Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 183
Sonnabend, 13. August 1921
Fernsprecher 951 mid 952
11. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952
Vertagung der pariser Konferenz?
Deutschland in der Zange. Vause im großen Komööienfpiel.
rge reist voraussichtlich heute nach inid. Man wird gut tun, diese Plötz-
Frankreichs Zugeständnisse
in
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des größten Teils der Pariser Prcffe, die offenbar einer von der Regierung herausgegebenen Losung mit dem ntigen Verständnis gehorsam ist.
trissen Englands, als mit der Pariser Konferenz in Zusammenkiang zu bringen. Wir kaffen die
schastlichen Gesichtspunkten. Die Ansicht von der Unteilbarkeit des Industriegebiets fällt in die- fern Bericht aus. Daß von den Sachverstätüsi- gen umschriebene Industriegebiet enthält für die Deutschen nur eine schwache Mehrheit von zweihundertachtzigtausend gegen zweihundert- vicrzigtausrnd Stimmen, und das nur durch die Stimmen der Ausgewanderten. Städte, wo die deutsche Mehrheit nur infolge der Beamtens«- Milien, Lieferanten und Personal entstände« wo a-er die Landbevölkerung eigentlich polnisch war, werden in dem Bericht als pol- nisch erklärt. Auch Königshütte wird in dem Bericht als polnisch erklärt, trotzdem Königshütte eine deutsche Mehrheit aufweist (!) genau wie Rybnik und DarnoWitz, «ber es wird als ausschlaggebend bezeichnet, daß die Vororte sich als polnisch erllärt haben.
Die Grenzlinie des Grafen Sforza.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 12. August.
Das Petit Journal teilt mit, daß Briand der Umgebung der englischen Delegation hat
Heimfahrt zur Themse.
Llohd Georges Heimweh.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 12. August
Der Pariser Sonderdienst der Central News berichtet: Eine offiziöse Meldung kündigt an, daß Lloyd George und die englischen Delegierten heute nach England abreifen werden, da kein Einverständnis in der oberschlesischen Frage erzielt werden konnte. Die französischen Vorschläge widersprechen vollständig dem englisch-italienischen Vorschlag. Als Grund der Abreise der englischen Delegation wird eine dringende, Irland betreffende Angelegenheit an- gegeben. Tie Krise ist jedoch augenscheinlich. Der französische Ministerrat wird heute vormittag im Elysee zusammentreten. In letzter Stunde glaubt man, daß Lord Curzon und die englischen Sachverständigen in Paris bleiben werden. Tas englische Kabinett wird am Sonnabend eine Sitzung bezüglich der irischen Frage abhalten. Lloyd George wird heute vormittag eine letzte Besprechung mit Briand haben und abends abreffen.
In der Pariser Tagung scheint eine Stockung eingetreten zu sein, über deren eigentliche Ursache
Von
Professor Georg Jähe.
uns heute vormittag zugegangenen Trachtnachrtch- ten folgen, ohne Folgerungen daran zu knüpfen.
Gescheiterte Verhandlungen?
Sie konnten zusammen nicht kommen.
(Privat-Telcgrarmn.)
Paris, 12. August.
Die Verhandlungen sind gescheitert. Die Sachverständigenkommission hat heute vormittag ihren Bericht der Konferenz übergeben. Er ist nach neuen Richtlinien ausgearbeitet worden. Briand und Lloyd George haben bereits am Vormittag über diesen Bericht konferiert, konnten sich jedoch nicht einigen Die Besprechungen, an denen auch Curzon teilnahm, haben um 9 Uhr begonnen und dauerten bis 11 Uhr. Dann verließen Briand und Loucheur die Beratungen und kchrten zum Ouaj d'Orsay zurück. Bevor sie «ach Rambouillet fuhren, wo der Präsident der Republik dem Oberste« Rat etn Frühstück gab. Es war leicht an den Zügen der beiden Minister abzulesen, daß die Verhandlungen schlecht verlaufen find. Man erfuhr in der Tat später, daß die Besprechung noch nicht eine Annäherung herbeigeführt, sondern vielmehr gezeigt haben, wie entgegengesetzt die Auf- saffungen find. Beide Parteien find bei ihren Standpuntten geblieben. Die unnachgiebige Haltung Lloyd Georges hat eine große Ent- iäuschung hervorgerufen. Als Briand nach Rambouillet gefahren war, erklärte man am Quai d' Orsay: Wir find vor einer Mauer an- getaiflt, die nicht überschritten werden Ian«.
Frankreichs gedrückte Stimmustz. Sind die Verhandlungen gescheitert? Die große Enttäuschung in Paris. Llohd Geor« ges Heimweh: Politische Beweggründe. Das umstrittene Industrie-- Dreieck. Nach dem Mittagessen bei Millerand.
Die Jtuhe der vreffr.
London, 12. August. (PrivattÄegrcmrm.) Man wunde« sich m Loudon über die nchtge Haltung
Schraube ohne Ende.
Die neuen Kapitalsteuern.
Unter dem Aitel «ine» aapitelvrrkehrSftcner- Gesetze» sind itt dem neuen Finanzpkan der SleichSregierung ein« Anzahl neuer »teuer« vorgesehen, «der die Folgende» mitgeteilt wird.
Nachrichten aus Irland.
Paris, 12. August (Privattelegramm.) Im Verlaufe der Besprechungen von gestern abend hat Llohd George dem französischen Ministerpräsidenten erklärt, daß er soeben ans Irland Nachrichten erhalten habe, die seine sofortige Abreise nach London nötig machten. Es wäre jedoch möglich, daß er im letzten Augenblick die Reise vertagen konnte. Falls Lloyd George seine Reise nicht vertagen sollte, weiß man zur Stunde noch nicht, ob die Tagung fortgesetzt werden kann und ob Lord Curzon für diesen Fall in Paris bleibt, um die Verhandlungen weiterznsühren. Durch die voraussichtlich unumgängliche Abreise Lloyd Georges ist, wie nicht anders erwartet werden konnte, ein großes Moment der Unsicherheit in die Konferenz gekommen. Man ist sich überhaupt noch nicht darüber klar, ob die Abreise Lloyd Georges nur ein Vorwand ist
Das große Ändustriedreieck.
Keine Einigung über die Grenze.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 12. August.
Ueber den Bericht der Sachverständigen, der von Briand und Lloyd George verschieden ausgelegt wurde, und über den eine Einigung nicht erzielt werden konnte, erfahren wir folgendes: Tas Jndustriedreieck wird in verschiedene Teile geteilt und zwar nach völkischen und Wirt-
In einer Volkswirtschaft, die so stark wie die deutsche von außen bedrängt und bedrückt wird, haben die inneren Wirtschaftskräfte doppelte Bedeutung. Während vor dem Krieg.: der jeweilige Ernteausfall beinahe eine untergeordnete Rolle spielte, kann er heute eine geradezu aus- „ .......________________ ______,___
schlaggebende Wirkung für ein ganzes Jähr ha- man sich kern klares Bild zu verschaffen vermag, den. Denn je größer der Ertrag der Landwirt- i'loyd George reif' ' ' '
schaff ist desto geringer wird die notwendige England zu: '' ___________ ____________
Einfuhr an Lebensmitteln und Rohstoffen fein liche Abreise mehr mit innerpolitischen Verhält- und desto eher sich der Ausfuhrüberschuß erzie- ‘ ™ “
len lassen, ohne den wir auf die Dauer nicht ans Ausland zahlen können. Die lebhafte Erörterung der letzten Wochen über die Ernteaussichten war deshalb nur zu berechtig! Die Hoffnungen auf eine Rekordernte haben sich allerdings bei näherem Zusehen als trügerisch ortete, sen. Doch scheint es, daß wir wenigstens für Weizen und Roggen, also führ Brotgereide. mit einer recht guten Mittelernte rechnen können, während für Hafer und Gerste die Lage eine weniger günstige ist Ebenso ist die Futtermit- telernte ziemlich mäßig ausgefallen, sodaß war hier ohne starke Einfuhr nicht werden auskom- men können. Gut sind dagegen vorläufig noch die Aussichten für die Kartoffel- und die Zucker- rüibenernte. die aber auch gefährdet sind, wenn die Trockenheit des Fnli noch weiter cmhält
<2ln neuer Vorschlag Drlanbs.
Paris, 12- August. (Eigene Drahunekdung.) Briand ist gestern abend um 7 Uhr von feiner Besprechung mit Lloyd George zurückgekehrt. Er tteß sofort die stanzösischen Sachverständigen in sein Kabinett rufen, wo er ihnen einen n-’uen Vorschlag für die Festsetzung der oberschlesischen Grenzen zur Begutachtung übergab Man ist sich nichr darüber klar, ob dieser Vorschlag sich aus den neuen Besprechungen entwickelt hat, oder ob er eigenen Ideen entsprang.
Auch die Kohlen- und Rohstoffversorgung ist in den letzten Wochen und Monaten relati günstiger getoefen als früher. Zwar zeigen die Zählen der Statistik, daß nur die Braunkohlen- föxderuna und Sri fetter jeugung eine aufsteigende Richtung innehält, während die Sieinkoh. lenprodEion sich trotz aller Ansttengungen nur ganz unmerKich hebt; allmählich aber ist es doch möglich geworden, die Industrie wieder etwas besser zu versorgen als tn den vorhergehenden Monaten. Tie Ursache ist wohl hauptsächlich darin zu suchen, daß nun endlich in Oberschlesten die Produffion wieder annähernd normalen Umfang angenommen hat. Wie lange dieser verbesserte Zustand anhalten wird, ist freilich eine offene Frage. Der Brand glimmt unter der Oberfläche fort und kann jeden Tag wieder hell auflodern uni) das eben in Gang gesetzte 'Wirtschaftsleben cmss neue gefährden. Das öfter heißt, daß Oberschlesien auch weiterhin cm Störungsherd des volkswirtschaftlichen Kreislaufes bleiben rmd die Beruhigung und Aufwärtsentwicklung des Wrtschaffs-Lebeus hemmen wird, bis endlich die immer wieder hinausgeschobene Entscheidung öfter das unglückliche Land getroffen sein wird Wann das der Fall sein wird, ist bei der Haltung Fraav- reichs heute noch ebenso unsicher, wie die Aufhebung der Sanktionen und besonders der Bin uenzollgienze am Rhein, die nun schon seit vier Monaten den Austausch der links- und rechtsrheinischen Industriegebiete in steigendem Ma^e behindern und in ihrer Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen.
dem verhängnisvollen Zwickel zu entgehet bleibt eben nach tote vor die Ausfuhr in der Form der direkten Belieferung der Entente, '.'lber die Verhandlungen mit Frankreich als den Hauptbeteiligten gehen nur langsam vorwärts, und es wird noch einige Zeit dauern, bis daS Reich seine großen Aufträge vergeben kann und die ersten Lieferungen aus Reparationsksato hinausgehen werden. Dann erst wird auf eine wesentliche Besserung der Wirffchaffslage gu rechnen sein, während sich vorläufig der Druck von innen und von außen nur wenig mildert.
Die vorstehenden Darlegungen des Professors Jahn treffen ohne Zweifel den Nagel auf den Kopf. Wenn Deuffchland nicht zu einer ganz umfangreichen Ausfuhr kommt, dann ist an die Möglichkeit der Erfüllung übernomms ter Pflichten gar nicht zu denken. Ja. selbst mit dieser Ausfuhr wird man durchaus berechtigt sein, daran zu zweifeln, daß wir die furchtbare-t sangdauernden Lasten zu ttagen vermögen. Angesichts des glühenden Hasses, den man in Frankreich nach wie vor allem entgegenftringt, was deutsch heißt, türmen sich kaum überwinb- ftare Schwierigkeiten.
Zn diesen Störungsherden im Innern tarnen auch im letzten Monat die Hemmungen von außen, die in unverminderter Weise fotitoirften Noch immer ist die Weltmarktkrise, die auch die deutsche Ausfuhr in stärkster Weise hemmt, nicht überwunden. Es kommt dazu, daß die Abgaben auf die deuffche Ausfuhr nach England und Frankreich, Belgien, Rumänien, Südslavien und Griechenland trotz des Ultimatums zunächst for.-- erhoften werden und daß. wie die rüngsten Debatten im englischen Untrrhcmse zeigen, auch für die nächste Zukunft keinerlei Aussicht auf Besec- tigimg dieser .Sanktionen« besteht. Auch die Herstellung des Friedenszustandes mit den Bereinigten Staaten hat vorläufig keine Belebung des Geschäftes gebracht und kann es zunächst auch gar nicht, so lange die in Vorbereitung befindlichen Verhandlungen zum Abschluß eines ordentlichen Friedensvertrages nicht bestimmte Garantien für die Sicherheit der deutschen AuS fd^fftr^ftaften *** Forderungen ge-
Unter solchen Umständen ftlskbt es nach wie vor unerfindlich, wie Deutschland seinen Zrh- rmtgSverp-flick-tungen an die Entente nachkommen soll. Zwar sind bereits sehr erhebliche Teilzahlungen auf die erste Milliarde Goldmark erfolgt. Wenn man afftet die ungünstigen Wirkungen beobachtet, die die Valutakäuse im Ausland auf den Kurs der Mark ausgeübt haften, so muß man sich doch endlich sagen, daß auf diese Weise nicht weiter gewirtschaftet werden kann Die Anleihen von insgesamt zweihundert Millionen Goldmark, die über Holland ausgenommen worden sind, reichen nicht entfernt aus ; um den Fehlbetrag zu decken. Deshaüb müssen weitere starke Käufe von Auslandswerten -r- Bolgen, wenn die Schuld bis zum 30. August ge> tigt werden soll, und die Folge wird sein, daß der Druck cuff die Mark zunächst tn unverminderter Stärke hortbesteht. Das oiuztge Mittel, 1
Die Hoffnung auf Fortsetzung.
Paris, 12. August. (Privattelegramm.) Die Morgenblätter geben sich die größte Mühe, die Lage nicht als aussichtslos hinzustck- len Man schreckt allgemein davor zurück, die Parffer Konserenz als abgebrochen zu fte» zeichnen. Man will nur an eine Unterbrechung glauben und nicht an einen Abbruch. Indessen macht man sich feine Allusionen darüber, daß während der nächsten Tage ftte Sitzungen wieder ausgenommen werden.
sagen lassen, daß die letzten Konzessionen für Frankreich darin bestehen, die Grenzlinie des Grafen Sforza anzunehmen, die Polen ungefähr die Hälfte des Jndustriedreieckö gibt. Ter Petit Paristen Sagt: Frankreich hat gestern einen neuen Versöhnungsversuch gemacht. Es hat sich für eine Grenzlinie ausgesprochen, die de«- Vorschlag des unparteiischen Schiedsrichters nal/ezu entspricht. Diese Dforza- linie hat Deutschland die Kreise Gleiwitz und Hindenburg mit zwölf Gntben und teigigen Fabrikzentten gelassen. Diese Grenzlinie hätte zur Folge, daß Polen etwas mehr als dreihunderttausend polnische Stimmen erhält und ungefähr hundertsünfzigtauseud deutsche Stimmen. Deuffchland seinerseits würde vierhundertmü,- sechzigtausend deutsche Stimmen und etwa zwei- hundertunddreihigtausend polnische Sttmmeit erhalten. Was hat man mm englischerseits demgegenüber getan? Anstatt ebenfalls den Versuch zur Versöhnung zu machen, ist man neuerdings zu der berüchtigten Ansicht von der Unteil- v-rkeit des JnduftriedreieckS zurüclgekehrr, vo» der ma» glaubte, sie sei endgültig erledigt.
Gesellschaftssteuer. Der GesMschastsB steuer unterliegt die Begründung von Aktie« einer Erwerbsgesellschaft (A.-G. Kommandit- Gesellschaft auf Wtien), von Geschäftsanteilen einer inländischen G. m. b. Erwcrfts- und Wirtschaffsgenossenschast, von Mitglied- schaftsrechten an inländische juristische Personen, die Erteerbszwecke verfolgen, von Genußscheine« der Erwerbsgesellschaften und vo« Forderungsrechten gegen diese Unternehmungen, ferner die Errichtung von inländischen juristischen Personen, von inläudischen Niederlssaungen auslände scher jurisfischer Personen u. m. Steuerfrei sind Gefellschasten unter Beteiligung des Reichs, eines Landes, einer Gemeinde, wenn Verkehrsund Siedlungszwecke Gegenstand des Unternehmens sind, ferner gemeinnützige Gesellschaften, Krankenkassen-Berufsgenossewschaften mit gesetzlicher Beitrittspflicht, die Forffetzuug einer Erwerbsgesellschast mit Erben eines Gesellschaft ers. die Ueberlassung der Rechte an Erteerbsge- ellschasten, an Abkömmlinge, Eltern usw des Uefterlassenden. Der Steuersatz, bisher 8 Prozent des für die Aktien gewährte« Entgelts, betragt 7 Prozent von dem für die BegrütLung von Gesellfchaftsrechteu an inländische Kapitalgesellschaften zu entrichtenden ©etbftetrag bezw. fton dem Wert der Leistung zur Zeit des Eintritts der Steuerschuld bezw. von dem bei ber Veräußerung von Rechten erzielten Preise. Für Mtien mit erhöhtem Steuerrecht beträgt die Steuer für jedes Geschäftsjahr 3 v. T dez Bettages, der sich ergeben würde, falls der Neun« bettag der Aktie mit dem Stimmrecht in Ueber- emftimmung gebracht würde. Die Steuer wird ur Teffe eines Geschäftsjahres voll gerechnet und ist zu Lasten der Aktionäre, denen das er«
Stimmrecht zusteht, von der Gesellschaft tot enttichten. Bei G. m. b. H., falls ihr Stamm« faftital 50 000 Mark nicht übersteigt, gift ein Steuersatz von nur 3 Prozent. An Fortfall körn« men die bisher den Gewerkschaften gegenüber de» A.-G. emgeräumten Vergünstigungen (für jeden Kurschein nur ein Stempel von 5 Mark, ©teuer« ^"heit der zur Deckung von Bettiebsverlusten dienenden Zubußen) Auch die Kolomalgesell« chasten werden den A.-G. gleichgestellt, dagegen sind die Begünstigungen der Reichsbank auftecht erhalten. Bei offenen Handelsgesellschaften wird der Steuersatz von 4/10 auf 5/10 v. H. erhöht. Bei Kommanditgesellschaften a. A. werden di- Einlagen dpr persönlich hastenden Gesellschafter den Einlagen der Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft 6et einfachen Kommanditge^ ellschaften die Kommanditeinlagen den Anteilen iner G. m. b. H. gleichgestellt. Die juristischen Zersonen unb die Genossenschaften werden den Erwerbsgesellschaften gleichgestellt.
Wertpapiersteuer Die Steuer beträgt Är je 100 Mark des Nennbetrages bei inländischen Pfandbriefen. Gemeinde- und Eisenbahn- anleihen 0,50 Mark (wie bisher) für Schuldverschreibungen ausländischer Staaten und Gemeinden 2 Mark, für ausländische Aktien, Kure und Genußscheine 7 Mark. Tie tn ausländischer Währung aus gedrückten Bettäge werden nach den für den Wechselstempel geltenden Vorschriften jeweils umgerechnet.
Börsenumsatzsteuer. Der Entwurf unterscheidet Händler-, Kunden« unb Privatgeschäfte. Die Steuer beträgt in ber Steiften« folge btefer Geschäfte, für je 1000 Mark: a) bei Kriegsanleihen bes Reiches 10 Pfg.. 20 Pfg^ 50 Pfg-, b) bei den übrigen Schuldverfchreibungen mtb denen der Lättd« 20 W, 40 1 &