Dienstag. 36. Mi 192t
Staffelet Neueste Nachrichten
1L Jahrgantz. — Nr. 16t
Neues aus Kaffel
lüuer voll
Zukunft
;rcrsung eines toirffamett Selbstschutzes durch die Verbraucher". »Wir müssen es zu einem Gebot der Pflicht erheben," schreibt er weiter, „den Ver-
Dle berunglütfte Segenoffenfwe.
Zürich, N. IM. (Eigene DraHtmeldung.) Ein Mailänder Blatt meldet von der Neinassati- schen Front: Der Versuch einer türkischen Gegenoffensive ist zusammengebrochen. Die Griechen fetzen ihre BerfolMng fort und nähern sich mit drei Armeen Brussa, Angora und Jsmid, den letzten Stützpunkten der ttirlischen Armee.
gezogen und an die Finanzämter abgeführt wurde. Nach den Bestimmungen des Reichsein- kommcnsteuergesetzes ist nun in beiden Fällen eine Rückerstattung des überzahlten Betrages durch die Finanzämter erst nach erfolgter endgültiger Veranlagung zuläfsic Der Abschluß dieser Arbeit M bei der derzeitigen Arbeitsüberlastung der Finanzämter erst in späterer Zeit zu erwarten. Auf eine Anftage im Reichstag hat nun das Reichsfinanzmini- sterinm die Finanzämter angewiesen, ausnahmsweise in den FMen, in denen es sich um besonders bedürftige, in Not befindliche Steuerpflichtige handelt und sich aus der der- zögerten Rückzahlung der zu viel einbezahlten Beträge besonders schwere Härten ergeben, aus Antrag des Steuerpflichtigen dessen Veranlagung vorweg durchzuführen, soweit dies ohne nennenswette Verzögerung der übrigen Veranlagung möglich ist. Es wäre erwünscht, wenn die Finanzämter bei den derzeitigen Lebensund Erwerbsverhältnissen den von dem Reicbs- sinanMinisterimn wieder unter allerlei Vorbehalten zugestandenen Rechtsanspruch ohne Wci- terungen dem Pflichtigen zuLcsteben würden.
-Zuviel gezahlte Steuern.
Rückerstattung des Ueberschusses.
Infolge der Aenderung der Steuettattfe, durch die Abrechnung eines Betrages von hun- dertundzwanzig Marr für den Pflichtigen, dessen Ehefrau und dessen minderjährige Kinder, ist bei vielen Pflichtigen eine Mehrzahlung an Reichs- einkommensteuern für das Jahr 1920 eingetreten, entweder dadurch, daß zuviel Steuermarkem geklebt oder ein zu hoher Bettag an Steuern ab-
Fußbakk.
Am Mittwoch Wend findet aitf dem Spott» platz des Turn- und Spottvereins 1848 an der Tapsgasse ein Wohltätigkeitswettspiel statt. Gegner sind T. und Sportver. 1848 und Spottverein Kurhessen. Damit beginnt die Fühlung auf Spielstärke für die Herbstfette. Der Ettrag lst zur Unterstützung für einen Spieler bestimmt, der durch mehrere Operationen und langes Kranksein schwer geschädigt ist. W. E.
Kauft feine Feinbundwaren!
Die Bewegung gegen den Verkauf der entbehrlichen Feindbund, und Luxus- waren hat, wie uns geschrieben wird, in Wei- testen Kreisen des Reiches eine tiefgehende Wirkung gehabt. Auch in Kassel ist wie in den Hansa- Städten und anderen die Bewegung vom Publikum und der Handelswelt lebhaft aufgegriffen und verbreitet worden. Dor allem haben die gelben Plakate und die nach vielen Tausenden zur Verwendung gebrachten Briefverfchlußmarken das vielfach gedankenlos fordernde Publikum veranlaßt, sich bei Käufen über die Herkunft der betreffenden Ware und die „Notwendigkeit" gerade einer Elchen Luxuswaren-Beschasfuug Rechenschaft zu geben. „Jede Form übermäßigen Verbrauchs muß heute unterbleiben, weil sie un- verembar ist mit dem Zwange zur Sparsamkeit, den uns die Verhältnisse aufnötiaen. Betrifft der leberkonsum teure und entbehrliche Lurusattikel, o wird dadurch nicht nur ein wirtschaftliches Er- ordernis, sondern auch eine soziale Pflicht verletzt, unsere Valuta wird ungünstig beeinflußt und unsere Lage als Schuldner verschlechtert." So schreibt sehr zutreffend der frühere Staatsekretär Dr. August Müller in einer Presse-AuS- lassung und empfiehlt in erster Linie „die Er-
Tumen, Spott und Spiel
Leichtathletik.
Die siegreichen Griechen.
Schwere türkische Bedrängnis.
(Eigene Meldung.)
Athen, 25. Juli.
Amtlich wird gemeldet, daß die griechische Armee einen glänzenden Sieg bei Ekkifchehia gegen vierzehn türkische Devisiomen errungen hat. Ein Funkentelegrayrm der Zeitung „Politta" meldet die bevorstehende Kapitulation Kemal Paschas. Die Nachricht ist jedoch noch nicht offiziell bestätigt. Andere Athener Zeitungen melden von der Front, daß die Reste der türkischen Armee auf dem Wege nach Angora verfolgt werden. Bei Angora versahen sie, sich zu konzentrieren. Kemal Pascha hatte keine Kenntnis von den Plänen des gtte- chischen Generalstabes. Er wurde durch dessen Taktik und durch den Eifer der griechischen Soldaten, wie die überhastete Flucht deutlich beweist, vollkommen überrascht. Jsmed Pascha soll verwundet, sein Generalstab getötet worden sein. Me Türken feien gezwungen, die Halbinsel Js- mid zu räumen.
Kurhessen 54,1 Sek., 2. Bauer, T. u. Sportverein 1848, 3. Reckmann T. u. Rasensp. Wehlheiden.
Diskuswerfen zeigte mangelhafte Leistungen. 1. Stammler-Gießen 29,15 Meter, 2. Rötrger, Kass. Turngem. 28-45, 3. Sportverein 'Wilhelm-Höhe.
4X100 Meter Staffellauf für Seiten. Ein blendendes Rennen. Hatter Kamps bis ins Ziel. 1. Spottv. Kurhessen 1 45,3 Sek., 2. T. und SP. 1848 1 45,4, 3 Kass. Turngem. 46.
5000 Meter lau f. Der deutsche Turner- Meister Wflpett blieb diesem Rennen fern. 1. Pfister, Kurhessen, 2. T. u. Sportver. 1848
200 Meterlauf für Herren. Ein tnh- nisch gut gelaufenes Rennen, das nach äußerst hartnäckigem Kampf Krebs SP. V. Kurhessen als Sieger sah. Zeit 24,1 Sek. Freund Kurhessen konnte die letzten 10 Meter im Endspurt gegen Sellhast halten. Sellhast lief ein technisch gutes Rennen, war in der Kurve vorn, wurde aber von Krebs, der frischer ins Rennen ging, einwandfrei geschlagen.
Kugelstoßen für Damen: 1. Frl. Kerfmann, Spottv. Kurhessen 6,39 Meter, 2. Frl. Schourer T. u. Rasenspottv. Wehlheiden 6,20 Meter, 3. Ftt. Peter, Sportv. Kurhessen 6,03 Meter.
3yiOOO Meterstaffel. T. u. Sportv. 1848 ging allein durchs Ziel nachdem Kurhessen beim 3. Wechsel den aussichtslosen Kampf aufgab.
Weitsvrung mit Anlauf für Herren: 1. Schwerer, Sportv. Kurhessen 6,03 Met. 2. Schmidt, 'Sbottv. Kurhessen 6,02 Meter. 3 Grosse T. n Sportiv. Bettenhausen 6,00 Meter.
Hochspruna für Herren:!. Grosse, T .11 Sp. Bettenbaufen 1,62, 2. Eichhorn T. it. Raseufnortverein Wehlheiden 1,62 "durch Los entiicbieden) 3 Herbordt, Sportv. Kurhessen 1,57.
Weitsprung für Damen: 1. Frl. Otta 4,38 Meter 2. Ftt. Schulz 4,35 Meter vom T. u. Sportverein 1848, 3 Frl Schilling, Svortv. Kurhessen. Weitere Resultate folgen. W. E
Deutschlands Ausrichtung
Ansichten des Obersten House.
Vollerwerbslosen tm Reiche zurzeit wegen des Verdachts der Münzfälschung rund 358000 mit rund 384 M unterstutzungsbe- cingeleittt worden. Herr von Frauendorfer war CI0tbt fto' se"vielen Jahren im öffentlichen Leben Bayerns die produktive Erwerbelo,enfursorge mehr als -
vierzig Prozent der Erwerbslosen Deutschlands aufzunehmen vermocht hat.
Für die weibliche Äugend.
Erneuerung unseres Volkslebens.
Der Evangelische Verband veranstaltet vom 10. bis 15. August in Ludwigslust (Mecklen- bnvg) Freizeittage. Darüber schreibt uns der Verband: „Wederholt haben wir im Lause der letzten Jahre Freizeittage für die reifere Frauenwelt eingerichtet. Bei den hatten Anforderungen unserer Zeit haben auch die Führer der Jugend solche Zeit der inneren Sammlung und Freude nötig. Neben der körperlichen E'rbolung sollen diese Tage im geistigen Austausch der eigenen Festigung dienen und zur Klärung der Fragen, welche die Jugend- ar&eit in sich birgt, beitragen. Mr laden alle ein, die sich zur Arbeit an der Jugend und mit der Jugend rüsten wollen: Lehrerinnen — es ist noch Ferienzeit —, Mütter, und alle, die durch Beruf, Lebensführung und Gewissen zur Führung der Jugend berufen sind, ob sie nun schon in praktischer Arbeit stehen oder nicht. Weil aus der Jugend selbst die Führer herawwachsen sollen, gilt unsere Einladung mich besonders der reiferen Fugend. Unter anderem finden gute Vottväge statt, die als Anleitung dienen sollen."
: vielen Jahren im öffentlichen Leben Bayerns an hervorragender Stelle tätig. Bis 1912 war er als crfter bayerischer Vcttehrsminister Mitglied des Ministettums Bodewils. Während des Krieges hatte er die Direktion der Münchener Lttaßenbahn ehrenhalber angenommen. Bei Ausbruch der Revolution trat er sofort als unpolitischer Fachminister in das Revolutionsministerium Eisner ein. Das Ermittlungsverfahren gegen Frauendorfer ergab, daß sich der M nister durch Münzfälschungen um über eine Million Matt bereichert hat. Es handelt sich um keine Münzfälschungen im allgemeinen Sinne, vielmehr hat der Minister Falschstücke von alten Münzen an Händler verkauft.
Zu den Gaumeisterschaften waren die Anzc- höttgen des Hess.-Hann. Gaues einaeladen und es war betrübend, daß aus Göttingen, Fulda, Marburg und Hersfcld keine Teilnehmer erschienen waren. Einen Teil der Schuld muß dem Athletik-Ausschuß beigemessen werden, der die Veröffentlichung reichlich spät vornahm. Turn- iind Svottverein 1848 hatte gut Vvrgearbeitet und bat durch die flotte Abwicklung der Kämpfe eine -schöne Leistung vollbracht. Die jagende Abwickelung der Kämpfe, Vorläufe, Zwischenläufe, Endlauf folgten innerhalb kurzer Zeit, stellte an die Teilnehmer die höchsten Anforderung'n. Wenn ttotz dieses .Mißstandes ansprechende Zeiten gelaufen sind, so kann man mit den Resultaten recht zufrieden fein. Me ganze Veranstaltung war im Grunde genommen ein Vereinskampf zwischen Turn- und Sportverein 1848 und Sportverein Kurhessen. Daneben stellte Turn- und Raseufportverein Wehlheiden, Kasseler Turngemeinde. Turn- und Sportverein Beitenhausen einige Kämpfer, die ebenfalls Sieger- ebren ernteten. In den kurzen Strecken war „Kurhessen" nicht zu schlagen, 1848 belegte dagegen die längeren Strecken mit dem vorzüglichen Läufrrmwterial Walpett, Brandt, B.'ck. Die 3 mal 1000 Meter Staffel war dieser Mann chast nicht zu nehmen und Kurhessen gab heim 3. Wechsel den aussichtslosen Kampf auf. Die Domenkämpfe entschied 1848 für sich, namentlich waren die Läuferinnen in guter Form. In den Wurflonkurrenzen und Sprüngen wurden mir Mäßige Leistungen gezeigt. Trotz der glühenden Hitze wurden 5000 Meter gelaufen: Walpett Meb diesem Rennen fern, wohl weil ernstliche KonLurrcnzen fehlten. Hier blieb Pfister von .Kurhessen Sieger. Die Veranstaltung wurde im Eiltempo abgewickelt, was die Zuschauer voll befriedigte, auf die Kämpfer muß in Zukunft aber doch mehr Rücksicht genommen werden.
Nachfolgend die Resultate:
Der amerikanische Oberst House veröffentlicht in einer in Philadelphia erscheinenden Zeitung Reiseetndrücke aus Deutschland, Jnterenant i\ was er über dteLage der deutschenWirtschaft faßt Ju seinen einleitenden Ausführungen stellt House fest, daß der Höhepunkt der wittschaftli- chen Schwierigkeiten Deutschlands nach dem Kriege zwar schon überwunden sei und die ersten Anzeichen einer Wiedergesundung zu bemerken wären, aber dennoch von einer Annäherung an den Borkttegszustand nicht die Rede sein könne. Dafür wäre schon allein die Tatsache bezeichnend, daß die Gin- und Ausftchrzift'ern (wenn man nur das Gewicht berücksichtige) nur ein Viettel des Betrages des Jahres 1913 erreichen. Der Ausfall des russischen Absatzes und der Rückgang des deutschen Handels mit Frankreich, den heutigen polnischen Gebieten und den österreichischen Sukzessionsstaaten verursache diesen Ausfall.
Es wäre eine annähernd richtige Schätzung, zu sagen, daß die deutsche Industrie durchweg mit vierzig bis sechzig Prozent des normalen Beschäftigungsgrades arbeite. Diese Ziffer sei weniger auf Arbeitslosigkeit als auf den Mangel an Rohstoffen zurückzuführen. Die hohe Valuta erschwere es den deutschen Kaufleuten und Industriellen Rohstoffe zu den derzeit herrschenden Preisen einzukaufen, da sie keine Gewißheit hätten, ihre Fabrikationserzcug- nisse nachher zu günstigen Preisen Wieder ausführen zu können.
Dann weist Oberft Hanfe daraf hin, daß man. rn deuffcheu Mttschaftskreisen es allgemein begrüßen Würde, wenn England und b'<? Vereinigten Staaten bereit wären, Frankreich Garantien M geben, die geeignet wären, die Revancheb'- fürchttmgen dieses Landes zu beruhigen. House faßt seine wirtschaftlichen Eindrücke dahin zusammen, daß Deutschland nur durch andauernde ernste Arbeit imstande sein Würde, sich zu erho- len. „Das deutsche Volk darf sich den Lurus ' der Streiks und der Revolutionen nicht mefir 1 leisten. Es muß ehrliche und intelligente Männer ins Ministeramt gelangen lassen, die fest entschlossen sind, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Frankreich, Großbtttannicn und die Bereinigten, Staaten müssen Deutschland die helfende Hand bieten, denn ohne gemeinsam: Arbeit kann der Mederaufbau Deuffchlands "siht in SvfiWung gehen." j
Der Schrei aus Rußland,
«erhärt Hauptmanns Antwort.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 25. Jufi.
Gerhart Hauptmann hat auf den Hilferuf Maxim GottiS gestern eine zustimmende Antwort erteilt. Es heißt darin: Die ganze zivilisierte Wett hat Ihre erschütternden Ruse mcht nur mit dem Ohr, sondern auch mit dem Herzen gctzStt und die Hilferufe werden auch nicht ohne Antwort bleiben. Je mehr wir zu tun imstande sind, je mehr gelingt es. Not und Krankheit zu bekämpfen, «m damit am tiefsten die Menschheit zu entsühnen. Was aber das schwer geprüfte, doch allezeit hilfsbereite deutsche Volk betrifft, so ist es durch den Ruf ans dem Osten tief bewegt, «nd ich darf vorausfagen, daß Volk und Regierung in dem innigen Wunsche einig sind, eine nach bestem Vermögen tatkräftige Hilfe zu leisten.
Freiwillig in den Tob.
Selbstmord eines Ministers.
‘ (Eigene Meldung.)
München, 25. Juli.
Der frühere Vettehrsminisier und Staatssekretär von Frauendorfer hat sich in Gei- selgastei« bei München auf einer Bank erschossen. Gegen Frauendorfer war ein Gerichtsverfahren
100 Meterlauf für Damen: 1. Klappert, T. u Sportv. 1848 14,6 Sek. 2. Schulz 1848. ?, Schilling. Kurhessen.
4X100 Meterstaffel für Damen: 1 T. und Sportv. 1848 56,2 Sek., 2. Sportverein Kurhessen, 3. Kasseler Turngemeinde.
800 Met er lauf für Herren: 1 Brand, T. u. Sp. 1848 247 Mn, 2. Pez, Kurhessen.
1500 Meterlauf für Herren: L Beck, T. it. Sv. 1848, 4,35, 2. Heß, Sportverein Pfeil.
100 Meterlauf für Herren: Aus den Bor- und Zwischenläufen gingen folgende Herren für die Entscheidung hervor: Freund, Nagell Krebs „Kurhessen" und Sellhaft T. u. Sp. 1843. Ein miserabler Statt sah Sellhast beim Ablauf in Front, Krebs und Nagell blieben am Statt tehen, während Freund die Verfolgung aus- nahm, nach scharfem Kampf blieb Freund mit Handbreite Sieger. 1. Freund, Spottv Kurhessen, 11,1 Sek, 2. Sellbast.
400 Meterlauf für Herren war Schmidt |VV^,V1 „„
Kurhessen nicht zu nehmen, er lief das Rennen brauch dieser Dinge zu unterlassen." — Ganz in ogne sich anzuftrengen nach Hause. 1. Schmidt,'dem gleichen Sinne, wie hier betont, ist der
Buntes Allerlei
Pünttchen im Ozean; aber wenn sie der Wind dahin ttteb, konnten sie vielleicht noch gerettet werden Unterdessen setzte dichter Nebel ein. Mit Hilfe der Jagdmesser uad Schneeschuhe 6<ni« ten sie sich Schneehütten für die Nächte und brachten diese auf dem Schnee sitzend und schlafend zu. Tagsüber ging man auf Nahrungssuche, aber die einzige Beute war ein Seehund, dessen Fleisch aus Mangel an Feuer roh und in möglichst fleinen Portionen verzehtt werden mußte. So hatten sie, ohne den Mut zu verlieren, neun- zehn Tage ausgchalten Da bemerkte die Wache im Morgengrauen des zwanzigsten Tages beim Abziehen des Nebels die nahe Königsinsel. Alles eilte an den Südrand des Eisberges, der langsam auf die Insel zutrieb: gegen Mittag stieß er mit gewaltigem Krachen an die Felsen an und trieb dann weiter ins Meer hinaus Aber den entscheidenden Augenblick benutzten die dreizehn Bärenjäger, um ans Land zu springen. Sie wurden von ihren Stammesaenossen liebevoll aufge- nommen, und als der Wind sich drehte und nun aus Süden blies, traten sic, mit Nahrung und warnten Kleidern versehen, schon nach zwei Tagen die abenteuerlich« Fahrt auf einem nach Norden treibenden Eisffoß an, wo sie sicb wieder Schneehütten bauten. Da diesznal bie Reis? scimellcr ging, traten sie schon nach drei Tagen zuhause. Sie schienen von dem Abentcner kaum mitgenommen und mack ten davon fein Aufheben.
Eine spaßige Geschichte.
Eines Tages kam eine alte Frau aus bet Einöde zu einem Provinz-ialarzt.um sich ei Mn Zahn, ziehen zu lassen. Als aber der Zahn heraus war, fand es sich, daß der Dottor fehlgr- grisfen und statt des kranken einen ganz gesunden gezogen hatte. Was bm ich schuldig?" ragte die Alte. „Schuldig?" rief der alte Doktor schuldbewußt. „Die Frage sollte ich Ihnen tellen. Was bin ich für meinen Irrtum schuldig ?" — Ohne eine Antwort zu erwatten, reichte er der verblüfften <ßatientin hundert Matt. „Sind Di« damit als En'atz für den Zahn zu- frieden," fragte er. Die Alte machte ein Gesicht, als ob sie zu folchen Bedingungen gern alle ZÄne los Werden wollte.
Wir trafen ums auf neutralem Boden. Ein Lisch, zwei Stühle in einem nüchternen Besuchszimmer, also wahrlich leine Gegenstände, die besonders stimmungsvoll oder gar traumcrregend Mitten. So sieht also eine Wahtträumerin aus, denke ich. lasse sie erzählen und betrachte mir sie genau. Eine Dame -in den besten Jahren leichte Neigung zur Fülle, unverheiratet, einen breiten runden Kopf, ein paar wafferblau? Augen, an denen nichts besonders Träumerisches ift so sitzt sic mir gegenüber, ich frage und sie antwortet, plaudert, in ihrem etwas unfrankfur- terisch klingenden Thüringer Dialctt.
„Brauchen Sie erst eine «nregung von außen, ehe Sie träumen?"
„Das ist ganz verschieden. Ich hab« soge- »annte Visionen, das beißt ich bin hellseherisch,
Auf der EisbSrjagd.
Ein erstaunliches Beispiel von der Wider- standssähigkeit der Eskimos wird von einem Missionar erzählt. Dreizehn Eskimos vom Kap Prinz von Wales gingen aufs Eis, um Pola-- bärcn zu jagen, und da sie am selben Tag zurück fein wollten, hatten sie keine Lebensmittel, ja nicht einmal ihre warmen Pelze mitgenommen. Als sic sich sieben Meilen auf das zugesrorene Meer hinausgewagt hatten, fetzte plötzlich Nordwind ein, und als sie nun eilends zurückkehren wollten, war es zu spät Sie trieben bereits auf einem vom Festland losgelösten Eisfloß nach Süden Eine Todesfahrt ins offene Meer! Rur titte fchwache Hoffnung blieb: Neunzig Meilen im Süden trtfl die König Süffel, freilich nur em
Die Wahtträumerin.
Unterhaltung mit einer Hellseherin.
In Frankfurt a. M. lebt eine Frau, die durch ihre „Wahrttäume" großes Aufsehen erregt. Ganz seltsame Voraussehungen im Zusammenhang mit dem Heidelberger Doppelmord an den beiden Bürgermeistern werden von der Heidelberger Staatsanwaltschaft bestätigt. Tamüh ist bei der Staatsanwaltschaft in Heidelberg bereits einige Tage vor Auffindung der Lerchen ein Schreiben der Frankfurter Hell- sehettn eingelassen, in dem sie der Vorgang' bei der Ermordung der Bürgermeister genau schil- dett. Nachdem die Leichen gefunden sind, konnte festgestellt weichen, daß der Wahttramn vollständig mit den Tatsachen überein- stimmt. Auch eine Heidelbergcri t namens Wucher, die als Hellseherin bekannt ist, hat der Heidelberger Staatsanwaltschaft vor Auffindung der Leichen die Richtung genau bezeichne:. Diese Mitteilung dürfte, wie die Staatsanwaltschaft selbst erklärt, für die wissenschaftliche Welt ein sehr hohes Interesse beansprmben. Ein Mitarbeiter eines Frankfutter Blvucs hat Gelegenheit ae- itoromen, sich mit der dortigen Wahrträumettn zu unterhalten. Nachfolgend sei das Wesentliche *us dem Gespräch wiedergegeben.
„Ich habe mich früher nicht so genau beobach- tet, erst als ich anfing Bücher zu lesen und Vorträge über Hypnose zu hören, wurde ich sozu- agen selbst mehr auf meine Träumerei aufmerksam. Das erstemal träumte ich als Kind, daß ein verloren gegangener Ohrring, nach dem wir das ganze Zimmer durchsucht hatten, unterm Tisch liege. Ich stand fofott beim Wachwerden auf und er lag da. Einige Tag« später wurde mir meine Geldbörse gestohlen. Ich sagte im scherz, so daß es das Hausperfonal hören konnte, ich fliege es schon durch einen Traum heraus. Ricbtig träumte ich, die Börse liege auf dem Fensterbrett, und sie lag da, nac&toem sie der Dieb wohl aus Angst dahingelegt hatte."
„Was für Fälle haben Sie sonst noch voraus- geschaitt?"
„Ich war in Königsberg zu Besuch und sah im Traum zwei ungeheure ichwarz« Rauchsäuler. aufsteigen und Pferde wie wild davonrasen. Zwei Tage später ereignete sich das furchtbare Er-^osionsunglück in der Nähe Königs- vergs. Ich ging später an die Stelle und sand die Bestätigung durch Zeugen, daß in der Nähe der in die Luft geflogenen Munitionsdepots ein Artilleriepferdedepot war und daß diese Tiere sich von den Koppeln aeriffen und wie wahn
sinnig übers Feld gestürmt seien. Genau so habe ich am Morgen der Wiedereroberung vorn Prze- myfl den. Fall der Festung gesehen, Hurrarufen und Glockenläuten gehött. Abends war die Meldung da. In Hannover steige ich in den Zug. Plötzlich fasse ich unwillkürlich mit der Hand an die Stirn, eS durchzuckt mich — ein großer Sieg^ ich sage es Mitreisenden. In Berlin empfingen uns die EttrabMter."
„Und ui Ihrer Familie sind Sie wohl gefürchtet als Verkünderin Ihrer Visionen?"
„So ungefähr! Weil sozusagen immer das kommt, was ich sage. Sogar ich selbst habe Grund, mich zu fürchten.z Ich träumte zum Beispiel, daß mir ein Unfall zustoße. Natürlich' nahm ich mich furchtbar in acht. Einige Tage später rutschte ich aus und brach mir den Fuß. Alle Borsicbt hat nichts genützt. Der Mann einer Freundin von mir ist schwer krank, wird aber nie wieder auflommen. Ich habe dieser Tage nachts auf einem Friedhof, den ich nie sah, sein Grab gepflegt und ein Schild mit feinem Namen darauf gesteckt. Ich habe das meiner Freundin natürlich nicht erzählt, erst als sie mir fegte, die Aerzie hätten sie offiziell auf das Schlimmste vorbereitet und gefaßt gemacht." Die wissenschaffliche Welt wird diese feltfamc Erscheinung nicht achtlos übersehen können.
und ich träume von Dingen, die ich tagsüber gelesen oder gehört Habe."
„Nehmen Sie sich dann ganz bestimmt beim Schlafengehen vor, Sie wollen über dies und das ttaumen?"
„Nein, das ist wie 6eint normalen Traum auch, man träumt meist von flüchtig einmal wäb- rend des Tags durch den Kopf gegangenen Dingen, nicht von denen, mit denen man sich ganz intensiv beschäftigt. Wenn ich mich zu solchen Träumen zwingen wollte, das ginge einfach nicht. Dagegen vermag ich wohl mich am hellen Tag, wie man so zu sagen pflegt, in Trance zu bttn- geu, wenu mich ein Fall sehr beschäftigt und ich möchte ihn gern aufllären. Dann brauche ich nur die Augen zu schließen und ich sehe dann im Gefft Ding«, die mit der verfolgten Sache in Verbindung stehen 1"
„Wie hat sich denn diese Fähigkeit bei Ihnen zuerst gezeigt?"