Meler Neueste Nachrichtm
Hesstsche Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
i
$t» Sa fielet Neueste» Nachricht« erscheinen wSchenllich sechsmal und float abend». Ter «bennementtotel» beträgt monatlich 5.60 Mark bei tretet RnfteDuxg in» Hau« Ku», wärt» durch die Poft bezogen 6.80 Mark monatlich einschkieftlich Zustellung. Bestellungen werden lederzait von der Seschäftrstelle oder den Boten «atgegengenemmee. Ltuckeroi, «erlag und Redaktion-. Schlachthossiraße 28/80. Für unverlangt etngefaabte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung ober Sewähr in keinem Falle übernehmen. Rülkzahlung bei Bezugsgelbe» oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Ste<etung ausgeschlossen.
gufetrionspreise, •) Einheimische Aufträge! Die einspaltige Lnzeigen-Zeile M. 1.20, die einspaltige Reklamezeile M. 1—> b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigeuzeile M. L50. die einspuMge Reklame,eile M. 150, alles einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigenfteuen Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag Für die Richtigkett aller durch Fernsprecher aufgegebene» Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Platze kann eine Sewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht- hofstratze 28/30. »eschäftssielle i kölnische Straße i. Telephon Nummer 961 und 952,
Stammet 184,
Fernsprecher 951 mb 952
Sonntag, 14. August 1921
Fernsprecher 951 und 952
11. Jahrgang.
Die große Lntäujchung von Pans.
Der Völkerbund soll über Oberschlesien entscheiden!
Hinter den Kulissen.
Passe in der Pariser Komödie.
Richt nur im ernst abgetönten SitzunLssaale, sondern auch an blumengeschmückter Tafel, beim Klang der Glaser mit perlendem Weine hat man Sin diesen Tagen in Paris über ein Welten» cksal unterhalten. Es war zum Teil ein Gruber voll Humor, so daß, wenn die Sitzung der Oeffentlichreit zugänglich gewesen wäre, die Berichterstatter nicht selten zu vermerken gehabt hätten: Starke Heiterkeit! Ganz besonders reich an Witzeleien soll die große Rede des großen politischen Würflers gewesen sein, der über den Kanal gekommen war, um als Britanniens Sachwalter am grünen Tische zu fungieren. Wenn diesen Leuten nicht die Erleuchtung kam, daß sie zusammentraten, um einen Alt von schier unermeßlicher Bedeutung zu schließen, dann kann dieS als ein neuer Beweis für ihren Unverstand einerseits, dann aber auch für ihre Skrupellosigkeit und Frivolität gelten. Wer die Spiegelfechter an Seine und Themse kannte, wird sich nicht über ihr Verhalten zu wundern vermögen, denn er erblickt darin einen neuen Beweis für die
tmmcT wieder zu beobachtende Tatfache, daß kein Mensch aus der Haut herauskann, in die ihn die Natur nun einmal gesteckt. Lloyd George und Briand, die großen Nachkriegs-Strategen, haben sich während der letzten Jahre so vielerlei Mätzchen geleistet, daß man selbst das Kopfschütteln vergißt in einem Augenblick, in dem man hört, daß sie den munteren Fluß ihrer Rede mit niedlichen Scherzlein gewürzt, just da es galt, Ent- r&ztrbung über «in VolksschicksaL, Entscheidung über ein Weltengeschick zu fällen.
Tage, deren Stundengang für uns angefüllt war mit banger Sorge, liegen hinter uns, Tage, von denen wir hofften, sie würden uns Befreiung von schwerem, seelischem Drucke bringen: sooders». Nun aber schwand auch diese Woche dahin, ohne Gewißheit gebracht zu haben. Kaleidoskopartig zogen in buntem Wirbel die Nachrichten von der glorreichen Tätigkeit des Hohen Rats in Paris an uns vorüber. Wo die Oef- fentlichkeit vor gesicherten Türen steht, arbeitet die Phantasie in ErregunMtadien. Wahrheit mußte sich da mit Dichtung mischen, und das Prozentverhäiltnis dieser beiden Begriffe war nicht zu errechnen. Aus dem Chaos der Nachrichten auS Seine-Babel ragt nicht ein einziger ruhender Punkt, und wer da wähnte, am Wochenende über das Schicksal Oberschlesicns Kenntnis zu haben, sieht sich enttäuscht. Dichter noch als vor Beginn der Beratungen breiten sich die Schleier über das große Geheimnis und die lähmende Wirkung der Ungewißheit wächst. Im politischen Komödienspiel hat die große Pause begonnen. Lloyd George hat erklärt, daß er zu Hause sich betätigen müsse, und Leute, die sich deS müßigen Geschäftes befleißigen, aus dem Fluge der Vögel und aus dem Zuge der Wolken das Horoffop zu stellen, sind zu der Ueberzeugung geformten, daß aus den Pariser Kongreß das Wort des Bajazzo anzuwenden sei: Geht ruhig nach Hous! Sie folgern ferner, daß nun die oberschlesische Frage mit ihren ganzen großen Kompler von Neben fragen auf unabsehbare Zeit in der Versenkung verschwinde. Weil Lloyd George erklärt habe, daß er sich am Spiele nicht weiter beteiligen könne. Und weil sich die Unmöglichkeit ergaben habe, zu einer Uebereinstim- mung in den Ansichten zu kommen.
Bemüht man sich, aus dem Wust der einander widersprechenden Meldungen aus Paris und Loudon einen Kern herausz-Hchalen, dann wird man zu der Ansicht kommen, daß weniger die unzweifelhaft vorhandenen Unstimmigkeiten zwischen England und Frankreich, als die allem Anscheine nach plötzlich in ein kritisches Stadium getretene irische Frage bei Lloyd George daS Gefühl wach werden ließ, schleunigst heimzufahren und Deutschland vorläufig im Zustande der Ungewißheit beharren zu lassen. dürfte verfrüht fein, irgendwelche Kombinationen an die Abreise des britifcben Diplomaten zu knüpfen, Ne sich in den Frrgäugen der Konferenz deS Hohen Rates verstrick-'n. Gewiß hat England über die Geschicke Oberschlesiens andere Meinung als Frankreich, gewiß hat es auch das Bestreben, feine Ansichten zu verfechten, aber die Erfahrung hat gelehrt, daß es eine ans Wunderbare grenzenoe Gabe besitzt, seine politischen Glaubensbekenntnisse zu wechseln und sich zu „modifizieren*. wenn es bemerft, daß ein Kuhhandel sich nicht so abschließen laßt, wie man es sich vorstellte Mehr als einmal schon haben wir int Verlauf« der letzten Wochen vor der dem Deutschen anhaftenden Vertrauensseligkeit gewarnt, und auf die Methoden der Männer von Downing-Street hin gewiesen. Man wird gut daran tun, das nicht zu vergessen, wenn man sich vor EnttLuschungen schützen will. Und wir haben diesmal ganz besondere Ursache, uns fiel zu hatten von jedem Optimismus.
Wären aber in der Tat die Dissonanzen im
Orchester der Alliierten für NoyA-George matz- gebend für seine Reise-Entschließungen gewesen, so würde man damit nichts gewonnen haben. Die oberschleflsche Krankheit befindet sich in einem Stadium das dringend ärztlichen Singers erheischt Mit der Morphiitmspritze zur zeitweiligen Linderung der Schmerzen ist nichts getan Dem kranken Manne muß dauernd ge- Holsen werden Und zwar tut größte Eile not. Für Deutschland bedeutet also Ne Unterbrechung der Konferenz in Paris die Verlängerung ganz unhaltbarer Zustände, die Fortdauer wirtschaftlicher Schädigungen, dir auch der Entente nicht gleichgültig sein können, wen« sie (hauptsächlich Frankreich) in der Tat ein Interesse an der Gesundung unseres Landes hat. Allerdings ist es nicht leicht, daran zu glauben, daß dieses Interesse vorliegt. Der bisherige Verkauf der Pariser Veranstalumg scheint unsere Annahme zu bestätigen. Lloyd George schmerzt zudem gerade jetzt das große irische Hühnerauge. * * *
Dor dem Völkerbund.
®ie Vertagung in Pari». (Privat-Telegramm.)
Paris, IS. August.
Amtlich wird au5 Paris gemeldet: Man ist übereingekommen, die AngelegenheU Oberschlc- ft en auf Grund Artikel 11 und 12 des Völker, bmrdsstatitts dem Völkerbund zu unterbrei- ten. Lloyd George ist aus Paris abgereist. Interessant sind Ne Ausführungen Lloyd Georges. Er sagte "-ES handel: sich um eine Differenz zwischen Frankreich uud England. Die italienischen Sachverständigen sind mit den unsri- gen einig. Ebenso der japanische Trle- gierte. Diese Feststellung bedeutet keine Kritik Frankreichs und der französischen Sachverständigen, aber man mutz diesen Standpuntt betonen, da England, wenn eS den französischen Standpuntt bekämpft, nicht isoliert steht, wie Sri- and es darstelle. Die Mehrheit des Obersten Rates hat denselben Standpuntt eingenommen. Frankreich allein vertritt einen anderen. Um zn einer Lösung zu gelangen, muß man daher au einen anderenEerichtShof herantreten. Um 11 Uhr 45 Minuten verabschiedete sich Lloyd George, um nach England zurückKureis.-n. Die Sitzung des Obersten Rates nahm in seiner Abwesenheit ihren Fortgang.
Die Stimmen im DSikerbund.
Zürich, 18. August. (Eigene Drghtmekdrmg,) Der Tagesanzeiger meldet aus Paris: Die Ge- rückfie über den programmatischen Verlauf der Sitzung widersprechen sich. Die Stimmen im Rat des Völkerbundes werden augenblicklich vertreten durch Belgien, Brasilien, China, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan. Im übrigen stellt eine rein amtliche Stelle in England fest, daß der Völkerbund nicht daS Recht habe, die Grenzen Ober- fchlesiens festzusetzen, da eine solche Aufgabe den Mächten zustche, sondern, daß er lediglich einen Ratschlag erteilen kann.
(Sin salomonisches Urteil?
Die Wendung der Pariser Gespräche.
(Eigen.: Trahrmeldung.)
London, IS. August.
Die plötzliche Wendung in den Pariser Verhandlungen überraschte nicht nur die Oefsentlich- feit Auch die offiziösen Stellen erwarteten diese Entscheidung nicht. Die Abendpreffe stimmt im allgemeinen zu und betrachtet teilweise die Entscheidung des Obersten füateS, die oberschlesische Frage dem Völkerbund zu unterbreiten, als ein geradezu salomonisches Urteil. An sich ist der Völkerbund in England ziemlich populär. Entscheidend für daS englische Urteil ist jedoch, daß nach der letzten, durch MillerandS Eingriff und Briands Rückfall eingetretenen Krise ein offener Bruch mit Paris vermie- den und die innerpolitischie Lage erleichtert wor- den ist. In Anbetracht der geschloffenen Front der Gegner der französischen Meinung darf Lon- don überdies damit rechnen, datz die Mehrheit desRales der englischen Meinung Sei- triti. Tie Anrufung des Völkerbundes ist offenbar als Rückendeckung Driauds gedacht.
Besprechungen in Berlin.
Berlin, 18. August (Privatielegramm.) Ursprünglich War für gestern nachmittag 5 Ubr eine Kabinetts-Sitzung anberauntt gewesen. Diese Sitzung wurde wieder abgesagt
und -all freute mittag stattfinden lieber die Einberufung deS ReichStagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten ist noch keine Entscheidung getroffen toorden. Der Zusammen- rritt des auswärtigen Ausschusses ist vorcmSsichl- lich für Mitie nächster Woche zu erwarten.
Gefesselte Wahrheit
Wo stud die wirklichen Verbrecher st
Bon
Rudolf Presber.
Einstimmige Beschlüsse.
Großes Rededuell Briand-Llohd George.
(Eigene Drahtmeldung.)
Genf, 13. August.
DaS Genfer Journal meldet aus Paris: Der Beschluß des Obersten RateS. die Entscheidung über Oberschlesien dem Bölkerbund zu übertragen, wurde einstimmig gefaßt. ES kgm vorher noch zu einer sehr scharfen Auseinandersetzung zwischen Lloyd George und Briand. Lloyd George sagte unter anderem, datz in niemals in eine Entscheidung einwilligen würde, die die im Versailler Vertrag eingegan- ßenen Verpflichtungen zugunsten oder zuungunsten einer bestimmten Macht auslegen würde. Am Donnerstag hat Briand eine Anzahl Senatoren und Deputierte empfangen. Urb« diese Unterredung schreibt eine Pariser Zeitung, das! Briand von de» Senatoren und Deputierten aus. gefordert wurde, auf dem französischen Standpunkte hinsichtlich Oberscklefiens zu beharren.
Prophezeiung und WahrveN.
Beuthen. 13 August. (Privattelegrammr.) Wie verschieden.: Blätter zu BeZin» der Verhandlun- 0£n in Paris meinte», wurde» die Beratungen eine ttare Entscheidung wohl kaum Bringen. Man ist jetzt einigermaßen bestürzt darüber, daß die prophetischen Voraussagungen eingetrofffen smo
Brianös Eingeständnis.
Gewaltige MetnnngSnnterschiede.
(PrivabÄrlegramm.)
Paris, 13. August
Der Pariser Korrespondent der Londoner Zeitung Central RrwS meldet: In der letzten Sitzung des Obersten Rates hat Briand anerkannt, datz gewaltige Meinungsunterschiedc in der oberschlesischen Frage vorliegcn, die dem Böl. kerbunde unterbreitet werden sollen. Frankreich hat sich mit diesem Vorschläge einverstanden er- klärt. Auch Lloyd George hat sich einver- standen erklärt und hinzugefügt, datz England keinenDruckausFrankreich auSüben werde, um diesem seine Ansicht aufzudrängen. Drei Mächte waren im Obersten Rat gegen Frankreich. England wird, wenn es dazu auf- gefordert werden follie, Truppen in einem Umfange wie die übrigen Mächte nach OSerschlefleit senden, obwohl es von der Zweckmätzigsett einer solchen Maßnahme nicht überzeugt 'st.
• * •
Verstärkungen für Oberfchiesten.
Pari», 13. August. (Eigene Drahtmeldung.) Im Laufe der gestrigen BormitiagS-Sitzung dez Obersten Rates wurde Uebereinstimmung dahin erzielt, daß die neu geschaffene Lage die Verstärkung der interalliierten Truppen in Oberschlesien erforderlich mach«. Es wurde beschlossen, daß diese Verstärkungen zu gleichen Teilen von England, Italien und Frankreich zur Verfügung gestellt werden sollen.
Berliner Stimmungen.
Dauernd Besprechungen über die Lag«.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 13. August.
Das Reichskabinett hat gestern nachmittag entgegen der ursprünglichen Disposition keine Sitzung abgehalte», da aus Paris keine ausführ- llchen Nachrichten über die Lage eingegangen waren. Ob das Kabinett heute über seine Stellungnahme zu dem vorläufigen Ergebnis der Pariser Beratungen schlüssig werden wird, wird davon abhänge», ob einige Klarheit über dir Einzelheiten der Tragweite dieses Ergebnisses itwonnen werden kann. Bis heute früh lagen ebenfalls an amtlicher Stelle noch keine amtliche» Nachrichten über den Beschluß des Alliierten- Rates hinsichtlich Oberschlcsie» vor. Das K a b i -' nett ist für heute mittags 12 Uhr zu einer Sondersitzung über Oberschlesien cinbenifen. Ter BölkerbundSrat tritt zur Eut- tfcifcimg über Obrrscklesien programmgemäß am 25. August zusammen. Die Zusammensetzung des Bölkerbundsrates hält man in Brüssel für derart, daß England triumphieren müsse.
In Leipyg erlebten wir die ersten Prozess« Qcgen die „Kriegsverbrecher*. Gegen die deutschen Kriegsverbrecher!... Natürlich habe» gleichzeitig in London, Paris und Brussel bie Prozesse gegen die englischen, französischen und belgischen Kriegsverbrecher ihren Anfang genommen. Denn diese Völker kämpften ja einzig „für die Kultur*, wollten nur „die Gerechtigkeit*. Setzten sie mit der neutralen, später aktiven Hilfe Amerikas durch, die Gerechtigkeit, und schufen ihr ein Denkmal im Frieden von Versailles ..Doch nicht! Bian hört nichts von Londoner, Paiifer oder Brüsseler Prozess:» gegen Kriegsverbrecher. Warum nicht?... Sehr einfach; Kriegsverbrecher gab es n » r unter den Deutschen. Rur die Boches haben geraubt, g», plündert, mißhandelt. All« Engländer habe» als tadellose Gentlemens gefochten: alle Fran- zojlen haben sich als vornehme Vertreter der Grande Nation* geschlagen: alle Belgier tonten ritterlich im Gefecht, großmütig als Sieger, alle!
So toill's die dummdreiste Lüge, die nach dem Willen der Sieger den furchtbaren Krieg überdauern soll. Die Lüge ist leider ein Kampf- Tnittel, und wabrlich nicht das schlechteste! Wer bie Kabel besitzt, kann die Welt „informieren*, Wer Krieg führt, informiert $u feinem besten. Dein bestes aber wird nicht immer die Wahr- beit über den Gegner fein. Alle Brenschen sind Lügner, sagt der 116. Psalmen. Niemals aber sind sie schlimmere, skrupellosere Lügner, m3 wenn sie Krieg führen; das hätte der Psalnust noch hinzufügen können. Der Krieg ist vorbei. Und im selben Psalmen, in dem der Kottbegei. fierte Sänger „in feinem Zagen* bekundet, daß alle Mrnschcn Lügner seien, sagte er auch: Ich glaube und darum rede ich. Wohlan denn 1 Mr glauben; mehr als das . wir wissen! Mr wissen, datz in Deutschlands Armeen neben ton- senden und dbertaufenben braven, tapferen H8 m den Tod getreuen Verteidigern der Heimat in diesem entsetzÄchen Völkermorden auch Frevler gewesen sind. — Einzelne, denen der Blut- rausch zu Kopfe gestiegen ist. Einzelne, die auch hn Frieden Frevler geworden oder gewesen, Mer der Vergleich ist das Wesentliche — und die Gerechtigtt-ft dieses Vergleiches
Da kommen gut rechten Zeit Proben auS unsrer Liste. Die „Deutsche Gegenliste* heißt eine auf Grund amtlichen Materials, auf Aussagen der auf Durchgangslagern vernommene» Kriegsgefangenen und auf Grund eidesstattlicher Versicherungen gedruckte Sammlung von Namen französischer Kriegsverbrecher; Offnere, Unter, offtziere, Aerzte und Sanitätspersonal. Darum ter der Triumph der treuen Schwesterliede: Schwester Charles int Lazarett St. Dizier: schlug und ohrfeigte die Verwundeten; begoß die Kranken mit einer ätzenden Flüssigkeit, die zum Auswaschen der Wunden geb rauch t wurde; benutzte gewohnheitsmäßig völlig verschmutzte atrumente Schwekkranken, denen der Tod
orstand, legte sie Totenhemd und Leichentuchs vor deren Augen zurecht. Diese Liste (erschienen :m Berlage des Deutschen Tageblattes »Die Einheitsfront*, Blätter zu Deutschlands Erneuerung) bringt ebenso reiches Material Und im Berlage der „Süddeutschen Monatshefte* rechnet Dr. GaVnger, ehemals RegimentSarzt, jetzt Univerfltätsprostssor in München, in seiner guten Schrift „Gegenrcchnung* mit dem Weltrekord feindlicher Lüge ab.
Die GrMngersche Broschüre stützt sich auf amtliche und private Darstellungen und auf hun. bette von geschriebenen Berichten, die dem Professor zugingen, und die eidlich erhärtet und peinlich geprüft worden stnd. Ein paar dürftige Proben: Plünderung: Im Barackenlager von Mormelon in französischer Gefangenschaft: Tag und Nacht kamen französische Soldaten, um uns Ringe, Uhren und andere Wertsachen ab«: zunehmen. Dies alles geschah im Beisein französischer Offiziere „Als ich mit etwa einem Dutzend verwundeter deutscher Soldaten Mitte Dezember 1914 im Viehwagen zwei Tage lang ohne Stroh und jegliche Fürsorge, ohne Essen und ärztliche Hilfe selbst schwer verwundet t« die Bretagne transportiert wurde, wurde jede Bitte um Kaffee und Lebensmittel, wie sie den j ran Eschen Verwundeten gegeben Wurden, mit den Worten abgeschlagen: die Boches brau« chen nichts* — Mord: Das schrieb der Franzose Baillant-Courturier im der „Populatre* Februar ISA): „Ich habe Offiziere gerannt, die "ich rühmten, deutsche Kriegsgefangene nieder- geschiossen zu haben, lediglich um ihren Reval- ver z« probieren. Ich habe die feindlichen Lel- chen liegen sehen, die unsere schwarzen Soldaten verstümmelt haben.' — Ein deutscher Musketier unter Eid: .Ich geriet am 22. Ma! 1916