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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hesstsche Abendzeitung

Nummer 173»

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 2. August 1921

Fernsprecher 951 und 952

11» Jahrgang.

Trotzky droht mit Gewalt.

der Kul

Die Spannung dauert an.

'ftrümmerung der schleM/en Provinz zu er­zwingen suchen werde, indem sie den Fortbe- stand der Entente in die WaAhasse wirft. (!)

In der nächsten Rümmer der Welebüh»« plaudert Eduard Goldveck >:->«- die Manir-loflgkeii der Amerikaner. Er er »Shtt NNÄ einige ergvtzliche Vorkommnis. Ganz entsetzlich ist die Manierlosigkeit des

Annahme des Gesetzentwurfs.

Wien. 1. August. (Privattelegramm.) lieber die Mastnachlmen der serbischen Regierung gegen di« KsmmunMen wird weiter gemeldet: Jede kommunistische Propaganda, sowie jede Unter« neputung, die auf eine gewaltsam« Aenderung der DtaatÄform ab zielt, soll mit dem Tode, in weniger schweren Fällen mit zwanzigJah. tert Kerker bestraft werden. Der Gesetzent« wurs wurde im Ausschuß mit großer Mehrheit angenommen.

Gegen die Kommunisten.

Borgehe« der Serben-Regierung.

(Eigen« Drahtmeldung.)

Wien, 1. August

Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat die Re­gierung eine Vorlage zum Schutze des Staates eingebracht, die den Vernichtungs­kampf gegen den Kommunismus bedeutet. Alle Parteien, dieftmier die Bestimmungen der Vorlage fallen, sollen ausgelöst und ihre Mandate im Parlament für nichtig erklärt wer- den. Dadurch würde allein schon die Annullie­rung von mehr als «Änfzig kommunistischen Mandaten ausgesprochen werden müffen. Ferner ollen alle Gemeindevertretungen mit kommunisti- cher Mehrheit ausgelöst, alle öffentlichen Ange­stellten, die der kommunistischen Partei angehö- ren, entlassen werden. Gewerkschaften, in deren Leitung Kommunisten sitzen, verfallen gleichfalls der Auflösung. Im Falle von Streiks oll sogleich der Belagerungszustand von der Regierung verhängt und b«e Rädelsführer sol­len gerichtlich verfolgt werden.

Schreckensszenen Im Hungerlande.

Berlin. 1. August. (Privattelegramm.) In den letzten Tagen aus dem Süden Rußlands in Reval eiugetroffene Reifende erzählen, auf der ReSselinie von Kursk sei nicht ein Fleckchen Feld, das nicht den sengenden Sonnenstrahlen zum Opfer gefallen wäre. Auf allen Stationen tau­fen abgewogerte und schwer kranke Menschen umher, die beim Einlaufen jeden Zuges den Reisenden die Hände entgegenstrecken und rufen* Helft uns um Christi willen; wir sterben vor Hunger. Cholera, Typhus und Ruhr raffen das erschöpfte Volk in Scharen dahin. An sechs Mil­lionen Menschen sind auf der Wanderung. Auch Arbeiter und Rotgardisten fliehen.

Der wahre Grund.

Paris, L August. (Eigene DrahtmÄdung.) RLan muß sich vergegenwärtigen, daß der eng. ltsch-ftanzösische Konflicht der letzten Wochen nur scheinbar in der Frage der Truppenverstärkungen lag. Die MeMungsvevsthiedenheiten über diese Frage waren nur eine Folge der tiefgehenden Differenzen darüber, ob Oberschlesien ausgeteilt werden sokl oder nicht. Was Lloyd George befürchtete und was in feiner Denkmalsrede in Thane zum Ausdruck kam, ist, daß die stanzösifche Regierung auch aus der kommenden ükrriifer Konferenz die Zer«

Der kühle Kopf.

Sm tollen Zeilen-Wirbel.

Rußlands Hungerschrei.

Bolschewistische Trugbilder.

(Eigene Drahtmeldung.)

Kopenhagen, 1. August.

In Reval und Riga aus Rußland eingetrof­fene FlütMng- berichten, daß die Stellung der Sowjetregierung durch die Hungers­not erschüttert wurde. In der letzten Sit­zung der Volkskommissare hätte Lenin den Vorschlag gemacht, eine Koalitionsregierung zu bilden, in der die sozialistischen Parteien vertre­ten fein fetten. Die einzige Aufgabe dieser Re­gierung soll die Bekämpfung der Hungersnot sein. Trotzky widersetzte sich diesem Vorschlag. In der letzten Sitzung des Zentral-Exekutiv- Komitces erklärte Trotzky: Tie nächste Zu- lnnst wird zeigen, daß die Versöhnungspolitik Lenins ein Trugbild ist. Das kapitalistische Europa haßt uns und wird uns niemals Hilfe bringen. Es wird lieber die Russen verhungern lassen, als ihnen Brot zu verschaffen. ES gibt für uns nur einen einzigen Ausweg, daß wir mit Gewalt holen, (!) waS wir freiwillig nicht erreichen können. Ter erste Schlag muß ge­gen Polen gerichtet werden, das in frechster Weife den Vertrag von Riga verletzt hat.

Und sie lieben sich doch!

Die Wetterfahne dreht sich.

iEigen- Drahtmeldung.)

Paris, 1. August.

Das französisch-englische Einver­nehmen ist gestern abend geschlossen wor­den. (!) Folgende offizielle Rote wurde ausge- geben: Gestern abend ließ der englische Botschaf­ter dem französischen Ministerpräsidenten drin­gend mitteilen, daß die englische Regierung b e - reitwillig ft dem Vorschlag Briands zu- ftimmc und ihren Botschafter in Berlin beauf­tragte, sich seinem französischen und italienischen Kollegen anzuschlietzen, um einen gemeinsamen Schrftt bei der deutschen Regierung zu unterneh­men, damit sie sich bereit halte, mit allen mög­lichen Mitteln den Transport der alliierten Truppen durch Deutschland zu erleichtern, den die Loge in Oberschlesten notwendig machen kann.

Das Kriegsbeil ist begraben.

Daris, 1. August. (Privattelegramm.) Lord Curzon schlägt den 8. August als Zeitpunkt zur Verfammlimig deS Obersten Rates vor, da sich der italienische Ministerpräsident nicht früher nach Frankreich begeben kann. Lloyd Ge­orge wird an dec Sitzung des Obersten Rates teilnehmen, die in Paris stattfindet, wenn dies von -Frankreich gewünscht werd«. Der Ton der englischen Rote ist außerordentlich sachlich. Der englische Botschafter drückte feine lebhafte Genugtuung aus, daß die Mißverstimd- uiffe der letzten Tage sich zerstreuten.

Wie wc Zukunft Oberschlesiens aussehen mutz und auch nur aussehen kann, darüber ist sich im ganzen Lande wohl niemand im Unklaren, aber ganz und gar verworren sind die Begriffe Vieler über die Pläne und Ranke, die man in Frank­reich schmiedet. Harren wir nicht der guten Dinge, die von England kommen, wir werden sonst eine neue große Enttäuschung erleben! Man schlägt sich, man verträgt sich wenn es um die wirtschaftüchen Vorteile geht, und nur von die­sen Gesichtspunkten aus wird auch zwischen den heute über Deutschland triumvbierenden Mächten

chhandel abgeschlossen werden. WaS bellen-! tet da Vernunft, was Recht? Ein Nichts! Eine Farce! Aber weil dem so ist, erachten wir es als eine publizistische Michl, immer wieder auf die lauernden Gefahren hinzuweisen, die Deutsch land in seiner Grenzmark umdräuen. Und weil dem so ist, werden wir gut daran tim, mit einer Entscheidung über Oberschlesten zu rechnen, die dem Vaterlande ganz gewiß nicht zum Heile sein kann. Kommt's Villers, werden wir uns doppelt der Tatsache freuen oürfen, daß politische Einsicht die Mehrheit imGroßen Raff erzielte Das Würfelspiel trat Schlesien - Deutschlands Schicksal soll ja nun beginnen. * * *

Tie vorstehende Betrachtung des sich in deut» sckien Preffekreisen besten Ansehens erfreuenden Publizisten weist auf Eigenarten in dem Lande des Dollars hin, die sich leider nicht nur in ame­rikanischen Kreisen breit macken, sondern die sich euch bei Deutschen feststellen lassen, die drüben längere Zeit sich aufhielten Es sind Eigenarten, die der Amerikaner auch nickt fallen läßt, wenn er sich in Deutschland bewegt. Wüdererseits wird man in Amerfta sicherlich Vielerlei an dem Deut-

Echt Amerikanisches

Merlwürdiges aus Dollar«».

zu über, c Krou- n ihrer

zSveffelt man an der Zukunft der Menschheit. Ta sitzt ein Liebespaar; sie sliPern sich die uralten, ewig neuen Worte zu, und beide kauen, kauen, kauen Heber die Handhabung des Zahn­stochers ließen sich Seiten mit Beobachtungen füllen. Der Amerikaner des MlttelKmdes ist von seinem Zahnstocher unzertrennlich. Er kaut an ihm, fangt an ihm, schiebt ihn von einem Mundwinkel in den andern, verschlingt ihn an« scheinend, öffnet dann den Mund und reprodu­ziert den Zahnstocher völlig undeschädigt. SS gibt Leute, dte Gummi tauen und den Zahn­stocher im Mmde Halten doppelt hohe Selig­keit! Von Zeit zu Zett spritzen sie dann den gelb-braunen Saft von sich Die »höheren Stände' tauen nicht; alber wer wagt gegen dies Stiftler etwas zu sagen? Auch die amertkanische Reinlichkeit ist eine Legende. Pfoten habe ich hier gesehen! Bei Dottoren, Rechtsanwälten, sogenannten gebildeten Leuten. Ich danke!

Der Meichheftsgedanke hat in der Architektur stark gewirkt. Ganze Straßenzüge mit Häusern die einander gleichen wie ein Ei dem andern. In den Häusern ein Mobiliar von ni '

England und Frankreich. (Privat-Telegramm.)

Paris, 1. August.

Wie sehr die Verständigung zwischen Paris und London nur als vorübergehend zu be­zeichnen ist, mag aus dem Kommentar hervor- gehen, den heute morgen der3Katin" über die AuSstchten dieser Berftändigung bringt. Dieser Kommentar gipfelt in dem Zweiftl, daß trotz aller englischen Zusicherungen der letzten Woche Lord Dabereron die Wirkung der Kollektiv- Demarche in der Kernfrage, die zur Behandlung steht (Austeilung Oberschlestens) die für Deuffch- land günstigen Absichten Lloyd Georges b e st ä. t i g e n würde. Kein Umstand könnte besser ge­eignet fein, zu beweisen, daß das Mißtrauen weiter besteht und daß die Verständigung nur oberflächlich gemeint sei, als wenn ein Blatt wie der Matin am Tage nach dem Abschluß dieser Verständigung ans der ersten Seite aus der Feder seines politischen Haupffchristleiters Zweiftl an der Aufrichtigftit Lloyd Georges in bie Spalten zu setzen vermag.

Amerikaners. Woher stammt sie? Aus dem Gedanken der Gleichheit. Kein Knabe steht auf, wenn ein Mann mit ihm spricht. Warum sollte er auch! Sind sie nicht gleich? Dei Jüngling nimmt den Hut nicht ab, wenn er eine Damr begrüßt; vielleicht schiebt er, verlegen, ein biß- wen daran. Sie sind ja gleich: die grauen ar­beiten und wählen wie er. (Altmodische Herren der guten Gesellschaft stehen mit abgewogenem Hut vor jeder Dame, bei jedem Wetter, und wie lange auch die Unterhaltung währen mag. In den ersten Kreisen erheben sich die Männer je­des Mal, wenn eine Dam« aufsieht: eine ab­scheulich störende Sitte. Aber diese Bräuche sind «vf eine winzige Minderheit beschränkt.) Kein Stann erhebt sich in der Bahn, um euer Dams seinen Platz anMibieicn. Viel mehr als der Eu­ropäer hat der Amerikaner die Neigung, feine Landsleute auf die Schulter zu klopfen, in die Rippen zu puffen, kurz: sich ihm körperlich zu nähern. Vor fechtzig Jahren sagte James Russell Lowell $u dem jungen Howells: .Ich habe S"tc gern, weil Sic mich nicht antaftfthenff Jetzt sieht man diese Autalkscherei immer wieder zwi­schen Jünglingen und Mädchen, nicht mit eroti- Icker Absicht, sondern in linkischer Kameradschaft, Wir sind ja alleMenschen-, gehören zusammen. b*en das Recht auf innere und äußere Stbge» schlossenheit verwirkt, und tote könnte man das besser bartun, als durch einen freundschaftliche Knuff?

Die Gleichgültigkeit gegen die Form ist demo» iratiich, nicht wahr? Wer aber gegen Form gleichgültig ist, der kennt den Begriff der Schön­heit nicht. Das amerikanische Leden ist sehr viel häßlicher als unbedingt nötig. Den Kulturgrad eines Volkes zeigt, nach Mlton, am besten sein Verhältnis zur Sprache an. Der Amerikaner spricht entsetzlich. Oft nasal gequetscht, im Dis- kaut, schlimmer als Berliner Mechgeschmettrr. Dann asier glauben die meisten Männer, sauber und sorgfältig z« sprechen, fei weibisch Sie ver- stünmreln also die Worte, verschlucken sie, ver­zerren sie, als wollten sie sagen: »Worte sind leine Tatsachen, keine Zahlen; dem erfolgreiche Geschäftsmann find sie verächtlichff

Nur eine Nation, di«, ästhetisch gesehen, int Zustand der Barbarei lebt, kann sich dem Gum­mi k a u e n ergeben. Wenn man in der Bahn alle diese Gesichter sieht mit der unaufhörlichen einförmigen Bewegung der Kinnbacken, fo vev,

Ob die Worte, die unsere Regierung fand, mn dem deutschn Volke, insonderheit aber den Bewohnern Schlesiens, plausibel zu machen, daß in der bevorstehenden schicksalsschweren Zeit Rule und Zurückhaltung schätzenswertere Tugen­den seien als- je zuvor, klug, weise und allgemein verständlich waren, kann füglich beftveiselt wer­den. Nach her erlassenen Mahnung gilt es jetzt, der Welt ein Beispiel dafür zu geben, wie ein Volk durch seine Selbstbeherrschung der sachlichen Löiung einer Frage von so großer Tragweite die Wege ebnet. Jode unbesonnene Handlung werde (so heißt's in der Regierungsanspra-chei die von uns beanspruchte sachliche und gerechte Lösung der Angelegenheit gefährden. Das sind Worte, pflaumenweiche, rednerische Wendungen, die bei uns nicht genügend gewürdigt, in Frank­reich aber gegen uns ausgeschlachtet werden. An der Seine wird man nichts Eiligeres zu tun ha­ben, als dem haßerfüllten Volke zu sagen, daß mau zwischen den Zeilen die schon so häufig pathologisch ausgewertete deutsche Putschgefahr emdecken könne. Eine Kundmachung von Regie­rungsseite konnte gerade in diesem Augenblick nützlich sein. fie_ konnte dem Volke sagen, daß der Zustatd des kühlen Kopses und der warmen FMe für jeden Deutschen, insonderheit aber für den -Schlesier, von besonderem Vorteil sein müsse, aber die Mahnung: Laßt Euch nicht heranssor- dern durch schäbige Handlungen der Franzosen, hätte in freimütigfter Form durchklingen müssen! Denn nicht ost genug kann vor aller Welt dem westlichen Nachbarn gesagt werden, wie wir ihn durchschauen und wie wir seine politischen Schie­bungen einschätzen und verachten.

Ströme von Tinte sind während d?r letzten Monde in der Welt um den Fragenkomplex: .Oberschlesien' vergossen worden. Wotte in nn- rndlicher Fülle sind gewechselt Worten, politischer Schleichhandel und Schacher war bei unseren Gegnern an der Tagesordnung, aber näher- gekommxn ist man einer Lösung nicht. Das Gau­kelspiel London-Paris dauert an, ebenso die De­batte über die Frage, ob man denn nun wirklich ben trostlosen, alles wirtschaftliche Loben Deutsch­lands Whmenden Zustand weiterführen soll. Da es schwer, keine Satire zu schreiben. Einem Sumpft gleich sind die in mächtiger Fülle hcran- trängenden, sich stets widersprechenden Nachrich­ten von der Seine und der Themse. Sie werden ergänzt durch Mitteilungen ans Schlesien und Polen. Bei aller wechselnden Färbung läßt sich . aber doch immer wieder der Grnndton des un­ehrlichen Spiels erkennen, das Frankreich bisher getrieben, und noch Weiter treibt Es Aiznimert sich den Teufel um den drohend erhobenen Fin­ger des größten politischen Mimen der Welt jenseits des Kanals, ss läßt sich keinen Augen­blick durch feine Kulissenreibereien schrecken, son­dern ist davon überzeugt, daß man sich im letzten Akt ja doch in die Arme sinken wird.

Nach allen Proben einer ungeheueren Heuche­ln, di« Frankreich während der sogenannten Friedenszeit gegeben, kommt man mählich auch tn Kreisen des Volkes, die immer noch nicht (sehr unserem ' ) verlernt haben, jedem

den zu schenken, zu der Er- ftnntnis, da. Frankreich keine Versöhnung mit Deutschland will. Man folgert reichlich spät, daß Briand und feine Spießgesellen der derzeitigen Ja-Regierung nur fußen Honigseim auf die Lip­pen träufelten, um später das Drachen gift zu verspritzen. Es jst das Resultat primitivster Logik, wenn die bisherigen Optimisten zu der »nage .ommon, was man denn noch mehr bean« wruch«. als die Zugeständnisse der Erfüllung, welche Regierung man denn am Quai d'Orsay inDeutschland als den stanzöstschen Interessen nützlicher halte als die derzeitige. So hm sich denn langsam, Ober umso sicherer die Erkenntnis tm Volke imrchgxrungen, daß schließlich ja doch atter gute Wille, alle deutschen Anstrengungen .für dte Katz" (um ent banales Wort zu gebrän-- men) ftm umssen. Frankreich hm sich in einen Zustand politischen Irrsinns hineingerast, die .große Ration beweist, wie schon so häufig, einen sehr kleinen Geist, sie offenbart Derstandes- krafte, die man ihr selbst in Deutschland nicht zn- gctrant hätte, und Briand spielt mit dem Schick­st» des deutschen Volkes unter dem Gejohle sei­ner Anhänger Fußball. Und weil dem so ist, hätten wir gewünscht, daß die Mahnung der Re­gierung an das deutsche Volk zur kühlen Ruhe etwas deutlicher und markiger ausgefallen wäre.

knetender ScheußKchk-it. Amerika .lenchter sind eine Sehenswsirlliake Monstrosität Beinahe nie eine En____

Atmospäre hat. Unterscheidung ist Ueberhebung. Verstehen Sie mich, bitte, nicht falsch. Jch lieÄ Amerika. Kritisiere es, weil ich es lisbe. Meine Kritikm btiben Mir triefe Hunderte von angel­sächsischen ZustimmungAbriefen eingetragen, aber freilich auch eine mehrjährige Hungerblockade, weil die Zeitungen sich fürchteten, mich zu erreg­ter Zeit in offener Sprache allerhand Vorurteile brüskieren zu lassen Das Schlimme ist: Wir Amerikaner meinen es sehr gut, fein Land über- trifft Amerika an aufrichtigen Beglückungsdrau- aller wir haben kein ästhetisches Gewissen.

Polens drohende Faust.

Worte des Minifkerpräfideate«.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 1. August.

Rach einer Meldung eines Korrespondenz- büros aus Warschau soll der polnische Minister­präsident Vitos bei einer Interpellation Über die auswärtige Lage erklätt haben, wenn der Oberste Rat eine Entscheidung treffe« sollte, die dem Versailler Vertrag zmoiderlauft, und die polnischen Interessen gefährde (?), so mürbe sich die polnische Regierung gezwungen sehen, sich für die Erfüllung der Entscheidung des Obersten Rates freie Hand vorzubehal­ten. Wenn der polnische Ministerpräsident eine solche «eußerung wirNich getan haben sollte, so könnte sie mir den Sinn haben, daß die polnischx Regierung entschlossen wäre, sich gegevener'vllö über die Entscheidung des Obersten Rates in der vberfchlesifchen Frage hinwegzusetzen und ihre Z u f l ncht zur Gewalt äi nehmen.