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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 190

Sonntag, 21. August 1921

Fernsprecher 951 «nd 952

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Frankreich befürchtet Enttäuschungen

in

i-

|

am

Wetten für Deutschland.

Berieslung deutschen Eigentums.

Allerdings Hai Köhn eine nicht unbeträchtliche Summe als Kapitalertragsteuer^ in dar bczad-

Danzig, 29. August, (eigene Trahttneldung.)

iUsrikaz ei« BranLbertz entzündet, wo sich die Aach Mitteilungen. des interalliierten Äusschus-

Liaatcn sei, n i ch t in ein Bündnis einzutretea, len «Men. oder auch die beiräar lande noch

marokkanischen Eingeborenen (Riff-Ka- bylen) gegen die sp a n i sche Oberhoheit aufleh­nen. Die dort befindlichen Kolonialtruppen haben zunächst eine Niederlage erlitten; nun warten sie aus Verstärkung aus der Heimat. In aller Eile rüstet Spanien eine Armee aus, die in wenigen Tage« nach Marokko eingeschifft wer­den soll, um einen regelrechten Feldzug gegen die Aufständischen zu unternehmen, dessen Ver­lauf heute noch nicht abzusehen ist. Zieht man nun noch in Betracht, daß trotz der Einbe­rufung zur Abrüstungskonferenz die Großmächte

erreichen werden. General Lerond reift Sonntag nach Oberschlesten zurück.

bundsrotes statt und als ihr Ergebnis wird eine Rote veröffentlicht, die mitteilt, daß nach dem bisher üblichen Verfahren der Vorsitzende des Rates, Baron Jshy, bad spanische Mit glied de Leon gebeten hat, die B e r i ch t e r st a 1- tung in der oberschlestsänn Frage zu üverneh men. Der Berichterstatter werde die Aufgabe haben, dem Rat einen objettiven Tatsachenbe­richt zu unterbreiten, durch den die Mitglieder des Völkerbundrats über die Schwierigkeiten der oberschlestschen Frage unterrichtet werden. Nach weiteren Mitteilungen wird der spanische Vertreter am 29. August seinen Bericht verlesen, der gleichzeitig gedruckt bei allen Mitgliedern verteitt werden wird. In französischen Kreisen hält man die Ernennung des spanischen Dele­gierten für sehr wichtig, vor allem de^alb, weil dadurch der Beweis geliefert werde, daß der Völkerbund die Absicht habe, die Angelegenheit möglichst zu beschleunigen. (?)

Französische Soaverwünschk.

Genf, 20. August. (Eigene DrcchtmeNmng.) Mehrere Pariser Zeitungen bestätigen in einer Jnformattou, daß die Entscheidung über Ober- schlefien nicht vor Mitte Oktober zu er­warten sei. Laut demJournal" ist von Frank­reich für die erste Sitzung am 29. August der An. trag gestellt, daß die OberMesische Frage ohne vorherige Erörterung einer ficbengliedrigen Kommission zu übertragen «nd zur Abfassung ihres Berichtes an das Plenum eine vierwöchige Verhandlungsdauer zugestandeu werden soll.

nun in dem Ausrufen der .Republik". Tas ging aber dem alliierten Botschasterrat zu weit, und so ist die Belgrader Regierung aufgesordett ,worden, die Bestimmungen des Vertrags von Drianon zu achten und schon jetzt das Gebiet an Ungarn zurückzugeben.

Vom kleinasiatischen Kriegsschauplatz kommt noch keinerlei Anzeichen, woraus man auf das Ende der Kämpfe schließen könnte. Zwar ist gegenwärtig ein Stillstand in der militärisch! n 'Bewegung eingetreten, ober das scheint nur .eine Atempause zu sein. Tie Türken haben zur Zett die Oberhand, aber die G r i e ch e n- sten bereits zu einer neuen Offensive. Ten Al­liierten ist eine Einmischung zu gefährlich, weil zu kostspielig und zu unsicher, deshalb beschrän­ken sie sich auf diplomatisch« Vermittlung, die von den streitenden Parteien nicht beachtet wird. Mittlerweile hat sich in der Rordwestecke

Alliierte Truppen.

Paris, 20. August. (Eigene Drahtmeldung) Das Pressebüro des französischen Auswärtigen Amtes teilte der Presse mit, daß der Oberste Rat beschlossen habe, zwei Bataillone Englän­der, zwei Bataillone Italiener und eine Brigade Franzosen nach Oberschlefien zu schicken. Die französischen Truppen sind schon unterwegs. Echo de Paris meldet, daß die 6c schlossenen neuen französischen Truppensendun­gen nach Oberschlefien die Stärke einer Division

me der Verwaltung durch die ganz unerprobte volnische Eisenbachnverwaltung würde eine schwere Schädigung Danzigs bedeuten. Wir er­warten mit Bestimmtheit, daß der Senat beim Völkerbund Einspruch gegen die in der Ent­scheidung des OberkommissarS liegende Benach­teiligung Danzigs erhebt Wird diese Entschei­dung nicht in dem von uns verlangten Sinne geändert, so muß dies die deutsch gesinnte Be­völkerung als eine Kampfansage empstn- bcn. Ein friedliches Rebeneinanderleben der beiden Nationen ist dann völlig ausgeschlossen. Den schwer betroffenen Beamten, Angestellten und Arbeitern der Eisenbahn sprechen wir unser wärmstes Mitempfinden aus. Was uns möglich ist wird geschehen.

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Dor dem Völkerbund.

Die Haltung der französischen Presse.

(Eigener Drahtbericht)

Paris, 20. August.

In der französischen Presse macht sich, je näher der Tag des Zusammentritts des Völkerbund rateS rückt, unzweifelhaft eine gewisse Nervosität bemerkbar. Die Frage der Uebereinstimmung, mit der angeblich die Beschlüsse um Oberschlefien gefaßt werden müssen, spielt eine Hervorstagende Rolle bei allen Erörterungen. Auch wendet man sich ziemlich einmütig gegen die Möglich­keit, daß der Rat die oberfchlesische Sache einem juristischen Ausschuß oder einem einzelnen Schiedsrichter überweifen könnte. Interessant ist, daß mehrfach ein gewisser Pessimismus sich zeigt. Ein Pariser Blatt meint Frankreich gehe einer neuen und noch schwereren Enttäusch­ung entgegen, wenn cS damit rechne, daß der Völkerbund im Sinne der französischen Auffas­sung entscheiden werde. Man solle sich die An­gelegenheit reiflich überlegen und sich entschei­den, ob die oberschlesische Angelegenheit wirklich so sehr wichtig für Frankreich sei, denn der Tag sei nicht mehr fern, wo Frankreich zu wählen haben werde zwischen seinem Bündnis um den Preis gewisser schwerer Opfer und einem neuen Gleichgewicht in Europa.

ihren Rüstungswettbewerb in ver­schärftem Maße offen und heimlich fortsetzen, dann braucht man keine weiteren Beweise mehr für die Kriegskrankheit der Welt. K. F. Dr.

Am Oberschleflen.

Vorbereitungen im Völkerbund.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 20. August.

Vorgestern und gestern fanden Sitzungen der

Paris anweseudl n Mitglieder des Völker-

Krieg im Frieden.

Die verdrehte Welt.

Man hat wohl nie so viel von der Notweir lbigkeit des Weltfriedens gesprochen wie seit der Beendigung des Weltkrieges. Seit zweiundeiu- halb Jahren hört und liest man täglich von den Staatsmännern aller Länder die Versicherung, daß der Friede als Höchtes Gut der Völker ge wahrt werden müsse, und manchmal versteigen sie sich gar zu der kühnen These, es dürfe nie wieder Krieg werden. Ach wie gerne möchte die Mehrzahl der europäischen Menschheit solchen Worten zustimmcn. Aber leider sind es nichts als Worte, noch nicht einmal ernst gemeinte Worte, denn jeder Staatsmann weiß, daß er da­mit nur Phrasen auftrscht, und man braucht fein Staatsmann zu sein, um zu wissen, daß ein dauernder Friede auf dieser Erde, die von Men­schenkindern und nicht von Engeln bewohnt wird, unmöglich ist. So töricht es auch ist, so sprechen doch gerade diejenigen am meisten vom Frieden, die am stärksten zur Zwietracht schüren. Bei den Staatsmännern der Alliierten ist die Aufrechderhaltuna des Friedens zur stehenden Redensart geworden, und gerade sie find es, die mit allen Künsten der Kriegspolitik den Frieden in Grund und Boden treten. Worte und Taten sind bei ihnen zweierlei. Nach ihren Methoden fft der Friede Europas nur dann gesichert, wenn sie als Sieger die Besiegten ausgeplündert ha­ben und dann gewaltsam Niederhalten können. Und doch sind sie nicht imstande und haben auch nicht die Absicht, den Krieg aus der Welt zu schaffen.

Es kriselt immer noch an allen Ecken. Selbst in O b e r s ch l e s i e n, wo die alliierten Truppen für Ordnung sorgen sollen, hören die polnischen Ueberfälle nicht auf. Die Einbrüche in schutzlo- se Behausungen der Deutschen, die Vertreibung und Verschleppung nehmen kein Ende, weil das Treiben der Polen von den Franzosen begü'i- stigt wird. Die polnische Dreistigkeit geht so weit, daß selbst englische Truppenabteilunge>t, weil sie sich neuerdings für den Schutz der Deut­schen einsetzeu, augcgrMn werden. Es wieder holen sich die gleichen Vorgänge wie vor einigen Monaten, als die italienischen Truppen die eiu- sallenden Polen in scharfem Feuergefechr ver­treiben mußten. Auch bei den polnisch-engli­schen Zusammenstößen gab es jetzt Tote und Verwundete. Wenngleich es danwar anerkannt werden soll, daß dir Engländer endlich zeigen, wozu sie in Oberschlesien sind, läßt sich doch nicht verschweigen, daß solche gesetzwidrig,:» Zustände nur durch die Nachlässigkeit und ein» jettifle Haltung der Interalliierten Kommission entstehen konnten.

Kampfessttmmung herrscht jetzt zwischen U n- garn und Serbien, dem jetzigen Jugosla- vicn, wo auf ungarischem Gebiet ein U m st u r z, allerdings in kleinem Maßgabe, erfolgt ist. Das ungarische Komitat B a r a n y a (mit der Haupt- stadt Fünskirchen) ist als Republik auSgerufen worden. Die von dort kommenden Nachrichten sind noch sehr verwirrt, immerhin kann man er- , kennen, daß die Jugoslaven den Frieden gebro­chen haben. Baranya ist eigentlich ungarisch und liegt in dem Dreieck Milchen Donau und Drau. Die Jugoslaven haben durch die ränke­volle Länderverteilung, wie sie die Alliierten vorgenommen habem> das Protektorat über Ba- ranya aus begrenzte Zeit erhalten, aber sie ha- . beit sich bemüht, dem Beispiel der Franzosen an , der Saar uns am Rhein folgend, das Gebiet i sich anzueignen. Diese Betnützungen gipfelten i

zwanzig Millionen Mark noch zu bewerten, heißt den Opttmismus auf die Spitze treiben. Das Hauptgeschäft dieser Firma ist, wie Herr Köhn sagt, bereits an die Aktien geteilt schäft für Sport Unternehmungen verkauft worden, und aus diesem Geschäft stam­men wohl die Forderungen des Herrn Köhn an die Gründer der Aktiengesellschaft für Sport­unternehmungen beM. deren Aktien im Werte von fünf Millionen Mark. Wer diese neue A.--G. ist, wird man wohl bald erfahren. Herr Köhn bringt in die Liquidation feinen Renn st all in Hoppegarten, bestehend aus vierund­zwanzig Rennpferden im Werte von etwa acht Millionen Mark. Rennfachleute sind beim be­sten Willen nicht imstande, mehr als zwei Mil­lionen Mark herauszurechnen, wenn man den Wert der Köhnschen Pferde zusammenstellen soll. Außerdem ist die Liquidation eines RennstalleS bisher immer ein sehr schwer realisierbares und fast immer von Verlust begleitetes Geschäft ge­wesen. Allzuviel Koryphäen weist der Köhnsch« Stall nicht auf. Die Villa, die Herr Köhn jetzt bewohnt, und die er mit in die Liquidation hineinbringt, kaum ihm noch nicht lange gehö­ren: denn das Adrebuch von 1921 gibt als Eigentümer den Kaufmann M. Held an. Das Gut Neuhof bei Zossen dürste wohl auch noch nickt lange in seinem Besitz sein. Hat nun Herr Köhn in den letzten Monaten so viel ver­dient, daß er sich von seinem Verdienst

die Villa und das Gut kaufen konnte, oder hat er die ihm anvertrauten Gelder, die doch nur für Wettgeschäste bestimmt waren, zum Ankauf dieser *2y. -Millionen-Villa und des 1^-Millionen-Gutes (von Hypotheken, die darauf lasten, steht in der Köhnschen Auf­stellung ja nichts) benutzt? Auch das wird sich wohl in der jetzt zu erwartenden Untersuchung Herausstellen muffen. Jetzt wird die Staatsan­waltschaft die Gelegenheit finden, einzugreifen. Bisher besaß sie trotz des ständig gesammelten Materials noch keine Handhabe zum Einschrei­ten. Es fehlte nämlich immer noch der Geschä­digte. der sich meldete und der sich betrogen iuhl- te. Heute wird dieser Geschädigte wohl kaum mehr fehlen, und die Staatsanwaltschaft wird in der nächsten Zeit reichlich Gelegenheit haben, sich mit den Wettkonzernen zu beschäftigen. Wenn die Geschädigten trotz aller Warnungen ihr Geld für ein« so unsicher« Sache bergeben, dann sollen st« sich nicht wundern, wenn sie schließlich das Geld verlieren. Wie di« »B.-Z. am Mittags erfährt, haben

die Beschlagnahmen

die von fetten des Finanzamtes bei dem Köhn- Konzern als Sicketheiten für bk nicht bezahl­te Kapitalertragsteuer vorgenommen wurden, keineswegs die Summe von Millionen erreicht, wie Herr Köhn angab. Die beschlagnahmte Summe bleibt wett hinter einer Million zurück.

seS für die Verteilung des ehemaligen deutschen Reichs- und preußischen Staatseigentums in Danzig hat die Botsckafterkonferenz die erfolgte Zuteilung an den Freien Staat Danzig bezw. an die Republik Polen bestätigt.

Berliner Wettbanken.

Millionenverlufte der Wettlustigen.

2« den letzten Tagen sind viele Wettdanrea, dieSpoetwetien vermitteln,znsamn»en«:rbrock>en Lever Me Verhältnisse eine« ireitverdreiteu. den «»nzern« schreibt man uns Nachfelgendes Mit der Erklärung des Köhn-Konzerns, nicht in der Lag« zu sein, »seinen Betrieb auf» rechtzuerhalteu und seinen Verpflichtungen, wie sie augenblicklich fällig sind, nachzukommen", ist die vorausgefehene Pleite eingetreten. Aller­dings gibt Herr Köhn in seinem Rundschreiben die Schuld den Finanzämtern, die ihm das Wei­terarbeiten durch die Beschlagnahme unmöglich gemacht haben (weil sie sich nämlich für die Nichtabgelieferte Kapitalertragsteuer Sicherheiten geholt haben), und außerdem seinen »Hilfs­aktionen" anderen Konzernen gegenüber, durch die er angeblich um sechs Millionen Mark ge­schädigt worden sei. Diese Hilfsaktionen, zu denen Köhn nach dem von ihm gegründeten Schutzverband deutscher Sportbank- und Wett- konzerne verpflichtet war, sollen sich, wie man sich in Rennkreisen erzählt, auch auf etoten sehr großen, außerhalb dieses Schutzverbandes ste­henden Konzern ausgedehnt haben, der gleich­falls schon sehr wacklig steht, und der jetzt nach dem Zusammenbruch Köhn, mit dem naturge­mäß alle Mitglieder des Schutzverbandes zu- sammeubrechen müssen, wohl auch seinem nahen Ende eutgogensieht. Nach einer Meldung soll sich die

Passiva auf 48 Millionen Mark belaufen. Diesen stehen geringe Aktiva gegen­über. Man muß den Galgenhumor bewundern^ den Herr Köhn entwickelt, wenn er die »Firma Karl Köhn, Sportbank mit zirka vierzig Gene­ralvertretungen im Wette von zirka zwanzig Millionen Mark" ansetzt. Eine Firma, die sich eben als zahlungsunfähig erweist, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann, mit

Rotterdam, 20. August. (Eigener Drahtbc- richt.) Der Courant meldet aus London: Die Wetten bei Lloyds in London über Ober­schlesien standen für die Zuteilung von zwei Drittel des Abstimmungsgebietes an Deutsch l a n d am Montag unverändert vier zu eins.

England, Amerika, Japan.

Das schwierige Bündnisproblem.

(Eigene Drahimeldung.)

Rewyork, 20. August.

Lloyd Georges Rede über das englisch-japa­nische Bündnis hat in den Vereinigten Staaten beirächüiches Aussehen hervorgerufen. Der Washingtoner Korrespondent derRewyork Sim" glaubt, daß eine formelle Allianz zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und Groß-Bri­tannien in offiziellen Kreisen als eine Unmög­lichkeit angesehen werde. Der Newyorker Korrespondent derEvening News" bestätigt diese Ausführungen, fügt aber hinzu, daß einer Verständigung der drei Mächte nichts im Wege stände. Eine Reutermeldung aus Washington besagt dagegen, daß in Negierungskreisen ver­lautet, Lloyd Georges Gedanke an ein Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten, Groß-Bri- tnnnien und Japan um die Pazifische Frage zu lösen, werde eingehend von der Regierung der Vereinigten Staaten geprüft. Der Staats­sekretär Hughes hat sich jedoch geweigert, irgend eine Aeußerunq über diesen Punkt zu geben, d» es die herkömmliche Haltung der Bereinigten

Frankreichs Befürchtungen.

Paris. 20. August. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Pariser Blatt, derJntranfigeant" schreibt: Wenn es in der oberschlesischen Frage zu einem Vergleich kommen sollte, so sei Oberschlefien nicht Elsaß-Lothringen; weder politisch noch ge­fühlsmäßig würde es die ganze Stellungnahme Frankreichs entscheidend beeinflussen. Warum sich den Kopf an einer Mauer einren­nen, die man doch nicht umwerfen könne. Falle die oberfchlesifche Lösung entgegen den franzö- fiscken Wünschen aus, so werde das Gleichge­wicht. das man den deutschen Drohungen im Osten habe entgegenstellen wollen, geschwächt fein. Dann bleibe immer noch der Rhein, der die wirksamste Bürgschaft für die lranzösi'che Sicherheit bleiben werde, solange Frankreich Befürchtungen für dicfe Sicherheit hege.

Bedrängnis in Danzig.

Verletzung des Danzig-polnischen Vertrags.

(Eigene Drahtmeldung.)

Danzig, 20. August.

Die Entscheidung über die Zuteilung der Eisenbahnen im Freistaat Danzig durch den Oberkommiffar hat außerordentliches Aussehen erregt Die Deutschnationale Volkspartei for­dert die Einberufung des Völkerbundrats in einer Entfchliefiung, in der es unter anderem heißt; Wir erblicken in dieser Entscheidung nickt nur eine für das deuifcke Danzig völlig uner­trägliche Löfung der Eifenbahnfrage, son- dern auch eine gröbliche Verletzung der Danzig-polnifchen Konvention. Die Uebernah.