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Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 and 952

Freitag, 23. September 1921

Fernsprecher 951 und 952

Rümmer 218

Sie Wirkung -er Oppauet Explosion

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jjltim der Trertepung haben wir

<Prwai-Trttgramm.l

München, 22. September.

Bayerns neues Kabinett.

Graf Lerchenfelv als Mintsterpräfideut.

Die Kasseler Neueste» Nachrichten erscheine» wöchentlich sechsmal urü> Mar a b« »d S. Ter LbomlementSpreiS beträgt monatlich 5.50 Mart bei sreier Kvslell^n? tnS ^aur Aar- würtS durch die Poft be-ogen MO Mark monaMch einschließlich Lustellung. Bestellrmga, werden jeder, rit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenomm«. Trncter«, Verlag und Redaltwn-. Schlachthosslraße 28/30. Für unverlangt «ingesaMK Beiträge lern» die RedaMon eine «eiantroortang oder Sewähr tn reinem ^alle^dernehmen. «udjabtag be« BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen eiwaigernicht ordnungsmäßiger Lle'ernng ausgeschlossen.

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gehen mit den Unabhängigen möglich. Man müsse nicht fragen, was eine Partei früher ge­tan habe, sonder» waL sie tüuftia zu t«n

In der gestrig-m Vollsitzung drS Landtages fand nachmittags die Wahl des neuen baye­rische« Ministerpräsidenten statt. Abg. Stang (Bayerische BolkSpotteij Mug namens feiner Partei den Grafen Lerchenfeld, fetzigen Gesandten i« Darmstadt, vor. Die geheime Ab­stimmung ergab folgendes Resultat: Lerchenfeld 86 Stimmen, die Bayerische Mittelpartei votierte mit 20 Stimme« für den bisherigen Minister­präsidenten von Kahr. Die sozialdemokratische Partei gab 39 weiße Zettel ab. Der Präsidetlt stellte fest, daß Lerchenfeld $itm Minister­präsidenten gewählt sei. Lerchenfeld, der un­mittelbar nach der Wahl im Saale erschien, er- klärte, daß er die Wahl annehme. Er hielt eine kurze Programmrede aus der Grundlage einer gut bayerische« Politik im Rahmen unentwegter Reichstreue und auf dem Boden der christlichen Ideale.

Beileidstelegramme.

Berlin, 22 September. (Privattelegramm) Reichskanzler Dr. Wirth hat im Namen der ReichSregiemng an die badische StaatSregiernng die bayerische Staatsregierung, den RegierungS- Präsidenten in Speyer, sowie an die Stadt Mannheim anläßlich des schweren Unglücks in Oppau Beileidstelegramme gesandt. Der deutsche allgemeine Gewerkschastsbnnd richtete ein Beileidstelegramm an den Fabrikarbeiterverband

DasOppauertlngMck Wirkung auf achtzig Kilometer. Unge­fähr tausend Mensche« getötet. S««» derte von Millionen Mart Schade«.

(Eigener Drahtbericht.)

Mannheim, 22. September. ,

Günstige Beurteilung In Berlin.

Berlin, 22 September. (PrkvattelegramM) Wie WeDeutsche Allgemeine Zeitung" hört, hat der neue bayrische Ministerpräsident Graf Ler­chenfeld bereits die Absickst geäußert, persönlich die Verhandlungen mit der Reichs­regierung zu einem guten Ende zu bringe«. Er wird zu diesem Zwecke bereits am Sonnabend in Berlin eintreffen. Der neue Ministerpräsident findet in de« Berliner Mor- gerchlättcrn, die feine Wahl erörtern, eine wohlwollende Aufnahme. So erblickt z. B. dasBerliner Tageblatt" in der Wahl ein günstiges Anzeichen für eine Verständigung mit Bayern ohne Gefährdung der Reichssicherheit.

ScheibemonnoKampWarole

Auf dem sozialdemokratische« Parteitag.

(Prkvat-Telegramm.)

Görlitz, 22. September.

Scheidemann sprach gestern über die voMsche Lage. Er führte unter anderem auS: Was dre kommuntstifchen Putsche dem deutschen Volke getan haben, kann kaum wieder gut ge> macht werden, aber jetzt steht der Feind rechts. Am Reichswehrministerium wimmelt rS von jungen Leuten Ludendorffs. Der Jufkzrmnister kann Richter nicht absetzen, aber er kann sie er­setzen. Verbrecherische Spekulation deutscher Profitjäger hat den Marksturz verschuldet. DaS Reich muß sich in seiner Not Anteile an de« Er träge« der Profitwirtschast und der Substanz sichern. Für uns heißt es auf alle Fälle: Bereit fein für die große Abrechnung mit der Re- aktiv« unter der Parole:Für die Republik, gegen die Reaktion, für Demokratie und Sozia­lismus gegen die Ausplünderer des Volles, für gleiches R«A und segeu Meuchelmord."

gewillt fei. Die Parole, die man früher ansgeaeben habe: Unter leinen Umständen mit der Deutschen Dolkspartet! wäre damals richtig gewesen. Aber jetzt sei sie nicht mehr richtig. Man sieht also, wie die Taktik der Sozialdemo­kratie läuft. ,

Man wird zuaeben, daß der Rahmen, der da vorgezeichnet wirb, wesentlich weiter als der von Kassel gezogen ist. Es wird eine OpvortuniwtS- pöritik verteidigt, die allerdings mit den Tra­ditionen des WgitaitionsPrograMMs von ehedem keine Verbindung mehr hat. Die Theorie von der Klassenherrschaft der Proletariats hat die Partei ausgegeben. Zwar betonte neben mrde- rett Rednern auch Scheidemann, dich die Mehr« beitssozialdemokraten weiterhin Fühlung mit den Unabhängigen halten müssen, um spater einmal eine Einigung herbei zufühl en und dann doch noch die alletnige Vorherrschaft anzustreben Mer dies ist nur eine Tröstung der dadurch mißaesttnrmten Bruderpartei. Richtig ist. daß man heute und solange wir unter der feindlichen Gewalt stehei«, keine Politik auf lange Sicht macken kann. Auf Grmrd dieser Einsicht sind bereits Verhandlungen zwischen den Parteien zur Bildung einer Koalition von Stresemann bis Scheidemann m Aussicht genommen, «es«

bedeutender Sachschaden angerichtet worden. Hefter die BerstcherungSverhältnisse der Oppauer Anlagen hört dieFrankfurter Zeitung", daß sie bei der staaMchen Brandkasse in Bayern ver- sichert sind. Ueber die Warenvorräte läuft noch bis 1923 ein Vertrag mit einer Gesamt- versichernugSsumme von hundertund­achtunddreißig Millionen, bei dem eine große Anzahl deutscher Versicherungsgesellschaften be- teiligt sind. Von diesem Gesamtbeträge hat die Interessen'Gemeinschaft der Farbenfabriken" zwanzig Prozent in Selbstversicherung, so daß achtzig Prozent aus die privaten Versicherungen entfallen. Diese Wertsmnmenseftstellung datiert ans einer frühere« Zeit. Seftdem sind die Werte der Oppauer Vorräte zweifellos gestie­gen. Der auf die Jntereffeugemeinschaft eut- falleude Anteü an den Schäden ist. wie in Brr- sicherungtzkrrisen angenommen wird, auf etwa die Hälfte der Schadensumme zu bemesse«.

* Gewaltige Fernwirkung.

3« Mannheim wurden bei der Firma Landauer in der Friesenheimerstraße am Jn- dustriehafen zwei erst vor kurzem erb-rute H a l - l e n durch de« Lustvruck der Oppauer Explosion so stark beschädigt, daß sie in sich zusammen- stürzten. Drei Arbefter wurden dabei getö­tet vier erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen und mußten ins Krankenbans ge­bracht werden. Der Betrieb der Fabrik mußte eingestellt werden. Bei der Firma Huth in Mannheim gab es einen großen Gebäudeschaden. Der Lagerschuppen wurde vernichte Sieben verletzte Personen von der Fabrik muß len ins Spital gebracht werden. Bei der Fabu Eisenkonstruttionen I. Lanz" Friesenheimer- strafte, beträgt der durch die Explosion verur. «achte Schaden über vierhunderttausend Mark. Der Schaden, der durch Zertrümmern von Fensterscheiben gekommen ist, geht in Mannheim und Ludwigshafen in die Millionen.

Wach den vorliegenden Meldunsen erscheint eg als sicher, daß die Explosion in LudwigSha' sen-Oppau zwischen der sogenannten Urw satzkarmner, wo die Mischung des Gasstromes bei einer Temperatur bis zu 450 Grad erfolgt u. dem Ammonsulphatlager ihren Ausgang Senom. men hat. Für diese Annahme sprechen dre Aus» sagen der geretteten acht Arbeiter des Wasserwer» kes, die kurz vor der verhängnisvollen Explost'm aus der Umsatzkammer ein feines dünnes Rauch- Wölkchen aufsteigen sahen. Ueber die Z a h l der O p s e r schwanken noch immer die Angaben, da alles, was sich reiten konnte, sofort aus dem gan­zen gefährdeten Bezirk sich in Sicherheit zu brin­gen versucht hat. Das Werk hatte MittNwch früh eine Belegung von 836 Arbeitern und 112 Beamten. Entgegen anderen Meldungen Hatz sich ein Teil der Arbeiterschaft in die nahe gelegene Maschinenfabrik Lange und Neidisch retten rön­nen. Ebenso sind in Frankenthal mehrere Arbeiter des zerstörten Werkes in schwer Verletz, tem Zustand eingeliefert worden.

erste« NachmittagSstunde« wurde vom Bürger- nreisteramte in den Straßen der Stadt Ludwigs­hafen folgende Bekanntmachung angeftragen: Es wird mitgeteilt, daß bie Gefahr weiterer Explosionen necht mehr besteht. Es r>t ge­lungen, alle Kessel abzustellen und die Feuerun­gen herauszunehmen. Die Bevölkerung kann also in ihre Wohnungen zurückkehren." Die mei- ten Opfer hat es in dem neueren Viertel an der Südwestecke deS Parkes gegeben. Rach Nachrich­ten von Augenzeugen haben dort die Toten buchstäblich in Haufen gelegen. Die ganze Lust ist von den Amoniakdünsten criullr. Am Hauptherd der Explosion kann nur mit Gas­masken gearbeitet werden. Die Ortsgruppen Frankfurt, Mannheim und Darmstadt der Tech­nischen Nothilfe haben sofort nach B-- kanmwerden des Unglücks in Oppau ihre Rot- lsilfsmannsckmftm zur Hilfeleistung angeboten. Die Besatzungsftehörde hat aber den Einsatz der Organisation als eine im besetzten Gebiet verbotene Jnftttution abgelehnt.

Die Loten und Verletzten.

Mannheim, 22. September (Pttvattelegramm) Die Direttion der Anilinwerke schätzt die Zahl der Toten aus annähernd tausend. Die Zahl der Schwer- und Leichtverwundeten wird etwa auf zwölf- WS fünfzehnhundert geschätzt. 2« de«

Die Sozialdemokraten

Eine Schwenkung zur Mitte.

Wit der auf dem Görlitzer sezialdemokratt- toen Parteitag erfolgten Annahme der Ent­schließung, worin die Teilnahme an der Regierung befürwortet und die Linfttge Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien gutgeheißen wird, hat dieser Parier eine endgültige Schwenkung zur Mitte vor. genommen. Die (SrnignngS'beftrehungen mit den Unabhängigen sollen Mar weiter verfolgt wer­den, aber sie sind doch erst an Mette Stelle ge­rückt worden, hinter der nützlicheren Aufgabe der tätigen Wtarbteit an der Leitung des Reichs- gsschickes. Mit der neuen Entschließung will man jetzt die bischerige« Unklarheiten der Par- teipolitt üiberwinde«. Aus der .Sackgasse der Stellungnahme des vorjährigen Kasseler Parteitags^ will man heraus. Es ist allerdings nicht ohne weiteres zu sagen, daß die jetzige Ent- Mießung, die mit großer Mehrheit angenommen wurde, wesentlich deutlicher, klarer und bestimm­ter wäre als die von Kassel. Auch von Delegier- tcn-Seite wurde dieser Einwand geltend gemacht. Leden falls ist aber von sonst kritischer Seite keine Parole ergangen, die etwa ein Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei ohne weiteres ablehnt. Allerdings sind eine ganze Anzahl Delegierter gegen eine derartige po­litische Verbindung, aber, wie sie es ganz offen aÄSsPrechen, weniger aus politischen, at5 talitsch- agiiatorischen Gründen. Der parterpolttrsche Ver­lust wird gegen den möglichen Gewinn aufge­hoben und diese Kreise sehen nur größere am« iawrische Nachteile In einem Zusammenwirken der Sozialdemokratie mit der Deutschen Volks-

Luttrsulvung der Ursache.

Die Direktion der Anilinfabrik gibt fol­gende amtliche Mitteilung heraus: Es ist «um mehr einwandfrei festgestellt, daß die Oppauer Erplosion in einem Silo entstanden ist, m dem viertausend Tonne« Ammon - Sulphat-Salpeier lagerten. Bevor zur Verarbeitung und Einlage­rung dieses Produktes geschritten wurde, war dasselbe sowohl in der Anilinfabrik als auch an» dcrwärts untersucht und dabei keinerlei Erfcko« ionseigenschaften festgestellt worden, sodaß man eine Explosionsgefahr für voMommen ausge­schlossen hieft. Ueber die näheren Umstände der Entstehung der Explosion ist die Unter- u ch u « g im Gange. Von anderer Seite wurde behauptet, daß das Unglück auf einen Ueberdruck des Gasometers zurückzuführe« ist. Ein Glück war es, daß die Tagesschicht der Arbeiter die Nachtschicht noch nicht abgelöst hatte, da dann das Unglück noch größer gewesen wäre.

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Schreckliche Verwüstungen.

In Darmstadt waren die Erschütterungen infolge der Explosion in Oppau so heftig, daß bei etwa zwölf Geschästshäufern der Stadt die Fensterscheiben zersprangen und man anfangs an eine Explosion in unmittelbarer Rühe der Stadt dachte.

Rach einer Meldung aus Heidelberg «ar der Luftdruck der Ludwigshafener Explosion so gewaltig, daß auch in Heidelberg, besonders im Bahnhofsviertel, ganze Reihen von Schaufen- sterscheiften zersprungen sind. Der Seismograph auf dem Königsstuhl notierte die Explosion als eine bet gewaltigsten Erdersckütte- rungrn fett Bestehen der Erdbebenwarte. Eine Nadel des Seismographen ist abgebrochen.

Sachschaden der Explosion.

Warenvorräte- und Gebäude-Zerstörung.

fPrivatzTelegramm.l

Mannheim, 22. September.

In dem alten Werk der Anilinfabrik wird der Betrieb notdürftig fortgesetzt werden können;

Geteilt Wir können dsx dreier Stelle lwsehen 1 von der Schilderung der persönlichen Bemange- j langen, die da zum Ausdruck gebracht wurden, , von Empfindlichkeiten und auch von utttunter, recht heftigen Gegensätzlichkeiten m der taktischen , Auffassung hinsichtlich der BehmMung all die- , (er Fragen. Don Bedeutmtg ist die zmn Lftts- ; druck gebrachte Neigzm« zur Verfohnlichkett. Die , Parteitags-Regie wollte ihren eigentlichen i Trumpf auSspielen, als nach den DiÄftlftumS- i reden am Schluß der Kasseler Oberbürgermci- 1 fter Scheidemann sprach. Scheidemann gab dabei Widder ein Beispiel seiner WFndlungs- , Mhigkett. So brachte er es in der Kat fertig, daß die Basis, die die Koalitions-Entschließung des Parteivorstandes bildet, am Schluß des Ta­ges nach verschiedenen Risse« und Sprunge« »nieder sestgttittel wurde. Sein Haupt-Trumps war die Parole: Sicherung der R epublik unter allen Umständen! Er reklamiert auch für die Sozialdemokraten die Liebe zum Vaterland Aber man rede nicht davon, sondern handle da­nach! 5>ergt habe die Wiederherstellung des Kai- fertums aW Ziel. Scheidemann erwcht, da sehe man, was auf dem Spiele stehe. Jetzt müsse aber, um diese Sicherung zu gemShrleisten^nun ganze Arbeit gemacht werden. So sordett Lchei- dem.ami die Reform unserer Justiz, ferner dw gctnz entschiedene Demokratisierung unserer Ver­waltung, eine Reform unseres Schulwesens und vor allem der Universitäten. Um das aber durch­zuführen, müßte man Regierungen bilden kön­nen, die entschlossen hinter diesen Forderungen ständen. Mitglieder solcher Regierungen könn- ten nur diejenigen Parteien sein, die die 9»er* fassung anerkennen und die zu ihrem Schutze alle Machtmittel anzuwenden bereit seien. ES sei ein groteÄer Zustand, daß im Reich mit Wirth gegen rechts ustd in Preußen mit Steqerwald gegen links regiert würde. Ob Scheidemann mit dieser Bemerkung den beiden genannten Persönlichkeiten, nttt,denen er doch zusinmnen arbeiten will, einen besonderen Dienst erwiesen hat, ist zu bezweifeln.

Ein Vorgang, der nicht der Komck entbehrt, Sst es, wenn Scheidemamr sagt: Eine Aenderung der jetzigen VechAtniffe sei eist darin möglich, wenn die Sozialdemokratte sich freimache von Schlagworten. Er sÄbst hat aber eine Menge Schlagworte für die Partei geprägt. Scheidemann meint weiter: Wenn eS schon rich­tig sei. daß man einte Politik unter den heutigen Verhältnissen nur von einem Tag zum anderen machen könne, dann könne man aber auch «ich bie Partei-Taktik durch Parolen au lange Zeit festtege». Dian könne also nicht sagen, bat man mit eifner bestimmten Partei nicht in eine Regierung gehe. Es könne sich eine Partei von einem Tag auf den anderen eines Besseren besinnen. Scheidemann will dabei gar nicht einmal in erster Linie an seine eigene Par­tei denken! Er meint über, man könne doch auch an einer bestimmten Norm feststellen, etwa da­durch, daß mit keiner Partei $ufannnengearbeitet

JM-rtumSpreile- n) «iriheimilche Auftrage! $te einfbatttg« Kti6etgen.8eUe etntoalttae Reklame,-»« M. 3J10. b) Auswärtige Auftrage: Die etulpaltige A»^tg-U»etle SR. Leo »t« etnfpdttige Reklame,eile SR. 4.-, alle» etmchliebltch Teuerung^ufchlag tmd Auzeigensteuer. stur «ureigen mit befonderS schwierigem Satz hundert Prozmt SMfch ag »ür die RichttgleU aller durch Fernsprecher aufgegedsnen Anzeigen, sowie Nir Autnahme baten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Druckerei: ®0)laan- hokstratze 28/30. S-IchästSstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 951 und SS.

eS Hegt einen halben Kilometer von Oppau ent­fernt. Der Schaden ist aber auch dort «nge* DT 'STCTKTuna yu«:.... w«. Heuer, und man schätzt ihn allein in den Anilin- s»n <3iörn«er sjerietten in großen Zügen mit» werken aus knmdertfünfzig bis zweihundert Mil- TM dieser Stelle^sehen Nonen Mark. Aml, i« Oggersheim ist sehr

Manuheinl, 22. September. (Eigene Drahl- mel-dwng.) Wie unser Berichterstatter mitteilt, bietet das Dors Oppau, das 6500 W«wohner zählt, ein Bild schrecklicher Verwüst««, gen. Mehrere Personen wurden getötet, eine große Anzahl schwer verletzt. In den Stra­ßen verkehren ununterbrochen Lastautonwblle mit Rettungsmannschaften. Um die Unglücks- statte liegen zertrümmerte Maschinen- teile. Grabsteine wurden aus dem Friedhof herausgeschleudert und die Leichenhalle zerstört. Gendarmerie aus der Pfalz, französische Sefat» ' znngstruppen und Polizei sperre« die Unglücks» stelle ab. Nach anderen Meldungen soll die Ex­plosion im Kesselbau 92 ausgebrochen fei«. Im Oppauer Werk waren zurzeit der Explosion etwa sechstausend Arbeiter beschäftigt. Die Ursache der Explosion ist noch nicht festgestellt. I«, Mannheim selbst find große Schanfen- fterscheiben in Trümmer gegangen und wertvolle Waren vernichtet worden. In Riannheim wurden gestern ein Toter, fünfund­dreißig Schwerverletzte und zweihundert Leicht- verletzte amttich gemeldet. DaS Naiionaltheater sagte für gestern abend die Vorstellung oft. das­selbe taten alle anderen Vergnügungsstätten, die Frühgottesdienste der katholischen Kirche mußten zum Teil ausfallen, da auch die Kirchen bei­der Konfessionen beschädigt wurden. Ein m- unterbrochener Zug von Krankenwagen und mit Stroh belegter Lastwagen zur Anf- nähme von Verwundeten geht über die Rhein- brücke. Die Franzosen üben eine starke Kon- trotte aus und haben die Unglücksstelle in wei­tem Umfange abgesperrt. In der NAje dersel- ben siegen noch überall gräßlich zugerrchtete Lei­ch e a t e i l e, zertrümmerte Köpfe und Wied- maßen. Rus dem Zeughaus in Mannheim wur­den Hunderte von Särgen nach Ludwigshafen abtransportiert. Auf dem Wege nach Oppau liegen Hunderte von Schwerverletzten, die furchtbar verstümmelt sind, zum Teil am Rande der Straße, und Watten auf ihre Ab­beförderung. Frauen und Kinder begebe« sich weinend dorthin. Die Krankenhäuser in Mannheim sind schon vollständig über­füllt. Ueber Mannheim-LudwigShafen schwe­be« leit der Explosion grünliche Rauchrvolken.

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Die zerstörende Wirkung. >

Z« der Explosions-Katastrophe wird weiter berichtet, daß außer dem neuen Werk Oppmt