Einzelbild herunterladen
 

Raffelet Neueste Nachrichten

1L Jahrgang. Nr. 198.

05; 3. Dombach. 1848

Anerkennung.

-s-

!tt in

tag findet voraussichtlich in Kassel statt. Während ff £ Ser ffrMÄÄP« gemeinsamen Tafel sprach CTerftleutnant errotr,» Mariarmi IHLbwer. Er, der als Hauptmann die fünfte

^rste sei, der ihn - AompaMie ins Feld führte, war später Batail- °J*f st^de Schultern gelegt, der tons» und zuletzt RoaimentAommandeur von R. ihm wert überlegen fet! Diese ehrenvolle gq «nch er legte dar datz die Situation bei (SrnSTimn ««rtnrrn« Sew toy« vut, vub, *E öauuiiyn Ki

I

K. F. Vf

ren, er sei mit dem Bewußtsein auf die Matte getreren, eine Niederlage zu erleiden. Während zwölf Jahren sei dieser Rctpf einer der schwer-, ien getvesen, den er je durchgefochten hat. Dann iol der Entscheidungskampf Löwe-Schlesien ge- gen Ritzler-Württemberg nach einer Gesamtzeit"

Erklärung gewann dem Neger die Svmvatdien des Publikums «rairf. Spontane Bravorufe wurden ihm zuteil. Beide Gegner reichten ft®

Ter kennt nicht Leiden, nicht Beten, nutzt Sitten, Der immer nur für sich selber gelitten, Der kennt nicht die Hoffnung, so zehrend ost. Der immer nur für sich selber gehofft»

Leipziger Herbstmesse.

Markt Besuch und gutes Geschäft.

//tu \

(v£tgeTt£T Dmcyt.)

Leipzig, 28. Augufk.

Hochsp tenhausen,

Olympische Staffel: 1 Kasseler Turn- gemeinde; 2. T. u. Spv. 1848.

Kugelstoßen (Anfänger): i. Tripp, T. u.

Rspv.; 2. Groß. Polizeiverein f. Leibesübungen;

4><100 Meter-Staffel: £ T. u. Spv. 1848: 2. Pol.-B. f. L.

Schweden » Staffel: £ C. T.; L Po£- V. f. L.; 3. T. u. Spv. 1848.

In den Damen- Konkurrenzen wurden fol­gende Leistungen erzielt:

100 Meter: 1. Fr'. Klappert; 2. Ftzl. Schulze; 3. Frl. Pritte, sämtlich T. ic Spv. 1848.

We itsprung: £ Frl. Schtflze, 2. Frl. Otte; 3 Frl. Klappert, stl T.. u Spv. 1848.

Dreikampf: 1. Frl. Schulz; 2. Frl. Klop' pert; 3. Frl. Otte.

4X100 Meter-Staffel: £ Kasseler Turngemeinde; 2. T. u. Spv. 1848; 3. Borussia- FuLa W. E.

100 Meter Senioren: £ Fischer-Gie­ßen 1900, 2. Sellhast T. tt Spv. 1848, 3. Melzer, Borussia-Früda.

400 Meter: £ Maurer, 1848; 2. te Laake, Borussia-Fulda, 3 Meter zurück.

800 Meter: £ Beck. T. u. Spv. 1848; 2. Wendelmuth 1848.

Hürdenlauf. £ Paulus, Gießen 1900; 2. Hitth 1848.

5000 Meter: 1 Walpert, T. u. Spv. 1848 vom Mal, der 200 Meter Vorgabe gab und trotzdem einen leichten Sieg landete.

Speerwerfen: £ Nötiger, C. F; 2. Spohr, T. it Rspv. Wehlheiden.

Diskuswerfen; War dem Meister Pau­lus nicht zu nehmen.

D r e i k a m p f: 1 Paulus, Gießen: 2. Hitth 18®: 3. Evsel, Pfei£

4X100 Meter-Staffel: £ T. u. Spv 1848; 2. Gießen 1900; 3. Borussia-Fulda. Zeit: 45,7 Sekunden.

Junioren, 100 Mete.r - £ Kuhn-Bo- russia-Fulda; 2. Helbing C T.; 3. Fehrmann, T. u. Rspv.

400 Meter: 1. Braud, T. und Spv. 18®;

2. Blumenstein, C. T.

Turnen, Sport und Spiel

Die nationalen Wettkämpfe

2m Reiche der Kunst.

Staatliche Schauspiele.

.Die Reise in die Mädchenzeit*, Lust­spiel von A Engel und H. Saßmann.

Endlich wieder einmal ein neues Lustspiel der feineren Art. Keine Zweideutigkeit und feine Plumpheit Ein Salonstück, dessen Stärke darin liegt, daß es eins humorvolle Geschichte mit vlst Witz und gutem Geschmack erzählt. Der Kern der Handlung ist wie folgt: Zwei junge Ehe­paare, das eine, Julian und Beate, acht Monate verheiratet: das andere, Bobby und Liane, erst einige Wochen vermählt, spielen neben- und mit­einander. Tas achtmonatige Paar ist in Zwi­stigkeiten geraten, weil die junge Frau sich un­verstanden glaubt Ne beschließt, den Gatten zu verlassen und ins elterliche Haus, in die Mas- chenseit lurüduitdbren. Zwar weiß sie keinen

Ost schon macht' ich die Betrachtung Bei des Lebenspfads Besteigung: Nur nicht Neigung ohne Achtung, Lieber Achtung ohne Neigung!

Das Entschetdungsringen zwischen Erlen- kamp und Bambnla fand gestern unter starkem Andrang deS Publikums statt. Bmn- bula. sagte Schiedsrichter Marianni, ist unbe­siegter Meister im freien Stil und legte dann die gestern schon hier anaeWndigten Gründe für die Neuauflage des so unschön gewesenen ersten amerikanischen Ringens dar Diesmal ging es besser zu. Erlenkamp, auf dessen Seite alle Sym- pothien waren, gab schon in der ersten Runde glänzende Protzen seiner Körperkraft. Der Ne­ger hatte zu ächzen. Zu Beginn der zweiten Run­de wäre der Wellmeister beinahe geworfen wor­den, aber er befreite sich im letzten Augenblick unter stürmischem Jubel des Hauses aus der ei­senharten Umarmung des Regers. In der drit­ten Runde begann der wütens werdende Neger zu schlagen. Die Antipathie argen den Ne­ger stieg. Aber der Reger fand feinen Meister. Urplötzlich überraschend mit Aufgebot über« menschlicher Kraft, faßte Erlenkamp seinen Gsgg ner und legte ihn elegant auf beide Schultern? In 16% Minuten hatte Erlenkamp gesiegt. Das

Es ist so vieles nichtig, Was leuchtet und besticht. Das falsche Glück macht wichtig, Das wahre Glück macht schlicht

Hermann Helmholtz.

Siu hundertjähriger Gedenktag.

Am 31. August sind es hundert Jahre her, daß der berühmte Arzt Hermann Helmholtz ge­boren ward. Als Sohn eines Gymnasialprofes. sors studierte er die ärztliche Wissenschaft und hat später der Menschheit große Dienste erwie­sen. Cs war im Jahre 1850, als der junge Ge­lehrte in der von ihm begründeten Berliner Physikalischen Gesellschaft zum ersten Male von seiner Entdeckung Kunde gab, die zur Grundla­ge der gesamten modernen AugeuheWunde wer­den sollte, und die. wenn er nicksiz anderes in seinem Leben geschasten hätte, ausgereich' haben, würde, ihn zu einem der größten Wohltäter der Menschheit zu machen. Mit den primitivsten Hilfsmitteln, mit etwas Pappe u. eintgen Mi­krostop-Teckgläschen hatte Helürholtz das erste Instrument hergestellt, das eS ermöglichte, in das Innere des Auges zu blicken.'

Zugleich mit weiteren Untersuchungen auf dem Gebiete der Optik und der Physik deS Auges wandte sich Helmholtz zu. Beginn der fünfziger Jahre auch dem Studium der Akku» stik zu, Unteissuchungen. die mehr als ein Jahr­zehnt umfaßten, und deren glänzendes Ergebnis feine im 8ahre 1862 erschienene »Lehre von den Tonempsindungen" war. Das Werk ist die Grundlage der gesamten Wkustik gewor­den; von der Fülle der Ideen und Anregungen physikalischer und Physiologischer Art, die in ihm vereinigt sind, kann hier nicht einmal in der oberflächlichsten Aufzzählung d'e Rede sein. Was Helmholtz sowohl aus dem Gebiete der Opttk wie der Akkustik zu seinen bahnbrechenden Forschun­gen befähigte, das war seine universale Beherr» schimg aller hierbei in Ve racht kommenden Wis­senschaften. Er war Mediziner, Anatom und Plysiologe, Physiker und Mathematiker in einer Person. Er war MuMbeoretiker, Musikkenner und ausübender Musiker, er war dabei ein Ex­perimentator von nie wieder beobachteter Ge­nauigkeit und Erfindungs'abe, kurz, ein na­turwissenschaftliches Universal­genie, das alle Wissensgebiete, denen er sich zuwandte. vom Fundament aus bis zum Gip-

©ie offiziellen Meßveranstaltungen haben am Sonnatbend atzend mit einer Tagung der Deut­schen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in der Leipziger Handelskammer begonnen, auf der der Kölner UniversiiSisprofessor Dr. Prion über Betriebswirtschaftliche Valutafragen berichtete. Im Laufe des Sonnabend hielten außerdem ei- 800 Meter: £ Brand, 1848; 2 Riede, ne Anzahl Verbände und Ausschüsse Versamm-iE. T.

tun«: 1 Große T. u. Spv. Bet- von 2,19 Stunden zugunsten des Schlesiers aus. 160 Zentimeter; 2 Böge. Göttingen Das Ringen des Unterlegenen veMent volle

der Tum. und Sportvereins 1848 nähme, jeder Beziehung einen guten sportlichen Verlauf; es waren leider nicht alle angemeldeten Kämp- fer erschienen; so fehlten der Langstreckler Ka- stenholz-Siegen. der Mittelstreckler Most, wäh- renh Houben-Krefsld Startverbot hatte, weil er zum Bundeskampf gegen die Schweiz aufgestellt ist. Die heiße Witteruna hafte auch viel Zu­schauer abgehalten. So war die Massenbeteili­gung der Zuschauer nicht auf der erhofften- he. Die einzelnen Ergebnisse gestalteten sich wie folgt:

NUMN-Eschwege, Schenk-Gocha. Die Form, in der daS Unterstützungswesen sich gestalten soll, wurde genau festgelegt Der nächstjährige Regiments-

3)oncq.

RuhmeStag des Reserve-Jnf.-Regts. 83.

Wie bereits geftern kurz berichtet, stand der Regimentstag des Reserve-Infanterie» Regiments 83 im Zeichen der Erinnerung an die Schlacht bet Aoncq, unweit Monzon an der Maas. Im Fronhof zu Marburg fanden sich schon am Sonnab-nd wider Erwarten viel Reserve-Dreiundachtztger" ein. Bald war eine angeregte Unterhaltung im Gange. Nicht zuletzt über dje große Schlacht bei Toney.Heute, am 27. August," warf der spätere Feldwebel Raible ein, »bekamen wir die eiste Feldpost!" Allmählich schälte sich aus dem großen Erinnemngsaus- tausch eine Vorfeier des Regimentstags. Haupt­mann d. L. a. D. Tönniges, Vorsitzender des Marburger Vereins Res.-J.-R. 83, entirot den Willkommensgruß und gedachte dabei der Gesal- fenen. Stimmungsvoll klang dazu das alte Lies Ich halt' einen Kameraden.- Es erwiderte f6r die Kasseler Abordnung Leutnant d. R. Kap» Hengst, der mit kühnem Schwung der Rede in die Fülle der Erinnerungen griff und darlegte, wie kritisch die Lage bei Doncq gewesen, und tote das Reserve-Regiment 83 in jedem . Schlamassel" eingesetzt wurde Unvergessen sei auch die Was- senbrüderschaft mit der braven Drei zehner Artil­lerie. Besonders erwähnte er aus der Reihe der Regiments führer den Mbeliebten Oberst Pohl­man n, von dem ein Schreiben vorlag. Der jetzige Generalleutnant a. D. bezeichnete die Zeit, da er das Regiment führte, als die stolzeste sei­nes Letzens und bestätigte, was Kaphengst über ihn gesägt hatte. Besonders begrüßt wurden die ehemaligen RegimentSführer v. Wodtke und Kropf Ersterer teilte persönliche Erinnerunaea an die Schlacht bei Noncq mit Obwohl die Füh­rung in dem dichten Walde versagen.mußte, klappte die Sache doch, well jeder der alten Sol­daten auch obne Führung in gewohnter Dis­ziplin seine Pflicht getan. Diese Eigenschaften muß sich unser Volk gerade jetzt erhalten, wo ost- maks die Führung versagt Jeder Einzelne hat selbständig Hand anzulegen am Wiederaufbau des Vaterlandes. Jedenfalls bestand zwischen Führung und Truppe ein gutes Verhältnis. Rechtsanwalt Dr. Schneider -Kassel trat für treue Kameradschaft ein. Es muß wieder dahin kommen; daß, wie wir die Krieger von 1871 an­gesehen haben: Jeder Veteran ist etwas Hei­liges! Dann sprach unter anderen ein Vertreter von Berlin. Nichts kennzeichnete die Stim­mung mehr als der Gesang des Liedes, das draußen so ost eMang:Sie Nacht spannt ihren Schleier .. *

Am Morgen des Sonntags wurde der R e - gimentStag eröffnet, nachdem eine Besichti­gung der Stadt und der Universität voraufgega.,:» gen war. Den Vorsitz führte Hauptmann Tön- n i a e s. ES kam zu dem schon im gestrigen Vor­bericht skizzierten Beschluß des Zusammenschlus­ses aller bestehenden Vereine ehemaliger Re- serve-83rr zu e i nem großen Verein. Aus Zweck­mäßigkeitsgründen wurden Sitz und Vorstand der Stadt Marburg überlassen. In den evweiter. ten Vorstand gewählt wurden unter anderem oer ehemalige Regimentsschreiber Klecmann-Fran- fert&erg, ferner Vogel-Arolsen. Kaphengst-Kassel, HaHnert-Ziogenhain, Rehm-Biedenkopf, Keul-

eigenllichen Grund dafür, aber das wissen die meisten jungen Frauen nicht, wenn sie sich ent- läuscht fühlen. DaS befteundete jüngere Paar, Bobby und Liane, ist gerade von Der Hochzeits­reise zurückgekommen, befindet sich also noch int Honigmond und ist zunächst sehr verliebt. Die E-heenttäuschuna Julias und Beates dagegen ist bereits so weih daß die Eltern auf Dfttnsih der (ungea Frau kommen, um nach dem Rechten zu sichen. Da plant ein alter Freund des Hauses, Anttsrat Dr. Rehnsdorf, die entzweiten Gatten wieder zusammen tu bringen. Er kommt mit einem erschütternden Schreiben, wonach der Be­hörde -in entsetzliches Mißgeschick passiert sei. Der in den letzten acht Monaten amtierende Standesbeamte sei ein Schwindler gewesen, der sich das Amt zu unrecht angemaßt habe. Infolge- Dessen feien die von ihm vollzogenen Trauungm ungültig und eS we-de den betroffenen Ehopaa- ren anheim gegeben, nachträglich die richtige Tvammg vollziehen zu lassen. Jetzt sind die Beu den jungen Frauen in großer Verlegenheit und sie werden von Angst befallen, da es den An­schein hat, alz wollten die Gatten nicht in bie zweite Stauung einwilligen Die etwaigen nach­teiligen Folgen sind so schwerwiegender Natur, daß sich die Frauen schnell bemützen. die Gatten an sich zu fesseln. Nachdem die Versöhnung ge­schehen ist, gesteht der alte Freund, daß ei das amtliche Mißgeschick nur erfunden hatte, um den Ghezwist zu heilen und sein warmes Plätzchen, das er in dem Hause hatte, zu retten Tas Stück ist geschickt und spannend ausgebaur. so daß es bis zum Schluß die Zuschauer angeregt unterhält

Es wurde vorzüglich gespielt, und einige neue Kräfte weckten besonderes Interesse. Die Rolle der unoevstandenen Frau spielte die neu verpflichtete Erna Friederichs, die Nachfol- gerin von Hettha Storm. Frl. Friederichs eft, soweit es sich gestern beurteilen ließ, als ein Ge­winn tu wetten. Ihr Auftreten ist vornehm, die Erscheinung elegant und das Spiel gewandt und sicher Sie verstand es sehr gut, die schmol­lende junge Frau mit ihren Saune rt und Gayri» een zu charakterisieren. Sie versuchte, allerdings mit weniger Glück, das Verwöhntsein und den Eigensinn anfangs durch eine gekünstelte Sprech­weise zu unterstreichen, was aber überflüssig er­schien, da das natürliche Sprechen viel besser ;

Monzon nach dem Maas-Uebergang äußerst kri­tisch war. Dem Res.-Jnf.^Regt. 83 aber war es Vorbehalten, den Tag so zu wenden, daß es nicht zu einem furchtbaren Zusammenbruch für die 25 Reserve-Division kom, sondern zu dem glän­zenden Siege von Honea. Der besiebte Führer, der jetzt in der Mark eine SEmten-Siedelung leitet, pries die treue Pflichterfüllung und rich­tete an die grauen die Bitte, ihre Kinder in die­sem Geiste der treuen Pflichterfüllung zu er»

war und auch jede Schattierung der Laune deut­lich wiedergab Es berührte äußerst sympathisch, daß sie in der Rolle das halb Kindliche und Mäd­chenhafte arich in der Ueberredungsszene konse- aueni zum Ausdruck brachte. Die jüngere Frau, Liane, wurde van Anni W c i n e r t in ihrer be. kannte-n schelmischen Att dargestellt, mit entzüL- fenber Anmut und Drolligkeit. Eine neue Schau- frnelertn ist Dora D e bi cke, die in der Rolle der Mutter zeigte, daß sie auch aus einer toentg be­deutenden Figur eine Persönlichkeit zu gestalten berfitijt Sie war ganz die gütige Mutter, die in unbemittelten Verhältnissen als Gattin sich eityatfügen gelernt hat Neu ist ferner W^lly Seidler, der als Bobby eine recht annehm­bare Figur «achte. Besonders int letzten Akt wirkte er erheiternd. Ta er noch jung tft. wird er sich noch entwickeln. MS Julian gab Alfons Pape wieder eint Probe ferner gewinnenden Komik, ebenso war Adolf Jürgensen als Baron Wiesel am rechten Platze, desgleichen Fritz Verend als Amtsrat. Diese drei Her­oen entfalteten ihren Humor in bekannter Na­türlichkeit. Em recht gewandtes TtubenmSdcheu war Ruth Poelzig Regisseur Verend hatte das Lustspiel mit aller Umsicht in Szene gesetzt und Oberinspektor W a ß m u t h hatte viel Sorgfalt auf die Bühneneinnchttmg »et- wandt. Das Publikum nahm die Aufführung

Frankfurter Katholikentag.

Politische und wissenschaftliche Borträge.

(ßigener Bericht.)

Frantsutt a M., 30. August

Nachdem am gestrigen Vormittag Vorträge politischer Natur gehalten worden waren, stan­den nachmitlagz wissenschaftliche Themen au= der Tagesordnung. Es wurde zunächst beraten über die FrageFamilie und Schule als Pflanzstät­ten des Volksg:m»inschastsgeistes." Die Red- nettn, Marie v. Gelb sattel, ttat bei Be­handlung des Themas für die Erhaltung der Konfessionsschule ein. Wir wissen es, so führte sie aus, gutmeinende Ideologen und böswillige Hetzer werden unserer Arbeit für die Erhaltung der Bekenntnisfchrfle wieder Intoleranz Vorwer­sen. Wir werden uns nicht irre machen lassen Schule und Hails müssen den Geist der BoAs- gemeinschast in die Kinderseelen pflanzen. lieberÄildungsaufg atzen dez deutschen Katho­lizismus^ referierte Universitätsprofessor Dr. Georg Schreiber, M. d. R. Der Redner be­trachtet die Volksschule als eine der wichtig­sten Grundlagen unserer völkischen Bildung. Er wünscht, im einzelnen besonders die Verbreite­rung und Vertiefung des staatlichen Unterrichts Des weiteren verlangt er, daß für die Gesamt­heit der Bildungsaufgaben des deutschen Ka­tholizismus weit größere Mittel als bisher flüs­sig zu machen sind. Er vettritt folgende drei For­derungen :

1. Netzen den staatlichen und gemeindlichen Einrichtungen sind die freien und kirchlichen Or- ganisattonen tur Volksbildung heranzuziehen. 2. In den Lehrgängen der Volkshochschule fett die Religion einen ordentlichen und w:tt- vollen Lehrgegenstand bilden. 3. Die Volks­hochschule soll berufen sein, nicht nur zweckfreic Wissenschaftlichkeit zu pflegen, sondern sich mich der Erziehung des Willens und Gemütes zu widmen. '1

Den Tag beschloß ein Vortrag von Proi. Dr. Sebastian Merkle-Würzburg, überSattte* Zur Grundlage seiner Ausführungen machte der Redner 1. Dantes Eintreten für eine religiös- sittliche Erneuerung als unerläßliche Bedingung für Genesung seiner Zeit. 2. Dantes Werbear- bett für den Völker frieden, den der Dichter Äs den einzigen Weg bezeichnete, auf dem den be­stehenden Ueffeln dauernd abgcholfen werden könnte. Prof, Merkle flihtte weiter aus: Wxnn der heilige Vater auffotdett, den 600. Todestag Dantes festlich zu begehen, des Mannes der am den Päpsten feiner Zeit, härteste Kritik geübt hat, so ist das ebenso ein Zeugnis für die Größe und die katholische Gesinnung des Dichters, wie für den Weitblick und die Großzügigkeit Bene­dikt Xy. Jahrhunderte hindurch ist Dante aus dem angebeuteten Grunde vielfach mißverstandet und geschmäiht worden. Heute aber in dieser Feierstunde schonen wir mit Bewunderung und Ervammg auf zu der hochragenden Dichtergesialt.

fei barartig klar und erschöpfend ausbaute, daß nirgends ein Konstruktionsfehler oder eine Lücke blieb So bereichette er neben der Opttk und ?Musttk auch die Mechanik, die Wärmelehre, d'e Elekttizitätslehre und die Meteorologie mit zahlreichen grundlegenden erperimenrellen und namentlich theoretifchen Arbeiten. Nichts war Helmholtz zu unbedeutend oder zu nebensächlich; so beschäftigte er sich selbst mit einem Vergleichs- weise so harmlosen Uebel, wie dem Heufieber, dessen Ursachen er in dem feinen Pollenstaub der Gräser entdeckte, und für das er auch ein Heil­mittel sand. Er legte durch seine optischen und akkustischen Untersuchungen schließlich die Gren- zen der Kunstausübuna fest und zeigte, tote weit beispielsweise in der Malerei eine ncturtreue Darstell'.'na möglich ist, und was in dieser Hin­sicht dem Pinsel des Künstlers Schranken setzt.

Eine Amettkareise, die ihn damals zur Welt­ausstellung nach Chieago führte, sollte ihm ver- bänguisvoll werden. Kurz vor der Rückkehr, fo angesichts von Hamburg, stürzte HÄncholtz eine Schiffstreppe hinab und zog sich etne Gohirner- schütterung zu, von der er sich nicht mehr erho­len sollte. Später kam ein Schlaganfall hinzu, der sein überaus fruchtbares und gesegnetes Leben endete. Nie wird die Menschheit seiner vergessen.

Fußball.

£ BallspieMuhSpott" gegen Wltenessen 3:5, 23. f. B. Kassel gegen V. s B. Warburg 22. Letz­teres Spiel führte zwei gleickstarke Gegner zu­sammen. Warburg bat als A-Derein ein schö­nes Resultat erzielt, bei einem gleichmäßig ver­teilten Spiele.

*

Turnfest in Sondershausen.

Das Turnfest des Deuffchen Turnvereins Sandershousen am Sonntag war auch aus ber näheren und weiteren Umgebung stark besucht. Volksfesttreiben und Konzett de? Henschelscheu Orchesters gaben den Auftakt. Die Abtei'ung der Jugendfichen begann mit Stabturnen und fpäter Uebungen am Pferd, während die älteren Turner am Barren ihre vorttesflichen Leistun­gen zur Schau brachten. Die Leistungen der Ju­gendlichen und ganz besonders der alteren Tur­ner waren so hervorragend, daß der Beifall nicht enden wollte. Meisterhafte Leistungen zeig- te auch der Turnwart ans Wolfsan­ger mit seiner Damenriege und sei­nen Schülern. Der Gesangverein Liedettasel gab sein Bestes. Me gewöhnt, verlies das Fest bi» zum Schluß ruhig und die alte deutsche Einig­keit war am Platze. Auch Aufnahme neuer Mit­glieder fanden statt. 8t.

Die Mngkämpfe tm Reuen Theater.

Mittwoch, 31. August 1981.

stände der deutschen Bolkswittschaft. .Nicht mit Worten tft geholfen, es bedarf der rettenden, der erlösenden Tat, und deshalb rieften wir an die deutschen Handwerker die dringende Bitte, den Oberschlesiern in reicher und freigebiger Weise beizuspringen und zu helfen Jeder rmd» seiner Kraft und seinem Können Gerade für die Handwerker ist es Ehrenpflicht, helfend einzu- greifen, wnl zahlreiche 23err.fSgenolfcn dem un­geheuerlichen Notstand zpm Opfer gefallen sind" heißt es wörttich. Und daran nimmt der hohe Rai im Rheinland Anstoß. Man nennt das .Unparteilichkeit"

mit verständnisinniger Freude auf.

Neue Sprüche

Von Frida SchasUL

Hungen ab. Durch die Entwurfs- und Modell­messe im Neuen Rathaus fand nachmittags eine Presseftihning statt. Bis Sonnabend mittag, also noch vor Meßbeginn, waren bereits über siebzigtausend Meßabzeichen und Besucherauswetse im Meßamt ausgego- ben. Der Zustrom zur Messe erreichte erst am Sonntag und Montag seine Höhe. .

Der erste Messetag.

Am Sonntag, dem ersten Messetag, betrug die Zahl der atlsgegebenen Messeabzeichen fünf» undachtzigtausend. Sonderzüge brachten Scha­ren von Besuchern, nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus Oesterreich, der Schweiz, der Tschecho-Slowakei, aus Dänemark, Holland und Schweden. Der Verkehr setzte in sämtlichen MeßauAstellungSstätten schon am frühen Mor­gen lebhaft ein. Aus der TertilMesse hätte man. daß vielen Firmen bereits der erste Messe­tag Aufträge auf längere Zeit, trotz anzie­hender Preise, gegeben hat. In Gebrauchs­porzellan wurde das Gftchäft als gut be­zeichnet, ebenso in Bürobedarfsartikeln. In derTabakmesse verspricht man sich noch ein besseres Geschäft äf3 im Frühjahr, da viele neue Geschäftsverbindungen angekuüpft sind. Auch auf der

Technischen Messe

war bereits cm frühen Morgen in allen Tei­len ber Besuch äußerst rege Die Stände sind ebenso wi« bei der allgemeinen Mustermesse in der Innenstadt kettiggestellt und machen einen reprösentattven El -ruck. In allen Ausstellungs­hallen, besonders auch in der neuen Krupphalle mit ihren auf die Friedensyttttschaft eingestell­ten Erzeugnissen herrschte beretis am frühen Vormittag ein äußerst starker Verkehr, dwl das Geschäft entsprach. In einzelnen Branchen, so z B. in Autogen-Schweisi-Anlagen. elektrische Kleimndustrie, Metallbranche itfto. wurden ni<f»t unbeträchtliche Bestellungen vergeben. Ei­nen starken-Zuspruch hatten auch die auf dem Freigelände ausgestellten landwirtschaftlichen Maschinen. Alles in allem darf man sagen, daß das Meßgeschäfi in diesem Jahre früher ein« zusetzen beginnt, als sonst. C. Dr.