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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Dienstag, 5. ZuN 1921

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 149

Fernsprecher 951 und 952

(Privat-Telcgramm.)

Berlin.

aus-

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kommen wird.

Der ein

Di« Raffelet «euesle» Nachrichuri eti(Seinen toödjentlict) fechsmal unb zwar oben6 6. Ter SboimementSpreti betragt monatlich 6.50 Marl bet freier Zustellung inS HauS. Su6- mLrtS durch die Post bezogen 5.80 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden iederz.tr von der WefchSftSftelle oder den Boten entgegengenommen. Truderet, Verlag und RedaMon. Lchlachthofstratze 28/30. 'vür unverlangt eingefandte Beitrage kann die Siedattion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem stalle übernehmen. Rückzahlung b«s BezugSgeide« oderLnfprüchewegen eiwaigernichtordnungsmöstiger Lieferung auSgefchlofsen.

Kundgebung für Oberschleflen

Rede des Reichskanzlers. Protest gegen die feindliche Bedrückung.

auch in Obcrschlesien nach dem Willen der Be­völkerung entschieden werde. Mehr als ma­terielle Interessen stünden aus dem Spiele. Was Oesterreich mit Deutschland «nd Deutschland mit Oberschleflen verbinde, das sei die Heimatiicbc, die einzig dastehende Liebe des deutschen Volke?

P r o t c ft der vereinigten deutschen Parteien und Gewerkschaften gegen die Amnestie übermittelt. In diesem beißt es, daß die südliche Bevölkerung Oberschlcflcnß allen Grund hat zu bezweifel t, daß dieser Aufstand der letzte war. Die Forma­tionen der Polen gehen bewaffnet itub geschlossen zurück und werden mit ihrem Kriegs­gerät nach Polen abtransportiert, soweit fie von dorther gekouimen sind. Die ans Oberschleflen stammenden Aufständischen gehen in ihre Hci- ma-torte mit ihren Waffen. Die polnische Presse schürt schon wieder zu einem neuen Aus­stand. Di- Erklärung verlangt dann, daß Kor- fantie, sowie die Vorsitzenden und Beisitzer der Feldgerichte nicht amnestiert werden dürfe«.

giernng zu den bisherigen Vereinbarungen in der Wiederaufbanfragß cinhvlcn. Die Aussichten für eine deutsch-franzö­sische Verständigung sind begründet.

Räumung der Grenzbezirke Sicherung durch Engländer und Italiener. (Eigener Drahtbericht.)

BreSlau, 4. Juli.

a,. .«rarrwn. AsNcht. iXfa

Berlin, 4., Juki. (Privattelegramm ) In der oberschleflschen Hilfsaktion steht die Bewilligung weiterer Hilfsmittel bevor. Sofort nach Befrei­ung Obersckstesiens von den Insurgenten begibt sich eine Ministerialkommisfion nach Oberschleflen kto die ungefähre Höhe der angerichtctcn Schä­den sestzlssetzen In parlamentarischen Kreis-n rechnet man damih daß die bisher von der Re­gierung für die erste Hilfe angewiesenen fünfhun­dert Millionen Mark um mindestens das dop­pelte nnd dreifache erhöht werde, müssen.

Gin deutscher »rötest.

Breslau, 4. Juli. (PrivattelegramM.) interalliierten Kommission wurde gestern

zum deutschen Reich und zur deutschen Kultur. Der Reichskanzler schloß mit der Mahnung " zuharren, so schwer cs auch fallen möge.

tim dieSanktionen".

Die MeichgNegierung beantragt Aufhebung.

(Privattelegramm)

Berlin, 4. Juli.

Der offizielle Antrag der Reichsregicrung an den am 15. Juli zusammentretenden Obersten Rat nach Aufhebung der Rheinlandsankftonen ist am Freitag von den deutschen Bor- schafter n in Paris, London und Rom den alliierten Kabinetten überreicht worden. Dem Antraa ist eine ausführliche Begründung beigefügt. Ebenso ist aus die Erklärung der Staatsmänner auf der Londoner Konferenz hin- gewiefen, die Deutschland nach Annahme des Ultimatums und bewiesener Pflichtersüllung ein Scdft auf Aushebung der Sanktionen geben.

Aussicht auf Fortfall derSaultioueu"

Das teure Parlament.

Was kostet der Reichstag?

Dem Reichstag ist ein Nachtrag zum HauSSaS des! Reichstages für das Rechnungsstchr 1921 zugegangen. Darin wird gegenüber dem Bor« anfäMag für die Kosten des Reichstages in Hö­he von neunzehn Millionen Mark eine Nach - tratzsforderung von nicht weniger Äs zehn Millionen Mark erhoben. Die Gesamt­summe der sortdauernden Ausgaben des Reichstages beläuft sich auf neunundftvanzig Millionen Mark. Ne Mehraufwen-dung von zehn Millionen ist einmal verursacht durch Er­höhung der Aufwendungen für Gehälter, Anla­gen, Dienstleistungen für Beamte u-d Hilfst leistungen und Beihilfen Mr Beamte. Die größ­te Mehrauswendrmg von nicht weniger als sechseinhalb Millionen Mark erfordern die Ent» schädigungen der Reichs ei senk ihnen sowie der Privateisenbohnen im Deutschen Reiche Mr dis Freisahrtftnten der Mitglieder des Reichstages. Zu diesem Etatstitel führt die amtliche Be, gründung folgendes aus: »Die früheren Staats­bahnen haben für die

Freifahrten der Mitglieder des Reich-stages eine Entschädigung nicht erhallen. Den Reichseisenbahneu wivd jedoch

Fortfall der Ausfuhrabgabe.

Paris, 4. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In einer amtlichen Mitteilung der alliierten Garanliekommissioir wird erllärt, daß die sechs- undrwanzigprozcntige Ausfuhrabgiabe fortf611t. In der Bekanntmachung he-.tzt es ferner, daß das Komitee die beittschc Regierung darairf hingewiescu habe, daß das ganze Gleich­gewicht des Systems der deutschen Zahlungen auf einer gewissen Stabilität des Mark- kurses beruhe und daß diese Stabilität nur erzielt werden könne, wenn man vorher das Gleichgewicht des Budgets durch die notwendi- gen Reformen gesichert habe.

Aussicht auf Verständigung.

Der am Sonntag veranstaltete Hilfsta-, für die bedrückten Oberschlesier nahm überall einen würdigen Verlauf. In Berlin fand nm Abend eine von Tausenden besuchte Versammlung in der Philharmonie statt. Unter den Teilnehmern befand sich der Reichspräsident Ebert in Be­gleitung des Reichskanzlers Dr. Wirth, ferner des preußischen Ministerpräsidenten Sieger- wald, sowie zahlreicher Parlamentarier und Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden. In einer Rede versicherte der Rcicksskanzlcr, daß man in Deutschland bis hinein ins letzte Dorf die Not unb die Leiden der Oberschlesier kenne und würdige. Er wies darauf hin, daß Deutsih. land eine schwere Leidenszeit hinter sich habe. Unendliche Werte, indessen nicht alle, seien ver­loren gegangen. Gerettet sei die deutsche VolkS einheit und die Einheit des deutschen Wirt­schaftslebens. Zu den kaum geschloffenen Wun­den, die Deutschland in »itterfter Not geschlagen worden seien, seien zwei neue

frisch blutende Wunden hinzugekommen, die eine blute drüben am Rhein, wo trotz der Annahme des Ultimatums fortge­fahren werde mit E r p r e s s u n g e n. Die Auf­rechterhaltung der Sanktionen müsse bezeichnet werden als die grüßte europäische Torheit seit Jahrhunderten. Die zweite unb größte Wunde blutet drunten in Oberschlesien. Tie f-v *'**- schwerste, die Dmrtschlaub seit viel

Demütigung unb enttäuschter Hoss nungesc geschlagen sei. Die Frage, was ars Oberschlesien werde, könne auch er nidft beant­worten. Aber es müsse festgestellt werden, Ober­schlesien darf nicht ein Handelsobsekt der Gr- heimbiplomakie werden. Die oberschlesische Frage sei eine europäische Frage, an der in ge­wissem Sinne die ganze Welt interessiert fest Nicht alles, was über das

Selbstbeftimmungsrecht der Völker gesagt sei, könne vergessen worden fein. Diese Auffassung berechtigt uns zu der Hoffnung, daß

3nfertton8pretfe-. a> Einheimische Auftrage: Die etnfpalUge Anzeigen»geil« M. L20, die einspaltig« Reklame,eil- M. 3.-. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigen,eile M. 1.50, di« einspaltig« ReNamezeil« M. 3.50, alles einschließlich Truerungszufchlag und AnzeigensleueQ Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegedcnen Anzeigen, sowie für Auttmhme» daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht» hosstratz« 18/30. S-schäftSstrll-: »Slntsch« Straß« 6. Telephon Nummer SSI und 05..

-der Negierung zrr erwecken, selbstverpaie. allen wirtschaftlichen Beziehungen genau .. bisher alles ihr Mögliche tun werde, um den Helgoländern

über die Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, die ihnen der Krieg gebracht habe. Die 3teicM* steuergesetze müssen aber unbedingt ausgeführt werden: wer durch die Veranlagung zu ihnen unberechtigt herangezogen oder überbürdet zu sein glaube, müsse sein Recht lediglich in dem gesetzlich geordneten Rechtsmittelwege duttbzu- fetzen suchen: es sei insbesondere auch die Pflicht der Mitglieder der Abordnung, bei ihrer Rück- kehr die Jnselbevölkernng hierüber mit auszu- ffirren und zur Beruhigung ans der Insel auch ihrerseits mitzuwirken. In politischer Bezie­hung sei den besonderen VerhUtniflen Helgo­lands schon durch die besondere Gestaltung de« dortigen Wahlrechtes, die nur unter Abänderung sogar der ReichSversassung mSglich gewesen sei, in sehr weitgehendem Maße Rechnung getragen, ebenso wie in wirtschaftlicher Hinsicht durch den einstweiligen Verzicht des Staates Preutzen auf das ihm gesetzlich gebührende Drittel der Reichssteuern zugunsten der Jnselgemeinde. In Bezug auf die sonstigen politischen Wünsche eine Erklärung der Zusicherung zu geben, lehnte der Minister ab. Gegenüber ehret abweichenden, offenbar auf Mißverständnissen beruhenden Meldung einer Zeitung kann hier schließlich noch vermerkt werden, daß in der Audienz keine Rede von der angeblichen Absicht gewesen ist, Helgo» land in die Zollgrenze des Deutschen Reiches einzubezieben, sondern davon, daß Preußen fett 1891 aus Staatsmitteln das Reich für den Aus­schluß der Insel Helgoland ans dem deutsch« Reichszcllgebiet entschädiget hat.

parationszahlungen verlange. Das Blatt schl-etzi mit den Worten: »Die Interessen Frankreichs, sein Ruhm und seine Ehre gebieten, das für bie Folge nicht mehr »t rechtfertigende Hederins der Sanftionen auMheben, doch darf Deutsch­land der ungehinderten Einfuhr sranzostschrr *3aren in die Rheinlande keine Steine in den Weg legen.-' Nach dieser bezeichnenden Stel- lunanahme wird man wohl hoffen dürfen, daß endlich die Einsicht in Frankreich zur Geltung

liegen/ t .

Noch beachtenswerter ist die Aeußerung des .Pettt Parisi en", der bekanntlich dem ftanzösi- sthen Ministerpräsidenten sehr nahe steht. Auch er anerkennt die Anstrengungen der deutschen Regierung, den BerpfTufrtungen nachzukommen und sagt: »Der Augenblick ist nun gekommen, in dem man die Aushebung der Sanktionen ins Ange fassen mmß.- Das Matt beschäftigt sich eingehend mit den geleisteten Zahlungen Deutsch- lands, mit der Abrüstungsfrage, die ihm noch einiges Mißtrauen einflößt, streift die Leipziger ReichAAerickftsverhandlungen, deren Urteile ab- zuwatten weder ffug noch billia sei und kommt schLießjftch z-u der für die Franzosen außerordent­lichen Erkenntnis, daß das Deutsche Reich Witt-

Paris, 4. Juli. (Eigener Drahtbettcht.) Der uu_lt _...Malin" meldet: Die Vertagung der Bespre-

sch^Üich nicht vom Rheinlande getrennt!jungen mit bat Deutschen ist auf Wunsch

toerben dürfe wenn man von Deutschland die der Deutschen bis Dienstag erfolgt £err @ug- arärten Anstrengungen in Bezug auf die Re- genbeimer w,rb btc Zustimmung der Relchsrt- groBten ui -->»3 i n hisrwtiaen äkrembarunacn tn

GanNions"Abdau?

Hoffnung auf Besserung.

Die erregten Erörterungen im Reichstag über die unberechtigten Zwangsmaßnahmen der Al- liietten, die wgenannten Sanktionen, scheinen erfreulicherweise durch die Entwicklung überholt zu fein. Die letzten Nachrichten aus Frankreich ! lassen, äußerlich wenigstens, ertennen daß man auch in Frankreich allmählich die Unmög­lichkeit der Fottdauer dieser Zwangs maß- nah men gegen Deutschland eiusieht. Tie Aeußerungen der französischen Presse, die sich für die Aushebung aussprechen, hoben sich iiibcr Nacht gehäuft, vrib ein Nutzen der Danktious- Dedatte im deutschen Reichsfg könnte vielleicht bann gesehen werden, daß sie den französisch.»: Presse-Organen eine Handhabe bot, um die Sachlage noch einmal zu überdenken. Anderer­seits dürfte es fcftfldyen, daß der deutsche Außen­minister Rosen die doch als wahrscheinlich vor- auszusetzende Genehmigtmg zur Wiedergabe eines verttaulichen Gespräches zwisck>en dem deutschen Botschafter in London und Lord Eur- gton kaum erhalten hüben würde, wenn man nicht in London die Ueber-eugung gehabt hatte, daß über dir Sanktionsfrage bereits in günsti­gem Sinne entschieden fei.

Brirmd hat, wie jetzt bekannt wird, gegen« iiiber dem deutschen Botschafter Mäher als die drei Boraussetzungen für die sofortige Auf­hebung der Sanktionen angegeben: die Aburtei­lung der Kriegsverbrecher in Leipzig, dort bün­digen Beweis für den festen Willen Deutschlands hei der Revarationsftage unb die restlose Durch­führung der Entwaffnung. Frankreich denke nach Ausführung der Bedingungen nicht daran, die Sanftionen yt verlängern, so fügte der (ran- zöstsche Ministerpräsident ausdrücklich hlnzu. Man wird nicht anstehen, zu erklären, daß man aber auch diesseits des Rheines eine Bedingung stellt: daß die französische Regierung auch nach Ihren Worten handelt. Es steht scsi, daß der Hevbeiführung des wahren Friedens in Europa bisher kein schwereres Hindernis entgegengestan­den hat als gerade die Sanftionspolitik Frank­reichs. FÄlt dieses Hindernis, so haben wir fraglos einen bedeutsamen Schritt zur Wieder- herftellung eines annähernd normalen Zustandes im alten Weltteil getan. Gerade die Sanftionen waren es, an denen sich der Chauvinismus auf- peitschte. Diese Gefahr für den kommenden Frieden wird an Schärfe verloren haben, wenn die Sanftionen gefallen sind. Deutschland wird es an sich nicht fehlen lassen, um das seine dazu M tun. Der Beweis dafür liegt schott jetzt vor. Es wird an Frankreich fein, ihn auch seinerseits xu erbringen.

Bemerkenswert ist, daß die französische der Regierung nahestehende Presse in den letzten Tagen einen vernünftigen Äon anschlägt. Das Pariser .Journal kommentiert die Frage der Aushebung der Sanktionen und beurteilt die deutschsranzöfischen Verhandlungen und die deutsche Ford-rung der-Aufhebung der Sanktio­nen verhältnismäßig günstig. Es heißt da u. a.: .Die Angelegenheit ist im Wicderai-sbau- Miuisterium zwar noch nicht genügend beraten luorbcn. alber die Frage ist doch erlaubt, ob die Sanktionen jetzt noch zu Recht bestehen. Erst am DonnerstüH hat General Rollet hier festge­stellt, daß Deutschland nunmehr afbgerüftct habe, daß feit dem 5. Mai die deutstchen Behördeit of­fensichtlich den Wunsch hätten, ihre Verpflich­tungen zu erfüllen. Ein eingehender Be. richt bar®er Mrd in Kürze in Paris etntrefen. Auch in der Zahlung der Reparation wisse man, daß Derttsthland jetzt feinen Verpflichtun­gen nachkommt. Daher wird heute niemand mehr für die Aufrechterbaltung der Sanftionen eintreten können * Das .Journal- geht dann aus die Haftung der einzelnen Ententemächte in der Frage der Sanktionen über, gibt zu, daß die Osßstnttiwkeit in Frankreich beunruhigt werden könnte und meint dann: .Zur Beruhigung wird aber die Garantiekommiission von der deutschen Reichsregierung die sämtlichen deutschen Zoll- einnabmen als Sicherheit für die Zahlung der Jahresraten fordern. Tie Zollgrenze am Rhein hat dann keine Berechtigung wehr und besonders würde für die Besetzung Düsseldorfs kein RechtSgrund mehr vor-

Die Helgoländer.

Beschwerden gegen die hohen Stenern.

Wir kor; »erlebtet, haben die Helgoländer dnrw eine Abordnung in Berlin beton, her« Wunsche vorgebracht, die aber nur beriickfiihtigtwrrdenkSnnen.soiveitfiralh mit dem «etchSgaeizen vereinbaren lasten

Der amtliche preußische Pressedienst schreibt: Eine Abordnung der sogenannten Aft-Helgo- ränber erschien am 29. Juni bei d m preußischen Minister des Innern. Es handelt sich Haupt« ächlrch um Beschwerden, welche die Helgoländer gegen die örtlichen Behörden wegen der Veran­lagung und Erhebung der Reichssteueru seit einiger Zeit führen. Die Helgoländer berufen ich auf ihre vermeintlichenalten Rechte und Gewohnheiten-, deren mög­lichste Erhaltung ihnen deutscherseits beim Er- werbe der Insel zugesagt sei, und die der Reichs­besteuerung entgegenfiehen sollen. Tie Behör­den sind anderer Meinung auf Grund sehr ein» gehender juristischer Untersuchungen. Ob­wohl die betreffenden Gutachten den Helgolän­dern zugänglich gemacht sind, widersetzen sie sich der Durchführung der Reichssteuerge­setze, haben sich deswegen sogar mit Beschwer­den, wenn auch selbstverständlich vergcbliA, an die Entente gewandt. In der Audienz beim preußischen Minister brachten sie außerdem noch eine Reihe anderer Beschwerden und Wünsche teils wirtschaftlicher, teils politischer Att vor, darunter mit Hiniveis auf Artikel 18 der Reichs­verfassung den Wunsch, unter Abtrennung von Preußen zum unmittelbaren ReichS- lande, wie früher Ekfaß-Lothringen, gemacht zu werden. Der Minister erklärte der Abord­nung, daß die Regierung, obwohl die Schritte der Helgoländer bei den feindlichen Mächten ernstlich mißbilli-r ."--her nrnßten. und nicht ec-

Die Oppelner Zeitung meldet: Am Sonn­abend mittag um 12 Uhr hat die Räumung der Grenzbezirke begonnen. Starke englische Trup­penabteilungen sind nach Königshütte, Beuthen und Myslowitz im Laufe des Sonntag vormit­tag abgegangen, um die Sicherung der Grenze gegen einen neuen tteöertritt der Insurgenten zu übernehmen. Man erwartet, daß heute abend die Räumung vollständig ist unb daß die ge­räumte Grenzzone iry Laufe des DienStaa von den englischen Trupptu besetzt werden kann. Die interalliierte Kommission hat nach der Räu­mung der letzten Zone die Grenzbesetzung durch italienische Truppen augeorduet. Die erhöhte Truppeubesatzung bleibt im Ab­stimmungsgebiet bis zur endgültigen Eutschei- dmig der Entente über Oberschlesiens Schicksal.

Frieden mit Amerika.

Freigabe des deutsche« Drivateigeutums?

(Eigener Drcchtbettcht.)

Rotterdam, 4. Juli.

Aus Washiugto« wird gemeldet: Nachdem Präsident Harding die Fttedcnsresolution unt-r- zcichnet hat, die dem Sriegszuftand zwischen Amerika und Deutschland und Oester, r e i ch ein Ende macht, wird der Präsident heute noch ei!le Provamatiou veröffeutlichen, die aus­drücklich feflftellt, daß mit der Wiederkehr des Fttedenszustandes mit den Zcnttalmäckten die gesamte Lricgsgesetzgcbuug außer Kraft tritt. Der ,HeraId" meldet aus Rewyork, daß der Prä­sident in einer Mitteilung an beu Senat bie schleunige Verabschiedung eines Gesetzes »er. langt, baö die Frei 8 abe der deutschen BermS- gen unb Werte in ben Bereinigten Staaten re­gelt. Das Oberste Brmbesgericht hat bie Rück­gabe bes eine Million Dollar betragcnbcn Gel­bes der Gräfin Bernstorfs an diese nngeorbiict

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