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Hessische Abendzeitung
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Nummer 217. Fernsprecher 951 und 952 Donnerstag, 22. September 1921 Fernsprecher 951 und 952 11. Jahrgang.
Umbildung der Regierungen.
wird,
düng zu: Ich höre, daß das Zentrum 'das
führlich begründete
Für und gegen Kahr.
II
dem sie von den Amerikanern geräumt französische Zone werden."
Die „Kölnische Zeitung« schreibt in ihrer Morgenausgabe vom 2L: Aus im allgemeinen
preußische Ministerpräsidium Dr. Porsch übertragen will und daß Dtegerwald dann das Kultusministerium erhalten soll. Diese Ernennungen sind jedoch nicht endgültig. Es haben «egen der Bildung der Reichsregie, rung Verhandlungen zwischen der Sozialdemokratie in Görlitz, der Deutschen Bolkspartei tn Heidelberg und dem Zentrum in Berlin fMttgefundcn, die folgende Grundlage haben sollen: Man will unter allen Umständen Stresemann das Ministerium des Aeußern anbieten. Rosen würde einen Gesandt- schastsposten bekommen, wahrscheinlich in Washington. Man nimmt jedoch an, daß er wieder
Regierungs-llmbllbung?
Die Politik der Mitte.
(Privat-Tel egramm.)
Köln, 21. Septemiber.
Die Sonderbestrebungen.
Diünchen, 21. September. (Privattelegr.iMM.) Wie das »Straubinger Tagblatt" erfährt, hat sich Herr von Kahr auf eine Anfrage bereit erklärt, das Amt eines Staatspräsidenten für Bayern zu übernehmen. Der Landtag wird zur Vornahme der Wahl erst nach der Konstituierung deS neuen bayrischen Kabinetts zusaimnentreten. Di« Koalitions-Parteien hielten gestern eine neile Sitzung ab, die aber noch keine Einigung ,«ti einen Kandidqteu gebracht har.
habe, habe durch Entsendung nach Groß-Britan- nien und Oberschlesien augenblicklich nur »och 4000 Mann dort. Amerikanische Truppen seien 12000 Mann im Rheinland unter- gc bracht. Das Blatt versickert, daß man sich in Frankreich und anderen alliierten Militärkreisc» darauf gefaßt gemacht habe, demnächst die Zurückziehung der amerikanischen Truppen zu erfahren, aber, so fügt das Blatt hinzu, „unsere Dispositionen sind getroffen und die amerikanische Besatzung wird au demselben Tage, o»
In öen Parteien.
München, 21. September. (Privat-Tele- gramm.) Die Fraktionen des bayrischen Landtages finb am gestrigen Dienstag mit ihren Beratungen noch nicht sertig geworden. In der d e - mokratischeu Fraktion l-at es Unstimmigkeiten gegeben, da ein Teil die Deutschnationalen aus der bisherigen Koalition verdrängen will. — Der erklärte Kandidat der Bayrischen B o l r s p a r t e i für die Nachfolge Dr. v. Kahrs, über den sie sich aber mit den anderen Fraktionen noch einigen muß, ist Graf Hugo von Ler- chrnscld. Tie heutigen Verhandlungen werden sich wahrscheinlich bis Mitternacht hinziehen. Graf Lerchenfeld wird sich am Mittwoch vormittag von Darmstadt nach München begeben.
die Kartoffeln, für notwendig d^eichnet worden Da mit der Gestellung von 300-Aentner-Wagen für den Kar- tofielversand das Frostrisiko im Herbst und Winter steigt, ist es erforderlich, daß die Speisekar- toffeln gleich den übrigen Feld- und Garten- srüchten wahrend des ganzen Jahres der Vorteile der Liste A teilhaftig werden. Sollen die Preise für Speisekartoffcln nicht weiter eine un- crwünsckte Steigerung erfahren, s-c» ist es darüber hinaus jetzt dringend geboten, wenigstens für weitere Entfernungen eine Verbilligung der Frachtsätze herbei Zufuhren. Durch einen Ausnahmetarif Müssen die Frachtsätze im allgemeinen um zwanzig Prozent ermäßigt und nach dein Vorbild der Kriegszeit auf Entfernungen von über siebenhundert Kilometern zu Frachtsätze» für 700 Kilometer berechnet werben.*
Die bayrische Krise.
Noch kein neues Kabinett» sPrivat-Telegramm.)
München, 21. September.
Wider alles Erwarten hat auch der gestrige Tag «och keine abschließende Entscheidung in der Frage der Ministerpräsi» dcntschaft gebracht. Wohl dauerten de» ganzen Tag über bis zum späten Abend die Verhandlungen der Fraktionen an. Die Bayrische Bollspartei hat aber ihren Kandidaten für die Ministerpräfidentschast den übrigen Parteien noch nicht mitgeteilt. In der interfraktionelle» Besprechung wurden uur die KoalitionSfrage, die Beichandlungen mit Berlin und gewiße in München umgehende Pntfchgerüchte besprochen. Die Bemühungen richten sich vor allem darauf, di: alte Koalition, einschließlich der Bayrischen MUtelpartei, aufrecht zu erhallen. Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß sich die Vorbesprechungen auch noch in den morgigen Tag hinein erstrecken und erst kurz vor der für nachmittags vier Uhr angesetzten Vollsitzung des Landtags zum Abschluß gelangen.
auch in den Landesregierungen in der jetzt gewiß schweren Zeit ruhig Blut und vor allem ruhige Nerven behalten. Nur so kann zu Nutzm der Einzelstaaten, wie aber auch des gesamten Deutschen Reiches — und dieses steht wohl doch immer noch im Vordergrunds — Ersprießliches geschaffen werden. es.
München, 21 September. (Privattelegramm.) Die deutschnationalen Kundgebungen für Herrn von Kahr nehmen ihren Fortgang. Darunter befindet sich ein Telegramm der Vertreter der Studentenschaft an der Münchener Universität, die an Kahr die dringende Bitte richtete, auch weiterhin den unter seiner Leitung begonnenen Ausstieg Bayerns fortzuführen. Der Vorstand des Verbandes demokratisch gesinnter Studenten erläßt eine Gegenerklärung, in der gesagt wird, jene Kundgebung stelle einen beispiellose» parteipolitischen Mißbrauch der Bezeichnung »Vertreter der Münchener Studentenschaft* dar. Ein großer Teil der Studentenschaft fei sich so sehr ihrer alten Tradition bewußt, daß sie durchaus nicht gewillt seien, die Einheit des Reiches gewollt oder ungewollt Gefahren preiszugeben.
e ein varteiausschluß.
München, 21 September. (Prkvat-Tele- gramm.s Tie LandtagSfraktio« bet Bayri- chen Volkspartei hat gestern abend ein- timmig den Abgeordneten Dr. Z a h n b r e ch e r aus der Fraktion ausgeschlossen. Der Grund dieser Maßnahme liegt in heftigen Preffe- angrisfen Dr. Zahnbrechers, der zu den Deutschnationalen neigt, grgen die Führung der Fraktion, besonders gegen den Abgeordneten Held, weil die Fraklionsführung angeblich zu nachgiebig gegenüber Berlin gewesen sei.
Tarifsätze für Saatgut wird für notwendig erachtet. Bei dem ausgesprochenen Notstände, der insbesondere in einzelnen westdeutschen Gebieten eingetreten ist, also in Gegenden; die bisher immer große Men- gen von Saatgut bezogen haben, wird die Bewilligung eines solchen Tarifs ein wichtiges Mittel zur Sicherstellung der Erzeugung tm kommenden Jahre sein. — Außerordentliche Schwierigkeiten liegen auf dem Gebiete der Landwirtschaft mit Rauh- und Kraftfutter vor. Wenn auch, zumindestens hinsichtlich des Heus, in diesem Jahre Ueberschußgebiete kaum vorhanden sein werden, so werden wenigstens erhebliche Bestände an Sommergetreide- stroh durch geeignete Maßnahmen in die bedrohten Gebiete gebracht werden können, und auch für Heu in geringem Maße ein Ausgleich sich schaffen raffen. Das Gleiche trifft für Kraft- Futtermittel zu, die aus den Haupthandelsplätze» nur dann in die Hauptverbrauchsgebiete gelan- gen können, wenn die an sich schon hohen Preise nicht noch durch hohe FrachMHe weiter verteuert werden. Deshalb wird die schleunige Erstellung eines Notstandstarifes mit einer Ermäßigung der Frachtsätze um mindestens fünfzig Prozent für Hea- und Strohersatzmittel, sowie für sämtliche Krastswttermittel unter besonderer Berücksichtigung der meistbedrohten Provinzen Ostpreußen und des Rheiu- landes beantragt.
Beim Viehversand handelt eS sich infolge der durch die Dürre ent- standenen Notlage vor allem um Schaffltng der Möglichkeit, Schlachtvieh, das wegen Futtermangel abgestoßen werden muß, zu einem ermäßigten Tarifsätze auch auf größere Entfernungen zu transportieren. Um weiter auch zu ermöglichen, daß Rutz- und Zuchtvieh aus den Gebieten mit stärkstem FuttermauMl dahin geschafft werde, wo die Erhaltung für Nutz- und Zuchtzweck« möglich ist, ist die sofortige grundsätzliche Gewährung eines Notstandstarifes unter Dorvchalt weiterer Vorschläge für die Durchführung nachqesucht zvorden. — Schließlich ist auch eine Fracht- ermüßiguwg für das wichtigste Volksnahrungs- mitteC
weil sämtliche, in dem Bericht erwähnten und angegriffenen Personen au» das energischste die ihnen dort vorgeworfenen Beschuldigungen als unzutreffend und unwahr von sich wiesen. Neuer KonMktsstoff ist aber gewissermaßen in dieser Auseinandersetzung zwischen dem Reich und Bayern durch die Stellungnahme der preußischen Regierung hineingeworfen wvrden. Die preußische Regierung mag ja mit ihrer offiziellen Erklärung von ihrem staatsrechtlichen Standpunkt vollständig im Recht sein. Aber wie die Dinge einmal liegen, bei der ohnehin schon erneut äußerst scharfen Spannun» zwischen Reichsregierung und bayerischer Regierung hätte es unseres Erachtens bei völliger Wahrung der Rechte Preußens doch vielleicht eines »och di- plonratisckeren Tones bedurft, asz er besonders i» den letzten Sätzen der offiziellen Erklärung »um Ausdruck gekommen ist.
Es hat sich zurzeit gewissermaßen eine ungewöhnliche Nervosität der Reichsregiemng wie auch der bayerischen und preußischen Landesregierungen bemächtigt, die an und für sich ja verständlich ist, die aber die Wogen der inneren Politik immer höher schlagen läßt. Und da das deutsche Reichsschiff durch die Wellen der äußeren Politik so wie so schon genügend hin und her geschleudert wird, muß, das wird sich jeder vernünftige und ruhig wägende Politiker sagen müssen, im Innern wenigstens Ruhe, Ob. jektivitäi und ein gewisses Gleichmaß herrschen. In eben dasselbe Gebiet fallen auch die überaus scharfen Angriffe des bayerischen Sozialministers Oswald, vorausgesetzt, daß, wie die Reichsregieruna selbst in ihrer daraus bezüglichen Abwehr-Erklärung ausführt, die Zci- tungsberichte zutreffend sind. Es ist nickt förderlich, wenn von irgend einer höheren Stelle einer der Landesregierungen Angriffe gegen die Reichsregierung gerichtet werden. Es ist aber sicherlich ein Dina der Unmöglichkeit, daß solche Angriffe dazu noch in solch scharfer Form erfolgen. Durch die ganze Spannung, die feit Wochen zwischen dem Reich und Bayern andauert, hat sich eine gewisse Erregung breit gemocht, die auch vielen Einflüsterungen, falschen oder ge- fölschten Zeitungsnachrichten ohne weiteres Glauben schenkt nny dann, ohne die Gegenseite erst Über Richtigkeit und Unrichtigkeit solcher Berichte oder Zutragungen zu befragen, zu Gegen- Äußerungen treibt, die an und für sich schon i» ziemlich scharfen Ton gehalten sind, die aber auf der anderen Seite um so mehr verstimmen müssen, je mehr sie dem wirklichen Gang der Ereignisse und der Wahrheit widersprechen.
Die Entwicklung der Ereignisse zwischen Reich und Bayern haben gewissermaßen einen Höhepunkt erreicht, der nicht mehr überschritten werden darf, wenn nicht für das gesamte Reich, aber auch für die Bayern selbst die unheilvollsten Folge» darauf erwachse» sollen. Der Wille zur Verständigung ist auf beiden Seiten da, da- ist von hervorragender Seite des Reiches so. wohl wie auch Bayern in den letzten Tagen häufig genug und sicherlich aif<6 ehrlich, betont worden. Treues Festhalten am Reiche ist auch »ach den Erklärungen Bavern trotz allen Meinungsverschiedenheiten mit der Reichsregierimg, die Richtschnur und das Endziel Bayerns. So sollte man doch meinen, daß bei ruhiger, sachlicher Erwägung bei solchem gegenseitigen besten Willen auch der Wea gefunden werden könnte, um unter Rücksichtnahme auf gewisse bayerische wie auch neuerdings preußische bundesstaatliche Eigenarten dock den gewiß auch berechtigten Erwägungen und Forderungen der ReickSregierung Rechnung getragen werden kann. Aber, wie gesagt. das läßt sich unseres Erachtens nur mit vöft liaer Ruhe und unter Wahrung der diplomatischen Formen erreichen. Mögen vielleicht einige parteipolitische Hitzlöpfe mal über das gewünschte Maß hinaussckießen, aber das geht nicht an, daß offizielle Regierungsstellen sich in solchen Formen äußern, wie das in letzter Zeit geschehen ist. DaS muß die leider schon bestehende K^uft nur vertiefen uns verbreitern, statt die Brücke der Versöhnung zu hinten. Deshalb müssen ge- vad« die leitenden Stellen sowohl im Reich wie
schärfung der Situafion eingetreten. Erstens . _ „ ,,
einmal, weil, tote sich nachher herausstellte, der'^ut unterrichteter Quelle geht uns folgende Mel Bericht selchst auf Zustände zurückgreift, die zum *“* ' “ *“”■
Teil im Jahre 1920 spielten, dann aber ferner.
Vernehmung der Beschuldigten.
Karlsruhe, 21, September. (Privattclegramm.1 Am Montag find die in der Mordaffäre verhaftete» Münchener Beschuldigten dem Unter- suchungsrichter wieder vorgeführt worden; sie haben eine» «mfangreichen AlibibcweiS dafür angeboten, vast sie weder vorher noch nachher von einer Täterschaft des Schulz und Tilles- sen etwas gewußt hätten. Sie benennen eine ganze Anzahl Zeugen hierfür. Die Nachprüfung des Alibibeweifes ist sofort von dem Unter- sucknngsrichter eingeleitel worden. In Griesbach ist gestern nock ein Kurgast verhaftet worden, weil et am Mordtage in der Nähe der Mordstelle im Gespräch mit den flüchtigen Mör- der» gesehen worden ist.
Unter feindlicher Gewalt.
Die Stärke der Besatzungsrrnppen.
lEigene Drahttneldung.)
Paris, 21. September.
Der „Jntransigeant" macht folgende Mit- teilung über die augenblickliche Stärke der Besatzung im Rhelnlandr Frankreich unterhalte dort 85 000 Mann, Belgien 15 000, England. das ursprünglich 11000 May» gehabt
age hingöwiesen und aus-
____, _________ Anträge gestellt Im einzelnen wird beantragt, „die Angleichung der Tarifsätze Nokddeutschlcmds für Milch und Mol- kereierzeugnissle an die erheblich billigere» Süddeutschlands und die Aufnahme von Butter in das Verzeichnis der in bedeckten Wagen ohne Zuschlag zu befördernden Güter in die Liste A. Die Erstellung eines Aus- uabmetarifs für Getreide und Hülsent fruchte mit den Sätzen der TartWrsse C Utär die Wiedereinführung der früheren günstigen
Ruhige Nerven.
Zum Ausgleich der Gegensätze.
Ruhige Nerven ist jetzt ein Gebot für die leitenden Stellen im Reiche, in Bayern und in Preußen. Der bayerische Konslikt hat die Gemüter so wie fo schon stark in Erregung gebracht und in der Ueberzeugung von seinem guten Recht hat man vielleicht auf beiden Seiten das Maß der notwendigen Zurückhaltung doch etwas überschritten. Durch den Bericht des Siaatskom« missars Weißmann, wie ihn der Reichskanzler im Ueberwackunfls-Ailsschuß zur Kenntnis brachte, ist dann zweifellos eine Ber
ten Erhöhungen der Tarifsätze im Güterverkehr nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die preußische Haupilandrvirischaftskammer hat daher das Reichsverkehrsministerium erneut auf die Zuspitzung der Ernährungs- und Produktionsl
nmh dem Haag geht. Unter der Voraussetzung, daß die Deutsche Volkspartei das preußische Finanzministerium erhält, soll der Sozialdemokrat Keil das Reichssinanzministerium erhalten. Zentrum und Sozialdemokraten legen auf das Bei- bleiben Wirths als Reichskanzler keinen Wert mehr. Ms sein Nachfolger wird Löbe genannt. Die Verhandlungen find natürlich noch nicht abgeschlossen. — Der „Vorwärts" bezeichnet die auf Preußen bezüglichen Kombinationen betreffs der Regierungsumbildung als unzutreffend.
Die Mordsache Erzberger.
Eine weitere Verhaftung. lEigene Drahtmeldung.)
Frankfurt a. M., 21. September.
In der Mordsache Erzberger wurde hier bet Leutnant a. D. Wilhelm Heinz sestgcnommen und der Staatsanwaltschaft Offenburg zugeführt. Gegen ihn ist Haftbefehl erlassen worden. Zu dieser Mitteilung, die vom Polizeipräsidium stammt, melden die Blätter, daß man dem Leutnant Heinz keine Beteiligung an dem Mord an Erzberger vorwirft, sondern nur die Mitwis- serschaft von Umtrieben, die mit dem Mordkomplotte in Verbindung gebracht wurde. Heinz soll in Frarckfurt mit dem Leutnant von K i l l i« g e r zusammengetroffen sei«, von Kil- linger ist bekanntlich in München verhaftet worden, weU et dem wegen Mordverdachtes verfolgten Schulz znr Flucht verhalfen haben soll. Die Polizei vermutet nun einen Zusammenhang Mischen dem Morde und dem Zusammentreffen von Heinz und Killinger und verhaftete deshalb den Leutnant Heinz. Dieser verweigert die Auskunft über den Zweck seines Zusammentreffens mit von Killinger, versichert aber, daß dieses mit dem Nwrd an Erzberger nicht znsammenhäugk.
Frachtvergünstigung.
Zugunsten landwirtskhaftlicher Erzeugnisse.
Sm die Verteuerung der Lebensrnittel in Grenzen ju hatten, arbeitet bis preutzische Landwirt. fä)oft6tammer darauf hi«, daß die FrachtsSH« nicht erhöht werden sollen. Aus Landwirtschaft«, kreise« wird uns da,« Folgendes ges«hrie»cnr
Trotz schwerwiegender finanzieller Folgert^ Wird die Eisenbahnverwaltung die ihr zu Gebote stehenden Mittel aufbieten müssen, um den Schwierigkeiten^ die aus der beginnenden Teuerung und aus den Dürrefchäden des verfloffe- uen Sommers für die Volksernährung und für die Landwirtschaft entstanden sind und entstehe». Äm zu "helfen. Vor altem erscheint es toich- tz die im Mai dieses Jahres durch de»
Verband der preußischen Landwirtschaftskammern erwirkten teilweisen tariflichen Vergünstigungen von landwirtschaftlichen Pro- duktious- und Lebensmitteln durch die geplan»
Tarifsätze für Gemüse.
Außer den oben verzeichneten Lebensmitteln ; wird beantragt, daß auch Gemüse in die billigeren Frachtsätze eirckezogeu wird. Sie Schv-