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Stammet 184,

Fernsprecher 951 mb 952

Sonntag, 14. August 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Die große Lntäujchung von Pans.

Der Völkerbund soll über Oberschlesien entscheiden!

Hinter den Kulissen.

Passe in der Pariser Komödie.

Richt nur im ernst abgetönten SitzunLssaale, sondern auch an blumengeschmückter Tafel, beim Klang der Glaser mit perlendem Weine hat man Sin diesen Tagen in Paris über ein Welten» cksal unterhalten. Es war zum Teil ein Gr­uber voll Humor, so daß, wenn die Sitzung der Oeffentlichreit zugänglich gewesen wäre, die Berichterstatter nicht selten zu vermerken gehabt hätten: Starke Heiterkeit! Ganz besonders reich an Witzeleien soll die große Rede des großen politischen Würflers gewesen sein, der über den Kanal gekommen war, um als Britanniens Sachwalter am grünen Tische zu fungieren. Wenn diesen Leuten nicht die Erleuchtung kam, daß sie zusammentraten, um einen Alt von schier unermeßlicher Bedeutung zu schließen, dann kann dieS als ein neuer Beweis für ihren Unverstand einerseits, dann aber auch für ihre Skrupellosig­keit und Frivolität gelten. Wer die Spiegelfech­ter an Seine und Themse kannte, wird sich nicht über ihr Verhalten zu wundern vermögen, denn er erblickt darin einen neuen Beweis für die

tmmcT wieder zu beobachtende Tatfache, daß kein Mensch aus der Haut herauskann, in die ihn die Natur nun einmal gesteckt. Lloyd George und Briand, die großen Nachkriegs-Strategen, haben sich während der letzten Jahre so vielerlei Mätz­chen geleistet, daß man selbst das Kopfschütteln vergißt in einem Augenblick, in dem man hört, daß sie den munteren Fluß ihrer Rede mit nied­lichen Scherzlein gewürzt, just da es galt, Ent- r&ztrbung über «in VolksschicksaL, Entscheidung über ein Weltengeschick zu fällen.

Tage, deren Stundengang für uns angefüllt war mit banger Sorge, liegen hinter uns, Tage, von denen wir hofften, sie würden uns Befrei­ung von schwerem, seelischem Drucke bringen: sooders». Nun aber schwand auch diese Woche dahin, ohne Gewißheit gebracht zu haben. Ka­leidoskopartig zogen in buntem Wirbel die Nach­richten von der glorreichen Tätigkeit des Hohen Rats in Paris an uns vorüber. Wo die Oef- fentlichkeit vor gesicherten Türen steht, arbeitet die Phantasie in ErregunMtadien. Wahrheit mußte sich da mit Dichtung mischen, und das Prozentverhäiltnis dieser beiden Begriffe war nicht zu errechnen. Aus dem Chaos der Nach­richten auS Seine-Babel ragt nicht ein einziger ruhender Punkt, und wer da wähnte, am Wochenende über das Schicksal Oberschlesicns Kenntnis zu haben, sieht sich enttäuscht. Dichter noch als vor Beginn der Beratungen breiten sich die Schleier über das große Geheimnis und die lähmende Wirkung der Ungewißheit wächst. Im politischen Komödienspiel hat die große Pause begonnen. Lloyd George hat erklärt, daß er zu Hause sich betätigen müsse, und Leute, die sich deS müßigen Geschäftes befleißigen, aus dem Fluge der Vögel und aus dem Zuge der Wolken das Horoffop zu stellen, sind zu der Ueberzeugung geformten, daß aus den Pariser Kongreß das Wort des Bajazzo anzuwenden sei: Geht ruhig nach Hous! Sie folgern ferner, daß nun die oberschlesische Frage mit ihren ganzen großen Kompler von Neben fragen auf unabsehbare Zeit in der Versenkung verschwinde. Weil Lloyd Ge­orge erklärt habe, daß er sich am Spiele nicht weiter beteiligen könne. Und weil sich die Un­möglichkeit ergaben habe, zu einer Uebereinstim- mung in den Ansichten zu kommen.

Bemüht man sich, aus dem Wust der einan­der widersprechenden Meldungen aus Paris und Loudon einen Kern herausz-Hchalen, dann wird man zu der Ansicht kommen, daß weniger die unzweifelhaft vorhandenen Unstimmigkeiten zwi­schen England und Frankreich, als die allem An­scheine nach plötzlich in ein kritisches Stadium getretene irische Frage bei Lloyd George daS Gefühl wach werden ließ, schleunigst heimzu­fahren und Deutschland vorläufig im Zustande der Ungewißheit beharren zu lassen. dürfte verfrüht fein, irgendwelche Kombinationen an die Abreise des britifcben Diplomaten zu knüp­fen, Ne sich in den Frrgäugen der Konferenz deS Hohen Rates verstrick-'n. Gewiß hat Eng­land über die Geschicke Oberschlesiens andere Meinung als Frankreich, gewiß hat es auch das Bestreben, feine Ansichten zu verfechten, aber die Erfahrung hat gelehrt, daß es eine ans Wun­derbare grenzenoe Gabe besitzt, seine politischen Glaubensbekenntnisse zu wechseln und sich zu modifizieren*. wenn es bemerft, daß ein Kuh­handel sich nicht so abschließen laßt, wie man es sich vorstellte Mehr als einmal schon haben wir int Verlauf« der letzten Wochen vor der dem Deutschen anhaftenden Vertrauensseligkeit ge­warnt, und auf die Methoden der Männer von Downing-Street hin gewiesen. Man wird gut daran tun, das nicht zu vergessen, wenn man sich vor EnttLuschungen schützen will. Und wir ha­ben diesmal ganz besondere Ursache, uns fiel zu hatten von jedem Optimismus.

Wären aber in der Tat die Dissonanzen im

Orchester der Alliierten für NoyA-George matz- gebend für seine Reise-Entschließungen gewesen, so würde man damit nichts gewonnen haben. Die oberschleflsche Krankheit befindet sich in einem Stadium das dringend ärztlichen Singers erheischt Mit der Morphiitmspritze zur zeit­weiligen Linderung der Schmerzen ist nichts getan Dem kranken Manne muß dauernd ge- Holsen werden Und zwar tut größte Eile not. Für Deutschland bedeutet also Ne Unterbrechung der Konferenz in Paris die Verlängerung ganz unhaltbarer Zustände, die Fortdauer wirtschaft­licher Schädigungen, dir auch der Entente nicht gleichgültig sein können, wen« sie (hauptsächlich Frankreich) in der Tat ein Interesse an der Ge­sundung unseres Landes hat. Allerdings ist es nicht leicht, daran zu glauben, daß dieses Inter­esse vorliegt. Der bisherige Verkauf der Pariser Veranstalumg scheint unsere Annahme zu bestä­tigen. Lloyd George schmerzt zudem gerade jetzt das große irische Hühnerauge. * * *

Dor dem Völkerbund.

®ie Vertagung in Pari». (Privat-Telegramm.)

Paris, IS. August.

Amtlich wird au5 Paris gemeldet: Man ist übereingekommen, die AngelegenheU Oberschlc- ft en auf Grund Artikel 11 und 12 des Völker, bmrdsstatitts dem Völkerbund zu unterbrei- ten. Lloyd George ist aus Paris abgereist. In­teressant sind Ne Ausführungen Lloyd Georges. Er sagte "-ES handel: sich um eine Differenz zwi­schen Frankreich uud England. Die italieni­schen Sachverständigen sind mit den unsri- gen einig. Ebenso der japanische Trle- gierte. Diese Feststellung bedeutet keine Kritik Frankreichs und der französischen Sachverstän­digen, aber man mutz diesen Standpuntt betonen, da England, wenn eS den französischen Stand­puntt bekämpft, nicht isoliert steht, wie Sri- and es darstelle. Die Mehrheit des Obersten Rates hat denselben Standpuntt eingenommen. Frankreich allein vertritt einen an­deren. Um zn einer Lösung zu gelangen, muß man daher au einen anderenEerichtShof herantreten. Um 11 Uhr 45 Minuten verab­schiedete sich Lloyd George, um nach England zurückKureis.-n. Die Sitzung des Obersten Rates nahm in seiner Abwesenheit ihren Fortgang.

Die Stimmen im DSikerbund.

Zürich, 18. August. (Eigene Drghtmekdrmg,) Der Tagesanzeiger meldet aus Paris: Die Ge- rückfie über den programmatischen Verlauf der Sitzung widersprechen sich. Die Stimmen im Rat des Völkerbundes werden augen­blicklich vertreten durch Belgien, Brasilien, China, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan. Im übrigen stellt eine rein amtliche Stelle in England fest, daß der Völkerbund nicht daS Recht habe, die Grenzen Ober- fchlesiens festzusetzen, da eine solche Aufgabe den Mächten zustche, sondern, daß er lediglich einen Ratschlag erteilen kann.

(Sin salomonisches Urteil?

Die Wendung der Pariser Gespräche.

(Eigen.: Trahrmeldung.)

London, IS. August.

Die plötzliche Wendung in den Pariser Ver­handlungen überraschte nicht nur die Oefsentlich- feit Auch die offiziösen Stellen erwarteten diese Entscheidung nicht. Die Abendpreffe stimmt im allgemeinen zu und betrachtet teilweise die Entscheidung des Obersten füateS, die oberschle­sische Frage dem Völkerbund zu unterbreiten, als ein geradezu salomonisches Urteil. An sich ist der Völkerbund in England ziemlich po­pulär. Entscheidend für daS englische Urteil ist jedoch, daß nach der letzten, durch MillerandS Eingriff und Briands Rückfall eingetrete­nen Krise ein offener Bruch mit Paris vermie- den und die innerpolitischie Lage erleichtert wor- den ist. In Anbetracht der geschloffenen Front der Gegner der französischen Meinung darf Lon- don überdies damit rechnen, datz die Mehr­heit desRales der englischen Meinung Sei- triti. Tie Anrufung des Völkerbundes ist offen­bar als Rückendeckung Driauds gedacht.

Besprechungen in Berlin.

Berlin, 18. August (Privatielegramm.) Ur­sprünglich War für gestern nachmittag 5 Ubr eine Kabinetts-Sitzung anberauntt ge­wesen. Diese Sitzung wurde wieder abgesagt

und -all freute mittag stattfinden lieber die Ein­berufung deS ReichStagsausschusses für aus­wärtige Angelegenheiten ist noch keine Entscheidung getroffen toorden. Der Zusammen- rritt des auswärtigen Ausschusses ist vorcmSsichl- lich für Mitie nächster Woche zu erwarten.

Gefesselte Wahrheit

Wo stud die wirklichen Verbrecher st

Bon

Rudolf Presber.

Einstimmige Beschlüsse.

Großes Rededuell Briand-Llohd George.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genf, 13. August.

DaS Genfer Journal meldet aus Paris: Der Beschluß des Obersten RateS. die Entscheidung über Oberschlesien dem Bölkerbund zu übertra­gen, wurde einstimmig gefaßt. ES kgm vor­her noch zu einer sehr scharfen Auseinander­setzung zwischen Lloyd George und Bri­and. Lloyd George sagte unter anderem, datz in niemals in eine Entscheidung einwilligen würde, die die im Versailler Vertrag eingegan- ßenen Verpflichtungen zugunsten oder zuungun­sten einer bestimmten Macht auslegen würde. Am Donnerstag hat Briand eine Anzahl Sena­toren und Deputierte empfangen. Urb« diese Unterredung schreibt eine Pariser Zeitung, das! Briand von de» Senatoren und Deputierten aus. gefordert wurde, auf dem französischen Stand­punkte hinsichtlich Oberscklefiens zu beharren.

Prophezeiung und WahrveN.

Beuthen. 13 August. (Privattelegrammr.) Wie verschieden.: Blätter zu BeZin» der Verhandlun- 0£n in Paris meinte», wurde» die Beratungen eine ttare Entscheidung wohl kaum Bringen. Man ist jetzt einigermaßen bestürzt darüber, daß die prophetischen Voraussagungen eingetrofffen smo

Brianös Eingeständnis.

Gewaltige MetnnngSnnterschiede.

(PrivabÄrlegramm.)

Paris, 13. August

Der Pariser Korrespondent der Londoner Zei­tung Central RrwS meldet: In der letzten Sit­zung des Obersten Rates hat Briand an­erkannt, datz gewaltige Meinungsunterschiedc in der oberschlesischen Frage vorliegcn, die dem Böl. kerbunde unterbreitet werden sollen. Frankreich hat sich mit diesem Vorschläge einverstanden er- klärt. Auch Lloyd George hat sich einver- standen erklärt und hinzugefügt, datz England keinenDruckausFrankreich auSüben werde, um diesem seine Ansicht aufzudrängen. Drei Mächte waren im Obersten Rat gegen Frankreich. England wird, wenn es dazu auf- gefordert werden follie, Truppen in einem Um­fange wie die übrigen Mächte nach OSerschlefleit senden, obwohl es von der Zweckmätzigsett einer solchen Maßnahme nicht überzeugt 'st.

*

Verstärkungen für Oberfchiesten.

Pari», 13. August. (Eigene Drahtmeldung.) Im Laufe der gestrigen BormitiagS-Sitzung dez Obersten Rates wurde Uebereinstimmung dahin erzielt, daß die neu geschaffene Lage die Verstärkung der interalliierten Truppen in Oberschlesien erforderlich mach«. Es wurde beschlossen, daß diese Verstärkungen zu gleichen Teilen von England, Italien und Frankreich zur Verfügung gestellt werden sollen.

Berliner Stimmungen.

Dauernd Besprechungen über die Lag«.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 13. August.

Das Reichskabinett hat gestern nachmittag ent­gegen der ursprünglichen Disposition keine Sit­zung abgehalte», da aus Paris keine ausführ- llchen Nachrichten über die Lage eingegangen waren. Ob das Kabinett heute über seine Stel­lungnahme zu dem vorläufigen Ergebnis der Pariser Beratungen schlüssig werden wird, wird davon abhänge», ob einige Klarheit über dir Einzelheiten der Tragweite dieses Ergebnisses itwonnen werden kann. Bis heute früh lagen ebenfalls an amtlicher Stelle noch keine amtliche» Nachrichten über den Beschluß des Alliierten- Rates hinsichtlich Oberschlcsie» vor. Das K a b i -' nett ist für heute mittags 12 Uhr zu einer Sondersitzung über Oberschlesien cinbenifen. Ter BölkerbundSrat tritt zur Eut- tfcifcimg über Obrrscklesien programmgemäß am 25. August zusammen. Die Zusammensetzung des Bölkerbundsrates hält man in Brüssel für der­art, daß England triumphieren müsse.

In Leipyg erlebten wir die ersten Prozess« Qcgen dieKriegsverbrecher*. Gegen die deut­schen Kriegsverbrecher!... Natürlich habe» gleichzeitig in London, Paris und Brussel bie Prozesse gegen die englischen, französischen und belgischen Kriegsverbrecher ihren Anfang ge­nommen. Denn diese Völker kämpften ja einzig für die Kultur*, wollten nurdie Gerechtig­keit*. Setzten sie mit der neutralen, später ak­tiven Hilfe Amerikas durch, die Gerechtigkeit, und schufen ihr ein Denkmal im Frieden von Versailles ..Doch nicht! Bian hört nichts von Londoner, Paiifer oder Brüsseler Prozess:» gegen Kriegsverbrecher. Warum nicht?... Sehr einfach; Kriegsverbrecher gab es n » r unter den Deutschen. Rur die Boches haben geraubt, g», plündert, mißhandelt. All« Engländer habe» als tadellose Gentlemens gefochten: alle Fran- zojlen haben sich als vornehme Vertreter der Grande Nation* geschlagen: alle Belgier tonten ritterlich im Gefecht, großmütig als Sieger, alle!

So toill's die dummdreiste Lüge, die nach dem Willen der Sieger den furchtbaren Krieg überdauern soll. Die Lüge ist leider ein Kampf- Tnittel, und wabrlich nicht das schlechteste! Wer bie Kabel besitzt, kann die Weltinformieren*, Wer Krieg führt, informiert $u feinem besten. Dein bestes aber wird nicht immer die Wahr- beit über den Gegner fein. Alle Brenschen sind Lügner, sagt der 116. Psalmen. Niemals aber sind sie schlimmere, skrupellosere Lügner, m3 wenn sie Krieg führen; das hätte der Psalnust noch hinzufügen können. Der Krieg ist vorbei. Und im selben Psalmen, in dem der Kottbegei. fierte Sängerin feinem Zagen* bekundet, daß alle Mrnschcn Lügner seien, sagte er auch: Ich glaube und darum rede ich. Wohlan denn 1 Mr glauben; mehr als das . wir wissen! Mr wissen, datz in Deutschlands Armeen neben ton- senden und dbertaufenben braven, tapferen H8 m den Tod getreuen Verteidigern der Heimat in diesem entsetzÄchen Völkermorden auch Frev­ler gewesen sind. Einzelne, denen der Blut- rausch zu Kopfe gestiegen ist. Einzelne, die auch hn Frieden Frevler geworden oder gewesen, Mer der Vergleich ist das Wesentliche und die Gerechtigtt-ft dieses Vergleiches

Da kommen gut rechten Zeit Proben auS unsrer Liste. DieDeutsche Gegenliste* heißt eine auf Grund amtlichen Materials, auf Aus­sagen der auf Durchgangslagern vernommene» Kriegsgefangenen und auf Grund eidesstattlicher Versicherungen gedruckte Sammlung von Namen französischer Kriegsverbrecher; Offnere, Unter, offtziere, Aerzte und Sanitätspersonal. Darum ter der Triumph der treuen Schwesterliede: Schwester Charles int Lazarett St. Dizier: schlug und ohrfeigte die Verwundeten; begoß die Kranken mit einer ätzenden Flüssigkeit, die zum Auswaschen der Wunden geb rauch t wurde; benutzte gewohnheitsmäßig völlig verschmutzte atrumente Schwekkranken, denen der Tod

orstand, legte sie Totenhemd und Leichentuchs vor deren Augen zurecht. Diese Liste (erschienen :m Berlage des Deutschen Tageblattes »Die Einheitsfront*, Blätter zu Deutschlands Erneu­erung) bringt ebenso reiches Material Und im Berlage derSüddeutschen Monatshefte* rech­net Dr. GaVnger, ehemals RegimentSarzt, jetzt Univerfltätsprostssor in München, in seiner gu­ten SchriftGegenrcchnung* mit dem Weltre­kord feindlicher Lüge ab.

Die GrMngersche Broschüre stützt sich auf amtliche und private Darstellungen und auf hun. bette von geschriebenen Berichten, die dem Pro­fessor zugingen, und die eidlich erhärtet und peinlich geprüft worden stnd. Ein paar dürftige Proben: Plünderung: Im Barackenlager von Mormelon in französischer Gefangenschaft: Tag und Nacht kamen französische Soldaten, um uns Ringe, Uhren und andere Wertsachen ab«: zunehmen. Dies alles geschah im Beisein fran­zösischer OffiziereAls ich mit etwa einem Dutzend verwundeter deutscher Soldaten Mitte Dezember 1914 im Viehwagen zwei Tage lang ohne Stroh und jegliche Fürsorge, ohne Essen und ärztliche Hilfe selbst schwer verwundet t« die Bretagne transportiert wurde, wurde jede Bitte um Kaffee und Lebensmittel, wie sie den j ran Eschen Verwundeten gegeben Wurden, mit den Worten abgeschlagen: die Boches brau« chen nichts* Mord: Das schrieb der Fran­zose Baillant-Courturier im derPopulatre* Februar ISA):Ich habe Offiziere gerannt, die "ich rühmten, deutsche Kriegsgefangene nieder- geschiossen zu haben, lediglich um ihren Reval- ver z« probieren. Ich habe die feindlichen Lel- chen liegen sehen, die unsere schwarzen Solda­ten verstümmelt haben.' Ein deutscher Mus­ketier unter Eid: .Ich geriet am 22. Ma! 1916