Nummer 214
Sonntag, 18. September 1921
Fernsprecher 951 und 952
11. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
i
Auseinandersetzung zwischen Nord und Süd
Daß
zeitigen Spannnn« trage ein wahrlich nicht 6cf Wie sich
ein solches Vor-
Aufenthalt und die Begünstigung von Kappfüh-
rrgen ttten.
y
Feststellungen in keiner Weise ixr$u ... , von einer Mörderzentrale ix Bayern zu sstre-
beanrte nicht hereinfüllt Zur Klärung der der» solches Verhalten
chen. Zur Ergänz fügte ein Vertreter be$ KriegsministeriurnS hinzu, daß die gegen beit Justizmtnister Dr. Roth erhobenen Beschuldigungen nichts weiter als die Wedermrffrischunq einer alten Lügennachricht seien. Der Ausschuß, dessen Mehrheit den Ausfichrumge« des Staatssekretärs zustirmnte, nahm von da» abgegebenen Erklärungen Kenntnis.
nachteilig wirkt. Wir Haden, wie uns jenes von der Regierung unterzeichnete Ultimatum vorschreibt, Zahlungen m leisten, die anerkannter-
einem von früheren Offizieren geleiteten Nachrichtenbüro Kriminalbeamte eine Haussuchung vor. Sie beschlagnahmten die Post und sonstiges Attenmatcriak. Kapitänlentnant a. D. t*. Werner wurde im Polizeipräsidium einem Verhör unterworfen.
wissern. S-n bezug auf bemerkte der Staatssekretär,
München, 17. September.
Die vom Untersuchungs-Ausschutz in Sacken der Ermordung Erzbergers angestellten Untersuchungen haben kein neues Ergebnis gezeitigt. Kapitänleutnant K n i l l i n,g e r gibt zu. datz er zu Schulz gefahren sei und ihn aus der Wohnung herausgcholt habe. Er will aber den jetzigen Aufenthalt seines Frermdes nicht kennen. Es ist sehr auffallend, datz die Flucht des Dckmlz ganz kurze Zeit vor Eintreffen des Polizeibeamten in seiner Wohnung erfolgt ist, uno man kann sich des Eindruckes nicht ermeßen, daß hier von irgend einer unterrichteten Stelle Warnung erteilt worden ist. Der Verhaftete gab gn, Mitglied des Schutz- und TrutzbundeS zu sein. Tie Leiter des Schutz- und Trutzbun- >es haben aber die Erklärung abgegeben, daß ie mit dem Vorhaben der Mörder in keinen Zusammenhang gebracht werde« könne«.
jnferttonipreife-. a) Ltnhetuitsche Auftrage- Dt« einspaltige Anzeigen. Zeile M. L50, die -tnIYEge Reklame,eile M. 3M b) Auswärtig« Aufträge . Die einspaltige Anzetgenzeile M. IM, dte einspaltig« Reklame,eile M. 4.—, alles einschließlich Teuerung»,uschiag und Anzeigensleuer. Für Anzeigen mit besonder» schwierigem Satz hunder: Prozent Aufschlag Für die Richttgketr aller durch Fernsprecher aufgegedenen Anzeigen, sowie für Auknadme- baten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht- hofstratze 28/3u. Geschäftsstelle: Kölnisch« Straße ä. Telephon Nummer 951 und 952
Zurückweisungen au« Bayer».
München, 17. September. fPrivattelegramm.fi Tic Erklärungen des Reichskanzlers im Nebers wachimgsauSschutz des Reichstages über den
Tie Kaffeler Sl «neuen Nachrichten erscheinen wöchentlich sechrmal und zwar abend». Der Aoonnementspreis betrüg: monatlich 5.50 Mark bei «reter Zustellung in» Haus Au», wart» durch dte Post bezogen 5.80 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden :eber,iit ton der Geschäftsstelle oder de« Boten entgegengenommen. Druckerei, Äerlag und L.edaltion . SchlachchoMraße 2LM, Für unverlangt emgesandte Beiträge kann die Nedallion eine < erantwortung oder Gewähr in tetnem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeidee oderAniprüchewegen etwaigernichtordnung»mäßigerLieferung au»geschlo!sen.
Die poliNfche Krisis.
Einberufung desReichstags Ende September.
lPrivat-Telearmnm.)
Berlin, 17. September.
Ter Reichstag ist nunmehr vom Präfidenten Löbe auf den 27. September, nachmittags 3 Uhr, cin-bcrufcn -worden. Nach den vorläufigen amtlichen Dispositionen sollen in der erste« Woche nur Interpellationen, darunter auch die
Konferenz städtischer Aemter. Tagung der Rachrichtev- «uv Presseämter. (Eigener DrahtberilbtZ
Kalle a. S., 17. September.
Kier fand eine Taauna der städtischen Nach- rschixnämter statt. Die 9-itet einer Reihe von Nachrichtenämtern deutscher Städte hatten rrf» im hiesigen Stadihause zusammengefunden, um Wer die Organisation und Ersahrnn. gen der städtischen Nachrichten- und Presseämter einen Austausch zu pflegen. Tie Taaw-g fand unter der Leitung von Dr. Herz-Erfurt fä3‘. Als Riederscklag der Beratungen eraab sich die einheitliche Meinung, datz alle grötzeren u"d mittleren Städte die Einrichtung städtischer Nachrichtenärnter fördern rnützten. Große Städte «ch-ßten den Leiter« der Presseämter die autoritative Stellung innerhalb der Verwaltung ein- räumen, die ihrer verantwortliche« Stella«g angemessen sei. Die bereits bestehende« Nachrichten- und Presseöutter solle« in eine Arbeitsgemeinschaft zusammengeschloffen «»erden zum gegenseitigen Austausch von Ersahrungen und Material. Sie solle« auf diese Weise dauernd miteinander in Verbindung bleiben. I« den Ausschuß dieser Arbe tSgemeinschaft wurde gewählt: Gr. Herz-Erfurt, Brüller-Frankfurt am Main, Crawer-KSlu. Der deutsche Städtetag soll ersucht «»erden, Vertreter der Mdtischen Preffeausschüffr in seine Ausschüsse aufzunehmen.
An Ser Börse.
Die Verichlechrerung des Markiurses.
SaussuGunZ.
Berfin, 17. ©efr-demfar. (Privattelegramm.) Gestern abend nahmen in der Angelegenheit Erzberaer bei der Firma Söbcs und v. Werner
- über die August-Verordnung des Reichspräsiden- ’ ttn, besprochen werden. Die erste Lesung der neuen Steuervorlagen soll erst Anfang Oktober beginnen, um den Frattionen Zeft zu Besprechungen zu lassen. — Die D-uischnatrü - mtien haben von der Einbringung einer Interpellation über die Verordnung vom 29. August Abstand genomineu. — Kommenden Dienstag beginnen die ersten Vorbesprechungen der F r a k- tionen des Reichstags in Berlin. Ein Teil der Parlauicutarier ist bereits in Berlin versammelt. Die Reichsregierung wird in der ersten Sitzung des Reichstags allgemeine uud wichtige Erklärungen zur innen- und außenpolitischen Lage geben, besonders auch zu dem Konflikt mit der bayerischen Regierung.
•
Besprechung mit der Industrie.
Berlin, 17. September. (Privattelegrammu) Der Vorstand des ReichSverbandcs der deutschen Industrie hat gestern eine zweite Konferenz mit der Reichsregierung gehabt. Auch die gestrige Konferenz galt witzigen, wirt- schastlich-politischen Angelegenheiten des Reiches und besonders der Erfüllung der Sachleiüun- gen Deutschlands an die Enteifte.
Am dr'e Erzberger-Nwrber.
Die Nachforschung in München. (Privai-Trlegkamm.)
Nord und Süd.
Die Bayer« gegen de« Reichskanzler.
Vie Im tlederwalhüng«a»«s<tzütz »es Reichstags in Deel n gemachten angeblichen Enthüllungen über Bayern nnb die Anfchnlvignug gegen die bah-ischrTtegiernng haben denAnSfazatz de» bah- eischen Landtags zuGegenerckläenngen veranlaßt München, 17. Sept. (Eigener Drrhtbericht.) Infolge eines einmütigen Beschlusses des ständigen Ausschusses des Landtags gab gestern mittag am Schluß der Sitzung Staatssekretär Dr. Schweyer im Namen der Regierung eine Erklärung auf die Aeußerungcn des Reichs. Kanzlers in der vorgestrigen Sitzung des lieber- wachungs-Ausschusses des Reichstages ab. Er bezesilmete cs zunächst als auffällig, daß der preußische Staatskommissar Weißmann, also das Organ eines anderen Bundesstaates, in Bayern tätig gewesen ist, ohne sich mit der bayerischen Regierung ins Benehmen zu setzen. Diese Zusammenarbeit Wäre umso nötiger gewesen, als die Feststellungen des Staatskommis-- sars von vornherem den Stempel der Un- wabrscheinlichkeitan sich tragen und eine An Klärung durch die bayerische Regierung dringend erforderlich gewesen wäre. So aber habe in einer schweren politischen Lage der höchste Beamte des Reiches vor der ganzen Wett gegen eine Landesregierung Stellung genommen. Man hätte erwarten dürfen, daß man wenigstens auf Kindermärchen, wie das von dem Vor- haichensein eines verschanzten Lagers in der Nahe von Dlunchen und von der Beschützung des Kapitäns Ehrhardt durch bayerische Polizei-
Wettere Verhaftung.
München, 17. September. (Telegraphische Meldung.) In der Sache Erzderger erfolgte eine wettere Verhaftung. Es handett sich hierbei um die Witwe eines Kaufmanns, der als Offizier im Kriege gefallen ist. Sie wird beschuldigt die an dem Verbrechen beteiligten Personen gewarnt r« haben, so daß sie'sich dadurch ihrer Festnahme entziehe« konnte«. Wie das württembergische LandeSpolizeiantt feststem, habe« sich Schulz und Tilleflen mir vom 14. bis 19. August, also vor der Tat, «nd nidW nachher in Ulm aufgehaltcn.
Arbeitsgelegenheit für feine Leute. Zur gleichen Zeit fei er aber auch im Reichswehrmini. sterium unbeanstandet au*» und eingegangen. Damals sei aber noch nicht bekannt gewesen, datz ein Haftbefehl gegen Ehrhardt vorliege. Rach Erlaß des Haftbefehls neuerdings im März und August dieses Jahres sei an alle bayerischen Polizeibehörden und Bezirksämter der Auftrag ergangen zur Festnahme der sich angeblich in Bayern aufhaltenden Kappführer Ehrhardt, Bauer und Papst zu fchreiten. Wenn die Aus- führung des Haftbefehles bisher nicht habe vollzogen werden können, fo liege ei« Verschulde« einer Behörde nicht vor, und mit einem Vorwurf gegen die Behörden allein fei eS nicht getan, es müßten greifbare Beweise und Unterlagen erbracht werben, unter anderem auch ba- für, daß Kapitän Ehrhardt in der Münchener Polizeidirektion noch jetzt ein» und auSgehe. Seit dem Bekamnüverben des HafibefeHV fv Polizeipräsident Pöhner
nicA mehr in Berührung mit Kapitänlentnant Ehrhardt gekommen. Ma» könne sich des Eindruckes nicht erwehren, baß der preußische StaatS-Kommis far W e i tzm a n « in dem Bericht Icichtferttg getoefen und es sei bedauerlich^ datz der Reichs» anglet ohne weiteres sich diesen Bericht z» eigen machte, ohne sich vorher $u verge»
Die Siavte-StattstNer.
Halle e. S„ 17. September. (Privattelegr.) Gestern begann im Stadtverordneien-Sitzungs- saal unter Vorsitz vo« Dr. Sentern, dem Titeltet des Statistischen Amts in Hannover, die Konferenz des Verbandes der deutschen Städtestafi. tziket. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen. An der Tagung nahmen teil; Geheimtat von
der Gedanke einet wirtschaftlichen Verständigung und Zusammenarbeit mit Deutschland in den Kreisen der sranzösi- schen Industrie langsam aber sicher an Boden
gewinnt, zeigt ein vom -Journal Industrielle", einem der bedeutendsten Fachorgane der franzii fischen Industrie, veröffentlichter Artikel. Der Artikel, der besondere Bedeutung dadurch gewinnt, daß die Redaktion in ihrer Vorbemerkung ausdrücklich daraus hinweist, daß et die Auffassung maßgebender Industriekreisc widerspiegele, geht aus von den augenblicklichen finanziellen Schwierigkeiten Deutschlands, die übet kurz oder lang einen Staatsbankerott befürchten ließen. Für militärische und ökonomische Zwangsmaßnahmen, die vo« gewisser Seite dagegen empfohlen werde«, fei die Zeit endgültig vorbei. Eine Besetzung des Ruhrgebiets würde nicht nut den Generalstreik und andere Schwierigkeiten zur Folge haben, sondern sie würde auch auf den enermfdien Widerstand Englands und Italiens stoßen.
W:esL2deuer.Besprechungen.
Paris, 17. September. (Eigener Drahtbericht.) Pariser Blätter melden, daß die neue Zusammenkunft zwisck-en Loucheur und R a - tHenau bereits im Laisse der nächsten Woche in Wiesbaden statlfindcn werde. Daß in Frankreich das Bestreben zunimmt, mit Deutschland zusammen zu arbeiten, zeigt auch die Aeutzerung des „Journal industrielle". Es heißt ba unter anderem: Wirtschaftliche Zwangs- m atz nah men, das haben die Eri-chr-mgen der leisten Monate gezeigt, würden als Resultat lediglich die Vergiftung der gegenseitigen Bezrehungen bringen. Sv bleibe Frankreich, wenn es für sich «ms dem Ruin des Vertrages. von Versailles noch etwas retten «voll- fein anderer Wen als bet eines Kompromisses mit Deutschland, der durch den Vertrag von Wiesbaden bereits recht nützlich beschritte« worden sei, aber noch nicht genüge
maßen unsere Kräfte überfteigen. Zwar ist am 31. August eine Goldmilliarde gezahlt worden, aber leider auch zmn großen Teil nur mit Krediten. Wir mußten von dem Einen borgen, um den Andern befriedigen zu können. Dasselbe Spiel wiederholt sich beim nächsten Zahlungstermin, aber vielleicht mit erschwerten Umständen. Kann auf solche Weise unser Kredit besser werden? Nein, dieser Weg muß zur Der- nichtl'.ng führen. Wenn die alliierten Staatsmänner in ihrer Verblendung die verheerenden Folgen ihrer Haß- und Raubpolitik nicht sehen wollen, ft» sehen doch dir Finanzleute jener Staaten schärser, und der jetzige Valutastand ist der Gradmesser dafür. Niemand weiß, was daraus noch werden mag. Deshalb mutz die dringendste Forderung fein: Beseitigung des Ultimatums! Revision des Versailler Vertrags! K. F. Dr.
Wan hat letzthin sehr oft die Valutafragr theoretiich und praftisch behandelt »»ad lei Gründe für die Verschlechterung geltend gemacht. Don einer Seite, die der Regierung nahe steht, wird eifrig darauf verwiesen, daß die wilde Spekulation, die jetzt in Deutschland in weite Kreise eingedrungen ist, dafür verantwortlich zu machen fei. Es ist allerdings nicht zu verkennen, daß das Spekulieren ins UebernuBtge ausgeartrt ist Aber trotzdem ist es »licht wahrscheinlich, daß dieser Teil der Spekulanten, der sich auf den Devisenkauf geworfen hat, so viel Einfluß ausübt. Es ist nur ein kleiner Teil gegenüber dem Ausland« dos mit der Mark spekuliert. Nicht bas beutsche PlMiftnn rst her Faktor, bei den Kurs der Mark druckt, sonder« umgekehrt, die Mark ist vom Aus lande abhängig, das wieder einmal Adresse an billiger deutscher Ware oder gar an A?l^n deutschen Effekten hat und deshalb bte Mark schwächt, um billig kaufen zu können. Es ist ja nicht das erstemal, daß dieses Verfahren angewandt wird. Wenn man in Berlin be- >?Eet hat, daß russische, polnische und gafi- »llche Spekulanten an der Börse au »tauchen und den Kurs beeinflussen, dann stimmt das ganz «fit dem fachen Gesagten überein.
. Die »u Ende gegangene Woche hat an den deutschen Börsen starke Schwankungen zu toer- »eichnen gehabt. Während der großen Dol- larhausse trat am Effektenmarkt plötz- uch e-ne StockunL und in vielen Papieren ein beträchtlicher Rückgang ein, bei dem selbst gute Papi-re in Mitleidenschaft gezogen ! .irr- ben. Ter unmittelbare Anlaß zu diesem Rück- gang war, datz baS breite Publikum mit Vie- auf ben Warft kam. Und warum? Weil die Borsenvorständ« unter Führung von Berit« den übermäßigen Verkehr durch S ch l i e- tz « n g der Börse einbammen wollten. An meh- reren Tagen der Woche waren Börsenruhetage, »»denen die Anhäufung von Aufträgen erie- »W wurde. Wenn, wie eS geschah, toter Tag- binteretnanber keine Börse fiattfinbet, bann tritt naturgemäß eine Unsicherheit unter den fleinct- Spekulanten ein, die sich stet machen wollen. Das ^^Etuendrängen der Verkäufe auf den ersten besten Borfenlaa führt dann zum Kurssturz und zu Verlusten. Wenn der Börfeuvorsiand damit die Ausschaltung der großen Menge kleiner Spekulanten erreicht hat, bann bat er ihnen aber au® Verluste beigebracht; doch nicht nur bas, er hat auch den Großspekulanten Gelegenheit gegeben, die aboestoßenen Papiere billig tau« fen zu können. Also erweist sich diese Maßnahme als ent »amt unzulängliches und nicht einwand- treteS Mittel. Die Beschwerden der Banken, dte ihren ffunben gegenüber unter jolchen Umständen keine Verantwortung mehr übernehmen konnten, haben inzwischen bewirkt, baß voraussichtlich nach bem 1. Oktober wieder täglich Börse abgehatten wird. Es werden bis dabin Voriebrungen getroffen, um ben «steigerten Verkehr zu bewältigen. ,
Da. wie gesagt, von gewisser der Regierung nahestehender Seite versucht wird, die Ursache fitr den V alutarückgang aus alle möglichen Umstände zurückzuführen, so ist es doch notwendig, demgegenüber sestzustellen. daß neben dem beängsttgenden Steuer-Programm hauptsächfich das Londoner Ultimatum
Stern, Drian der staatswiffenschaftlichen Fakul
tät, ferner Professor Raape, Professor Aubin,
sowie der Präsident des Stalistische« Reiä samtS rcr« in Bayern hat in der Münchener Presse und der Landesämter. Es sind ungefähr acht- begreiflicherweife ein lebhaftes Echo gefunden, uudsechzig statistisch« Aemter vertreten, darunterDer bayerische Justizminister Dr. Roth erklärte Samia. Amsterdam. Zürich. Bafel und Linz. 1 in einer Veriammlmta. daß er weder de« ße.
Deutschland und FmnkeeW
Wege zur Verständigung?
(Eigener Drcchtbericht.)
Paris. 17. September.
Viele Leute zerbrechen sich die Köpfe darüber, wobei es wohl tarnten mag, daß bte deutsche Valuta immer schlechter wird. Es ist leider Tatsache, daß die Mark noch nie so tief gestanden hat wie jetzt. Wen» beispicWwejse der Amerilaner deutsches Geld kaufen will, ekl-ätt er für einen Dollar heute f»jt Üunderunvzeln Vtatt, und wer weiß, ob das Sinken der Wart nicht noch weiter geht. Wie ist ein solcher Uebel- stand mösckich, nachdem wir doch schon langer als Zwei Jahre Frieden haben und tn Deutschland die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sich unstreitig festigen. Abgesehen von den jetzigen Zwistigteiten zwischen Nord und Süd, die doch wirklich nicht hinreichen können, den Staatsbau zu erschüttern, befindet sich das deutsche Retch in einem immerhin geordneten Zustande, wie er unter den drückenden Verhältnissen noch fein kann. Die Industrie ist gut beschäftigt, der Handel mit dem Auslande wird wieder lebhafter, die Lmtdwirtfchaft verzeichnet eine gute SMitielcmte. Das alles sind Merkmale einer inneren Besserung. Mer leider sind wir nicht frei. Unsere geschaffenen Werte können wir nicht in bare Münze umsetzen, weil alles, was durch unsere Arbeit geleistet wirb, in die Hände der Alliierten übergeht. Wir selbst sind gar nicht in der Sage, uns einen bestimmten Weri zu geben, unsere Mark auf einen gewissen Kurs sestzulegrn, fondern das uns be- herrfchende Ausland schätzt uns ein uns bestimmt unsere Valuta.
Kasseler Neueste NachMm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
gehen des Reichskanzlers zu der wiederholten Zusicherung guten Willens zur Klärung des Verhältnisses zu Bayern zusammenreimen soll, sei schlechterdings unerfindlich. Der Staatssekretär erklärte weiter, es sei unerhört, daß de» bereits
aus dem Jahre 1920 stammende Bericht
des preußischen Staatskommiffars der bayerischen Regierung bisher in keiner Weise zur Kenntnis gebracht worden sei. In sachlicher Be- ziebung erklärte der Redner, daß die gegen den Justizminister Dr. Roth erhobenen Anschuldigungen glatt erfunden seien. Was den angeblichen Verkehr des Münchener Polizeipräsidenten Pöhner mit Kapitän Ehrhardt betreffe, so stehe fest, daß Ehrhardt wiederholt nach Auflösung seiner Brigade im Münchener