Einzelbild herunterladen
 

Hessische Abendzeitung

Nummer 207

Sormaveird, 10. September 1921

Fernsprecher 951 mrd W2

11. Jahrgang-.

Fernsprecher 961 und 952

Ser Kampf zwischen Oesterreich und Ungarn

Begleitung seines Sekretärs über

in

Plan einer Jnteressen-Gemeinfch^k

Anlage»

die

Abgeordneten Oeser, Sckreiber und Zange.

stattfinden, son-

allen von der Berliner Zentrale sich auch über Bayern erstreikenden Maßnahmen rechtzeitig mit der Münchener Regierung Fühlung nehmen, was bei der Beiordnung vom 29. August nicht geschah, weil nach der Anficht »er Reichsregie, rung Eile geboten war. Ueberhaupt wird Bayern in de« aktuellen BernuAtungsfragen. wie -. B. Behandlung der Pressefreiheit. in seiner Staats­hoheit künftig weitgehend respektiert werden.

®t» «aff eiet Vleuenee Nochrtchrev erscheine- wöchentlich lech «mal und zwar abend«. Der «donnemk-isprett beträgt monatlich MO Mart bet freier g-ftellun, in» (-au«. »u$. war» durch die Poll bejogen MO Wart mouaUtch einschließlich Z-Nellirng. fBefUHungen werden jeder,M von der »eschäst»stelle oder den Bote» entgegengenemme«. Druckerei, Berlag und Siebattto»; EchlachihoMraße 28/80, Für unverlangt eingesandte Beiträge lann die Redaktion eine Verantwortung »der »ewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung de« BezugsgeldeS «der Ansprüche wegen etwaigernichtordnungSmäßiger Lieferung auLgeschlosseu.

gnserttonöpretse-. e> «inheimische Auftrage! Die einspaltige Anzetgen-Zeile M. L*>. die einspaltige Reklamezeile M. D. b) «uJnjärttge Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzetl« M. L40, »i» etafpattlge Reklame,eile 31 MO, alle« einschließlich Denerung«zuschlag und Anzeigensteuer. Kür «»zeige- mtt besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die RtchUgkett aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme­date» uxb Platze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Druckerei; vchlacht- hossttare 28/30. Deschäftrsielle: »ölnische Straße 5. Telephon Nummer 951 und 962.

Kontrolle der Entente darüber befragt wird, ob es uürter ungarischer oder österreichischer Herr­schaft leben will. Auch in Oesterreich hat der so- ziaDemokratische Führer, Dr. Otto Sauer, vor»

Kamps in Westungam.

Die Ungarn vertreiben di« Vesterreicher.

lEisener Drahtbericht.)

Wien, s. September.

3« West-Uagar« haben sich gestern in de« frühen Morgenstunde« Vorfälle zugetragen, welche die Flucht der österreichischen Landesregierung aus MatterSdvrf nach Wiener-Neustadt $nr Folge hatten. Um fünf Uhr früh griff eine starke «ngarische Bande den österreichischen Gendarmerieposten in Age«. darf an. Agendorf ist die letzte Station vor Oedenburg. Unmittelbar hinter den Banden folgte reguläres »ngarischeS Militär, Infanterie and Kavallerie, das ebenfalls in den Kampf eingriff. Rmh einem Gefecht von kurzer Dauer mutzte« die Gendarmen de« weit Wer» legenen Ungarn weichen und Agendorf ausgebe«. Aus österreichischer Seite wurden zwei Mann schwer und vier Mau« leicht verwundet. Die «ach Wiener-Reustadt verbrachten Verwundeten gaben an. datz sie auf der Stratze von Agendorf «ach Oedenburg große Kolonne« reguläres «u- gartschcs Militär heranzieh«, sahen.

Aus dem Hungerreiche.

Die Rusten wolle» keine Kontrolle.

(Eigener Drahtbericht.)

tim Westungam

Ein Herd neuer Unruhen.

Paris, 9. September.

Gestern abend wurde hier eine fimteidete- graphische Meldung aus Moskau ausgenom­men. die sich in ihren Hauptteilen mit der Ent­sendung einer internationale« Kom­mission in Ne von der Hungersnot keimgesuchten Gegenden befaßt. Die Rote, die dieses Funkentelegramm enthält, ist zum Teil in französischer, zum Teil in russischer Sprache «wgesatzt und an Frankreich, England, Belgien nnd Italien abrefRe* Die Aufnahme war je. doch derart verstümmel», datz nur einzelne Teile der Note entziffert werden konnten. Wie be­reits gemeldet, scheint sie sich dem Plane der Ent. send-ung einer Kommission in das Hungergebiet ablehnend gegenüberzustelle«. Die Rote beschäftigt sich auch mtt der Stellungnahme Ja- panS, das Ne russisfen Territorien in Sibirien teilweile beieÄ hält.

AmerikanifcheKrevlte.

Besprechungen i« Berlin.

3 v«r letzten Ze« war der amerikanische Milli. ardSr Morgan zu Besprechungen in Berlin, «eine Anwesenheit wurde zwar von einer 6«. nimmt«» Seit- bestritten, aber der nachstehend, Berich« ist ein» DestStigung «ine« Besuche». Nachdem vor kurzem der amerikanische Fi. nansmann Nauderlip in Berlin antoefertb War, um sich über die deutschen Verhältnisse zu knfor- mteren, hat nun auch der bedeutende amerila- nische Finanzier John Pierpont Morgan fünf Tage unerkannt in der ReichKhauptstadt ae- weilt. Pierpont Morgan jr. ist der Führer bet Newporter Bankwett. Er kam von England in

Anruf der Sntentrvertreter.

Wien, S. September. (Eigene Drahtmek- dung.) Die österreichische Regierung hat den hiesigen Ententevertreter« die Vor­fälle in Agendorf unter schärfstem Protest zur Kenntnis gebracht. Die interalliierte General- kommisfion hat trotzdem neuerlich Ne Verwen­dung deS österreichischen Bundesheeres in West- Ungarn abgttehnt und nur dazu Ne Erlaub­nis gegeben, datz die Gendarmerie durch Mafchi- nengewehrabteilungen verstärkt werden darf.

DerBerNn-wünchenerÄwkst

Beiderseitige Zugeständnisse.

sPrtvabTelogramm.)

BerN«, 9. September.

Zum Abschluss der Verhandlungen zwischen Berlin und München erfährt derLNakanzeiger" noch unter anderem: Die Münchener Herren sind gestern abend heimgereift. Heute mittag werden te bet bayerischen Regierung über Ne Berliner BerhonNungen berichten. Morgen wird dann der ständige Ausschuß des bayerischen Landtages zu den Bereinbarungen Stellung nehme«. Das Reichskabinett hielt gestern nachmittag nochmals eine Sitzung ab, in der die VerhanNungscrgebniffe zusammengefatzt und Ne RilNlinien für Ne Rachmittagsberatungen mtt den bayerischen Herren durchgesprochen wurden. Das Kabinett hat, wie hervorgehoben werden mutz. Ne Reichstagskoalition geschlossen hinter sich. Ueber den materiellen Teil der Berhand- hingen wird vorläufig strengstes Sttllschweigen bewahrt. Der Lokalanzeiger glaubt aber auf Grund zuverlässiger Informationen andeuten zu dürfen, daß der bayerischen Regierung für den Verzicht auf den Belagerungszustand hinreichende Garantien angeboten worden sind, die die Beso-Misse des Kabinetts Kahr bezüglich der Folgen der Aufhebung des BelagerungszuftanNS grundlos erscheinen lassen dürste«. Man wird künftig bei

Sozialdemokraten die Abgeordneten Siering, Lampert und Bartels, von den Demokrateu

Sozialdemokraten und Reichsregienms.

Berlin, 9. September. fPrivattelegrarmn? Gestern «wend empfing der Kanzler wiederum die Führer der beiden sozialdemokrati- chen Fraktionen des Reichstages, die er bereits am Mittwoch abend über den bisherigen Verlauf der BerhanNlMgen «nterrichtet hatte. Wie verlautet, trifft es keinesfalls jn, daß Ne Ährer der Mehrheitssozialisten in der baye­rische« Frage eine« Douderstandpuukt edmehmen.

einem Flugzeug nach Berlin. Dort wohnte et unter dem Namen Mister Parker Miller unter den einfachsten Verhättnissen im Hotel Bristol, Unter de» Linden. Erst bei seiner Abreise wurde er alS bet mächtige Fttmnzman« erkannt. John Pierpont Morgan hat in Berlin zahlreiche Be­sprechungen mit deutschen Finanz.> Wirtschafts-Autoritäten gehcckn. FLH. renbe Persönlichkeiten der deutschen Bank- und Industriewelt haben mit ihm Berhanbiliungen gepflogen. Insbesondere wollte sich Morgan über die industriellen Verhältnisse in Deutschland erkundigen, und zu Metern- Zwecke nahm er »Mt einem Vertreter des StinNes-Konzerns und so- dcmn auch mit S t t n n e s selber Fühlung. Wei­ter wurden Besprechungen mtt dem Generakvirek. rot Dr. Deutsch von der Alligemeineu Elettrv zttätS-Gesellschast gepflogen, und diese Tatsache allein gemWe, um den KurS der Wtien der A. E. G. außerordentlich aasteigen zu lassen. Wil verlautet, handelt es sich um eine«

Die Gorgen der Rentner.

Eine Eingabe an den Reichstag.

Der Deutsche Rentnerbund hat an den Reichs, tag eine Eingabe gerichtet, der wir folgendes em- nehmen: ES werden namens deS unglücklichen RentnerstandeS folgende Frage» aufgeworfen: L Wrd vom Reichstag anerkannt, daß die kleinen, ietzt arbeitsunfähigen Rentner in einen ganz besonderen T i e s st a « d des wirtschaftlichen Da» eins geraten sind? 2. Ist dem Reichstag ins­besondere bekannt, daß dieser Tiefstand bei einer großen Zahl der Rentner einen Grad erreicht hat, daß Hunger und Kälte sie dem Siech- t« m und dem Hungertode entgegengetrieben ha. ben, «nd in immer verstärftem Maße entgegen- treiben? Andernfalls ist der Bundesvorstand in der traurigen Lage, dieses Herabsinken uns Schwänden der ärmeren Rentner bestätigen zu müssen. 3. HM ss der Reichstag beziehungs­weise die Mehrzahl seiner Mitglieder trotzdem nicht für nötig, zu verhindern, daß Tausende, a Hunderttaulende von Mitbürger» deS Deut- eben Reiches, daß ein ganger Stand ehrenwerter Menschen, die chr Leben lang für das Reich ge­arbeitet und eS unterstützt haben, jetzt aber ver- mögenS- und erwerbSlss sind, vom Erdboden weggefegt werden? 4. Warrrm unterstützt daS fieich alle anderen Stünde, warum allein die chuld- und hiMtzfen Rentner nicht? Sind dies« Rentner Verbrecher, Wer die vom Reiche zu Gericht gesessen wird?

ES kann so sicht weiter gehen!

regierwng, deren Haltung sie auch bezüglich gc wisset Zugeständnisse an Bayer» billigten.

e

Sine Annüdenmg in den Derhandiungen.

Berlin, 9. September. (Privattelegramm.) Die Entscheidung im Berlin-Münchener Konflikt wird nicht vor Anfang nächster Woche er­wartet. I» Berlin nimmt man an, datz die nach München zurückreifende bayerische Delegation keine unbedingte Zustimmung der bayerischen Regierung einholen, sonder« nur Ne Bollmach ten z» weiteren und «bschlietzenden Berhandlmr- gen holen wird. Rur in den arundlegen- den Frage« ist bisher eine Annahe. t««8, aber jedenfalls noch keine aLschlteßeude Verständigung erzielt worden.

etwa in der Form, daß eine große d e »tzsche Industrie-Gruppe in enge Fühlung mtt eurem Konzern amerikanischer Banke« tritt, an deren Spitze John Pierpont Morgan jr. tehen würde. Die Deutsche Industrie-Gruppe würde danach von den in Frage kommenden amerikanischen Banken mtt erheblichen Kapitalien ausgestattet und die Kredite würden ober doch indirekt den deutschen RenhSsinanzen in einem erheblichen Maße zuqrtte t-nrnrodro. Wie weiter verlautet, hat Morgan st. auch auf einer anderen Grundlage MnanIverhandlungen in Europa geführt. Er war vor kurzem in Paris und hat dort die Frage geprüft, in welcher Werse die deutschen Reparalrons-BoadS zur Grundlage einer großen Finanz-Aktion ge­macht werden könnten, für Ne ein internationa­les Finanz-Konsortium zu bestellen wäre. Auch über diese Fragen haben Verhandlungen zunächst unverbindlicher Natur mtt BerKner Persönlich­keiten stattgefunden.

Die Lettungsverbote.

Sn alle« Seile« des Reiche».

(Privat-Tetegrammü

Hannover, 9. September.

Obcrpräsident Roste hat das deutsch-mttionale Göttinger Tageblatt« auf fünfzehn Tage Verbote« und die Beschlagnahme der Rr. 210 vom 8. September angeordnet. Aus München wird gemeldet: Rach einer Mestmng derPassauer Douauzettuug« hat Ne gestrige Sitzung des bayrifchen Kabinetts beschlossen, das von der Reichsregierung verlangte Verbot der München - Augsburger Abendzei­tung" nicht miSznsprechen, da sie nach ein- gehender Prüfung bc8 Mattes eine« Grund hierfür nicht vorliegend erachten kann. Gegen Ne sozialistische ZeitungFranken" in Nürn­berg ist tut Strafverfahren eingeleitet worden, well sie für Ne Ausrufung einer frörst-, scheu Republik Agiiationsmaterial veröffentlicht hat, das Verfahren lautet auf Vorbereitung des Hochverrats. Die in Danzig erscheinende HalbmomttSfchrifiDie Ostwarte ist für zwei Woche« »erböte« worden.

Infolge des Zögerns der Entente glauben die Ungarn mSglichst schnell Vorteile für sich heraus­schlagen zu rönnen. Deshalb haben sie Banden organisiert, die auch von regulärem Militär unterstützt werden. Aus diplomatischem Wege suchm sie aber den Anschein zu erwecken, als seien sie zu einer friedlichen Lösung des SireiteS geneigt. Der ungarische Gesandte in Wien ist beim österreichischen Bundeskanzler er­schienen, um das Bedauern der ungarischen Re­gierung auszusprechen. Trotzdem hat sich Ne Spannung zwischen der Bevölkernng jener Ge­biete so sehr verschärft, daß nur schwer ein Aus- gleich gefunden werden wird, zumal die Ungarn gleich mit Waffengewalt vorgegangen sind, ü-enn gleich auch ohne anttlichen Charakter. Da auch schon Blut geflossen ist, wäre es höchste Seit, daß der absolut untere Streit mit ener­gischen Mitteln geschlichtet wird. Sollten die Ungarn nicht freiwillig ihren Widerstand auf­geben, dann hätte dem Friedensvertrag gemäß Ne Entente die Pflicht, Ne Räumung zu ver­anlassen. General Gordon, der Vorstände der alliierten Milttür-Kommission ht Oedenburg, be­stätigte dem Bundeskanzler Schober, daß es nicht Deutsch-Oesterreichs fei, Westunqarn militärisch m Besitz zu nehmen, sondern daß eS Aufgabe der Entente fei. Ungarn zur Erfüllung deS Friedensvertrages zu zwingen.

Dir Entence-Generüle haben Oedenburg an Deursch-Oefierreuh zu übergeben. Die deutsch- osterrenhifche Wehrmacht wird den Kampf ge­gen unverantwortliche Ruhestmer aufnehmen. Es ist leider zu befürchten, daß dieser Kampf noch großen Umfang annehmen kann. Aus Buda- ftcft wird gemeldet, daß große Verstärkungen Freischärler-Truppen weiterhin abgehen sollen. Die Ungarn verlangen, daß in Westungarn eine Abstimmung siottfindet, und zwar foQ nicht nur der etwa zu wählende Landtag des Burgenlandes befragt werden, oder sogenannte Teilabstimmungen stattfinden, son­dern Ungarn fordert, daß das westungarische Volk einheitlich und zur selben Zett unter der

Mckr Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

ES muß nun endlich auch etwaS für Nefe klei­nen Rentner geschehen! Der Kentnerbund for* dcrt vour Reichstage zunächst eine teilweise Entschädigung dieser Aermsten der Rent­ner für die ihnen auferlegte Enteignung an ihrem Vermögen. Der Bundesvorstand bean­tragt namens der jetzt hunderttausend Mtglie- der des Deutsche« RentneihuudeS: »Der Reichs-: rag wolle baldigst beschli n, fi>l Ge­setzentwurf die veiia Zustin»-

mung zu erteile«: Der Reichstag beschließt fei« gendeS Gesetz: Um Ne entsetznche Lage der 8aN- ialrenüiter zu heben und deren große Not zu Ha­bern, ist ein RetchshilfS f oirdS zu scyaffw, aus welchem alte» diesen Rentnern, die Män-

Unserem gestrigen Wiener Telegramm zufolgi scheint der Streit um das Grenzgebiet xvischrt Oesterreich und Ungarn ernste Folgen nach sich zu ziehen. Die Ungarn drohen den Ossterreickern bereits mtt AuMnden und Krieg Das west- ungarische Gebiet ist bekanntlich der deutsch- österreichischen Republik zugewieser worden. Die Ungarn weigerte« sich ze- doch hartnäckig, das in Frage kommende Gebiet, das sogenannte Burgenland, zu räumen. Der Widerstand gegen Ne Räumung ging nicht von einigen unverantwortlichen Banden aus, zondern wurde ganz offiziell von der ungari­schen Regierung angekündigt. aLs diese den Beschluß faßte, die Odenburger Zone als Faust­pfand vis zur Regelung einer Mlliarden-For- dermrg an Deutsch-Oesterreich zurückzuhalten. Die Entente-Vertreter in Oedenburg haben den Oesterreichern erklärt, eS würde« bet der Besetzung des unganschen Gebiets keine ZwischenMe vorlommlen. Die Oesterrei­cher rückten infolgedessen nur mtt schwachen Gendarmerie-Abteilungen in das ihnen überwie­sene Gebiet ein, so daß die ungarischen Banden leichte Arbeit halten, mit diesen Gendarmerie- Abteilungen auszuräumeii. Voraussichtlich wird jetzt die Entente in Budapest einareifen, aber es erscheint fraglich, ob diplamaiische Verhandlun­gen bei dem Charakter der Ungarn zum Ziele führen. Es scheint, als oh die Budapester Re­gierung einmal die Festigkeit der Seinen Entente versuchen wollte. Doch dürften die Tschecho-S-lo- tovfei und Jugo-Slavien keinen Zweifel darüber lassen, daß sie die Bestimmungen des Friedens­vertrages durch Ne Ungarn nicht verlern lassen.

Die deutsch-österreichische Regierung hat jetzt für die Wehrmacht den Abmarsch vorbereitet. Es ist dies keine Dkobflisierung im früheren Sinne, da ja keine Reserve cinbenrsen wird. Das Berufsheer ist bereits cbmarscb- bereit. Vielleicht har die Wiener Regierung schon wieder zu länge gezögert, da es möglicherweise nickt zu einem Blutvergießen gekommen wäre, wenn von vornhereM stärkere Streitkräfte im Bnrgenlande einmarschiert wären. Die Regie- rang beruft sich aber daraus, daß sie sich den Ent­schlüssen der Entente-Kommission in Oedenburg unterwerfen mußte, Ne in den Uebergabe-Bedin- gungcn ausdrücklich nur Ne Verwendung von Gendarmerie vorschrieb. I» Wie»» sind die En­tentevertreter vorstellig genwrden. um Ne deutsch­österreichische Regierung zu bitten, die Reichs­wehr in Westungarn vorläufig nicht zu verwen­den. Der Botschafterrat werde über die Schwie- ligteiten der Uebergabe Westungarns an Deutsch-- Oesterreich betatdn und einen für Deut'ch-Oester. reich günstigen Beschluß strssen. Bi» jetzt ist aber :

Soweit di< Stimmung der Bevölkerung beurteilt werden kann, dürste Nose Abstimmung ein für Oesterreich günstiges Ergebnis haben. Der Aus­fall der Wbstimmung ist umso weniger zweifel­haft, alS die Bande« den Burgenländern den letz­te« Rest von Sympathie für ihre bisherigen un­garische« Herren genommen höbe«.

Die preußische Regkemng.

«ein Beschluß über die Umbildung.

tPrivat-Telegramm.)

Berlin, 9. September.

Die «estrigen Besprechung-« Mische« Bertre. ter« der preußische« LanNogSsrakthm über die Verbreiterung der Regierung tft ohne Ergebnis verlaust«. Die Soziald««okra- ten vertraten ben Standpunkt, daß das preu­ßische Sabiuett au» Mitglieder« derselben Parteie« zusammengesetzt sei« müsse. Ne die Koalition im Reiche bilde«. Dagegen haben die Wortführer des Zentrums und der bemokra- tischen Partei Ne Erklärung abgegeben, daß sie einer wnbilbung deS Kabinetts ohne Beteili­gung der Deutsche« Bolkspartei nicht zusiimme« könnte«. Da unter diesen Um ständen eine Fortführung der Verhandlungen aussichtslos erschien, wurde bst Sitzung abge­brochen. Dor dem Wieberzusammentrttt des Landtages soll eine neue Aussprache Wer die Regierungsumbildung nicht mehr stattfinben. An brr Konferenz nahmen außer bem Laubtags. Präsidenten Leinert teil: vom Zentrum die Ab­geordneten Herold, Ruft nnb Grebe, von den