Einzelbild herunterladen
 

Nr. 227. 11. Jahrgang.

Kasseler Neueste Nachrlchlsst

Dienstag, 4. Oktober 1921.

jugendwoche" wird uns mitfleteilt, daß der, den Vertretern der englischen Finanz und Iw

Turnen, Sport und Spiel.

-m-

Reichsbund deutscher Technll.

dustrie stattgefunden haben, wurden Pläne be. schloffen, die darauf ausgchen, die Kosten der Produktion in Großbritannien zu der- ringer». Lloyd George wird wahrscheinlich am nächsten Mittwoch nach London zurückkrhren. An diesem Tage wird ein Kabinettsrat staftsfa- den, der sich mit dem Programm des Par- l a m e n t s befassen wird, ebenso mit der Wahl des britischen Vertreters für die Washingtoner Konferenz.

wenn wir eine starke Handelsseefahrt haben. Der nächste Filmvortrag soll nun in den Kali­schacht führen, in das Reich des Bergmanns, -a-

Aber ... es ist auch Neues da, gatug Neues sogar, und Aluminium wird verlost ... Ach habe leider keine halbe Küchenausstattung ftti zwei Mark gewonnen, wie so mancher oder manche Glücklichere ...! Dafür hat man mir die Schuhe halb abgetreten und die Hosenbeine. Ich habe beschlossen, lieber in der Woche nod) mal rausgugehen

lohnte den Redner, der alle technischen Fragen so behandelte, daß auch der Nichtsachmann sic verstand und der Selbsterlebtes mit dem Fach­lichen in angenehmster Weise verband. Klavier- begleitung dann und wann, machte sich besonders reizvoll. Zum Schluß appellierte Oberingenieur Dreyer an die Versammlung, mitzuhelfen am Aufbau und faßte zusammen, daß unser Vater­land nur dann wieder das alte werden kann,

Rund um den Herkules".

Am vergangenen Svnntaa veranstaltete der Radfahrerklub Rothenditmold 1899 e. V. ein Straßenrennen, offen nur für Vereinsmitglieder. Die Strecke »Rund um den Herkules" war sehr bergig, betrug etwa 29 Kilometer und stellte durchaus große Anforderungen an die Fahrer. Galt es an diesem Tage den im Jahre 1912 von Herrn Paul Ehlert bei einem Gaurennen au dieser Strecke aufgestellten Rekord von 52% M- nuten zu drücken. All« Versuch seitens erMaffi­ger Fahrer im Gau, die Zeit zu verkürzen, blieb in den neun Jahren unausführbar; im Gegen­teil, die Zeiten wurden mit 1=3 Minuten erhöht. Der überaus große Sportgeist der 99er ließ trotz­dem von dem Gedanken nicht ab und stellten sich zu diesem Zweck um 9 Nhr dem Starter Die Fahrt war von schönem Wetter begünstigt und am Ziel hatten sich bereits viele Sportfreunde eingesimden, die in spannender Erwartung auf das Näherrücken des Uhrzeigers achteten Noch 2 Minuten, Sie kommen Schmelz und Bretz gef.ßloffen! spurten dem Ziel entgegen. Ein Gespann, das im Moment kurz hinter dem Ziel passiert, reißt Bretz um einen knappen Abstand von Schmelz. Der Rekord ist geschlagen von 52,30 auf 51,33 Minuten.

Veranstaltungen am Dienstag. Staatliche Schauspiele: .Don Juan", 1% Uhr. Re­sidenz-Operelten-Theater: .Die Post- Meisterin", 7% Uhr. Neues Theater: Spezialitäten, 7% Uhr. (Unterer Saal: Leip­ziger Sänger, 7% Uhr.) Deutscher Turn­lag: StadtbEe.Adventskirche: Pfar­rer Dr. Busch-Frankfurt: .Wir und die Ge­meinde, 8 Uhr. (Heute, Montag: .Unsere Beleh­rung.) Kaufmännischer Verein: Erster Vortrag. Ev. Vereinshans. 8% Uhr. Has- ia-Lichtspiele: »Die Abenteuer der schö­nen Kathlyn". Liederabend Horchler, Murhardsal, 8 Uhr.

willigstes Entgegenkommen. Auch die Opfer-1 Deutschlands Wiedcraufbau! Lauter Beifall be freiwigkeit des Auslandes wurde für die Reni- ner nutzbar gemacht. Schon manch hilfloses Mütterchen, nräucher Greis und manche »er-

Ein junger Erpresser. Ein junger Hand­lungsgehilfe kam zu einem hiesigen Geschäfts­mann und erhärte, wenn er ihm nicht eine Fahrkarte nach Hamburg zahle und eine größere Geldsumme gebe, wurde er Anzeige wegen Schiebung und Wucher erstatten. Der Erpresser wurde sestgenommcn.

-r- Reserve-Jnfanterie-Regiment 83. Die Ortsgruppe Kassel des Vereins Reserve-Jnfan- terie-Regiment 83 hielt am Sonnabend im Ber- einssttz Nürnberger Hof eine stattlich besuchte Versammlung ab. Auch aus der Umgebung waren zahlreiche alte Regimentskameraden er- schienen. Ter Vorsitzende, Spediteur Hartmann, konnte wieder Mitteilung von Neuaufnahmen machen. Es wv/de dann Bericht erstattet über einen sehr schön verlaufenen Ausflug zum Firnsbachtal und beschlossen, den Sttftungstag anfangs Dezember in würdiger Weise zu bege­hen. Diese Feier soll «Aeichzeittg einen Appell alter Kameraden darstellen.

Der tätowierte Mann. Die Strafanstalt Ziegenhain hat einen Haftbefehl hinter dem 45 Jahre alten Arbeiter Peter Henn erlassen, der aW Zuchlhaus-Gesangetter von der Außen­arbeit in Riebelsdorf entwichen ist und gibt als besondere Kennzeichen eine reiche Tätowierung cm: rechter Oberarm Weibsbrustbild, Unterarm Tänzerin, Dolch, Hand in Hand, Herz, P. H. 1897, linker Oberarm: Keulenschwinger, linker Unterarm: Revolver, Turnerwappcn, K. St. Kreuz und Armband, Brust: Reiter.

Von der Straße. Bei einer Schlägerei in der Marttgassc wurde einem jungen Manne eine Kopfverletzung beigebracht . Die Sanitäts­wache Fuldabrücke legte einen Notverband an. Ein Betrunkener, der am Altmarkt aller­hand Unfug anrichtete und einem Schupo-Be­amten ins Gesicht schlug, wurde auf die Wache ran Renthof gebracht.

-x- Allerlei vom Tage. Geheimrat Dr. Schantz, früher Lehrer am Realgymnasium, einer alten Kasseler Familie entstammend, Vor- itzeuder des HauSbesitzer-Vereins, feierte gestern einen siebzigsten Geburtstag. Es gab zahlreiche Ehrungen. Kupferschmiedemeister Herzog, dessen Vorfahrsn bereits an der Herkules-Erstel­lung tätig waren, feiert heute mit seiner Gattin das Fest der Silberhochzeit. Aus die gestrige Jubelfeier der Gabelsbergcr-Ste- nographen und die Hindenburgfeier in Schaubs Garten kommen wir wegen Platz­mangel morgen zurück. Das Amtsblatt der Regierung zu Kassel veröffentlicht heute die Verordnung des Staatsminffieriums vom 19. September, wonach die Stadtverordne­tenversammlung m Schmalkalden auf­gelöst worden ist.

Vädagoglsche HerbstwoHe.

Heute früh nahm die diesjährige Päda­gogische Herbstwoche, die bis zum 8. Ok­tober dauert, in der dicht besetzten Aula des Realgymnasiums ihren Anfang. Studienrat Dr. Küster wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, daß diese Woche den Lehrenden Neues geben soll, da auch sie nicht nur gckben körtnen, sondern auch empfangen müssen, soll die deutsche Kultur und Kunst zur Erkenntnis gebracht wer­den Als erster Redner verbreitete sich Universi- tätsprosessor Dr. Messer-Gießen über Welt­anschauungsfragen der Gegenwart und deutsche Jugenderziehung. Hierauf referierte Studienrat Dr. Heilig-Kassel über die Krisis im Er- ziehungSwesen durch Kulturentwicklung und Schulrat Muthesius -Weimar über die ge­schichtliche Entwicklung des Gedankens der deut­schen Mldu.rg

Reinertrag der Veranstaltungen nicht nur für Oberschlesien, schtdern "auch für die armen Opfer der FabriWatasirophe in Oppau besttmmt ist. Den Auftatt derWoche" bildet ein gemein­samer Abend im großen Saale der Stadt- Halle am Mittwoch, den 12. Oktob er. Ver­treter aller Jugendvereine und -Abteilungen Kassels, deren Zahl loeit über hundert betragt, werden ohne Unterschied der Richtung hier­bei vertreten sein. Diese Geschlossenheit sichert den Erfolg des edlen Werkes.

Handwerk und Oppau. Der Reichsver­band des Deutschen Handwerks hat sich der ge- rneinsamen Hilfsaktion für die unglücklichen Opfer der Oppauer Katastrophe an geschlossen. Die Samm.-lstellen für den Kreishandwerker- öund Kassel befinden sich bei der Geschäftsstelle des Jnnungrauschnsses, Königstor 53, Ge­schäftsstelle des Bezirksvserbandcs Kurhessen- Waldeck, Hohenzollernstraße 26. und bei Glaser- obermeisier Ludwig Schmidt, Kölnischestraße 27. Um reichliche und schnelle Spenden wird ge­beten?

-r- Seins besondere Technik. Auf dem Ober­stadtbahnhof wurde ein Ziegeleiarbeiter aus Soest festqenonrmen, der mit einem Taschenmr ser Groschen für Groschen aus dem dorttgen Automaten zog. Er erklärte auf der Wache, er habe seine besondere Technik, mit deren Hilfe er solche Sacken schon öfters gemacht habe. Der Mann hatte die Taschen voll Zehnpfennigffücke und besaß bereits eine Fahrkarte, um nach West­falen abzureisen.

härmte Witwe konnte durch eine Liebesgabe von Lebens- und Kräftigungsmitteln oder Beklet- dungsstücken und dergleichen erfreut werden. Aber all das ist erst ein A n f a n g und noch viel bleibt zu tun, ehe man von einer wahrhaften Verbesserung der Lebenshaltung der deutschen Rentner sprechen kann. In der Ortsgruppe Kassel des deutschen Rentnerbundes arbeiten eine ganze Reihe tatkräftiger und opferfreudi­ger Menschen, die Zeit und Kraft der guter Sache zur Verfügung gestellt haben, unverdros­sen weiter an dies.m Liebeswerle. v. C.

Neues aus Kassel. Schaumesse.

Mit der Menge ins Gedränge.

Dem allen Wetteronkel Petrus wird jetzt so Merlei nachgesagt. Wenn er nun der Herbst­messe eine so wunderbare Witterung verliehen hat, so wird's nicht lange dauern und man be­zichtigt den alten Herrn der Ehrenmitglicdschast des Verbandes der Schausteller und Messereisen- den. Der ^Eröffnungsfeier" mußte ich unbedingt beiwohnen. So gehe ich los, in der Marltgasse und später in der Leipzigerstraße gerate ich ine Gedränge, werde geschoben und am Eingang des Kasseler Juxplatzcs auf der Leisterschen Wiese schiebe ich mit .. dem Zwang gehor­chend! Das ist ein Kampf! Menschen, nichts als Menschen! Alte und junge, die Letzteren in der Mehrheit. Sogar Kinderwagen mit In­halt. Zum Teil von Kindern selbst gefahren. Menschenströrne fließen in Menschenströme hinein. Das Konfetti fliegt nur so muher und vereint sich mit Stand zu einem wirksamen Hustenkitzler!

Ansonst ... es geht zu wie auf der Messe! Die altenAttraktionen", diegrößten niegesehe- nen Sensationen" und andere.... innen". Es tutet, lärmt und schreit. Weibliche Ausrufer wetteifern mit den männlichen, und musiziert wird ...alleSchlager der Saison" mit einem- wale! Man boxt auch. Eine Emmy beklagt sich, daß der Riesenkoloß ausgerechnet auch Emmy heißt! Wo es was vondraußen" zu sehen gibt, da staut sich die Menge uub das, was sie eingeschlossen hält.

Gämng Portugal.

Aufdeckung einer Verschwörung.

(Eigener Drahtbericht.)

London, s. Oktober.

Der Korrespondent derTimes" in Lissabon teilt mit, daß die Regieruna eine amtliche Rote veröffentlicht, in der nritgeteilt wird, daß infolge der Aufdeckung eines regierungsfeindlichen Kam. plottes man sich entschlossen hat, energische Maß­nahmen zu ergreifen, um die Urheber zu verfol­gen. Der Korrespondent gibt an, daß dieses Komplott den Zweck habe, die Gegner der au­genblicklichen Regierung zu vereinigen und zwar im besonderendle radikalen Republikaner, die bet den letzten Mahlen einen Mißerfolg hatten. Am 2. Oktober vormittags sollte eine Versammlung um 6 Uhr morgens stattfinden, aber der Pre­mierminister vereinigte unverzüglich mehrere Truppenabteilnngen und vereitelte durch feine energische Haltung das Komplott. In Lissabon herrscht wieder Ruhe und Orbnitng. Mehrere Personen und Rädelsführer wurden verhaftet.

Vie Kontrolle.

Berlin, 3. Oktober. (PvivatteleMMtM.) Die Entente-Ueberwachungskommission in Ber­lin für die beutfdje Entwaffnung lprt ihre» Mietvertrag im Hotel Kaiserhof bis 1. Avril 1922 verlängert. An eine Aufhebung dieser Kontrollkommission der Entente ist also nicht zu denken.

Die KohlenUeferungen.

Berlin, 3. Oktober. (Privattelegramm.) Tie Kohlen tiefer«ngen an die Entente sind im September um vierhunderttausend Ton­nen hinter den Vertragslieferungen zurückge­blieben. Eine Mitteilung im Pariser Temps" läßt vernehmen, daß Frankreich hierin eine neue Verletzung der Vertragsvereinbarun­gen Deutschlands erblicken will.

Der König von Württemberg f.

Stltttgart, 3. Oktober. (Privattclegramm.V Wilhelm von Württemberg, der frühere tourt* tembergische KLM ist gestern vormittag 11,15 Uhr nach kurzem Krankenlager im 73. Lebens- jähre auf feinem Landgut Bebenhausen gestor­ben. Der verstorbene König hat an den Krie- gen 1866, 70 71 und am Weltkriege leilgenom- men. Sein Name wurde als Heerführer in den Berichten über Truppenbewegungen an der Westfront viel genannt. Er war in erster Ehe mit der Prinzessin Marie zu Waldeck und Pyr- nront vermählt, die im Jahre 1882 starb und eine Tochter hinterließ. Seine zweite Gemahlin war Prinzessin Charlotte zu Schaumburg. Lippe. Er folgte feinem Oheim, dem König Karl I. am 6. Oktober 1891 auf den Thron

Brand in Wilhelmshaven.

Wilhelm Haven, 3. Oktober. (Privat« telegramm.) In einem Holzschuppen der Marinewerft ist ein großer Brand ausge­brochen, der für die umliegenden Gebäude eine bedeutende Gefahr darstellt. Sämtliche Seeweh­ren, solvie die Marineverbände und Schutzpoli­zei sind zur Löschung anfgeboten. Gegen 5 Uhr prang das Feuer auf einen benachbarten großen Holzlagerschuppen über, wo es reichliche Nah­rung fand. Mehrere Sauerstoff-Flaschen flogen mit starken Explosionen in die Lust. Der Schaden wird aus mehrere Millionen geschätzt.

Die Vertrüge mit Amerika.

Verhandlungen mit Ärland.

London, 3. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Die Iren wollen wieder eine Abordnung zum tnßtiftfeen Ministerpräsidenten schicken. Sie ha­ben ihre Abreise aus Dublin für nächsten Sams­tag festgesetzt. Es ist nicht unmöglich, daß de Valero sich dock noch der Delegation ankchlie- ßen wird. Es verlautet hier, daß Verhand- fangen über eine Anleihe der Sinnfei­ner bei amerikanischen Bankhäusern et. nm in Höhe von zwanzig Millionen Dollar kurz vor dem Abschluß stehe. Die Sammlungen bet Sinnfeiner für ihren Propagandafonds in der amerikanischen Bevölkerung sind infolgedessen vorläufig aufgehoben worden.

Die Verbandsspiele.

Sportverein Kurhessen verliert das zweite Verbandsspicl gegen Spielverein 1906 Rotben- dimold mit 1:0. Auf dem Sportplatz Franksur- terstraße wi'rde vor einer großen Zuschauermen­ge das zweite Lokaltteffen der Hevbstserie in Kassel ausgetragen. Spielverein mit Ersatz für Kaufmann hat den Sieg in erster Linie dem ia- dÄlos arbeitenden Torwart Fernschild, in zwei­ter Linie dem unfähigen Sturm der Kurhessen zu verdanken. Die guten Außenstürmer Sviel- vereins brachten in der ersten Halbzeit wieder­holt das Kurhessentor in Gefahr, wo die Vertei­digung. gegen die Sonne spielend, alles aufbie­ten mußte, um Erfolge zu Verbindern. Einige scharfe Schüsse verfehlten nur knapp ihr Ziel. Kucheffen mit Ersatz für Jean Kerkmann führte ein einigermaßen Feldspiel vor, das sich aber vor dem gegnerischen Tor nickt durchsetzen konnte; dabei war Spielvereins Verteidigung manchmal reckt unsicher In der letzten Minute der ersten Halbzeit verwandelte Spielverein einen Eckball, der bereits abgewchrt war zum einzigen Dor. Nach Wiederbeginn ist wohl Kurheffen überle­gen. hat auch verschiedene Male Gelegenheit zum Ausgleich, vermag aber nichts zu erzielen, da Fernschild mit viel Geschick und auch Glück den Ausgleich verhindern kann. Beide Mannschaften zeigten ein eifriges Spiel, in dem die Arbeit der Kurbeffen-Läilferreihe bervorstach. Das Spiel wurde reichlich hock ohne besondere Feinheiten des Fußballspieles durckgeführt. Wenn Knrfees- ken nicht einen durchschlagskräftigen Sturm ins Feld stellen kann, dürfte das Ende für diesen al­ten Verein kein besonders günstiges sein.

Kreisliga.

Eine Ueberraschung wird aus Hersfekd gemeldet, wo die Sport-Abtl. Hessen-Hersfeld die sieggewohnten Hermanen aus Kassel mit 2:1 geschlagen heimsenden konnte. Hersfeld hat in der ersten Minute schon ein Tor erzielt und hielt den Vorsprung bis zum Schluß Turn- und Nasensportverein Wehlheiden verlor in Ful­da gegen Germania-Fulda 3L

A-Klaffe.

Sportfreunde-Kassel, die Mannschaft, die durch einen unglücklichen Zufall die Berechtigung zur Kreisliga verlor, hat die spielstarke zweite Mann­schaft des Turn- und Sportvereins 1848 mit 2:1 geschlagen. Der jugendliche Mittelstürmer Kell­ner führte sich sehr gut ein. Die zweite Mann­schaft des Sportvereins Kurhessen verlor in Melsungen gegen Fnßballveretn 12. In Be­bra trat Turn- und Sportverein 1886 geaen Fuhballverein Bebra an und gewann nach glän­zendem Spiel mit 9:1. Kirchditmold hat damit die flirte Spielweise der Mannschaft bewiesen. Sportverein Kurheffen 6. gegen Henschelwerke 3 82; Warburg schlägt V. f. B. Kassel 32; Wil- helmshöhe 1. schlägt Bettenhausen mit 2:1! Ueberraschung j W. E.

Eine Armenhilfswvche?

3um heutigen Aufruf der Kreisbauernschaften wird uns aus Rentnerkreisen geschrieben: Es ist hochersreulich daß wie überall im Reiche, so auch unsere hessische Landwirtschaft entschlossen ist, den Aermsten unserer Volksgenossen, für die es keine Lohn- und Gehaltserhöhungen gibt imd die unter der immer größer katastrophaler wer­denden Teuerung zusammenbrechen und ver­hungern müssen, zu helfe». Aber wird diele Hilfe der Landwirtschaft angesichts der Riesen- größe des Elendes dieser Kreise genügen, sollten nicht alle Berufsstände, die datu in der Lage sind, mit dazu beitragen, diese Not zu lindern? Wie wäre es mit einerArmenhilfswo- tfee", in der alle Berufsstände, vor allem die großen Firmen und Wgxonhäuser aller Branchen Kleidungsstücke, Schuhes Lebensmittel »sw. zu erheblich verminderten Preisen, den betreffen­den Organisationen zur Verfügung stellen?

G. H.

Der zweite Filmvortrag.

Die Einführung der Lichtbild- und Filmvor- tväge der Ortsgruppe Kassel des R e i ck s b u n- des DeutfchcrTechnik sitzt bereits fest im Sattel. Der große Stadtparksaal war vollkom­men ausverkaust. Viele mußten an der Kasse umkechren und am Nachmittag zu einer Wieder­holung für Schüler erscheinen. Diesmal führte Oberingenieur Dreyer in anschaulicher und humorvoller Weise in das Wesen der Seefahrt ein. Im Rahmen seines ThemasMit Schnell­zug und Ozeandampfer von Berlin bis New- York" schilderte er den Neubau des Ozeanriesen »George Washington" vom Norddeutschen Lloyd auf der Stettiner Vulkan-Werft, zeigte die Ein- und Ausfahrt in den Bremer Hasen, Leuchtturm Roter Sand, Bojen. Leuchtschiffe und Fünkeu- telegraphie. Bald werden wir so weit sein, daß ein Reisender auf hoher See von feiner Kabine aus mit den Angehörigen zuhause telephoniere kann! Wir begleiteten den »George Washington" auf einer Ueberfahrt nach Newyork.

In das Innere des Riesendampfers, der täglich an Kohlen den Jrchalt von 15 Eisen­bahnwagen verfeuert, blickten wir, ins Zwi­schendeck und in die 1. und 2. Klaffe, wir beob­achteten die Reisenden beim Spiel und Essen, sahen auch in die Küche und liefen dann, vorbei «i der Freiheitsstatue.ein Werk deutscher Arbeit in den Newyorker Hafen ein. Es war wirklich ein Wunderreich der Technik, in das wir schauten und der Vorsitzende, Direktor Vogt­mann, hafte Recht: Auf der Technik beruht

Letzte Meschen

4- Die Reicksjugendwoche für Oberscklesien

Schkachwlehmarkt.

Kassel, 3. Ottober. Der heutige, infolge des israelitischen Neujahrsfestes (5682) nur schwach beschickte Markt hatte folgenden Austrieb: 8 Och­sen, 2 Bullen, 12 Kühe, 16 Rinder, zusammen 38 Stück Großvieh, ferner 139 Schweine, 41 Käl­ber und 49 Schafe und Hümmel. Schlachtvieh- Preise pro Zentner Lebensgewicht) für Ochsen 660700 Bullen 600700 und 550-600 X Färsen 600-700 X Kühe 550650 X gering genährt Kühe und Färsen sowie gering genähr­tes Jungvieh (Fresser) 350400 .4t. Kälber 700 bis 850 Jt, Schaft 500550 Jt, Schweine von 300 Pfund und darüber 14001500X darunter 13001400 -4t. Tendenz: Lebhaft. Markt wird aerömt. Beschickima schwach, daher anzichende Preise. Ausgesuchte Ware über Notiz. In den Preisen sind Spesen, Versicherung, Gewichts­verluste, Händlergewinne usw. mit enthalten.

Englands Schwierigkeiten Einschränfang der Produktionskosten.

(Eigene Trahtmeldung.)

London, 3. Oktober.

LokalkmchrMten twin Tage.

r- Der Kasseler Bier-Konflikt. Die erneuten Verhandlungen der Bierkommission der Kaffele. Wirte-Vereinigungen mit den Brauerei-Ver­einigungen führten zu dem Ergebnis, daß der neue Bierpreis erst am 10. Oktober in Kraft treten soll. Ferner wurde der geforderte Preisschutz zugesichert. Eine Wirte-Versamm- lnng am Mittwoch wird das weitere beschießen

Beförderung des Gruppen-Befehlshabers'. Durch Verfügung des Reichspräsidenten ist der Oberbefehlshaber der Gruppe 2 in Kassel, Gene­ral von B e r em dt, zum General derAr- t i ll e r i e befördert worden. Außerdem wurden befördett acht Generalmajore zu Generalleut­nants, elf Obersten zu Generalmajoren, zwanzig Oberstleutnants zu Obersten, sowie eine größere Anzahl jüngerer Dienstgrade bis hinab zum öauptmann. Die Hauptmanns-Beförderungen ind die ersten wieder seit dem Kriege

-r- Kleine Kunst-Chronik. Ein Kasseler Kind, Hela Petri, wurde nach erfolgreicher Vor­stellung als erst» Sängerin an das SHwarz- burgische Landestheater in Rudolstadt engagiert. Sie ist Schülerin des Staatlichen Kavelftneisters Robert Langs und deS Leipziger Konservato­riums. Als erstes Werk d«S hiesigen jugend­lichen Komponisten Oberprimaner Kack $56«

... wru Im Verlaufe von Unterhaltungen, die ge und Oppau. Dom Ausschuß für die »ReichA-iftern und vorgestern Mische« Lloyd George und

meke ist ein Valse boston »Letzter Abschied" im Druck erschienen.

Paris, 3. Oktober. (Eigener TrahtSericht.) Nach einer Meldung derChicago Tribuns aus Washington wird der Senat die Frie­densverträge mit Deutschland, Oester, reich und Ungarn wahrscheinlich am 14. Oktober ratifizieren. Man nimmt allgemein an, daß die Opposition nicht imstande sein wird, die not. wendigen dreiunddreißig Stimmen aufzubrin­gen, um die Ablehnung der Friedensverträge herbeizuführen. Nach den weitgehenden Schätzungen werden höchstens fünfundzwanzig Stimmen gegen die Ratifkkafion der Friedens- Verträge abgegeben werden.

Die bedrohte Wiener Börse.

Wien, 3 Oktober. (Eigene Drahttnelimng.) Wie der WienerMittag- meldet, steht die Schließung der Wiener Börse auf vor­läufig drei Tag- bevor, da die Angriffe aus die Börsenbesucher einen nicht mehr ^einzudäm mrnben Umfang angenommen haben. Sollte diese GnschiÄnfang deS Börsenverkehrs die taalsgefährlichen Einschreitunsen nicht unter- binden, so sei die gänzfiche Schließung der Wiener Börse vorbereitet.

<8in deutschfreundlicher SonfuL

Athen, 3. Oktober. (Eigene Drahttneldung.) Der griechische Konsul in Hamburg, Phonopnlos. wurde telegraphisch nach Athen berufen, um ich toegen einiger deutschfreundlicher Reden zu rechtfertigen. (?)

Weinte Winzerstuhenl°S-