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goitnnfienb, 23 JuN 192t --------------

Sommer-Schrecken.

-itzewcllen In Evrspa und Amerika.

Seiet Sie Sitzewelle, die vor mehreren ta* een Uber (cneopa nab »aerita hercinbraltz iprictzt unter wetcorologifther Sulitatbeitet tn der aaaifelgctiDeu iniercffar.ten Weise- Ueber die Me wie über die Reue Welt ist in diesen Tagen hochsommerliche Hitze hcremze- brochen. Bei uns war es allerdings vorher ;s= lange kühl, trübe und regnerisch, da5 irir uns des Hellen Sonnenscheins freuen, zumal di: vis- her erreichten Wärmegrad: erträglich sind. Grö­ßer crls in Mitteleuropa ist die Hitze im Westen des Erdteils, in England und Frankreich, wo der Monat Juni überhaupt wesentlich beständi- ger und sommerlicher als bei uns gewesen ist, und wo während der letzten vier Wochen die Hitze wiederholt ein sehr hohes Ausmaß erreicht hatte. Aber obwohl in Südsrankreich be.spielK- wcisc mehrfach 33 bis 35 Grad Celsius vorge- kommen sind, Temperaturen, wie wir sie vor fünf Wochen auch in Deutschlamü zu verzeichnen hatten, ist die europäische Hochsoenmrrhitze nickt mit der an erschlaffender Wirkung zu verglei­chen, wie sie in jedem Sommer ein oder mehrmal bei den Hitzewellen herrscht, die über die Ver­einigten Staaten ziehen, und die besonders in den Großstädten des Ostens, vor allem in Ne-n« York, am drückendsten empfunden werden.

Nach telegraphischen Meldungen aus Neav- oork sind in den letzten Tagen dort zahlreiche Todesfälle an Hitzschlag vorgekommen, ttnd die leidende Bevölkerung kampiert nachts in den öffentlichen Parks. Wenn man das hört, muß man annehmen, daß die dort erreichten Teut- peraturen die höchsten mitteleuropäischen Hitze­grade noch bedeutend übersteigen; aber der Un­terschied zwischen den hier und dort vorkommen­den Höchsttemperaturen ist in Wirklichkeit keines- Wegs so groß. Wenn trotzdem zwischen großer Hitze in Mitteleuropa und in den Vereinigten Staaten ein gewaltiger Unterschied besteht, so ist das ans die verschiedenartigen Begleitumstände zurückzuführen. Wird es in Mitteleuropa som­merlich heiß, so herrschen fast stets Winde aus östlichen Richtungen vor, die kontinentalen Ur­sprungs und daher stets sehr trocken sind. Un­ter ihrem Einfluß kchwindet die BewöllKrng, und die So'.rne kann ihre Strahlen mH ungehin­derter Macht hincchsenden. Herrscht einmal sehr wanneS Wetter bet Winden aus anderen Rich­tungen. etwa bei West- oder Nordwestwinden, wie das zur Zeit, eine verhältnismäßig große Seltenheit, wieder einmal der Fall war, so stam­men diese Westwinde nicht etwa aus dem Be­reich des Ozeans, sondern es sind Jnlandwinde, deren Ursprung in Hochdruckgebieten über Mitt tel- oder Westeuropa selbst zu suchen ist. Stets aber herrscht in unseren Breiten bei großer Hitze relativ große Trockenheit. Der Feuchtigkeitsge­halt der Atmosphäre beträgt dann fast stets we­niger als 50, oft noch unter 30 Prozent.

Unter solchen Umständen wirkt aber auch die größte Hitze nicht eigentlich drückend, w's wir Schwüle nennen, das ist noch recht erheblich verschieden von dem, waS man in Amerika dar­unter versteht. Unsere Schwüle ist meist nichts als die Wirkung der ssundurchglühten, unbe­wegten Lust vor dem Ausbrtrch eines Gewitter?. Wer sich selbst an ganz heißen Tagen bei uns körperlich einigermaßen ruhig verhält, gerät nicht in Schweiß; die Transpiration bleibt sogar aus, wenn man durch die pralle Sonne geht. Denn infolge des geringen Fruchttgstitsgehalts der Lust ist die Verdunstung aus der Haut sehr stark; im heißen Sonnenschein geht sie begreif­licherweise noch schneller vonflatten, wodurch es zu «Bären ist, daß zahlreiche Personen, die dank ihrer Konstitutton Hitze gut zu ertragen vermögen, selbst dann keinen Beschwerden aus­gesetzt find, wenn sie sich unmittelbar in den Sonnenstrahlen befinden. Voraussetzung dafür ist allerdings leichte und möglichst luftdurchläs­sige, helle Kleidung, die eine rasche, fortwäh­rende Ausdünstung und Lustzirkulation ermög­licht. Wenn bei uns die Leute oft schon bei mäßig hohen Temperaturen über unerträgliche Hitze klagen, so sind sie gewöhnlich selbst daran schuld, weil sie in unzeitgemützer, dunkler, viel in dicker Kleidung gehen.

Wesentlich anders liegen die Dinge bei den chg amerikanischen Hitzewellen. Die Luftdruck- oerteilung ist dann derart, daß dnnpfgesättigte Winde vom Atlantischen Ozean über das Fest­land hinstreichen. Wegen seiner Lage unmit­telbar am Meere ist von allen cnnerckanischen GroßstLdten Newvsrk der unmittelbaren Wir- kung dieser feuchtheitzen Winde weitaus am stärkste« ausgesetzt, obwohl die Hitzewellen kei­neswegs im Osten, sondern im Westen der Union entstehe«. Dort allerdings hat sie mehr den Charakter der Sttahkungshitze, und bei heire-

rraffeler Renepe Rachrlcht?«

II. Jahrtang. Nr. 165

rem Himmel sind die Höchsttemperaturen ge­wöhnlich noch höher als in den Oststaaten, wo dafür die DurchschnitteLternperatur mangels je­der nächtlichen Abkühlung wett höher »st. Die­ser Umstand in Verbindung tlüt der heißen Feuchtigkeit bei Lust maeyr 1« den östlichen ErcßstLtten Amerikas die Hitze so zur Quak. Bei einem Vergleich der Hitze in Newport mi! der in Mitteleuropa ist auch zu berücksichtigen, daß die Hudson-Metropole weitaus südlicher licat als unsere GrostLdtc. Newports gesgra- ph'sche Breite entspricht der von Neapel, und daraus geht ohne weitrr-'.g hervor, daß die Son­ne im Hcchfommer tn ÄEtyork eine weit grö­ßere Intensität entfaltet, als etwa in Berlin. Wien, Patts oder London. Zu dieser brennen­den Sonnenhitze kommt dann die SLSvüle, Lruk- kende Wirkung der ost fast bis zum Sättigucgs- punkt mit.. Wasserdampf erfüllten Atmosphäre, die die Verdunstung der vom menschlichen uns tierischen Körper ausgeschiedenen Fruchtigkeit LeLhalb unmöglich macht, weil die Luft infolge ihres Sättigungszustandcs weitere Feuchtig- keitSmengen nicht mehr aufnehmrn kann. So ist der Mensch bei dieser feuchten amerikanischen Hitze fortwährend in Schweiß geSoLct: die küh­lende Wirkung der Hautverdirnstung fehlt völ­lig. und dieser Zustand wirkt aus die Tauer lähmend auf Körper und Geist.

Aus der Heimat.

Das Gchwalmfest in Treysa.

Begünstigt vom schönsten Wetter sand, wie uns aus Trepsa geschrieben wird, am Sonn­tag und Montag das S ch w a l m f e st statt. Tausende von Menschen hatten sich eingefunden. Die Stadt prangte im reichsten Festschmuck. Am Nachmittag bewegte sich der Festzu-i durch die Hauptstraßen der Stadt bis zum Fefiplatze tn den städtischen Anlagen. Das heimatliche Volks­leben kam zum Ausdruck durch den Hochzeits­oder Kammerwagen wie auch durch die Spinn­stube und den Wehstuhl. Vier Wagen mit den Symbolen der Jahreszeiten, die Schnittergrup- pe, der Verkehrswagen, der Dem E'senbahnver- ein gebaut worden war, sowte der mit elektri schen Motoren, Lampen und Beleuchtungskör­pern geschmückte Wagen fanden lebhaften Bei­fall. Auf dem Festplatze hielt Lehrer Peter eine Anfprache über die deutsche Treue, die mit Be.eistcruna ausgenommen wurde. Bald daraus entwickelte sich aus dem Fest Platze ein sröhlick- buntcs Treiben. Turnerische AttsiLhrungen, Darbietungen des Radsahrervcreins und Ge-- sangsvorttäge trugen zur Unterhaltung bei.

*

Die ernte in WaweS.

Die sonnigen Tage der verslosienen Woche haben, wie auS Corbach gemeldet wird, den Rog­gen in der Reife sehr gefördert. Was der Juni und der Anfang des Juli versäumt hatten, ist in dieser Woche wieder eingeholt worden. Am En­de nächster Woche soll mit dem Roggen- schnitt begonnen werden. Der Roggen steht recht gut in diesem Jahre. Das Stroh ist fast durchweg lano und die Aehren sind gut ausge­bildet und reich mit Körnern besetzt. Sehr vi 1 dazu beigetragen hat der im Frühjahr reichlich vorhanden gewesene künstliche Dünger, den die meisten Landwirte auch angeivendet haben, ob­wohl er immer noch teuer ist. Aber man ist von dem Grundsatz ausgegangen, daß der künstliche Dünger bei der Ernte daS Gewickt des Ertra- aes bedeutend vermehrt, und deshalb scheut man sich nicht, den Kunstdünger zu verwenden. Die Wintergerste ist nun schon im Hause und auch ausgedroschen. Sie hat. tote man allgemein hört, gute Erträge geliefert.

Tierschutz bei der Hitze.

Unter der zurzeit herrschenden drückenden Hitze leiden nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Haustiere. Denken wir dock daran, daß wir die Pflicht haben, unseren Gehilfe« zu helfen. Wir müssen die Zugtiere beim Halten möglichst in den Schatten stellen und ihnen öfters Gelegenheit zu frischem Trun- k e geben. Die Hundehütten sind ebenfalls sckat- ti<, aufzustellen. Besonders den Kettenhunden muß gerade jetzt ein reinliches Lager gewährt und häufig frisches Wasser gereicht werden. Diez alles sind wirklick nicht schwer zu erfüllende Forderungen. Gewähren wir den Tieren ab mt» zu nock ein Bad. wo nack wir Menschen selbst uns so sehr sehnen, dann erhöhen wir ihre Leistungsfähigkeit in bedeutendem Maße. In­folge der tropischen Hitze geben viele junge Vö­gel. auch Hasen, ein. Feldmäuse und Maulwür­fe verschmachten und werden vielfock tot auf den Feldern gefunden. Die Ticrleichen sind

nickt ungefährlich, da das Leichengift durch die Fliegen auf dw Menschen übertragen wird. Ein jeder sollte daher, falls er eine solch» Tierleiche findet, sie sofort verscharre«

Grifte, 22. Juli. (Beim Baden ertrunken.) Der Sohn des Landwirtes Schußler ertrank beim Baden in der Fulda am Zusammenfluß mit der Eber.

Melsungen, 22. Juli. (Ein neues Erzie­hungsheim.) Die W a l k e m ü h l e ist vor kur­zem zu einem Erziehungsheim eingerichtet wor­den, dessen Leiter Oberlehrer Wunder ist, und das den Gedanken der Individualisierung in doppeltem Sinne: gründliches Eingehen auf we­nige Kinder durch wenige und wirklich in glei­chem Sinne arbeitende Erzieher, in sich trägt.

* Treysa, 22. Juki. (Billiges Fleisch.) Die Preise für daS Schlachtvieh sind bedeutend ge­fallen. Ein hiesiger Metzger bietet das Pfund Rind- und Kalbfleisch in der Zeitung zu je «hi Mark an. Die anderen hiesigen Metzger neh­men zehn Mark. Vor einigen Wochen kostete das Pfund Fleisch noch vierzehn Mark

* Halsdorf, 22 Juli. (Das Miffionsstst.) Die Klasse Rauschenberg hielt ihr diessäh- riges Missionssest in der hiesigen Gemeinde ah; etwa fiinttehnhturdert Zubön-r hatten sich einge- fi'nden. Beim Morgengottesdienste sprach Pfar, ter Stausebach aus Betziesdorf über die durch den Ausgang des Krieges erschwerte Mis­sionsarbeit. Nachmittags schilderte Pfarrer F o k k e n aus Marburg seine frühere Miffions- tätigkeit hinsichtlich ihrer Schwierigkeit und ihrer Erfolge. Pfarrer S e i m aus Grusen hielt eine stimmungsvolle Schliißanspracke Zum Ge­lingen des Festes trugen auch der hiesige Män- nergcsa-'.gverein sowie der Posounenchor ünb der mehrstimmige Mädckenchor aus unserer Nachbargemeinde Wohra bei.

* Mendorf, 22. Juli. (Das Schützenfest.) Der Schützcnvercin Werrittal feierte fein Königsfchie- 6en. Schützenkönig wurde L. H e n ck e r 01 h. Bei Anwesenheit von auswärtigen Vereinen fand noch ein Proisschictzen auf dem CkauSberg statt

* Raboldshausen. 22. Jult. (Vom Blitz er­schlagen) Beim Anspruch eines Gewitters woll­te der Landwirt Adam Berk von seinem Acker nach Hanse gehen. Er wurde unterwegs vom Blitz getrdsfen und war sofort tott

* f'erSfefb, 22. Juli. iReun Aehren auf ei­nem Halm.) Landwirt Franz Vfabl ha> auf feinem Acker in der Gemarkung Kalkoh'S auf einem Halm neun Aehren gefunden. Es war dies gewiß ein Zeichen für die diesjährige gute Getreideernte, die jetzt «ntnittcBbar bevor steht. Man kann wohl öfter die Beobachtung machen, daß ein Halm zwei und drei Achten trägt, aber neun dürsten doch zu den größten Selttnheiten gehören.

* Ziegenhain, 22 Juli. (Die ÄtctSfetfiftow) Die vom landwirtschaftlichen Kreisverein ver­anstaltete Kreistierschau nahm einen gün­stigen Verlaus. Die Beteiligung der Bevölke­rung aus ber Umgegend koar ungewöhnlich groß. Gegen hundert Stück Rindvieh und hun­dert Zieaen waren zum Auftrieb gelangt. Mit der Tierschau war ritte Ausstellung von land­wirtschaftlichen Maschinen und Geräten verbun- den. An Prämien standen für Rindvieh sechs­tausend Mark, für Ziegen 1100 Mark zur Ver­fügung.

* Frankfurt 22. Juli. (Von einem Rind er. drüchö Der 'Metzgermeister I. Burkhardt aus Oberursel wollte ein Rind nach Frank- furt auf den Markt fahren. Unterwegs scheute ba» Pferd vor einem Mvtorraib und der Wagen kipvte um. Bei dem Versuch, den Wagen auf» zutichtrn, fiel Burkhardt unter das im Wagen befindliche Rind, das ihm den Brustkorb ein* drückte. Der Metzger erlag bald feinen schweren Verletzungen.

* Frankfurt, 22. Juli. (Unfall in einer Pri vatflinik.) In einer hiesigen Privcnklinik ereig­nete sich ein schwerer Unfall. Im Anschluß an eine Einspritzung mit Novokain zur örtlichen Betäubung starben zwei Frauen, die sich einer Operation unterziehen wollten. Die Ursache des Todes ist noch nicht aufgeklätt. Der behandelnde Arzt hat sofort nach dorn Ereignis die Staats- anwaltsckaft benachrichtigt und Untersuchung be­antragt.

* Frankfurt, 22 Juli. (Fahrplan und Zoll­kontrolle.) Die Eisenbabndireftion Frankfurt teilt mit: Zufole der Anordnung der Besatzungs- behörden müssen die Aufenthalte der Personen- züge auf den Nebcrgangsbahnhöfen zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiete zur Durchführung der Zollkontrolle und zur Erhe­bung der Zölle erheblich verlängert werden. Da ein großer Teil der in Frage kommenden Züge

früher gelegt werden mußte, war es nicht mög­lich, alle jctz» bestehenden Zuganschlüsse ausrechi zu erhalten Reifenden, bie aus bem unbesetzten in bas besetzte Gebiet fahren wollen, wirb da- her geraten, sich vorher zu vergewissern, ob bei Anschluß noch besteht. ,

Klus ken NoGbar Sebreten.

* Dad Wildlingen, 22. Juli. (Ein findiger Theaterbirektor.) Die Direktion des Kurtheaters läßt zur Beförderung ber Theaterbesucher all­abendlich einen Autoomnibus vom Rathaus zum Theater laufen. Ta der Ort sehr gestreckt ist und das Theaterbillett billiger ist. als die Fahrt cr.ft kosten würde, hat sich die Sache so bewährt, daß bereits ein zweites Auto eingestellt werden mußte, das vierzig Personen faßt.

* Bad Wildlingen, 22. Juli. (Landwirtschaft­liche Winterschule.) Es sind nun Bestrebungen im Gange, im Schloß Friedrichsiein eine land- wirt'chastliche Winterschule einzurich'en.

* Mehlen, Waldeck, 22. Juli. (Ein neues Bergwerk.) In der hiesigen Gegend wird de--v- nächst ein Bergwerk in Betrieb genommen werden. Es soll nach Schwerspat gegra­ben werden, aber auch das übrige Gestein, das befördett wird, soll Verwendung finden.

* Vacha, 22. Juli. (Reue Jugendherbergen.) Dem Werratalverein ist es mit Hilfe zahlreicher Spenden gelungen, auf der Ruine Tannen­berg hei Nentershausen eine Jugendherberge mit insgesamt zwanzig Belten einzurichten, ebenso ist im malerischen Tor der Stadt Tann eine Jugendherberge eingerichtet; in Salzun­gen stehen zwanzig Betten zur Verfügung.

Dorfen- unö MariDerichie.

Buttcrverstcigerung.

Berlin, 22 Ju.li. Verkauft wurden 231 Fäs­ser und fünf Kisten Butter. Oldendurgische-ost- friesisch- Wolkeieibutter von 24502560. Hanno- vcrscke von 2400-2560, einige kleine Partien zweiter Qualität von 2010-2390, hannsvepche Landbutter 2100 Mark, mehrere Partien statt abfallend Kühlhausbutter von 11001450.

* Frankfurter Börsenbericht. Nach schwa­cher Eröfsnung setzte an der Mittagsbörse eine festere Haltting ein, die lvährend des ganzen Verkehrs durchhielt. Dabei machte sich wieder für einzelne Papiere lebhafte Kaufneigung gel- -cnd, sodaß deren Kurse stark gesteigert wurden Beruhigend wirkte das cnglijche Drängen auf endliche Entscheidung in der oberschlesischen Frage. An der Abendbörse überwog die feste Grundtendenz, doch war die Haltung nicht ganz einheiMck. Wiederum waren es neuerdings ei­nige Spezialwctte, für die größere Kaufneigung bestand und die den Verkehr belebten. Wie fchon mittags Kaliwerke die Führung hatten, so gin­gen auch abends Kali-Westeregeln mit größerer Festtgkeit aus dem Vettehr hervor. Die Abend- lrörse fchloß in fester Haltung. Polennoten 4,05, Newyork 1,30, Wien 1079, Parts 16%, London 275X, Kopenhagen 8,70, Stockholm 6,30, Christi, ania 10,25, Holland 4,12?^, Schweiz 7,92%.

Berliner Produkt-mmarlt. Das Geschäft tit neuem Getreide ist noch immer nicht bedeu­tend. Die amtliche Preisfestsetzung har gestern zum ersten Male stattgefunden. Fest blieb die Tendenz für Wintergerste, da Brauereien and Malzkafseefabriken hierfür Käufer bleiben. Die Roggenpreise sind bei geringen Um­sätzen wenig verändert. Lebhaft ist die Kauflust für Weizen bei knapper Ware und hohen For­derungen Die Umsätze in Mats und Maisbe» zugscheinen sinh geringer geworden. Für Hül­se u fr u ch t e werden bei knappem Angebot hö­here Preise verlangt. Weizen 424430, Aug -siliescrungen märkischer 420485, schlefi- scherbehauptet. Roggen bahnstehend märkrt scher 350. schlesischer 355, Julr-Augustliezerungen uaesiprcubischer 350, Julilieferungen schwächer. Wintergerste schlesisch-Pommersch-meckSen« burgische 340350 ab Station fest. Mais bahn- stehend 284286, August-Dezember 266 ab Sta­tion. Weizenmehl 70 Proz. 625635, Au­gust-Dezember. Roggenmehl 70 Proz 510 bis 520. Speisecrbsen 350360. Futter­erbsen 300310, Peluschken 300310, Acker­bohnen 250288, Wicken 284296, Lupi­nen blaue 110130, gelbe 139170, Sera- della 130-150.

** Steigende Butterprcise. Mit einem wei­teren Steigen der Butterpreise ist zu rechnen. Sie Haven schon jetzt den höchsten Sumd seit der Aus­hebung der Zwangswirtschaft erreicht. Auf der großen Jpambitrger Butterauktion vom Don­nerstag wurden bis zu 26,65 Mk. für das Pfunh Butter geboten, in Dresden bis 28 Mark.

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