Nummer 194.
Freitag, 26. August 1921
Fernsprecher 951 «md 952
11. Jahrgang
Fernsprecher 951 »nd 953
Ser Zriedeusvertrag mit Amerika
stet in Oesterreich damit, daß
Beseitigung von Schwierigkeiten.
In
ver-
SnfertionäpceU«-. *) »tnd«tmtsch« Suftrüg«: ®t« einfpalttge 8nj«tgen-3eUe M. L20, bte etnfpatttg« «ettamegetle M. 8.--. b) Auswärtige Safttage: Die etnfpaltig« Anzeigen,eile M. i-so, bt« etnfpalttge Reklamezeile M. SJO, alles einschließlich Teaerungsznschlag unb anjetgenfteuet Kur Anzeigen mit befonders schwierigem «atz hundert Prozent Ausschlag Für die Richttgkeit aller durch Fernsprecher ausgegedenen Anzeigen, sowie für Aufnahme» taten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werben. — Druckerei: Schlacht- hofftraße 28/10. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 6. Telephon Nummer 9M und «52.
Esterwegen bei Osnabrück, der beide Beine verlor, wurde wegen „Diebstahls- int August
turp tto inne, soweit sie nicht ver! werden tonnen, einzu ziehen.
-----um
» , ■ -------- - -- — Woche in Berlin wieder
ausgenommen, um eine Einigung zu erzielen.
Die Sachverflündlgen-Kvnferen».
Paris, 25. August. (Eigene Drohttneldung.) Die deutsch-französische SackwerstLndigen-Kon- wrenz wird nach zweimonatiger Dauer am 30. August geschlossen werden. Ob eS zu einer neuen Konferenz auf anderer Grundlage kommen wird, soll erst di« Unterredung Loucheurs und Rathe- nauS in Wiesbaden ergeben. Die Frage der Sachleistungen konnte in Paris nur zum kleineren Teil und nur provisorisch gelöst werden.
Am die Sachleistungen.
Rathenau und Loncheur in Wiesbaden.
(Eigen.- Drahnneldung.)
Berlin, 25. August.
Zu den Besprechungen in Wiesbaden zwischen den Ministern Rathenau »ad Louchem erfahren wir, daß sie sich außer auf die Naturallie» ferungen vor allen Dingen auch auf dje von Deutschland zu liefernden Kohlen erstrecken werden. Briand und Loncheur haben in einer gestrigen Unterredung, wie heute Nacht bekannt wurde, die Rückwirkung in der Reparationsfrage auf die finanzielle Lage besprochen. ES wird offiziös mitgeteilt, daß sie zu einer völligen Ueber- einstimmung in Ihren Ansichten gelangt sind und daß die Richtlinien, die der Minlsterpräfident an Loncheur gegeben hat, diesem gestatten werden, mit Festigkeit, aber auch mit aller von Frankreich beabsichtigten Ellenbogenfreiheit (?) vorzugehen. Loncheur ist gestern abend nach Lüttich gereist und wird heute in Wiesbaden ankommen.
Das Oberschlesien-Vroblem.
Ein Japaner als Berichterstatter.
(Eigene Drahrmeldung.)
Paris. 25. August.
Havas teilt mit, daß infolge der Weigerung des spanischen Botschafters de Leon, der Vorsitzende I s h y selbst die Berichterstattung tocr Oberschlesien vor dem Dölkerbundsrat übernehmen wird. Schon gestern früh war ein Gefühl der Enttäuschung in der franzü- fischen Presse vorhanden. Tas Journal" des Tebats" meldet dazu, daß die Ablehnung des spanischen Botschafters zweifellos auf das direkte Eingreifen der spanischen Regierung zu- r-ickzuführen fei. Mama, der jetzige spanische Ministerpräsident, sei immer ein Verteidiger der ReutrlSitätSpolttik gegenüber den großen euro- päischen Staatsangelegenheiten gewesen. Seine Ablehnung sei für Frankreich ein ungünstiges Zeichen für den Ausgang der Angelegenheit.
Gewerkvereins-Xagung.
Entschließungen und Proteste.
(Privat-Telegramm.)
Dresden, 25. August.
Der Landesverband Sachsen der deutschen Gewerkvereine Hirsch-Duncker hat in Aue feinen 33 Delegiertentag «-gehalten. ES wurde eine
$t* Bastelei Neuesten Nachrichten ertoeinen wöchentlich lechtma! tmb zwar oben6«. Der AdonnementspretS beträgt monatlich MO Mark bet freier Anstellung in« HauS. luS- wün« durch bte Dost bezogen s.80 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werben leberz.-lt von der <ietoäft8fteUe ober Sen Boten entgegengenommen. Druckerei, SS erlag unb »ebottten-, Schlachthofstraße K/M. Für unverlangt eingefondte Beiträge kann bte Rebottion eine Verantwortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgelbes ober Anfprüche wegen eiwaigernicht ordnungsmäßiger Lieferung autzgeschlofsen.
Deutschland und Amerlka.
Wiedevausnohms der FrledenSSeziehnngen.
(Eigener Drcchtbericht.)
Berlin, 25. August.
Dem Vertreter der „Chicago Tribüne" wurde gestern aus Washington telegraphiert: Rach einer Kabinettsfitzung wurde die erste autoritative Erklärung bezüglich der Natur der Verhandlungen zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland abgegeben; eS wird bekannt, daß ein vollständiger FriedenSvrrtrag zu erwarten sei, der alle Maßnahmen für die Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwj. schen den beiden Völkern vorsche. Die amerikanische Regierung ist nicht geneigt, sich um die Krttiken zu bekümmern, die erhoben wurden, weil die Verhandlungen mit Deutschland geheim geführt worden seien. Ueber den Inhalt deS deutsch - amerikanischen Friedensvertrages wird aber vorläufig aus Grund der zwischen den beiden Regierungen getroffenen Vereinbarungen volles Stillschweigen bewahrt.
Oesterreichs Notlage
Die Ärebitlüge der Alliierten.
Keine zu großen Erwartungen.
Berlin, 25. August. (Privattelegramm.) Die politischen Kreise geben sich bezüglich deS Friedensvertrags mit Amerika keinen übertriebenen Erwartungen hin. In der KnockS- Porter-Resolution wurde ausdrücklich erklärt, daß die Vereinigten Staaten sich alle aus dem Versailler Vertrag resultierenden Rechte Vorbehalten. TaS bezieht sich vor allem auch auf das deutsche Eigentum in Amerika Ter neue Vertrag wird also nichts anderes fein können als das Refultat von Berfailles. Der Abfchluß des Vertrages wird nur für den feit geraumer Zeit wieder nufgenommenen Handelsverkehr zwifck-en Deutfchland und den Bereinigten Staaten von großer Bedeutung fein.
Unterzeichnung ist deute zu erwarten.
Berlin, 25. August. (Privattelegramm.) Die Verhandlungen über den deutsch-amerikani- chen Friedensvertrag, die zwifchen dem deutsäfen Bevollmächtigten Dr. Rosen und dem Geschäfts- ührer der Bereinigten Staaten geführt wurden, sind zum Abschluß gelangt. DieUnterzeich- n u n g des Vertrages ist voraussichtlich am heutigen Donnerstag zu erwarten. Aus Amerika wird berichtet: Präsident Harding hofft, daß die Ratifikation fogleich stattsinden wird und wünfcht, daß der deutfche Reichstag und amerikanische Senat den Vertrag gleichzeitig behandeln.
Ernst Müller aus Mülheim (Ruhr) verbüßt seit Februar 1917 fünf Jahre Zuchthaus, weil er — eine Dose Qelsardinen stahl! Bei dem Ehemann Richard Storch aus Wiche in Thüringen sand man ein Paar Stiefel- sohlen. die er sich sslbst aufnageln wollte, weil der Schuster keine Zeit hatte; er erhielt im Juni 1918 wegen Diebstahls fünf . Jahre Zuchthaus. Gustav Pritschok aus Langenau in Oberschlesien entwendete aus Hunger zwei Heringe und einige Kartofftln; fünf Jahre Gefängnis lautet seine Strafe. Wegen Diebstahls von „Staatseigentum und Ausbruchs aus der Kaserne (er eignete sich widerrechtlich vier Pfund Brot an) muß der Arbeiter Martin Rothänger au? Labiau in Ostpreußen, dem die notleidende Frau und zwei Kinder nachtrauern vier Jahre Gefängnis verbüßen. Fünf Jahre Zuchthaus erhielt Georg Milde aus Riesa in Sachsen, west er eine Decke zur Flucht stahl. Die angebliche Entwendung einer Flasche Kognak trug dem Otto Demeter aus Hannover-Linden fünf Jahre Zuchthaus ein. .Bandendiebstahl" nennt die Liste das Vergehen des Ehemannes Otto Münch aus Leipzig, um ihm acht Jahre Zuchthaus zu diktieren. weil bei seiner Gefangennahme 1914 ein Halskettchen in seinen Neidern gefunden wurde. Ludwig Stal« aus Karlsruhe, dessen Mutter auz Gram gestorben ist. verbüßt seit 1915 zehn Jahre Zuchthaus, da er Aus- Weispapiere französischer Soldaten im Besitz hatte, die er als Patrouillenführer auf Befehl den gefallenen Feinden abgenommen hatte.
Zu lebenslänglicher Zwangsarbeit
m Ausgchi »irtschastlick« eil nicht er-
Oesterreich hat, um em Wiener Wort zu ge- vranchen. zum Sterben tu viel und zum Leben zu wenig. Der letzte Schritt der Entente in der Kreditaktion, der die unmittelbare Gewährung von fünf Millionen Pfund Sterling in Aussichi stellte, konnte gleichfalls über die wirtschastlich« Lebensfähigkeit Oesterreick»s das Uri" leichtern. Mau rechr... Wlt
der Kreditvorschuß, der seitens des Völkerbundes gewährt werden soll, etwas über ein- «ndzwanzig Mttlliarden Papierkronen er- geben wird. Zeitpunkt und Umfang dieser Hilfeleistung stempeln sie von vornherein zu einer Lr- benSmittelaushilfe, deren Wert jedoch durch die Teuerungswelle erheblich einaefchranlt wird, die nei-erdingS eingesetzt hat. Als nächste Folge erscheint das stürmische Verlangen der Staats, Beamten um einen Vorschuß, einen verhältnismäßig geringen Betrag, der jedoch nur der Vorläufer weitgehender Forderungen fein dürfte, die einschließlich der den Verkehrsbeamten bereits gewährten Erhöhungen das Budget neuerdings mit rund sieben Milliarden Kronen belasten würden. Damit wäre das volle Drittel des Kre- ditvorschusses bereits aufgezehrt.
ward der verheiratete Oskar Reuter aus Ehren« friedersdorf bei Chemnitz verurteilt; bei ihm Vorgefundene Notizen über seine Kriegserleb- niffe wurden als Beweis für verübte Plünderungen ausgelegt. Ein zerbrochenes Wagenrad, das Otto Krauz aus Heidelberg von einem Lastauto herunterwarf, um Platz zu schaf- fen, galt als , Gewalttätigkeit zum Nachteil deS (Staates", um mit zehn Jahren Zuchthaus geahndet zu werden; seine Frau und drei Kinder trauern in der Heimat. Der 24jährige Otto Naffin aus Gelsenkirchen, dessen Ettern in Sor- ae und Not leben, soll wegen Diebstahls bis April 1927 Zwangsarbeit verrichten. Eine ungeheuerliche Strafe wegen Entwendung von Lxgitimattonspapieren und Nahrungsmitteln zur Flucht würde den jetzt 22jährigenbErich Ledder aus Att-Töpplitz bei Potsdam erst im Jahre 1938 wieder nach Hause bringen. Aus Hunger verübte der Sohn Paus beS Fabrikportiers Zmuda in Berlin um Weihnachten 1918 ,Mundraub", wofür er fünf Jahre ins Zuchthaus kam. Ein kleiner Landwirt, LuküS Otten aus
Anzahl Entschließungen angenommen. In einer dieser Entschließungen wird gegen daS Verhalten der sozialvemolratischen Gewerkschaften protestiert, die jetzt alle in der Zen- tralarbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisation zusammengeschlossc. nen Hirsch-Dunckerschcn und christlichen Gewerkschaften bei Tarifverhandlunaen au§. schließen. Ferner wird protestiert gegen den Regierungsentwurf einer Grundsteuer, utmji, »wwe mvyv» „«.irojianiB- >ar puegure der die Grundsteuer zu einer Mictsteucr machte. 1918 mit fünf Jahren Gefängnis bestraft. Zehn Schließlich wird eine Aufforderung mt bie ~ ' ---------- - - - -
Französische Strafen.
Was deutsche Gefangene erdulden müffsn.
Wie berichtet, sind au« dem berü tätigten Lage« in Avignon virrundßreitzig beulfcSe Krieg«, gefangene entlasten worden, die in Deutfckiland bereit« angttemmen stnb.Rcnnnndfledrig Mann erleiden nock» weiterhin fnrthtdare Qualen, es follen weitere dreißig Mann entlasten werden. Mm L Juli d. I, waren es noch einhundertdreizehn Mann deutsche Kriegsgefangene, die in Avignon (Süd frankreich) unter seelischen Folterqualen ohnegleichen zu leiden hatten. Unlängst sind die oben genannten vierunddreißig in die Heimat entlassen worden, wo sie zunächst im Durchgangslager Mannheim untergebracht wurden. Vier Mann waren schon früher entlassen. Einer, Carl Swobda ans Breslau in Schlesien, der zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt war, hat sich der weiteren Strafverbüßung durch die Flucht entzogen, ohne bis- her gefaßt worden zu sein. Zwanzig Jahre Gefängnis wegen „Körperverletzung und versuchten Totschlags eines Beamten", wie es in dem amtlichen Strafienor heißt. Der Mann würde, da seine Strafzeit im Juni 1918 begann, im Jahre 1938 als 46jähriger zur Entlassung gekommen sein. Wundern wir uns darüber, daß die Kriegsgefangenen, die meist wegen der schlechten Behandlung strafbare Taten begingen, unter feelischen Depressionen zur Flucht schütten, WaS die Leute in der Mehrzahl auf dem Kerbholz haben, ist angesichts der trostlosen Verhältnisse in Avignon so geringfügig, daß man den Kopf schütteln muß und den stillen Zornesfluch versteht, den diese Deutschen und Dausende mit ihnen in jenen wurzeltiefen Hatz wandeln werden, der bei den Franzosen längst zum historischen Hausrat geworden ist, wenn sie an Deutschland denken. Einige
Beispiele aus der amtlichen Liste:
treten, daß btefe Zusammenkunft noch nicht zu endgültigen Beschlüssen führen werde. Im Wesentlichen soll es sich nur um eine Aussprache zur Behebung der Schwierigkeiten bandeln, die sich bei den Verhandlungen zwischen den beteiligten deutschen und französischen Behörden ergeben haben. Die Frage der Matcrial- Itcferuitgen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete sollen auch diesesmal wieder in Wiesbaden im Mittelpunkt der Aussprache zwischen den beiden Ministerien stehen.
Als die Entente sich im letzten Frühjahr endlich mit der deutsch-österreichiscken Frage beschäf. tigte, notierte die Krone in Zürich von 1,10, heute notiert sie 0.78. also knapp zwei Drittel. Dadurch, daß die Entente ihre vertragsmäßigen Verpflichtungen nicht erfüllte, hat sie das Defizit deS österreichischen Haushaltes in viereinhalb Monaten um gut dreiunddreißig Prozent erhöht. Man kann nicht fagen. daß sie mit der anderen Hand nimmt, denn gegeben hat sie bisher nur Versprechungen, genommen hat sie Oesterreich so ziemlich alles. Hunger und Rot ziehen aber auch da eine Grenze. Wenn di- Staatsbeamten eines schönen Tages ihre Forderungen nach Maßgabe der industriellen Löhne stellen werden, dann wird dieser Staat zusammenbrech.rn, gleichgültig, ob man ihre Forderungen bewilligt oder ablohnt; mit diesem Staate aber wird beim auch das System der politischen Lüge zussmmrnbrechen, dos die alliierten Staaten in Saint Germain in die Welt gesetzt hoben. — Eine Bosse- rung dürft«, wie man hofft, durch den gestern er- folgt-r Friedensschluß Oesterreichs mir Amerika zu erwarten sein. Der Wortlaut d.-» Vortrags wird nach der Ratisizierung bekannt gegeben. Wie die österreichische Regierung, begrüßt auch die öffentliche Meinung die tatsäch-
Berlin, 25. August. (Privattelegramm.) unterrichteten Kreisen wird die Auffassung t treten, daß diese Zusammenkunft noch nicht
liche Herbeiführung des Friedensabschlusses und, rrmgen auf Erhöhung der Schichtlöhne die Wiederherstellung der freundschaftlichen Be- zwölf Mark Ende der Woche in Berlin w Ziehungen mit der großen amerikanischen Republik. die feit dem Waffenstillstand so viele Beweise ihres Wohlwoil ns und ihrer Menschen- freundlichen Gesinnung gegeben Hai, mit großer Befriedigung. Mit Genugtuung wird mich die Tatsache zur Kenntnis genommen, daß dieser FriodonSschliiß, der für die gedeihliche Eniwick- luutz der Republik notwendig sei, dank der Initiative der amerikanischen Regierung und der entgegenkommenden Haltung ihrer Vertreter in Wien ermöglicht wurde. Dio Kroditfrage erhält damit eine neue Auffrischung.
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Diese Mehrsorderungen sind Me logischen Ergebnisse der Friedensverträge. der seither von den Ententemächten befolgten Politik und des Raubbaues, den die Demagogie und die Unfähigkeit der damaligen Führer in Oesterreich nach dem Zusammenbruche getrieben haben. Für die neuen Preissteigeru egen wird das Sinken des Kronenkurses verantwortlich gemacht, doch ist damit nur der nächste äußere Anlatz erfaßt Warum ober sank der österreichische Kronenkurs unmittelbar vor einer guten Ernte? Die ungeheuerlichen Geldforderungen der Entente an dos deutsche Reich zwingen dieses fortgesetzt, schwere Valuten zur Deckung dieser Verbindlichkeiten aufzukaufen, wodurch alle schwächeren Valuten^ darunter auch die österreichische, gedrückt werden. Die allgemeine Ursache der neuen Preissteigerungen ist also die Raubgier der Entente.
Besondere Gründe verschärfen aber diese (Er- sebeinung tn Deutsch-Oesterreich. Es ist kein Geheimnis, daß die Pariser Bankkreise, um sich an Deutsch-Oesterreich für den Entgang eines ge. winnbringenden Geschäftes gelegentlich der De- Mobilisierung der militärischen Betriebe zu rächen, in den letzten Wochen planmäßig dm Kronenknrs demolierten; kein Geheimnis ist es ferner, daß dos österreichische Lebensmittel-mt den ms Maßlose wachsenden Schiebereien vollständig ratlos gegenübersteht. Alle Spatzen pfeifen es von den Dächern, daß ein Dutzend ubelbcrüchtrgter Spekulanten Fett und Hülsen, fruchte zu jedem Preise auskkanfen, dadurch die Preise in schwindelhafte Höhe treiben, um dann 'm Winter zu noch schwindelhafteren Preisen verkaufen zu können. All das sind aber Begleit- erscheinungen der Friedensverträge, Früchte der dmnaligen Außenpolitik. Man hatte einen Ver- ständrgungsfrieden erwartet und hat einen Hun- gertrteben erhalten. Wenn man damals die Losung: kürzere Arbeitszeit unb höhere Löhne aus- gab, so geschah es, um einen idealen Zustand her- beizusühren. Aber dir Wirkung war eine ganz andere. Die Produktion wurde vernündert und die Preise gesteigert. Oesterreich war in beson- berem Maße auf vermehrte Einfuhr von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen angewiesen. ■ Diese Wirkung zeigt sich jetzt in bedenklicher < Weise in Deutsch-Oesterreich Dazu kommt, daß die Entente in Saint Germain nicht nur einen lebensunfähigen Staat geschaffen, sondern die überwiegend« Mehrheit der BevöLkerung dieses an sich unzulänglichen Gemeinwesens künstlich ruiniert har.
Lohn- und Gehaltsfragen.
Die Besprechungen beim Reichskanzler.
(Privattelegramm)
Berlin, 25. August.
linier Borsttz de» Reichskanzlers haben gestern über die Frage der Austesserung der Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter der ReichsbehSrden Verhandlungen mit den Führern der politischen Parteien des Reichs,ageS inb den Vertretern der Spttzeu- organifaiionen der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichsbehörden stattgefunden . Die Beratungen nahmen einen günstigen Verlauf. Es wurde eine Annäherung der beiderseitigen Standpunkte erzielt, doch machen einzelne der zutreffenden Neuregelungen in ein- zelnen Punkten besondere Beratungen nottven. diq. Mit tu e Feststellung eines für beide Teste an- nchmbaren Endergebnisses ist heute tn rechnen.
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Forderungen der Bergarbeiter.
Berlin, 25 August. (Privattelegramm.) Die Reichsregierung hat in dem Konflikt zwischen den Organisationen der deutschen Bergarbei. ter und der Bergwerksbesitzer vermittelt. Auf Veranlassung der Reichsregicrung wer- den die Verhandlungen über die Ardeilerforde
Schließljch wird eine Aufforderung an die Jahre Zuchthaus muß b«r Landwirtssobn Reichsregierung gerichtet, bei der Verteuerung Erwin Schmidt aus Schlcenhain bei Borna ver- der Lebensmittel wucherische K» niunk. büßen, weil er in die Oelbehälter an den Achsen Hindert l eine» Eisenbahnwagens Sand streut«. Diese 'Fälle mögen zur Kennzeichnung der Strafen