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Kaffckr Neueste Nachrichtm

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nrrmnrcr 167.

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 26. Juli 1 m

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Frankreichs heimtückische Pläne.

Das teure Flügelrad.

Defizit und kein Ende!

Seit den Tagen des großen Zusammenbruchs sind die Kaffen der Eisenbahn leer, sie wollten sich auch nicht durch die in kurzen Zwischen­räumen auseinander folgenden Erhöhungen der Güter- und Personentarife füllen, int Gegenteil, man kommt nach dem Muster der Echternacher Springprozession nicht vom Fleck. Fast gewinnt es sogar den Anschein, als ob in der großen Be­rechnung, die man für die finanzielle Gesundung .unseres Eisenbahnwesens ausstellte, eine gewal­tige Lücke klafft. Aus den Kreisen des Ver- kehrsverbandes im westlichen Industriell ezirk hörte man dieser Tage (ohne darüber zu stau­nen, denn man hat sich in Deutschland mählich an Alles gewöhnen müssen), daß gegenwärtig die Eisenbahn mit einem täglichen Fehlbetrag von dreißig bis fünfunddreißig Mil- lionen arbeite, so daß für das laufende Etats­jahr eit« Fehlbetrag von sage und schreibe zehn Milliarden zu erwarten sei. Hätte man, wie gesagt, bei uns das Gruseln noch nicht verlernt, so könnte es einen jeden angesichts so wift>- phantastischer Ziffern überfallen. Aber der Mil- liarden-Begriff ist bei uns ja längst dem Reiche des Mythischen entrückt und in den Alltag über- geaanaen. Ohne daß er dadurch allerdings seine weittragende Bedeutung in der Wirklichkeit ein» gebüßt hätte.

Es bedurfte keines kaufmännisch geschulten Geistes, um diese trostlosen Ereignisse im Voraus zu errechnen, denn das Wort vom überspannten Bogen, der springen muß, hat noch nicht eine Wandlung tn sein Gegenteil erfahren. Mit jeder Erhöhung der Tarife ist eine Abschwächung des Verkehrs verbunden gewesen, und wenn dieser Rückgang bisher nicht in so sinnfälliger Form zutage trat, wie nach der riesenhaften Steige­rung, Wie sie vor einigen Wochen stattfand, so ist damit erwiesen, daß gewissermaßen nunmehr der Höchstpunkt des Möglichen erreicht ist, und zwar nicht nur inbezug auf die Leistungsfähig­keit des reisenden PuMkums, sondern auch in­bezug auf den Handel. Darüber darf sich nie­mand im Zweifel sein: Die letzte Erhöhung der Güter- und Personentarife ist verhängnisvoll für die Mrtschast gewesen und hat wesentlich zur Geldentwertung beigetragen. Zur Gesundung der geradezu trostlosen Eiseubahnfiuanzen hat sie aber nicht betgetragen. Und daS war doch gerade der Zweck der Hebung. Es ist nicht der- wunderlich, daß die Rechenkünstler am grünen Tisch in Beantwortung der aufsehenerregenden Mitteilung das Wort zu einer Darlegung ergrei­fen, in der sie sagen: Eine aus Düsseldorf da­tierte Aachricht spricht von emem ständig wach­senden Defizit der Eisenbahnen und sieht als Ur­sache dafür und für die ständig zurückgehenden Leistungen der Eisenbahnen d-te letzten Tarif- crhöhungen an. Die Nachricht ist unzutreffend."

Es ist aus diesem Satze nicht mit wünschens- vener Deutlichkeit ersichtlich, ob sich die Behaup- a die Meldung sei unrichtig, sowohl auf baS

rit als auch auf den urPchlichen Zufanrmen- haug desselben mit den erhöhten Tarifen be­ziehen soll, oder ob nur bestritten wird, daß die erhöhten Tarife die Ursache des Defizits seien. In den amtlichen Mitteilungen muß aber zu­gegeben werden, daß der Mai eine Derkehrsem- nahme-Steiaerung von nur etwas über fünfzig Prozent, also tn Wirklichkeit einen Verkehrs­rückgang gebracht hole und zwar von an­nähernd zwanzig Prozent gegenüber dem Vor­jahre. Dieser Rückgang konnte nach der amt­lichen Darstellung arich tm Juni noch nicht auS- gegkichen werden. Da in der Düsseldorfer Nach­richt tägliche FehlbetragSziffern genannt werden, das amtliche Dementi aber mit prozentualen An- paffen arbeitet, so ist nicht ohne weiteres zu er­sehen, ob die Verlustziffern der rheinischen Mel­dung richtig sind oder nicht Möge dem aber auch feilt wie ihm wolle; das steht fest und wird ja auch amtlich eingerämnt, daß im Mai und Juni Verluste zu verzeichnen waren. Daß im Juli ein Gewinn nicht herausgewirtschastet werden wird, erscheint ohne weiteres klar, denn es ist nicht anzunehmen daß die Ereignisse, die einer Sanierung in den beiden Vormonaten hindernv tm Woge standen, im Juli nicht mehr vorhanden gewesen sind.

Die Gründe für das Nachlassen des Verkehrs werden an amtlicher Stelle unter onderm der all­gemeinen Konjunktur-Ablchwächung zngeschric- bm. Ws stichhaltig kann diese ErWrnng jedenfaM nicht angesehen werden. Gemeffen an dem Rechnungsjahre 1918/19 hat sich die Wirt­schaft dem Umfange nach ganz unbeftreitbar gehoben. Es darf somit als unerläßlich bezeich­net werden, daß bei allen solchen amtlichen De­mentis auch Angaben über die geleistete Tonnen- kilometerzahl gemacht werden, denn nur diese könnten als eine Handhabe betrachtet werden, die Behauptung der Bahn, eS gehe gar nicht so stark rückwärts wie gesagt werde, zu stützen. Daß in den Monaten Juni und Juli der Perfonenver- kebr angewachsen ist, soll nicht bestritten werden. Es liegt darin aber nur die Bestätigung der Tat­

sache, daß in der Ferienzeit mich noch bei phan­tastischen Fahrpreisen gereist wird. Gegen früher hat aber auch dieser Verkehr in einem direkt sinn­fälligen Umfange abgenommen. Wer Zeit und Lust verspürt, möge einmal in den Hauptver­kehrsstunden den Kasseler Bahnhof aufsuchen und die ein- und ausscchrenden Personen- und Schnellzüge beobachten. Er wird manchen dar­unter finden, bei dessen Anblick er sich sagen muß, daß da wohl kaum die Kohlen verdient werden. Und trotzdem munkelt man im Publikum von 'bald zu erwartender weiterer Verteuerung bei der Eisenbahn. Auch dieses Getuschel wird jetzt amtlich als falsch bezeichnet. Aber man beachte, daß es in dem amtlichen Dementi heißt, daß zurzeit (!) eine Erhöhung der Tarife nicht erwogen werde. Kommt'S anders, werden wir daran erinnern. ***

Ein neuer wan.

Unsere Gegner und Sberschlefie«.

(Vrivat-Telegrammft

PariS, 25. Juli

Eine Pariser Zeitung glaubt zu wissen, daß gestern Morgen eine englisch-italienische Mitteilung nach PariS gerichtet wurde. Es handelt sich um einen netten Plan, der von Mr Harald Stuart und dem italienischen Ver­treter in Oppeln ausgearbeitet wurde und zum Teil wieder eilte alte Geschichte aufrollt. Danach soll ein Vertrag zustandcgebracht werden, in dem man den Deutschen wie den Polen zuerst die Gebiete überläßt, in denen entweder die Polen oder die Deutschen eine unzweifelhafte Mehrheit haben. Die Polen würden damit die Distrikte von Plest und Rybnik zugeteilt erhalten, während die Deutschen die nördlichen und westlichen Bezirke, namentlich Oppeln und Loebschütz bekommen. Auf diese Weife könnten die sämtlichen interalliierten Streitkräfte in dem Industriegebiet zusammen gezogen wer­den und die Entsendung von neuen Truppen ließe stcli auf das Allernotwendigste beschränken.

Die räubernden volenbaaden.

Berlin, 25. Juli. (Eigene Drahtmeldung) AuS Oppeln wird gemeldet, daß die Städte Pleß und Rdbnik in der Nacht zum Frei- tag erneut den Besuch polnischer Banden erhal­ten haben ES wurden verschiedene Plünde­rungen vorgenommen. In Rybnif nahmen die Italiener mehr als dreißig polnische Räuber ft ft.

Hine Frage Frankreichs.

Truppentransporte durch Deutschland.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 25. Juli

Der französische Botschafter hat den Reichs­minister deS Auswärtigen Dr. Rosen gefragt, ob die Deutsche «Regierung erklären wolle, das? sie bereit fei, die nötigen Vorkehrungen für den Transport einer französischen Division zu tref­fen, die die französische Regierung nach Ober- fchlesien zu senden beabsichtige. Seitens der deut scheu Regiernng ist die Gegenfrage gestellt war den, ob das Erfitchen in diefem Falle im Namen der drei Okkupationsmächte gestellt sei. Gleich­zeitig mit diefem Schreiben ist dem französischen Botschafter die Antwort der deutschen Regie­rung aus die Note der französischen Regierung vorn 16. Juki übergeben worden. Der endgültige Wortlaut der Antwortnote ist erst am Sonn­abend ftrtiggestellt worden. Die Ueberreichuug erfolgte in den späten Abendstunden.

Die deutsche Antwort.

Berlin 25. Juki. iPrivattelegramm.) In der ohersckilesifchen Frage hat die Reichsreäierung die Antwortnote an Frankreich sämtlichen Signaturmächten des Versailler Vertra­ges zustellen lassen. Große Beachtung finbet, daß am gestrigen Sonntag der englische Botschas- ter zwei Stunden lang tm Auswärtigen Amte weilte, nachdem er und sein italienischer Kollege erst am Freitag mehrere Stunden lang mit ReichSminicher Rosen konferiert halten.

ÄN schweren Gklavenketten?

Was Frankreich möchte.

(Eigen- Drahimeldung.1

Paris, 25. Juli.

In den Kreisen der Alliierten wird der Plan deS Obersten Rates zu stellen. Aehulich erörtert, Oberschlesien unter die V e r w a l t n n g wie beim Saargebiet soll eine Kommission, be­stehend ans je einem Franzosen, Engländer, Italiener, Deutschen und Polen mit der Ver­

waltung beauftragt werden. Auch die amerika­nische Regierung ist eingeladen worden einen Vertreter tu entsenden. Oberfchlesien würde da­nach für fünfundzwanzig bis vierzig Jahre un­ter diese Verwaltung gestellt werden. Die pol­nische Regierung soll bereits zugesttmmt haben.

Freunde unter sich.

Englisch-französische Besprechungen.

tPrivat-T elegramm.)

Paris, 25. Juli

Die Unterhandlungen zwischen Frankreich und England wttrden im Verlaufe des gestrigen Tages fortgesetzt. In einem Telegramm an den französischen Geschäftsträger in London wurde dieser ersuchst, an die englische Regierung hcran- zutreten und sie um Zustimmung für die Ent­sendung von Truppen nach Oberfchlesien zu ersuchen. Außerdem erhielt gestern das aus­wärtige Amt zwei Mal den Besuch deS englischen Botschafters in Paris, der wahrscheinlich die Meldungen über das Ergebnis der letzten Be­sprechungen in London bestätigt Hatz

Englische Zurückhaltung.

Paris, 25 Juki. (Eigene Drahtmeldung.) Eine amerikanische Zeitung erfährt über den Verlauf der geirrtaen Besprechung, daß der eng fische Verteter hinsichtlich der Entsendung netter Truppen nach Oberschlesien Vorbehalte machte.

Dor rascher Lösung.

Die Sitzung deS Obersten Rates.

(Eigen* Drahtmeldung.)

Rotterdam, 25. Juli.

Der Pariser Vertreter des Maasbode meldet: Die französisch-britischen Besprechungen über die nächste Sitzung des Obersten RateS dauern an. In unterrichteten Kreisen wird bereits von der Möglichkeit gesprochen, daß man zn einer raschen Lösung kommt. Man vermutet, daß Frank­reich auf die Sachverständigetmnterstützung ver­zichtet und daß London die Verstärkung der ober- schlesischen Besatzungsarmee genehmigt, um dem zu treffenbett Beschluß der Alliierten über Ober- fehl'efien Nachdruck verleihen zu können.

*

Sin neuer Schritt Frankreichs.

Paris, 25. Juki. (Eigene Drahttnoldung) Die SvnntaaSpreffe fährt fort, sich mit dem eng­lisch-französischen Konflikt und mit der vberfchle- sifchen Frage zu beschäftigen. Der Figaro schreibt, daß der frantösche Botschafter tn London einen neuert Schritt bei Lord Curzon unternommen hat Briaud schlägt jetzt vor, den Obersten Rat für die zweite Auguschälfte einzuberufen.

Neue LinkspuMe?

Mit franzöfischer Hilfe. (Privat-Telegrammft

Berlin, 25. Infi.

In Düsseldorf, Köln, Breslau und an ver­schiedenen anderen Plötzen find Personen ver­haftet worden, bei denen Material beschlagnahmt wurde, aus dem hervorging, daß in den nächsten Monaten neue Linksputsche geplant sind und zwar mit französischer Unterstüt­zung durch Geld und Waffen. Ter Ort der Or- flonifation für einen neuen Linksputsch befindet sich im besetzten Rheinland- Tie Vorbereitungen sollen sehr eifrig betrieben werden. Es erscheint ganz unerläßlich daß seitens der Regierung schleunigst eine Erklärung zu dieser im höchsten Grade aufsehenerregenden Meldung abgegeben und der derzeitige Stand der Angelegenheit klar gelegt wird. Deutsche im Bunde mit Fran­zos e n, der Gedanke erscheint ganz ungeheuerlich.

Deutsche NäuSerronmntik.

Ci» politisches Verbrechen.

(Pvtvat-Telegramm.)

Berlin, 25. Juli

Ein schwerer Ranbüberfall mit po- littschem Hintergründe hat sich hier ereignet. Ein: siebenköpsige Bande drang in die Wohnung des russischen Obersten Frepbeeg ein und zwang die Frau des Obersten und einen russischen Ka­pitän mit vorgehckltcnem Revolver zur Heraus gäbe von Briefen und Aften. Die Bande ver­schwand sodann in zwei auf der Straße halten­den Kraftwagen. Oberst Freyberq gilt als Ver­treter des ritfsifchen Generals Somonoff und wird von den Kommunisten beschuldigt, in Ber­lin ein umfangreiches Werbebüro für die rus­sische weiße Armee unterhalten zu haben.

Erwerbslosenfürsorge.

Förderung der Notstandsarbeit.

Da» fAWferige Problem vrr Arbeitslosen-^«». «orge, »« di« »ffentlilven Kasten f» «<»»« »« laftet, foU durch nützliche Arbeite« ««linder, werde«. Man schreibt un» darliber Folgende»

Der körperlichen und selifchen Not der Er-- werbslosen kann durch keine Unterswtzuna völlig abgehoksen werden, es gibt nur eine finita, wirksame Abhilfe: Arbeit! In der Reichs- Verordnung über Erwerbslo, ensnrsvrge w-rd da­her der Reichsarbeitsminifier ermächtigt,, zur Unterstützung von Maßnahmen, d-e geeignet sind, den Abbau der Erwerbslosrnfurforge zu sördern, insbesondere zur Beschaffung Wm Arbeitsgelegenheit für die Ern^rbslv- fen, Darlehn oder Zuschüsse aus Mitteln der wervslofensürsorge zu bewilligen. Der @rttnb- aedanke dieser produktiven Erwerblosensürsorge ist dabei, d- die Erwerbslofenunterstützuna 'n möglichstem Umfange abgelöft wird du«h die Ge­währung von Arbeit. Oeffentlich-rechtlecke Kör- perschasten zunächst überwiegend die Gemein­den, dann im wachsenden Matze die Lander und das Reich erhält en die Betrage, die an Erwerbslofenunterstützuna durch von ihnen ein- aeleitete wirtschaftlich« Matznahmen nachweislich erspart werden, als Zuschüsse oder Darlehen zu den Kosten der Maßnahme. Um sicherzustellen, daß die Maßnahmen der produftiven Erwerbs- losennnterflützung nur Wirklich Erwerbslosen taute kommen, muffen die verwendeten Arbeit^ fräste v»m öffentlichen Arbeitsnachweis über« wiesen worden fein. Um recht vielen Arbeit zu verfchaffen. ist Arbeitsstreckung in möglichst wei» tetn Umfang vorgesehen. Soll die produktive Ew werbslosensürsorge eine Förderung und nicht tu ne Hemmung der Wirtschaft werden, so umtz vermieden werden, daß Arbeitskräfte mtS der Berufsarbeit zu den Notstaudsarbeiten: wandern, und daß sich »berufsmäßige Rot- standsatbeiter- bilden. Alles Vas nötigt, das

Einkommen der Notstandsarbeiier

etwas niedriger zu halten, als das der Be- rnfsarbeiter. Die Wirtschaftlichkeit der Maßnah­men muß gewahrt bleiben, bei den Notstand sar» beiten auch wirklich gearbeitet werden. Daher werden die Löhne regelmäßig nach einem » kord oder Prämiensystem festgesetzt. Die ®uw sühruna der produktiven Erwerbs osenfursorge ist vom Reichsarbeitsminister weitgehend an das Reichsamt für Arbeitsvermittlung und an die Länder abgetreten worden, um möclickste Anpas­sung an die örtlichen Verhältnisse und Beschleu­nigung des Verfahrens zu crmöGichen. Da die produktive Erwerbslosenfüvsorge dem allge­meinen Wirtschaftsleben nicht Konkurrenz Machen soll sondern gerade dort tingreist, wo die freie Wirtschaft den Erwerbslosen Arbeit nicht zu bieten vermag, hat die Herstellung von Gegen ft Süden des täglichen Ver» brauchs nur ausnahmsweise Förderung ans der prod-kttiven Erwerbslosenfürsorge erfah­ren Im Anfang überwogen vielmehr einfache Arbeiten, Erdbewegungen usw. 3600 Arbeiten dieser Art stellen die HAste der Maß­nahmen der produktiven Erwerbslosenfürsorge dar. Mit den städttscheu Stratzenarbeiten Hand in Hand gingen vielfach Gas- und Was« ^erarbeiten. Auch sonst ist für die Hebung der allgemeinen Gesundheitspflege in den Städten viel geschehen, insbesondere durch die Förderung von Kanal- und R e i n i« g ungsarbeiten usw. Mehr und mehr ist die produktive Erworbsloscnfürsorge in den Dienst des allgemeinen

öffentlichen Verkehrswesens gestellt worden. Fluß-, Kanal- und Bahnbautctz werden in wachsender Zahl geföroert. Neuer­dings ist auch im ststärkeren Maße der Wob. nungsbau gefördert worden. In den Städ­ten ist mehr an die Ausbesserung der vorhande­nen als an den Neubau von Wohnunoen gedacht worden, während auf dem Lande de- Bau von Landarbeiterwohnungen unterstützt wurve. Auch wird die Förderung von Meliorationen anaestrebt. Gerade hier kann und mutz aber noch vieles geschehen, und Verhandlungen in dieser Richtung werden mit den Landesregierml. gen weitergesAhrt werden. Der Uebergang au8 Berufen mit verminderter ArbeiiSmöglichkeit und verringerter Zukunftsaussichten in andere Berufe wird den Erwerbslosen durch die MH-Ä-» Mng den Unterrichtskurse» Gewährung von Arbeitskleidung usw. nach Möglichkeit er­leichtert. Kann die prodnttivc Erwerbsiosenfük sorae auch nicht überall und im vollen erwünsch­ten Umfange helfen, so hat sie In den anderthalb Jahren ihres Bestehens immerhin nennenswert genützt. Durch eine halbe Milliarde Mark (wo­von die Hälfte Reichsmittel) erhielten zweihuiw dertfünftigtausend Erwerbslose mit schätzunzS«! weise dreihunderttausend unterMtzungSSerech figten Angehörigen Arbeit, Verdienst und er­trägliche Lebensbedingungen. Ta die Zahl V