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Nr. 199. 11. Jahrgang.

Kasseler Neueste Nachrichten

Donnerstag. 1. September 1921.

Letzte Depeschen

Wald. Die i

Die erste GoldmiMarbe

Lehrplan unentgeltlich.

Weinhaus Winzerstuben

Blunck & v. Boehns, Privat-Handelsschule

Hohenz.-Str. 26 Fernruf 1006

August Milliarde

Pünktlich erfolgte Zahlung. tPrivat-Tclcarannn.)

Berlin, 31

Die zum 31. August fällige erste

LokainachrsMen vom Tage.

Sonntags-Fahrkarten bei der Svhrebahn. Auch die Söhrebahn hat sich dem Vorgehen der Staatsbahn angeschlossen und verausgabt tote»

Weitere Nachforschung.

Die Verfolgung mehrerer Spuren.

(PrtvateTelegramm.)

Berlin, 31 August.

Die Staatsanwaltschaft in Offenburg erklärte gestern abend, daß die bisherigen Ermittlung.^ nach den Mördern Erzbergers noch ohne Er­gebnis geblieben sind. Es bestehl die Mög­lichkeit, daß die Mörder von dritter Seite noch im Schwarzwald verborgen gehalten werden, weil sie nach der Tat überhaupt nicht mehr ge­sehen worden sind. Die Nachforschungen nach den zwei Männern, welche am Nachmitttg des Mord- tages vielleicht auch mit dem D-Zug nach Basel fuhren, werden in der Schweiz mit Hilfe der schweizerischen Behörden fortgesetzt. Auch diese Spur erscheint unsicher. Es steht für die Staats­anwaltschaft auf Grund aller Begleitumstände fest, daß der Mord in all seinen Einzelheiten shstcmatisch vorbereitet war und daß viel­leicht auch eine Anzckhl Mitwisser und Helfer der Mordtat vorhanden sind, deren Motive juristisch immer noch unerwiesen sind. Für ein Komplott sprechen auch noch eine Reihe anderer Feststel­lungen der letzten Tage. In B e r l i n sind meh­rere Verhaftungen vorgenommen worden.

Die Höchftmieten.

Vom Mieterschutzverein wird unS geschrie­ben: Bei Abänderung der Höchstmietengrenze werden gemäß § 4. Absatz 7 der Höchstmieten- Verordnuna laufende Verträge von dem Abäu- derungsbsschluffe nicht berührt. Das besagt, auf die Praxis angewandt folgendes: Alle Vertrage sind so lange .kaufende", bis sie durch fristge­mäße vertragliche oder gesetzliche Frist, letzteres

RonnefeldtsTee

aromatisch und ausgiebig, billigte Vertraue#

Niederlagen in allen Stadtteile»

Sin Beileidstelegramm des Vapstes.

Bieberach, 31. August. (Eigene Drahtmeldung.) Am Auftrag- des Papstes hat der Kardinal Caspari ein langes in wainnen Worten gehalte­nes Beileidstelegramm an Frau Erzberger ge­richtet.

HsaptschrtMeUer Fortftrtebrtd)»teilet. «rra»,«örtlich für ben vol tikchen unb allgemeinen Teil fforl Friedrich Dreßler. Für den letalen Teil: Rudolf 6 e e n em aw Rftr ben tlnjetgertetl. Walter Röte, Druck und Berta« Raffelet Rexefte Rachrichten (fierbUanb Noch) fümllich tn Raffe

nen-Kranken-AutoSore* 103 Personen. Einzel- leistungen der Kolouneumitglieder, außer der Wache, sind hierbei nicht mit aufgeführt. Bei Unfällen oder Krankentransporten Tag und Nacht, hier und auswärts: Auf Wache Orleans- straße Nr. 15, Fernsprecher Nr. 1353.

Die entführte Brieftasche. In einem rn- dustriellen Werke vor dem Leipziger Tore legte ein Arbeiter seine mit 1500 Mark gespickte Brief­tasche in den Werkzeugschrank, verschloß diesen und als er to-iederkam, das Geld zu holen, war ein NachschLisieldiev am Werke gewesen ... das Geld war weg!

Ein verwegener Einbruch. In der letzier Nacht griffen Einbrecher ein Geschäft am Kav serplatz an. Sie versuchten die Äußensthlöffer anzuböhren, gerieten aber immer auf Eisen. Dann schlugen sie die Schaufensterscheibe ein und stahlen elektrische Bekeuchtzingskörper, Bü­geleisen und dergleichen im Werte von über fünftausend Mark.

-^Festnahme eines Kartosfcldiebes. In einer der letzten Nächte wurde durch den Feldhüter B. in Bettenhausen ein Mann festgenommen, der auf den Kleinländereien auf dem Forst Kar­toffeln entwendete, die derselbe angeblich ver­kaufen wollte.

--- Allerlei vom Tage. Gegen die E i n f u h r ausländischer Luxuswaren soll jetzt auch die Schule wirken. Der Verband deutscher HauSfraueuvereine hatte den Mm st er für Wis- senschaft, Kunst und DolksbiMmg gebeten, dort auf die Gefahr hinzutoeifen, die der deutschen Wirtschaft durch den Verbrauch dieser Waren droht. Die heimische Industrie wird lahmgelegt, die Arbeitslosigkeit vermehrt und Unruhen vor­bereitet. Der Minister hat der Bitte entsprochen. Die Mahnung soll an geeigneten Stellen des Un­terrichts und an Elternabenden geschehen. Als Grundlage dienen geeignete Flugblätter. Aus Anlaß des Geburtstags der Königin von Holland hat heute das niederländische Konsulat in der Kölnischen Straße die blau­weiß-rote Fahne mit Orange-Wimpel gehißt. Der Polizeipräsident gibt heute die Auf- Heb u n g des gegen den Metzger Friedrich Roß in der Schönfelldcrstraße im April 1919 erlassenen Handelsverbots bekannt.

*- Wie wird das Wetter? Der amtliche Wet­terbericht besagt für den morgigen Donners­tag : Vorwiegend noch heiter, höchstens ganz vereinzelt leichte Regenfälle.

Veranstaltungen am Donnerstag. Statt!. Schauspiele:, Der Troubadour*, T/, Uhr. Residenz - Operetten - Theater: Eine BEnacht", 7% Uhr. Neues Thea­ter: Geschloffen. Deutsche Volkspar­tei: M. d. R. Morath über Beamtenfmgen, Evgl. Vereinshans, 8 Uhr. Winzer st üben Neue Darbietungen, 8 Uhr. Blaue Maus: Jim Scheer, 7V. Uhr. Parkschlößchen: Künstlerkonzert 4 Uhr Heute Mittwoch: Soz. Kundgetemg, Stadthalle, 8 Uhr.

digung MM Abläufen gebracht sind. Bei monat­licher Kündigungsfrist kann daher Ende Septem­ber zum 1. Oktober gekündigt, vom 1. Oft ober ah die Miete gesteigert werden; Bei vierteljährlicher Kündigung kann Ende September zum 1. Za- riKrr 1922 gekündigt, vom 1. .Januar 22 ab die Miete gesteigert werden. Bei halbjährlicher Kün­digung kann Ende September zum 1. April 1922 gekündigt, vom 1. April 22 ab die Miete gestei­gert werden. Bei gütlicher Einigung, die wir auf der Grundlage dieser Gesichtspunkte de.r Mietern raten, kann die Inanspruchnahme des Meteinigungsamtes vermieden werden. Im üb­rigen weisen wir daraus hin, daß es sich bei den 35 Prozent um die Höchstmiete (nicht um eine MndesünieteN handelt, d. h. die Vermieter dürfen in diesem Rohmen bis höchstens 35 Pro­zent ihre Forderungen steigern. Hat der Mieter die Ueberzcugung, daß der Vermieter mit weni­ger ouskommr (wir kennen zahlreiche Häuser in Kassel, deren Besitzer mit 18 Prozent auskom- mcn) so kann er dir Festsetzung der Prozentzahl der Prüfung und Entscheidung des Mieteini- guugsamtes überlassen. Hierfür kommen beson­ders die Fälle in Frage, wo der Mieter die Ueberzeugung hat, daß schon die Friedensmiete vom 1. 7.14 über Ortsüblichkeit hoch gewesen ist.

Dottagsanmeldungen.

Der Fernsprecher nach dem 1. Oktober.

Nach der neuen Fcrnsprechordnung können vorn 1. Oftdber ab im Fernverkehr Gespräche be­reits dnt Rackmiittag des Vortags gegen eine be­sondere Gebühr von 50 Pfg. für die Anmeldung eines jeden Gesprächs unter Angabe einer be­stimmten Anmeldezeit bestellt werden (»Vortaos- anmctbimgen"). Der Teilnehmer hat bei dielen Vortagsanmeldrmaen den Vorteil, daß er die Anmeldezeit beliebig bestimmen kann, seinerseits also nicht gezwungen ist, die Gespräche in früher Morgenstunde anzumelden.

Daneben können vom 1. Oktcber ab schrift­liche Vortagsanmeldungen, sowie Dauer­anmeldungen zugelassen werdenz das sind Anmeldungen auf täglich zwischen denselben Teilnehmrrsvrechstellen auszusührende Gesprächs- Verbindungen, die für einen längeren Zeitraunt. zum Beispiel vierzehn Tage, im voraus bestallt werden. Einrichtungen dieser Art werden jedoch nur in solchen Orten zugelaffen, Wo ein Bedürf­nis dafür vorliegt.

Die gewerbsmäßige Anmeldung von Fern­gesprächen durch Dritte ist nach der neuen Fern- sprechordnung verboten und gilt als mißbräuch­liche Benutzung des Anschlusses. Die Höchstdauer einer Ferngesprächsverbindung wird durch die reue Fernsprechordnung auf fünfzehn Minuten begrenzt, damit die Leitungen künftig einem wei­teren Kreise von Benutzern zur Verfügung ge­stellt werden können.

daß es sich um griechisch-römischen Kamps und keinen freien Stil handelt. Er hat einen schwe­ren Stand. Aber auch Pinetzft kommt in die schwierigsten Lagen Am Ende der zweiten Runde rettet ihn nur das Abpfcifen der Pause vor der sicheren Niederlage Ueberraschend ge­lingt schließlich nach 38 Minuten der ««eg den Polen. Bambula ist wie vor den Kopf geschla­gen, sieht dann aber seine Niederlage ein und reicht dem Polen d.nde Hände. Dieses faire Ver­halten bringt ihm den gleichen Jubel ein wie dem Sieger. Heute abend geht es nun zu Ende.

Neues miif Kassel.

mittag die endgültige Form gefunden werden kann.

Entscheidung erst Ende Oktober?

Genf, 31. August. (Eigene Drahtmeldung.) Echo de Paris" meldet, daß der Urlaub des Generals Lerond bis 5. September verlängert worden ist. Die alliierten Truppen­transporte nach Oberschlesien seren rn den letzten Tagen zum Abschluß gelangt. Dem Temps" zufolge findet die nächste Sitzung des Obersten Rates erst Ende Oktober statt. Auf ihr wird auf Grund des dann vorlie- genden Gutachtens des Völkerbuudrates die Entscheidung über die Zuteilung Ober- sihlefiens fallen.

postöiebftähle.

Betrübliche Feststellungen vor Gericht.

(Privat-Tclegramm.)

Elberfeld, 31. August.

Die Elberfelder Straftammer verurteilte einen Postschaffner, der sich seit dreißig Jahren im Dienste befand, zu achtzehn Monaten Gefäng­nis und sprach ihm die Fähigkeit zur Bekleidung von Aemtern auf die Darier von fünf Jahren ab, weil er von 1915 bis 1920 fortdauernd Postrau. bcreien begangen hatte. Bei einer Haussuchung fand man ein ganzes Warenlager gestohlener Pakete und sonstiger Wertsachen bei ihm vor. Ein höherer Beamter der Düsseldorfer Postdirek­tion erklärte bei der Gerichtsverhandlung, daß bei ihm ein Hauptherd für Postdiebereien ent­deckt worden fei. Im Laufe der letzten Jahre seien in verschiedenen Bezirken etwa zehntausend Pakete gestohlen worden, wofür der Hostfiskus innerhalb einer kurzen Zeit acht Millionen Mark Schadenersatz leisten mutzte.

Im besetzten Gebiet.

Erntestörungen durch Manöver.

Worms. 31. August. (Eigene Drahtmelvmig.) Die Manöver der französischen Besatzungstrup- pen haben sich in der letzten Zeit zu einer Quelle steten «crger-3 für die landwirtschaftliche Bevöl- kerung entwickelt. Teilweise wird wochenlang in dem davon betroffenen Gelände jegliche Erntch arbeit unmöglich gemacht. Welche Ausdeh­nung diese Manöver teilweise annehmen, beweist eine neuerliche Bekanntmachung des Kreisamtes Worms, wonach zwischen dem 13. und 24. Sep­tember und swifdjen dem 1. und 12. Oktober jeden Vormittag zwischen 5 und 12 Uhr außer Donnerstags und Sonntags. Scharfschießen mit Gewehren, Maschinengewehren und Ge­schützen auf dem Gelände einer Reihe von Ort­schaften veranstaltet werden. Den Einwohnern bleibt somit nur ein Wochentag und der Sonntag für die notwendigen Arbeiten dieses ganzen Gebiets.

igs-Rückfahrkarten nach Wellerode- _____ ___Fahrpreise sind so niedrig gehalten, iiaß sie teiHverse wesentlich unter den Preisen der Waldkappeler Strecke Zurückbleiben. Diese Maßnahme ist umso mehr zu begrüßen, als hier­durch den Wanderlustigen die herrlichen Wälder der Söhre mehr noch als bisher erschlossen

Keine Demonstrationen.

Verbot von Kundgebungen unter freiem Himmel.

Der Polizeipräsident veröffentlicht heute eine Polizei-Verordnung vom gestrigen Tage, die aus Grund der gestern mitgeteilten Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August sämtliche öf- sentlichen Aufzüge und Kundgebungen- unter freiem Himmel verbietet, die geeignet sind, int Sinne des Paragraphen 4 der angezogenen Ver­ordnung Unruhen oder Aufreizungen innerhalb der Bevölkerung hervorzurusen. Sämtliche bis­her hier gestellten Anträge auf Genehmigung zur Abhaltung von derartigen Festlichkeiten. Aufzügen und Kundgebungen werden hiermit abgelehnt. Verstöße gegen die Polizeiverord- itung werden rücksichtslos, gegebenenfalls unter Anwendung aller zu Gebote stehen­den Mittel sofort unterdrückt. Ver­anstalter oder Teilüchmer an solchen verbotenen Aufzügen usw. werden außerdem zur gerichtli­chen Besttafung gebracht, denn ... 8 5 der Ver- ordnung des Reichspräsidenten besagt: »Wer ei­ne im § 4 verbotene Versammlung usw. veran­staltet oder in einer solchen verbotenen Ver­sammlung usw. als Redner auftritt, wird mit .Geldstrafe bas zu 500000 Mark und mit Ge­fängnis nicht unter einem Monat, wer an einer verbotenen Versammlung teilnimmt, mit Geld­strafe bis zu 100000 Mark und mit Gefängnis oder mit einer dieser Strafen bestraft'.

Der Polizeipräsident fügt hinzu: Von dem bisher betätigten gesunden Sinne der Bevöölke- rung erwarte ick. daß ich zu keinem polizeilichen Einschreiten gezwungen werde und daß von je­dem einzelnen die Ruhe gewahrt und alles ver­mieden wird, was Anhänger anderer politischer Richtungen in ihren Anschauungen verletzen könnte.

49z- Minuten! Diese lange Zeit spricht am|j. B. bei mündlichen Mietsverträgen> Kn besten für die Schwere des Kampfes. Und dam ' -« ~ *

ein ungleiches Piar. Der schwere Reger Bam­bula und der riesige Pole Pinetzki mit sei­nen Fangarmen! Bambula muß wiederholt durch den Schiedsrichter daran erinnert werden,

werden ,, ,

4- Preisaufschlag bei den Krankenhäusem. Die Krankenhäuser befinden sich infolge des An­ziehens der Preise für Lebensmittel usw. in pre­kärer Loge. Sie mußten sich deshalb, wie aus einer heutigen Bekanntmachung hervorgeht, zu einer Erhöhung ihrer Sätze entschließen. Ein­heimische haben jetzt pro Tag je nach Klaffe 50, 35, 20 Mark, Auswärtige 60, 40 und 25 Mark zu zahlen.

-h Zur letzten Ruhe. Gestern vormittag wur­de von der Kapelle des Israelitischen Friedho­fes in Bettenhausen aus der verstorbene Senior­chef der Schneiderartikel-Großhandlung H. und M Hornthal, Paul HörntHal, zur letzten Ruhestatt geleitet. In München, wo ft Heilung von tückischem Leiden suchte, _ift er, erst 53 Jahre alt, heimgegangen. Seiner Tätigkeit verdankt die Firma den achtunggebietenden Ruf, deffen sie sich weit über die Grenzen der Vaterstadt er­freut. Am Grabe gedachte Landrabbincr Dr. Walter in einem ttefempfundenen Gebete des Toten, und Dr. Blumenfeld widmete sei­nem Logenbruder, deffen edlen Denkens und MÄens er mit Worten der Dankbarkeit und Wehmut gedachte, innige Abschiedsgrüße.

Zusammenschluß jüdischer Frontsoldaten. In den Räumen der Sinai-Loge sand bei starker Beteikigung die Gründung einer Ortsgruppe Kassel des Reichslundes jüdischer Front­soldaten statt, die den Zusammenschluß der jüdischen Frontsoldaten Deutschlands zur Wahr- Nthmung ihrer gemeinsamen Interessen, beson­ders zur Abwehr aller Angriffe bezweckt, die auf eine Herabsetzung ihres vaterländischen Verhal­tens im Kriege gerichtet sind. Mitglied des Bun­des können jüdische Kriegsteilnehmer deutscher Staatsangehörigkeit werden, die zur kämpfenden Truppe gehört und in der Gefahrzone Dienst ge­tan haben, während ein Frontdienst von nur vor­übergehender Dauer nicht in Vettacht kommt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Regierungsrat a. D. Dr. Stein Mwahtt.

Opfer einer Schlägerei. Auf der Sanität s. wache Fuldabrücke wurde gestern ein Mann ver­bunden, der in eine Schlägerei geraten war uud dabei Verletzungen aller Art, vorwiegend am Kopf und an den Armen, als Andenken erhielt.

Unfall im Bergwerk. Im Kohlenschacht '«lttnrnerdde bei Hessisch-Lichtenau brach ent Bergmann, der bei der Arbeit verungWckte. ein Bein. Der Verunglückte wurde nttt der Bahn nach Bettenhausen und von dort durch die Sa« nitätswache Fuldabrücke nach dem Landkrauken- hause gebracht.

Vom Kasseler Sanitätswesen. Nach dem Montasbericht der Freiwilligen Sanitätskolonne von: Roten Kreuz <E. V.) Kassel wurde die Wache Orleansstraße Nr. 15 im Monat JE 548 mal in Anspruch genommen und zwar: 33 plötz­liche Unfälle, 28 Transporte von auswärts nach hier und umgekehrt. 94 Krankentransporte inner­halb der Stadt. Erste Hilfe wurde von der Wache geleistet bei 182 Unfällen und 211 Plötz­lichen Erkrankungen. Die Beförderung erfolgte mit folgenden Fahrzeugen: Räderbahre 37, Fahr­radbahre 9. KrankenstuLl 6 und eigenes Kolon­

Auto-Gtmßenrelnlgung.

Ein Probekehren in den Straßen

Die Stadt Kassel beabsichtigt, auch die Stra- ssenreinigung zu automobiläsieren. Seit acht Tagen fegt allabendlich eine Krastkehrmasckine die Straßen. Gestern abend waren wir einae- laden, einer solchen Probe beizuwohuen. Sie ging diesmal von der Moltkestraße aus über den Lutherplatz und die Bahnhofstraße und brachte den ganzen Abend über die Jugend auf die Beine. Das war einmal wieder ein Schauspiel! Ein elegantes, in Form eines Tor- pedoboots gehaltenes Auto mit 24 PS. sauste blitzschnell davon und warf den Straßenschmutz beiseite, kam wieder, entfernte auch den Rest und was dann noch blieb, das muß genau wie bisher mit dem Handbesen weggefegt werden. Die Maschine ist ein Schützengraben-Erzeugnis. Ein Infanterieoffizier entwarf sie auf Feldpost- farten und als Krupp, der auf der Leipziger Messe soeben als erster Schwerindustrieller ver- .treten ist, sich auf Friedensbetrieb umstellte, übernahm er in seiner Geschoßabteilung neben dem Bau anderer Automobile auch die Herstel­lung dieser nützlichen Sache.

Beim Probereinigen der Altstadt, abends von 9 bis morgens 3 Uhr, wurde eine Arbeit ge­leistet. die sonst drei Pferdekohrmaschinen tn acht Stunden bezwingen. Das bewegliche Auto fuhr in die schmalen Gassen hinein, wendete was wir gestern auch gesehen haben mit Blitzesschnelle und bewundernswürdiger Leich- ttgkeit fast um die eigene Achse und fuhr die steilen Altstadtstraßen bergan die jetzigen Kehrmaschinen tun's nur abwärtsund zwar so gut wie lautlos. Künftig wird kein Hüh und kein Hott die Straßenruhe stören, wenn des Nachts die Straßenfeger kommen! Sehr richtig bemerkte einer der Herren von der anwe­senden Straßenreinigunigskommission zu Stadt­rat Henrici: Es scheint, daß der Pferdeeinkaufs­kommissar der Stadt Kassel so langsam zur sa­genhaften Persönlichkeit wird ...! Bei der er­wähnten Altstadtprobe hatte sich herausgestellt, daß die Piassavabefen für Asphalt bestimmt wa­ren, mcht aber für unser dem bergigen Charak­ter angepatztes Kopfsteinpflaster, und da sprang unser heimisches Handwerk ein: In der Nacht zum Sonntag besetzte ein hiesiger Bürstenmacher eine neue Walze und nun klappte die Sache!

Fachleute haben die Rentabilität bestä­tigt. Solche Maschine kostet 78 700 Mark. Drei werden nnr gebrauchen. Vielleicht auch noch eine Reservemaschine. Zu berücksichtigen ist auch, daß wir bisher unseren Pferdebestand durch Ver­kauf von Pferden urtb Ankauf jüngerer und stärkerer ständig ergänzen mußten. Heute ist ein gutes Pferd nicht unter 35 000 Mark zu haben. Die verantwortlichen Stellen haben bestätigt, daß die gestern abgeschlossenen Proben gut ausgefallen sind. So wird wohl demnächst an die Automobilisierung der Straßenreinigung herangetreten werden! Möglicherweise wird auch noch ein Motor-Sprengwagen eingestellt!

Vreußens Kabinett.

Berlin, 31. August. (PrivatteüegrammJ Es ist nicht unwahrscheinlich, daß noch vor dem Znfarmnentreten des Landtags am 28. Septem­ber die Frage der Umbildung des preußt- schen Kabinetts durch die Zuziehung der Sozialdemokraten von neuem akut wird.

Das Wiesbadener Abkommen. «ra

London, 31. August. (Eigene DrahttneDung.) Daily Telegraph" schreibt zum Wiesbadener Abkommen: In britischen Kreisen herrscht Zurückhaltung bei der Erörterung desselben. Es sei sehr zu bezweifeln, daß Deutschland während der ersten Jahre seiner Wiederherstel- luna wirklich Ratenleistungen im Gesamtwerte von 350 Millionen Pfund Sterling jährlich für Frankreich allein aufbringen könne.

Amerika gegen den Völkerbund.

Genf, 31. August. (Eigene Drahtmeldung.)' DerHerald" meldet aus Washington: Der Se- mttsausschuß verwarf mit allen gegen zwei Stimmen einen neuen Antrag des Senators Murrad, der Amerikas Eintritt in den Völker­bund verlangte.

Deutsche Lokomotiven fflr Rumänien.

Bukarest, 31. August. (Eigener Drahtbericht.s Bukarester Blätter melden, daß die rumäni­sche Regierung ein Angebot Deutschlands auf Lieferung von Lokomotiven im Werte von 430 Millionen Lei auf Rechnung der General­banknoten angenommen habe.

Unruhen in Irland.

London, 31. August.. (Eigene Draht Mel­dung.) Aus Belfast sind im Laufe des gestrige» Abends beunruhigende Nachrichten eingelaufen. Die Meutereien und Unruhen sind schwe­rer geworden. In den späten Abendstunden schos­sen die Kundgeber von den Dächern und aus den Fenstern der Aorkstraße. Mehrere junge Leute wurden getötet Zeitweise war eine heftige Schie­ßerei aus dem Innern der Stadt zu hören.

Ungarn und Amerika.

Budapest, 31. August. (Eigene Drahtmel­dung.) Der Sonderfrieden zwischen Amerika und Ungarn ist gestern nachmittag vom Minister des Auswärtigen und dem amerikanischen Oberkom- missar Grandsmith unterzeichnet worden.

Goldmark ist, wie verlautet, bis auf einen kleinen Rest bereits zu Händen der Reparationskommis- ston beglichen. Der noch ausstehende Betrrg wird heute der Reparationskommission Überwie­sen werden. Dckmit ist dann pünttlich und inner­halb der in dem Ultimatum vom 15. Mai fest gesetzten Frist die erste Milliarde Goldmark ab- gebürdet und zugleich die wichtigste der Voraus- ietzungen erfüllt, die der Oberste Rat in seiner letzten Rote für die Beseitignua der wirtschaft lichen Sankrionen am Rhein gestellt hat.

Am Oberschleflen.

Die Besprechungen im Bölkerbundrat.

(Eigen- Trahimeldung.)

Gens, 31. August

Auf der Donnerstag-Sitzung des Bölkerbund- rates steht wieder an erster Stelle die Oberschle- stche Frage. Zuerst soll, wie verlauter, der Dele­gierte Frankreichs sprechen. DemJournal- zu­folge liegt für die Donnerstag-Sitzung bereits der Antrag Italiens vor, eine sechsgliedrige Kommission zu bilden, behufs Vorbereitung einer sachlichen Entscheidung durch den Bölkerbundsrat. Heute findet keine Sitzung des Volkerbundrats statt, wielmehr werden seine Mitglieder in privaten Besprechungen das oberschlefische Problem erörtern, sodaß für die Verhandlungen am Donnerstag nach­

Anmeldnngen zum Winterhalbjahr 1921)22 werden entgegengenommen.