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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung «EK> Hessische Abendzeitung

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Nummer 172. Fernsprecher 951 und 952 Sonntag, 31. Juli 1921 Fernsprecher 951 und 952 11» Jahrgang.

3nfertton<pretfe-. e) Einheimische Auftraget Die einspaltige Anzeigen.Zeile M. L20, die einspaltige Reklamezeile M. 8.. b) Auswärtige Aufträge t Die einspaltige Anzeigenseile M. L50, die etnfpulttge Reklamezeile M. 3.50. alles einschließlich Teuerung«,ufchlag und AnzeigenNeuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Kerntprecher ««gegebenen Anzeigen, sowie für Autnahme- boten und Platze kann eine Bewähr nicht übernommen werben. Druckerei: Schlacht- hofstrabe 28/30. Geschäftsstelle t Kölnische Straße 5. Telephon Stummer 951 und SSL.

Frankreich in der Sackgasse.

Paris, SO. Juli.

Der knurrende Marschall.

Wenn man die Einrichtungen im Reiche <emrt, die in nicht unbeträchtlichem Umfange dazu beitragen, daß die stattliche Defizit-Mrlliar- »enzahl sich u'ucfct vermindert, dann wird man m dem Reiche des Herrn GieSberts nicht

Die hn «nsckMß an den letzten Ministerrat erschienenen Auslassungen hervorragender Poli­tiker lassen keinen Zweifel darüber, daß die sran- zöstsche Regierung bereit ist, jede Lösung anzu­nehmen, die es ermöglicht, sich mit Anstand ans der unangnehm gewordenen Angelegenheit zu ziehen. Man ist sogar soweit gegangen, London die Formel zu suggerieren, dir. ein Aufgeben der zu weit getriebenen Position gestatten würde. Man steht nicht an, zu erklären, dass man die Meldungen über eine bedrohliche Lage in Cfcer schlcsicn vielleicht doch zu tragisch genommen hat nnd deshalb die Frage der militärischen Sicherheit doch nicht so dringend sei, dass nicht ein kleiner Aufschub möglich wäre. Auf der anderen Seite aber müsse Frankreich darauf bestehen, dass gegen­über Deutschland seine Autoritär in vollem Nm- faage wiederhergestrvt und in Berlin die Auf­fassung zerstreut wird, daß die Einheitsfront der Alliierten nicht mehr vorhrnden sei..

Paris, 30. Juli.

Die britische Antwortnote ist gestern in Paris überreicht worden. Ihr Inhalt geht da­hin, daß nach englischer Auffassung die Enffen- duug von Truppenvcrstärkungen nach Ober­schlesien eine Frage ist, die Frankreich nicht allein zu entscheiden hat. sondern vielmehr eine Sache ist, die der Entscheidung sämtlicher alliierten Mächte bedarf. Weitere Zuge- ländniffe als bisher, besonders auch alle Eigen-

Diplomatische Fineffen

Frankreich sucht einen Ausweg. lPrivattelegramm)

Frankreich in der Klemme.

Line Abfertigung dnrch England.

(Eigen" Drahrmeldungü

Nancy und UmgebiMg liegende elfte Divisior soll Befehl haben, sich marschbereit zu halten.

Dor dem Schicksalslag.

Eine Mahnung an die Regierung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 30. Juli.

Die RcichSregierung und die preussische Staatsrcgierung richten heute eine gemeinsame Mahnung an das deutsche Volk nnd besonders an die Einwohner von Schlesien, sich angesichts der hcrannahenden Entscheidung über das Schicksal Oberschlesicns Zurückhal­tung aulzuerlegen. In der Kundgebung heisst es: Es gilt, der Welt ein Beispiel dafür zu geben, wie ein Volk durch seine Selbstbeherrschung der sachlichen Lösung einer Frage von so grosser Tragweite die Wege ebnet. Jede unbesonnene Handlung wurde die von uns bcanspruckstc sach­liche und gerechte Lösung der Frage gefährden.

Neutralisierung Oberschleflens.

Die verschnupften Freunde.

Eugltsch-franzSstsche «Segeusätze.

(Privat-Telegramm.)

London, 30. Juli.

Die Lage, die durch die letzten französischen Bedingungen bezüglich der Truppensendung nach Oberschlesien entstanden ist, wird in hiesigeu bestinformierren Kreisen ohne jeden Vorbehalt als überaus ernst bezeichnet. Die von anderer Seite immer wieder verbreitete BSHauytung, daß eine Einigung zwischen Frankreich nnd England erfolgt sei, hat noch niemals so sehr der Grundlage entbehrt, wie gerade im jetzigen Augenblick. Die gestern überreichte französische Rote hat daS Ihre dazu getan. Am meisten hat der unfreundliche Ton dieser französischen Rote hier verstimmt. Frankreich seinerseits bezeichnet es als unfreundlich, dass England und Jtalirn ihre Zustimmung zu der Entsendung von Trup pen nicht geben wollen. Schliesslich erklärt Briand, er würde der Konferenz des Obersten Rates nicht beiwohnen können, wenn die Trup pensrage nicht vorher in seinem Sinne erledigt sei. Wenn England in seiner ablehnenden Hal­tung verharren wird, müsse das zu einer ernst haften ftanzöfisch-englifchcn Verstimmung führen.

Giesberts Reich.

Reue verkehrsferndliche Maßnahmen

Was Briand sagen will.

Paris, 30. Juli. (Privattelegcamm.) Die Art und Weise, wie Briand auf die englische Note zu antworten gedenkt, fand die einstimmige iDilligung deS MinisterratS. Danach chatte Briand eine weitere Unteredung mit dem englischen Botschafter, dem er den Beschluss dos Ministerrates übermittelte. Er gab belannt, daß die Tagung des Obersten Rates von einem Schritt der französischen, englischen und italieni­schen Doffchaster in Berlin abhängig gemocht wird zu dem Zwecke, dir deutsche Regierung auf­zufordern, alle für die Durchführung französi­scher oder alliierter Truppen nach Oberschlesien notwendigen Massnahmen zu treffen.

die Einheitlichkeit der Entente aus dem Auge verloren hat. Sofort nachdem Bri­and diese Note in Empfang genommen hatte, begab er sich ins Elyss, wo bereits der Minister- rat versammelt war. Es fanden zwei Sitzungen statt, in der zweiten Sitzung, der eine nochmalige Nebersctzung der englisckfen Rote vorausgegangen war, berichtete Briand über eine Besprechung mit dem englischen Botschafter in Paris und Wb fer­ner die Richtlinien bekannt, die er für die Ant- wort an die englische Regierung ausgestellt hat.

Bei der Grundsteinlegung des Neubaues der Universitätsbibliothek in Löwen, die bei Kriegs beginn in jener berüchtigten Nacht des Ueber ialles belgischer Franktireure auf die deutschen Truppen zerstört worden war, hielt Poincaree eine masslose Hetzrede gegen Deutschlaid nianiajc zu iuuuw..«»« ,u. vyeuu.enu. *r;t,inal Mercier und der Präsiden, lehnt ^wenn die Forderung nach Verstärkung der Newyorker KolwUbia-MkwersitSt Butler der dortigen Garnisonen nicht unverzüglich er-i haben cbentoklS dem Deutschenhaß neue »n- »Mt und zustimmend beschießen wird. Die im reguag gegeben. '

ist moralisch und wirtschaftlich in erschreckender Weife verwüstet worden. Eine mehrjährige in­ternationale Verwaltung unter französischer Füh­rung würde genau so den Untergang Oberschle- tenS bedeuten wie eine Zuteilung an Polen, oder eine Zerreissung des Industriegebietes. Die pol-tischen und sozialen Zuckungen Oberscklcsiens während seines Todeskampfes aber würden eine fahre-, vielleicht pchrzehntelange Beunruhigung von ganz Mitteleuropa bedeuten

Rotterdam, 30. Juli. (Eigene Trahtmr» düng.) Einer Meldung aus Paris zufolge hat Marschall Foch dem alliierten Boffchafterrat einen Bericht zugehen lassen, in dem er jebe rw- litärischc Verantwortung für OSerschlefscn ad­le hnt, wenn die Forderung nach Verstarkurc.

die deuffche Presse, die ohnedies seitens der Be­hörden nicht annähernd so gefördert wird, wie es im gesamten Auslände der Fall ist, nicht hin­ter den Zeitungen dieses'uns so wenig freund­lich gesinnten Auslandes herhinlen könne und dürfe. Es muss erwartet werden, daß Reichsrat und ReickStag die Finger in die Suppe, die Herr Giesberts der Presse zu servieren gedenkt, stecken und klar bekunden, daß sie nicht gewillt sind, Rück-stmidi<ffeit und Weltfremdheit zu schüt-

Das Hungerland.

Die Gebiete russischer Mißernte.

Die nachfolgend« -Detraehtnng eine» gelegen! ltltzcn Mitarbeiters führt ans in die Gebiete der grossen Missernte unb de« entsetzlichen Hungers unter dem Millionen in Russland leiden Erst der Weltkrieg hat den Europäern den Begriff der Hungersnot wieder sichtbar vor Augen geführt. Denn seit Generationen hatte man in den hochkultivierten Ländern den Hun- gcr als Dolksgeißsl nicht mehr gekannt, ityn im Zeitalter des Verkehrs und des internationalen Güteraustausches für unmöglich gehalten. Von. einer Hungersnot konnte während des neunzehn» ten Jahrhunderts in Mitteleuopa nur noch in ganz vereinzelten Fällen gesprochen werden, ein« mal im Jahre 1817, als der voran gegangene Krieg und großer Misswuchs es bei uns in wei­ten Teilen des Landes an Brot fehlen liesse», und dann in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, aliS die Not in den schlesischen Gebirgen groß war, diese Not, die Gerhart Hauptmann den Vorwurf zu den .Webern" gegeben hat.

Wenn hier von Europa die Rede fst, so muss man das weite Gebiet Russlands ausnehmen, ivo Hungersnöte bis in die letzten Jahrzehnte! hinein int größeren oder kleineren Teilen deS Landes immer wieder aufgetreten sind. Freilich können die mancherlei Jahre des Witzwachses in: Rußland in ihren Folgen auch nicht annähernd' mir honen verglichen werden, die sich in diesem Jahre unter der Einwirkung einer Völligen Mißernte eingestellt Haben. Es kommt hinzu» dass die diesjährige Mißernte, soweit die nicht allzu verläßlichen Berichte erkennen lassen, grö­ßer und, verbreitete ist als je zuvor in neuerer Zeit. Ein Gebiet von der doppelten Größe Deutschlands siebt vor völliger Mißernte; ein zweites, fast ebenso großes Gebiet erwartet we­niger als eine Mittelernte, und nur verhMnis- müßig kleine Teile des Landes, die knapp so groß wir Deutschland sind, erwarten mehr als eine Mittekernte. Dazu ist aber zu sagen, dass von diesen begünstigten Distrikten ein großer Teil praktisch gar nicht in Betracht kommt, weil dort, zum Beispiel im Gouvernement Archangelsk, von nennenswertem Getreidebau schon aus Wimatl»

_ _j bisherigen Entgegenkommens' erhalten bleibt, sondern daß es weiter auSgebaut werde. Rur so kann die deuffche Zeitung ihre schweren Ausgaben erfüllen, nur dann kann sie den Zielen zustreben, die sich das Vaterland in ewefter Zeit zu stecken har' Ueber diese Notwen- digkeit sich klar zu werden, ist nunnrehr höchste Zeit, Herr Giesberts 1... ***

scheu Gründen gar nicht gesprochen werden lann. Auch ist hier die Bevölkerung so dünn, daß ihr Anteil gegenüber den Hungergebieten Rußlands gar nicht ins Gewicht fällt. Die Region völliger Mißernte liegt in Ostrussland und in einem? Teil des Südens. DaS östliche Hungergebiet erstreckt sich vom Rordwestuscr des Kaspischen Meeres nordwärts in einem breiten Gürtel bis über den sechgigsten Breitengrad hinaus und umg faßt den ganzen Unter- und Mittelauf der Wolga, sowie das Gesamtflußgebiet bei tei Kasan in die Wolga fliessenden Kama. Es sind von Süden nach Norden die Gouvernements Astrachan, Zarizyn, Saratow. Pansa, Samara. Simbirsk. Kasan, Ufa, Nifhni-Nowgorod, Wiatkg nnd Perm. ES sind also die gesamten Ost-Gou­vernements, zu denen noch die des südlichen Dnjepr-Gediets kommen, -und zwar mit den Gou­vernements Jekaterinoslow-, mit der Krim und Jekaterinodar mit dem Gebiet der Kuban-Ko- toten.

Das Gebiet, in dem weniger als eine Mittel- ernte erwartet wird, umschließt die Zone der Mbernte mit breitem Bogen im Westen, und es ist am schmälsten zwischen dem Gouvernemenr Moskau und Rishni-Nowaorod, hn Bereiche des Gouvernements Wladimir. Die Zone (tutet Eruteaussichien schliesst sich wiederum westlich an die vorangegangene an; aber ihr südlicher Teil gehört fast völlig »ur Ukraine, und nördlich von dieser, in Weiß-Russland, wird diese günstige Region nochmals von einem ausgedehnten Ge­biet unterbrochen, das weniger als eine Mittel» ernte erwartet. Dann folgen die Gouvernements! Pskow. Nowgorod, Petersburg und Archangelsk, wo die Ernteaussichten. wie fchon gesagt, zwar gülfftig sind, wo aber viel zu wenig Getreide wächst, als daß von hier auS den Hungernden in Mittel- und Ostrußland irgend welche Hilfe ge- bracht werden könne. Die eigentliche Ursache deS großen MißwachseS ist natürlich die Dürre dieses Sommers, wenn auch die Mißwirtschaft der Sowjet-Regierung die Not sehr verschlim- >Mert hat. Aber man kann getrost sagen, daß der Mißwachs dieses Sommer? in Rußland an sich t-icht viel geringer gewesen wäre, auch wen« das Land noch, wie vor der Revolution; ein, einigermaßen geordnete Verwaltung gehabt hätte.

Sie auf so manchen Gebieten, so schlägt auch in dieser Hinsicht Russland seine Grösse zmn Fluch aus. Denn diese riesige Kontinentalmasse muß natürlich weit mehr als irgend ein anderer Teil des reich gegliederten Europa von den : Schwankungen der klimatische t Elemente beein- stutzt werden, unter denen für dieses Ackerbaus land das wichtigste der Niederschlag ist. RusslaiA ' har aber scharf ausgesprochene? Kontinental Klima und zumal hn Innerer« und Osten be8 Landes lväbrend des ganzen Winters nur ge* nnae NtedersM^e. da wäbresth der kalten Jtztz*

nnen ebne eine Träne zu zer- sind, RücksiMiidioeett und Wettfremdyett zu zcy-ur- vorubergehrn können^oyne eure -^T^'aph zen und M stützen. Es muß ferner erwartet toUSei?n 3e twbS dem Nährboden unserer «werden, daß der Presse nicht nur das Minimum äaS »tÄ,$yerten A «utijie t>en M küSberia-n EntaeaenkommenS erhalten netzenden Tau für den deriffchen Acker. Aftütar- o.ei den von Reingewinn sandte man alljahrttch in die woMeMtcn Kassen deS Staats, und der; Bestrebungen im Wettkampf mit den Ernrrcktun- ' gen des Auslandes in Ehren zu bestehen waren Legion Alles war darauf gerichtet, die bestehen- den Dinge zu vervoilwommnen und auf bw , Hohen des Erreichbaren zu bringen Es war einmal' Heute herrscht, im Postsackel gähnende Leere und die Jahresbilanz Werst Ziffern nach, bei denen jeden Prrvat-Untemeümer em fürch­terliches Gruseln überfällt. Das Milliarden- Defizit scheint auch bei Post und Telegraphie m Permanenz erklärt zu sein, und mcmand ver- mag zu sagen, ob und wann wieder emmal Orv» nung in die zerrütteten Verhältnisse tommen wird. Zwar hat es biS jetzt in Giesberts Rcrck nicht'an dem zweifellos ehrlichen Bestreben fehlt, aus den jammervollen Finanzerr berauö- zukonnnen und wenigstens c^ner ^Iu^pr unb drohende Unterbilanz ahzuschlwtzen. Aber Vie Resultate sind immer die gleich kümmerlichen gewesen: Defizitznnd kein Ende.

Wer wollte sich angesichts der Kuren, die man «it dem siechen Körper vorgenommen, ohne ihm kas nötige Quantum gesunden Lebens,astes vci- bringen zu können, nicht des Mannes ermn-m, dessen Grabstein Wir an d« §,irche rm tdpllffchen Münden gelehnt sehen? Wer wollte da utcki m die Gestatt be^seligen.Doktor Effenbart den- ,SN der die Leut' nach seiner Art kurierte? Es ist 'gewiss keine Kleinigkeit unv die Bedeutung riefet Aufgabe soll auch keineswegs von uns ver­kannt werden, aus einem so wertverzw eigteu. wie so vieles Andere nach dem Zusammenbruch zum Chaos gewordenen Betriebe Wieder die Musteranstalt von ehedem zu machen, um die uns die Welt beneidete'. Aber, so me'.nen wtr, bei allen auf den Gefundungsprozeß in Post urtb Telegraphie (einschließlich Fkrnsprechwcsenf ge­richteten Bestrebungen sollte bäfy gedanke zu bemerken sem:. Laßt sich diese wid jene Massnahme mit dem Sinne der großen Ein­richtung vereinbaren, kann man eine Einrichtung treffen, ohne eine bewahrte bestehende zu sckädiaen oder gar zu vernichten? Ob Minister Giesberts, den ^ie Flutwellen der Revolution.- ich auf seinen Posten getragen, der richtige Mann ist, kann bezweifelt werden. Das haben wh vor langen Monaten ausführlich an d.eier Stell» ausgeführt. Als Reichspostmirnster kon- ,«n wir uns nun einmal nicht einen Mnnn vor- stellen, der von der Parteien Gunst getragen ist sondern nur einen solchen, der. über den Par­teien stehend, über das denkbar hööffte Maß wrs- also einen Fachmann, einen Mann vom Bau.

Es erscheint uns absurd, daß man rauen sol­chen Organisator, wenn man Umschau im Reiche ^halten hätte, unter den höchsten DeriifSbemnlcn nicht fand, nnd dass man auf r'uen ParteMmrm zurückgriff, dem Post und Telegraph ein Buch mit sieben Siegeln war und loaffch auch sem mußte Das schöne Won, daß Gon dem, bem n ein AM gibt, auch den Verstand gibt, erscheint uns meh? als anfechtbar, und selbst wenn es der Fall wäre, dann bliebe immer noch die klaz- fende Lücke in bet Erfahrung. Und ohne in vollgcrünelt Matz au?grrelftester Prati- kann doch nun einmal auf die Dauer der Letter rine? Institut?, sei es auch noch fo Kein, nicht bestehen. Aus mangelnder beruflicher Betatichmg resulffeN in allen wichtigen «tragen der "tedec- zang, aus dem Niedergang da» Chrws und aus ,em Cbaos die Kur nach Doktor Eticnbart. Auf d e Zeit der enffchlafenen Fünfpfennrg-Postkarte und ces Zehnpscnnig-Briefes kam die Aera der phan- tastischcn Portogebühren und °ui die Zeit de- billigen Telegramms und des billigen M- g- cächs kam die Aera ungeheuerlicher Auf- ae Neuerdings hat rmm (reiflichste Ueber- ng ist sechstvefftändlich's den Entschluß ge­faßt, den Telephonverkehr etwas .Mzudrosieln - Das Reichspostminffterium tragt sich nämlich mit der Absicht- ein dürftiges Entgegenkommen, das den Zeitungen gcaenüker bewiesen wurve, lan^ sam aus der Wett zu schaffen. MS^Heute gab es die sogenannten dringenden Pressegesprach.. die einen gewisicn Vorrang vor anderen dr-n- genden Pnvatgesprächen hatten. Ihre Amnel- dnrva und Ausführung war nickft an eine «tunde aebunden. Nunmehr will man die dringenden Vrcsseaespräche in einer Stundenns,el totauet- feben. Eigentlich hätte man sich im Posimtni- fterimn doch sagen müssen, dass sich die Uebermir- telung von Nachrichten nicht zeitlich reglementie- «u lässt und dass e* nicht gut ongänaia iei. daß

Der rettende Gtroyhattn.

Paris, 30 Juli. (Eigene Trahimeldung.) Hier wird angenounnen. dass man einen Aus­weg aus der höchst fatalen Lags, in die Frank­reich durch die Angelegenheit der TruWcncnt- scirduua nach Qderschlesien geriet, in folgender Form findet: England und Italien schlietzen uch der jüngsten französischen Demarche in Berlin an und fordern gemeinsam, daß Deuffchlcmd alle Borberelmugen trifft für einen evtl. Durchzug französischer oder alliierter Verst-irkimgeu. Die Frage selbst, ob und tu welchem Maße die Trup- pcnentfcndung uokwendig sei. soll an erster Stelle vom Obersten Rat cnffchieven werden.

Schürer des Haffes.

Hetzreden gegen Deutschland.

(Privat-Tclegramm.)

Haag, 30. Filtt.

Oppeln, 30. Juli. (Privattelsgramm.) Ueber den Ententeplan, das obeffchlesische Industrie­gebiet vrovisorifch weiter durch den Obersten Rat verwalten zu lassen, herffcht in den industriellen Kreisen Oberschlesiens folgende Ansicht: Eine Neutralisierung ObcrschlestenS ist nicht zu ver­wirklichen und würde nur eine VcrewiMng der sozialen und nationalen Unruhen in Oberfchlesien bedeuten,' zumal dann, wenn von der französi­schen Besatzung d'e Staatsautorität in derselben Weife wie bisher ausgeübt wird Die Franzosen Mächtigkeiten sind nicht mehr Lulässtg. Dir.Aot-'baden sich als völlig ^E^ü /rwiesen, Ober- betont schließlich, daß Frankreich WicberWr^imw