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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Mittwoch, 14. September 1921

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 210

Fernsprecher 951 und 952

Dl« «afielet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar a drad s. Der LvonnemenkSpreiS bettegt monatlich 6.50 Mark btt freier Anstellung ins fanS. Aus­wärts durch die Poft bezogen 6.80 Mark ». atlich einschliebltch Zustellung. Bestellungen werden lederz-il von der SekchLktSsielle oBt den Boten «ntgegengenommen. Drucierei, «erlag and Siedaktion . Schlachthofstraße A/M. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Fülle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeideS oder Anlprüche wegen ettvaigernichtordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Verschärfung der politischen Krise.

Befugnisse der KoniroWorn-

des deutschen Handels bedeuten. Die deutsch« Re-

lich Würden solche Mission die völlige Auslieferung an die Entente

des Preisniveaus, wie wir es jetzt zurzeit schau­dernd miterleben. Steigen des Preisniveaus

günstiger zu gestalten, solange der Notenumlauf weiter zunimmt.

Zunehmender Notenumlauf bedeutet Steigen !it schau-

aierung schlug dohakb in ibver Rote der Enten- ' le vor, der zu schaffenden Kontra llkommisstoer lediglich das statistische Material Wer die Ein- und Ausfuhr zur Verfügung zu stellen «nd ihr jede Auskunft bezüglich des Handels mit den einzelnen Ländern zu erteilen. DaS letztere Zugeständnis machte Deutschland beson- des im Hinblick darauf, weil Frankreich die Be­sorgnis hegt, daß Deutschland der Einfuhr der Erportartikel Frankreichs besondere Schwierigkeiten in den Weg legt. Auf diese 9We der deutschen Regierung ist bisher noch keine Antwort erteilt worden. ES find von dev Entente auch keine Verhandlungen mit Deutsch­land wegen der Schaffung einer solchen Kon­trollkommission angebahnt worden. Es kann akso nicht behauchtet werden, daß es Schuld Deutschlands wäre, daß bezüglich der Kontroll­kommission noch keine Einigung zwischen der Entente und er deiltschen Regierung erfolgt ist. Sollte deshalb Frankreich tatsächlich di« Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen aus diesem Grunde verzögern wollen, würde diese Handlungsweise Frankreichs nichts ande- deres bedeuten, als daß es sich über seinen selbstgestellten Antrag im Obersten Rat hinweg' setzen will. Deutschland könne jedenfalls eine solche Handlungsweise nicht anerkennen und müßte auf der zugesagten Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen am 15. Septem­ber bestehen. Es ist aber zu hoffen, daß es doch kur, vor dem 15. September geringen wird, zu Verhandlungen zwischen Deutschland und der Entente bezüglich der Kontrollkommis­sionen zu kommen.

Mit gemischten Gefühlen.

Deutschland in englischem Licht.

Ein .Das deutsche Rätsel" überschriebener Leitauffatz der .Timos" spricht Englands Glauben an den fortschreitenden Sieg von Ord­nung und Freiheit und seiner Hoffnung auf Wiederaufbau i*n erster Linie Englands, aber auch der Welt. Mir Hoffnung und Furckt be­obachte England feinen ehemaligen Feind Deutschland, der einst sein hauptsächlichster Han- delsncLcnbuhler war. Die Möglichkeit seines Wiederaufbaues, eine Wiederaufrichtuna deut­scher Macht in irgend einer Form, ob als Han­dels- oder als Mlitürmacht. sei gleichzeitig be­unruhigend und anspornend. Daß Deutschland wieder aufgerichtet werde, sei sowohl not­wendig als auch gefährlich Für Eng­lands Handel sei es notwendig^ daß Deutsch­land ein zablumrsfähiger und tätiger Abnehmer werde. Gleichzeitig aber sei eine schleunige Ge- ftlndung der deutschen Industrie äußerst bcKem- mend angesichts der gegenwärtigen Kursverhält­nisse; denn dieje gestatteten Deutschland, auf fc»

Ausstand in Berlin.

Ohne elektrischen Strom unt> Licht.

(Prwat-Telegramm.)

Berlin, 13. September.

Wegen Besoldungsstreitigkeiten traten die Angestellten der städtischen Elektrizitäts­werke in den Streik, ohne die weitere Entschei­dung über den sie betreffenden Schiedsspruch des Schlichtungsausschnffes abzuwarten. Die Ar­beiter der Werke find bereit, zu arbeiten. Sir unternahmen auch schon solche Arbeiten,, die ge­eignet find, unmittelbar drohende Schäden zu verhindern. Der Magistrat wird eine Ent­scheidung des Reichsarbeitsministers herbeizu- führcn suchen. Auch trat er mit der Streiklei- mng in Verbindung, um die Verrichtung der RotstandSarbeiten sicher zu stellen. Wie wei­ter gemeldet wird, dauert der Streik heute an, doch sollen heute früh die "Straßenbahnen, die zum Teil fd>on gestern abend wieder auf den Straßen erschienen, in vollem Umfange ver­kehre«. Ebenso wird die ElektrizitttS-

Der nledereMarkkurs.

Ei» Dollar über hundert Mark.

Der Dollar die Valuta der unbegrenz-

finanziellsn Lage ist zweifellos mit dem wei­teren Tiefstand, ja, möglicherweise mit dem weiteren Sänken der Mark zu rechnen, deren ungünstiger Stand ja nicht nur dem Dollar, solidem, wenn auch nicht ganz so schroff, den anderen Valuten gegenüber zum Ausdruck kommt. Der neuerliche scharfe Rückgang der Mark könnte an sich vielleicht in Erstaunen setzen, da ja der Ankauf von Auslandswechseln durch die Reichs-bank zur Bezahlung der ersten Repa- rationsmilliarüe bereits durchgeführt ist. Aber

Völker-Gemeinschaft?

Wieder ei«e friedliche Rede.

,"Eigene Drahtmeldung.j

Genf,. September.

Der Herold meldet m»s R e w y o r k: Präsi­dent Harding hielt am letzten Donnerstag in Boston eine Rede, in der er auch europäische Angelegenheiten berührte. Harding bekannte sich zum Anhänger einer Gemeinschast aller Völker, zu denen auch die früher feindlichen europäischen Mittelmächte gehören müßten. Wenn die Annäherung der Völker kommen solle, so müsse auch der letzte Rest dcS gegenseitigen Hasses begraben werden. Harding sprach seine feste Hoffnung aus. daß die bevorstehende Konferenz der Großmächte in Washington den Grundstein zu einer wirklichen Völlcrvcrständi- gung legen werde. Dafür kämpfe er, solange ihm das amerikanische Volk vertraue.

und Gasversorgung wieder in Betrieb fein. Der Telephonverkehr erfuhr im Laufe des Tages große Einschränkungen. Heute vormittag finden im Reichsarbeitsministerium die endgültigen Einigungsverhandlungcn zwi­schen dem Magistrat und den kaufmännischen Angestellten der städtischen Werke statt.

München, 13. September.

Nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten von Kahr ist gestern auch das Gesamtminr- sterium znrückgetreten. Nach Paragraph 46 der Verfassung führen die Minister bis zur Bildung eines neuen Dkinisterimns die Regie- rungSgeschäste weiter. Die bayerischeStaats­zeitung" schreibt dazu, daß von Kahr nach wie vor das Vertrauen der Mehrheit der Bevölke­rung Bayerns genieße. Die innerpolitische Lage Bayerns ist sehr erregt, da übertriebene Ge­rüchte im Umlauf sind. <sS l, :M, daß die Rechts Partei erklärt habe, die Regierung mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, wogegen die Links. Parteien erllärt hätten, daß sie zur Abwehr gr- rttftu seien. In den Kreisen der Mittclparteien scheint aber doch Vernunft zu herrschen. Man glaubt, daß sich in neuen Bcchandlungi... mit Berlin eine Verständigung erziele» lasse.

Am öie Verordnungen.

Besprechung im sächfischen Landtagsausschutz lPttvat-Telcgr avnn.l

DreSde«, 13. September.

Die einseitige und ungerechtfertigte Hand­habung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August hat der Deutschen Volkspartei Veranlassung gegeben, die Einberufung des Ver­tretungsausschusses des Landtages zu fordern. Dieser befaßte sich am Montag mit den hierzu vorliegenden Angelegenheiten. Die sächsische Regierung erklärte sich bereit, die Verord- nrmg des Reichspräsidenten gleichmäßig und gerecht gegen alle Patteien anzmvendcn. Der Ausschuß nahm einen dahin lautenden An­trag gegen die Stimmen der Kommnnisten an. Eine weitere Anregung, die Regierung möge Versammlungen und V- staltungen gegen den Terror der Str t schützen, wurde ebenfalls mit Mehrheit ange. ommeu, nachdem die Regierung sich bereit erklärt hatte, ent- spr. '-"de Maßnahmen vorzubereiten.

Die Regimentsfeiern.

Dresden. 13. September. (Privattelegramm.) Ein Anttag der deutschen Bolkspartei in Sach­sen, die Anweisung an die Polizeibehörden, wo­nach alle Regimentstage und sonstigen militärischen Veranstaltungen verboten werden sollen, als rechtsungültig zurückzuziehen, wurde mit Mehrheit abgelehnt. Die Regie­rung wird aber die Angelegenheit nochmals Prü­fen und erklärte sich dem Ausschuß gegenüber bereit, in Zukunft nicht iebe Versammlung von militärischen Personen ohne weiteres zu verbie­te». Bon der deutschen Bolkspartei war vor allem auch die Frage gestellt worden, welche Ga­rantien die Regierung zu geben bereit sei für eine allseitig gerechte und unparteiische Hanlcha buug der Verordnung des Reichspräsidenten. Diese Frag- ist von der sächsischen Regierung unbeantwortet geblieben.

Herangehen will. Eine betartige Reform müßte doch unseres Erachtens in erster Reihe auf der Eindämmung der Devisen-Spekulation und einer Einschränkung der Notenflut beruhen. Oder kennt man innerhalb des Kabinetts, abgesehen von der Einbringung neuer Steuern, noch an­dere Auswege? Jedenfalls steht eines fest: toenn es überhaupt möglich ist, das Währungs­problem zu lösen, das heißt den Markschwund auszichalten, barm tut Eile not; beim es ist Ge­fahr im Verzuges eh.

WirtschastSzwang.

Fortbestand der Sanktionen?

«nvrrnsudttch«, Welfe fteäitbe« gch jetzt dtt Franzose« dageaen, 61« Sanktionen am Rhein aufMhevee. Obwohl die vertan««« Goidmilli- arde gezahlt ist, behauptet Frantret«, daft tote noch nicht cBe Bervilichtunge:, erfüllt HSlten. Man swrribt übet die Angelegenheit Folgende» Ans Daris wird berichtet, daß die wirte Gastlichen Sanktionen noch n i cht am 15. Sep­tember aufgehoben werden, und zlvar, weil Deutschland noch nicht in zufriedenstellender Weise auf die Entscheidung des Obersten Rate» geantwortet habe. Es ist wahrscheinlich, daß deshalb eine neue Rote an die Reichsre­gierung gesandt werde oder bereits gesandt wor. den sei. Auf alle Fälle wisse man noch nicht, ob Deutschland die Vorschläge deS Obersten Sta­te« ohne weiteres annimmt. Wenn dies bis »um IS. September nicht bet Fall sein sollte, würden die betreffenden Maßnahmen bctbebal- t.-n werden. Daiu ist zu bemerken: Die Ent« stbeidung des Obersten Rates, die wirtschaftli­chen Sanktionen am 15. September aufzubhsben, :st auf einen Antrag Frankreichs zurüchufübren. Die deutsche Regierung erhielt die offizielle Der- ftändignng von diesem Beschluß des Obersten Rates durch eine Note, in der zwei Miiteilun- aen enthalten waren: 1. die Mitteilung von der Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen am 15. September und 2. die Mitteilung, daß die Entente die- Schaffung einer Kontroll­kommission wünsche, die Me Prüfung und Neberwachung bet deutschen Ein- und Ausfuhr durchführen soll. Entgegen ber Pariser Mel­dung muß festgestellt werden, daß die deutsche Regierung auch diese Note der Entente so­fort beantwortet Hut.' Bezüglich- 41'U' Schaffung einer Kontrollkommission erklärte die deutsche Regierung, daß sie in den von bet En­tente verlangten ,Machtbefugnissen" einer stfl- tiien Kontrollkommission einen Eingriff in ihre SouverSnitätsrechte erblicken müßte. Tatsüch-

Die Reichsregierung.

Berlin, 13 September. (Privattekegramm.) Die verwirrte Lage wurde gestern in einer Sit­zung des Reichskabinetts besprochen. Ueber das Ergebnis ist nichts bekannt geworden, aber so­viel ist dock» siclter, baß die Berliner Re­gierung nach wie vor zu einer Berstän- digung mit Bayern bereit ist.

Die sinkende Mark.

El» »och nie erreichter Tiefstand. (Privat-Telcgramm.l

Berlin, 18. September.

Der Dollar stand gestern abend auf 108% Mark. Für diesen Zusammenbruch unserer Va­luta sind weder unsere Import bedürfnisse, noch die Devisenabschlüsse des Auslandes verant­wortlich zu machen, sondern die bis in die tief­sten Kanäle unserer Bevölkerung hincinreichende Spekulation. An der Arbeit find in vor­derer Reihe russische, polnische und galizschc Spekulanten, zu Zeiten maskiert als Angestellte deutscher Bankfirmen. Es haben fich leider zu ihnen gerade in der letzten Zeit deutsche Groß- spekuümtcn gesellt, die auf unser« Aktienmarkt beispiellose Gewinne erzielt haben. Diese Ge­winne nun glauben sie a« besten sicher zu stel­len, indem sic Devisen kaufen. Dies äußerte ei­ner der ersten deutfchen Finanzleute und Bank direttoren. Zwischen dem Reichchskanzler und dem Reichsbankpräsidenten habe» gestern Besprechungen stattgefundeu, die den ra­piden Sturz der deutschen Mark betrafen. Heu­te folgen Besprechungen mit den Berttcter« der Großbanken und der Regierung.

Sin Wettbank-Vrozeß.

Verurteilung zu Geldstrafe und GcfLugtttS.

(Privat-Telogramm.l

Berlin, 13. September.

Der erste Wettkonzernprozcß wurde gestern vor der ersten Ferienstraffammer des Landge­richts 1 verhandelt. Unter der Anklage des fl t- werbsmätzigen Glücksspiels und der Beihilfe dazu waren angeklagt Hauptmann a. D. Messt, der Agent Arthur Weigel unv die Äcuflcutt Abraham Moses und Derek Moses. ES handelt fich um das vom Angeklagten Messt bettiebene SportunternehmenDeutsche Wettbe- raiungszentrale. AbÜg. Sportkonzeni". Es wur­den gegen Messt «nd ebenso gegen Weigel fünf- zigtausend Mark Geldstrafe oder ein Jahr Ge­fängnis, gegen Abraham Moses auf brei Mo nate Gefängnis und zehntausend Mark Geld­strafe und gegen Bcref Moses auf taufend Mark Geldstrafe erkannt.

bedeutet aber zugleich steigende Löhne und da­mit abermals Verteuerung der Produktion unb weitere Preissteigerungen. Diese aber bringen einen Rückgang der Ausfuhr urtb damit wie­derum die Verschlechterung der Zahlungsbilanz mit sich. Man sieht, das ist die Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Auch im Auslande, vor allem in den Ländern ber Alliierten, ver­folgt man mit wachsender Sorge den Rückgang unserer Valuta, unb französische Blätter prophe­zeien uns bereits den «Staatsbaklerott. Auf die­ser Sorge beruht ja letzte» Endes auch der Streit um die Verteilung der ersten Milliarde, der Protest ber Franzosen, Me von biefer Milliarde nichts abbekommen haben und fürchten, baß bte späteren Milliarde» in­folge Markschwunbes sich verflüchtigen tonnten. Zu der Erkenntnis aber, daß die Rcparativns- schröpfunaen in der bisherigen Form nicht durchführbar sind, vermögen die Alliierten sich bisher noch nicht aufzuschwingen. Ms diese Er­kenntnis sich burchringt, wird man sich in Deutschland mit kleineren Mitteln zu Helsen suchen müssen, denn es geht nicht an, diesem sich immer rapider gestaltenden Markschwund mit Fatalismus gegenWerzufiehen. Und das eine oder andere kann immerhin geschehen.

Die Vorgänge der letzten Tage hab«: deut­lich gezeigt, baß ein Teil ber Schuld an dem Marksturz aus rücksichtslose Devisenspeku­lation zurückzuführen ist. Gingen doch die deutschen Börsen, besonders die Berliner, mir dem KurSdruck voran, während Wallstreet die Mark zunächst immer Wer Berliner Börsen­parität bewertete. Auch der Reichskanzler hat erst vor wenigen Tagen, und zwar zweifellos mit Recht, Wer Zurückhaltung der Devisen Klage geführt. Bor einiger Zeit haben tat preu­ßischen Handelsministerium Besprechungen mit Vertretern ber BörserworstSnbe Wer Maßnah­men gegen Me Devisenspekulation stattgefunden, und es ist, fioviel man weiß, ein Abliefe- rttngszwang bis zu dreißig Prozent der Devisen angeregt worden. Es wurde betont, daß durch derartige Maßnahmen Me Eindäm­mung der wilden Spekulation herbeigefiihtt werde. Vor einiger Zeit ist angekimdigt wor­den, daß das ReichSkäbinett pt Beginn des näch­sten Kchres an eine Währungsreform

es darf eben nicht übersehen werden, daß wir uns diese GoLdmilliaode für Papiermilliardeo beschaffen mußten, also auf dem Wege des Ro- tenvruckens. Diese Ueberproduktion an Noten, Me einmal durch unser Reichsdefizit und des weiteren durch die Reparationsver- pflichtungen bedingt ist, drückt eben automatisch aus unsere Valuta.

Wenn unser Reichsetat Nahezu achtzig Milliarden Mark beträgt unb der Kontri- LutionSetat, der, da bte Zahlungen in (yVto zu leisten sind, umso mehr anschwM, je mehr unsere Valuta sinkt, mindestens den glei­chen Betrag jährlich oder bei weiterem Sinken der Mark noch mehr beansprucht, während die Gefamterträgnisse der Steuern nach Durch­führung ber bisherigen Wirthschen Vorschläge auf achtzig bis neunzig Milliarden geschätzt wer­den, so ergibt sich eben ein Defizit von min­destens siebzig Milliarden Mark jährlich für das entweder Deckung zu beschaffen ist, oder bas durch ErspaMissr oder durch Verbesserung der Reparations-Bedingungen toerringert werden muß, wenn nicht unsere Valuta durch Me No- teMberschwemmung allgemach das Schicksal der österreichischen Kronen erleiden soll. Es ist eben ein Ding der Unmöglichkeit, unsere Zah­lungs-Bilanz, auf deren Verbesserung ja allein die Reparationsmöglichleiten beruhen,

tcn Möglichkeiten hat wieder den Höchststand erreicht, den er Ende Januar 1920 zu verzeich­nen hatte; er ist zuerst am Donnerstag vorüber­gehend unb bann am Sonnabend auch in der offiziellen Notierung über hundert Mark hinaus­gegangen. Die Optimisten könnten sich nun da­mit trösten, daß nichts dauernder ist als der Wechsel, uttib sie könnten daran erinnern, daß tfi TRifillfT?!

der Dollar vier Monate nach seinem damaligen Jl WlsSUiii ili * , .

Ausstieg, nämlich Ende Mai 1920, auf 35 Mar! Rücktritt des bahrische» Gesamt-Kabinetts. sank. Aber angesichts der wirtschaftlichen unb (Privat-Trlegramm.i