Hessische Abendzeitung
Nummer 168
Fernsprecher 951 und 952
Mittwoch, 27. Juli 1921
11. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Der Handel um Oberschlesien
;u halten vermocht«.
General Hunger
Di« große rusfische Katastrophe.
Wendung de« KnegsgMSe«?
Paris, 26. Juli. (Privattelegramm.) Die Pariser AbenrwlStter bringen eine Meldung, die im Widerspruch zu den Siegesdcpeschen aus Athen steht, zum mindesten aber erkennen läßt, daß die türkische Niederlage keine katastrophale sein kann. Danach soll die griechische Süd» sront eingestoßen sein. Tie Meldung besagt auch, daß eine griechische Division gefangen genommen ist. Die Kemalisten berichten von der Einnahme einer Reihe Ortschaften, darunter auch Uschak, durch dir türkischen Truppen. Die
, warteten Auaenvlick eintreten würde. Deshalb war auch jedes Prophezeien zwecklos, mrd alle Versuche, die von außen unternommer-. wurden, um das Sowjetteaime zu stürzen, zum Scheitern verurteilt. Der Hunger wütet heut« im ehemaligen Zarenreich, Millionen sind vom Tode he. droht. MMonen fliehen in wahnsinniger Angst, unwissend wohin, nur fort von der Stätte der Verzweiflung und des Jammers. Der Himmel ist hoch, und di<> Kulturzentren der Erde sind weit, und die bolschewistische Hölle speit nach wie vor ihren eklen Geiser über die Massen, die einst ihn glaubten und erst so spät, zu spät vielleicht, ihren verhängnisvollen ftrrhtm erkannten. An der Wolga brennen hi? Wohnstätten, wilde Bau- ernicharen ziehen umher, vernichten das, waS noch übrig ist, morden, rauben, plündern, schön» den, alles droht in einem wahnsinnigen ChaoS uuirrzuaeheu. Die Anarchie, jene erbitterte Fein.
Es war zu erwarten, daß die endgültige Kao tastrophe in Rußland plötzlich in einem uner-
Weise nm^ukommen. Di« Rechtslage ist klar gestellt durch Artikel 375 des Friedensvertrages in Verbindung mit Paragraph 2 der Anlage zu Artikel 88 des Versailler Vertrages, woraus klar hervorgeht, daß die Interalliierte Kommission die Befugnis hat, eine Beförderungs-Anweisung der Truppen von Deutschland zu verlangen, wenn diese Behörde im Namen der Gesamtheit der drei Mächte ihr Amt ausführt; nicht aber ist eine dieser drei Brächte allein befugt, eine derartige Forderung an Deutschland zu stellen.
Oberschleflens Schicksal.
Gerechte Haltung in Italien?
iPrivat-Telcgramm.)
Rom, 26. Juli.
Sämtliche italienische Parteien, zumal die ausschlaggebenden Sozialdemokraten unp die Populari stehen dem deutschen Standpunkt in der oberschlestschen Frage günstig gegenüber. Ein sozialistischer Führer erklärte: Ueber sechzig Prozent Oberschlester haben für Deutschland gestimmt, folglich muß Oberschlesieu bei Deutschland bleiben. Das ist ein Gebot einfachster Gerechtigkeit. Der parlamentarische Ausschuß der Autzenpolitifer ist gleicher Ansicht.
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Der Krieg in Kleinasien.
Konstantinopel als alliiertes Heerlager.
«Eigener Drahtbericht.)
Die Entwaffnung.
Rotterdam. 26. Juni. «Eigene Meldung.) Taily MM berichtet auS Oppeln: Im englischen Hauptgnartier herrscht die Ansicht vor, daß die Sage in Oberschlesien keinen Anlaß zu besonderer Verstärkung der dortigen Garnisonen gibt, da die Sperrung der Grenzen militätisch gesichert fei Die vollständige Entwaffnung Obrr- schlesiens werde Anfang August beendet fein.
Voten braucht Selb.
Rotterdam, 26. Juli. «Eigene Meldung) Der Parifer Börfenmitarbeiter des Manchester Guardian meldet, daß sich Polen um einen sran- zöstfcheu Kredit bewirbt, der dazu dienen fall, die poluifche Valuta zu heben. Die Parifer Großbanken machen aber die Gewährung eines folchen Kredits abhängig von der Entscheidung über die oberfchlefische Frage. Erst nach der Tagung des Obersten Rates könne an die Kreditfrage für Polen herangetreten werden.
Zürich, 26. Juli.
Athemr Meldungen zufolge stehen die Griechen vor Bruffa. Die zweite griechische Armee rückt in Eilmärschen auf Angora. Rach den Hee- resberic^en der letzten Woche erbeuteten die Griechen 83 schwere Geschütze. Sie brachten 37000 Gefangene ein. Aus Konstantinopel wird weiter gemeldet, daß die Dardanellenforts von englischen und ftanzöstschen Marineabteilungen besetzt worden sind. Konstantinopel gleicht einem gewaltigen Heerlager der beiden alliierten MäMe. Die griechische Regierung hat aus die letzten Vorstellungen der Alliierrcn, die
Gte wetten!
Rotterdam, 26. Juli. (Privattelegramm. Der Stand der Wetten über Obcrschlesien bei Lloyds in London war gestern 4:1 für eine Zweiteilung, 5:3 für die Zuerkennung deS Industriegebietes mit Ausnahme der polnisch abgestimmten Kreise an Deutschland und 3:1 für eine Entscheidung über Oberschlesien nicht vor September.
Deutschlands Anficht.
Berlin, 26. Juli. (Eigener Trahtbericht.) Die deutsche Regierung ist, wie an zuständiger Stelle erklärt wird, bereit, den Anordnungen
Die deutsche Antwort.
Leberraschung in Paris.
(Ptivat-Telegramm.l
Geich 26. Juli.
Rach einer HavaSmeldung hat die deutsche Antwort auf die Forderung Frankreichs, Deutschland möge unverzüglich die nötigen Vorkehrungen treffen für den Transport einer französischen Division nach Oberschlesieu, das französische Kabinett in mehrstündiger Sitzung beschäftigt. Tas Ergebnis war die übereinstimmende Ansicht, daß die deutsche Note formell und sachlich Anlaß zu Einwendungen gibt. Die deutsche Note wird eine Beantwortung erfahren. Nmh den Pariser Abendblättern hat der Inhalt der deutschen Antwortnote in den führenden sranzöstschen Kreisen Neberraschung hervorgerufen. Die maßgebenden Politiker erllären, Deutschlanv müsse bekannt sein, daß Frankreich die Mandatsmacht der Alliierten für Oberschlesien ist. Jeden- falls sei die deutsche Note derart, daß sie die guten Gesinnungen, die Frankreich bisher für das Ministerium Wirth hatte, nicht fördert.
Frankreich und England. ®ee Handel um vberschlefien.
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 26. Juli.
Nach den letzten aus Paris eingegangenen Drahtmeldungeu sind die Beziehungen zwischen Paris und London seit gestern etwas versöhnlicher geworden. Frankreich ist beson- ders entgegenkommend für den Fall, daß einstimmig als Tag der Zusammenkunft des Obersten Rates der 4. August festgesetzt wird, besteht aber bei der Entsendung neuer Trupper nach Ober- schlefien Eine weitere Depesche aus Paris Meldet- Der französische Dotfchafter in London hüt die Anweisung erhalten, der englischen Regie- rimg zu eröffnen, daß Frankreich damit einverstanden ist, daß der Oberste Rat sich am 4. August mit der Oberschlesischen Frage besaßt, knüpft aber den weiteren Vorbehalt daran, vorher die Sachverständigen zusammentreten zu lassen, um die z« treffende Entscheidung vorznbereiten.
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England drangt auf Entscheidung.
London, 26. Juli. (Privattelegrarmn.) Die Mitteilungen eines Pariser Nachrichtenbureaus, daß England unter allem Vorbehalt die Absendung einer französischen Division nach Oberschlesien gutheißen würde, ist vollkommen unrichtig. Die englische Regierung dringt weiter auf baldige Einberufung des Obersten Rates und widersetzt sich der Absendung neuer Truppen, solange über die Notwendigkeit einer solchen Maßnohnre in einer Zusammenkunft aller Alliierten fein Beschluß gefaßt ist. Lloyd George wird ohne Rücksicht auf feinen Nrlaub auf feden Fall bereft fein, der Sitzung beizuwohnen. Sir Harald Stuart ist unterwegs nach London, um einer Regierung über die Lage in Oberfchlefien Bericht zu erstatten. Oberst Stanley teilte im Namen des KriegsministerS im Unterhause mit, daß die Zahl der englischen Truppen in Ober- schlefien augenblicklich 4400 betrage; die französische Truppenmacht in Oberfchlefien ist größer, die italienische dagegen geringer.
Regierung stebt ihr machtlos gegenüber. Die „Jswestia" schlägt vor, die hungernden Bauern in den fruchtbaren, wenig bewohnten Teilen St- biriens anzusiedeln. Die Zeitung glaubt, daß bei guter Organisation zehntausend Menschen täglich abtransportiert werden und daß bis zum 15 Oktober eine Million Bauern nach Sibirien gebraut sein könnten Die von der Hungersnot betroffene Bevölkerung zähle aber jetzt schon mehr als zwanzig Millionen.
Der jüdische Sozialpolitiker und Präsident 'bet jüdischen 'Vereinigungen in Rußland, Dr. I». sevh Kreinin, der nach seiner Flucht auS Moskau in Berlin eingetroffen ist, konstatiert fei« ner, daß Judenprogrome in allen Teilen Rußlands stattfinden. Die hungernde und der« zweifelte Bauernbevölkerung gibt den Juden die Schuld an dem Unglück und fällt über sie her. I« der Ukraine sind mehrere Dörfer verwüstet und zahlreiche jüdische Familien getötet worden. In einem Dorfe wurden allein siebzig Juden av- geschlachtet. Allein vierzigtausend jüdische Fami« ien sind entlang der rmnünischen Grenze geflohen und hoffen jenseits der Grenze eine Zwlucht zu finden. Hunderte dieser Unglückli , chen st erbeut ä glich Hungers. Besonders schwer sind die Judenmnsakers in den Depntte- mentg von Minsk und Wolhynien. In den Wol- gadspartements wurden die Juden gleichzeitig ermordet, als die russischen Bauern über die deutschen Siedlungen herfbfien, weil diese sich noch in verhältnismäßig gutem Zustande befanden. Die Wut der Bauern richtet sich gegen alle Richirussen. Dr. Kreinin erklärt, daß General Bndsenniz Reiterscharen in Weißrußland den Versuch gemacht haben, den Frieden wiedechev zustellen, bis jetzt aber vergeblich.
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Dw dustere Kunde aus Rußland greift schwer ans Herz. Mehrals zwanzig Millionen vom Hunger bedroht! Welche Fülle von Elend, welche Summe von Schrecken liegt vor uns! Und es gibt kerne Mogsichkeit der eigenen Hilfe für Rußland. L-chhM vor dem Kriege gab es fast alljährlich irgend einen Teil des Landes, der unter den Schrecken des Hungers zu leiden Hatte, aber niemals ist es damals zu Ausmaßen einer Katastrophe gefommwn, wie sie sich jetzt zu entwickeln droht. — Ueber alles Ungemach der Nachkriegszeit hinaus hebt uns der Notschrei Gorkis. Er ist, wie Gerhart Hauptmann sagt, bei uns in Deutschland auch mit dem Herzen gehört worden. Hoffen wir, daß er auf der ganzen Welt gleichfalls mit dem Herzen vernommen werde, denn nur dann wird es möglich sein, die größte Katastrophe, die je der Erdball gesehen hat, zu vermeiden.... * * *
; Das Hungergespenst.
Die Zustände in Rußland.
Ueber die ZnstSnde in Rutzland liegen m»a I heute Schilderungen vor, M* auf’« Dent.
, lieh sie den furchtbaren Ernst de» Lage leige»
1 und uns grauenhaft? Bilde» enthüllen
’ Eine Moskauer Zeitung bringt unter dem Ti- ; tel „Die C'holer a überflutet Rußland" Nachrichten Wer die Ausbreitung der Seuche. Die Cholera, sagt das Blatt, herrscht fast im ganzen Lande. Die sanitären Maßnahmen sind trostlos: trotz cher Trockenheit sind die Straßen der Städte voll Kot, eine Kanalisation besteht nicht mehr und aus dem fließenden Wast ser sind Tümpel geworden, die eine ungeheure Ansteckungsgefahr bilden. Hinzu gesellt sich ein« noch nie dagewesene Wanderung der Landbevölkerung, die ihre Ursache in der Hungersnot hat. Millionen hungernder Bauern ver« lassen ihre Heimat und bringen Ansteckung und Tod über Tausende von Kilometern. In den Wolga-Gouverne-ments spielen sich die entsetzlichen Szenen der Jahre 1891 und 1892 von neuem ab. wo ebenfalls Cholera und Hungersnot wüteten. Die Flucht der Landbevölkerung ist nicht aufzubalten, denn die Peitsche des Hungers ist mächtiger als alle Regierungsverordnungen. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als zu versuchen, etwas Ordnung in diese Auswanderung zu bringen und die sanitäre Ueberwa- chung zu verbessern. Eine Feuersbrunst ist aus- gebrochen und wir müssen unsere gesamte Euer« gie aufbieten, nm sie einzudämmen.
Unter dem Titel .Die Flucht vor der Hungtts- not" berichtet die Moskauer „Ekonomilsschesfirja Gazetta", daß die Hungersnot in Rußland ent» setzlichen Umfang annehme. Infolge der feit langem herrschenden Hitze bilden sich große Sprünge im Erdreich; die Quellen sind versiegt, die Büche eingetrocknet. In den fünfzehn Gouvernements, die von der Hungersnot am meisten bettoffen sind, flieht die Bevöllerung, die man auf zwanzig Millionen schätzt, gegen Tur» kestan, Sibirien, das Uralgebiet, die Ukraine, nach dem Pubangebiet und die Umgebung von Moskau und Petersburg. Diese Bewegung ist gänzlich ungeordnet, verschleppt die Cholera, und di»
Fäusten einer Hand voll sogenannter politischer Phantasten erdulden müssen, und lediglich dem Tiefstand der Kultur in dem großen Lande einet» feitS und der seelischen Zerrüttung, die durch das Ungemach des langen Krieges herbeigefiihrt wurde, andererseits kann man es zuschreiben, daß sich eine ungeheure Gewalt- und Blutherr- schäft über Jahr und Tag zu halten vermocht«. Nun aber scheint die Götzendämmerwig in Ruß-
zu erhalten vermag, jeglicher Beurteilung. Wir vernahmen nur aus kününerlichen Depeschen, daß die Bauern des Wolgagebietes, das ganz beson derS schwer durch Hunger und Seuchen heim- gesucht ist, in ungezählten Scharen flüchten, daß sie sich nach Sibirien wenden und daß sie ihren Weg nach Moskau nehmen, daß sie, gepeinigt von der Folter des Hungers, rücksichtslos der Eisenbahnen sich bemächtigen, nm ans diesen dem drohenden Schicksal zu entgehen. Wäre das Wirklichkeit, so müßte beMrchtet werden, daß ein? durchgreifende Hilfe, selbst wenn sie schleunigst von den Staaten der ganzen Wett geleistet werden könnte, obue jeden Nachhall bleiben muß, denn was würde es bedeuten, wenn NahrungA- mittel in einem so ungeheuren Umfange, wie es notwendig zu sein scheint, nach Rußland gebracht würden, die dann nicht an die Stätten der größten Rot geschafft werden könnten, weil die Eisenbahnen und sonstigen Verkehrsmittel versagen? DaS eine scheint sicher zu fein: Es bereitet sich in Rußland ein Ereignis von einer kaum abzusehenden Tragweite vor: Es ist zu befürchten, daß die vom Hunger gepeinigten Menschen- scharen sich nicht mehr an die Grenze des Landes halten, sondern hinausströmren in die Randstaaten und dort alles zertreten, was von diesen Staaten behütet werden muß.
Wenn man dem kümmerlichen Rachtichten- tienst, der die deutsche Presse aus Rußland versorgt, Glauben schenken darf, so bereitet sich auch rine Erhebung gegendie Sow j etherr- schaft vor, eine Bewegung, die, gestützt auf die Verzweiflung der Massen, diesmal kaum in einem Meere von Blut zu ersticken fein wird, wie es seither durch Lenin und Trohky bei allen Aufständen Uebung war. Weit gewMiger als politische Strömungen sind die Taten Hungernder, und wett gefährlicher als alle bisherigen Erhebungen dürften deshalb auch die Zusammen- , stöbe fein, denen sich jetzt die -Dowjetkrast ent- gegenzustemmen haben wird. Eine Tragik von ungeheurer Schwere lastet über dem Geschick des ' russischen Volkes. Unfaßbares hat es unter den i
jen Deutschlands hinaus, auf dem ganzen europäischen Äontinent, weit über Europa hinaus, in bet ganzen Welt wird dieser gellende Ruf beachtet werden. Er wird ans reiner Menschlichkeit gehört werden müssen, denn wäre cs nicht der Fall, so würde das den Tod von Mil- ... k.__tonen unschuldiger Brenschen bedeuten
Wie ein greller Blitz wirft der Schrei Gorkis tn Hauptmann. Er beleuchtet die ganze innere Zerrüttung des Sowjetteiches, er zeigt, daß Rußland unmittelbar vor einer fürchterlichen Katastrophe steht, wenn nun nicht endlich von feiten aller Mächte, die dazu in der Lage sind, einem Zustande in dem Riesenreiche ein Ende gemacht wird, der geradezu ein Hohn auf alle Ordnung, ruf alle Gesittung bedeutet Denn letzten Endes find die Bolschewisten für das furchtbare Schicksal. das nun dem Russenlande droht, verantwort- fich zu machen. Inwieweit es überhaupt möglich [ein wird, der Sachlage heute noch Herr zu werden, entzieht sich angesichts des Umstandes, daß man zuverlässige Nachrichten aus Moskau nicht
jirwea unv u^ucnen vmam, gemafj Den söe- Türken haben auch Tulubunar, Asina-Lararhissa 'jtimmungeu des Bersailler Vertrages, U »der und Fedbie-HaMidirh genommen.
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Nun aber scheint die Gätzendämmernng in Ruß- lnad heraufzuziehen. ES scheint mit der bolschewistischen Herrschaft zu Ende zu fein, denn ekla- . . tanter als es jetzt der Fall ist. fft noch niemals bezüglich des Transportes von Truppen der alli- vor Augen gerteten, wie unfähig der Bolsche- irrten und assoziierten Mächte, gemäß den Be- wismus sur Beglückung eines Staates ist. ' ' ~ “
Unversehrtheit Konstantinopels zu $ fieren, bisher noch keinerlei Antwort erteQt
Durch die weite russische Steppe, durch die Siedlungen der MuschM, durch die kleinen und goßen Städte des Riesenreiches im Osten rengt mit seinem furchtbaren Gefolge General Hunger. Eine enorme Trockenheit hat die Ernte m Rußland auf weite Strecken völlig vernichtet, sie hat nebenher Krankheiten- aller Art, in erster Linie Cholera, hervorgerufen. Gepeinigt von Hunger unb erschreckt von der Geisel der schweren Krankheit fliehen Millionen sinn- und planlos aus ihren Wohnstätten. Sie suchen dem un- ervittlüchen Tode zu entrinnen und werden doch $u Taufenden ein trostloses Ende am Wegrande finden. Die bekannte Nachricht des großen Russen Maxim Gorki an Gerhart Hauptmann war ein gellender Schre, um Hilfe, eine blitzartige Beleuchtung der fürchterlichen Zu- stände, wie sie jetzt tn Rußland herrschen, eine neue düstere Illustration der namenlosen Leiden, die das geanälre Volk nun schon feit Jahren über sich ergehen läßt. Es war ein Hilfeschrei voll Entsetzen, der in der ganzen Wett gehört worben ist urd der, wie Gerhart Hauptmann au Gorki antwortete, nicht nur mit deutschen Ohren, sondern auch mit deutschen Herzen vernommen wurde. Aber weit über die Gren-