der Kabinettsbildung im Reich- zu rechnen.

Kann Deutschland zahlen?

Nicht genügend SichersteUnng.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. Oktober.

Ein französischer Pressevertreter meldet sei­nem Pariser Blatt aus Berlin: Ju den «er- Handlungen der Garantiekommiffion mit der deutschen Regierung beschränkte sich die Tätigkeit der Garinrtiekonnnisston auf die Einficht, nähme in die deutsche Zahlungsfähigkeit der nächsten drei Monate und auf die Entgegennah­me deutscher Anregungen und Wünsche. Die Garantiekommisston kann zu den Berliner Bera­tungen erst nach ihrer Rückkehr nach Paris Stel­lung nehmen. Das deutsche Entgegenkommen in den bischerigen Sitzungen wurde allgemein an­erkannt. Man glaubt aber nicht, datz die

deutschen Zugeständnisse für die Sicherstellung der Reparationszahlungen fernerhin genügen.

Für Bit fremden Truppen.

Genf, 5. Oktober. (Eigene Drahtmekdung.) Dem PariserTcmps" zufolge ist von Deutsch­land die erste Bezahlung der Kosten für die Besatzungsarmee am Rhein znm 15. Fe­bruar zugesagt worden. Die Gesamihöhe der Kosten sei mit hundert Millionen Pa- piermark zu beziffern, deren Abtragung nur in Raten dienlich fein würde.

Kredite der Industrie.

Die Berhandlungen mit der Regierung.

(Privat-Trlcgramm.)

Berlin, 5. Oftober.

Der Reichsverband der deutschen Industrie hat einen Ausschuß eingefetzt, der die weiteren Berhandlungen zwifchcn der Industrie und der Regierung führen fall. Diefer Ans- fchuß tritt aut 13. Oktober zu feiner ersten Sit­zung zusammen. Die Besprechungen innerhalb der einzelnen Gruppen werden aber bereits in ben nächsten Tagen beginnen. Gestern hat eine Vorbesprechung statt gefunden. Eine Einbernfnng des Ausschusses seitens der Reichs regierung ist bisher nicht erfriert. Weitere Aus sprachen der Negierung über diese Fragen kön­nen erst nach der Rückkehr des Reichskanzlers vou feiner Erholungsreise in der nächsten Woche erfolgen. In der Zwischenzeit wird eine Füh­lungnahme des Ausschusses mit Vertretern der Landwirtschaft. Banken ufw. erfolgen.

Hoffnung auf amerikanische Anleihen?

Berlin, 5. Oktober. (Privattelegramm.) Be­kanntlich hat der Reichswirtschaftsrat einen Ent- wurf über private Kreditbeschaffung für Reparationszwecke ausgearbeitet, der der Regieruna zur Begutachtung vorliegt. Am Mon­tag, den 10. Oktober, findet eine Siüung des ReichswirischtstSrateS statt, in der die Regierung ihre Stellung zu dem Entwurf bekannt geben wird. In Kreisen der Industrie steht man der geplanten Aktion abweisend gegenüber, umso­mehr, als bereits auch die ersten Zeitungsnach­richten Liber mehrere Anerbietungen beträchtli­cher Anleihen seitens großer amerikani­scher Finanzgruppen hier cingegangen sind, die sich bereit erklärten, ihrs Vertreter zur Aufnahme von Verhandlungen zu entsenden.

Wiesbadener Abkommen.

Bor Dem endgültigen Abschluß.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 5. Oktober.

Der Ausschuß für auswärtige Angelegenhei­ten, der gestern über das Wiesbadener Abkom­men beriet, stimmte nach eingehender Aus­sprache dem Abkommen zu, da es mit dem FriedeuSvrrtrag im Einklang stehe. Die Ratifi­zierung durch den Reichstag scheint demnach ge­sichert. In der Erörterung übte Dr. Hclfferich scharfe Kritik. Es sprachen noch die Abgeord­neten Stresennmu, Spahn, Gothein, Bernstein, Breitscheid. Heute rder morgen »erben Ralhe- »au und Louchenr in Wiesbaden die Sieben» Verträge unterzeichnen. Ein Pariser Blatt mel­det, daß Vie Besprechungen, die gegenwärtig zwischen dem französischen Ministerium für die zerstörten Gebiete nrb zwei Vertretern des beut« scheu Wiederausbauministeriums geführt werden, zu der Erwartung berechtigen, daß die Ver­handlungen zwischen Louchenr und Rache nau zu einer völligen Einigung führen.

*

Unzufriedene Franzosen.

Paris, 5. Oktober. (Eigene Drahtmelvuny.i Im hiesigen »Oeuvre" besagt ein Artikel: Wir müssen immerhin bedenken, daß die beiden Nn terhändler von Wiesbaden, selbst wenn die wich­tigen Punkte dieses Abkommens von der fran­zösischen und deutschen Regierung angenommen find, noch einige schwierige Fragen zu regeln haben. Sie haben fich nach ihrer letzten Zusammenkunft getrennt, ohne ben Zusatzproto- kollen eine endgültige Form gegeben zu haben. Die Bedeutung dieser Zusatzprotokolle ist groß. ES handelt fich nm die industriellen Rück- Keferungen, die Biehlieferungen. das Eisenbahnmaterial usw^ und vor allem um die Ermittlnttg der Kohlenpreise für die von Deutschland gelieferten Kohlen, und eS ist nicht ausgeschlossen, daß fich über diesen Zn- satzpmrkt bei der jetzigen Debatte in Wies­baden eiuütt Schwierigkeiten ererben-

Weser und Fulda.

Die amtliche Weserftrombereisuug 1921.

Infolge bee Trockenheit deS letzten Sommer» batte dte Weser einen niedrigen Walser- stand, der die Schiffahrt dehinderte. Hebe» die Feststellungen der Wcserdereisnngo- Kommission erhalten wir folgende» Bericht, Rach mehrjähriger Pause fand in der letzten Soptcmberwoche auf Anregung des Senators Meyer-Hameln wieder die amtliche Be­reisung der Weser auf einem zur Verfü­gung gestellten Personendampfer statt. Die Be­reisung, an der zahlreiche Vertreter der Wasser- straßendirektion Hannover, der beteiligten Was- serbauverwaltungcn, der Regieruna und der lLchikfahrisutteresseuten teilnahmen, konnte die­ses Mal wegen des niedrigen Wasserstandes der Oberweser nicht in Hannovcrsch-Münden begin­nen, sondern wurde tu dreitägiger Fahri vou Karls Hasen bis Bremen buxdjgefüfgt. Zunächst gelangte nach vorhergegangener örtli­cher Besichtigung ein Antrag der Wes-ersch'fsahrts- interessenten zur Beratung, den unmittelbar oberhalb Katlshasxn liegenden toten Nebenarm der Weser zu einem Winterschutzhafen auszubauen. Seitens der Bauverwaltung tour, de anerkannt, daß ein dringendes Bedürfnis zur Anlage eines Schutzhafens in Karlshafen vorliege; der Bau dürfte in absehbarer Zeit zur Ausführung kommen. Sodann gelangten die Urfadfcn für die in wenigen Stunden bis zu 20 Zentimeter und mehr betragenden wellenförnu- gen Schwantungen der Wasserführung der Oüerweser zur Verhandlung, worüber amtliche graphische Darstellungen vorgelegt wurden. Im vergangenen trockenen Sommer hatte die Perfo- nenschifsahrt und auch die Frachtfchisfahrt, so- iveit letztere noch aufrecht erhalten werden konn­te. sehr unter diesen UebolWnden zu leiden. Die wellenförmig schaukelnde Wasserführung der Oberweser war zum TM auf die wechselnde Elektrizitätserzeugung an der Edertalsper- re, insbesondere jedoch auf den namentlich an den ersten Wochentagen sehr unregelmäßigem Abfluß aus den Stauhalltungen der Fulda und der Werra zurückzuf ühren. Das

Fassungsvermögeu der Edertalfperre zur Ausspeicherung des Winterhochwaffers ve- trägt 210 Millionen Kubikmeter; der Bau der Sperre bezweckte, durch die angesammelten Was. sermengen den Kleinwasserstand der Weser auf der Strecke Hannoversch-Münden^Wnden in den Monaten JuniOktober im SchiffahrtAn- tereffe aufzuhöhen und die Speifnng des Rhein- Hannover-Kanals zu ermöglichen. Der Inhalt der Sperre war nun zum größten Teil bereits bis zum Herbst, 1921 zur Elektrizitätserzeugung verbraucht. Infolge der abnormen Trockenheit im Winter und Frühjahr hatte die Oberweser schon im Juni $>. IS. nur noch eine Fahrwasser- tiefe van zirka neunzig Zentimetern. Trotzdem mußte, um eine vortzeitige Entleerung der Sper­re zu vermeiden, der vorgesehene Wasserab­fluß aus der Sperre von 16 Kubikmeter Pro Sekunde auf die Hälfte herabgesetzt werden Während die Frachtschifsahrt fast ganz zum Erliegen kam, konnte die Perfonen- s ch i f s a h r t allerdings nur mit ben größten Schwierigkeiten und unter schwerer Gefährdung des Schiff Sparks durch mehrfache Havarien der Dampfer infolge Auslaufens auj vorstehendes Felsgestein im Fahrwasser aufrecht erhalten werden. Sofern im kommenden Winter und Frühjahr die im allgemeinen regelmäßig auftre­tenden größeren Niederschläge nicht auSMeiben, wird im nächsten Sommer wieder mit dem vo-r- gefehenen Wafferzuschuß aus der Edersperre für die Weser gerechnet werden können. Demnächst wird auch durch den Bau von

zwei hohen Stansiusen in der Fuld» unter Beseitigung der jetzt zwischen Kassel und Hannoversch - Münden vorhandenen sieben Schleusen und Radelwehre ein regelmäßi­ger Abfluß der Fnlda-Wassersührung zur Wese, erreicht werden . Nach Mitteflung der Waffer-- siraßendireMon find die Baupläne und sonstigen Unterlagen für die Genehmigung durch den Landtag fertiqgestelli: die Bauausführung soll nach Möglichkeit beschleunigt werden. Es sollen inzwischen ferner Maßnahmen getroffen werden, um die Schwankungen des WaVerstandes der Oberweser tunlichst abzuschwächen. Die We- serbcreisung beftätigte auch, daß entgegen Der allgemeinen Annahme auf der Weserstrecke tm» terhalb Hameln und Minden L W. die Fahrwäs­serverhältnisse nicht günstiger sind, als auf der oberen Strecke. Namentlich bei den Abschnttteii Rinteln, Minden, Stolzenau. Nienburg waren die niedrigsten Fahrwassertiefen der Weser zu verzeichnen, was int wesentlichen auf die Spei- sunq des Rhein - Hannover - Kanals aus der Weser bei Minden zurückzuKhren sein dürste. Bei dem niedrigen Grundwasserstande und der starken Verdunstung des Kanals mußte trotz der Speisung aus der Weser auch die Tauch' tiefe der SanalfdÜffe herabgesetzt werden. Die