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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nnrrrmer 225

Sonnabend, 1. Oktober 1921

Fernsprecher 951 «nd 952

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Die Raff «ter Wtueften Nachrichten nfd; einen wSchentlich fed)*»al und zwar abenbS. Ser ÄOonnementäpreie beträgt monatlich «AO Mark bei freier Zustellung in« Haus Au«. wärtL durch bte Post bezogen «.50 Mark monatlich einichliehlich Zustellung. Bestellungen werden >ederztit von der Gefchäfttstelle oder den Loten entgegengenommen. Druckerei, yerlag und Redaktion Schlachtholstraste AD0. Für unverlangt eingefandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr w feinem stalle übernehmen. Rückzahlung de« Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger ntcht ordnung«mätziger Lieferung au«gefchloffen.

3nf«rtton«prette-- aj Einheimische Auftrage: Die einspaltig« Anzeigen-Zeile M. L50, die etnfpalttge Reklamezeile M. 8JS0. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige AnzeigenzeUe M. 1.60, die einspaltige Reklamezelle M. 4., alles einschließlich DeuerungSzufchlag und Lnzeigensteuer. Für Antigen mtt besonders schwierigem Sa, hundert Prozent Ausschlag Für die Rlchttgkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- hofstratze 28/». Geschäftsstelle: «kölnische Straß« 6. Telephon Rümmer 951 und 953

Weitere Kabinett-Verhandlungen.

Vor

»en,

Bad Ems, so. September.

der

Reichstages hat gestern abend ebenfalls eine Interpellation eingebracht, die einen Ge­setzentwurf zum Schutz der Republst fordert.

ReichSkabinetts herbeigesührt. Nur die Steuerfragen, oder richtiger das Problem der Sachwerte, ist noch strittig. Die Bvüspartei et- Härt sich aber bereit, Vorschläge nach dieser Stif­tung hin zu machen. Die Personenfrage ist bis­her noch nicht erörtert worden. Am Sonnabend sollen die Besprechungen der Fraktions­führer beim Reichskanzler wieder ausgenommen werden. DerVorwärts" bringt eine über den Stand der Verhandlungen nicht sehr optimistische Mitteilung. Der ^okManzeiger" berichtet unter anderem: Gestern abend tagten die Reichs- und LandiagSfraktionen der Parteien gemeinsam, um sich über die Frage der Kabinettsumbildung z« unterhalten. Nach dem @rge6iHs dieser Be­sprechungen zu schließen, beurteilt man jetzt innerhalb der Parteien die Frage der Labiuetts- bildung nicht sehr günstig

Denkschrift Der WirtfOaftsverbLaDe.

Genf. 30. September. lEigene Drahtmel- dung.) Der deutsche Generalkonsul in Genf hat gestern dem Generalfekretariot des Völkerbun­des die Abschrift einer Note übergeben, die die deutsche Regierung den alliierten Regierungen zugehen lassen wir». Die Note enthält ver­schiedene Denkschriften der WirtschastSverbände, der Handelskammern, der Geistlichkeit und der deutschen Gewerkschaften OberschlesteuS um un­geteilte Belassung bei Deutschland. Diese Ber- bände lassen erklären, sie hätten die deutsche Re­gierung gebeten, ihre Denkschriften den attiiet» im Regierungen zu übermitteln.

anartieren wie in der Stadtkaserne, tat Zucht- hanS an der Fulda oder tu HoBurack« dorr zuziehen. Wohl hat v

die Zwangseinguartiernag

Die beseitigte Zollschranke

Abba« der Zollämter am Rhein.

tBrivab-Tclc grauun.;

fünfzig englische« Zollbeamten der Zollämter Dnisburg-Ruhrort über Köln die Rückreise nach London angetrrtrn. Damit ist endlich die von ganz Deutschland ersehnte Beseitigung der Rheinzollgrenz- erfolgt, die das Rheinland wirtschaftlich vom Reiche trennte. Tie Erleichterung wird sich iu Industrie und Handel Kcker sehr bald bemerkbar mache»

tim OberslSikfien.

der Entscheidung deS VSlkerbuudrats.

lEig-me Drahlmeldung.l

Genf, 30. September.

Zwischen Den varieten.

Berlin, 30. September. (Prkvattelegra«mr.f Auch gestern hielten die F r a k t t o n e n der Soa- litionsparteien und der Dentschen Bottspartei Sitzungen ab, um über die Kabinettsfrage zu be­raten. Am Sonnabend sollen die Besprechungen der Fraktioussührer beim Reichs- kanzler wieder aufgenommen werden. Bis dahin hofft man eine geeignete Grundlage für eine Verständigung über dir Steuerprogramme gefunden zu haben. Msdann dürste man sofort der Berteilnug der «erntet nähertrete« und das Kabinett endgültig ««bilde«.

zollgrcnze auch das Ein- mW Ausfuhr. Amt aufgelöst. Das Amt hat von Berlin die Anweisung erhalte«, sämtlichen Angestellten mit dem heutigen Tage zu kündigen. Aus

Sachleistungen

Industrie, Handel und Landwirtschaft.

Roben diesem Plan, der jetzt Wohl als eud- Mtig erledigt betrachtet Wersen kann, ging ein zweiter, der särarüche Besitzer des produttiveu Kapitals, auch ave Kreditinstitute, Genossen­schaften, Sparkassen, Banken usw, durch eine Zwangsanleihe den Redarati onsveopslichtun - gen dienstbar machen wollte. An diesem Punkt setzt die vom Reichsvekband der Jnvustrie ge­gebene Anregung ein, und zwar in der Werse, « daß an die Stelle des begreiflicher Weise un­liebsam empfundenen Zwangs die f r e i w i l - lige Leistun« treten soll. Aber es handelt sich hierbei nicht etwa bloß nm den Wunsch, Die etwa drohende Zwangsanleihe abauwea-

Bemüvungen auch in Vreußen.

Berli«, 30. September. Mgene DrahtmÄ- dung.) Gestern hatte Ministerpräsident Sieger» Wald Besprechungen mit den einzelnen Framo- neu, um die Erweiterung seines Kabinetts nach rechts «nd links vorzubereite«. Es besteht 6e* gründete Aussicht, daß diese Besprechungen eine zufriedenstellende Wirkung haben werden. Doch dürste von einer sofortigen Erledigung der Kabi- nettsbildung noch nicht die Rede sei«. Steger- wald selbst nimmt die Angelegenheit als ziemlich günstig aus. Wie aus Kreisen ber Sozialdemo­kratie verlautet, besteht diese jedoch unbedingt auf der Besetzung des Innenministeriums durch hren Kandidaten Severtng. Ueber die Personen­ragen sind bis jetzt aber noch keine Berhand- lötgen gepflogen worden. ES muß erst die ächliche Einigung durchgeführt werden.

etwa drohende Zwangsanleihe abzuwea- . . sondern man ist sich in allen wirtschaftlichen Kreisen darüber Äar, daß es mit der bisherigen Methode der Deviseubeschafsung für die Reparationszahlungen, die noch dazu der gewissenlosen Spekulation Tür und Tor öffnet, nicht weiterachen darf, wenn nicht unsere Valu­ta zum Schluß ein vernichtendes Schicksal erlei­den soll. Aus diesen Erwägungen heraus wurde der Regieruna der Vorschlag unterbrei­tet. durch Zusammenschluß der deutschen Wirt­schaft auf Grundlage der vorhandenen Sach­werte und des der Industrie zur Verfügung stehenden Privatkredites eine Goldanleihe su beschaffen, aus der die Reparationsver- pflichtuugen Wr die nächste Zelt gedeckt werden sollen,otocit sie nicht durch Sachleistungen aufgebracht werden Wunen.

Es Handelt sich hier schon deshalb um eine ebenso bedeutsame wie mit Befriedigung zu be­grüßend« Aktion, da sich unterdessen aus den Verhandlungen des Reichswirtschastsrates über bte Steuervorlagen der Regierung erge­ben hat, daß an eine schnelle Verabschiedung der Entwürfe keineswegs zu denken ist, sondern daß die Umarbettitna wer einen oder anderen Vorlage nicht zu umgebet fein wird. Hierüber kann aber noch etliche Zeit vergehen, während cs unwugÄnglich ist. dem Reiche zur Regulierung der laufenden Verpflicktuugen möglichst brld entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu würde besagte Goldanleihe einen gang­baren Weg bieten. Freilich darf dabei nicht übersehen werden, daß eS sich nur um eine pro­visorische Regelung handelt, da ja das Reich lediglich kurzfristige in langfristige Schulden verwandelt, was freilich an sich sehr wünschens­wert ist und hoffentlich z« einer Stützung un­serer kranken Valuta führen wird. Selbstver - flau blich ändert das nichts an der traurigen Verpflichtung, durch weiteren Ausbau unseres Steuersystems, wobei eben auch das produktive Kapital nicht geschont werden fann. soweit möglich für die Deckung unseres auf etwa hun- dertfünßzig Milliarden Mark jährlich sich bezif­fernden Reichsetais Sorge zu tragen, um so endlich der ruinösen Note nüb er schw em- m u n g einen Riegel vörzuschiebeu.

3m übrigen darf man amt^men, daß die Regierung auf Grund der tndustnellen itnb landwirtschaftlichen Hilfsaktion nicht etwa von ihren anderweitigen Plänen " ' rer Beschaffung der Dev ,____...

Eindämmung der wilden Spekulation Abstaad nehmen wird. Diese Pläne gehen, wie wir hö­ren, dahin, daß für die Exporteure solcher Wa­ren, die der Ausfrchrkonttvlle unterliegen, von den Außenhandelsstellen Aussuhrbewilligunacn nur unter der Bedingung erteilt werden'solle«, haß die nufc der Ausfuhr hervorgehenden De-

ttmie der Vortragende noch daß diese Silber, die dazrigten, in welchen Verhältnissen unMck» liche Menschen zu wohnen gezwungen sind, in denen eilte durch den Krieg ohnehin degenerierte Generation austrachsen nutf;, nicht einmal bte schlimmsten Beispiele sind! Es waren durchweg Wohnungen, die der besonderen Obhut des Woh­nungsamtes artoertraut sind und deren Bewoh­ner in nächster Zeit in andere Wohnungen ge< bracht werden sollen. Das Bitterste ist nur das: Wenn diese Menschen aus diesen .Wohnungen' genommen werden, «ruß gleichzeitig daran ge­dacht werden, nach notdürftiger Jnstandsetzmrg Andere binemufeseq, tarn Mir «ftadt L-L-l

SchwebenöeKabinettfmgen.

Die Vesprechnuge« Weesen fortgesetzt.

tPrivat-Trlrgianmi.)

Berlin, 30. September.

DaL ^Berliner Tageblatt" berichtet: Die Kon­ferenz der Parteiführer, die beim Reichskanzler stattfand, hat eine grundsätzliche Einigung über die Erwetterrmg der Koalition des

Aus der Tagung des Reichsiverbandes der deutschen-Industrie hat, unserem gestrigen Be­richt zufolge, der Vorsitzende Dr. Sorge, der auch Mitglied des Reichstages und des Reichs­wirtschaftsrates ist, betont, daß die Industrie bereit ist, an der Erfüllung des Ultimatums nach besten Kräften mitzuhelfen. Nachdem mehrfach Beratungen zwischen dem Reichskanz­ler und den Jndusttievertretern stattgefundeu haben, finden auch solche Besprechungen mit den Vertretern des Handels und der Landwirt­schaft statt Wie wir in den telegraphischen Meldungen Mitteilen konnten, ist die Anregung zu diesen Verhandlungen, die darauf ausgehen, dem Reiche eine Mitwirkung der deutschm Wirtschastskreise im weitesten Umsana bei der Beschaffung ber Mittel für die Repa­rationsleistungen zu sichern, vom Reichsverband der deutschen Industrie ausge­gangen, der sich auf den Standpunkt gestellt hat, daß nach der nun einmal erfolgten Annahrne des Ultimatums alle Kräfte angespannt werden müssen, um, soweit es eben möglich ist, die uns aufgezwungenen Verpflichtungen zu erfüllen Der Plan, der von industrieller Seite hierbei verfolgt wird, schließt sich im Grunde an die im Reichskabinrtt so lebhaft erörterten Pläne zur Erfassung der Real- oder Goldwerte an. Bekanntlich ging man dabei zuerst von dem ^Vorschlag des Reichswirtschaftsmmisteriums ans, der eine direkte Beteiligung des Reiches an der Industrie in Fovm der Aftienabtretung oder aus andere Weise vorsah.

Tie heutige Sitzung des Reichstages, die am 12 Uhr mittags ihren Anfang nimmt, beschäftigt sich zunächst mit kleinen Anfrage«. D««n werden die Anträge der Deutschnattorncken nnd der Unabhängigen zur Besprrchimg kom- men, die die Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August verlangen. Reichskanzler Dr. Wirth wird das Wort zu einer großen Rede ergreifen, in der er unter anderem eine Erklärung über die Autonomie Oberschlefiens verlesen wird. Auch über die bayrische Frage, sowie auf die gesamte innen» und außenpolitische Lage wird er sprechen. Nach dem Reichskanzler wird als erster Redner ein Vertt^er der Mehrheitssozialdemokraten spre­che«. -> Die sozialdemokratische Fraktion des

Visen mittelbar oder unmittelbar an die Reichs- banl abgeliefert werden. Neben dieser von der Reichsbank herrührenden Anregung gehen noch andere Vorschläge zur Bekämpfung der zügel­losen Devisenspekulation sowie zur Stabi- lisierung des Markkurfes einher, doch tesinden sich diese Dinge zur Zett noch im Sta­dium der Erwägung. Die hoffentlich nicht zu lange bauert; beim die Entwertung ber Valuta hat sich bereits zu einer Katastrophe für unser Wirtschaftsleben ausgewachsen, das einem weiteren Markschwund auf die Dauer nicht g-> wachisen isst -oll-

DieWohnungskkisls.

Zwangseiuquartierung ist unumgänglich k Srber einen angerordentllq bemerken« werten Bortrag, den WohnungSinfpekiv > Brehm e gestern abend vor dem San» trauen-Verein im Sörsaalc de« Landesmuse um» hielt, berichtet unser L. ».-Mitarbeiter

Wer angenommen hatte, daß allebeschlag- ncchmtezrt Hausfrauen in Scharen herbeigeströmt wären zu dem Vortrag, der angMiudigi war überdas Thema, ob ZwangseiNqnartie- r u ng vermeidlich fei, gab sich einem großen Irrtum hin. Rur verhältnismäßig wenige Hö­rer hatten sich eingefunden, denen allerdings die Wohnungsnot in Kassel in einem Lichte hinge- stellt wurde, daS nicht übertrieb und doch schreckte. Nach dem, was Wohnungstnspektor Brehm darlegte, fft die Wohnungsnot in Kas­sel eine Art Krise. Wie furchtbar diese Rot ist, davon überzeugt eint Blick in das städtische Wohnrmgscnnt. Dieses vielangefeindete Amt wird täglich durchschnittlich von 750 Personen ausgesucht. DaS ist ein» erschreckende Ziffer. Von 7385 eingetragenen und u n berücksichtigten Wohnungsuchenben baden vor Eintritt des Win­ters nur noch wenige Aussicht auf Berücksichti­gung Da gibt es dann täglich schimpfende Män­ner, weinende Frauen und schreiende Kinder.. .! Angesichts solchen Elends ist es notwendig, die seit zweieinhalb Jahren durchgeführte ZwangK- emauarticrung aufrecht zu erhalte«. Be­merkenswert für die Erstehung dieser Woh­nungsnot mag folgende Gegenüberstellunq sein: In den letzten zehn Jahren entstanden 3105 neue Wohnungen in Kassel und im gleichen Zeitraum wurden 13106 Ehen geschlossen! Die WohnnngS- inspetti-on har in dreitausend Fällen -

jungen bei Leuten vorgenommen, die werettk ekne »Wühmmg? haben und hatte habet

fürchterliche Tatsachen

ststzustellen. So bewohnen 359 FaMlien mit Spei Köpfen und 192 mit drei Köpfen je ein Zimmer ohne Küche, verschiedene Familien mit stehen Köpfen je ein Zimmer ... Ein krasses Beispiel: Drei Familien mit insgesamt achtzehn Köpfen bewohnen zwei Räume und eine Küche! WaS hat nun die Stadt Kassel getan, nm dieser ungeheuren Wohnungsnot zu begegnen? Sie Antwort: Bcm Juli 1919 bis August ISA be­schlagnahmte und erfaßte sie 835 feere Zim­mer, 1374 möblierte Zimmer und 2684 selWän- Nge Wohnungen! Neben der Zwangseinguar. tierung hat die Stadt Kassel In der Herstellung heuen Wohnramnes hervorragendes geleistet. Keine andere Stadt im Deutschen Reiche hat an. nähernd gleiche Ergebnisse aufzuweisen. Die Er­fassung staatlicher Gebäude und von Kaserne« steht beispiellos da. Weniger erfreulich W die Beschaffercheit vieler Wohnungen. Dachgeschoß- Wochmmgen mit nngensiaendem MtterunMckmtz itnb Wohnungen, in Holzhäusern, die »cm der ©tobt versuchsweise beschafft worden waren,- den eine Quelle ständiger '

nungsamt. Eine wettere nng ftckcher

Raume ist deshalb nicht zu b Wer

1919 noch froh war, eine solche Wvhmmgs- jsfegenheit zu bekommen, ist heute stündiger Be­sucher deS Wohmrugsamtes. Sie alle wollen in gesmche massive Gebäude überführt werde«. Zu warnen ist auch vor einer Zentralisation der Wohnungsuchenden. Man macht sich feinen Be­griff davon, zu welchen (Sraetmitfen tn sittlicher und sozialer Beziehung Mrssengnartiere führen.

Sine englische Annahme.

London, 30. September. (Eigene Drahtmel­dung.) .Dailv Telegraf- behauptet, daß Kat» towitz und KönigsWtte mit Pleß und Rybnik Mchrscheinlich an Polen gegeben werden sollen. Eine interalliierte Kommission werde mit der UÜberwachung und Durchsübrrma dieser Ent­scheidung beauftragt werden, damit die notwen­digen wirtschaftkichen Maßnahmen und der Dau neuer Eisenbahnen durchgeführt würden.

Wiesbadener Abkommen.

Englisch-franzvstsch« Gegensätze.

rEigene Drahtmeldung.)

Paris, 30. September.

In einem Artikel, der die Ue-berschrist trägt; England protestiert gegen da» Wiesbadener Ab­kommen", führt das Pariser Journal" folgen­des aus:Es wäre nicht notwendig gewesen, daß sich die Reparatiouskourmiffio« in eine An­gelegenheit, die sich zwischen Deutschümd «nd Frankreich abspielte, eingemischt hat. Frankreich verlangt nicht die geringste Aendernng deS Ver­sailler Vertrages. Weder die Schwere der deut­sche« Schuld, «och deren Zahlungsmodus, so wie er in London festgesetzt wurde, steht auf dem Spiele. Wir disponieren tit dem Wiesbadener Abkommen mit Deutschland ganz einfach über de« Autell, der nuS de« Abkommen Mstetzch <

Aus dem Reichstag,

eine große «anzlerrede ist angesagt.

(Privat-T rlegr amm.)

Berlin, 30. September.

Havas meldete gestern: Der Bölkerbundrat wird seine Entscheidung über Oberschlefien nicht unmitelbnr nach dem Eingang des Aus- schußberrchtS fällen können. Bon mehreren Mit­gliedern des BSlkerbundrates wird eine selb­ständige Informierung bet Delegierten über die ^erschlesische Grenzfrage vorbereitet, da in dem Bericht des vorbereitenden Ausschusses nur ein Gutachten erblickt wird, ober keine Entschei- düng über di- Grenzfestsetzung. Die Blätter melden aus Genf, daß die GrenzftaM kurz nach dem am Sonnabend erfolgenden Schlu i der Arbeiten der Bölkerbundversammlung erle­digt werden wird, unb zwar werde der eng­lische Vorschlag angenommen werden, die Pleß und Rybnik Polen zuteilen, das übrige Gebiet aber Deutschland belassen will.

ihr« Schattenseiten, größer ab« ist die murgSnot. Gemeinsam- Flur, und AbmSenntzf nng ist noch zu ertragen, ab« gemet«tarne Äüchenbenutzteug mutz unter allen Umftärtbeu ab gelehnt werden. Jedenfalls: Solange tausende von Menschen kein menschenwürdiges Unterfem» merr haben, kann auf die ZwangSetuguar- tierunfl nicht verzichtet, folange mutz Last und Bürde einer ZwangSeinqmartiernng c-ifferlegt werden! Die allerfchlimmsten Mrß- tärtbe zeitigt jedoch daS Zusammenwechuen Set« djiebener Familien. Der Redner Whrtz: dann Lichtbilder vor, die in den verschtedenst! n Kas­sel« Wohnungen auftyenöntmen worden find und einen fürchterlichen Eindruck machten. Dabei be-