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Nummer 182.

Freitag, 12. August 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

Das große Orakel an der Seine

Hochspannung In Varl«.

|Ctt»

tege

Schwankende englische Gestatten.

London, 11. M

Die en.

ein N.

Erhitzte Köpfe in Bari«.

machte einen neuen Komprornißvorschlag, der sich eng an die Stellung Lloyd Georges anlehnte.

Der Wirrwarr wächst.

Wann fällt die Entscheidung?

(<6i»öee Drcchnneldung.)

Der Telegraf meldet aus Paris, daß die Sachverständigen ihre Schlußsitzung auf Donnerstag nachmittag vier Uhr festgesetzt haben. Tie Sommisston der Sachverständigen be. steht ans fünf Engländern, fünf Franzosen intii vier Italienern. Ter japanische nnd ameri­kanische Bertteter haben je einen Delegierten zu informatorischen Zwecken entsandt. Am Mittwoch nachmittag sprach der italienische Deputierte Porry in der Sattzrerständlgenkonferenz und

Die Pariser Zeitungen drehen sich im Kreise mild stellen Betrachtungen an, aus denen nicht ersichtlich ist, wie sich die Lage gestalten wird. Ihr Bestreben geht aber daraufhin, die Sttm-' mung auf der Konferenz so darzustellen, a® ob Lloyd George völlig umsallen werde. In einem dieser Zeitungsartikel heißt er, daß Lloyd George eS im gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen keinesfalls mehr zu einem Bruch mit Frankreich kommen kaffen Mrd, und daß die endgültige Einigung nur auf dem Wege eines Kompromisses möglich fei, dessen Kosten Deutschland zu zahlen haben werde.

größer werden die SchMerigkeiten, und um so schwerer Mrd es schließlich, das Unerläßliche und Notwendige zu vollbringen.

wurde, werden Einzelheiten bekannt. Die Sit­zung wurde eröffnet mit einer Darlegung des Marschall Foch^ der auseinandersetzte, wie leicht es fei, daß Akvilslugzeuge in militärische umge- wandctt werden. Deutschland habe die Bestim­mungen des Versailler Vertrages über das Flugwesen nicht inuegehalten und die interalli­ierte Kontrellkommifston für das Flugwesen habe diese Versäumnis festgestellt. Hierauf er­hob sich eine erregte Debatte für und wi­der die Beibehaltung dieser Sonttoklkoinmissto« überhaupt. Lord Curzon forderte die sofor­tige um» vollkommene Abschaffung dieser Kon ttollrounnissionen überhaupt und der italienische Außenminister schloß sich dieser Forderung an mtt der Begründung, diese Kontrolle fei nun­mehr Sache des Bölkerbundes. Der Japaner, und der belgische Außenminister widersprachen und auch Briand wünschte im Interesse der Sicherheit des noch immer bedrohten Frank- reichS (?) und Belgien eine Beibehaltung dieser Kontrollkommission. Einen Abschluß hm die Debatte bisher allerdings noch nicht gefunden.

Am Oberschlefiens Grenze.

Luterhattungen dar Sachverständigen.

(Privat-Telc gramm.)

Rotterdam, 11. August.

Am Mittwoch früh sind die Sachverständigen zu einer zweiten Beratung zusammengetreten. Die französtfchen Delegietteu habe« ihre prin­zipielle Gegnerschaft gegen die Lloyd Georgesche« Vorschläge aufgegeben. (?) Immer­hin erscheint eine restlose Einigung sehr schwie- rig weil die Franzosen die neue Grenzlinie durch die deutschen Kreise Rosenberg und Kreuzburg führen wollen. Rach Schluß der Ditzuna der Sachverständigenkommisston verbreitete sich in Paris das Gerücht, daß innerhalb der Kommis­sion ernste MeinungSverschiedenhei- ten äjpr die Aufteilung deS Industriegebiets hervorgetreten sind. Rach Schluß der Sitzung des Obersten Rates dementierte Briand die- i ses Gerücht. Es liegen feine Uneinigkeiten vor, erklärte der Ministerpräsident, aber die Tätigkeit der Sachverständigen ist schwierig. Rach Mit­teilung einet französischen Nachrichtenstelle be ' ftätigt eg sich andererseits, daß die Sachverstän­digen sich' auf der Demarkationslinie ' des Grasen Sforza (!) zu einigen scheinen, die zugunsten Deutschlands dann vielleicht noch eil« geringe Abänderunkg erfahren könnte.

gnfertiortfpreUe-. *> «totzet-lis», Aufträge; DU «tatoalttgc «n^tgar-Zetl« $L LIO. btt rtxfpaltige »etlamegette $1 «.-% b) Äugroärttge Aufträge: Die etnfpattigt engetgaxgeUe M. L60, die etnfpaltige ««Name,au M. 3M, alle« et»schlt-ßltch Teuerung«,Uschlag uud Anzelgenfleuer. Für An,eigen mtt besonder« schwtertgem Sa« hundert Drozeut Aufschlag Für dte MchttgkeU aller durch Feru sprech er ans,-gebeneu Antigen, sowt» für Mttnahm». baten und Platze kann eine «ewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- h-fslratz« 18/30. »eschüftLftelle: «-lutsche Straß« 4. Telephon Nummer 951 und 952.

Die LeNung beschlossen f

Paris, 11. August. (Eigene Drahtmeldmrg.) Im .Echo de Paris" orakett Pertinax, der zu den Parffer englischen Botsihcrsterkreifen in enger Fühlmdg sieht, über den mumraßlichm Verlauf der gestern von den Sachverständigen gefundenen ©rergc: Es sei anzamehmsr, daß Deutschland von dem Industriegebiet den LS- wenantril (?) bekäme. DaS ganze Mittelfübck des Industriegebiets würde an Deutschland fah­ren. Die Pariser Chicago Tribüne bestätigt, daß die neue Grenze bereits eingetragen sei. Den Franzosen scheint auch das noch jn wenig zu fein, sie Wolfen auch Hindenburg für Polen, sodaß Deutschland von dem Fndustrie- dreieck nur noch Gleiwitz VSäMe, (!)

Frohe Hoffnung in Varis.

Die optimistische Pariser Presse.

(Pridat-Telegr amm.)

Paris, TL August.

Aus PariS kommen heute recht opti­mistische Meldungen. Die Pariser Presse glaubt, daß die Annäherung zwischen den bei­den Gegnern schon große Fortschritte gemacht hat und wen-'ge Blätter wollen sogar wissen,-daß die Polen außer Pletz und Rybnik auch noch Kattowitz und Königshütte bekommen «erden. In englischen und italienischen Kreisen werden aber diese Meldungen vorläufig noch als Stimmungsmache bezeichnet, obwM nicht geleugnet werden kann, daß Lloyd George lange nicht mehr so fest ist, wie er sich in seinen ersten Reden gezeigt hat. Man glaubt, daß das Prinzip der Unteilbarkeit deS Industriegebietes endgültig fallen gelassen wurde, und daß man mit der Teilung rechnen muß. Die Konferenz wird dem Vernehmen nach am Sonnabend be­endet werden, da Lloyd George erklärt haben soll, daß er am Sonntag wieder in London fein will.

Deutschlands Erniedrigung.

Flugzeug-Angst im Hohen 9tat» (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 1L August.

Neber die gestrige Rachmittagssitzung des Hohen Rates, in der über die Weitete Ent­waffnung Deutschlands verhandelt

In Paris geht das Gerede des Hohen Rats über Oberschlestens Schicksal und andere deutsche Lebensfragen weiter. Ein klares Bild laßt sich nicht gewinnen. Während man auf der einen Seite behauptet, daß am heutigen Donnerstag nachmittag die Entscheidung fallen werde, wird i»uf der andern festgestellt, daß die Entente dies« mal noch gar tydjt einig werden Lonne. Auch die heute zahlreich eingegangeuen Drahtnachrich­ten lasten den großen Wirrwarr klar erkennen.

könnte bei der wirtschaftspolitische» und finanz- wirtschastlichen Lage, in der sich das Deutschland von heute befindet, mit Mitteln der Bergangl heil, mit alten Mitteln freilich nicht in die SSt... gekettet und durchgeführt Werden. Man mußte schon sich dazu bequemen, neue Bahnen zu bet schreiten. Daß das nicht einfach und auch nicht immer angenehm war, versteht sich von selbst, aber je länger man mit dieser gründlichen und zwar organischen Arbeit zuwartet, um so

Dir Raffet« Neueste» Nachricht^» trt<6ttaen wöchenlltch lech »mal und pvar a benb *. Drr «boimeme»t«pre>S beträgt moitatttd; MO Wart bet freier Zustellung tx« Hau«. Au«, wärt« durch dte Poft bezogen MO Mart monetttd) etnschltebtich Sufteüung. Bestellungen werben jeberyett von der »efchöftrftelle ober den Boten entgegengenammea. Druckerei, «erlag und Redaltton - Schtachthofstrahe 28/80. Kür unverlangt eingesaadte Beitrüge kann die Redaktto» eine Berantwortmig ober Bewähr tit keinem Kalle übernehme». Rückzahlung de« Be,ng«gelde« oderLnfprüchewegen etwaigerntchtordnung-mästtger Lieferung auSgefchloffen.

Ganz besonders glaubt er unterstreichen zu Müssen, daß es auch heute noch amerikanische TorfeS genug geÄ,' die einen Zusammenschluß mit dem Akutterlande herbeisehnen und eine bri­tisch-amerikanische Allianz mtt Freuden begrüßen würden. Jefech gerade das Umgekehrte sei mit der großen Maste des amerikanischen Volkes der Fall, dieses sei in nationaler Hinsicht durchaus Fanatiker, das amerikanische Volk denke und handle und lebe in Uebertteibung-en. Nur ratter äußerst geschickter Ausnutzung dieser seiner Cha- raktereigenschasten seitens der Entente und sei­ner früheren Machthaber sei es fozusagen in den Krieg hineingehetzt worden. Wetter sagt er wörtlich: .Kein amerikanischer Staats­mann wird es daher heute wagen, eine Ver­mahlung des amerikanischen Adlers mit dem britischen Löwen offen vorzuberetten, für eine britisch-amerikanische Allianz offen einzutreten Ganz im Gegensatz zu den Ausführungen Abels sicht Michael Singer die Gefahr für den Wie­deraufbau der Welt und im besonderen für den Wiederaufbau Deutschlands weniger in einer britifch-amerAanifchen Allianz, alfo in der angel­sächsischen Weltherrschaft, als vielmehr in der Sprengung der Entente durch Amerika zugunsten Fraitkreichs und einer Unterstützung der Fran­zosen aus den schier unerschöpflichen Mitteln der Vereinigten Staaten.

Ueber die Gesundung der Welt findet Singer recht beachtenswerte Worte: .Weder schöne Worte noch tatsächliche Abrüstungen werden der Welt jemals den Frieden geben, welcher nicht im August 1614, sondern im Juni 1919 den To­de s st o ß erhalren hat. Die Staatsmänner, die das Elend der Menschheit verschuldet haben, sinh am allerwenigsten berufen, den Wiederaufbau er­folgreich emznleiten. Mit den alten Methoden Wßt sich das sogar bei gutem Willen nicht tun. Nur wenn jedes Volk zu dem Bewußtsein er­wacht, daß es im Dienste der Gesamtmenschheit Opfer zu bringen entschlossen ist, wird nach dem Weltkrieg ein Endpunkt gefetzt werden können. Und solange die geschaffenen Zustände nicht be­seitigt werden, vielmehr für ihre Erhaltung alles getan wird, werden Weltkongreffe, selbst wenn sie wohlgemeint sind, die aufgewühlten Leidenschaf­ten auf der einen und den Kampf um völkische Existenz auf der anderen Seite nicht glätten/ Der Berliner Mitarbeiter Abel betrwhtet dann die augenblickliche polittsche Lage, vom welr- Politischen Standpunkt auS gesehen. Zwischen den beiden großen angelsächsischen Völkern werde in der auswärtigen Politik eine Art Dualismus angestrebt, indem beschlossen sei, die Welt unter sich zu teilen und zwar so, daß der Atlantische Ozean England und der Pazifische Ozean Ame­rika zugesprochen wird. Alles andere, was sonst noch kreuchst und fleucht. Hobe sich diesem Machrspri'ch ohne weiteres $it fügen, andernfalls dieser andere, das heißt also alle nicht eng­lischen Völker dieser Erde, die es etwa unter­nehmen sollten, sich hiergegen aufzülehnen, die Schärfe des angelsächsischen Schwertes zu fühlen bekommen könnten.

Mit großem politischen Weitblick nntersiicht i Abel, welche Vorteile und welche Nachteile di- Lösung dieses Problems in der Hauptsache für die beiden angelsächsischen Völker, in zweiter Linie aber auch etwa für die .anderen" fein« gen würde. Im Falle des Zustandekommens die« fei Mlirnz wird nach ferner Ansicht Japan, ' das zunächst isoliert wird, später dann ganz er- 1 ledrgr. Dann aber streift er kurz die Frage, ob :

1 Nun ist es ja vollkommen richtig, daß es bei der augenblicklichen Mrtschastsversastung und

im Zeichen der größten wirtschaftlich--polittfchea Umstellung, die ein Land und Volk je gesehen haben, es nntunlich ist. mit einem Ma­le eine völlige wirtschaftliche und wirtschastSpokfi tische Reuorientterung und Umgruppierung vor- Mnehmen. Mennrnd, der die voMswirtschaftli- chen Zusammenhänge kennt, wird sio töricht sein, eine derartige Forderung aufzustellen. Eine solche Entwickluna muß organisch wachsen. Das ist aber nur möglich, wenn eine feste Grund­lage vorhanden ist, und die entsteht nicht üb« Rächt. Die Umstellung unseres Wirtschafts-Or­ganismus und feine Einstellung auf die neuen wirtschafts- nnd finanzpolitischen Bedürfnisse werden Jahre der EnkwicKunq bedürfen. Die Aufgabe an sich ist aber dringlich genug, sodaß man das Bedauern darüber nicht unterdrücken kann, daß ihre systematische Bearbeitung und Lösung immer weiter hinausgeschoben wird. Mir! müssen uns doch vergegenwärtigen, daß mit stei­genden Lasten wirtschaftlicher Natur dos an sich chon komplizierte Gewebe unserer VolkSWirt- chast sich noch mehr verzweigt und verästelt, untf daß eine Entwirrung der zusammenlaufenden Fäden immer verzwickter Wird.

Bettachten wir unter diesen Gesichtspunkte« das Inhaltsverzeichnis der neuen von der Retchsregierung geplanten Stenern, so wird kaum jemand den Eindruck gewinnen können» daß es sich hierbei um ein Programm oder gar imt eine Reform handelt. Es geht alles im al­ten Geleife. Man hat es sich doch viÄsach etwa- allzu bequem gemacht. Es wird der deutsche« ?inanzwirtfchaft nicht dadurch auf die Beine ge­holfen, daß man an schon vorhandene direkte und indirekte Steuern einfach prozentuale Erhö­hungen anhängt; denn es ist keineswegs gesagt, daß nun auch daz dem prozentualen Aufschlag entsprechende Mehr an Erträgnissen heraus- kommt. Das ist ja überhaupt mtt ein knifflichcr Punkt in der amtlichen Verlautbarung über die neuen SteuerMne, daß man so garnichts er­fährt, über den vermutlichen Erttag dieser Steu­ern und daß man sich deshalb qar kein Bild von der Wirkung dieser Steuern einmal auf unseren Haushaltsplan hinsichtlich der Abbürdung des vorhandenen Milliarden-Dcfiztts und zum zwei­ten, daß man vor allem keinen Ueberblick dar» übergewiimt. welche Summe durch diese neuen Steuern für die Reparation in Betracht kommt.

Diese Vorbehalte hindern aber nicht daran, es heute schon auszufprechen, daß es in der Tat um die außerordentlich bedeutsame Altermrttve: Reform oder Flickwerkf geht. Es wäre verhängnisvoll, wenn sich im Lande die Auffas«

Rotterdam, 1L August. (Privattelegramm.) )ie Erregung auf der Konferenz wird allen ttessevertretern offiziös zugestanden. Die fern« chen SrtegsschuldigenipraKeffe stehen am 15. Kngaift die Sanktionen am 13. August auf der ____________|lw tut ,.uuvc Ulv

Tagesordnung der Konferenz deS Hohen Rates.) jung festsetzen würde, daß wir mit de» neuen

es nicht sehr wohl im Bereiche der MSglichkett liege, falls bereits zwischen England uud Japan geheime Abmachungen bestünden, daß Amerika eines Tages, wenn es seine Küsten entblößt habe» heimtückischerweise überfallen werde. ,Derx deutsche Ausstieg/ sagt Abel, .beginnt mtt dem Tage, an dem fee hundert Millionen Deutschen auf der Welt u.tb siebzig Millionen Deutsche im Herzen Europas, die wohl efireu Faktor bil« den, den keiner der feei Weltmächte umgehen kann, wieder frei geworden sind von der FesscL der fanatischen Parteipolitik, und wenn sie sich wieder besonnen haben werden titf ihre eigene' Ehre nnd ans die ihrer Ration. Ds

Zürich, 11 August. (Privattelegramm.) Der Courant meldet auS Paris: Der lapanische Vertreter hat den Sitzungen des zweiten Tages beigewohnr, weil auch der ameriSanische Vertte- ter anwesend war. Beide Vertreter sollen oar: Verlangen Lloyd Georges in die Debatte einge» griffen und sich gutachtlich für die englischen Vor- fchläge geäußert haben. Die Wahrscheinlich- keit wächst, daß die oberschlesische Frage erss am Ende der Konferenz, wenn überhaupt

einer Entscheidung gebracht wird.

Doch nur FNckwerk?

Das Steuerprogramm der Regierung.

So» einer parlamentarischen Seit« ginge» tut« gu Bern Steaerpeogramo» der Relch«re«ier»»g Anrsiibrnngen gu, benen wie gtoar nicht t» alle» Teilen reftlo« guftimmen könne», die tote aber doch der Beachtung für toert halten, »er fflerfaffer schildert die RnangitCe Lage tote folg« Diejenigen Politischen und parLameutarischen Kreise dte der Hoffnung waren, daß die Steuer- plane der Reichsregierung aufgrund wirAich programmatischer Leitsätze ausgearbeitet und ausgestaltet seien und daß auf diese Werse der erste und entscheidende Schritt zu einer wirkli­chen Reform unseres Finanzwesens getan wer­de, sehen sich durch die Bekanntgabe der neuen Steuern doch einigermaßen enttäuscht. Reform oder Flickwerk, das ist die Frage, die sich heute so manchmal der sich seiner Verantwortlichkeit gegenüber der Oessentttchkeit bewußt ist, auf die Lippe» drängt. Eine wirlliche Finanz-R e k o r rn

Weltenaufbau.

Die Angelsachse« «ad Deutschland.

Die Eüde Jttli erschienene Nummer der von Dr. Michael Singel geleiteten, in Chicago er­scheinenden, weit verbreiteten Wocheuschrift für PiolitA, Kunst und Literatur, .The New Times', die zu ihren stündigen Ntttarbcitern hervortre« tende Persönlichkeiten aller Länder zählt, veröf­fentlicht an erster Stelle eine bedeutsame Ab­handlung ihres. politischen Mitarbeiters Auguss Abel in Berlin: .Die Angelsachsen und die anderen". Dieser Aussatz hat, so schreibt ein Newhorker Gewährsmann, nicht nur in po­litischen Kreisen Aufsehen erregt, sondern auch einer größeren Anzahl mehr oder minder ver­breiteten Tageszeitungen zu einer eingehenden Polemfl Vcranlaffung gegeben, obwohl Michael Singer diesem Aussatz in einer längeren Vor­besprechung eine stark abschwächende Wirkung in­sofern gibt, als er dazu schreibt:Senn ich von der ftir .Die neue Zeit" zum Grundsatz gewor­denen Regel abweiche, die Ansichten dieser un­serer Mitarbeiter, dte durchwegs ernste Denker, ohne jede Gegenbemerkung des Schriftleiters ckb- zudrucke», felbst wenn sic von dessen Anschauung und von der grundlegenden Richtung der Zeit­schrift sich entfernen, fo geschieht es in diesem Falle lediglich deshalb, weil Herr Abel i» kei­nem logisch unantastbarem Denken die Psyche des amerikanischen Volkes unbeachtet läßt, die er und das er aus eigener Anschauung nicht kennt und daher lediglich aus der Haltung und dem Handeln der polittfchen Führer nnd jewei­ligen Machthaber urteilt/

«fern, 11; August (Eigene Drahtmeldung.) nglifchie Presse deutet ziemlich einstimmig achgeben der englischen Delegation in der Frage der oberscklesischen Grenze an. Me ver­lautet, solle« zwischen Llioyd George uud Lord Curzon schwere Meinungsverschieden­heiten entstanden sein, da Curzon an der UnteS« barkett des Jndustriedreiecks festhalt en wollte.

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Variier Handel um Deutschland

Frohe» Hoffe« t« Pari»: Lloyd Georges schwankende Gestatt. Deutschlands Ernledrignng. Die Flugzeugfurcht der Franzose».

DaS Gerede der SachVerstLndigen über Oberschlefiens Grenze. Wan« fallt nu« die Entscheidung? Hochspannung auf der Koufereuz.