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Hessische Abendzeitung
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11. Lai-rgana.
VorbehM gegen die MrWngskonserenr.
Dor Ser Entscheidung.
£>2eiie Gefahr für Oderschlesien.
Aus allen Teilen Oberschlesiens mehren sich die Mitteilungen über neuen Terror der pol- Nischen Insurgenten, ja durch die Insurgenten selbst Wird bekannt, daß etn neuer vierter Aus stand schon am 17. Juli beginnen soll. Die Jnsurgentenführer fordern die deutschen Einwohner auf, die Ortschaften bis zum 15. Juli zu räumen. Hier liegt das alte System vor, daß die Polen mit aller Diacht immer wieder vollendete Tatsachen schaffen wollen, und daß sie vor allem die polensreundliche Haltung -Frankreichs, das Oberschtcsien am liebsten ganz oder doch wenigstens zum größten Teile Polen zusprechen mochte, dadurch unterstützen, daß sie, die bewaffnete Minderheit, mit allen Mitteln der Gewalt und des Terrors „Volksstimmung- erzeugen möchten. Eins ist bemerkenswert: Frankreich, das bisher mit allen möglichen Mitteln die Enffcheidung über Oberschlesien hinaus zu schieben gesucht hat, drängt neuerdings selbst auf eine schnellere Lösung der Frage. Es hat sich gezeigt, baß eine Einigung in der interalliierten Kommission zwecks gemeinsamen Berichts eines Planes der deutsch-polnischen Grcnzflihrung tu Oberschlosien nicht erzielt worden ist, und in diplomatischen Kreisen hat Man daher die Hoffnung anfgegeben, überhaupt -u einer Einigung zu kommen. Deshalb will Briand nunmehr bei der nächsten Tagung des „Obersten Rates* diesem die Entscheidung über Oberschlesien übertragen. Dieses Entgegenkommen Briands macht mit Recht stutzig, besonders da bei dieser Konferenz mich -noch die wirtschaftlichen und militärischen Sanktionen, die Prozesse der Kriegsschuldigen .und. nicht zu vergessen, die Orientfrage gelöst werden sollen.
Es ist zur Genüge bekannt, daß gerade die Orientfrage England die größte Sorge macht und daß es Frankreich bisher immer verstanden hat, diese englische Sorge zu hem zu benutzen, was man im Mitischen Lehen mit Kuhhandel bezeichnet. Und daraufhin zielt denn auch letzten Endes die ganze französische Politik. Zunächst hat man ein großes Entgegenkommen gezeigt durch die Abberufung des Generals Lerond, an dessen Abschied aus Oberschlesien Wohl nickt mehr gezweifelt zu werden braucht. Dazu soll noch die Rückberufung des wegen seiner ebenfalls polenfreundlichen Haltung bekannten französischem Generals Le Conte DeniS, des Stadtkommandanten von Beuthen und ferner des Oberbefehlshabers der französischen Besatzungstruppen General Gratier hinzukommen. Frankreich will sogar. wie man in diplomatischen Kreisen glaubt, nunmehr einen hohen Zivilbeamten und nicht mehr einen General in die interalliierte Kommission entsenden, der bann auch wohl wieder den Vorsitz übernehmen dürste. Das sind altt-S Entgegenkommen Frankreichs, denn man weiß, mit 'to'ckficr Hartnäckiakeit Frankreich die Politik Le Ronds in Oberschlesien gestützt hat. Diese Entgegenkommen sollen aber nur dazu dienen. die Engländer nun ihrerseits wieder zu Entgegenkommen geneigter zu machen, wobei der gelinde Druck in der französischen Haltung im Orient entsprechend Mitwirken soll.
In dasselbe Gebiet des „Entgegenkommens- gehört auch schon die besondere Betonung in Briands letzter Kammerrede, daß die A b st t Nirn u n g in Oberschlesien schon ein großes Entgegenkommen für Deutschland bedeutet habe, denn ursprünglich sollte nach dem Friedensvcr trage ganz Oberschlesien ohne weiteres den Polen zugesprochen werden. Daß es sich hier um eine einfache Forderung der Gerechtigkeit, um eine Durchführung des Grundsatzes des Selbst- bestimmungsrechtes der Völker handelte, das anzuerkennen oder zu betonen, glaubte Briand nicht nöttg zu haben und er durste es auch nicht, um nicht die Wirkung feiner Rede auf das Ausland zu schwachen. Deutscherseits muß demgegenüber immer Wieder betont und bervorgeho- ben werden, daß Oberschlefien infolge seiner ganzen kulturellen Entwicklung, aber auch nicht zuletzt durch den Willen seiner Bevölkerung zu Deutschland gehört. Es muß mit allen Mitteln darauf hingearbettet werden, daß die vettriebenen Deutschen wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Hab und Eigentum zurück- ertatten und vor den terroristischen Akten der polnischen Insurgenten einen hinreichenoen Schutz bei den Verwaltern Oberschlesiens, der Entente, finden.
Dreimal Md bis jetzt die W a r n n n g e n Von deittscher und auch zum Teil von Entente- feite, die auf die Gefahr des jedesmaligen Aus. staudes lange vorher schon hinwiefe». ungedört verhallt. Hoffentlich sorgt diesmal die Entente dafür, daß nicht durck einen neuen Aufstand und neue Greueltaten, wodurch ihr Name schon besteckt ist. das Unglück noch vergrößett wird. Polnischerseits will man durch solche AufstandS
Drohungon zunächst eimnal die Deutschen ad- schrecken und einschüchtern, dann aber auch soll der Entente von neuem gezeigt werden, wie der „tvahre Wille- des oöerschlestschen Volkes sich zu Polen neigt. Würde aber nach Recht und Gerechtigkeit verfahren, so würde es sich bald Herausstellen, daß, sobald man energisch durch- greift, und die nicht nach Oberschlesien gchön- gen Insurgenten aus dem Lande herauswirst, die übrigen entwaffnet, selbst die bisher für Polen eintrttertben Oberschlesier sich alsdann mehr und mehr für Deutschland beken- n c u würden. So aber wagt niemand, unter dem Druck des Jnsurgenten-Terrors seiner wah- rct Meinung über die polnischen Insurgenten uuo Warschau Ausdruck zu geben. Es muß aber ai;.v vor aller Welt energisch dagegen protestterr ioc'den, daß das Abstimmungsergebnis mit Füßen getreten wird, und die oberschlesische Frage als Rustauschobjest bei dem politischen Handel zwischen England und Frankreich benutzt wird.
J. B.
AbMtungs-Fmgen.
DerVölkerbund verzichtet zugunstenAmerikas (Eigene Drcchnneldung.)
Paris, 15. Juli.
Morgen vormittag tritt unter dem Vorsitz von Viviani in Paris der Abrüstungsausschuß des Völkerbundes zusammen. Es scheint sich zu betätigen, daß der Ausschuß nur zusam- menkommt, um fick ohne weiteres wieder zu vertagen, nachdem er von der amerikanischen Einladung zur Teilnahme an der Washingtoner Abrüstungskonferenz Kenntnis genommen haben wird. Diese amerikanische Einladung, so wird an einflußreichen Stellen betont, bedeutet eine neue Tatsache, die den Verlauf der Abrüstungs- verlfandlungen im Schoße des Bölkerbimdrates ändert. Die Vertagung des Ausschusses liegt beim Völkerbund rate selbst, und es ist nicht daran zu zweifeln, daß der Völkerbundrat feine eigenen Verhandlungen über die Abrüstungsfragc aussetzt, ebenso wie er die Beratung der Zusatz- antrnge zur Bölkerbundakte infolge der Anwesenheit des amerikanischen Vertreters in berechneter Rstckstcht beiseite gestellt hat.
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Harbins verfangt Vollmacht.
Ncwyork, 16. Juli (Eigene Drahtmeldung.) Präsident Harding fordert eiligst Vollmacht zur Erledigung der Verschuldung der Alliierten nad) eigenem Ermessen. Dies, sowie der noch verzögerte Vertrag mit Deutschland sollen ihn bei den Abrüstungsverhandlungen in eine vorteilhafte Vermittlungs-Stellung bringen.
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Ansagen lait Vorbehalt.
Genf, 16. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Der „Newpork Hcrald" meldet aus Washington, daß die französische und japnische Regierung ihre Zusage zur Teilnahme an der Abrüstnngskonfe; rcnz nur bedingt gegeben haben. Beide Regierungen k-tzen in ihren Erwiderungen voraus, daß die Ronferer; nur beratenden Charakter trage. — Briand erklärte gestern im Senat, für Frankreich müsse eine Abrüstung abhängig fein von der Erfüllung des F r i e - densvertrages mit weiten Sicherheiten. (!)
England und Zrland.
Der Beginn ver Verhandlungen.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 15. Juli.
Bei der ersten Zufammenkunst zwischen dem Irensührcr de Balera und Lloyd George waren die beiden allein. Ohne Zeugen haben sie nahezu drei Stunden lang miteinander gesprochen. An beiden Stellen wird über das, was sie persönlich verhandelt haben, strengstes Stillschweigen bewahrt. De Balera hat den Vertretern der Presse nur eine Erklärung abgegeben, die materiell nicht viel besagt. Nur in einer Unterredung, die de Balera dem außenpolitischen Vertreter des „Matin" gewährte, fällt der Satz auf, der sich auf die Berge versetzende Kraft des Friedens beruft, aber auch darauf hinweist, daß eS schwierig sei, von Lloyd George eine Lösung zu erlangen, sobald dieser ausweichen will.
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Um Irlands Selbständigkeit.
London, 15. Juli. (Eigene Trahtmeldung.) Heber die Besprechung zwischen Lloyd George und Präsident de Balera wird noch gemeldet: Wmüber die Beiden gesprochen haben, ist klar: Es handelt fick um die Souveränität Irlands,
d. h. ob Irland ein souveräner Staat wird oder nicht. Der Umstand, daß es zu Verhandlungen komntt, läßt erkennen, daß in dieser heiklen Frage nur ein Kompromiß die Lösung bringe» kann. Eine militärische und diplomatische Souveränität Irlands ist ja ein Ding der llnmäg- lichkeit. England wird niemals auf die militärische Hoheit und auf die außenpolitische Füh- rung in Irland Verzicht leisten.
Minister Schiffers Neöen. Briand sucht die Wirkung zu verwischen.
(Eigener Drahtbettcht.)
Paris, 15. Juli.
Ministerpräsident Briand wurde gestern von Pressevertretern über die Wirkung der Rede des deutschen Justizministers Schisser befragt Briand antwortete ironisch, er könne nur den deutschen Justizministcr beklagen, daß er sich in seiner Eigenschaft als Reichsjustizminister in der graufamen Notwendigkeit (?) befunden habe, die fkandalösen Freifprechungen (!) von Leipzig in Schutz zu nehmen. Tic Abberufung der französischen Vertreter werde wenigstens die Wirkung haben, daß die anderen interalliierte» Vertreter, die i« Leipzig geblieben sind, einer besseren Rechffprechung teilhaftig werden. Aus diesem Schluß folgert die Presse, daß die französische Regierung cs bei dieser Abberufung ihrer Vertreter in Leipzig bewenden lassen wird. Es ist möglich, daß die verärgerte Stimmung BriandS auf eine Londoner Abfuhr zuriickzuführcn war, nachdem es England offenbar vorgezogcn hat, die Leipziger Lösung der Kriegsbeschuldigtcn-Prozeffe nach wie vor bestehen zu lassen.
Verdruß in der Entente.
Englisch-französische Unstimmigkeit.
(Eigene Drahttneldung.)
London, 15. Juli.
Die letzte Rede Briands wird von der Presse zum größten Teil schonend übergangen, „'’airt „Daily Telegraf" hat sie aber Ueberra- fchung und beträchtliches Unbehagen in den englifchen diplomatifchen Kreisen erregt, die an Briands Erklärmtgen hinsichtlich der „Sanktionen", Oberschlcflen und der Frage des nahen Orients Answß nehmen. „Briand," so erklärte ein bekannter Diplomat in der Presse, „schlägt mitunter im Parlament andere Töne an, als dem Obersten Rat gegenüber, unter- streicht aber feine abweichende Meinung fo bewußt, daß wenig Aussicht für eine baldige Einigung mit England besteht."
Arbeitersang für Rußland.
Anklagen gegen die Bolschewisten.
(Eigene Drahtmeldung.)
Diünchcn, 15. Juli.
Der München-Augsburger Abendzeitung" sind Berichte zugegangen, nach denen die Bolschewisten in Bayern auf eine besondere Methode des Arbeiterfanges gekommen feien, die als Verschleppung reichsdeutscher Arbeiter nach Rußland bezeichnet werden müsse. Ein Komitee unter dem Titel .„Heimbesördernng russischer Kriegsgesangencr habe deutsche Arbeiter angc worben Seien dann die Angeworbenen zur Auswanderung bereit, so werde ihnen ein gedrucktes Formular vorgelegt, j» das sich die deutschen Arbeiter als „russische Kiiegsgesan- gene“ eintragen müssen. Diese Formulare werden bann in die Liften der russischen Kriegsgefangenenlager eingetragen. Weil die deutschen Arbeiter die russische Sprache nicht beherrschen, werden sie angchalten, zu erklären, daß sie als deuffche Kolonisten des Wolga-Gebietes cingc- zogen gewesen feien. Viele der bereits Ausgewanderten verlangen jetzt, wieder nach Dcutfch- land zurückkehren zu können, werden aber gewaltsam zurüügchalten, da sie nach ihren Papieren russische Staatsangehörige find.
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Die ausgewiesenen Nüssen.
Berlin, 15 Juki. (Prvoattelegramrn.f Wie zuverlässig bekannt wird, hat die bayerische Regierung das Verlangen Scwjetrußlands auf Aushebung der Austoeisungsversügung gegen die russischen Regierungsmitglieder aus Bad Kissingen zurückgewiesen. Vigdor Kopp erschien gestern wieder im Auswärtigen Amte, um das Verlangen seiner Regierung z« begründen.
Kaust deutsche Ware.
Branchen wir ausländische Fabrikate?
Jeder Deutsche sollte davon itberzengt sein, datz wir »eine ausländischen Favrrente dran, kheu.da sie nicht Vesser stad alSdieventsthen. Nachdem wi- wieder bester« Rohstoff« haben, ist auch bl« deutsch« Warr in guter Qualität zu haben Aus Kreisen der deutschen Huttndufttie wird uns geschrieben: Brauchen wir ausländische Hure? Ausländisches Wesen hoch, das eigene deutsche Wesen gering einzuschätzen, ist deutsche Art. Ter als Ausdruck der Geringschätzung häufig gebrauchte Gemeinplatz: »Das ist nicht weit her- (will sagen: Das ist nicht aus dem Ausland, also taugt es nichts) legt dafür ein besonders starkes Zengnis ab. Wer zu feinem Teil und in seinem Wirkungskreis dazu hilft, gegen diese unglückliche Art anznkämpsen, der hilft das deutsche Seibstbewußtseiu ftäiten; und man kann ihm nur von Herzen dankbar fein. Der deutsche Wollhut domiuiette schon vor dem Kriege nicht nur in Deutschland, sondern in allen Erdteilen. Speziell der Export nach Nordamerika — ein Land, das an die Qualität die höchsten Anforderungen stellt — hat jedem Fachmann den Beweis erbracht, daß Deutschland den besten, solidesten und brauchbarsten Wollhut der Welt herstellt. Rach Wiederaufnahme der Woll- huttndustric wurden die Widerstände, welche sich einer geordneten Fabrikation entgegenstellten. verhältnismäßig rasch überwunden, und der deutsche Wollhut hat als einer der ersten Artikel
seinen Platz am Weltmarkt
nahezu völlig zurückgewonnen. Was die deutsche H a a r h u t-Indnstrie antangt, so ist zu sagen: Obgleich während des Ktteges durch den 50iait= gel verschiedener Rohstoffe der deutsche Haarhut nicht mehr der gleiche war, tote vor dem Kriege, so Hai doch der Fachmann durch mancherlei Versuche immerhin noch einen guten, tragfäHigen Hut heransgebrächt, mit dem totr unter ben damaligen Verhältnissen zufrieden sein konnten. Dnrch die Beschlagnahme der Wolle mußten einzelne ^Betriebe sich immer mehr auf die Fabrikation von Haarhüten verlegen, und diesem Umstand ist es in erster Linie zu danken, daß die deutsche Haarhutindustrie ganz riesige Fort- schritte gemacht hat. Neben der Herstellung von billigen Qualitäten wurde in ben Jahren nach der Revolution von einigen altbekannten und altbewährten Haarhutfabriken sehr bald wieder der gute und erstklassige Haarhnt gebracht wie früher. Und heute darf man mit Stolz sagen, daß der feine deutfche Haarhut dem Auslandsfabrikat nach jeder Richtung hi» eben- bärtig ist und dieses zum Teil sogar übertrifft. Es erscheinen Qualitäten auf dem Markt, die man vor dem Kriege dem deutschen Hutmacher kaum zugetraut, die aber unter den damaligen VerhÄtnissen kein Hnthändler dem deutschen Fabrikanten abgekauft hätte. Wozu aber auch sollte der deutsche Huthändler sich den Verkauf erschweren und deutsche Haarhüte, wenn auch erstklassigste Ware, anbieten, wenn das Publikum ausländische Fabrikate fordert! Aber nicht allein dem Bestreben, durch Verarbeitung guter Stoffe nnd Vervollkommnung der Technik allerbeste Qualitäten herzustellen, sondern
auch dem dckttschen Arbeiter
haben wir den bedeutenden Fottschritt in ben beutfdten Hutfabriken mit zu verdanken. Durch fortwährende Anregungen sowie Verbesserungen in der Verarbeitung, jahrelanges Einarbetten bei sorgfältigster Behandlung hat der Arbeiter aus seiner Stelle eine gegen früher wesentlich erhöhte Geschicklichkeit erlangt. Rings von ,Sank- tionen-, von der Erdrosselung des deutschen Wittschastslebens bedroht, wird es keinem Deut, schen schwer fallen, sich vorauf z« besinnen, daß es Unrecht an der eigenen Volkswirtschaft ist, wenn wir feindliche Jndnsttten, die wir gleich- wertig im eigenen Lande haben, durch Kauf ihrer Erzeugnisse unterstützen. Das urteilslose Streben nach dem ausländischen Erzeugnis, wie es vielfach vor dem Kriege dem deutschen Publikum geradezu suggeriert worden ist, obgleich ebenbürtige deutsche Erzeugnisse genügend am Markt waren, muß aufhören. Oder wie es der Vorsitzende des wirtschaftspolitischen Ausschusses des ReichswirtschaftsraleS einmal trefflich ausgedrückt hat: „SBie unsere Gegner fürderhin nur dasjenige bezahlen wollen, waS sie ans anderen Ländern nicht in gleicher Güte oder zu gleichem Preise kaufen können, so darf keine deutsche Hand sich künftig nach feindlicher Ware ausstteckcn, die nicht des Lebens Notdurft erfordert! Das ist die einzige Gegenwehr, die dem entwaffneten deutschen Volke noch verbleibt!- Auch aus dem WirtsHaftSkmnpfe, in dem wir jetzt stehen, rettet uns fremde Hilfe nicht; davon haben wir hinreichend Erfahrung. Die Rettung liegt einzig in der
eigenen Gnficht und Selbsthilfe.
Packen wir uns also getrost selbst beim Schopf. Wer die letzten Messen, sowie Hut-Mödcwahlen t besucht hat, wird sich von der hervorragenden