Nr. 184. — 11. Jahrgang.
Kaffeier Reueste Rachrichte*
Sonntag, 14. August 1921.
etwas nicht tim!
Auch die Jagd hat wieder angehoiben. DaS ift dann stets ein Zeichen, daß der Herbst beginnt. Da blüht Vie nicht fahr seltene Blume „Jägerlatein-. Tas, was da gesprochen wird, ist genau mit derselben Vorsicht zu behändem wie die Antwort des Magistrats auf offene Anfragen, die das Schwimmbad betreffen Ach so.. es liegt ja nur das berühmte .Schwei- den im Rathaus- vor! Welleicht hat man sich noch nicht von den Ferien erholt. Der t^ber ttirgernieister weilt ja auch noch abierts von Kasicl. Man sagt, er sei jetzt in Klsstngen. Des Bad ist gut für HalAsidende... Es gibt viele Leute, die ebenfalls dorthin möchten Das, was jci-.t bevorsteht, hat ihnen regelrecht die Red: verschlagen Der kommende Montag fuhr bereits in die Glieder. Tas ist ke.n „blaner- mehr, daß ist schon ein schwarzer Montag und Spoitvogel, der sonst so gern seine Vers« Psi"ft, läßt die Flügel hängen, kant im Dorgefchmack der Montags-erhehungen am Bleistift und... streikt ..!
Da soll der Teufel Verse schreiben Wenn in der Gegend, wo das Herz Und Ruheplatz für das Papiergeld Sich fiihkbar macht gelinder Schmerz.
Der Stegen.
Wie wird die kommende Woche?
mittel sind knapp und teuer und so ist denn der Milcheingang in Kassel von 22000 Liter täglich aus 12000 Liter zurückgegangen, sodaß die Kinder« und Lrankenmilchzmeilung beschränkt werden mußte, um vor allen Dingen die Verteilung der Säuglingsmtlch stcherzu- stellen. Inzwischen stiegen die Preist für Butter anhaltend und auch jetzt ist noch immer ein Anziehen der Butterpretse zu verzeichnen. Run ist es im Molkereiwesen Grundsatz, daß die Butter- Preise die Preise für Vollmilch bestimmen; man rechnet allgemein so, daß die Mrlchpreise Den zehnten Teil der Buterpreise ausmachen, die ab Stall bezahlt werden müssen; in den meisten Bezirken werden dann hierzu noch 20 Profent Sonderzuschlag erhoben, doch haben die Spitzen- organisaticnen der hessischen Landwirtschaft, »m die Milchversorgung in Kassel nicht allzu sehr -u erschweren, von der Erhebung dieses Sondcrzu-
PoLzeibund eine Schäferhundrasse, hat Junge | bruch bereiten werden; Kleie und Kraftsutter- goworfen mit richtig gehenden englischen Borer- r-<- '•*** '* he’
kopfchen' Solche .Loreley-Dichtungen- kommen öfters vor, aber ein Polizei Hund, ganz gleich eb in oder außer Dienst — der sollte doch s o
schkages abgesehen.
Die Kartoffel«.
Auf dem heutigen Wochenmarkte schwankten die Preise für Kartoffeln zwischen 1,20 Mk. und 1,40 Mark, während gestern noch eine Mark genommen worden ist. Die Zufuhren waren heute etwas reichlicher als an den letzten Markttagen.
Wenn zu den HmiSbaltungsvorständen Allstündlich diese Frage irrt: Ach Gott, ach Gott, was soll das werden Wenn jetzt das Brot so teuer wird! Es klettert alles rings zur Höhe, Ein Schwindel saßt den Armen an Und er gesteht, daß so gut turnen Und Hochsprung üben er nicht kann. Das ist die allerbeste Werbt,ng Für L-ubeSüsiung. die ja jetzt Die .Leibesübungs-Woche- in den Zenith des Kasseler Deutens setzt. Uebt Sport und Turnen ist die Losung Doch geht sie noch nicht weit genug: Den neuen Preisen nachznkommen Hilst eines nur: Der freie Flug? Das Fliegen «ber ist nicht Sache Von Jedermann und deshalb bleibt _ Bestehn: Der Montag nimmt das Lüstchen Daß man noch Verse drüiber schreibt! Unsicheren Vernehmen nach ist in das Programm der „Turn- und Sportwoche- nachtmg- lrch eingestellt worden: Großes Sackhüpfen von Jung und Alt nach Brot-, Milch« und Kactof- felpreisen und PreiSziehen am Preistau. .!
Spottvogel.
Der Regen regnete gestern den ganzen Tag. Erst abends hl r<‘e er auf. Wenn auch noch lange nicht genug, so ist doch das schwerste Unheil verhütet worden und in landwirtschaftlichen Kreisen werden bereits die Aussichten der diesjährigen Kartoffelernte hoffnungsvoller beurteilt alz noch vor wenigen Tagen. Noch ist der Himmel bedeckt und von wetterkundiger Seite wird gemeldet: Dom Atlantek ber nähert sich in drei er Front ein neues, weif nach Norden sich erstreikendes Hochdruckgebiet, und in Wechselwirkung mit der anscheinend südostwärts abziehenden Tevression dürste es nun zunächst nach weiteren zahlreichen Gewittern erneut zu veränderlichem, trübem und wesentlich küblerem Wette: kommen. Ob auch in der kommenden Woche rasch wieder warmes Hochdruckwetter zur Ausbtlduna gelangen wird, bleibt noch abzuwarten; es ist für die nächsten Tage nicht sehr wahrscheinlich.
Der amtliche Wetterbericht
der Wetterdienststelle Weilburg sagt für den morgigen Sonntag folgende Witterung voraus: Veränderlich, meist bedeckt, vereinzelte Regenifalle.
Sin zweijähriger Schütze.
Das teure Brot.
Die Preiserhöhung am Montag.
Wie in der in der Borwoche angekündigten amtlichen Bekanntmachung, btt heute erscheint, zum Ausdruck kommt, kostet von Montag ab das 1900 Gramm Brot auf die bestehen bleibenden Marken 6,75 Mark. Der Preis fite markenfreies Brot stellt fich für 1900 Gramm °«f ' h Warsi für 50 Gramm-Brötchen aus 50 Pfennig
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Don amtlicher Seite wird hinsichtlich des ra- ttonierten Brotes geschrieben: Die Reichsgetret- destelle hat vom 15. August ab thre Mehlpreise um 50 Prozent erhöht. In dem an dtesem Tage zu Ende gehenden Wirtschaftsjahre war eine sehr erhebliche Brotverbillizung gegennuber d:n vor allem durch daS teuere Auslandsgetreide tatsächlich erwachsenen Einstandskosten erfolgt, ^as Reich htt für diese Zwecke über zehn Mtt- iiarden Mark im verflossenen Wirtschaftsjahr aufgewandt, die in der Hanpftache durch steuern wieder aufgebracht werden mußten. Be, d.r ungünstigen Finanzlage ist das Reich aber aus die Dauer außerstande, die Verbtlligung tn diesem Umfange fortzusetzen. . Hierauf und auf die Erhöhung der den Landwirten vom neuen Ern- tejahr ab zugebilligten höheren Getreidepreiie ist die jetzt notwendig gewordene erhebliche Erhöhung der Brotpreise zurückzusuhren. Bemerkt wird noch, daß se«bst bei diesen Preuen oas Reich für die ersten Monate noch wettere echev- liche Verbilligungszuschiisse zu leisten hat. Dom Obermeister der Kasseler Backerlnnung wird unserem Mitarbeiter gegenüber betont, daß das markensteie Brot und die markenfreien Brötchen aus richtigem weißen Mehl gebacken werden. Die Versorgung der Bevolke- rung mit rationiertem Brot ist gesichert. Im übrigen wird angesichts der enormen Erhöhung der Brotpreise jeder Haushalt vor allem bestrebt sein, den Brotverbrauch nach Möglichkeit zu beschränken.
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Auch der Milchpreis wird erhöht!
Verhandlungen, die seit längerer Zeit zwischen den Spitzenorganisattonen der hessischen Landwirtschaft und der angrenzenden westfalischen hannoverschen und thüringischen Bezirke und der städtischen Milchkommission wegen einer Erhöhung des Milchprcises geführt worden sind, haben nunmehr zum Abschluß geführt Vom Montag, den 16. August ab kostet em Liter Vollmilch 3,40 Mark, gegen 2,80 Mark bisher u. ein Liter Magermilch 2,20 Mark gegen 1,80 Mk. bisher. Von dieser Preiserhöhung für Vollmilch erhalten die Landwirte 50 Psg. für ein Liter, während die übrigen 10 Psg. zur Erhöhung der Verdienstspanne für den Milchhandel Verwendung finden. Die landwirtschaftlichen Spitzenorganisattonen haben sich bei diesen Verhandlungen recht entgegenkommend ge^igt und nur so war es möglich, für den Bezirk Kassel wesentlich niedrigere Preise für die Vollmilch durchzusetzen, als sie anderwärls bezahlt werden müssen. So beträgt der Preis für Vollmilch in Frankfurt a. M. 3,80 Mark und 3,90 Mark, in Bochum, Gelsenkirchen, Essen. Dortmund und Herne 3.90 und 4,00 Mark, in Hannover 3.80 Mark, in Berlin 4,20 Mark, und überall dort, wo man die freie Wirtschaft für Milch durchgeführt hatte, sind überraschenderweise die Preise für Vollmilch am höchsten.
Der Grund der ungewöhnlichen Milchknappheit liegt in der ungenügenden Futtermittelversorgung, die durch die langanhaltende Trockenheit verschttldet wurde. An Grünsutter herrscht empfindlicher Mangel, dem hoffentlich die inzwischen erfolgten Niederschläge doch etwas Ab-
Ein nicht ungewöhnlicher, aber auch noch nicht aufgeklärter Vorfall spielte sich gestern in einem Hc use am Schtoßplatz ab. Dort, wo b*e Fenster der Nachbarhäuser dicht aneinandertre- ten, waren kleine Kinder zusammengekommen. Plötzlich gab es einen Krach, ein Schreien, und die Nachbarn, die zusammenliefen, fanden ein zweijähriges K i n d mir blutüberströmtem Gesichtchen zusammengebrochen aus dem Boden liegend. Bei dem Kinde lag ein Heines Taschen tesching. Das Weitere muß die Untersuchung ergeben. Die sofort herbeigerufene Sanitätswache Fnldabrücke brachte das Kind, das von einer ganzen Schrotladung getroffen war, nach dem Landkrankenhause. Lebensgefahr liegt nicht vor. Merkwürdigerweise ist der Hahn des Teschings außerordenflich schwer zu spannen, und doch soll das Kind den verhängnisvollen Schuß selbst abgegeben haben. Schuldig ist aper wieder das Umherliegenlassen von Waffen, noch dazu von geladener:.
Loka!rmchrichl?n vom Loge.
4- Kundgebung auf dem Friedrichspkatze. Anläßlich der morgen mittag 11 Uhr auf dem Frtedrichsplatz stattfindenden Kundgebung wird uns geschrieben: Wenn wir in Kassel auch nur einen kleinen Teil des deutschen Volkes darstellen, so wollen wir doch unsere Stimme erheben und von der Wett nach Recht und Moral verlangen: ein deutsches ungeteilte» Oberschlesien! Deshalb, Männer uno Frauen Kassels, kommt am Sonntag vormittag auf den Friedrichsplatz zu den Vereinigten Verbünden heimattreuer Obcrschlcsier und fordert mit ihnen das Verbleiben des ganzen Oberschlesien beim deutschen Vaterlande!
-T- Liedervorträge in Alt-Wehlheiden. Am heutigen Sonnabend, pünktlich 8 Uhr, wird in der Kohlenstraße der .Sängerkranz West end'' folgende Lieder vortragen: .An das Vater land-, „Gute Nacht", .Heimweh", .Heute scheid' ich-, .Das erste Lied" und .Der liebe Herrgott hält die Warbt"
--- Instandsetzung der Drahtbrücke. Die de- retts angkküudigte gründliche Instandsetzung der Drahtbrücke beginnt am Montag. Bis auf Weiteres ist daher die Brücke für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
-r- Forderungen der Postbeamten. Eine in der MarttusKause abgehaltene Versammlung der Ortsgruppe Kassel des ReichSverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamten nahm eine Entschließung an mit der Aufforderung an die Regierung, dem wirtschaftlichen Zusammen- bruch der Beamten erat einer höheren Teue- ruirgszulage entgegen M treten. Zweitausend Mark als Vorschuß auf die zu gewährende Touernnaszickage sollen sofort »u zahlen fein.
-r- Pftasterarbeiten und Straßensperrungen. Wegen Umpflasterung der Fahrbahn wird die Sttaße Judenbrunnen von Michelsgasse bis Thomassträße auf die Dauer von ettva 14 Tagen für den öffentlichen Fuhrvertebr gesperrt. ebenso wegen Ausflihrung von Pflaster- und ChaussierungAarbeiten die Wilbelmshöher Allee auf der dem Bahnhofe zugekshrten rechten Seite von der Landgraf Karlstraße bis zur Eisenbahnbrücke.
—— Ein gemeingefährlicher Reisender Der Reifende Reinhold Böse ans Berlin reift für eine Bildvergrößerungsgesellschast, doch ist dies für ihn nur das Nebengeschäft. wüihrend ihm die Hauptsache bleibt, bei diesen Besuchen ans dem Lande tmd in kleineren Städten di: Gelegenheit ans zu spähen, wo er mit seinen Helfershelfern rinbrechen kann. Auf diese Weife arbeiten drei zusammen. Von den zahlreichen von diesen gemeingefährlichen Menschen in der Umgegend von Kassel verübten Einbruchsdiebstählen hat die Kriminalpolizei jetzt einen aufgedeckt und hierbei die Täter ermittelt, aber noch nicht verhaften
Kasseler Kurse
vom 13. August 1921.
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Apotheken dienst.
Folgende Kasseler Apotheken haben morgen, Sonntag, geöffnet und in der darauf folgenden WoLe Nachtdienst:
Hirsch-Apotheke, Am Altmartt.
Engel-Apotheke, Obere Königstrabe 2t
Germania-Apotheke, Rothenditmold.
Kronen-Bpvtheke, Wilhelmshöher Allee 81.
Viktoria-Apotheke. Movitzstraße
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Blunck 4 V. Boche.
Neue Lehrgänge
Weinhaus Winzerstuben ä
können. In Oedeisheim (Kreis Hofgeismar) vatten diese Reisenden auch dem Gastwirt Schmidt einen Besuch gemackft, den sie nach kurzer Zeit wiederhoften und dabei 116 Meter Leinwand, Bettbezüge, Bettdecken. Tischtücher und Leibwäsche im Werte von 8000 Mark stahlen and noch am gleichen Tage in Kassel verkauften, wobei ihre Spur ermittelt wurde.
-T- Allerlei vom Tage. In einer Wirtschaft 'der Leipz igersttraße erlitt gestern ein Monn einen Herzschlag. Er war fofort tot. Ebenfalls von einem Herzschlag betroffen wurde in einer Wirtschaft der Hohenzollern« st r a ß e ein Mann, der von der Sanitätswache Fnldabrücke nach dem Krankenhaus« gebracht wurde. — Einem Bauarbeiter, der gestern abend im Graben ein Was Bier trank, wurde der gesamte Wochenlohn aus der Tasche gestohlen. Der Bestohlene ist Vater von fünf Kindern. — Tie Schupo ncchrn gestern zwei Fürsorgezöglinge fest, die ans einer Anstalt entwichen waren und unterwegs Heinere Diebstähle verübt hatten.
-r- Veranstaltungen am Sonntag. Kundgebung für Oberschlesien, Friedrichsplatz, 11 Uhr. — Turn- und Sportwoche. — Residenz-Operetten-Theater: »Der ersten Liebe aoft-ne Zeit-, Uhr; im Theater-Restaurant: Künstle rkon zett ab 6 Uhr. — Neues Theater: Ringkämpfe, 8 Uhr. — Stadtpark: Familienkönzett, 3 Uhr; Konzert mit Filnrschau, 8 Uhr. — Weinhaus „Tante-: Künfllerkonzert. — Braustübl: Konzert, 7—11 Uhr — Kino des Westens: „Heißer Boden-, amerikanischer Wildwest-Film. — Winzerstuben: Duo Adam-Silvert, 8 Uhr. — Oberweser-Fahrt ich Münden. — Dampfer „Elsa-: Fuldasahrten. — Montag: Stadtpark, Duisburger Sänger, 8 Uhr.
Letzte Deveschen.
wort geschickt, die als eine Ablehnung dergvoß« mütifteu Angebote aufgesatzt werden konnte. Lloyd George wird heute (eonnobeuö) einem Miittftenat präzidieren, bei dem d-e Antwort de Batt ras zur Sprache gebracht werden soll. Man weist hoü) nicht, welches der genaue Wortlaut der Antwort de Balcias ist, aber man glaubt zu wissen, daß das Dokument in sehr dunklen Wendungen gehalten ist. -ter «tnn bcö Dokumentes ist aber klar genug. Es ist keine günstige Antwort, die den Stanopnnkt der Snm- fcincr^m der Frage der selbständigen unabhan- gigen Reglung Irlands ausführlich darlcgt.
Deutschland zahlt!
Rotterdam, 13 August, (^battete* gramm.) Die Londoner Morningpost meldet aus Paris- Nachdem Deutschland am 10. d Di. eine weitere Zahlung von fünfzig MilUonen Goldmark an die Reparattonskonnmsstou flpxtv üet hat, find bis Ende August noch dreihuudert- »ehn Millionen Mark von Deutschland zu zahlen. Dstfe ZMnng bat Deutschland für den 20. und 28 August zugesagt. Die RepäratiouÄommis- fion bat beschlossen, die aus den Lohlentteftruu- nen erzielten Beträge dem Konto der Besatzung», armee zuzusühren, derart, daß die Besatzung«, kosten Englands davon beglichen werden, wahrend die Älgischen und franzöfischen Besatzungsirupen bereits durch Sachleistungen Deutschlands bezahlt find.
Streik im Hotzgewerve.
Berlin, 13. August. (PrivattÄearamm.) In einer Funktionärversammluna Kt Ser^line^ Verwaltungsstelle des Holzarbeiterver-andes wurde mit 1346 gegen 168 Stimme« der allgemeine Streik im Holzgewerbe am 15. August beschlossen. Die Berliner Holzmdustriel. len haben die Aussperrung von achtundzwanzigtausend Arbeitern beschlossen, falls bis kommen, den Mittwoch kein Verzicht °nf die neuen Tarif- sordernngen ausgesprochen ist.
ein Akt der Vernunft.
Immer neue Steuern.
Vorarbeiten im Finanzministerium.
(Pnvat-Telegramm.)
Berlin, 13. August.
Wie wir zuverlässig erfahren, dauern im Reichsfiuanzministerium die Vorarbeiten für die weiteren Steuer»läne noch au. Zur Zeit stehen im Finanzministerium in Dorbereituna eine Vorlage auf Kapitalisierung der Kör- pcrschaftsstener und eine Zwangsan l e i b e für die Reparatjousvernfticht-wnen. Die große Finanzresorm soll mit Beginn des nächsten Jahres erst zum Abschluß kommen.
* * »
Unter dem Loch.
Genf, 13. August. (Eigene Drah^meldung.i Die Garantiekommission der Entente hat am 9. August das amtliche Ersuchen der deutschen Regierung zugcstellt, um informatorische Berichterstattung über die in Aussicht genommenen neuen deutschen Steuervorlagen, sowie über die beabsichtige Verwendung (!) der Eingänge der neuen Steuern.
Vor neuem Volenputsch?
Der vierte polnische Aufstand.
(Privat-Telegramm.)
Tarnowitz, 13. August.
Entgegen anderslautenden Meldungen wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß neuen sicheren Informationen zufolge der vierte polnische Putsch heute oder morgen beginnen soll. Man ist sich in polnischen Kreisen klar, daß die weitgehenden polnischen Wünsckfe in Paris nicht im entferntesten erfüllt werden und will sich mit Gewalt nehmen, was man aus dem Rechtswege nicht erreichen kann. Die polnischen Soldaten an der Grenze erhielten den Befehl, fich für Sonntag marschbereit zu halten. Sicherem Vernehmen nach läuft die erste polnische Linie von Nendeck auf Gleiwitz zu, die zweite südlich Lublinitz über Groß-Strehlitz nach Kosel. Mit dieser Nachricht stimmt ein ans zuverlässiger O nette stammender Bericht aus Rosenberg überein, der besagt, daß in den nächsten Tagen ein polnischer Einfall mit nach Süden qe- richteter Bewegung erfolgen soll. In Rosenberg selbst ist die Unruhe aufs höchste gestiegen. Die geheimen Morde, Brände und Heber« fälle mehren sich von Tag zu Tag. Die nächtlichen Scksießereien nehmen an Umfang zu.
London, 13. August. (Privattelegramm.) -zwischen der englischen und der de utschen Regierung ist eine stillschweigende ttebetein» kunft erzielt worden, die Leipziger Kriegsverbrecherprozesse vorläufig abMbrechen. Es hettzt, daß in diesem Jahre überhaupt keine Verhandlungen mehr vor dem Reichsgericht in Leipzig stattfinden sollen. (Wir verweisen auf den Artikel von Rudolf Presber auf ber ersten Seite dieser Nunvmer. — Red.)
Vviengefinvek in Tätigkeit
Breslau, 13. August. (Privattelegramm.) Oiestern abend ist es in Kattowitz zu neuen Zusammenstößen mit Insurgenten gekommen, die in der Benthener Vorstadt fünf, Geschäfte anogeraubt hatten. Die Engländer nahmen drei Insurgenten fest. In Tarnowitz und M Y s l o w i t, wurde gestern abend ans die sran.- zösischen Soldaten geschossen. Bei einem Fm«er« gefecht bei Rosenberg verloren die Englän« der einen Toten und vier Verwundete.
Segen die Kommunisten.
Genf. 13. August. (Privattelsgrmnm.) Wie ein Pariser Blatt aus Mainz meldet, find im sranzöstschen Befehlsbereich die kommunistifchen Arbeiterverbände wegen Gefährdung der Sicherheit der BesatmngSarmee aufgehoben worden Bus dem gleichen Grunde werden alle Bereinigungen, die kommunistifche Endziele verfolgen, unter Strafandrohung genommen.
Die pest in Persien.
Moskau, 13. August. (Privattelegrannn. In Persien ist die Pest ausgebrochen. Alle Verkehrswege von Turkestan nach Persien sind gesperrt. Es werden alle Maßnahmen gegen die Verschleppung der Seuche nach Turkestan getrof, fen. Doktor Abramowitsch wurden zum Kampfe gegen die Pestgefahr weitestgehende Vollmachten übettragen
Hardings Friedenstaube.
Amerikanische Pläne fürWashington.
(Privat-Telegramm.)
Washington, 13. August.
Präsioent Hardina hat beschlossen, zu der Washingtoner Abrüstungskonferenz nur je »ter bis fünf Delegierte eines Landes einzuladen, damit die Konferenz nicht zu groß und zu schwerfällig werde. Harding ist der Meinung, daß alle BesMüfie e i n st im m i g gefaßt werden müssen und daß die einfache Stimmenmehrheit wie im Völkerbund nicht ausreicht. Gleichzeitig soll auch die Presse weitgehend zngelaffen werden, doch ist insbesondere Staatssekretär Hughes der Meinung, daß es unklug sein würde, alle Sitzungen der Konferenz öffentlich zu gestalten, denn, wenn die gegenwärtigen Gegensätze zwischen den Mächten auf der Konferenz eine ausgedehnte Verbreitung finden würden, hält es Hughes (bei jenen schwieriaen Fragen der Abrüstung) für ausgeschlossen, daß man zu einer Einignng kommt. (!) Die Konferenz wird also nicht öffentlich, aber doch weit iveniger geheim, alS die jetzige Pariser B:- rattmg fein.
Keine günstige Antwort.
Lloyd Georges neuer Kummer.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 13. August.
Rach den bisherigen Meldungen auS London scheint die Antwort de Valeras ungünstig ausgefallen zu sein und einer A b - lehnvng der Vorschläge der englischen Regierung gleickzukommen. Der diplomatisckie Mitarbeiter des Daily Telegraph schreibt: Die Sinn- feiner haben der englischen Regiermig eine Aut-