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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 154.
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 10. Zrrtt 1921
Fernsprecher 951 und 952
11. Jahrgang.
Frankreich gegen die Leipziger Freisprüche.
Mangel an Einsicht.
Reichstag. — Franzosenhatz. — Britrnpolitik.
Mit den besten Wünschen hat der Reichstags- Slfiibent den Reichstag in die Ferien ent- en, sicher auch mit einem Seufzer der Er- leichterung, denn es gab noch keine Parlaments- sefsion in Deutschland, die so schwierig zu lenken war, wie die soeben abgeschlossene. Es ist geradezu beschämend, wie tief das Parlament im neuen Staate gesunken ist. Keine Gesetzes - Vorlage konnte beraten werden, ohne daß es zu gehässigen Parteikämpfen kam. Alles wurde nur aus dem engen Gesichtswinkel des Parteistandpunktes betrachtet, als ob die Partei über dem Vaterland stände. Das Schlimmste aber waren die von den Kommunisten veranstalteten Larmszenen, die gar zu Tätlichkeiten ausarteten. Früher wäre so etwas nicht denkbar gewesen. Wie blickten wir geringschätzig — und das mit Recht — auf die Parlamente der minder kultivierten Balkanstaaten, wenn von dort manchmal Berichte über Radansitzungen kamen. Wie konnten wir stolz sein auf unsere Volksvertretung, die stets die Würde wahrte. Früher sahen die Bestimmungen der Geschäftsordnung nur den Ordnungsruf vor, wenn ein Mitglied den guten Ton verletzte. Später wurde eg nötig, die Bestimmungen so zu verschärfen, daß ei*- ..örcndes und widerspenstiges Mitglied aus gewisse Zeit ausgeschloffen werden kann. Mrd eine noch schärfere Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich werden?
Die Ergebnisse der abgelaufenen Reichstags- Session sind wenig glücklich. Das Wichtigste ist die Unterzeichnung des Ultimatums der Alliierten, womit wir zwar vorläufig eine Hinausschiebung der weiteren Zwangsmaßnahmen Der immer noch als F inde auftretenden Siege^ktaa- ten erreicht halben: aber ob es gut war, uns mir Pflichten zu belasten, deren Erfüllung zweifil- hast ist, muß die Zukunft ergeben. Da wir nun einmal die Pflichten zu hohen Zahlungen und Sachleistungen übernom- men hatben. müssen wir sie zu erfüllen versuchen. Kann aber ersprießliche Arbeit geleistet werden, wenn im Reichstag die Zeit mit Parteigezänk vergeudet wird? Ernste und produktive Arbeit ist daS Einzige, das uns aus der Not heraushelfen kann. Die Minimer sagen es, die Abgeordneten schmücken ihre Reden mit Mahnworten, die Bresse sck/rekbt es immer wieder, daß nur in der Arbeit unsere Rettung liegt. Aber der Reichstag hat' dem Volk ein schlechtes Beispiel geoeden. Zwar sind die Ausschüsse fleißig mit dem Bearbeiten von Gesetzen beschäftigt gewesen, aber die Mrkung dieser Gesetze ist noch abzuwarten. Am meisten möchte man dem Parlament zu seinem Wiederzusamnientriti im Herbst ine Rückkehr der »parlamentarischen* Sitten wünschen.
Unsere Arbeit im .Innern würde viel ergebnisreicher fein, ständen wir nicht unter dem unerhörten Zwang von außen. Im Großen und Ganzer- ist allerdings ein Fortschritt im Wirtschastslellen festzustellen, aber der erwünschte Erfolg blieh aus. Das Wirtfchastsbarometer, die Valuta, zeigt immer Mechtes Wetter. Die schweren Zahlungspflichten drücken unseren Kursstand weiter hinunter. Die Mark gilt, jetzt nur noch ein Fünfzehntel von ihrem Friedenswert Wohin das sichren soll, darüber sind sich die Regierungen in Paris und London nicht klar. Es scheint wohl manchmal, als wollte da oder dort die Vernunft sich durchsetzen, als wolle man Deutschland wenigstens Gelegenheit und Freiheit zur Arbeit geben, aber jedesmal folgt eine Enttäuschung. Kaum hatten wir die Hoffnung, daß aus den Wesbadener und Pariser Besprechungen eine deutsch-französische Verständigung entspringen werde, da verabfolgten uns die Franzosen wieder eine Gistpille. In abstoßendem Fanatismus versuchen sie die Knute SM schwingen. Nur daraus erklärt es sich, daß die Urteile in den Leipziger Prozessen, die die französische Rachegier nicht befriedigen, dazu dienen sollen, die Aufrechterhaltung der .Sanktionen* zu begründen Es ist ein ekelhaft ter Skandal, daß die Alliierten daraus eine .Staatsaktion machen wollen.
Leider dringt Frankreich mit seinen anormale« Gelüsten immer durch, denn in der Leipziger Angelegenheit soll England dem französischen Antrag cnsf Revision zugestimmt haben. England selbst sucht auch in allen Fällen sein Schäfchen ins Trockene zu bringen. So ist auf der soeben beendeten britischen Reichskonferenz auch die Frage der deutschen Kolonien besprochen worden. Man war dort zu wveitgehender Annektierung geneigt und man würde die Teilung der Beute schon lange »orze- nommen haben, wenn die Ententemächte über die Anteile einig wären. Vorläufig besteht das System der „Mandate* weiter, bis die Frage im Herbst rom VÄkerbund entschieden werden soll. Rach alledem ist Grund genug zu ernsten Bedenken. Wenn wir uns trotzdem unseren Optimismus nicht rauben lasten, so ist es ein
mal in dem Glauben an die deutsche Bolkskraft begründet, dann aber auch in der Ueberzeugung, vatz die Entente mit dieser Politik sich schließlich selbst schäbigen und darum doch noch einen anderen Weg einschlagen wird. K. F. Dr.,
Die Franzosen in Leipzig.
I»rückber«fu«g der Zeuge».
(Clflcne Drahtmeldung.)
Paris, 9. IM.
Die belgische Regierung hat der fra«- zöfischen auf Anfrage wegen der Urteile in den Leipziger Prozessen geantwortet, daß sie sich mit dem sranzüsifchen Vorschlag einverstanden erkläre, die juristischen Vertreter und die Zeugen sofort aus Leipzig abzuberufen. In der nächsten Sitzung des Obersten Rates soll über die Haltung der Alliierten gegenüber den Urteilen in den Leipziger Prozeffen Beschluß gesicht werden. Pariser Blätter melden, daß am Freitag früh ein Ministerrat stattgefundcn habe, der sich mit den Leipziger Freisprüchen befaßt hat. Dem „SemyS“ zufolge wurde der Beschluß erst nach der Einigung mit den übrigen Alliierten bekanntgegeben. Der ministerielle „Matin" schreibt: „Für Frankreich ist das Leip, ziger Spiel endgültig zu Ende. Kein Franzose darf mehr als Zeuge nach Leipzig gehen."
Die Verhandlung gehl weiter.
Leipzig 9. IM. (Privattelegramm.) 0c« natsprästdent Dr. Schmidt äußerte sich einem Vertreter der „Leipziger Neuesten Nachrichten" gegenüber über die Folge« der Abberufung der französischen Vertreter und Zeugen, daß di« Verhandlungen ruhig ihren Fortgang nehmen werden. Die französischen Vertreter, fast ausschließlich Juristen, haben sich später in korrekter Form von dem Vorsitzenden verabschiedet und als Grund angegeben, daß sie auf Befehl ihre^Regierung nach Paris zurückkehrrn müßten. Sie stellten bei dieser Gelegenheit ausdrücklich fest, daß die Abberufung der zeugen nicht von ihnen veranlaßt worden sei. sondern lediglich von dem ftanzösischen Konsul. Sie konnten ihr Erstaunen über diesen Schritt nicht ganz unierdrücken. Es ist eine befremdende Handlungsweise der Franzosen, d« die Entlastung von Zeugen sonst nur durch den Vorsitzenden des Gerichts erfolgen kann.
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Komödie in Frankreich.
Paris, 9. Juli. (Eigener Drahtbericht.) „Echo de Baris" meldet: Arik Veranlassung des
französischen Justlzministers wurden die Hinterbliebenen der Opfer der deutschen Ge- fangenenhinrichtnngen protokollarisch zu den Leipziger Urteilen vernommen, ob sie in ihnen die Sühne für die an ihren Angehörigen begangenen beispiellosen Verbrechen erblicken wollen. Der „Matin" fordert zu Massenversammlungen für Sonntaa in ganz Frankreich auf, »m gegen die Leipziger Freisprüche zu protestieren. (!)
DieHeidelbergerVerbrecheri.
Aufklärung durch die Polizei.
(Privattelegramm)
' Heidelberg; 9. IM.
Das geheimnisvolle Verschtvinden der beiden Bürgermeister. Buffe aus Herford und Werner auS Heidelberg, und des Berliner Kaufmanns Horn findet jetzt seine Aufklärung. Laut Mii- teilung der Heidelberger Polizei steht es außer Frage, daß die drei Herren einem Raubmord zum Opfer gefallen sind. Es gelang aber bis zur Stunde noch nicht, ihre Leichen aufzufinden, obgleich das ganze Gebiet um Heidelberg, namentlich die großen Waldungen, von Hunderten von Polizeimannschaften durchsucht wurden. Dagegen wurde ein bei der Heidelberger Eisen- bahn beschäftigter Schmied namens Siesert verhaftet, der dringend des Raubmordes verdächtig ist Man fand bei ihm mehrere Gegenstände imd einen Bries deS Oberbürgermeisters Buffe. Der Verhaftete wurde dem Untersu- chungsrickster vorgcMrt. Er leugnet zwar noch die Tat, dürste aber vermutlich in Kürze überführt werden. Er hatte sich außerdem in den letzten Tagen durch Beiahlen großer Schulden verdächtig gemacht. Heute vormittag wurden noch drei Personen in Heidelberg verhaftet, die der Täterschaft in der Mordasfäre verdächtig sind.
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Weitere Verhaftungen.
Heidelberg, 9. Juki. (Privattelegramm.) Außer dem Bahnarbetter Leonhard Siefert aus Ziegelhausen wurden noch der siebzehnjährige Arbeiter August Sauer, seine Mutter und sein Stiefvater Georg Werner aus Ziegelhausen, die unter dem Verdacht der Hehlerei stehen, verhaftet. Der junge Dauer versuchte bei einem Althändler die goldene Uhr zu vor- kaufen, die dem Bürgermeister Werner gehört hat. Weiter wird gemeldet: Alle Tatsachen sprechen dafür, daß der seit anderthalb Fahren in Ziegelhausen wohnende Siefert die beiden Bürgermeister getötet, beraubt und die Leichen versteckt hat. Siefert ist auch dringend verdächtig, vor einigen Tagen auf dkn Weinheimer Ingenieur Link geschossen zu Huben Link wurde dabei außerordentlich schwer verletzt.
Konferenz Wer die Ernährung.
Teures Brot. — Freigabe deS Zuckers. — Die Milcherzeugung.
Stuttgart, 9. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Konferenz der Ernährungsminister und Landwirtschaftsminister der Lauder ist unter dem Vorsitz des ReichsernährungSministers Dr. Hermes in Stuttgart zusammen getreten. Dr. HermeS erklärte, die Konferenz müste ans der Diskussion über den Abbau der Zwangswirtschaft zu einem engen Zusammenwirken im Geiste positiver landwirtschaftlicher Wiederausbauarbeit kommen. Er teilte in einer Preffe- besprechung sodann mit, daß die Konferenz mit überwiegender Mehrheit beschlossen habe, mit Rücksicht aus die in diesem Jahre zu verzeichnende Vermehrung des Rübenbaues, die Zuckerzwwaugswirtschafr mit Beginn des neuen ErntejahreS, also mit dem 1. Oktober aufzuheben. Die Getreideumlage soll nach der persönlichen Austaffnng beS Ministers ein UebergangSschritt für die freie Wirtschaft fein, zu der man, wenn nicht ganz unerwartete Verhältnisse eintreten, im nächsten Jahre kommen werde. In der Ministerkonferenz fei mit allem Nachdruck von Ministern aller Parteirichtungen die Notwendigkeit einer
Steigerung der heimifchen Produktion zum Ausdruck gebracht worden, insbefondcre durch vermehrte Anwendung des Kunstdüngers in der Landwirtsäsirft und durch Schaffung von Beispielwirtfchasten, wozu das Reichsernährungsministerium allgemeine Richtlinien auf- stellen w-rd. Die Frage der Broiverforguag sieht die Konferenz durchaus ruhig an. Es fei zu hosten, daß der Uebcrganq in das neue Wirtschaftsjahr sich ohne große Erschütterungen vollziehen wird Eine Erhöhung des Getreide-
vreifes werde durch den Abau der Zuschutzaktion des Reiches notwendig. Das Reichskabinett werde sich mit der Frage zu befassen haben, ob bei der
Brotpreis-Erhöhung
bis vierzig oder fünfzig Prozent zu gehen fei. Liefe Erhöhung fei aber nicht durch das Um lageverfahren hervorgerufen, sondern sie wäre sowieso gekommen, da es nicht möglich fei, mit der inländischen Zwangswirtschaft den Bedarf des Volkes z» decken. In der Wilchwirisch ns 1 müsse eine wesentlich stärkere Erzeug',ng ebenfalls Platz greisen. Es sei geplant, im Korden und im Süden ein großes milchwirtschaft- liches Institut im Einvernehmen mit den einzelnen Ländern zu schaffen, das die Aufgabe haben soll, ein Zentralpunkt zu werden für alle großen milchwirtschastliche« Forschungen, das mit einem Ring von Unterinstituten und praktischen Bettieben zu verbinde« tonte.
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Erleichterung des Handels.
Stuttgart, 9. Juli. (Privattelegramm.) Die Konferenz beschloß, daß die zurzett noch bestehende Regelung jstr den Verkehr mit Kaffee- Ersatzmittel ab L August 1821 außer Kraft tritt Ferner stimmte sie mit großer Mehrheit dem Vorschlag des Reichsernährungsministers zu, wonach der Großhandel mit Lebens- und Futtermitteln, mit Tabak und Wein von den Vorschriften befreit werden soll, welche den Beginn des Großhandels von einer behördlichen Genehmigung abhängig machen. Nächster Tagungsort ist Oldenburg.
GImf-VoWreckung.
Geldstrafe oder Gefängnis,
Da bie Beitreibung bon Geldstrafe» bei weniger bemittelten Verurteilten oft Swwierigteiten vcruriacdt hat, finb jetzt genaue Richtlinien aufgefteUt worben, in welchen Fällen bie Selb, «rate ober bie Freiheitsstrafe |u vollstrecken ist. Von zuständiger Stelle wird geschrieben: »Die Vollstreckung gerichtlich erkannter Geld- firafen stößt infolge der gedrückten wirtschaft- lichen Verhältnisse, in denen der größere Teil des Volkes zu leben gezwungen ist, oft auf Schwierigkeiten. Die sofortige Bezahlung einer Geldstrafe übersteigt in zahlreichen Füllen die wirtschaftliche Kraft des verurteilten, eine rücksichtslose Vollstreckung führt nicht selten zu einer dauerndeit Schädigung seiner wirtschaftlichen Lage. Bleibt der Versuch der Betreibung ganz oder teilweise erfolglos, so wird die Vollstrek- kung der Erfatzfreiheitsstrafe notwendig. Diese Wirkung ist, tote eine Allgemeine Verfügung des Preußifchen Justizministers vom 23. Juni ausführt, besonders unerwünscht, weil die Vollstreckung
kurzfristiger Freiheitsstrafen, um die es sich dabei zumeist handelt, den Der- urteilten hn allgemeinen nicht bessert, vielmehr seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten erhöht, seine Familie fast regelmäßig in Mtleiden- schast zieht und seine soziale Stellung untergräbt. Die Erkenntnis der ungimfttgen Wirkungen der kurzfristigen Freiheitsstrafen hat zu einer häufigeren Anwendung der Geldsttafe geführt. Muß mm statt einer Geldstrafe die Er- satzfteiheitsirafe vollstreckt werden, so ist damit der mit der Wohl der Straftat verfehlte Zweck verfehlt. Diesen Nachteilen nach Möglichkeit vorzubeugen, ist daher eine wichtige Aufgabe der Strafvollstreckung. Da-m bietet sich das Mittel einer der Loge des Einzelfalles gerecht werdenden
Gewährung von Zahttmgsftisten und von Teilzahlungen. Wo die Bei« tretbnng einer Geldstrafe aus Schwierigkielen stößt, ober die Lage des Verurteilten imgiinfttg zu beeinflussen droht, ist daher mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob nicht durch Gewährung von Teilzahlungen oder Zahlungsfristen die Bezahlung der Geldstrafe erreicht und damit zugleich die Belastung der Staatskasse mit den Kosten der Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstra« fen vermieden werden kann. Die Teilzahlungen müssen den wirtschaftlichen Verhältnissen des Verurteilten angepaßt werden. Ist der Verurteilte auch bei gutem Willen zur Ent- rtotimg von Teilzahlungen nicht imstande, so ist die bedingte Aussetzung der Ersatzfrei. heitSsttafen zu erwägen. Ist der V-rurteiltt ht der Lage zu arbeiten, so kann die Aussetzung in geeigneten Fällen davon abhängig gemacht werden, daß der Verurteilte für Rechnung der Staatskasse freie Arbeit nach Maßgabe seiner Kräfte leistet (§ 3 der Allgemeinen Verfügung vom 19 Oktober 1920). Wenn dagegen der Verurteiste trotz des ihm gewährten Entgegen- kommens die Zahlung der Geldsttaie schuldhaft unterläßt oder verzögert, ist die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe durchzuführen.*
Anleihe in Amerika?
Unbestätigte Gerüchte über Verhandlungen.
In Newchorker Finanzkreisen geht, toie eago Tribüne* meldet, daß Gerücht, daß Deutsch» land demnächst Amerika Eröffnungen wegen der Ausnahme einer Anleihe machen werde, doch leugnen di» offiziellen Mitglieder der Wallstreet eine diesbezüglich« Information erhalten zu haben. Man glaubt indessen zu wissen, Deutschland wünsche, daß die in Amerika be- schlaMabmten deutschen Güter der Auf- ficht eines RateS deutscher und amerikanifcher Kuratoren übergeben werden sollen, die aus Lebenszeit ernannt werden sollen. Dies würde die Ausgabe einer Anleihe von achthundert Millionen Dollar gestatten, die durch Privatbanken garantiert werden würden. ES verlarttet. daß Deutschland in dieser istichtuna die Zustimmung verschiedener Banken und verschiedener deutscher Eioentümer erhalten hübe, deren Güter in Amerika beschlagnahmt worden sind. Tie Bankiers seien dieser Lösung nicht abgeneigt, unter der Voraussetzung, daß die finanziellen Operativ* nen zur Basis den D o l l a r und nicht die deutsche Mark haben werden. Der Fortgang bet Verhandlungen hängt von der Abteilung Washingtons ab.
Rach einer anderen Washingtoner Meldung jedoch werden in maßgebenden der Regierung nahesteheichen Wirtschaftskreisen bie Meldungen über Verhandlungen bettefiend den Abschluß eines Handelsvertrages dementiert, und eS wird sogar behauptet, daß die mit der deutschen