Kasseler Abendzeitung
11. Jahrgang
Mittwoch, 20. Juli 1921
Fernsprecher 951 und 952
Fernsprecher 951 und 952
Nummer 162
Verschärfung der polnischen Umtriebe
(Privattelearammü Am VoWkreise PreußenS würden es nicht verstehen, derer Pers on en fahr, wenn man das Adlerwappen, das feit Jahr-
(Drivat-Tclegramml
den griechischen Truppen besetzt worden.
Diese stehen jetzt unmittelbar vor dem wichtigen
ter von Angora entfernt. — Weiter wird auS
tigcn sozialen Ordnung in Blut zu tauchen." > Das Bandenunwesen müd>i nach Mitteiluna der!
Athen gemeldet: Die Landung italienischer Truppen in Athanra beunruhigt die griechische Oesfentlichleit in erhöhtem Matze. Hier wird
sehen fast: »Die Erreger des Bolschewismus, d>e heute aus den ehemaligen Staat des Zaren beschränkt stich, werden unter diesen zu allem ent. schlossenen Menschen einen ergiebigen Boden sin- ben; von hier aus werden ste die Kraft ihrer
prägen. Gerade das wird diesen Adler vor ra- ■ sckem Veralten schützen. Ein ausgesprochen
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vernich'eirden Tätigkeit nach dem Westen werfen um in dem Trümmerhaufen seine Zivi' lisation begraben und die Grundlagen der hcu-
Anlaß vor, zumal im neuen Wirtschaftsjahr die Brotstreckung sortfällt und nur reines Brotgetreidemehl verbacken werden dar!.
Jns-rtionSpr-ise-. a) Gtnheimische Auftrage, Di- -tnspalNg, Dnzetgen-Zeile M.UL0, die einspaltig- R-klamezeil« M. 8.-x b) Auswärtig« Auftrag-: Die einspaltige Lnzeig-njeile M. L50, di» etnspaMge Reklamezeile TL 8.60, alle» einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigensteuen Für Anzeigen mir desond-rr schwierigem Satz hund«t Prozent Aufschlag Für di- Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufg-g-denea Anzeigen, sowie für Ausnahme, baten und Platz, lann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei- Schlacht» hosstratz, 28/30. GeschüftSst-ll-: Kölnische Straße 6. Telephon Nummer 051 und 962.
Das teure Brot.
Preiserhöhung um 40 Prozent.
Auch österreichische vrozeffe.
Gens, 19. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Nach der „Turiner Starnpa" ist die Frage b« Aburteilung der österreichischen Kriegs beschuldigten als erster Punkt der Tagesordnung des Obersten Rates von Italien beantragt worden. Der Antrag wurde von einer anderen Berbaudsrnacht mit unterzeichnet. Die beiden Mächte verlangen das gleiche Verfahren der Aburteilung der österreichischen Regierung aufzuer- lcgen, wie eS gegenüber Deutschland geschah.
Sranzösifche OlUIltärgetoalt
PariS, 19. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In einer Besprechung mit Pressevertretern, die ihn über Oberschlesien- befragten, sagte Briand: Wir hoffen, daß die Alliierten die Schwierigkeiten in Oberschlesien anerkennen und keine Entscheidung erzwingen werden, bevor die militärische Sicherung Oderschlesiens durchgefiihrt ist. Diese Sicherung ist in vollem Gange. Wie auch die Entscheidung über Lbersäsiesien ausfallen wird, es darf keinen neuen Aufstand dort mehr geben, weder von deutscher noch von polnischer Seite.
brennen von Lokalen und Klubs als geeignete Kampfmittel verherrlicht. Autzerdew. sollten sämtliche Kongreßpolen und „GoMäer" vertrieben werden. So kam es, daß verbrecherische Banden ihre Zerstörungswut zunächst an deutschen Geschäftsleuten imb der sozialdemokraH- scßen Volkszeitung in Brombcra ausließen. Dir Polizei tat nichts, um der Hetze Einhalt zu gebieten und die Ausschreiiungen zu Verbindern. Sie sah vielmehr der Entwicklung der Ereignisse gleichgültig M bis zu dem Augenblick, als die Irzesse den Charakter einer Kampfansage gegen die Kcn'fmannsckast überhaupt annahm und die Gefängnisse gestürmt werden sollten. Dann erst trat die Bromberger Kriegsschule auf bett Plan tnrb machte von ber Schußwaffe Gebrauch. Mit Entsetzen gewahrten jetzt die verantwortlichen Stellen, wie die nationalistische Propaganda in die bolschewistische Anarchie umschlug.
Dieser Tatsache sollte sich auch der Oberste Rat nicht verschließen, wenn er die Entscheidung über Oberschlesien fällt. Auch b?rt hat der von Korfaniy entfesselte und von Warschau begünstiLke nationalistische Ausstand dem Bolschewismus in ungeahnter Weise Vorschub
Mainz, 19. Juli. (.
20. Juli tritt ein besonderer P ......
plan zwischen d-m besetzten und unbesetzten Gebiet mit zwanzig Minuten Z wnngsauf- enthalt an den Ueberqängen der Rheinzoll-Linie in Kraft. Diese Einrichtung be- deutet infolge des Wegfalls zahlreicher Anschlüsse eine weitere Erschwerung des Wirtschaftslebens.
Wirrnis in Kleinasien.
Da« Tiugreise« italienischer Truppe«.
(Eigener Drahtbericht.)
Bern, 19. Juli.
Wie aus Athen gemeldet wird, bedeutet der Ausgang der Schlacht bei Knitahia eine oollfiSu- bigt Niederlage der Trurvrn Mustapha Kemals, die sich im Vormarsch auf Angora befinden, Knitahia und Eslischehir sind von
Die Polen krängen.
Paris, 19. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Korsanty ist gestern in PariS eingetroffen und erklärte einem Pressevertreter gegenüber, er müsse mit dem größten Nachdruck davor warnen, die Entscheidung in der oberschlesischcn Frage noch weiter Hinnuszuschieben. Eine weitere Verschleppung würde für Polen und die ganze Welt gefährlich sein, weil sich in Oberschlesi« ein BgitationSherd entwickeln würde, der europä- ifche Berwirruugen zur Folge haben könne.
Preußens neuerAöler.
Das amtliche Wappeubitd.
Von
Geh. Regierungsrat Dr. Waetzoldt
Für zahlreiche praktische Zwecke braucht bet Staat ein einprägsames, anschauliches Merkzeichen. Selbst die Sowjetregierung hat den Stau (erlichen Doppeladler durch ein neues Sinnbild, den Stern, ersetzt. Die Post weigert sich, Briese von Behörden als Dienswriefe anzuerkeimen, wenn ste nicht im Stempel ein Hoheitszeichen führen. So erklärt es sich, daß mit her Staats- Umwälzung in Preußen keineswegs die alten Wappen und Siegel verschwinden. Sie wurden mehr oder wenig abgeändert von einzelnen Be-, Hörden weitcrgesühri, während andere Dienste stellen sich „toüibe* Wappen-.Haustiere" schufen, oder sich mit bloßen Namenstempeln begnügten. Dieser Zustand war auf die Dauer unerträglich und unwürdig. Die Preußische Staatsregierung hat daher — dem Vorgehen des Reiches folgend — vor einiger Zeit die Kunstabteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Vollsbitzdung beauftragt, Entwürfe zu einem neuen preußischen Staatswappen vorzulegen.
Die erste Frage war: Adler ober nicht Adler I Mr haben am Wappenbild des Adler s, ebenso wie das Reich, festgehalten. Man kann wohl rrn Warenzeichen erfinden, nicht aber ein anschauliches Wahrzeichen für einen großen, an Ueberlisferungen reichen Staat aus der Luft greifen, ohne sich lächerlich zu machen. Weite
Das Wahrzeichen Preußens muß sich schon aus praktischen Gründen — auf den ersten Blick auch für den heraldisch Unerfahrenen vom Reichsadler deutlich unterscheiden. Aus, diesen äußeren unb inneren Gründen wurde nicht die heraldisch-symmetrisch«, sondern eine freiere Form des Adlettbilbes gewählt. Den Beweis für die Richtigkeit dieser Gedan-kengänge erbrach- te der Ausfall der künstlerischen Emtwurfsar- beiten. Die Kunstverwaltuna hat sich mit der Bitte um Skizzen an eine Reihe hervorragender Künstler, u. a. an ®aut, E. R. Weiß, Kutsch- mann, Hupp. Doepler d. I., Esch, Fischer gewandt, ohne ihnen nach irgend einer Richtung die Hände zu binden. Soweit die Künstler sich ixteitiat haben, entschied sich die Mehrheit von selbst für den nicht heraldischen Adler. Dabei erschien in der Reihe der Entwürfe so- wohl der fliegende Adler ber Barockzeit, all auch ber sitzende klassizistische Adler. Obwohl es herrliche Beispiele aus dem Anfang deS 19. Jahrhunderts für sitzende preußische Adler gibt, ist diese Grundform doch als Wahrzeichen napoleonischer Herrschaft so sehr ein französisches Symbol geworden das sie ans preußisches Wappenbild ausschied. Damit war der Hinweis auf den in der friederizianischen Zeit geschaffen nen Typus des fliegenden Adlers gegeben. Er ist damals, in Sonderheit preußischer Adler, voflstümlich geworden.
Das Preußische StaatSmintsterium hat sich daher für den Entwurf eines fliegenden Adlers von Hermann E f ch enrschieden. Esch, der durch sein Notgeld für Mannheim in weiteren Streifen bekannt geworden ist, hat einem unverwechselbar preußischen Adler geschaffen. Diese« Bild des aufftiegenben AdlerS soll ein Sinnbild deS Staates fein, ber, ohne ben inneren Zusammenhang mit feiner Vergangenheit ’u verlieren, fick aus tiefem Fall »u neuem Ausstieg rüstet. Esch hat nicht einen stilistischen Adler erfunden, sondern den Mut gehabt, einen Ratureindruck zur strengen Form im$u»
polnischen Presse Oberfchlesi eng daselbst unheimliche Fortschritte. Harals Stuart, der englisch« Delegierte bei der Interalliierten Kommission in Oppeln, hat die Aufmerksamkeit der Londoner Regierung auf die kommunistische Bewegung in Oberschlesien gelenkt und darauf hingewiesen, daß diese in allernächster Zeit einen gefährlichen Umfang annehmen durfte, wenn ni<6t sofort Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Solange Polen nicht den vollgültigen Beweis erbringt, daß es dem wirtschaftlichen Zusammenbruch erfolgreich zu steuern und zügellose nationalistische Instinkte in Schranken zu halten vermag, muß es, trotz aller (egenteiligen Beteuerungen, als Schrittmacher des Bolschewismus angesprochen werden. Es wäre ein nicht wieder gutzmnachen- heg Verbrechen an der Stnltur und dem Fortschritt der Menschheit, wollte der Oberste Rat solch einem Staatswesen das blühende deutsche Wirtschaftslehen Oberfchlcstrns ausliefern.
Dr. P. Fleischer, M. d.' K
Polen-Gefahr.
Dom Nationalismus zum Bolschewismus.
.Der niedrige Wert der polnischen Mark", sagt ein polnisches Matt über die Berhältnige in Polen, „blockiert uns wirtschaftlich". Die Industrie ist kaum noch imstande, Rohstoffe aus dem AuSkanbe zu beziehen. Die Arbeitsgelegenheit verringert sich infolgedessen von Tag zu Tag. Streiks und Arbeiterrovolten gefährden die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Die Lebensmittel steigen andauernd im Preise. Dag Staatsbudget weist Ausgaben in Höhe von über zweihundert Milliarden Mark auf, denen Einnahmen nur in Höhe von knapp Hunden Milliarden Mark xegenüb ersteh en. Das Defizit im polnischen Staatshaushalt beziffert sich auf rund hundert Milliarden Mark. Wie es in den Gemein- deverwaltunaen ausfieht, zeigt ein Blick auf Warschau. Die Steuern der Hauptstadt bringen monatlich sechzig Millionen Mark ein. Dagegen betragen die Ausgaben allein für das Personal hundertfünfunddreißig Millionen Mark. Die neuen Steuern, die zur Deckung des Defizits erhoben werden müssen, vergrößern aber nur dir Teuerung. Die Regierung wähnt, der Katastrophe durch Einführung des freien Handels im ehemals preußischen Teilgebiet die Spitze abbre. chcn zu können. Durch diese Maßnahme jedoch werden auch Pomerellen und Posen in das wirtschaftliche Chaos einbezogen. In Erkenntnis dieser Tatsache hat Dr. Wachowiak. ber Unterstaatsscfretär im Posener Teilministerium. bereits bemiffiuniert. Die verzweifelte Stimmung bc-r städtischen Bevölkerung kam in einer der letzten Bromberger Stadtverordneten- sitzungen zum elementaren Ausbruch. Stadtverordneter Wojciechowski schildert die GLruna unter den breiten Massen in eindringlichen Wor'en- Die erwerbstätige Bevölkerung werde durch den Mangel an Kartoffeln und die strafwürdige Ausfuhr von Lebensmitteln nach dem Auslande aufs höchste gereizt. Wenn die Behörden nicht auf Abhilfe bedacht feien, könne es zu neuen Unruhen kommen. Der patriotisch gesinnte Arbeiter werbe allem gegenüber gefühllos, wenn ihm ber Hunger zusetze. Die Führer des Volkes könnten heute für nichts mehr bie Verantwortung übernehmen. Die erbärmlichen Löhne unb bie Teuerung riefen bie Anarchie hervor. Auf ber Bahn hätten sich bie Arbeiter bereits der Werkstätten bemächtigt und die Dorgefetzten zur Auszahlung von Vorschüssen gezwungen. Diese Ausführungen des polnischen Stadtverordneten beweisen, daß der nationale Gedanke, von bem bie polnische Berufs Vereinigung getragen wirb, nickt mehr bie Straft besitzt, innere Wirren hintanzuhalten, wenn sich bie wirtschaft, licke Krisis weiter verschärft.
Im Gegenteil .ein zügelloser Nationalismus begünstigt nur die Auflösung der sozialen Ordnung. Das haben vor allem die blutigen Vor- gänge bewiesen, die sich kürzlich in Bromberg abfpielten Sie wurden in erster Linie durch die Deutsche Hetze veranlaßt. Gleichzeitig richtete sich die Agitation gegen die sozialistische Bewegung. Rach dem Beispiel der italienischen Faszisten wurden der Mord sowie bas Nieder-
...... : Adlern»apPen, das seit Jahr- Hunderten mit der Geschichte des preußischen Staates verbunden ist, durch ein traditionelles Phantasiewappen ersetzen wollte. Der Entschluß, das alte Symbol beizubehalten, führte sofort zu einer zweiten Franc: Heraldischer ober nicht heraldischer Adler? Für bie heraldische Form sprachen gewisse äußere Gründe: die Gewöhnung, Wünsche der Historiker unb bas Beispiel des Reiches. Gegen den heraldischen Adler ließ sich aber viel mehr an führen. Heraldische Sinnbilder widersprechen dem inneren Wesen der neuen Staats- und Volksgemeinschaft. Den Königlichen Preußischen Adler durch Wegnahme der monarchistischen Merkmale (Strane, Szepter nsw.) zu einem republikanischen Adler itmju- wandeln, erscheint ein kümmerlicher Austrag. Ein neues heraldisches Adlerwappen Preußens würde schließlich mit dem neuen heraldischen Rdlnwappem des Reiches ständig verwechselt werden, weil bas einzige Unterscheidungsmerkmal bie sog. „Kleestengel" ans ber Brust und den Flügeln des preußischen Adlers sind.
Die Leipziger Urteile.
Noch keine französische Note-
lPrivat-Lelegi amm.f
Berlin, 19. Juli.
Pnrifer Blätter hatte« gemeldet, daß eine französische Note an Deutschland nach Berlin ne sandt wurde, in der angeblich die Anerkennung der Leipziger Urteile von Frankreich verweigert wird und die Ausnahme bet französischen Pro- zesse zur Ankündigung gelangt. Wie an zustLn- biger Stelle erklärt wirb, ist bisher in Berlin eine derartige Note noch nicht eingetros- f e n In politischen Kreisen ist man der Auffassung, baß sich durch ein derartiges Vorgehen Frankreich von England trennen würde, was nach dem heutigen Stande der Tinge wohl kaum zu erwarten wäre. Englmrd vertritt nach wie vor ben Stanbpuntt, baß die Prozesse vor dem deutsck-en Gericht weitergeführt werden sollen.
Kasseler Neueste Nachrichten
— ' * Hessische Abendzeitung
Berlin, 19. Juli.
geleistet. Welche Stimmung unter den Jnsur-I Halbamtlich wird zu drr Brotvcrtenerung
aenten herrscht, läßt eine Aeuß-runn eines Kra- mitgcteilt: Trotz der großen Bedeuten wegen ^er । -*•«"•*•*-*'*•* — *.™ -
kauer Blattes erkennen dcs von ben Aufständi-!finanziellen Auswirkung dieser Absicht, hat das! Eisenbahnknotenpunkt Afirmlara Hrsiar und auf "" - --- -- NejchSkabinctt sich entschlossen, den Brvtpre'S bem nördlichen Flügel noch zw^chundert Kilome-
nur um vierzig Prozent zu crhöten. Auch ' “ - -
Vermehrte Umtriebe.
Polnische Putschabfichten in Oderschlesien.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 19. Juki.
Ein Teil der englischen Presse gibt die Aw sicht kund, daß eine weitere Hinausschiebung ber Entscheidung über Oberschle- fien lediglich im französischen Jnteres. s e liegt. Eine politische Persönlichkeit erklärte, daß man die Pariser Absichten einer Verschleppung nicht verkenne. Mnn 'rechnet mit polnischen Putschabsichten, die in Paris Billigung finden. London, obwohl schärffter Gegner aller Umtriebe, befindet sich offenbar in Verwirrung, wag eine gewisse Gefahr in sich schließt, denn die französisch-polnischen Gegenspieler sind um einen festen Plan nicht verlegen. Die Gefahr liegt in der Möglichkctt eines Rachgebens von England und damit In der Möglichkeit, einen neuen Zwischenfall herbeizu- führcn, weil die Absicht der Polen dahin geht, das deutsche Volk aufs Aeußerste zu rei zen. Diese Absicht wird hier var erkannt. Ein Ausweg erscheint nur möglich, wenn bie englische Regierung ihre fortdauernbe Rücksicht auf bie lnnerpolitischcn Schwierigkeiten BrianbS, die von anderer Seite mißbraucht wird, verhindert.
Äm besetzten Gebiet.
Ausweisung von freimütigen Deutscher».
(Prwat-Telegramm.)
Koblenz, 19. Juli.
Well sie bei der Sonnwendfeier in Kaub im unbesetzten Gebiet sich beteiligten uny deshalb die Sicherheit der Besatzungstrup- pen gefährdet haben, wurden Oberlehrer Spa- ner, Postbeamter Schüler und Hermann Meppen, alle aus Wiesbaden, von der Rhrinland- kommisston aus dem besetzten Gebiet a u 8 g e - wiesen. DaS gleiche Schicksal traf wegen Tell. nahme an angeblichen „militärischen Uebungen" (?) im unbesetzten Deutschland, die durch de» deutschnationalen Jugendbund veranstaltet worden feien, die Schüler Hermann Schrak, Schlüssel und Hoffmann auS Speyer, fowie Karl Krieger aus Mannheim. Außerdem hat die Rheinlandkommifsion den Regierungsntt Zimmermann aus Birkenfeld auSgewiefen, weil feine Tätigkeit in Turnvereinen und feine Reden vor der deutschen Jugend einen für die Sicherhett der BesatzungSttupPcn gefährlichen Geist (?) enthalten.
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Zwangsausenldaft an der Zollgrenze.
daS bedeutet noch, daß allein vom 15. August biefcS Jahres 6i3 31 März nächsten Jahres VerbillignngSzufchüfse deS Reiches in Höhe von dreirinviertel biS vier Milliarden allgemein angenommen, daß bie neue ttwienffch« vlll
Dlark zu leisten sind. Zu der Befürchtung, daß Regierung mit der passiven Haltung GiolittiS, «rMeMonistifch-r" Adler würde schon dem näch- das rationierte Brot der Bevölkerung in schlech . in der lleinasiatischen Frage vricht und sich dem; ften Geschleckt so unerträglich sein, wie uns ter Bcschaffenhett verabfolgt werde, liegt kein j Bonnarfch der griechische» Truppen widersetzt. I heute ein StaatÄvavven tm Juaeudstil wäre.