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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Donnerstag, 18. August 1921

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 mid 952

Nummer 187

Englands Haltung zu Oberjchleslen

litten Archive aller LLader, die am Kriege

Di« Sanela Neueste» Nachrichten erscheinen wochmUich ^ma und M>ar a benb 4. Da Obonnementiptet« beträgt monatlich MO Warf b*i Wer Suftettanf. C«uS. ®u».

wärt- durch die Post bezogen MO Mark monatlich ^liebli» ^stellM» B^E^gat werden ieberz.1t von der <Seichäst«stelle ob« ben eoten entgegengenommm. Statderet, «erlag und Sebattton -, Echlachthosstratze 28/30. Für »noerlangt elngefanbte Bettrtge taitn ote Redaktion eine Beantwortung «der EewLhr tu keinem Falle übernehme». R uclzahlung d« 8 BezugLgelbeL oda Anlprüchewegen eiwaiganichtordnungimätziga Lieferung auSgeschloffen.

Bravo Rufen und die Sitzung bol das seltsame Schauspiel, das; zwei der verbissensten Gegner sich flcgcitfeitig Komplimente machten. Sehr wichtia ist, daß auch die Arbeiterpartei durch ihren Führer Thomas die Zustimmung zu der Politik der Regierung aus der Pariser Konferenz erklärte. Die Interesse« Englands und die Stärkung des zukünftigen Weltfriedens ver­bieten, dass Deutschland MBoden ge­drückt werde. Die Sicherung titm Frankreich bestehe nicht in der Erdrückung Deutschlands, sondern in der Herstellung freundschaftlicher Be­ziehungen mit anderen Nationen der Welt. Der Verlaus der Diskusston über die R-gierungSer- klärnngru bedeutet also, daß Lloyd George das gesamte England hinter stch hat.

Äommiffton oder Schiedsrichter.

London, 17 August. (Ggene Drahtmeldung.) Lloyd George sagte im Unterhause, daß er ver­mute, daß der Völkerbnndrat die oberschlefitche Angelegenheit einer Kommission von Juristen oder einem SchiedsrMer überweise« würde. Er betonte, daß die Alliierten verabredet haben, die Entscheidung dann anMnchme«, von welcher Kommission fie auch getröffe« würde.

gnlerttonSpretfe« e) Sviheimgihe Aufträge: Die etnfpalttge Anzeigen-Zelle M. L2O, die einspaltige ReklawezeUe M. 8., b) auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzelgenzetle M. 1.50, bte etnfpalttge ReNamezelle M. 150, aller etnschltebllch DeuerungSzuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen «ttt besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit all« durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Sltxfnabme. baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werd«. »ruderet: Echlacht- hofstraße »/SO. GeschäftSstolle: «öluische Straß« 6. Delephon Nummer 951 und 96t,

werte einschätzt.

Das Publikum sollte freilich bedenken, daß

Franzvflsche Verstärkungen.

Mainz, 17. August. (Prittatielcyramm) Die französische Regierung hat die Verstärkung der französischen Garnisonen in Oberschlesien um ein Drittel ihres Bestandes angeordnet gust Sicherung der Besatzungsarmee. Die Ergän- zungstrcmsporte, die am Freitag über Mai-'.z- Bsbra gehen, machen keine Zustimmung Deutsch­lands erforderlich. Weiter wird gemeldet, daß schon am vorigen Freitag Mei französische Mge mit miAtärischea Verstärkungen für Ober­schlesien Main, verlassen haben.

Umtriebe in Oberschlesien. Polnisch-englische Zusammenstöße. (Prival-Tckcgramm.)

Oppeln, 17. August

Die Nothelfer.

Bei der Kasseler Technischen Nothtlfs. (Bericht unseres Mitarbeiters.)

Sin Wort für Deusschianb.

England wahrt seine Interesse«.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 17. August.

Tie anSsührlicken Erklärungen von Lloyd George über die internalionale Lage, besonders über OSerschlesien und über das Verhält­nis zck Frankreich, sind ht London mit großer« Beifall aufgeuommen worden. Asguith hat bei Beginn der Debatte über die Erklärungen des Ministerpräsidenten in längeren Ansführungen seine Zustimmung anseinandergesetzt, besonders um Lloyd Georges Haltung gegenüber Frankreich anzuerkennen. Lloyd George unterbrach den Diskussionsredner wiederholt mit

Wirkung der Teuerung.

Beanitenverbände und Vewerkschafte».

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. August.

In den Verhandlungen der Bcamtcnvcr- bände und der Gewerkschaften im ReichSsimmzministeriurn über die neuen Ge­haltserhöhungen und Lohnaufbesserungen G. wie wir erfahren, ein Stillstand eingetreten. Die Regierungsvorschläge an Beamte und Arbeiter gehen nur auf eine etwa zehnprozentige Erhöh­ung hinaus. Diese Sätze werden von Bemmen rrnd Arbeitern als vollständig ungenügend ab­gelehnt, über die nicht einmal eine Diskussion möglich sei. Die Mindestforderung wurde auf vierzig bis sechzig Prozent angegeben. Der Ausschutz des Deutschen Bemntenbundes hat ein Zusammengehen mit den freien Gewerkschaften abgelehnt und fich für eine politisch neu­trale Haltung ausgesprochen.

Steuervorlage und Besoldung.

Berlin, 17. August (Privattelegramm.) Der Reichskanzler hatte am Dienstag nachmittag eine Bespreckmng mit den Führern der Koalitions- Parteien, wobei äußerst wichtig^ außenpolitische Fragen, aber auch innere, wie die der Stener- vorlagen und der Besoldung erörtert wurden. Einig war man stch darüber, daß für die augenblickliche Teuerung ein Ausgleich durch sofortige Teuerungszuschüsse für Beamte und Arbeiter geschaffen werden müsse.

Die sinkende Matt

Hausse a« der Börse.

Worauf ist nun dieser neuerliche Markschwund jurückzufüHren? Eine Ursache liegt auf der Hand, nämlich die Beschaffung der Devisen für die Rcparationszahluugen. Ta aber laut offiziöser Ankündigung die Zahlung der lns zum $1 August fälligen ersten Reparationsmilliarde gesichert ist, müssen bei der sehr erheblichen Ent­wertung der Mark noch andere Ursachen mitgc- itirft haben. Zunächst gesellt sich zur remerungs- kittc.cn Beschaffung der Devisen die Spekulatrvii, das"Devisenhamstern, das zweifellos in aroßem Umfang erfolgt ist und zwar auf Grund der pessimistischen Beurteilung unserer Valuta, die durch das Nachlässen der ausländischen MarRäufe bedingt ist. Hierzu kommt «wer eine weitere und die zurzeit wohl wesentlichste Ur­sache der Markentwertung, zu deren Kennzeich­nung die Börse das Wort S t e u-e r h a u s s e ge­prägt hat. Rein äußerlich könnte man zunächst meinen, daß die neue dteuerbeschevung, die ja auch den Börsenverkehr stark heranzieht, für die Börse entlastend wirken mußte. Wenn diese Wirkung jedoch völlig ausbleibt, so liegt das eben daran, daß die Gegenwirkungen bei wertem stärker sind, nämlich jene, die in der Verstärkung der Inflation durch die neuen Steuern und da­mit der Verschlechterung des MarUurses beruhen Da diese Steuern einmal wichtige Bedarfsmrttel belasten und andererseits scharf in Einkommen und Vermögen sbestand eingreifen, so l^gt es auf der Hand und ist ja auch in den offiMffen Darlegungen bereits zugegeben worden, daß tue Wirkung der Steuervermehrung einmal in der Verteuerung aller Bedarfsmitte! bestehen und zweitens eine wesentliche Steige­rung der Löhne und Gehalter im Gefolge haben wird, die wiederum aanz automatisch auf eine «eitere Verteuerung hinwirkt und somit eine erneute Geldentwertung zur FÄge haben mur. Auch mit diesen Folgen der Ueberstcuernng roh- net ja die Regierung bereits, wie aus der oiu- ziösen Mitt-ilung über die beabsichtigte Lohn- und Gehaltsaufbesserung für die Staatsangestell­ten hervorgcht.

Diese Wirkung muß aber schon deshalb zu einer verstärkten Inflation, zu einer Steige­rung der Vapiergeldflut, fuhren, wml auch das neue Finanzprogramm nicfct annähernd zur Deckung der Ausgaben mtsreicht Ist doch das Reparationsksnto allein mit 3,3 Milliarden Goldmark belastet, was bei einem Verhältnis der Papiermark zur Goldmark von 17 zu 1 sechsundfünfzig Milliarden Papiermark ergibt, wozu sich noch Wer zehn Milliarden Pa­piermark Bssatzungskosten gesellen. Rechnet man dazu das Ordinarium mit 48ch Milliarden und das Extraordinarium mit 39 Milliarden, so er­gibt das weit über einhundertfünfzig Milliarden Papiermark, während das bis­herige Steuerprogramm im ganzen vielleicht schon zu optimistisch auf etwa achtzig Mil­liarden geschätzt wird. Mes «roße Defizit muß, wenn nicht gründliche Abhilfe geschafien wird, zu einer weiteren Entwertung der Valuta führen, und so flüchten die Kapitalbesitzer von der sinkenden Papiermark zu den A k t i e u, die man als Anoustrteanteile vielleicht auch schon mit reichlichem Optimismus als Real- oder Gold-

Lohnbewegung in der Industrie.

Halle a d. Saale, 17. August. (Privattele­gramm.) In einer hier abgehaltenen Metallar- beiterversammlimg wurde der Beschluß gefaßt, für kommende« Freitag in der Provinz Sachsen den Ansstand zu proklamieren, falls bis Donnerstag «ac^nittag von den Arbeitgeber« in der Lohnsrage keine befriedigenden Zuge­ständnisse gemacht worden find.

Deutschland und Amerika.

Ungerechte amerikanische Forderung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. August.

Der Berliner Berichterstatter der ^Ehicago Tribüne" erklärt fich zu der Mitteilung ermäch­tigt, daß die deutsch-mnerflanischen Friedens- Verhandlungen in et« äußerst kritisches Stadium getreten find. Wan sei gegenwärtig auf einem toten Punkt angelungt, weil die ame­rikanische Regierung die Forderung ausgestellt hat, daß in dem deutsch-amerikanische« Friedens vertrag Deutschland erneut erklären müsse, daß Deutschland allein für den Krieg ver­antwortlich und schuldig sei. (!) Die deutsche Regierung fürchte das B-kanntwerdcn dieser Tatsache und habe bis jetzt die Beröffenr- lichung zurückgehalte«. Der Berichterstatter meint, daß, wenn das Kabinett Wirth die ame­rikanische Forderung annehme. es sofort weg­gefegt werden würde, denn alle deutschen politt- schen Parteien und auch die zahllosen Partei­gruppen verlangen einen internattonalen Ge­richtshof. der mit der Nniersuchnng aller amt-

-Bor dem Völkerbund.

Rur einstimmige Entscheidung maßgebend? (Eigener Drcchtbericht.)

Paris, 17. August.

Rach den heute morgen vorliegende« Meldun gen dürste der Bölkerbundrat für Ober- chlesien seine Sitzung in Paris und nicht tn Genf abhalten. Der sranzöfische Vertreter ist aus Genf in Paris eingetroffen, auch die meisten Mitglieder des Bölkerbimdsrats befinden sich schon in Paris. Das ganze Aktenmaterial steht ebenfalls in Paris zur Verfügung. 3« feinem gestrigen Leitartikel ergeht fich der2emp5 über die Aufgaben und Methoden des Rats des Völkerbundes und befürwortet dringend, nur eine einstimmige Entscheidung als z n- lässig anzunehmen. Im französischen Mlin- sterium fei nichts darüber bekannt, daß Frank­reich sich damit einverstanden erklärt habe, etne mit einfacher Majorität getroffene Entscheidung anzimehmen. Weder Deutschland noch Polen sei durch irgendeine Bestimmung dazu verpflich­tet, einen Spruch des Völkerbundes anzuerkennen.

Die Börsenhausse, die seit einiger Zeit ein­gesetzt hatte und nach etlichen RückschLägen immer wieder zum Durchbruch kam, ist jetzt wirtlich zur Katastrophenhausse geworden. Nicht nur, Weil der Andrang der Kaufordres nicht mehr zu be- 'ltigen ist. sondern vor allem deshalb, weil die Spekulationswut, die Sucht, sich durch Bör- fengswinne einen Nebenverdienst zu schaffen, auch jene Kreise ergriffen hat, die sonst mit der

graiphiert... .!*

Aus nicht gerade bequemen Wege stoßen wir in doZ .Streikgebiet" vor, mitten in das eigent­liche Bahndrrierk Gegenüber der Kanfine sie ist unserer Austnerlsamleit wirtlich nicht entgalt» gen* wird gerade die neue ^Schicht eingeteilt. Sechs Mann Ausfchlacker, sechs Mann Anheiptr Kohlenlader für Güterzug, für Personenzug.., So klingt es hell und scharf und dann.. ,s»- ioTt umziehen und an die Arbeit meine H er- ren!* Nach wenigen Minuten laufen blaue Anzüige umher. Eine vollkommene Umwand­lung rft vollzogen. »Man sieht doch gleich", wird richttg bemerkt, .daß Kleider Leute machen. gar die Hände sind schon in den Hosentaschen! Rur einem, der es eilig hat, ist die »Vergangen, heft" anzumcrken. Er hat vergessen, den weiten Stehkragen abMezen! Ein Jngenieur-Nothel- fer, der bereits in Berlin eingesetzt war, und hier, wie man so spricht, zu sagen hat, über- nimmt die Führung Er lotst uns an die Ab­teilung sirr Personenzüge M den Ausschlackern.

Die Leute stehen hier unter den Maschinen in den Gruben und entnehmen der Feuerbuchs: die ausgebrannten Kohlenschlacken, die beiseite gehäuft und sofort auf bereitstehende Güterwa­gen geschippt werden. Mr erklettern eine der Maschinen unü> sehen der mühseligen Arbeit des RWöffnenS zu. Mit langen Zangen wird die­ses Geschäft besorgt. Bei neueren Wazchinrn toll es Allerdings einfackfer sein. Hier gerade nicht! Aber... die Maschinen werd?« nicht allein ausgeschlackt, sondern auch neu beladea. Hoch oben aus der Ladebühne flohen junge Rot- helser. Weiter führt der Wog zur Drehscheibe. Dieses Amt ist das begehrteste weil das leich­teste. Mr haben mit Karussell gefahren bis W Lokomtive samt Tender st: nehmen ben «an» zen Scheibendurchmesser ein das richtige Gleis erreicht hat, das entweder, zum W-rfser? nehmen oder zum Anhängen führt. »Hier, bemerkt der Mchrer mit Humor, .wird allez von der T. N. bedient, ohne daß was kaputt gegan­gen ift!" Und dann einen deshalb bemerkens­werten Satz, weil et am schlagendsten darregt, daß die T N nur Nothilfe ift und auch nur fein so« und will: .Es geht alles langsamer wie sonst: das ist aber nicht anders zu erwartenr

~<n der Gnterzuflobteilung entwickelt sich das gleiche Bild Bei allen diesen .Gelegenheitsar- beitern" herrscht ein fröhlicher Ton. Der eine schmauchst dazu das Pfeifchen, der andere dte Zigarette. Und wenn ein Bekannter unter ihnen dir Hand reicht, so färbt sie ad. Hier isi eben alles .anschwärzend' aber... Arbeit ichän- det nicht! Und mm noch ein Gang durch ^den Maschinenschuippcn Diese Niesenballe -regt schweigend da. Biele Lokomotiven ruhen hier. ; An den Puffern erschiedener steht zu lesen: Mcht fahrbar. Auch iper ift die T. N. tätig. Einsam und tot übernahm sie das gewaltige ,SonP Insgesamt sind bei drei Schichten etwa 200 Roth elfer a.r gesetzt, selbstredend ohne dre Wter- lungen, die auswärts entsandt worden imd, st nach Treysa. Auf einer gerade nach Bahnhof Oberstadt abfalhrenden Lokomotive haben ton ' die Heimfahrt angetreten Eine solche Erst«- 1 ba^rsahrt auf eigene Gefahr wird betont ' bat wahrhaftig besonderen Reiz und «sw den ; wirkungsvollsten Abschluß der sucht allwgfich<m BesichttMwg tmserer Saffder T. N, bte vbrmenL

Grenze mit der Anbringung von Drahtverhauen begonnen. Auch in Kattowitz ift es vor­gestern abend zu schweren Zusammenstößen zwischen Engländern und betrunkenen Polen ge­kommen, die die Engländer anrempetten und beschimpften. Die Engländer machten von ihrer Waffe Gebrauch, sahen sich aber plötzlich einer größeren Anzahl französischer Soldaten gegenüber, die für die Polen Partei ergriffen. Erft einer Straßenpatrouille gelang es die Ruhe zwischen den Kämpstnden wieder herzustellen.

3,tmuun; WV IHUU mtuf '---' -----

Tagen ohnehin auf einen starken Andrang ge­faßt fein mußte, hatte der Andrang zur Ber­liner Börse nachgerade beängstigende Fe­rnen auoenommeu. Man beschräntte sich nicht meür auf die bekannten, zum Teil recht Merfel- biften Tips", sondern das Privatpublikum stürzte sich fast wahllos auf alle möglichen Werte, während die Bernfsspekulatron sich bereits etwas zuriickhielt. Infolge des Andrangs konnte em großer Teil der Kaufordres nattirlich nicht aus- öesührt werden, und die Reparfierungen waren im der Tagesordnung. Gleichzeitig wurde wieder lebhaft die Frage erörtert, wie diesem Andrang an der Börse zu begeWen sei. Volkswirtschaft­lich wichtiger sind aber die Gründe, die W dieser Hausse geführt haben. E>s liegt auf der Hand, daß der dirette Anlaß hierzu in der Ent­wertung der Mark zu suchen ist. Am Dienstag trat eine so starke Entwertung em. daß für einen Dollar einundmeunzig Mark bezahlt wurden, womit man dem tiefen Stand vom ^a- war 1990 bedenklich nahe kommt.

Kassel, 18. August.

Wso um 712 Uhr vor der .Technischen Not- Hilfe" in der Viktoriastraße. So hatten wir te­lefonisch abgemacht. Zur festgesetzten Zeit steht bereits eine Abteilung Rochelser angetreten. Aeltere und junge Leute gemischt. Gru-ppen- ir-eise wird ein Lastauto bestiegen und fort gehts. Um 2 Uhr ist Schichtwechsel im Bcvhndreieck. Dann werden die weiteren Meilungen zusam- mengd't'.'fft und wir haben Zeit, uns ein wenig in dem Geschäftsraum der T. N. uuizusehm. Es geht reichlich eng zu. Die Rothelstr drängen sich zusammen. Nebenbei spielt fast unun.rer- brochen der Fernsiprecher. Hintenrauö sind Rau­me für die Unterbringung der ersten Ausrüstung einer Nothelser-Abteilung. Dann sllhrt uns ein Auto nach der Rothcnditmolder Brücke. Hier bietet sich ein echtes StreiMlo in moderner Auf­machung dar. Starke Streikposten, lehnen am Brückenrand und am TreppenAUgang stehen zwei Grüne, den Karabiner gefchnttert, Auch unten auf dem Platze bewegen sich Grüne. Du Tschaköobeschlag blinkt silbern. Daß die nachein. ander aurückendeu Niothelser-Abteilungen und die dachongehenden Abgelöften von den Ltreik- pojsten nicht gerade liebevoll betrachtet werden bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Auch einige »Begrüßungen" fallen ab. Der Schupo- Doppebposten prüft die Ausweise fedes Einzel­nen in den Reiheii »ei Ankömmlinge und bann werden wir legitimiert und mit uns ein jun­ger Mann mit einer Kamera. Sofort fällt ans der Gruppe der Streikpostien der Rus:<>etzt werden wohl auch noch die Streikbrecher Photo-

Kasseler Nemste NachMm

* * Hessische Abendzeitung

Gestern abend ist eS i« Myslowi« S« einem schweren Zusammenstoß Mnschen polnischen Aufrührern und Engländern gckkour- men Die Aufrührer ließen drei Tote zu-

Reichsreg-ierung aber wird aus diesen Dorgän- gen die Ätahnnng entnehmen müssen, daß es ge- kährlich wäre, mit der Reform des Wührungs- pvMe-ns, wie angÄündigt, bis zum Beginn des neuen Jahres zu warte«, weil, je länger man damit wartet, desto weniger übrig bleiben wird -um Reformieren. Neben diesen ungünstigen Anzeichen ist es aber nicht ausgeschlossen, daß hinter der Haussebewegung ein einfaches D or- senmanöver steckt. Dies ist zum BeiflnÄ die Ansicht des bayerischen Landwirtschaftsministers, Wutzclhoser, der in einer _ Ansprache auf der auch fene streife ergrrnen oat, tne iuu;i um wi < ®.c *16 e »

Börse in keiner Fühlung standen. Bor allem auch über Weftnctierungen als Pwis^berelen be Kreise die nicht in der Lage sind, zu verlieren! zeichnete und ihre strafrechtliche^ Verfolgung m Am Montag, wo man nach den ^börfensreiei. Sujgtt '"Ä'SSÄ Be­

wegung stch aus allen Wirtschaftsgebieten gleich­mäßig vollzieht.K.