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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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11. Jahrgang

Donnerstag, 11. Angnft 1921

Nummer 181

Fernsprecher 951 und 952

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Das Würfelspiel um Deutschland.

Englands Lage.

Die Konferenz in Paris.

Die Erörterungen der letzten Zeit in der eng­lischen Presse Laven zwei Grundlagen gehabt: Es ist notwendig, daß England und die Ver­einigten Staaten sich verbünden, um den maß­gebenden Einfluß in Europa zu erhalten, denn schließlich bedroht die französische Wirtschasts- linie und die französische Politik nicht nur die europäische Genesung, sondern auch den Frieden Europas. Mit den Vereinigten Staaten ver­suchte die englische Regierung in einer Vor­konferenz die schwebenden Fragen zu erör­tern. Diese Vorkonserea; zur Hardingschen all­gemeinen Konferenz foött in Kanada abgehal­ten werden. Aus formalen Gründen ist dieser Vorschlag achgelehnt worden, aber es wird ver­sichert, daß in fast allen Fragen zwischen Wa­shington und London eine Einigung bereits jetzt erzielt worden ist. Auf der Pariser Konferenz wird also Englands Haltung durchaus Amerika hinter sich haben. Die versöhnliche Haltung Eng­lands wird durch die große Presse im scharfen Gegensatz zu Frankreich und durch eine ausge­zeichnet: Flugschristew-Literatur unterstützt. So hat A. Hobson soeben eine Flugschrift erscheinen lassen, in der er Keynes Voraussagen durch ein reiches Material bestätigt und den Unsinn klar- legt, in dem sich in Wirtschaftsdingen die Frie- dcusntacher von Versailles bewegten. Man kann annehmen, daß die englische Politik nach und pach den Versailler Vertrag weiter durch- löchern wird, und das wird aus der bevor­stehenden Konferenz nach allen Indizien weiter in die Erscheinung treten.

Man erkennt, daß die Verteilung der Land­karte sowohl, als auch die wirtschaftlichen Be­stimmungen verfehlt waren Was Polen an­langt, so steht man durchaus auf dem Startd- puE des Professors Raymond Beazley, des ausgezeichneten Historikers der Birminghcnner Universität, der ausführt, daß der Frieden von Versailles Europa mit neuen .Elsaß-Lothringen" gepflastert habe und daß die Entente schuld an der Zerstörung des alten Europa sei. Er spricht geradezu von der polnischen Toü- hcit und verficht durchaus den deutschen Stand- puntt gegenüber der polnischen Sucht, als Mino­ritäten höher kultivierte Volksstämme zu beherr­schen. In historischer und rassenhafter Beziehung seien die polnischen Ansprüche unvergleichlich un­begründeter als die deutschen Ansprüche auf El- satz-Lothring-nl im Jahre 1870 Politisch ist also die englische Abkehr vom Versailler Frieden seh: gut vorbereitet, aber auch wirtschaftlich. Es stimmt, wenn Frank A Vanderlip, HilfSsekretär im Schatzamt und einer der hervorragendsten fochmännischcn Schriftsteller Amerikas überhaupt, den Engländern vorhält: .Vom britischen Standpuntt aus erscheint die Lage nicht günstig. Deutschland kann nur durch ungeheure G ü t e r- a u s f u h r bezahlen. Das bedeutet, daß Deutsch­land eine überragende Stellung als Ausfuhr- iration einnehmen wird. Britannien muß aus­führen. Die Frage ist, oh öS bet den hohen Ar­beitslöhnen zu Preisen herzustellen vermag, die es wettbewerbsfähig erhalten. Nach meiner An­sicht stehen England schlimme Zeilen bevor ... wenn es von Amerika weitere große Kredite erwartet, würde es enttäuscht werden. Wir können unserer Kundschaft bei der gegen- ivartigen europäischen Lage kaum die Anlage von Kapital dort empfehlen."

Man sieht also, daß England durchaus ver­suchen muß, aus der Zwickmühle des Friedens­vertrages herauszukommen. Hinzu kommt, daß das heutige England selbst allmählich zur Ver­nunft kommt. Sir Sidney Low, der englische Historiker und Lehrer an der Londoner Universi­tät, bat in unübertrefflich klaren Strichen die Lage Englands gekennzeichnet. Er sagt, recht pessimistisch: ^Das Land ist sportstoll, es lebt wie in einem großen nationalen Sportfest und gleitet langsam dem Bankerott zu wie jedes Land, das mehr ausgibt als es verdient. Der Grundstein aller unserer kommerzieller Größe, unsere Kohlenausfuhr, ist dahtn. Schiff­fahrt, Eisen-, Baumwollen- und Maschinen-In­dustrie sind schwer geschädigt. Aber wir denken nicht darüber nach wir Laben nur den Sport tut Kopfe. Sparsamkeit, Fleiß und Energie sind notwendig und unentbehrlich Die brttiscben In­seln sind weder groß noch reich genug, uns zu er­nähren und zu kleiden. Wir können nur leben, indem wir von außerhalb kaufen und dafür nut dem zahlen, was wir erzeugen. Wir haben mit Kohle, fertigen Gütern und Seetransport für Stohstoffe und Nahrungsmittel bezahlt. Dazu gehören billige Erzeugung, tüchtige Arbett und reicher Kredit, sowie Kapital. Gegenwärttg fehlt eS uns an alledem. England kann nicht billig verkaufen, nicht vorteilhaft erzeugen, und Kapi­tal wie Kredit nehmen ab. Sie entstehen aus einem Einkommen-Uebttschuß. England kann nichts ersparen, und der Staat preßt aus dem Volke mehr als den erzielten Ueberschuß heraus Die gewaltigen Staatsbudgets verringern unser Kapital und erschüttern unseren Kredit. Kein

Am grünen T

Lloyd Georges große Anft liche Antwort. Beurteil» durch die Alliierten: Angs Pariser Zeitungen sage». - Komödie: Das FrühMck £1

Der Oberste Rai hat am gestrigen Dienstag seine zweite Sitzung ab gehalten. Er hat nach- einander den General Le Rond, Sir Harald Stuart und General de Marftni über die Frage der Aufrechterhaltung der Ordnung und der Sicherheit der Truppen in Oberfchlesicn ange­hört. Lloyd G e o'rge hat sodann das Wort ergriffen, um seinen Standpunkt zur oberschlesi­schen Frag« bekannt zu geben, und Briand hat geantwortet. Der Oberste Rat hat die Sach­verständigen anfgesordert, ihre muerbrochene Ar­beit alsbald wieder auszunehmen. Wir erhielten über den Verlaus der gestrigen Tagung des Ober­sten Rates die nachifolgendeu Drahtmeldungen:

Der Angsthase Lerond.

Arlette über Schlesiens Lage.

(Privat-Telcgramm.)

Paris, 10 August.

Die Bormittags-Sitzung der Konfe­renz begann mit den Vorträgen der alliierte» Oberkommissare in Oberschlefien. General Le Rond erklärte, die Lage sei sehr ernst. Man darf die Sicherheit der notierten Truppen nicht aus den Augen verlieren, die durch das Weiter­bestehen der deutschen Truppen gefährdet ist. Er verlange eine schnelle Lösung. Der englische Oberkommiffar Stuart glaubt nicht an eine unmittelbar bevorstehende Gefahr, obwokfi et ebenfalls davon überzeugt ist, daß di« deutschen Organisationen weiter bestehen. Die Gefahr würde erst dann zum Ausbruch kommen, wenn Polen die Deutschen angreifen würde. In diesem Falle wären die alliierten Truppen ungenügend. Dieser Lage müsse ein Ende gemacht werden. Der italienische Oberkommissar, General de Mar­tini, glaubt ebenfalls nicht an eine unmittel­bar bevorstehende Gefahr, aber er tritt trotzdem für eine schnelle Lösung ei«.

Lloyd George spricht.

Paris, 10 August. (Eigene Drahtmeldung) N.ckidem die Oberkommissare ihre Berichte been­det hatten, ergriff Lloyd George das Wort. Er wies zunächst auf die Schwierigkeiten ves oberschlesischen Problems hin und drückte ictne Freude über »ie Anwesenheit des ameri­kanischen und japanischen Delegierten aus Die Lösung des oberschlesischen Problems, sio erklärte er, hängt von den drei Mächten^ die in der Lage sind, militärische Verstärkungen nach Oberschlesien zu senden, ab, nämlich von Eng- land, Italien und Frankreich. England und Italien vertreten denselben Standpunkt, nur Frankreich nehme einen entgegengesetzten Stand­punkt ein. (Den Schluß der Rede Lloyd Georges finden unsere Leser im Depeschertteil. Red.)

Briand Hal das Wort.

Aus der gestrige« Konferenz.

(Eigen- DraHmieldung.)

Paris, 10 August.

Zu Beginn der gestrigen Rachmittags-Sitzung ergriff B r i a n d das Wort, um den französischen Standpunkt bekannt zu geben. Er erklärte zu­nächst. Frankreich habe nicht die Absicht, einem Verwundeten aufdem Schlachtfeld« den letzten Stotz zu versetzen, aber fchlietz- lich müsse es nach jedem Kriege Sieger und Besiegte geben. Frankreich wünsche ebenso­sehr wie die übrigen Alliierten dem Besiegten ein gerechtes Los (?) zu sichern. Briand er­klärte, datz die Entente beschlossen habe, das pol­nische Volk wieder ausersteh en zu las- feit. Unter diesen Umständen stelle er sofort die Frage der Grenzen des neuen Staates. Die Friedenskonferenz habe dieses Problem vom technischen Standpunkt aus geprüft. Briand erinnerte an die Art und Weise, in der die Ab­stimmung in Oberschlesien vor fick ging. Alle Welt müsse sich darüber klar fein, daß eine Ab­stimmung denfelben Wert habe wie die andere, und datz die Stimme eines Bauern nicht min- derwerttger wie die eines Arbeiters sei. Dom technischen Standpunkt aus habe die Stimme eines Ausgewanderten nicht denselLen Wert, w-e

ische zu Paris.

rache. BriandS schwach­es der Lage i« Oberschlefien chase Lerond. Was die - Die große Konferenz eine phd Georges «nd Briands.

die Stimme des Bewohners, der im Lande ge­blieben sei, und der eher am Schicksal seines Landes interessiert sei, als die Ausgewanderter- Man habe die Ausgewanderten an der Abstim­mung «ilnehmen lassen. Bon den zweihundert- tausend Ausgewanderten, die an der Abstimmung teilgenommen haben, hätten hunderttausend ihre Stimme für Deutschland abgegeben.

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Da« Industrie-Dreieck.

Paris, 10. August. (Privattelegramm.) Im weiteren Verlauf seiner Rede sprach Briand von dem sogenannten Judustriedreieck. Er erfiärte, daß dieses Dreieck eine künstliche Sch öp - f u n g sei. Wenn man nach einer wirtschaftlichen Grenze suche, so gebe es vom industriellen Stand­punkt auS nur eine einzige, nämlich die Gesamt­heit des JNdustriebezirks In diesem Jndustne- bezirk hätten jedoch die P-left eine Mehrheit von fünfzigtausinv Stimmen, und diese techni­schen Betrachtungen müssen vorherrschen. Die französische Regierung hab« sich in ihrem Projekt von ihnen leiten lassen. Deutschland erhalte die Mehrheit der Einwohner, die für Deutschland gestimmt haben, und Polen trie Mehrheit der- icnigen, die für Polen gestimmt haben. Dies wäre im englischen Projekt nicht der Fall, das flebzicftausend der polnischen Stimmen Deutsch­land zuerteile. während dagegen Polen nur elftausend deutsche Stimmen erhalt«.

Französische Stimmen.

Was die Pariser Presse sagt.

(Eigene Drahimeldung.)

Paris, 10. August

Die Pariser Morgenblätter stehen im allge­meinen unter dem Eindruck, datz eine Verstän­digung unmittelbar bevorsteht. Es bestättgt sich, datz die Engländer von dem Grund­satz der Unteilbarkeit des Industriegebiets ab- gehen wollen, (!) wenn auch nur bis zu einem gewissen Grade Es ist auch dann nur möglich, datz schon heute nachmittag die Pariser Konferenz di« neue deutsch-polnische Grenze findet. Auster Pletz und Rqbnik würden aller Vermutung nach noch »attowitz und Köni gSHÜtte die Pillen bekommen. Das entspräche einem Schnitt von Nordosten nach Süvwesten durch das bekannte Dreieck. Gleiwitz, Hindenburg und Beuthen würden bei Deutsch­land bleiben. Wie gut das Einvernehmen im Grunde genommen zwischen Briand und Lloyd George ist, Hai wiederum das Frühstück bewiesen, das gestern Briand dem Engländer gab. Es wird erzählt, datz während des ganzen Mahles Vie Unterhaltung sehr herzlich (!) war. Trotz­dem oder gerade deshalb, well sie sich um Ober­schlesien breite. Briand hat die gleiche Rede, die er in der Sitzung der Konferenz gehalten hat, im gemütlichen Plauderton seinem englischen Kollegen in großen Zügen wiederholt. Aus dem geuEUicheu Frühstück bei dem biederen Monfieur Briand geht hervor, datz die Gegner- sckaft der beiden Haiipthclden der Vorstellung nicht allzutief sein kann. Man kann naturgemäß noch nicht sagen, wie alles endet, aber ein Kom­promiß erscheint nach allem doch möglich.

Voliiische« Komödie nspiel.

Paris, 10. August. (Privattelegramm.) Die ganze Pariser Konferenz ist eine kleine Komödie. Nach dem Mahl mtt Briand strahlte Lloyd George vor eitel Zufriedenheit. Er ließ sich euch wenig davon beirren, daß am Spätnach­mittag eine Irländerin versuchte, sich eine Schuß­waffe gegen Lloyd George zu verschaffen.

Die Sanktionen.

Beraturgen im Oberste« Rat.

lPrivat-Telegiamm.)

Genf, 10. August.

Eine Pariser Zeitung meldet: Die ftanzöfi- schen militärischen Sachverständig«», unter Borst« Marschall Fochs, find unter dem 13. August einberufe« worden. An diesem Tag« beginnt im Obersten Rat die Beratung der Auf­hebung der Sanktionen, gegen die t>ie französischen Sachverständigen mit aller Ent­schiedenheit Protest erheben. '

Ausländer wird wieder von «ns Kohlen kaufen, bis sie billiger befördert werden können. Di« Vereinigten Staaten füllen die Bunker und Kel­ler in Argentinien, Brasilien, Spanien und Ita­lien. Amerikanifche und deutsche Kohle wird tu britischen Häfen eingeführt und in Großbritan­nien verbraucht. Britische Arbeit ist teuer geworden. Der britische Gruben­arbeiter fördert hn Jahre weniger als zwei­hundert Donnen. währens der amerikanische acht- hnndert fördert "

Bei einer solchen Situation^ die allein aus dem Versailler Friedensvertrag entspringt, ist es klar, daß England mit diesem Vertrag selbst nicht mehr einverstanden ist Es wird versuchen, ihn möglichst unwirksam zu machen. Dafür aber muß es in einen entscheidenden Kampf mit Frankreich treten. Ob dieser Kampf bereits auf der gegen« toärtigen Pariser Konferenz ausgenommen Wirb,, muß abgewartet werden. S, ,

Kasselei-Kommunales.

Die Finanzlage der Stadt Kassel.

Zm sürflcrtiereitt Hohenzollornviertcl hielt gestern abend brr Fraktionsführer »erDemo­kraten im Stabthar tarnen«, Postrat Seine» weder, ans feinen Ersahen--qrn al« Stadt­verordneter nndMitglird »< Kan«haltnng«. ansschnfseS heran«, einen Dortra« von besonderer Bedrntnng für die Bürgerschaft.

Erst daun, wenn jeder Bürger sich interessiert' für alle Vorkommnisse in der Stadtverwaltung, besonders für das Finanzwesen, wird sich jeder Bürger mich mit verantwortlich fühlen... Von diesem Satze aus entwickelte Stadtverordneter Leineweber ein Bild der städtischen Verhalts nisse, wie sie sich heute gegenüber dem letzten Friedensjahr 1913 in den städtischen Etats Wie« verspiegeln. Damals schloß der Etat mit 29,4 Millionen ab, in diesem Jahre sind 264 Millio­nen angenommen. Das stellt das achteinh-alb- >'ache dar! Gelegentlich der Etatsberatung -ft bereits von den Bestrebungen nach Vereia- fachung dos Geschäftsganges bei der Stadt die Rede gewesen. Daraus muß mit allen Dritteln hingearbeitet werden. Bemerkenswert ist nur, daß noch feine Gelegenheit war, den Disposi­tionsfonds des Oberbürgermeisters zur Belohj, mm« geeigneter Vorschläge auf diesem Gebiet für städtische Beamte und Angestellte in Anspruch zu nehmen. Gegenwärtig schweben Verhandln,i* gen darüber, ob und wie es möglich ist, den Ap­parat der Kaffe der gewerblichen Werke, der achchunderftcmsend Mark Kosten verursacht, so in die allgemeine Verwaltung einzufügen, datz eine Vereinfachung herbei geführt wird. Von den gewerblichen Unternehmen läßt sich die Stadt- kelleret am besten an. Aus dem Weinvcr» tauf des Ratskellers werden 2% Millionen, au» dem der Stadthalle 380000 Mark erwartet. Ge­rade die Auswürttgen schätzen die Kasseler Wei re sehr und vor allem die etwas teureren Sorten. Es wird jetzt vielfach die Frage ausgewo-rsi: r, ob man ine Verwaltung der gewerblichen Werk« so lassen soll wie bisher oder ob es empfehlens­wert ist, sie in gemischtwirtschaftlich« Unterließ men oder gar in Aktiengesellschaften umguwan- dein, von denen natürlich die Stavt die Mehrza^ der Aktien besitzen wird. Auf jeden Fäll ist! ä| wünschenswert, daß das Rechnungswesen meh^ nach kaufmännischen Gesichtspunkten geleitet wird. Das Schulwesen erfordert jetzt einen Zu­schuß von 13,9 Millionen allein durch die Stadt ohne den Anteil des Staats. Ungeahnte Steigs« rangen der Lasten erfordert die Dtraßenreini- gung. Reinigung, Beleuchtung und Heizung des Rathauses allein kosteten 1913 noch 29 000, jetzt Ober 401000 Mark. Die nächsten Aufgaben des Stadkbauamts bestehen in ver Instand­setzung der Drrchtbrücke und in der Vornahm» von Verbesserungen an der Fulda. Auch einig» Mängel am Walzenwehr sind zu besettiMN.Be-! sondere Anerkennung verdient

das Wohnungsamt

für die von ihm geleistete außerordentlich groß«' Arbeit. Jetzt muß an die Nercherstellun« von. Wohnungen in großem Stil herangetreten wer­den. Augenblicklich ist der Bim von 878 Woh­nungen in Vorbereitung. Sehr umfangreich sind die Aufgaben auf sozialem Gebiet. Es ist notwendig, in der Bürgerschaft wieder das Vev, ständnis dafür zu wecken, daß jeder, der auch nur etwas an Zett erübrigt, im Dienste der mannigfachen Wohlsahrtsbestrebamgen tätig fein muß. Von Interesse ist, daß, nachdem am Mvnta« Gebühren für die Wohnungsvermitt- lungen genehmigt worden sind, demnächst auch mtt einer Gebührenfestsetzung für die Jnau- fpruchnohm- des Mieteintgrmgsamtes zu rech­nen sein wird. Leider sind die sogenanntsrr Stöcke, die Fonds, erheblich zusammengs- schrmnpft und wenn wir 1911 eine Schulden­last von 8,1 Millionen aufzuweisen hatten, so jetzt eine folcke von 147 Millionen, darunter TU Millionen Schulden, die auf Verlangen befl Reichs zur Ermöglichung der Familienunter* stützunMn während des Kriegs gemacht toorbm sind. Das Reich hat nicht gezahlt, ober lang* frWge Anleihen arrfzunehmen gestattet, für dw