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Abendzeitung
Vor OberWesienS Gchicksalöftunde
legen
daß
Lloyd George nach der Regelung der ober- schlestschen Frage nach London zurückkehre und Lord Curzon und Balfour die Vertretung Englands in Paris überließe.
Stampf hinter den Kulissen.
London, 6. August. (Privattelegramm.) offiziellen englischen Kreisen wünscht man.
Hilfsstationen und befaßte sich besonders mit der Uebersiedlungsfrage von Kindern, arbeitet» und Bauern in fruchtbarere Gebiete des Landes.
Im großen Irrgarten.
Sie drehe« sich im Kreise.
(Privai-Telegramm.)
Paris, 6. August.
Di« Sachverständigen-Koufcrenz für die ober- fchleflsche Grenze wird am heutigen Sonnabend ihre letzte Sitzung abhalten. Sie wird in dieser Sitzung den Bericht unterzeichnen, der alS GrunÄage für die Verhandlungen der Entcnte- lonfercnz dienen soll. Dieser Bericht ist eine Art von Protokoll, das über die verschiedenen Sitzungen der Kommisfion «nd über die verschiedenen Vorschläge und Gegencmwände Rechenschaft atz- ieflt Die Kommisfion hat sich nicht auf eine gemeinsamedeuts^Polnische Grenze einige« können und enchält sich aus diesem Grunde in ihrem Bericht jeden Antrages.
Rußlands schwere Qual.
Erschütterung der Regierung?
lPrivat-Teirgrannn.)
Reval, 6. August.
Die Ereignisse in Rußland überstürzen sich ES ist sicher, daß ein wichtiger Wechsel in der Regierung vollzogen ist oder sich in Kürze vollziehen wird. Die Frage ist die, ob die Sowjetregierung ganz demissionieren wird «nd den äußersten Radikalen ihre Sitze räumen muß, oder ob sie nur einige Radikale zuläßt. I« bolschewistischen Kreise« Revals erklärt man. offizielle Meldungen aus Moskau erhalten zu haben, daß Trotzki infolge der reformistischen Politik Lenins feine Demission alS Vollskmw missar d«S Krieges eingereicht habe. Diesem Beispiel folgend, soll auch der Dolkskommiffar für Inneres, Djerzinski, zurückgetreten sein. Andere Mitglieder der Radikalen sollen gleich, falls auf ihre Aemter verzichtet haben, doch be- fürchtet man, daß alle diese Rücktritte nur den einen Zweck haben, Lenin in Verlegenheit zu bringen, damit die Radikalen anS Ruder kommen.
Das berühmte DreleS.
Wahrheit oder Dichtung?
(Eigene Drahimeldung.)
Paris, 6. August.
Der Londoner Berichterstatter des „Journal" meldet seinem Blatte: Lloyd George habe Deutschland Oberschlesien versprochen und gehe nach Paris, um dieses Versprechen einzulö- sen. (?) Der Berichterstatter führt auS: Lloyd George hat gestern zwei KabinettSsitzungen geführt, in denen über die Fragen verhandelt wurde, die in Paris zur Sprache kommen werden, namentlich über die oberschlesische Frage Neber diese letztere Frage wird übrigens auch wieder eine Sitzung des Ministerrates abgehalten werden. Maa darf sich nicht verheimlichen, sagt der Korrespondent, daß der englische Standpunkt um keine Haaresbreite g e w i ch e n ist. Man glaubt, daß das berühmte Dreieck (Industriegebiet) und die benachbarte Zone Deutschland zugesprock-en werden müfle. Atan hat Deutschland nun auch zu verstehen gegeben. daß man diesen Standpuntt auf der Pariser Konferenz vertreten werden. Allem Anscheine nach scheint England tatsächlich an seinen gefaßten Beschlüssen festhalten zu wollen. Am Quai d'Orsay tröstet man sich allem Anscheine nach damit, daß Lloyd George bei der Entscheidmrg doch wieder umfallen werd«.
Europas Herzwunde.
Ei« sehr gerechtes norwegisches Urteil.
(Privattelegramm)
Christiania, 6. August.
Die hiesige Zeitung „Morgenbladed" schreibt über die oberschlesische Frage: „Oberschlesien scheint im Begriff zu stehen, ein zweites CHfafi- Lothringen zu werden, eine unheilbare Herzwunde Europas. T?« wird immer klarer, daß es ein schicksalsschwerer Fehler war, an Deutschlands Ostgrenzen zu rühren. Aber wenn man es einmal tat, so hätte man jedenfalls auch dafür sorgen müssen, daß das Ergebnis der Volksabstimmung befolgt und am liebsten sofort in die Tat umgesetzt würde. Durch ihr Treiben und ihre Nachsicht gegen Kor- santys Uebergriffe haben die Alliierte« nichts anderes erreicht, als die Sache noch verwickelter zu gestalten und den Verdacht zu erwecken, daß sie trotz der Abstimmung in Oberschlesien die Geschäfte einer bestimmten Macht besorgen."
Oteur Hilferufe!
Gorkis Kampf gegen den Hunger.
(Eigen« Dradttneldung.)
Stockholm, 6. August.
Tie neuesten Sowjetblätter, die in Helflng- forS eingetroffen sind, bringen «enesürchter- liche Schilderungen der KnngerSnot in Rußland. Von den Wolaagouvernements leidet Samara am härtesten. Maxim Gorki hat einen neuen Rotruf an die Vereinigten Staaten, an Südamerika und Kanada, einen andere« an England und einen dritten an Deutschland gerichtet. In dem Ausruf an England sagt er, daß die russischen Kinder ,« Tausenden des Hungers sterben. In allen Landsiötsten sehe man die Mensche« halb besinnungslos vor Hunger und halbtot vor Schwäche nach Brot suchen. Aus den Landstädten droht die Rot in die großen Städte überzugehen. Ueberall herrsche die fürchterlichste Anarchie.
derer Eindringlichkeit an den Verstand der Alliierten. Frankreich mutz den Gedanken. Oberschlesien alS Aufmarschgebiet der Polen gegen Rußland zu benutzen, ausnoben, es muß zu der Erkenntnis kommen, daß sich zur „Pazifierung" des Sowjetlandes in diesem Augenblick - nichts übler eignen würde, als Bajonette und Kanonen, daß vielmehr die Gistfrüchie seiner politischen Methoden nur durch die von ihm gepriesene Gerechtigkeit und Zivilisation in ihren Wirkungen unschädlich machen lassen. Denn nur Gerechtigkeit und Zivilisation werden Lichtstrahlen zu senden vermögen in die Finsternis, die jetzt das Riesenreich im Osten deckt. Rur durch Gerechtigkeit und Zivilisation kann die ruMche Spring- flut, die alle Dämme einzureißen droht, gebannt werden. Der Weg zum großen Hilfswerk für Europa führt über Oberschlesien. Die Dlän- ner des Hohen Rates sind durch Rußlands Rie« senkampf auf Leben und Tod gewarnt. Möchten sie dem aufflammenden Mene Tekel Beachtung schenken! ***
• Sin neue« Slsab-Lothringen.
London, 6 August (Privattelegramm) In den Lloyd George gewogenen Londoner Blattern, zum Beispiel im .Daily Chroniele", erscheinen jetzt Artikel, in welchen gesagt wird, falls die oberschlesische Frage nicht richtig gelöst werde, so könne diese- Problem zu einem neuen Elsaß-Lothringen werden.
Auf Leben und Tod.
Europas zerstörter Organismus.
Am Montag wird in Paris der Oberste Rat zusammentreten, um über Deutschlands Schicksal zu entscheiden. Entschließt man sich zu einer Teilung Schlesiens und damtt eines der für ' Deutschland lebenswichtigsten Gebiete, so verletzt man, wie Reichskanzler Wirth mahnend aus- riof, „das Interesse Europas und dos demokra- tischeu Fortschritts". Man wird aber noch weit mehr tun mit einem derartigen Entschlüsse, denn man wird Europas zerstörten Organismus noch weiter zermürben. Es wäre eine Binsenweisheit, wollte man darauf Hinweisen, daß der Kontinent auch ohne Oberschlesiens Problem auf einem Sarge ruht, und es muß als völlig uu- verstänL-lich erscheine^ daß man bei den Alliierten das drohende Zeichen an der Wand nicht erkennt. So wird denn in der nächsten Zukunft abermals ein Stück Weltgeschichte an uns vor- überrollkn, machtvoll in seiner Entwicklung, MMhtvoller noch in seinen Folgen. Mondelaug währt der Kamps um deutsches Land, monde- lana währt auch deutsches Mühen, Vernunft in die Köpfe übermütiger Cäsaren zu pflanzen. Doch ehe noch des Sommers Tag- sich runden, werden wir Klarheit darüber haben, ob der von blindem Haß diktierte Zerstörungsgedauke weiter Triumphe feiern wird.
Wie weit das große Zerstörungswerk bereits vorgeschritten, das zeige» deutlich die gegenwärtigen Zustände in Rußland, deren Bedeutung weit hinausgehl über die Schicksalsschwere eines Elementareres MisseS, weil sie letzten En- v.-s doch nur Vas Ergebnis der Entente-Politik darstellen. Einer Politik, die Oft und West in den Krieg hetzte und die nicht einmal zermalmte Völker zur Ruhe kommen ließ. Dieser Enientr- Polittk, die in ihrer Skrupellosigkeit keine Grenzen findet und allezeit bereit gewesen ist, über Leichenberge zum Ziele zu schreiten, ist indirett auch die Verantwortung für die grausigen Zustände zuzuschreiben, deren Zeuge wir jetzt sind und denen Tausende und Abertausende unglücklicher Menschen zum Opfer fallen. Bismarck hat einmal gesagt, daß es nach einem ‘Stege nicht darauf ankomme, zu entscheiden, wieviel man dem Gegner abdrücken könne, sondern allein darauf,' was politisches Bedürfnis sei. An dieses Bekenntnis deS größten Diplomaten aller Zetten Hai sich die siegreiche Entente bis jetzt noch nicht erinnert, und wenn sie nun die Wogen der russischen Katastrophe sich gegen Westen wälzen sieht, dann mag sie ihrer Sünden gedenken. Das Danner der „Kultur", das sie über dem .Hunnenlande" auspflanzte. ist heute schon kläglich zerfetzt, und die stolzen Werte, daß man Beschützer aller geknechteten Völker sein wolle, sind erkannt weithin in aller Welt als hohle Phrase. Das Zerstörungswerk aber, das von verbrecherischen Gegnern ei'ngelci- tet wurde, ging seinen Weg bis zu dem rageiide» Meilenstein, an dem wir uns und mit uns ganz Europa, ja die ganze Welt, nunmehr befinden.
Der Hohe Rat, der sich nach langem Zögern versammelt, tagt hinter verschlossenen Türen. Ein Mt der Borsicht, der vielleicht die Alliierten vor schwerer moralischer Niederlage sichern wird. Möchte in dem Sitzungssaale zu Paris Tag für Tag die warnende Flammenschrift an der Wand erscheinen und möchte man dieses Mene Tekel richtig wögen. ES gift, das Dunkel, das Mer Europa lagert, zu verscheuchen und den zerstörten Organismus des Kontinents wieder aufzubauen. Das aber kann nur geschehen durch eine gerechte und sachliche Lösung der beiden Probleme, die sich in gigantischer Größe aufrecken: Oberschlesien und Rußland! Schier übermenschlich werden die Kraftansorderungen sein, ;u deren Lösung sich alle Staaten rückhaltlos einen müssen, soll aus dem Chaos wieder Ordnung erblühen. Und das Maß der Selbstüberwindung, das die Entente aufbringt, um zu verstehen, was nach Bismarcks Wort „politisches Bedürfnis" ist, vttrd ein Prüfstein sein für den Umfang der Erkenntnis aller Fragen, die sich unheildräuend in die Jetztzeit drängen. Dir Politik der Gerechtigkeit und Zivilisation, von der Millerand kürzlich in tönenden Worten sprach, hat bis zum heutigen Tage Europa weder Rübe noch Friede« gegeben. Und doch find sonst Gerechtigkeit und Zivilisation die ttefflick- sten Schrittmacher der gedeihlichen Entwicklung aller Völker des Erdballs. Daß heute, nachdem seit nahezu drei Jahren die schweren Stürme des Weltenkrieges schweigen, noch immer Brandfackeln lodern und Geschütze dröhnen, daß sich noch alles in Europa in chaotischem Wirbel dreht, bildet, so meinen wir eine klägliche Illustration dafür, waS die von den Franzosen im Munde geführte Gerechtigkeit unv Zivilisation an prak- ttscken Werten darstellt.
Und in der Tat: Borlänfig prügelt man sich in Paris nech ran die Frage, wie Oberschlesien im Interesse der Zivilisation und Gerechtigkeit zu teilen sei. Aber der HilfenE. der gellend aus Moskau hinaustönte in alle Winde, darf nicht nur ans Herz der Vötter, er muß auch an ihren Verstand rühren. Und zwar mit befon-
Zn letzter Stunde.
Um Deutschland« Schicksal.
«m kommende« Mo«««« sollen in Pari« et* Besprechungen des Obersten Slate« ftattstnde«, in deren Verianf auch die Würfel «der oder, fchlesien, Deutschland« Schicksal, fallen «erden. Au« Berlin wird UN« folgende« gefchriet *u.
Nack allen Jnsormationen, die aus den diplomatischen Kanzleien der alliierten Miächi« bet den Berliner zuständigen Stellen vorliegen, kann und mutz man damit rechnen^ daß in der oberschlesischen Frage nun endlich wirklich die Entscheidung fallen soll. Von englischer wie von italienischer Seite ist der deutschen Reichsregierung mitgeteilt worden, datz die Regierungen Englands und Italiens entschlossen seien, bei bet demnächst tagenden Konferenz deS Obersten Rates unter allen Umständen eine wirkliche Klärung der Lage durch einen enffcheidenden Be- schlutz herbeizuführen. In Frankreich beliebt man auch jetzt noch eine Verzögerungstaktik. ES sinh dort starke Kräfte am Werk, die es nicht ungern sehen würden, wenn den für einen vierten polnischen Arrfstand getroffenen Vorbereittlngen die Umsetzung in die Tat folgen würde. Es itt ein offenes Geheimnis, daß hinter diesen Vorbereitungen französische materielle und persönliche Hilfsmittel in großem Umfange stehen. Die Verlockung ist zu groß, nun doch mit Waffengewalt Tatsachen zu schaffen, an denen auch das Kölle- gium des Obersten Rates, wie jene Kreise in Frankreich meinen, nicht achtlos vorübergehen können. Seit der bestimmten Erklärung der englischen Regierung, datz sie unter gar keinen Umständen „vollendete Tatsachen" anerkennen würbe. ist gewiß der Eiser bestimmter Kreise etwaS gedämpft worden, aber der Wunsch und das Bestreben, angesichts der kommenden Entscheidung eine für Frankreich besonders günstige Situation zu schaffen, sind heute noch eben so lebendig wie. je zuvor. Frankreich weiß sehr wohl, daß es sich in diesem Ringen um einen großen, vielleicht den stärksten konttncntalen Einsatz für die franzöfl» scheu wirtschaftlichen und mehr noch politischen Interessen handelt.
Es gab in den letzten Tagen, wohl nur von wenigen Eingeweihten beobachtet, in der Tat ei. ne Situation, in der die Möglichkeit bestand, daß Frankreich auf eigene Faust die Entscheidung Mer das künftige Schicksal QberschlesienS unter Hintansetzung nicht nur der deutschen Interessen, sondern selbst unter Sprengung • aller Bande, die Frankreich heute noch mit der Entente verknüpfen, herbei führen wollte. Frankreich Hai den allerstärksten Druck auf seine Verbündeten ausgeübt, es hat sich tiidjt gescheut, auch mit dem Bruch der Alliance zu drohen. Erst die auf Grund des Verhalten« des englischen wie auch des italienischen Kabinetts gewonnene Erkenrtt- nis, daß keine der mit Frankreich verbündeten Mächte gesonnen sei, sich die gewaltsame Esrin- Mng der französischen Hegemonie im festländischen Europa widerspruchslos gefallen zu lassen, ja als unverkennbar Frankreich zu verstehen gegeben wurde, daß man die Verwirklichung solcher Pläne mit schärfsten Gegenmitteln, und sei eS auch mit Waffengewalt, zu verhindern suche«! würde, bat jener kleine, aber einen großen Einfluß besitzende Kreis der französischen Politik und Diplomafte, der heute alles wagen möchte, sich grollend zurückgezogen. Das Schauspiel konnte auch das Frankreich von heute der Wett nicht bieten, daß es unter Zerreißung deS Versailler Vertrages und des Bündnisses der Entente um Oberschlesiens willen einen Kriegsfall schlffe, der es vor aller Welt hätte isolieren müs- len. Die Vorgänge der letzten Wochen zeigen aber doch, wie stark Frankreich sich heute Hütt, und welche Zumutungen es an seine Verbündeten, denen es doch erst den Ausstieg verdankt stellen zu können glaubt.
Wir haben in der Tat vom deutschen Stand- puntte aus alles Interesse daran, daß nun wirklich eine klare unanfechtbare Entscheidung in der oberschlesischen Frage getroffen wird. Schlimmer noch als die seitherige Hinauszögerung würde er sein, wenn der nun durch den Obersten Rat zu treffende Beschluß unklar und unentschieden wäre und damit all den schweren Auseinandersetzungen und Kämv- fen nur neue Nahrung geben würde. Freilich muß man sich heute mit Sorge fragen, was auch angesichts einer zweifelsfreien Entscheidung be« Obersten Rates tn Oberschlesien werden soll. Werden die Polen sich mit dieser Entscheidung zusrieden geben und werden sie nicht doch versuchen. mit Gewalt den Beschluß des Obersten Rac tes zu korrigieren? Die Vorbereitungen und die. kriegerischen Rüstungen zumal, die von den polnischen Insurgenten getroffen worden sind, und immer noch weiter verstärkt werden, lasten nichtz Gutes ahnen Und wird man andererseits auch auf deutscher Seite dasjenige Maß an Selbstbeherrschung aufbringen, das in dieser schwersten Stunde von uns verlangt wird? Es sind fürwabr ernste Tage, denen wir entgegengehen.. Lach den zahllosen Meldungen. Ne uns wäh-
die Beratungen des Obersten Rates nur einige Tage dauern, weil wichtigeinnereAnge- ’ „ beiten Englands zu erledigen stno. In diplomatischer, Kreisen wird jedoch erklärt, daß der Oberste Rat mancherlei Aufgaben zu erledigen habe und es deshalb möglich sei, daß
In veilem Qiufrutr.
Riga, 6. August. (Eigene Drahtmekdung.) Die Gouvernements von Tambow, Woronesch. KurSk und Orel sind in Hellem Aufruhr und befinden sich in den Händen der Insurgenten. Di« elfte und ein Teil der neunten roten Armee sind gegen sie gesandt worden. Di« Hauptkräfte der Insurgenten in Stärke von achttausend Mann stehen unter dein Kommando Wassiljews und in Stärke von siebzehntausc'-d Mann unter dem Kommando Chamvls. Die Bevölkerung unterstützt die Ausständischen, insbesondere habe« sich die Mohammedaner des Kaukasus gegen die ~crroietreateritng erklärt (Die Nachrichten über die russische Hungersnot sind derartig auSeinan- dergehend, was bei dem völlioen Abschluß Les Sandes nicht verwunderlich ist, daß wir alle Depeschen nur referierend wiedergeben. — Re».)
Der Umfang der Hungersnot.
Moskau, 6. August. (Privattelegramm.) Im Wolgagebiet ist eine Spezialkommission des allrussischen Erekutivkomttees eingetrvffen, um daS Ausmaß der Hungersnot sestzusiellen. In dem Tätigkeitsbericht der Kommission über dir Gouvernements Samara. Simbirsk, di« Tataren- republik und das autonom« Gebiet der Tschuwaschen heißt «*■ Di« Kommission besichtigte bereits einen Teil LeS Gebietes Die allgemeine Sage ist Lußerstschwirria, doch nicht ohne Ausweg. D« Kommission errichtete verschiedene
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Hessische Abendzeitung
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11. Jahrgang.
Sonntag, 7. August 1921
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