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Beratungen in Paris und Berlin

c unf­einem

Die Neinofiaiifche Krise

Eia türkisch-griechischer Kampf.

(Eigene Drahttneldung.)

Keine Gekerchierung? ALlehuends Haltung der Franzosen, (eigener DraHtbericht.)

schen immer noch zu hoffe« scheine«. Die deutsche Arbeiterhilfe für das Wieder­aufbaugebiet wurde von den Franzosen bei Einleitung der Besprechungen abgelehuh ebenso die Hineinziehung der oberschlestfcho« Frage in die Reparations-Erörterungen.

Dann sind wir zu dem Kraftwerk selbst hinab- aeschriuen. Man mutz sckon unten stehen, um

Der Leberfall auf «Sleiwitz.

Oppeln, 29. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Insurgenten erklären, daß der Uebersall auf Gleiwitz nicht von ihnen angcordnet sei, sondern daß es irreguläre Banden gewesen seien. Die Räumung der zweiten Zone wurde auf beiden Seiten verpslichinngsZgemäß am Mittwoch fortgesetzt. Zwei Noten der Reichs regierung in der oberschlesischen Frage sind gestern durch den deutschen Botschaf­ter in Paris überreicht worden.

Paris, 29. Juni.

Die Pariser Blätter erwarte« die grie­chische Kriegserklärung in,Konstanti­nopel als unmittelbar bevorstehend. DerMatt«" meldet aus Athen, daß man dort mit der Ein­berufung aller Reserven begonnen habe. I« Smyrna wird der unmittelbar bevor­stehende Beginn der griechischen Offen­sive angekündigt. König Konstantin, der Kron­prinz, sowie der Prinz Andreas und der grie­chische Oberkoulmandierende, General Papulas, werden heilte von Smyrna an die Front ab­gehen. Mit dieser Meldung stimmt das letzte Eommuniguä des kemalitzischeu Generalstabes

Die Wiederaufbau-Frage.

Bergmann und Guggenheimer al» DerLreter.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 29. Juni.

Die Besprechungen zwischen den beutfdjen Vertretern Staatssekretär Bergmann und Di­rektor Guggeuheimer einerseits und Sou« cheur und seinen technischen Beratern Sey- d o u x und Chaisson andererseits über die Wtedergutmachungsfrageu haben gestern nach­mittag mit einer Vorbesprechung begonnen und sollen heute in den Hauptfragen ihren An­fang nehmen, aber bereits nächsten Freitag ab­gebrochen werden. Die gestrigen Vorberatungen, die unter strengster Geheimhaltung veranstaltet worden waren, fanden im sogenannten Uhren­saal des Auswärtigen Amtes statt. Die Oesfent- lichkeit wurde vry der Tatsache dieser ersten Aus.

rsche Reich

Oberschleflenö Schicksal.

Benachteiligung bei der Räumung.

(Eigene Drrchtmeldurig.)

Oppeln, 29. Ium.

de Stellung genommen zu der Aendcrung des Räumungs-Plaues, wie sie die Inter­alliierte Kommission gefordert hat. Diese Aende- rnng ist für die Deutschen insofern von R a ch t e i l, als sie ihnen die Möglichkeit nimmt, zu prüfen, in welcher Art und Weise von den Polen der Rückzug vmgenommen wird. Der Ruhetag am 29. Juni soll wegfallen und am gleichen Tage der Selbstschutz sich zurückziehen. Dieser Antrag ist auf Betreiben der Franzosen in der interalliierten Kommission durchgedrun- gen. Die Deutschen haben, obwohl sie die Nach­teile klar erlannten, diese Aenderung angenom­men, um der französischen Diplomatie und Presse jeden Vorwand zu nehmen, die Deutschen als die Friedettsftörer in Oberschlesien hinzustellen

<£in Blick auf Rußland.

Paris, 29. Juni. (Eigene Drah(Meldung.) Falls Rathena« zu den deutsch-französischen Be­sprechungen nach Paris kommen sollte, dürste er ein deutsch-französisches Zusam­menarbeiten zum Wiedcrsusbau Ruß­lands Vorschlägen und dabei betonen, daß Deutschland ohne die russischen Hilfs­quelle« nicht zahlen kann.

rlngsinstige Beurteilung.

Rotterdam, 29. Juni. (Eigene Drahtmel­dung.) DieMorningpost" meldet aus Pa­ris: Die Verhandlungen mit den Deutschen werden hier skeptisch beurteilt. Die fran­zösischen Sachverständigen haben am Diouia» eine Vorbesprechung gehabt, die sich gegen neue Konzessionen an Deutschland ein­stimmig ausgesprochen haben soll.

Segenseitige Vorschläge.

Paris, 29. Juni (Eigene Drahtmeldung.) Ende der Woche werden die deutschen Vertreter nach Berlin und die französische Garantiekom- misfion von Berlin nach Paris z n r ä ck k e h r e n, um mit ihren Wiederaufbauminiftern Rücksprache za nehmen. So betrachtet, nimmt die gegenwär­tige Pariser Konferenz diese Woche überhaupt nur den Charakter einer Vorberatung an, die dazu bestimmt ist, auf der einen oder anderen Seite mit Vorschlägen über verschiedene Fragen herauszukommen. Neber diese Vorschläge werden dann die Vertreter bei ihren Regierungen berich­te« und mit entsprechenden Instruktionen für die nächste Woche zurückkehren, um die abschlix tzenden Verhandlungen sortzusetzeu.

stpr-che dnrch et^. nichtssm- ndrs Conr-

muniquö bcnaa.'rrchtigr Dlan ürhaudclte nur"oie Untergeordnete Frage der Rückerstattung der ans Frankreich ; weggeführten Mater i- alten» Maschinen und Tiere, llm die Nach- schorschung «ach diesen Materialien abzukürzen, hat Loucheur jjcßfro vorgeschlagen, für den Rest eine Ge samtablie Erung zu machen, indem Gegen­stände derselben Art und von gleichem Wert in einer bestimmten Menge an Frankreich abgegeben werden. Die denffchen Vertreter werden heute auf diese Vorschläge ar worte«.

Wiedergutmachungsfragen.

P a r i S, 2S. Jun!. (Eigene Drahtmeldung.) Die heutige Sitzung besaßt sich mit der Haupt­frage Der Natural lieferung, die auf das Wieder her stell« ngs-Konto ungerechnet werde» soll. Es wird auch die Frage behandelt, wie der bekaunte sechsundzwanzigprozentige In­dex und überhaupt die Abgabe auf die deutsche Ausfuhr ersetzt werden soll. Frankreich wünscht zu wissen, ob das deutsche Reich oder die Privnt- industrie die Lieferanten fein werden und wie die Zahlungsbedingungen sind, lieber diese beiden Pnntte werden »vahrschcinlich die deutschen Ver­treter nunmehr ihre Vorschläge einreichen. So­viel ist bis jetzt bekannt über das Programm der nur dreitägigen Konferenz. Gleichzeitig wird über die gleichen Pnntte auch in Berlin ver­handelt und zwar durch die dortigen Vertreter der Garanliekommission. Nächste Woche sollen dann die in Paris und Berlin parallel ^führten Besprechungen zu einer einheitlichen Konferenz in Paris verschmolzen werden.

Dor 6er Entscheidung.

Paris, 29. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Das Reuterbürc berichtet: Auf der bevorstehen­den Sitzung des Obersten Rates wird die ober- schlesische Frage zur endgültige« Entschei- düng kommen. Die englische Regierung hat ihrem Beauftragte« in der interalliierten Kom. Mission in Oppeln Anweisung gegeben, auf eine Beschleunigung der militärischen Beruhigungs- Maßnahmen in Oberschlesien hinzuwirke«.

laß haben, schon wegen der unheilvollen Rück- Wirkungen, die daS Gelingen solcher Pläne in der ganzen mohammedanischen Welt haben müßte. Die Franzosen hingegen und auch die I t a l i e n e r werden, wenn Mustafa Kenwl erst im Besitz der Macht sich befindet, unmittel­bar das Interesse daran habe«, sich mit diesen neuen Herren zu verständigen. Für Frankreich spielt da auch der Hintergedanke mit, über Kon­stantinopel denjenigen politischen und wirtschaft­lichen Einfluß «ach Sowjetrußland zu erhalten, der ihnen über Oberschlesien und Polen bis jetzt verwchrt ist.

Paris, 29. Juni.

DerTemps^ meldet über de« erste« Der- handlungstag mit den Deutsche«: Die deutschen Bettreter haben ihre« Antrag, die Aufhe­bung der Sanktionen in Verbindung mit der Reparation zu bringe«, zurückgezogen, nachdem die ftanzösische« Sachverständigen er­klärt hatten, daß sie keine Vollmacht zur Bespre­chung dieser Frage hätte«. Es ist kaum anzn- nehmen, daß die Pariser Besprechungen für Deutschland wesentliche Abschwächungen der Verpflichtungen bringen werden, wie die Deul-

Von dieser Basis auS wird man die drohen- de Entwickelung im Orient betrachten müssen. Man wird dann die nötige Distanz zu den Er­eignissen und zu ihrer Beurteilung, erhalte«. Der zähe Konchs der türkischen Rationa- list en unter Mustafa Kemal hat Formen an­genommen, die kaum noch eine Hoffnung au eine friedliche Lösung der mit aller Wucht auf­geworfenen Probleme zulassen. Die Griechen wollen diesen Kampf mit militärischen Mitteln au st nagen. Es ist ei« Treppenwitz der Ge­schichte, daß sie sich dabei auf den Vertrag von SevreS berufen, den es durch Griechen­land zu hüten gelte! Dabei wäre« die Alliier­te« schon langst gern von diesem Vertrag los und- sie hatten ja auch den Griechen entsprechende Anregungen unterbreitet, die auf der Grund­lage einer völligen Preisgabe dieses Vertrag-'s beruhten. Die Griechen aber erklären, daß sie dieMission' übernommen hätten,bie gemein­samen Entschlüsse der Alliierten den Türken auf- zuzwingen' Wie mag eine derartige Sprache in den Ohren der alliierten Staatsmänner klin­gen. Jedenfalls ist die Lage so, daß die Griechen den Wechsel, den ihnen der Vertrag von Sevres gibt, unerbittlich zur Einlösung vorlegen. Da die Alliietten nichts dazu tun, und da ihre jüngste Orierrtkonferenz auch noch ergebnislos blieb, so sichern sich die Griechen eben selbst ihre Ansprüche.

Die Söergold-Quelle.

Ein Besuch im Waldecker Kraftwerk.

«m Montag abend stimmten, tote gestern da» richtet, di» Kasseler Stadtverordneten einen« Stroalanstanscdvertrag mit dem Staate zu. In Anbetracht ver Tatsache, daß es sich um eine «ngelegenhei« handelt, dir von Lrbenstoichtig. leit sLr Kassel ist, entsandte» die Kassel«, Reuesten Nachrichten einen ihrer Mitarbei­ter tue Teilnahme an »er gestrigen Bestch. tignng de« Waldecker Krasttorrt« «dertal- sperre durch de» Verein deutscher Ingenieur«.

Ein Sonderzug mit rund 450 Teilnehmern an der Tagung des Vereins deutscher Ingenieure rollt ins Waldeckerlarro. Es ist ein Lichttag. Ms tief in den Vormittag hinein trefirt sich der Mond am Himmel umher. Nie war so schone Fernsicht. Greisbar nahe sind Berge und Burgen gerückt. Das heiße Sonnenlicht glitzert aus dem hellgrü­nen Watoecker Ser. Vom Schloß Waldeck ziehr die Menge, zu der wir mein Kollege von der Kamera und ich gehören, lachend und plan» dermd zum See. Die Auotorboote, von denen je­des etwas über hundert Leute aufnimmt, ha­ben Flagge« in den alten deutschen Reichsfarben aufgesetzt. Ws zur riesigen Sperrmauer geht die Fahrt über den See, dessen Spiegel sich ganz gewaltig gesenkt Aber es ist noch genügend Wasser da. An dem Bilde kann nichts ausge­setzt werden. Wanderjugend belebt die See­gestade und die Mauer, die, aus der Rühe be­sehen, so manche architektonische Schönheit auf­weist. Fast liebkosend plätschert der See an das gigantische Mauerwerk, über dessen Umfang und Ausmaße die hohen Berge und das weite See- gebiet ganz empfindlich irrefichren können. Mehr als einmal bleiben jpir stehen und tteuen^nL». der Schonheu des WandÄHMaÄA,"^^LAH Auge vorüberzieht.

je

überein, das besagt, daß die griechisch-türkische

ta-J?ewe8«tztsich ein richtiges BM"von der MSStigkett der atromllcn scharmütze' ^*,1 sgiMter zu machen. Alles, vor dem wir bislang ausgedehnte Borpostengefechte ftattaefunb** 'pevunderitd Müden, besinnt zu verblasse'

wieder einmal England auf einen großen Umfall sich einstellt. Von der Durchführung desfair platz', das Lloyd George uns seiner­zeit jeierlichst zugesagt hatte, ist heute schon gar nicht mehr die Rede. Ganz im Gegenteil scheint wieder eimyql England die Nachgiebigkeit Frankreichs in l Lattichen Fragen mit

Die Krise im Osten.

Der griechifch-lürtifche Kampf.

Wie unfere gestrigen Telegramme meldeten, ist der Kamps zwischen den Griechen und Tür­ken bereits im Gange. Ausläufer der Orient­krise erstrecken sich leider auch bis nach Deutsch­land und zwar berühren sie die oberschlestsche Frage. Um den Orient st reit zn schlichten, sollte, worauf wir an dieser Stelle schon hinge- wiesen haben, Oberschlesien als Ver­hau, dlnngsobjekt herhalten. Im »Nahen Osten stoßen die französischen und englischen Interessen auseinander, trotz aller immer und immer wieder auf dem Rücken Deutschlands ausgetragener Schlichtungen, bei denen sich Frankreich als der nachgiebigere Teil gegenüber England zeigt, um die englisihen Zustimmungen für die Durchführung der stanzösischen Haßpoli- tik gegenüber Deutschland zu erhalten. Bei dem eben angedeuteten engen und engsten Zusam- ; menhang der Orientfrage mit der Frage des künftigen Schicksals Oberschlesiens müssen wir nach allen bisherigen Erfahrungen fürchten, daß auch diese Gegensätzlichkeiten wieder einmal auf j dem Rucken Deutschlands ausgctragen werden. 1 Wie gefährlich die Dinge nach biefer Richtung 1 Hin stehen, mag daraus zu ersehen fein, daß '

1. Schädliche Hochwasser hn Quellgebiet des Cderflnfses möglichst zu beseitigen,

2. Speisung der Weser und dss-DttürNand- kanals, und

3. Attsnutzung der Wasserkräfte zur Elektttzj- tätserzeugung

Der Talgrund und die angrenzende« Berge bestehen ans Schiefer und Grauwacke, die sich beide durch Festigkeit und UndurchläWgkeit aus­zeichnen. 300000 Kubikmeter davon wurden z« der S P e r r m a u e r verwendet, die die stattlich: Höhe von 47 Metern anstveist und an der tiefften Stelle eine Breite von 36 Metern hat, während die Krone sechs Meter breit ist. Genau 400 Me­ter sind zu durchschreiten von einem Brückenkopf z'.rm andern, die sich beide an die von der Natur gegebenen Bergwände anlehnen. Inder Mauer befinden sich verschiedene Wasserablässe $ur Ab­leitung dods Wafferubcrflussos, das die Maschi­nen des am jenseitigen Abhang der Mauer lie­genden Kraftwerks, dem unsere Aufrnerb famfeit heute in erster Linie gewidmet ist, nicht verarbeiten können. Den Abfluß besorgen Rohre von 1,35 Meter Durchmesser, die in der Lage find, in jeder Sekunde 150 Kubikmeter Wasser abzu- iühren. Noch ist das Werk, das wir bcckd darauf betreten, nicht ganz ausgebaut ...!

Bis zu 60000 Volt Stärke umfaßt der Strom, der von hier i«S weite Versorgvngs-, gebiet geht, mit seinen großen Kraftwerke« Hemftut hier! über Kassel, Hann.-Münden, Göttingen, mit vielen Bergwerke« und indufttiel- len Unternehmungen, über Höxter und an der DiemelialHpcrre vorbei. Zwei weitere Diagonal- leitungen nach Kassel sind vorgesehen, nm die Betriebssicherheit zu erhöhen. Eine Stichleitung geht nach Frankenberg und zur Wetterbeliefe­rung an das Retz der Stadt Marburg. Der süd­lichste Punkt des Ningnctzes steht in Verbindung mit den drei Main-Kraftwerken bei Hanau. Nach Norden ist Anschluß vorgesehen nach dem Hau- nSverschsn Bezirk. Zur Sicherstellung des Stroms sind noch Verträge abgeschlossen mit einer Reihe von T-aurps-Krastwcrfen. Außerdem werden in den nächsten Jahren einige Flußkraft- irertc in Betrieb genommen, so bei Hanw-Mün- öen und vier wettere bei Kassel mit 70 Millio­nen Kilowattstunden, und ein Spitzenkraftwerk bei Büren-Brilon. Diese Werke sollen insge­samt 120 Millionen Kilowattstunden leisten. Man sieht, daß es sich hier um ein nennenswertes Glied vor Elektrisierung MlttelDenkschlands handelt I

Unter freiem Himmel, hoch über dem Meister­werk, dessen Ehrentafel an erster StGo als Er­bauer den Nanten Sympher für dm Nettwelt anfbowahrt, sammelt Baurat Buchcholz vom Staatlichen Elektrizitätsamt feine Besucher und erzählt ihnen allerlei, das jedeittall^ senswert ist. Diese Talsperre, die Fassungsvermögen von 203 Millionen Kubik­meter EdeNvasser die größte Sperre Europas darstellt, darf als eines der arM^-Wcile der preußischen Wasserbauverwauung ankhesprochen werden. Drei Zwecken dient es in der Haupt- fache:

Freilich darf mau nicht verkennen, daß auch die Gegenseite über große Kraftquellen verfügt. Es fit geradezu bewundernswert, wie sich die nationalistisch-türkische Regierung in Angora unter Mustafa Kemal bisher gehalten hat. Sie steht in offener Feindseligkeit zu der offi­ziellen türkischen Regierung in Konstantinopel, die ja nur eine Drahtpuppe in den Händen der Alliierten ist. Ne hat es auch verstanden, sich eine umfassende Unterstützung und zwar perso­neller wie sachlicher Art zu sichern. Es ist un­bestritten, daß die Angora-Truppen auch starke italienische Bestandteile, vor allem aber russische Streitkräfte enthalten. Die Beziehungen Mustafa Kemals zu den Bolsche­wisten und die Neigungen der russischen Sow- jetmachthader zu einem militärischen Zusam­mengehen mit den Angora-Türken sind auch kein Geheimnis. ES steht auch weiter fest, daß Mu­stafa Kemal über große Menge« von Kriegs- gerät, und zwar nicht nur italienischen und russischen, sondern vor allem auch japanischen und amerikanischen Ursprungs verfugt.

Daß die persischen Radikalen, die unter stärk­stem Einfluß der bolschewistischen Ideen stehen, mit Mustafa Kemal und seinen Plänen lieb­äugeln, bedeutet für die Entente, insbesondere für England, erst recht keine Entlastung. Für Mustafa Kemal kommt eS anscheinend dar ruf an, durch einen Gewaltstreich sich in den Besitz K o n ft antinopels und damit der Regic- ung über die ganze Türkei zu fetzen. Dieses Streben zu verhindern, ist allerdings ein ur- eigenstcz Jnferesse der Griechen. Tie Stellung- nähme der öntcnicmitgficbcr zu einer solchen Entwicklung ist und darin liegt eben der Stern dieses verwickelte« Problems sehr verschie­denartig. Die Engländer würden ein Obsiegen Mustafa KemÄs leineswegs zu begrüßen An-

Meier Mueste Nachrichten

Kasseler

Hessische Abendzeitung

Nummer 145

Donnerstag, 30. Juni 1921

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11. Jahrgang,

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